Romanistisches Jahrbuch Begründet von Olaf Deutschmann · Rudolf Grossmann · Hellmuth Petriconi · Hermann Tiemann
Romanistisches Jahrbuch Herausgegeben von Andreas Kablitz · Bernhard König · Margot Kruse · Joachim Küpper Christian Schmitt · Wolf-Dieter Stempel
unter Mitwirkung von Tristano Bolelli (Pisa) · Louis van Delft (Paris) R.D.F. Pring-Mill (Oxford) · Marco Santagata (Pisa)
Redaktion Sieglinde Heinz · Peter Werle
Band 55 · 2004
Walter de Gruyter · Berlin · New York
Eine Online-Fassung des „Romanistischen Jahrbuchs“ ist für institutionelle Abonnenten der Printausgabe erhältlich. Bitte besuchen Sie unsere Webseite, um genauere Informationen über Preise und den Zugang zu erhalten: www.deGruyter.de/journals Online version of the “Romanistisches Jahrbuch” available for institutional subscribers to the print edition. For information on obtaining access and prices please visit our website: www.deGruyter.de/journals Mit der Annahme zur Veröffentlichung überträgt der Autor dem Verlag das ausschließliche Verlagsrecht und das Recht zur Herstellung von Sonderdrucken im Rahmen des Urheberrechts. Dazu gehört insbesondere auch die Befugnis zur Einspeicherung in Datenbanken, der Verbreitung auf elektronischem Wege (Online und/oder Offline) sowie das Recht zur weiteren Vervielfältigung zu gewerblichen Zwecken im Wege eines fotomechanischen oder eines anderen Verfahrens. Der Autor hat das Recht, nach Ablauf eines Jahres eine einfache Abdruckgenehmigung zu erteilen.
∞ Gedruckt auf säurefreiem Papier, das die US-ANSI-Norm über Haltbarkeit erfüllt.
ISSN print edition 0080-3898 ISSN online edition 1613-0413 ISBN-13: 978-3-11-018259-0 ISBN-10: 3-11-018259-9 © 2005 by Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, D-10785 Berlin Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Printed in Germany Satz: Werksatz Schmidt & Schulz GmbH, Gräfenhainichen Druck und buchbinderische Verarbeitung: Hubert & Co., Göttingen
Inhalt Allgemein-Romanistischer Teil Chronik 2004 Vertretung der romanischen Philologie an deutschen und österreichischen Universitäten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Romanistische Habilitationsschriften und Dissertationen Im Jahre 2004 angenommene Habilitationsschriften . . . . Im Jahre 2004 angenommene Dissertationen . . . . . . . . Im Jahre 2004 in Arbeit befindliche Habilitationsschriften Im Jahre 2004 in Arbeit befindliche Dissertationen . . . .
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Christian Sch m i t t (Bonn) Zentrifugale und zentripetale Trends in den romanischen Sprachen. Entwicklungsgeschichtliche und kulturhistorische Betrachtungen zum Verhältnis der neulateinischen Idiome zur lateinischen Muttersprache . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
31
Wolf-Dieter Stempel (München) Grenzfälle der Satzhypotaxe. Zum Fall parce que im gesprochenen Französisch . .
68
Thomas K ref eld (München) Dialetto, variazione linguistica – e l’AIS. Come l’ideologia ha (de)formato la modellazione dello spazio linguistico . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
83
Andreas Kabl i t z (Köln) Petrarkismus. Einige Anmerkungen zu einer Debatte über seinen Status (diskutiert an einem Beispiel aus Tassos Lyrik) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
104
Margot K ruse (Hamburg) Schlüsselbegriffe der französischen Moralistik des 17. Jahrhunderts in den Lexika von Richelet, Rochefort, Furetière und im Akademiewörterbuch von 1694 . . . . .
121
Peter We rle (Köln) L’Infinito. Theoretische Konzeption und lyrische Gestaltung des Unendlichen bei Leopardi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
149
Karl Hölz (Trier) Tahiti – eine exotische Untergangsvision in Pierre Lotis Roman Le mariage de Loti
164
Aufsätze und Berichte
Buchbesprechungen – Buchanzeigen Kurt Baldinger – Etymologien. Untersuchungen zu FEW 21–23, Band 3 (zu FEW 21, 221, 222 und 23), mit Registern zu den Bänden 1–3 ( C h . S c h m i t t ) . . . . . . .
179
VI
Inhalt
Anne Cammenga-Waller – Substandard im Deutschen und Französischen. Lexikologische Studien zur zeitgenössischen Konsumliteratur ( C. Pol zi n- H a um a nn) . .
181
Jean-Pierre Colignon – Étonnantes étymologies (Ch. Sc hmitt). . . . . . . . . . . . .
184
Günter Holtus/Anja Overbeck/Harald Völker – Luxemburgische Skriptastudien. Edition und Untersuchung der altfranzösischen Urkunden Gräfin Ermesindes (1226– 1247) und Graf Heinrichs V. (1247–1281) von Luxemburg (M.-D. G l eßg en) . . .
186
Ingo Kolboom/Thomas Kotschi/Edward Reichel (Hrsg.) – Handbuch Französisch. Sprache · Literatur · Kultur · Gesellschaft. Für Studium, Lehre, Praxis (W.-D. Lange) 189 Nunzio La Fauci/Ignazio M. Mirto – FARE. Elementi di sintassi (Ch. Sc hmitt) . . .
192
Anne-Marie Laurian/Thomas Szende (Hrsg.) – Les mots du rire: comment les traduire? Essais de lexicologie contrastive (G. Ern s t). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
193
Franz Lebsanft/Martin-Dietrich Gleßgen (Hrsg.) – Historische Semantik in den romanischen Sprachen (D. Pirazzini) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
196
Philibert Joseph Le Roux – Dictionnaire comique, satyrique, critique, burlesque, libre et proverbial (1718–1786), présentation et édition critique par Monica Barsi (Ch. Sc hmitt) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
204
Martin Maiden/Mair Parry (Hrsg.) – The Dialects of Italy (E. Radtke) . . . . . . . .
207
Brigitte Maire/Anne Fraisse (Hrsg.) – Cassii Felicis libri de medicina Concordantiae. Accedunt numeri, voces Graecae Graecis Latinisque litteris scriptae, index nominum notabiliorum, index frequentiae decrescentis formarum (Ch. Schmitt) . . . . . . .
212
Max Pfister/Antonio Lupis – Introduzione all’etimologia romanza (Ch. Schmitt) . .
213
Francesco Sabatini/Vittorio Coletti – Dizionario della Lingua Italiana 2004 (J. S t o ro s t )
217
Kamal Salhi (ed.) – French in and out of France. Language Policies, Intercultural Antagonisms and Dialogue (C. Polzin-Haumann) . . . . . . . . . . . . . . . . .
218
Anne Schlömer – Phraseologische Wortpaare im Französischen. »sitôt dit, sitôt fait« und Vergleichbares (K. Hunnius). . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
222
Isabel Zollna – Stimmen der Distanz. Professionelle monologische Sprechstile. Eine vergleichende Untersuchung zu Wiederholung und Expressivität. Prosodische Gestaltung in spanischen, französischen, englischen und deutschen Gebeten, Durchsagen und Verkaufsrufen (K. Hunnius) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
225
Alexandra Kleihues – Der Dialog als Form. Analysen zu Shaftesbury, Diderot, Madame d’Épinay und Voltaire (B. H ä s n e r ) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
229
Barbara Kuhn – Mythos und Metapher. Metamorphosen des Kirke-Mythos in der Literatur der italienischen Renaissance (B. Huss) . . . . . . . . . . . . . . . . . .
233
Christine Maillard/Michael Titzmann (Hrsg.) – Literatur und Wissen(schaften) 1890–1935 (A. M öller) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 236 Claudia Ortner-Buchberger – Briefe schreiben im 16. Jahrhundert. Formen und Funktionen des epistolaren Diskurses in den italienischen libri di lettere (M. Föc k i n g ) .
240
Valeska von Rosen/Klaus Krüger/Rudolf Preimesberger (Hrsg.) – Der stumme Diskurs der Bilder. Reflexionsformen des Ästhetischen in der Kunst der frühen Neuzeit (J. Söffner) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
243
Armand Strubel – „Grand senefiance a“: Allégorie et littérature au Moyen Âge (M. Schwa r z e) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
246
Inhalt
VII
Scarlett Winter/Susanne Schlünder (Hrsg.) – Körper – Ästhetik – Spiel. Zur filmischen écriture der Nouvelle Vague (A. Rüth) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
250
Friedrich Wolfzettel – Reiseberichte und mythische Struktur. Romanistische Aufsätze 1983–2002 (B. Ve ntarola) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
252
Ibero-Romanistischer Teil Aufsätze und Berichte Vicente Lledó-G u il lem (Berkeley) On the Political Linguistic Situation of Castilian and Catalan in 16th Century Spain: Nebrija’s Legacy in the Works of Juan de Valdés and Cristòfor Despuig . .
259
Roland Sc hm idt-Riese (München) Zur Wahrscheinlichkeit jüdischer Varietäten vor 1492/97: Ein Blick ins Theater Gil Vicentes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
280
Folke Gern e rt (Kiel) La ,hipérbole sacroprofana‘ en España e Italia: Juan Rodríguez del Padrón y Notturno Napoletano . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
317
Joachim Kü p p e r (Berlin) Mythologie und Philosophie bei Garcilaso de la Vega . . . . . . . . . . . . . . . .
339
Hans Rudolf Pic ard (Konstanz) Verlorene Idealität und mißlungene Sozialisation im spanischen Roman an der Schwelle zur Moderne, nachgewiesen an La Regenta (1885) von Leopoldo Alas (Clarín) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
357
Buchbesprechungen – Buchanzeigen Martin Becker – Die Entwicklung der modernen Wortbildung im Spanischen. Der politisch-soziale Wortschatz seit 1869 (E. González-Blan co G a rcí a ) . . . . . . . .
383
Martin G. Becker – Zwischen Tradition und Wandel. Zum Wortschatz des politischen Diskurses in Spanien seit 1976 (J. Visser) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
387
Gloria Corpas Pastor – Diez años de investigación en fraseología: Análisis sintácticosemánticos, contrastivos y traductológicos (A. Martínez G onzá l ez) . . . . . . .
391
Francisco Gimeno Menéndez/María Victoria Gimeno Menéndez – El desplazamiento lingüístico del español por el inglés (Ch. Sc h m i t t ) . . . . . . . . . . . . . . . . . .
394
Monika Gräfe – Untersuchungen zur Konstituentenabfolge spanischer Adverbiale auf Satz- und Textebene mit EDV-gestützter quantitativer Analyse (E. G onzá l ezBlanco García) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
396
Ute Hafner – Namengebung und Namenverhalten im Spanien der 70er Jahre (G. P ra d i e r ) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
401
Silvia Beatriz Kaul de Marlangeon – Los adverbios en -mente del español de hoy y su función semántica de cuantificación (A. Martínez Gonzá l ez) . . . . . . . . . .
403
Isabel Lustosa – Insultos Impressos. A Guerra dos jornalistas na independência 1821– 1823 (D. Osthus) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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VIII
Inhalt
Wolfgang Reumuth/Otto Winkelmann – Praktische Grammatik der spanischen Sprache (Gramática práctica de la lengua española) (M. G o n z a l o Ju a r ros de Löhmann) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Manuel Rivas Zancarrón – Problemas de morfología española (A. Martínez González) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
413
Carlos Subirats Rüggeberg – Introducción a la sintaxis léxica del español (A. Martínez González) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
415
Klaus Zimmermann/Thomas Stolz (eds.) – Lo propio y lo ajeno en las lenguas austronésicas y amerindias. Procesos interculturales en el contacto de lenguas indígenas con el español en el Pacífico e Hispanoamérica (A. Ma r t í nez G onzá l ez) . . . . .
416
Luis Gómez Canseco/Bernardo Perea (Hrsg.) – Libro en que se qüentan los amores de Viraldo y Florindo, aunque en diverso estilo (F. Ger n e rt) . . . . . . . . . . . . . .
421
Anne Huffschmid – Diskursguerilla: Wortergreifung und Widersinn. Die Zapatistas im Spiegel der mexikanischen und internationalen Öffentlichkeit (K. Hölz) . . . . . .
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Allgemein-Romanistischer Teil
Chronik 2004 Vertretung der romanischen Philologie an deutschen und österreichischen Universitäten * Deutschland Aachen Baum, Richard (S; 1978) – Prof. (E) Felten, Hans (L; 1982) – Prof. (E) Neuschäfer, Anne (L; 1998) – Prof.
Sie pmann, Helmut (L; 1978) – Prof. (E) Radatz, Hans-Ingo (S) – Prof. (V) Rie ger, Angelica (L) – Prof. (V)
Augsburg Abel, Fritz (D; 1977) – Prof. Haensch, Günther (S; 1968) – Prof. (E) Hupka, Werner (S; 1993) – Prof. Krauß, Henning (L; 1975) – Prof. Scheerer, Thomas M. (L; 1984) – Prof.
Sc hwarz e, Sabine (S; 2004) – Prof. Wer ner, Reinhold (S; 1991) – Prof. Wolf, Lothar (S; 1973) – Prof. (E) Kuhnle, Till R. (L; 2001) – Priv. Doz. Leuker, Tobias (L; 2003) – Priv. Doz.
Bamberg Bollée, Annegret (S; 1978) – Prof. (E) De Rentiis, Dina (L; 2002) – Prof. Gier, Albert (L; 1988) – Prof. Haase, Martin (S; 2002) – Prof.
Milan, Carlo (S; 2003) – Prof. T heile, Wolfgang (L; 1978) – Prof. (E) Ulrich, Mioritt¸a (S; 1992) – Prof. Morales Saravia, José (L) – Prof. (V)
Bayreuth Berger, Günter (L; 1986) – Prof. Dresc her, Martina (S; 2000) – Prof.
Riesz, János (L; 1979) – Prof. (E) Ortner-Buchberger, Claudia (L; 2004) – Prof. (V)
Freie Universität Berlin Albers, Irene (L; 2004) – Prof. Aprile, Renato (L; 1971) – Prof. (E) *
Briesemeister, Dietrich (L; 1987) – Prof. (E)
Die Aufstellungen beruhen auf den von den jeweiligen Seminaren/Instituten gemachten Angaben; sie entsprechen dem Stand vom Ende 2004. Folgende Siglen werden verwendet: L = Literaturwissenschaft; S = Sprachwissenschaft; D = Didaktik; K = Kultur-/Landeswissenschaften; E = emeritiert/entpflichtet/pensioniert; Prof. (V) = mit der Vertretung/ Verwaltung einer Professur beauftragt; B = beurlaubt. Die Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
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Chronik 2004
Busse, Winfried (S; 1981) – Prof. Caspari, Daniela (D; 2002) – Prof. Daus, Ronald (L; 1971) – Prof. Eng ler, Winfried (L; 1980) – Prof. (E) Foltys, Christian (S; 1972) – Prof. (E) Hempfer, Klaus W. (L; 1977) – Prof. Kielhöfer, Bernd (S; 1978) – Prof. (E) Kotschi, Thomas (S; 1976) – Prof. Küpper, Joachim (L; 2000) – Prof. Loos, Erich (L; 1960) – Prof. (E) Mensching, Guido (S; 2000) – Prof. ˇ arko (S; 1972) – Prof. (E) Muljacˇ i c´ , Z
Neumeister, Sebastian (L; 1980) – Prof. Oc hse, Horst (L; 1973) – Prof. (E) Sc hauwecker, Ludwig (S; 1971) – Prof. (E) Sc hiff ler, Ludger (D; 1980) – Prof. (E) Sc hroeder, Klaus-Henning (S; 1971) – Prof. (E) Sc hulte-Herbr üggen, Heinz (S; 1969) – Prof. (E) Stark, Elisabeth (S; 2004) – Prof. Straub, Enrico (L; 1971) – Prof. (E) Trabant, Jürgen (S; 1980) – Prof.
Humboldt-Universität Berlin Brockmeier, Peter (L; 1995) – Prof. (E) Ingenschay, Dieter (L; 1995) – Prof. Kalverkämper, Hartwig (S; 1993) – Prof. Kattenbusch, Dieter (S; 1996) – Prof. Klare, Johannes (S; 1969) – Prof. (E) Knauer, Gabriele (S; 2004) – Prof.
Mattusch, Michèle (L; 1994) – Prof. Pf eiff er, Helmut (L; 1993) – Prof. T hielemann, Werner (S; 1993) – Prof. Küster, Lutz (D) – Prof. (V) Stein, Peter (S) – Prof. (V)
Technische Universität Berlin Beelke, Marina (L; 1972) – Prof. (E) Hunnius, Klaus (S; 1981) – Prof. (E) Nerlic h, Michael (L; 1969) – Prof. (E) Pugliese, Abel Orlando (L; 1973) – Prof. (E)
Roth, Oskar (L; 1980) – Prof. (E) Walter, Monika (L; 1993) – Prof. Willié, Albin (K; 1972) – Prof. (E) Gilzmer, Mechthild (L) – Prof. (V) Störl, Kerstin (S) – Prof. (V)
Bielefeld Gülich, Elisabeth (S; 1979) – Prof. (E) Meyer-Her mann, Reinhard (S; 1982) – Prof.
Stoll, André (L; 1972) – Prof. Wolff, Reinhard (L; 1982) – Prof.
Bochum Behrens, Rudolf (L; 1989) – Prof. Bernhard, Gerald (S; 2002) – Prof. Fig ge, Udo L. (S; 1969) – Prof. (E) Knauth, K. Alfons (L; 1977) – Prof. Krenn, Herwig (S; 1973) – Prof. Lebsanft, Franz (L/S; 1995) – Prof. Maurer, Karl (L; 1959) – Prof. (E) Schulz e, Joachim (L; 1976) – Prof. (E)
Steinbrügge, Lieselotte (D/L; 2004) – Prof. Tietz, Manfred (L; 1984) – Prof. Wer ner, Heinz (S; 1997) – Prof. Ber nsen, Michael (L; 1999) – Priv. Doz. Sánchez-Blanco, Francisco (L; 1996) – Priv. Doz.
Chronik 2004
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Bonn Ge yer, Paul (L; 2003) – Prof. Gutiérre z-Girardot, Rafael (L; 1970) – Prof. (E) Hirdt, Willi (L; 1973) – Prof. (E) Lange, Wolf-Dieter (L; 1971) – Prof. (E) Schmitt, Christian (S; 1979) – Prof.
Wolf, Heinz Jürgen (S; 1974) – Prof. (E) Friedrich, Sabine (L) – Prof. (V) Karimi, Kian-Harald (L) – Prof. (V) Pirazzini, Daniela (S) – Prof. (V) Mehnert, Henning (L; 1976) – Priv. Doz.
Braunschweig Mattauch, Hans (L; 1971) – Prof. (E)
Bremen Arend, Elisabeth (L/K; 2001) – Prof. Bürger, Peter (L; 1971) – Prof. (E) Febel, Gisela (L/K; 2002) – Prof. Franzbach, Martin (L; 1974) – Prof. (E) Krings, Hans (S; 1999) – Prof. Navar ro, José María (S; 1975) – Prof. (E) Pouradier Duteil, Françoise (S; 1972) – Prof. (E)
Sc h l i c ker s, Sabine (L/K; 2004) – Prof. Scotti-Rosin, Michael (S; 1985) – Prof. (E) Waltz, Matthias (L; 1972) – Prof. (E) Wendt, Michael (D; 1998) – Prof. † Zimmer mann, Klaus (S; 1996) – Prof. Bories-Sawala, Helga (K; 2002) – Priv. Doz. Schönberger, Axel (L/S 1997) – Priv. Doz.
Technische Universität Chemnitz Brummert, Ulrike (K; 1999) – Prof.
Leeker, Joachim (L; 1994) – Prof.
Technische Universität Dresden Böhmer, Heiner (S; 2004) – Prof. Kolboom, Ingo (K; 1994) – Prof. Lieber, Maria (S; 1993) – Prof. Marx, Barbara (K; 1994) – Prof.
Rehr mann, Norbert (K; 2001) – Prof. Reic hel, Edward (L; 1993) – Prof. (E) Rodiek, Christoph (L; 1993) – Prof.
Düsseldorf Bierbach, Mechtild (S; 2000) – Prof. Bor sò, Vittoria (L; 1992) – Prof. Geisler, Hans (S; 1996) – Prof. Klescz ewski, Reinhard (L; 1982) – Prof. (E) Leinen, Frank (L; 1999) – Prof.
Nies, Fritz (L; 1970) – Prof. (E) Re t t i g , Wolfgang (S; 1981) – Prof. Sc hafroth, Elmar (S; 2003) – Prof. Sc hrader, Ludwig (L; 1968) – Prof. (E) Sie pe, Hans T. (L; 2001) – Prof. Wunderli, Peter (S; 1970) – Prof. (E)
Duisburg – Essen Jacobs, Helmut C. (L; 1997) – Prof. Jüttner, Siegfried (L; 1983) – Prof. Monjour, Alf (S; 2002) – Prof.
Spillner, Bernd (S; 1974) – Prof. Nagel, Rolf (K; 1993) – Hon. Prof. Steinkamp, Volker (L; 2002) – Priv. Doz.
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Chronik 2004
Eichstätt Gsell, Otto (S; 1978) – Prof. Klöden, Hildegard (S; 1995) – Prof. Kohut, Karl (L; 1982) – Prof. (E) Martin, Jean-Paul (D; 2000) – Prof. Wehle, Winfried (L; 1978) – Prof.
Morales Saravia, José (L; 1998) – Priv. Doz. Steckbauer, Sonja M. (L; 2002) – Priv. Doz.
Erfurt Schoell, Konrad (L; 1995) – Prof. (E) Graeber, Wilhelm (L) – Prof. (V)
Lindemann, Margarete (S) – Prof. (V)
Erlangen Dauses, August (S; 1981) – Prof. Hausmann, Franz Josef (S; 1981) – Prof. Heydenreich, Titus (L; 1977) – Prof. Hudde, Hinrich (L; 1981) – Prof. Lang, Jürgen (S; 1989) – Prof. Schlüter, Gisela (L; 1998) – Prof.
He ymann, Jochen (L; 1994) – Priv. Doz. Lindemann, Margarete (S; 1994) – Priv. Doz. Spiller, Roland (L; 2002) – Priv. Doz. Stauder, Thomas (L; 2003) – Priv. Doz.
Frankfurt a. M. Erfurt, Jürgen (S; 1997) – Prof. Euler, Arno (D; 1972) – Prof. (E) Gar sc ha, Karsten (L; 1972) – Prof. (E) Goebel, Gerhard (L; 1980) – Prof. (E) Ihring, Peter (L; 2003) – Prof. Klein, Horst G. (S; 1972) – Prof. Rütten, Raimund (D; 1974) – Prof. (E) Scharlau, Birgit (S; 1972) – Prof.
Sc hneider, Gerhard (L; 1973) – Prof. (E) Sc hrader, Heide (D; 1999) – Prof. Spiller, Roland (L; 2004) – Prof. Ste gmann, Tilbert Dídac (L; 1981) – Prof. Wild, Gerhard (L; 2001) – Prof. Wolfz ettel, Friedrich (L; 1988) – Prof. Müller, Frank (S; 1987) – Priv. Doz. Rie ger, Angelica (L; 1998) – Priv. Doz.
Freiburg Berg, Walter Bruno (L; 1989) – Prof. Brand, Wolfgang (L; 1985) – Prof. (E) Gauger, Hans-Martin (S; 1970) – Prof. (E) Große, Ernst-Ulrich (S; 1979) – Prof. (E) Hausmann, Frank-Rutger (L; 1992) – Prof. Hess, Rainer (L; 1970) – Prof. † Hina, Horst (L; 1992) – Prof. (E)
Jur t, Joseph (L; 1981) – Prof. Kailuweit, Rolf (L; 2004) – Prof. Kimminich, Eva (L; 1992) – Prof. Miron, Paul (S; 1973) – Prof. (E) Raible, Wolfgang (S; 1975) – Prof. Staub, Hans (L; 1967) – Prof. (E) Einfalt, Michael (L; 1999) – Priv. Doz.
Chronik 2004
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Gießen Berschin, Helmut (S; 1980) – Prof. Caudmont, Jean (S; 1971) – Prof. (E) Floeck, Wilfried (L; 1990) – Prof. Meißner, Franz-Joseph (D; 1996) – Prof.
Prinz, Manfred (D; 1996) – Prof. Rie ger, Dietmar (L; 1975) – Prof. Stenz el, Hartmut (L; 1990) – Prof. Winkelmann, Otto (S; 1993) – Prof.
Göttingen Bihler, Heinrich (L; 1961) – Prof. (E) Düwell, Henning (D; 1980) – Prof. (E) Engelbert, Manfred (L; 1974) – Prof. Funke, Hans-Günter (L; 1993) – Prof. Helfrich, Uta (S; 2000) – Prof. Holtus, Günter (S; 1995) – Prof. Ineichen, Gustav (S; 1975) – Prof. (E) Klenk, Ursula (S; 1991) – Prof. Kreis, Karl-Wilhelm (L; 1995) – Prof. (E)
Mölk, Ulrich (L; 1974) – Prof. Stackelberg, Jürgen von (L; 1964) – Prof. (E) Steland, Dieter (L; 1982) – Prof. (E) Sc höning, Udo (L; 1995) – Prof. Graeber, Wilhelm (L; 2000) – Priv. Doz. Kullmann, Dorothea (L; 1998) – Priv. Doz. Müc ke, Ulrich (K; 2002) – Jun. Prof.
Greifswald Bac h, Reinhard (L; 1996) – Prof. Fuc hs, Volker (S; 1992) – Prof. Ruhe, Doris (L; 1994) – Prof. Thiele, Johannes (S; 1983) – Prof. (E)
Selig, Karl-Ludwig (L; 1996) – Honor. Prof. (E) Klettke, Cornelia (L) – Prof. (V) Störl-Stroy ny, Kerstin (S) – Prof. (V)
Halle-Wittenberg Bremer, Thomas (L; 1995) – Prof. Ludwig , Ralph (S; 1995) – Prof. Röseberg, Dorothee (K; 1997) – Prof. Thoma, Heinz (L; 1993) – Prof.
Wer ner, Edeltraud (S; 1994) – Prof. Leitzke-Ungerer, Eva (D) – Prof. (V) Durand, Béatrice (K; 2003) – Priv. Doz. Pfänder, Stefan (S; 2004) – Priv. Doz.
Hamburg Be yerle, Dieter (L; 1970) – Prof. (E) Föcking, Marc (L; 2003) – Prof. Hottenroth, Priska-Monika (S; 1987) – Prof. (E) Ibañez, Roberto (S; 1975) – Prof. (E) Kr use, Margot (L; 1961) – Prof. (E) Lleó, Conxita (S; 1985) – Prof. Meisel, Jürgen Michael (S; 1980) – Prof. Meyer, Wolfgang Johannes (S; 1985) – Prof.
Me yer-Minnemann, Klaus (L; 1978) – Prof. Neumann, Martin (L; 2000) – Prof. Reic hardt, Dieter (L; 1983) – Prof. (E) Rühl, Klaus (L; 1977) – Prof. (E) Sc hlumbohm, Dietrich (L; 1977) – Prof. (E) Settekorn, Wolfgang (S; 1977) – Prof. Wittschier, Heinz Willi (L; 1977) – Prof. Har neit, Rudolf (L; 1989) – Doz. (E) Lietz, Jutta (L; 1980) – Doz. (E)
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Hannover Eg gs, Ekkehard (S; 1979) – Prof. Hoe ges, Dirk (L; 1986) – Prof.
Hölker, Klaus (S/K; 1999) – Prof. S a n d e r s, Hans (L; 1989) – Prof.
Heidelberg Balding er, Kurt (S; 1957) – Prof. (E) Gewec ke, Frauke (L; 1984) – Prof. Heitmann, Klaus (L; 1971) – Prof. (E) Lüdtke, Jens (S; 1994) – Prof. Möhren, Frankwalt (S; 1993) – Prof. Müller, Bodo (S; 1964) – Prof. (E) Poppenberg, Gerhard (L; 2002) – Prof. Radtke, Edgar (S; 1989) – Prof. Rothe, Arnold (L; 1970) – Prof. (E)
Schwake, Helmut Peter (S; 1981) – Prof. (E) Weiand, Christof (L; 2000) – Prof. Heiler, Susanne (L; 1998) – Priv. Doz. Weidenbusch, Waltraud (S; 1999) – Priv. Doz. Wilhelm, Raymund (S; 2000) – Priv. Doz.
Institut für Übersetzen und Dolmetschen Heidelberg Albrecht, Jörn (S; 1991) – Prof. (E) Cartagena, Nelson (S; 1980) – Prof. (E) Rovere, Giovanni (S; 1984) – Prof. Ver meer, Hans Josef (S; 1983) – Prof. (E)
Sc häf er-Prieß, Barbara (S) – Prof. (V) Weidenbusch, Waltraud (S) – Prof. (V) Asc henberg, Heidi (S; 1996) – Priv. Doz.
Hildesheim Arntz, Reiner (S; 1980) – Prof.
Sabban, Annette (S; 1995) – Prof.
Jena Bor n, Joachim (S; 2004) – Prof. Dahmen, Wolfgang (S; 1995) – Prof. Grimm, Reinhold R. (L; 1995) – Prof. Schlösser, Rainer (S; 2003) – Prof.
Se g er mann, Krista (D; 1996) – Prof. Wentzlaff-Eggebert, Harald (L; 1995) – Prof. Pöppel, Hubert (L) – Prof. (V)
Kassel De Florio-Hansen, Inez (D; 1996) – Prof. Gelz, Andreas (L; 2004) – Prof. Höhne, Roland (K; 1981) – Prof. (E)
Raupach, Manfred (S; 1973) – Prof. San Miguel, Angel (L; 1989) – Prof. Sc hwaderer, Richard (L; 1990) – Prof. Sic k, Franziska (L; 2000) – Prof.
Kiel Blüher, Karl Alfred (L; 1970) – Prof. (E) Gómez-Montero, Javier (L; 2001) – Prof. Hoinkes, Ulrich (S; 2001) – Prof. Kapp, Volker (L; 1992) – Prof.
Lüdtke, Helmut (S; 1976) – Prof. (E) T hun, Harald (S; 1993) – Prof. Boller, Fred (S; 2003) – Priv. Doz. Sc holl, Dorothea (L; 2000) – Priv. Doz.
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Köln Ar mbruster, Claudius (L; 1998) – Prof. Barbón Rodríguez, José Antonio (S; 1980) – Prof. (E) Blumenthal, Peter (S; 1998) – Prof. Bork, Hans Dieter (S; 1970) – Prof. (E) Feldmann, Helmut (L; 1970) – Prof. (E) Greive, Artur (S; 1970) – Prof. (E) Heller-Goldenberg, Lucette (L; 2001) – Prof. (E) Jacob, Daniel (S; 2001) – Prof. Kablitz, Andreas (L; 1994) – Prof. König, Bernhard (L; 1984) – Prof. (E) Niemeyer, Katharina (L; 2002) – Prof.
Nitsch, Wolfram (L; 2000) – Prof. Roellenbleck, Georg (L; 1974) – Prof. (E) Talo s¸ , Ion (L; 1993) – Prof. (E) Wentzlaff-Eggebert, Christian (L; 1982) – Prof. (E) Wesc h, Andreas (S; 2001) – Prof. Zaiser, Rainer (L; 1999) – Prof. Mehltretter, Florian (L) – Prof. (V) Bur r, Isolde (S; 1996) – Priv. Doz. Cor nelissen, Ralf (S; 1983) – Priv. Doz. Straeter, Thomas (L; 1998) – Priv. Doz. Werle, Peter (L; 2003) – Priv. Doz. Wogatzke, Gudrun (L; 2003) – Priv. Doz.
Konstanz Joan i Tous, Pere (L; 1997) – Prof. Kaiser, Georg (S; 2000) – Prof. Kuhn, Barbara (L; 2004) – Prof. Luzio, Aldo di (S; 1976) – Prof. (E)
Picard, Hans Rudolf (L; 1976) – Prof. (E) Sc hwarz e, Christoph (S; 1975) – Prof. (E) Stierle, Karlheinz (L; 1988) – Prof. (E) Meinschaefer, Judith (S; 2004) – Priv. Doz.
Leipzig Bochmann, Klaus (S; 1993) – Prof. Gärtner, Eberhard (S; 1994) – Prof.
Toro, Alfonso de (L; 1993) – Prof.
Mainz Andrianne, René (L; 1967) – Prof. (E) Geisler, Eberhard (L; 1995) – Prof. Janik, Dieter (L; 1975) – Prof. Le y, Klaus (L; 1990) – Prof.
Por ra, Véronique (L; 2002) – Prof. Staib, Bruno (S; 1998) – Prof. Wehr, Barbara (S; 1992) – Prof.
Mainz-Germersheim Gipper, Andreas (L; 2003) – Prof. Klengel, Susanne (L; 2004) – Prof. Perl, Matthias (S; 1992) – Prof.
Pör tl, Klaus (L; 1978) – Prof. (E) Sc hunck, Peter (L; 1972) – Prof. (E)
Mannheim Baasner, Frank (L; 1995) – Prof. (B) Bierbach, Christine (S; 1996) – Prof. Grivel, Charles (L; 1981) – Prof. (E) Klinkert, Thomas (L; 2003) – Prof. Kloepfer, Rolf (L; 1971) – Prof. Müller-Lancé, Johannes (S; 2002) – Prof.
Rohr, Rupprecht (L; 1965) – Prof. (E) Birken-Silver man, Gabriele (S; 1997) – Priv. Doz. Müller, Andreas (S; 2002) – Priv. Doz. Müller, Frank (S; 2001) – Priv. Doz. Ochsner, Beate (L; 2002) – Priv. Doz.
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Marburg Beck-Busse, Gabriele (S; 2004) – Prof. Guthmüller, Bodo (L; 1972) – Prof. (E) Hof er, Hermann (L; 1975) – Prof. (E) Jä n i c ke, Otto (S; 1977) – Prof. (E) Lope, Hans-Joachim (L; 1974) – Prof. (E)
Marek, Heidi (L; 2002) – Prof. Stiller s, Rainer (L; 2003) – Prof. Winter, Ulrich (L; 2004) – Prof. Woll, Dieter (S; 1982) – Prof. (E) Zollna, Isabel (S; 1999) – Prof.
München Detges, Ulrich (S; 2003) – Prof. Krefeld, Thomas (S; 1995) – Prof. Oesterreicher, Wulf (S; 1991) – Prof. Regn, Gerhard (L; 1996) – Prof. Rössner, Michael (L; 1991) – Prof. Stempel, Wolf-Dieter (S; 1985) – Prof. (E) Teuber, Bernhard (L; 2000) – Prof. Vinken, Barbara (L; 2004) – Prof.
War ning, Rainer (L; 1972) – Prof. (E) Weic h, Horst (L; 1996) – Prof. Lindner, Hermann (L; 1986) – Priv. Doz. Sc häf er-Prieß, Barbara (S; 1996) – Priv. Doz. (B) E n d r u s c h at , Annette (S; 2004) – Priv. Doz. (V) Wehr, Christian (L; 2002) – Priv. Doz.
Münster Babilas, Wolfgang (L; 1971) – Prof. (E) Bier mann, Karlheinrich (L; 1982) – Prof. (E) Coenen-Mennemeier, Brigitta (L; 1961) – Prof. (E) Dietrich, Wolf (S; 1973) – Prof. Grimm, Jürgen (L; 1974) – Prof. (E) Lentz en, Manfred (L; 1974) – Prof.
Mettmann, Walter (L; 1962) – Prof. (E) M i e t h i n g , Christoph (L; 1982) – Prof. Noll, Volker (S; 2002) – Prof. Prill, Ulrich (L; 2002) – Prof. Strosetzki, Christoph (L; 1991) – Prof. Veldre, Georgia (S; 2002) – Prof. Westerwelle, Karin (L; 2002) – Prof. Sonntag, Eric (S; 2000) – Univ. Doz.
Osnabrück Asholt, Wolfgang (L; 1985) – Prof. Grewe, Andrea (L; 1999) – Prof. Klein, Wolfgang (K; 2000) – Prof. Knapp, Lothar (L; 1975) – Prof. (E) Meisenburg, Trudel (S; 1999) – Prof.
Sc hwischay, Berndt (S; 1976) – Prof. Big alke, Rainer (S; 1996) – Priv. Doz. Klein, Judith (L; 1991) – Priv. Doz. Roth, Wolfgang (S; 1981) – Priv. Doz.
Paderborn Arens, Arnold (L; 1987) – Prof. Galster, Ingrid (L/K; 2000) – Prof.
Langenbacher-Liebgott, Jutta (S; 1992) – Prof. T homas, Johannes (L/K; 1975) – Prof.
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Passau Dir sc herl, Klaus (L/K; 1982) – Prof. Hinz, Manfred (L/K; 1995) – Prof.
Walter, Klaus-Peter (L/K; 1996) – Prof. Jungbluth, Konstanze (S) – Prof. (V)
Potsdam Ette, Ottmar (L; 1996) – Prof. Har th, Helene (L; 1993) – Prof. Haßler, Gerda (S; 1993) – Prof.
Sändig, Brigitte (L; 1997) – Prof. Stehl, Thomas (S; 1998) – Prof.
Regensburg Ernst, Gerhard (S; 1976) – Prof. (E) Hösle, Johannes (L; 1968) – Prof. (E) Mec ke, Jochen (L; 1996) – Prof. Neumann-Holzsc huh, Ingrid (S; 1995) – Prof.
Pollmann, Leo (L; 1978) – Prof. (E) Selig, Maria (S; 2003) – Prof. Stein, Peter (S; 1990) – Prof. (B) Wetz el, Hermann H. (L; 1994) – Prof.
Rostock Pagni, Andrea (L/D; 2000) – Prof. Schlumbohm, Christa (L; 1995) – Prof.
Sc hmidt-Radefeldt, Jürgen (S; 1993) – Prof. (E) Windisch, Rudolf (S; 1995) – Prof.
Saarbrücken Albert, Mechthild (L; 2000) – Prof. Bem, Jeanne (L; 1999) – Prof. Bray, Bernard (L; 1970) – Prof. (E) Dethloff, Uwe (L; 1993) – Prof. Gil, Alberto (S; 1998) – Prof. Kleinert, Susanne (L; 1995) – Prof. Lüsebrink, Hans-Jürgen (K/L; 1993) Prof. Neuschäfer, Hans-Jörg (L; 1966) – Prof. (E)
Oster-Stierle, Patricia (L; 2003) – Prof. Pfister, Max (S; 1974) – Prof. (E) Raasch, Albert (S; 1973) – Prof. (E) Sc heel, Hans Ludwig (L; 1963) – Prof. (E) Sc hweic kard, Wolfgang (S; 2001) – Prof. Bauer-Funke, Cerstin (L; 2003) – Priv. Doz.
Siegen Drost, Wolfgang (L; 1969) – Prof. (E) Forner, Werner (S; 1988) – Prof. Hülk-Althoff, Walburga (L; 1996) – Prof. Klein, Franz-Josef (S; 1999) – Prof. Kroll, Renate (L; 1996) – Prof.
Reinhardt, Hans (S; 1981) – Prof. (E) Roloff, Volker (L; 1993) – Prof. Schumann, Adelheid (D/K; 2002) – Prof.
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Chronik 2004
Stuttgart Kr üger, Reinhard (L; 2002) – Prof. Maag, Georg (L; 1989) – Prof.
Sc hröder, Gerhart (L; 1974) – Prof. (E) Stein, Achim (S; 2000) – Prof.
Trier Bender, Karl-Heinz (L; 1971) – Prof. Gruber, Jörn (L; 1984) – Prof. (E) Herr mann, Michael (S; 1991) – Prof. (E) Hölz, Karl (L; 1978) – Prof. Köhler, Hartmut (L; 1997) – Prof.
Kramer, Johannes (S; 1996) – Prof. Kremer, Dieter (S; 1976) – Prof. Niederehe, Hans-Josef (S; 1974) – Prof. T horau, Henry (L; 1996) – Prof.
Tübingen Hempel, Wido (L; 1975) – Prof. (E) Kabatek, Johannes (S; 2004) – Prof. Kloocke, Kurt (L; 1987) – Prof. (E) Koc h, Peter (S; 1996) – Prof. Leiner, Wolfgang (L; 1975) – Prof. (E) Matzat, Wolfgang (L; 2002) – Prof. Moog-Grünewald, Maria (L; 1992) – Prof.
Oro z Ariz curen, Francisco J. (S; 1989) – Prof. (E) Penz enstadler, Franz (L; 1994) – Prof. Münchberg, Katharina (L; 2003) – Priv. Doz. Waltereit, Richard (S; 2002) – Priv. Doz. Wasmuth, Axel (L; 1988) – Priv. Doz.
Würzburg Berchem, Theodor (S; 1967) – Prof. (E) Greiner, Thorsten (D/L; 1993) – Prof. Junker, Albert (L; 1958) – Prof. (E) Kreutz er, Winfried (L; 1980) – Prof. Laitenberger, Hugo (L; 1967) – Prof. (E)
Penzkofer, Gerhard (L; 2000) – Prof. Reic henberger, Kurt (L; 1982) – Prof. (E) Ruhe, Ernstpeter (L; 1972) – Prof. P ö t t e r s, Wilhelm (S) – Prof. (V)
Wuppertal Baumann, Hans-Heinrich (S; 1972) – Prof. (E) Link-Heer, Ursula (L; 2003) – Prof. Müller, Natascha (S; 2004) – Prof.
Pinkernell, Gert (L; 1976) – Prof. (E) Ric hards, Earl Jeffrey (L; 1995) – Prof. Sc herfer, Peter (S; 1981) – Prof.
Österreich Graz Ertel, Klaus-Dieter (L; 2003) – Prof. Helmich, Werner (L; 1992) – Prof. Hummel, Martin (S; 2002) – Prof. Lichem, Klaus (S; 1975) – Prof. (E) Simon, Hans Joachim (S; 1968) – Prof. (E)
Himmelsbac h, Siegbert (L; 2003) – a. o. Prof. Knaller, Susanne (L; 2002) – a.o. Prof. Pf eiff er, Erna (L; 2003) – a. o. Prof. Bachleitner-Held, Gudrun (S) – Prof. (V)
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Innsbruck Braselmann, Petra (S; 1996) – Prof. Iliescu, Maria (S; 1983) – Honor. Prof. Krömer, Wolfram (L; 1970) – Prof. (E) Danler, Paul (S; 2003) – Doz. Lavric´ , Eva (S; 2003) – Prof. Kuhn, Julia (S; 2003) – Doz. Moser, Ursula (L; 1991) – Prof. Mer tz-Baumgartner, Birgit (L; 2003) – Müller, Hans-Joachim (L; 1982) – Prof. (E) Doz. Plangg, Guntram (S; 1972) – Prof. (E) Videsott, Paul (S; 2004) – Doz. Siller-Runggaldier, Heidi (S; 1995) – Prof.
Klagenfurt Mair, Walter (S; 1997) – Prof. Meter, Helmut (L; 1992) – Prof. Sallager, Edgar (L; 1997) – Prof.
Ver nay, Henri (S; 1973) – Prof. (E) Wandruszka, Ulrich (S; 1987) – Prof.
Salzburg Baehr, Rudolf (L; 1964) – Prof. (E) Goebl, Hans (S; 1982) – Prof. Kuon, Peter (L; 1995) – Prof. Laf erl, Christopher (L; 2004) – Prof. Messner, Dieter (S; 1981) – Prof. Wandruszka, Mario (S; 1971) – Prof. (E) † Winklehner, Brigitte (L; 1982) – Prof. Acker mann, Kathrin (L; 2003) – Univ. Doz.
Bauer, Roland (S; 2004) – Univ. Doz. Blaikner-Hohenwart, Gabriele (S; 2000) – Univ. Doz. Held, Gudrun (S; 1993) – Univ. Doz. Pög l, Johann (L; 1995) – Univ. Doz. Pöll, Bernhard (S; 2004) – Univ. Doz. Reisinger, Roman (L; 1996) – Univ. Doz.
Wien Hassauer, Friederike (L; 1991) – Prof. Hinterhäuser, Hans (L; 1972) – Prof. (E) Kanduth, Erika (L; 1976) – Prof. (E) Kir sc h, Fritz Peter (L; 1977) – Prof. (E) Kremnitz, Georg (S; 1986) – Prof. Metz eltin, Michael (S; 1989) – Prof. Schjerve-Rindler, Rosita (S; 1992) – Prof. Wagner, Birgit (L; 1998) – Prof. Borek, Johanna (L; 1999) – a. o. Prof.
Cic hon, Peter (S; 1996) – a. o. Prof. Hager, Emanuela (L; 1990) – a. o. Prof. Noe, Alfred (L; 1988) – a. o. Prof. Tanzmeister, Robert (S; 2002) – a. o. Prof. Kratsc hmer, Alexandra (S; 2004) – Priv. Doz. Lunz er, Renate (L; 2000) – Priv. Doz. Rössner, Michael (L; 1987) – Priv. Doz.
Wirtschaftsuniversität Wien Rainer, Franz (S; 1993) – Prof. Sc hif ko, Peter (S; 1981) – Prof. (E)
Ste gu, Martin (S; 2001) – Prof.
Romanistische Habilitationsschriften und Dissertationen Im Jahre 2004 angenommene Habilitationsschriften Bauer, Roland (Salzburg) – Dialektometrische Analyse des Sprachatlasses der dolomitenladinischen und angrenzender Dialekte (ALD-I). Gilzmer, Mechthild (Stuttgart) – Denkmäler der Medien als nationale Erinnerungskultur in Frankreich seit 1944. Hartwig, Susanne (Gießen) – Chaos und System. Interferenzen als Zugang zum spanischen Gegenwartstheater. Heintz e, Michael (Gießen) – Francia La Noblecida. Rezeption und Funktion französischer Epenstoffe im Romancero des Goldenen Zeitalters. Heymann, Brigitte (Berlin) – Coppet um 1800. Imagination, Fiktion und Selbstkultur. Mme de Staël, Benjamin Constant, Charles-Victor de Bonstetten. Keilhauer, Annette (Berlin) – Frauenrechtsdiskurs und Literatur zwischen nationalen Traditionen und transnationalen Begegnungen: Französisch-italienische Verflechtungen 1870–1890. Kratschmer, Alexandra (Wien) – Erklärungsstrategien, semantische Felder und Makrostrukturen. Eine Fallstudie zur semantischen Architektur von explikativen Texten. Meinschaefer, Judith (Konstanz) – Deverbale Nominalisierungen im Französischen und Spanischen. Eine Untersuchung der Schnittstelle von Morphologie, Syntax und Semantik. Pfänder, Stefan (Halle-Wittenberg) – Zur Syntax und Pragmatik konzessiver Konstruktionen in drei romanischen Sprachen. Pöll, Bernhard (Salzburg) – Le français langue pluricentrique? Etudes sur la variation diatopique d’une langue standard. Polzin-Haumann, Claudia (Bonn) – Untersuchungen zur Sprachreflexion und zum Sprachbewußtsein in Spanien im 18. Jahrhundert. Schmidt-Riese, Roland (München) – Reducere ad artem. Zur Transformation grammatischer Kategorien am Diskursort Mission. Spanische, portugiesische und französische Amerindia (1547–1700). Schneider, Ulrike (Berlin) – Der weibliche Petrarkismus im Cinquecento. Studien zu Vittoria Colonna und Gaspara Stampa. Timm, Christian (Leipzig) – Die wissenschaftsgeschichtlichen Quellen des spanischen Funktionalismus nach Emilio Alarcos Llorach unter besonderer Berücksichtigung von Glossematik und Dependenzgrammatik. Trojan, Andreas (Osnabrück) – Praxis, Anspruch, Theorie. Eine komparatistische Studie zur deutschsprachigen und französischen Avantgardeliteratur nach 1945. Videsott, Paul (Innsbruck) – Padania scriptologica. Skriptologische und skriptometrische Untersuchungen zu altnorditalienischen Texten von den Anfängen bis 1525.
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Im Jahre 2004 angenommene Dissertationen Deutschland Augsburg Reutner, Ursula – Sprache und Identität einer postkolonialen Gesellschaft im Zeitalter der Globalisierung.
Bayreuth Koné, Mamadou – La Savane rouge de Fily Dabo Sissoko: Textes et contextes. Mulumba, Joséphine – Lieux de la vie, envers de la liberté, lieux carcéraux: les lieux de mémoire dans le Pacte de sang de Pius Ngandu Nkashama.
Freie Universität Berlin Tintemann, Ute – Grammatikvermittlung und Sprachreflexion: Karl Philipp Moritz’ Italiänische Sprachlehre für die Deutschen. Zeiner, Monika – Der Blick der Liebenden und das Auge des Geistes. Die Bedeutung der Melancholie für den Diskurswandel in der Scuola Siciliana und im Dolce Stil Nuovo.
Humboldt-Universität Berlin Goumegou, Susanne – Traum, Traumtext, Traumdiskurs. Entstehung und Entwicklung des surrealistischen récit de rêve unter Berücksichtigung der psychologischen und literarischen Diskurse über den Traum und seine Fixierung von der Mitte des 19. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts (Nerval, Breton, Leiris). Kamecke, Gernot – Die Orte des kreolischen Autors. Beiträge zu einer Hermeneutik postkolonialer Literatur am Beispiel der Identitätsfiktionen von Patrick Chamoiseau. Renf er t, Christof – René Chars tragische Lyrik.
Bochum Bec ker, Monika – Die Loi relative à l’emploi de la langue française vom 4. 8. 1994. Anspruch und Wirklichkeit französischer Sprachpolitik und Sprachgesetzgebung. Quinquis, Stella – Die literarisch konstruierte Mündlichkeit in Les Frustrés von Claire Bretécher. Zwink, Christian – Imagination und Repräsentation. Die theoretische Formierung der Historiographie im späten siebzehnten und frühen achtzehnten Jahrhundert.
Bonn Elg er t, Ingrid Christel – Interdependenz von Sachnorm und Wortgebildetheit. Eine kontrastive Untersuchung zur Terminologie der Neokeynesianischen Theorie. Fritz, Jochen – Autobiographisches Schreiben bei Augustinus, Rousseau und Proust. Visser, Judith – Markierte sprachliche Zeichen. Wortbildung als Mittel der Persuasion in Texten der französischen „extrême droite“.
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Düsseldorf Burdy, Philipp – Untersuchungen zu lateinisch au und seinen romanischen Nachfolgern. Maiwor m, Susanne – Zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Eine linguistische Analyse französischsprachiger Chats. Stemmler, Susanne – Topographien des Blicks. Eine Phänomenologie literarischer Orientalismen des 19. Jahrhunderts in Frankreich.
Duisburg-Essen Pasc h, Sandra – Intermediale Aspekte der Picasso-Rezeption in der spanischen und hispanoamerikanischen Lyrik des 20. Jahrhunderts. Rentel, Nadine – Bild und Sprache in der Werbung: Die formale und inhaltliche Konnexion von verbalem und visuellem Teiltext in der französischen Anzeigenwerbung der Gegenwart.
Eichstätt Frantz en, Peter – Die strategische Sprachwahl. Sprachwechsel unter bilingualen Puertoricanern in Denver/Colorado.
Erfurt König, Alexandra – „Fureur de vivre – Retour à l’ordre“: Französische Romanschriftstellerinnen der dreißiger Jahre und die Rede von der littérature féminine in einem politisierten Jahrzehnt.
Frankfurt Bachmann, Iris – Die Sprachwerdung des Kreolischen. Eine diskursanalytische Untersuchung am Beispiel des Papiamentu. Seiler-Dietric h, Almut – „Les Calepins bleus“. Die Tagebücher des madagassischen Dichters Jean-Joseph Rabearivelo (1901?–1937).
Freiburg Benger, Claus-Bernhard – Von der Blechtrommel bis Ein weites Feld: Günter Grass’ Prosastil und die Probleme seiner Übertragung ins Französische. Gröne, Maximilian – „Maladie ès lettres“. Krankheitsdarstellungen bei Camus, Giono, Beauvoir, Cardinal und Guibert. Schlachter, Birgit – „Comment représenter cette absence“. Schreibweisen der Abwesenheit nach der Shoah.
Gießen Bär, Marcus – Empirische Untersuchungen zu interkomprehensiv basiertem Unterricht romanischer Sprachen.
Halle-Wittenberg Reichel, Kristin – „L’uomo completo“. Anthropologie und Gesellschaft in Poetik und Praxis von Italo Calvino.
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Hamburg Bonnesen, Matthias – Der Erwerb der linken Satzperipherie bei Französisch-Deutsch bilingual aufwachsenden Kindern. Breyhan, Halka – Der Zufall und das Spiel der Worte im Erzählwerk Tommaso Landolfis. Garl, Daniela – Konfliktdiskurse: Untersuchungen zu Jagdkonflikten in deutschen und französischen Printmedien. Möhring, Anja – Erst- und Zweitsprachenerwerb im Vergleich (Französisch und Deutsch): Der Erwerb der Wortstellung bei bilingualen Kindern und erwachsenen Lernern.
Hannover Bowinkelmann, Pia – Schattenwelt. Die Darstellung der Vernichtung der Juden in fünf französischen Dokumentarfilmen. Bürgel, Christoph – Verallgemeinerungen in Sprache und in Texten: Generalisierung, Globalisierung, Konzeptualisierung. Buß, Maike – Intellektuelles Selbstverständnis und Totalitarismus: Denis de Rougemont und Max Rychner – zwei Europäer der Zwischenkriegszeit. Frege Gilber t, Elisabeth – Luigi Alamanni: Politik und Poesie. Lindwedel, Martin – Alain Robbe-Grillets intermediale Ästhetik des Bildes. Martinelli, Luisa – Racconti italiani contemporanei. Analisi testuale e applicazione didattica.
Heidelberg Albesano, Silvia – Consolatio Philosophiae Volgare. Uno studio comparativo di quattro versioni trecentesche. Brüske, Anne-Kathrin – Weibliche Subjektivität in der Krise: Laclos’ Liaisons dangereuses. Edinger, Stephan – Interplanetarische Reisen in der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Schauwecker, Yela – Die Diätetik nach dem Secretum Secretorum in der altfranzösischen Version des Jofroi de Waterford. Teiledition und lexikalische Untersuchung.
Jena Osdrowski, Beatrice – Die Brüder Schlegel und die ‚romantische‘ Dramatik. Ein typologischer Vergleich von Theorie und Praxis des ‚romantischen‘ Dramas in Deutschland und Spanien.
Kassel Reimann, Daniel – „Osservare il silenzio“. Poetik der Archäologie und Minimalismus in der italienischen Erzählliteratur der achtziger und neunziger Jahre.
Kiel La Motte, Annette de – Au-delà du mot: une ‚écriture du silence‘ dans la littérature française au vingtième siècle.
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Konstanz Nec ker, Heike – Modifizierende Suffixe und Adjektive im Italienischen. Uz canga Meinec ke, Francisco – Sátira en la ilustración española. Análisis de la publicación El Censor (1781–1787).
Mainz Beyer, Friderike – Kulturexpansion. Französische Kolonialismusliteratur zwischen 1870 und 1914.
Mainz-Germersheim Marín, Araceli – Zur Rezeption der Novelle Rinconete y Cortadillo von Miguel de Cervantes im deutschsprachigen Raum. Lo Scr udato, Vito – L’ultimo brigante. Nel latifondo siciliano tra ’800 e ’900. Wiesmann, Eva – Rechtsübersetzung und Hilfsmittel zur Translation. Wissenschaftliche Grundlagen und computergestützte Umsetzung eines lexikographischen Konzepts.
Marburg Didier, Nadine – Die mythologischen Dramen von José de Cañizares (1676–1750). Eilers, Vera – Lexikalische und syntaktische Wiederholungsstrukturen als Problem der literarischen Übersetzung aus dem Französischen und Spanischen ins Deutsche. Matsc hke, Nicola – Zeitgenössische französische Bibelübersetzungen: textlinguistische und stilistische Übersetzungsprobleme.
München Euf e, Rembert – Merkantile maritime Expansion und sprachliche Überdachung. Das Venezianische aus ausbaukomparatistischer Sicht. Hafner, Jochen – Ferdinand Brunot und die nationalphilologische Tradition der Sprachgeschichtsschreibung in Frankreich. Hilker, Annette – Karnevalisierung als Medium der Aufklärung – Fontenelle, Fénelon, Voltaire, Diderot. Hofmeister, Alexandra –Entwürfe des Authentischen. Erkundungen zur Opposition zwischen der Kunst und dem Leben in Guido Gozzanos I Colloqui. López Serena, Araceli – El español coloquial en la narrativa literaria. Entre lo oral y lo escrito. Stöber, Thomas – Körper, Sprache, Tod. Vitalistische Energetik und literarische Transgression im französischen Realismus – Naturalismus. Vo l t m e r, Leonhard – Werkzeuge für Rechtsdatenbanken. Über computerlinguistische Verfahren zur Untersuchung, Speicherung und Kommunikation rechtlichen Wissens.
Münster Malina, Barbara – Das Nouveau Théâtre Boris Vians. Timmer mann, Jörg – Lexematische Wortfeldforschung einzelsprachlich und kontrastiv. Das Wortfeld ‚Gewässer‘ im Französischen, Deutschen, Englischen und Spanischen.
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Potsdam Katelhön, Peggy – Das fremde Wort im Gespräch. Rededarstellung und Redewiedergabe in italienischen und deutschen Gesprächen. Seydel, Ute – Narrar historia(s): la ficcionalización de temas históricos por las escritoras mexicanas Elena Garro, Rosa Beltrán y Carmen Boullosa. Thiemann, Susanne – Auf der Suche nach dem glücklichen Leben. Luisa Sigea (1522– 1560) und ihr Duarum virginum colloquium de vita aulica et privata (1552).
Saarbrücken Adomeit, Sandra – Modernekritik als Innovation oder Regression? Der französische Surrealismus und seine Spätformen. Bisanti, Tatiana – L’opera plurilingue di Amelia Rosselli: un „distorto, inesperto, espertissimo linguaggio“. Ellmer, Gabi – Die Stadt in der Lyrik Hugos: Mythos und Moderne. Hellmund, Saskia – Grenzüberschreitende Kulturvermittlung in Theatern der deutschfranzösischen Grenzregion. Henschel, Christine – Italienische und französische Reiseberichte des 16. Jahrhunderts und ihre Übersetzungen. Über ein vernachlässigtes Kapitel der europäischen Übersetzungsgeschichte. Marrapodi, Giorgio – Teoria e prassi dei sistemi onimici popolari: la comunità orbasca (appennino ligure centrale) e i suoi nomi propri. Nar r, Sabine – Die Legende als Kunstform. Reichmann, Tinka – Satzspaltung und Informationsstruktur im Portugiesischen und im Deutschen. Ein Beitrag zur kontrastiven Linguistik und Übersetzungswissenschaft. Sauerwein, Fadia – Dolmetschen bei polizeilichen Vernehmungen und grenzpolizeilichen Einreisebefragungen. Eine explorative translationswissenschaftliche Untersuchung zum Community Interpreting. Weber, Frank – Zur Funktion religiöser Bildlichkeit im Werk Le Clézios.
Trier Beckmann, Kirsten – Inszenierter Skandal als Apologie? Die Memoiren der Hortense und Marie Mancini. Turck, Christian – Medizin und Psychologie in zwei Werken Emile Zolas: Son Excellence Eugène Rougon und Le Rêve.
Tübingen Mihatsch, Wiltrud – Kognitive Grundlagen lexikalischer Hierarchien untersucht am Beispiel des Französischen und Spanischen. Wig ger, Lars-Georg – Die Entwicklungsgeschichte der romanischen Vergangenheitstempora am Beispiel des Pretérito Perfeito Composto im Portugiesischen.
Würzburg Maier, Winfried – Das „Spanienproblem“ und die „Zwei Spanien“ bei Miguel Delibes.
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Österreich Innsbruck Klenk, Renate – Chanson und neue Medien. Ein CD-Rom Didaktik-Projekt.
Salzburg Berger, Claudia – Beschimpfte Geschlechter. Eine geschlechterlinguistische und malediktologische Betrachtung der Lexik und Pragmatik im europäischen Vergleich. Großbritannien – Italien – Österreich. Haslacher, Gabriele M. – Mia Couto. Ein luso-afrikanischer Autor der Gegenwart. Klassen, Helga – Komparatistischer Querschnitt durch das 19. Jahrhundert am Beispiel von Madame Bovary und La Regenta. Schatzmann, Martin – Amor versus Eros. Reflexiones acerca del erotismo en la poesía de los Cancioneros en el Siglo XVI. Schreiböck, Stefan – The Discourse of Advertising as a Complex Social Semiological System. A Case Study of the International VW Polo Campaign. Schulte, Ulrike, Dominanz und Rekurrenz des autobiographischen Diskurses im Werk von Dacia Maraini. Ste ger, Brigitta – Die Literatur der italienischen Resistenza. Die literarische Verarbeitung des bewaffneten Widerstands in Italien unter Berücksichtigung der Erinnerungsliteratur. Thalmair, Franz R. – Zum Produktdesign zeitgenössischer Publikumszeitschriften am Beispiel des Pariser Nova-Magazine. Eine textlinguistisch-semiotische Untersuchung.
Wien Böc k, Elisabeth – Französisch-frankoprovenzalischer Sprachkontakt in der Westschweiz. Lobner, Michaela – Brüsseler Melange der Sprachen. Eine kontaktlinguistische Bestandsaufnahme österreichischer EU-Bediensteter im Spannungsfeld Deutsch – Französisch – Englisch. Mac hor, Hannes – Die Promessi sposi als Modell einer exemplarischen Konfrontation der italienischen Romanliteratur mit der Adelsfrage. Martinek, Claudia – Les identités de genre dans la littérature camerounaise et française contemporaine: Images du „Soi“, images de l’„Autre“. Meidl, Martina – Semiótica, metafísica y misticismo en Octavio Paz. Una lectura de Arbol adentro. Müller, Birgit – Eine Weltsprache zwischen Tradition und Innovation. Aktuelle Tendenzen französischer Sprachenpolitik in der Welt unter besonderer Berücksichtigung der Umsetzung in Österreich. Rauer, Monika Maria – Interkulturelle Aspekte des Schaffens von Albert Camus: der Spanienbezug.
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Im Jahre 2004 in Arbeit befindliche Habilitationsschriften * Deutschland Bayreuth Zum Französischen in Afrika.
Freie Universität Berlin Die Entwicklung der freien Sprechfertigkeit im frühen Französischunterricht (ab Klasse 3).
Humboldt-Universität Berlin Literatur und Philosophie im Werk von Gilles Deleuze.
Bochum Auf- und Ausbau des Fachwortschatzes im Spätmittelalter. Diagenerationelle Variation. Sprachprofile älterer Sprecher des Französischen. Inszenierungen eingeschlossener Weiblichkeit in französischen Erzähltexten des 18. Jahrhunderts. Buchhaltung. Schrift und Geld bei Italo Svevo. Die Mensch-Tier-Maschine. Mischwesen im französischen und italienischen Roman der Gegenwart.
Bonn Entwicklungstendenzen und Stratigraphie des mexikanischen Spanisch.
Düsseldorf Das Französische im Maghreb. Spanienbilder in der französischen Literatur. Metaerzählen bei Javier Marías. Religiosität im Gesamtwerk Assia Djébars. Unterwegs auf der Suche nach Erlösung. Orient-Okzident-Dichotomien und Intermedialität in Christian Krachts 1979 und Niccolò Ammanitis Branchie. Politischer Beitrag aktueller Migrationsliteratur in Europa.
Göttingen Sprache(n) und Musik. Das Italienische als Opernsprache im Diskurs des 17. und 18. Jahrhunderts.
*
Themen, die bereits im 53. oder 54. Band des RJb. als in den Jahren 2002/2003 in Arbeit befindlich verzeichnet worden sind, werden nicht noch einmal aufgeführt. Wortlaut und Gestaltung der Eintragung entsprechen der Form, in der die Themen gemeldet worden sind.
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Halle-Wittenberg Der multiple Pakt. Die Ehe zwischen Kategorialität und Sozialgeschichte in der italienischen Literatur des 19. Jahrhunderts.
Hamburg Pronominalisierung bei Infinitivkomplementen im Alt- und frühen Mittelfranzösischen im Vergleich zum Altitalienischen.
Hannover Diskursdeixis im Französischen. Eine korpusbasierte Studie.
Kiel Die Wahrheit der Bücher: Identität und Erkenntnis in Cervantes’ Don Quijote. Nordatlantische Topographien im Spiegel der Literatur. Strategien nationaler Selbstfindung und narrativer Selbsterfindung in der Bretagne und in Galicien seit dem 19. Jahrhundert.
Köln Spiegel, Bilder, Texte. Strukturen des Visuellen in der spanischen Lyrik des Petrarkismus.
Konstanz Viele Welten. Jorge Luis Borges’ Fiktionen und die Quantentheorie. Intertextualität und kultureller Austausch. Das Werk Fedor Dostoevskijs und seine Beziehungen zu Frankreich und Spanien.
Leipzig Kulturelle Konstruktionen der Andersheit in Texten portugiesischer Entdecker des 15. und 16. Jahrhunderts. Perspektiven der Andersheit: Hybridisierungsdiskurse bei Gregório de Matos und Machado de Assis. Repräsentationsformen der cubanidad in der Populärmusik des 20. und 21. Jahrhunderts in und außerhalb Kubas.
Mainz Trajectoires du changement linguistique. Zum Phänomen der Grammatikalisierung im Französischen.
München Kartographie und Text um 1600. Deskription, Narration und Fiktion von den ersten Entdeckungsfahrten bis zu Miguel de Cervantes und Carlos de Sigüenza y Góngora. Schematologien. Studien zu Literatur und Sprache jenseits der Symbolisierung.
Osnabrück Fokus im Spannungsfeld zwischen Syntax und Phonologie. Eine Studie zum Spanischen.
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Passau Kognitive Universalien bei der Entwicklung der verba dicendi.
Saarbrücken Literarische Schriften und Berichte spanischer Südamerikareisender im 18. Jahrhundert. Gattungsformen, Alteritätserfahrungen, Wissenstransfer.
Stuttgart Modernes Erzählen und Medien.
Trier Eroberte Eroberer. Darstellungen der Conquista in neueren spanischen und lateinamerikanischen Romanen.
Tübingen Nominale Prädikate. Klassifikation und Kategorisierung in den romanischen Sprachen. Phonotaktik und Silbenstruktur. Typologische Studien zur Iberoromania mit Ausblick auf die Gesamtromania.
Wuppertal Polysemie und Residualität von Verbbedeutungen in den romanischen Sprachen Französisch, Italienisch und Spanisch.
Österreich Innsbruck Onto- und phylogenetische Aspekte der Sprachentwicklung des Spanischen. Il Pagano/Saraceno nei poemi epici di Luigi Pulci, Matteo Maria Boiardo, Ludovico Ariosto: rappresentazione dell’altro, del diverso, fra rispecchiamento e opposizione contrastiva. Raum- und Landschaftskonzeptionen in der zeitgenössischen italienischen Erzählliteratur am Beispiel der (Po-)Ebene, bei Gianni Celati und anderen Autoren.
Wirtschaftsuniversität Wien Spezialfälle von Language Awareness: Kompetenz- und Fehlerbewußtheit im Fremdsprachenunterricht am Beispiel des Französischen und Italienischen.
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Im Jahre 2004 in Arbeit befindliche Dissertationen * Deutschland Bamberg Das Tempelmotiv. Eine strukturelle Untersuchung der Bedeutung des sakralen Raums in literarischen Begegnungen. Die humanistische Literatur und das Porträt.
Freie Universität Berlin Die Syntax-Semantik-Schnittstelle und das konzeptuell-intentionale System. Lernen Bili-Schüler anders Geschichte?
Humboldt-Universität Berlin Danterezeption in der deutschen Romantik. Venedig als visuelles Paradigma in der italienischen Literatur und Malerei. Patagonien-Diskurse.
Technische Universität Berlin Deutschsprachige Frauen im Exil in Frankreich. Nouvelles écritures féminines: subversions et transgressions.
Bonn Untersuchungen zu den Andalusismen des Neuspanischen. Untersuchungen zur Sportmetapher in brasilianischen Printmedien. Das Bild der Frau im spanischen Theater des 18. Jahrhunderts. Sartre zwischen Freud und Marx. Subjektkonstruktionen in Theorie und Literatur. Form und Bedeutung der Regionalismen in Yves Violliers Werk.
Eichstätt Englische und französische Jugendsprache: ein Vergleich. Aspekte der sprachlichen Raumstrukturierung und des Systems der Lokaladverbien im Dolomitenladinischen. Automobilwerbung in Italien und Deutschland. Eine kontrastive, synchronische und diachronische Analyse von Printanzeigen im interkulturellen und interdisziplinären Kontext.
Freiburg „La forme d’une ville“: Zur literarischen Codierung des Zusammenhangs von Stadtwahrnehmung, Erinnerung und Imagination in französischen Texten seit Baudelaire. Rezeption des Nouveau Roman in Deutschland. *
Themen, die bereits im 53. oder 54. Band des RJb. als in den Jahren 2002/2003 in Arbeit befindlich verzeichnet worden sind, werden nicht noch einmal aufgeführt. Wortlaut und Gestaltung der Eintragung entsprechen der Form, in der die Themen gemeldet worden sind.
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„Mémoire de la poésie – Prose de la mémoire“. Zur Bedeutung der Erinnerung im Werk Jacques Roubauds. Exil und Migration in der zeitgenössischen lateinamerikanischen Literatur. Transkriptionen der Alten und Neuen Welt in Juan José Saers La ocasión und Christoph Ransmayrs Die letzte Welt. Französische Kulturpolitik in Südbaden 1945–1954. Die Internationalisierung von Zeitschriften im deutsch-französischen Vergleich, mit zwei Fallbeispielen: Geo und Capital.
Gießen Stendhals Entwurf einer Ästhetik der Modernität in Auseinandersetzung mit Klassizismus und Romantik. Das Thema der Globalisierung im zeitgenössischen französischen Roman. Von der ‚bonne Lorraine‘ zum globalen ‚magical girl‘. Die mediale Inszenierung des Jeanne-d’Arc-Mythos in populären Erinnerungskulturen.
Göttingen Der Antiheld im italienischen Roman des 20. Jahrhunderts. „Manso de corazón – agudo de lengua“. Untersuchungen zur Poetik von Floridor Pérez.
Greifswald Spuren der Ethikdebatte der französischen Spätaufklärung im romantischen Diskurs der Madame de Staël.
Halle-Wittenberg Zwischen Nietzsche, Maurras und Marx: Philosophie, Ästhetik und Politik im essayistischen und literarischen Werk von Thierry Maulnier. Die kulturpolitische und literaturtheoretische Diskussion in Italien im Umfeld des PCI – reflektiert in den Zeitschriften Rinascita, Società und Contemporaneo – von 1944 bis 1962 und ihre Wirkung auf die Literatur des Neorealismus. Modernisierungsabwehr und Modernisierungsakzeptanz in den Theoriedebatten und der Narrativik der 1950er und 1960er Jahre in Italien.
Hamburg Untersuchungen zu La secchia rapita von Alessandro Tassoni (1565–1635). Narratología del cuento en Jorge Luis Borges.
Hannover Visuelle Strategien und Subjektkonzeption im Werk Marcel Prousts. Fragmentarische Form im französischen Roman der Gegenwart.
Heidelberg Storia linguistica dei fumetti. Jugendsprachliche Differenzierungen auf Sardinien. Jugendsprachliche Varietäten in Neapel. Substantiv + Substantiv im Spanischen. Wortbildung und Grammatik.
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Les sujets d’histoire moderne dans la tragédie française (1550–1715). Die französische Schauernovelle von Sade bis Maupassant. Der frankophone Roman des Libanon und der Bürgerkrieg. Wertwelt und Wertwandel im marokkanischen Roman der 80er und 90er Jahre: Zwei Sprachen – zwei Welten? Mémoire culturelle et poétique nomade chez Habib Tengour.
Jena Semantische und übersetzungstechnische Probleme des Texttransfers, dargestellt an den spanischen Fassungen von Wilhelm Buschs Max und Moritz. Analyse des politischen Diskurses des brasilianischen Präsidenten Lula. Verwendung grammatikalisch persuasiver Sprachmittel in seinen Wahlkampfreden (1998 und 2002). Materielle und intangible Komponenten von Weltkulturerbe. Möglichkeiten und Grenzen ihrer holistischen Erfassung, Bewahrung und Pflege dargestellt am Beispiel der Weltkulturerbe-Stadt Salvador de Bahia. Faust und das Faustische in der rumänischen Literatur. Der Einfluß der Roma auf die Kultur Rumäniens und Spaniens. Deutsche Kultur in Siebenbürgen und neue Identitätsmerkmale der heutigen Generation.
Kassel Ich erzählt. Zur Inszenierung des Erzählens in der Ich-Erzählung von Paul Valéry bis Marguerite Duras. Die anwesende Abwesenheit: Scheitern und Prosopopöie von André Gide bis Marie Darrieusecq. Afrikanisch-französischer Kulturtransfer im frühen 20. Jahrhundert.
Kiel Variation scripturale dans la correspondance d’une famille bourguignonne pendant la Première Guerre Mondiale. Eine deutschsprachige Minderheit im englisch-spanischen Sprachkontakt. Mennoniten in Belize. Die Grenze zwischen Natürlichem und Übernatürlichem (Werwolf, Vampir, Schlange in Uruguay). Sprachliche und anthropologische Aspekte. Modelle des Wunderbaren und Phantastischen in der spanischen Literatur. Narrative Inszenierungen des Motivs der Fee von der frühen Neuzeit bis zur Moderne. Körper und Erkenntnis in der spanischen Gegenwartslyrik: Antonio Gamoneda und José Angel Valente.
Köln Bilingualer Erstspracherwerb Spanisch – Deutsch. Eine Longitudinalstudie. Am Ende der Transgression. Die Revision einer modernen Poetik bei Hervé Guibert und Michel Houellebecq. Filmisches Schreiben in der argentinischen Moderne. Technische Medien im erzählerischen Werk von Adolfo Bioy Casares.
Konstanz Sonorisierung und Lenisierung in romanischen Dialekten. Der italienische Wortakzent.
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Leipzig Andersheitskonstruktionen und Hybriditätsstrategien bei der Eroberung Mexikos im Spiegel der Chroniken. Kulturtheoretische und Genderinszenierungen am Beispiel der Denkfigur der Malinche. ¡Que viva la música! Eine ästhetische Perspektive auf Salsa und Identität in Cali, Kolumbien. Hybriditätsdiskurse in der frankoarabischen Literatur. Identität und Alterität. Postkoloniale Strategien frankophoner Autoren aus dem Maghreb. Diskurse der Hybridität im Maghreb. Neue Kartographien: Andersheit oder das „Uneigene des Eigenen“ bzw. das „eigene Uneigene“ (Zeitalter der Hybridität, der Passagen und der unendlichen und permanenten Verortungen: 20.–21. Jahrhundert).
Mainz Merkmale gesprochener Sprache im Altitalienischen. Die „Nation“ als literarische Imagination. Die Frage der ‚Nation‘ als Substrat und Leitmotiv der brasilianischen Literatur der Jahrhundertwende (1889–1915) und ihre Beantwortung über die literarische Ausformung einer nationalen Identität als Imago. Vom Skandal der Stille entgegen. Wege im Werk Pier Vittorio Tondellis. Zwischen den Kulturen – zwischen den Künsten. Intermediale Strategien im Québecer Theater des 21. Jahrhunderts.
Marburg Rezeption und Transformation des platonischen Eros-Begriffs bis in die französische Literatur des 17. Jahrhunderts.
München Phonologische Variation und Sprechermobilität. Formen und Funktionen syntaktischer Wiederholung im Italienischen. Syntaktische Variation im Kalabresischen. Sizilianischer Dialekt in der Fremde und beim Fremden. Sprachliche Sozialisation und ihre Wahrnehmung in bayrisch-sizilianischen Partnerschaften. Spazio comunicativo in ambito migratorio dei parlanti friulani in Germania (in particolare: Germania meridionale e Baviera). Sprachbewußtsein in territorialem versus migratorischem Kontext am Beispiel kalabresischer Einwanderer in Deutschland. Die portugiesische Ekloge des 16. Jahrhunderts. Eurozentrismus und Differenz. Das Chinabild italienischer Jesuitenmissionare vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Autobiographisches Schreiben im Zeichen anthropologischer Gegenstrebigkeiten: Rousseaus Confessions. Mythos und Moderne in Jean Cocteaus Werk. Von der Mythenadaptation zur Mythenschöpfung. De revolutionibus ordinum caelestium terrestriumque. Alberto Savinio zwischen Kopernikus und Ptolemäus. Das Erzählwerk Stefano Bennis.
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Münster Jean Racine zwischen Kunst und Politik. Versuch einer politischen Lesart der AlexanderTragödie. Der Gral im Film.
Osnabrück Abgrenzungen, Annäherungen und Interaktionen zwischen Literaturkritik und Psychophysiologie von 1850 bis 1900 in Frankreich. Luchino Visconti e i suoi rapporti con la cultura tedesca.
Potsdam La novela centroamericana de los años 90. Stereophonie der Autobiographie am Beispiel von María Teresa Leóns Memoria de la melancolía und Rafael Albertis La arboleda perdida. Exil, Migration, Translation: Die Literaturen der Latinos in Kanada.
Regensburg Landschaft als Lüge? Die literarische ‚mise en scène‘ von Landschaft als Medium der kulturellen Fremd- und Selbstwahrnehmung im europäischen Kommunikationsfeld und als Brennpunkt der spanischen Identitätsstiftung nach 1898. Die institutionelle Entwicklung der romanischen Philologie in Deutschland im 19. Jahrhundert. Zur Rolle der Fachzeitschriften in der Genese und Entwicklung der romanischen Philologie.
Saarbrücken Las abreviaciones en general y en concreto las siglas de las organizaciones internacionales y su divulgación en los periódicos de gran tirada. Un trabajo contrastivo del alemán y español. Goethes Faust I und seine Übersetzungen ins Französische. Eine Studie zu Mehrfachübersetzungen. Ecrivains et photographes: Zola, Simenon. Albert Camus, entre le oui et le non. Les récits d’enfance et d’adolescence autobiographiques sur la Seconde Guerre Mondiale. Stadtwahrnehmung zwischen Moderne und Postmoderne. Zur Geschichte des flaneur in der französischen Literatur. Stadterfahrung als Trauerarbeit im Werke Georges Perecs. Eine intermediale Studie. Les exotismes de la littérature québequoise. Interkulturelle Kommunikation in internationalen Organisationen. Öffentliche, offizielle und informelle Kommunikation im interkulturellen Raum des Europäischen Parlaments. Grenzgängertum als Lebens- und Existenzform der Zweiten Moderne. Soziokulturelle Implikationen grenzüberschreitender Arbeitnehmermobilität und interregionale Handlungskompetenz am Beispiel des Saar-Lor-Lux-Raums.
Stuttgart Textlichkeit, Perspektive und Zeitorganisation im Bühnentanz.
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Trier Spanisch und Französisch im Kontakt mit den Sprachen der Ureinwohner Amerikas. La lingüística misionera venezolana y su aporte para la educación intercultural bilingüe. Romanische Sprachwissenschaft im gymnasialen Unterricht. Christine de Pizan zwischen Krieg und Frieden. Die politischen Schriften 1402–1429. Der Raum des Anderen bei Jean Genet. Los reflejos de la identidad en La hija del caníbal de Rosa Montero. Das Eigene und das Fremde im spanischen Comic.
Tübingen Entwicklung des romanischen Verbalsystems. Syntax und Diskurstraditionen. Zur Reduplikation in den romanischen Sprachen. Stadien der Integration fremder Wörter. Zur Integration kontaktlinguistischer Faktoren und grammatischer Assimilationsprozesse im Französischen und Italienischen. Methoden zur Ermittlung lexikalischer Motivation im Deutschen, Französischen und Italienischen. Diskurstraditionen und Junktion. Eine korpusbasierte Untersuchung am Beispiel des gegenwärtigen Spanisch. Die Verwendung des spanischen Subjuntivo im Relativsatz. Untersuchungen zur Pressesprache der Gegenwart. Vier Theorien über die Entstehung des brasilianischen Portugiesisch. Räume der rêverie. Zur Dynamik der Imagination und den Formen des Imaginären in der französischen Lyrik von der Romantik bis zum Surrealismus.
Wuppertal Der ruinierte Körper. Untersuchung zu petrarkistischen Sonetten der Romania im 16. und 17. Jahrhundert. Mito y discurso en Pedro Calderón de la Barca y Ovidio. Konzentrierte Exzentrik. Strategien des Dandysmus von Jules Amédée Barbey d’Aurevilly bis heute. La guerra civil española en la novela: silencio y diálogo entre generaciones.
Österreich Innsbruck Die Wortschatzarbeit in Theorie und Praxis als notwendige Grundlage einer zielorientierten Fremdsprachendidaktik in der vorschulischen Fremdsprachenerziehung. Die Ko-Konstruktion von Identitäten in multilingualen Gesprächen im Umfeld einer akademischen Tagung. Die Frau im zeitgenössischen spanischen Kriminalroman. Erfolgreiche Werbestrategien im interkulturellen Vergleich. Eine Analyse deutsch-französischer Werbung.
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Salzburg Phänomene sprachlicher Abschwächung in Prüfungsgesprächen. Eine kontrastive Studie (Französisch – Deutsch). Dialektometrie des Atlante lessicale toscano. Die Semiotik der Personalisierung. Eine Untersuchung der Darstellungsformen von Personen auf den Covers italienischer und österreichischer Nachrichtenmagazine. Der Gardasee im Humanismus. Eine literarische Topographie. Jüdische Aspekte im Werk Primo Levis. Mediävistische Elemente in Umberto Ecos Romanwerk.
Wien Die Informationsrevolution: Zur diskursiven Konstruktion einer société de l’information. Eine kritische Diskursanalyse. Die neuere Literatur von Mozambique. Narration und Musik in den Filmen von Ingmar Bergmann, André Téchiné und Julio Medem. Indochina im Film: (Post)koloniale Bilderwelten.
Die Angaben erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Aufsätze und Berichte
Zentrifugale und zentripetale Trends in den romanischen Sprachen Entwicklungsgeschichtliche und kulturhistorische Betrachtungen zum Verhältnis der neulateinischen Idiome zur lateinischen Muttersprache* Von Christian Schmitt H or s t G eckel er haec symbola sacram in pii memoriam ab autore solemniter dedicatur
1. Einführende Vorbemerkungen Als Benutzer der deutschen Sprache haben wir uns daran gewöhnt, dass zwei sprachliche Zeichen unterschiedlicher Herkunft als Referenten für ein und dieselbe Sprache gebraucht werden: So kommt es, dass wir z. B. für die Wissenschaft von der Sprache und den Kommunikationsregeln zum einen Sprachwissenschaft und zum andern Linguistik gebrauchen, und die Wissenschaft von der Wärme kann Kalorik oder Wärmelehre genannt werden. Nicht immer stehen uns zwei sprachliche Zeichen unterschiedlicher Provenienz zur Verfügung; so sind heute für die Wissenschaft vom Göttlichen und der Religion Theologie und von den kleinsten Bausteinen und Elementen unseres Universums Atomforschung/-lehre im Gebrauch, während *Glaubenslehre oder *Bausteinforschung, die in gewissen Texten sicher verstanden werden können, zumindest unüblich scheinen und als sozial nicht konventionalisierte Zeichen anzusehen sind; üblich hingegen sind Kernphysik und Kernphysiker, während Kernwissenschaftler, so überhaupt gebildet, sofort andere Assoziationen mit sich brächte. Wir wissen, dass sich die deutsche Muttersprache und die griechisch-lateinische Überdachungssprache (Schmitt 22000) ergänzen und beiden jeweils eigene Domänen zuzuordnen sind, so dass schon wegen der unterschiedlichen Distributionsregeln Synonymieprobleme sich weitestgehend erübrigen und das Nebeneinander derartiger Dubletten mit einem gewissen Erfolg stilistisch ausgenutzt und funktional instrumentalisiert werden kann. Die ,happy few‘ mit angemessenem Kulturwissen wissen dabei nicht nur, dass z. B. hypo- und hyper- trendgemäß eher in Naturwissenschaften und die Äquivalente sub- und super- in den Geisteswissenschaften und in *
Leicht veränderte Version des Vortrags, den der Autor am 7. Mai 2004 anlässlich der Gedenkfeier für Horst Geckeler in der Universität Münster gehalten hat.
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Christian Schmitt
Verteilersprachen angewandt werden; in Zeiten schwindender klassischer Bildung bei gleichzeitig zunehmender fachwissenschaftlicher Kommunikation dürfte auch der durchschnittliche Sprecher hypo-/hyper- respektive sub-/super- stets bildungssprachlichen, unter-/über- hingegen vornehmlich gemeinsprachlichen Verwendungsregeln zuschlagen, also auch ohne Kenntnisse von Griechisch oder Latein eine systematische Typologie und funktionale Einschätzung vorzunehmen imstande sein, wobei die Epitheta ,intern‘ versus ,extern‘ eine entscheidende Rolle spielen. 2. Griechisch und Englisch: Zur Relevanz der Europäisierung Betrachtet man die heutige griechische Sprache, kann man vergleichbare Tendenzen ausmachen, nur die Distinktion ,intern‘ versus ,extern‘ stimmt dort nicht mehr. Das Griechische verfügt über zahlreiche alte Wörter oder, besser, Wortstämme, die im Laufe der Geschichte aus unterschiedlichen Gründen, wie z. B. der durch Lautwandel eingetretenen Homonymie oder der Präferierung von Affektwörtern zu ungunsten von Normalwörtern, in den Hintergrund getreten oder ganz verschwunden sind. Dieser Tatsache wird sich vor allem derjenige bewusst, der Altgriechisch gelernt hat und beim ersten Griechenlandaufenthalt meint, wenigstens im Restaurant in der syntaxfreien Nominalkommunikation sein erlerntes o™ a¢rtov „Brot“ oder o™ oi®nov „Wein“ anbringen zu können. Er kann zwar noch verstanden werden, doch wird er hier mit einem lexikalischen Wandel konfrontiert (dazu Liddell/Scott 91966; Trapp I, 2001; Mpampiniotes 1998; Kriaras 1995), mit dem er nicht gerechnet hat: Wein heißt krasí und Brot ywmí – den Bibellesern in der Bedeutung „Bissen“ vertraut – und die agr. oi®nov und a¢rtov haben ihr letztes Refugium in der Kirchensprache erhalten, kennen aber (im Gegensatz zu krasí und ywmí) in den Wörterbüchern zahlreiche fachsprachliche, gelehrte Ableitungen wie oinofórov „Weingefäß“, oinóflux „der sich betrinkt“, die den Archäologen bekannte oinocóh „Kanne“, artofório u. a. m., was deutlich macht, dass sich hier durch Tradition entstandene lexikalische Polymorphie eingestellt hat, die stilistisch und sprachsoziologisch (bzw. bildungssprachlich) genutzt wird. Noch deutlicher wird die Situation bei den Namen für den Vogel, wo das Eindringen eines Latinismus in die griechische Volkssprache für eine Veränderung gesorgt hat: Das Normalwort lautet to poulí „Vogel“ (< lt. pullus), altes pthnó bleibt dem Federvieh vorbehalten, während órnija nur „Huhn“ bedeutet. Auch hier fällt auf, dass to poulí, obwohl Leitwort, isoliert bleibt und der Stamm ornij- die Basis für Derivate bildet: ornijokomía „Geflügelzucht“, ornijología/ ornijológov „Vogelkunde/-ler“, ornijopwleío „Geflügelhandlung“, ornijotrofeío „Geflügelfarm“, etc.; man isst zwar in der Regel kóta (evtl. auch órnia; gegrilltes kotópoulo), aber poulí-Derivate fehlen in der Volkssprache, wo sich offensichtlich bereits die Mehrheitsverhältnisse bei den Wortgebildetheiten im Falle von traditionellerem kotétsi „Hühnerstall“, das durch ornijånav mehr und mehr abgelöst wird, bemerkbar machen. Etwas anders gelagert ist die Situation beim Verhältnis von bounä/bounó zu órov „Berg“, letzteres wohl aus der Cyrenaika stammend. Hier besitzen der
Zentrifugale und zentripetale Trends in den romanischen Sprachen
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Stamm bun- wie der Stamm or- zahlreiche Ableitungen, doch okkupiert órov die soziologisch höheren Bereiche der Sprache, so dass nicht verwundert, dass neben epí tou órouv omilía „Bergpredigt“ auch oreibasía „Bergsteigen“, oreibáthv „Bergsteiger“, oreinóv „Gebirgsbewohner/in“, insbesondere der Wetterbericht und die wissenschaftliche Geographie sich des Adjektivs oreinóv/-ä bedienen. Auch bei múth „Nase, Schnabel, Schnauze, Spitze“ und riv/rinóv „Nase“ stehen ein stark volkssprachliches und ein altes, reaktiviertes Nomen in einem Rivalitätsverhältnis; angesichts der Tatsache, dass in den europäischen Sprachen rhin- „Nase“ die Fachsprachen dominiert und im Griechischen selbst rinikóv „Nasen-“, rinikó ostoún „Nasenbein“, rinikä koilóthta „Nasenhöhle“ u. a. m. übernommen worden sind, dürfte kein Zweifel bestehen, wie der Wettbewerb zwischen rinorragía und to aimátwma thv múthv „Nasenbluten“ ausgehen wird: Auch hier zeichnet sich eine zu den übrigen westeuropäischen Sprachen homologe Entwicklung ab, vergleichbar der Rückkehr von ofjalmóv „Auge“, ofjalmikóv „Augen-“, ofjalmíatrov „Augenarzt/Augenärztin“, die auf die Dauer schwerwiegende Folgen für gr. máti, máth, mátia und die dazugehörenden Redewendungen haben dürfte; und angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele in Athen dürfte es – zumindest für den Linguisten – von besonderem Interesse sein, was noch von gr. a¢logo(v) „Pferd“ übrig bleibt, das in der Geschichte des Griechischen lange Zeit ein ernst zu nehmender Rivale für nicht nur dem Gräzisten bekanntes içppov „Pferd“ war. Die Wörterbücher schweigen sich (noch) über das Verhältnis der beiden Lexeme zueinander aus; da Unternehmen wie Trapps Lexikon zur byzantinischen Gräzität auf literarischen Quellen basieren und in historischen Wörterbüchern die Umgangs- und Volkssprache bisher ein Dornröschendasein fristet, wissen wir noch nicht einmal mit letzter Sicherheit, welchen kognitiven Prozessen das etymologisch völlig unproblematische a¢logov „Pferd“ seine Genese verdankt. Zumindest scheint gesichert, dass içppov „Pferd“ und insbesondere der Stamm hipp- in der schriftlichen Texttradition nie ernsthaft gefährdet waren, denn um ip(p)- gruppiert sich eine vielgliedrige Wortfamilie, wie – – – – – – – –
ippeuein „reiten“ ippasía „Reiten“ ippeíov „Pferde-“ ippeúv/ippeútria „Reiter/-in“ (ippóthv „Ritter“) ippeutikóv „Reit-“ ippastí „zu Pferde“ ippomacía „Reitturnier“ ippodrómio(n) „Pferderennbahn“ (etc.),
die ihre besondere Position noch durch den Umstand stärken dürfte, dass íppov als Bezeichnung der Schub- und Zugkraft (→ ippodúnamh „Pferdestärke“) im technischen und eines olympischen Sportgerätes (→ íppov „Seitpferd“) im sportlichen Bereich seine fachsprachliche Implantation erfahren hat.
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Christian Schmitt
Für den Romanisten besonders relevant ist die Bezeichnung für die Leber, da hier analogische Entwicklungen in abgeschlossener Form vorliegen, die sich wechselseitig erhellen. Die Volkssprache hat offenbar to h©par (-atov) aufgegeben. Wann dies geschehen ist, sagen uns die Wörterbücher nicht, und auch nicht warum; es wird sogar das lateinische Vorbild dafür verantwortlich gemacht, während die Romanisten (vgl. Rohlfs 1971, 92f.; 275) auf das griechische Vorbild verweisen. Es ist Sache der Gräzisten, sich dieses Problems in ätiologischer Sicht anzunehmen. Sicher ist jedoch, dass das aus der Küchensprache kommende skåti, sukåti, sukåton „Leber“ (< sûkon „Feige“) allein steht und keinen einzigen Nachkommen kennt. Hier kommt die sprachwissenschaftliche Erkenntnis zum Tragen, dass Familien ohne Nachkommen ohne Zukunftsperspektive bleiben und Singles wie sukåti aussterben. Erleichtert wird hier die Ablösung durch das in der westeuropäischen Medizinersprache dominierende h©par und den Stamm h™pat-, der im Griechischen wieder Fuß gefasst und inzwischen hpatikóv „Leber-“, hpatítiv/ hpatítida „Hepatitis“ und selbst das Leitwort äpar, das aus den Lexika nie ganz verschwunden war, (wohl über die Fachsprache der Medizin) auf der europäischen Schiene wieder in die griechische Gemeinsprache eingebracht hat: echte vocabula rediviva, die sogar über eine noch erweiterbare Familie verfügen. Wenn sich die Situation im Griechischen in leicht abgewandelter Form mit dem in anderen Bereichen heute gebrauchten Slogan „Old Greek is coming home“ umschreiben lässt, so stellt sich im Englischen als germanischer Sprache mit hohem Anteil an romanischen Elementen, die über das Anglonormannische vermittelt wurden, die Situation genealogisch betrachtet völlig anders dar, da hier keine Reaktivierung des genuinen Bestandes vorliegt, auch das galloromanische Kontinuum des auf der Insel erloschenen Anglonormannischen keine Reprise durch das Englische kennt, sondern Formantien aktiviert werden, die dem griechisch-lateinischen Fundus entlehnt sind, mit dem seit den Zeiten eines Alfonso X el Sabio in Spanien oder Du Bellay in Frankreich die zielgerichtete Aufforstung der Volkssprachen verbunden wird. Es versteht sich dabei von selbst, dass im Englischen – etwa im Gegensatz zum Deutschen, wo andere genealogische Traditionen (v. Polenz 1991, 219 ff.) vorherrschen – auch volkssprachlich entwickelte Elemente und Formantien aus dem anglonormannischen Fundus mit diesen Morphemen der Bildungssprache direkt oder indirekt in Beziehung treten, denn es steht außer Frage, dass z. B. die Aktivierung des Formans -ist (< lt. -ista/-ísthv) nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern im Zusammenhang mit der Produktivität der übrigen Morpheme für die Bildung von Nomina agentis und der im Englischen gegebenen Bestände an Wortgebildetheiten (Dokulil 1968) in diesem semantischen Bereich zu sehen ist, wie hier auch z. B. -cide in seinem evtl. Rivalität ausdrückenden Verhältnis zu -killer zu behandeln ist. Hier wie auch sonst gilt der von de Saussure (1916, 129) in die Diskussion eingeführte und im Bild vom sprachlichen Spiel Wittgensteins weiterentwickelte Vergleich der Sprache mit dem Schachspiel (Schmitt 1997). Sobald sich ein solches Euromorphem im Englischen oder Griechischen platziert und etabliert hat, liegt eine Veränderung für die Gesamtsprache vor. Wenn auf dem Schachbrett auch nur eine Figur ihre Position verändert oder verschwindet, hat dieser Positionswandel Konsequenzen für alle anderen Figuren,
Zentrifugale und zentripetale Trends in den romanischen Sprachen
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und wenn in einer gegebenen Sprache ein Morphem neu erscheint, hat dies direkte Auswirkungen auf das Gesamtsystem, wobei diese ungeahnte Folgen ausweisen können. Diese Folgeerscheinungen seien kurz am Beispiel des Suffixoids engl. -form/frz. -forme und engl. -ferous/frz. -fère dokumentiert, die zu denjenigen Elementen gehören, die aus den verschiedenen chronologischen Schichten der lateinischen Sprache in die heutigen europäischen Sprachen gelangt sind. Dabei zeigt die Analyse des OED und des GRob, dass im Englischen -fer/-ferous (→ acetabuliferous, acidiferous, aeriferous/airiferous, aestiferous, albuminiferous, aluminiferous/alumiferous, aluniferous, amentiferous, ammonitiferous, amygdeliferous, amyliferous, anatiferous, anguliferous, antenniferous, antheriferous, anthraciferous, aquifer/aquafer/aquiferous, argentiferous, argilliferous, asciferous, axiferous) und -form (→ acetabuliform, aciculiform, aciform, acinaciform, acinetiform, aciniform, acneiform, actiniform, aculeiform, adeniform, adipoceriform, aeriform, agariciform, agatiform, aliform, alphabetiform, alvelariform, ambiform, ambulacriform, amentiform, aniant(h)iform, amoebiform, amphipodiform, ampulliform, anginiform, anguiform, anguilliform, anopluriform, antenniform, antheriform, anthraciform, apoplectiform, aquiform, araneiform/araneidiform, arboriform, arciform, arilliform, asbestiform, ascidiform, aspergilliform, auriform, aveniform, axiform, axiniform), zumindest nach Ausweis der mit
beginnenden Formen, sich nie mit volkssprachlichen Basen (für die -shaped, -like oder -ous gebraucht werden) verbinden, wie auch im Französischen -fère (→ acidifère, actinifère, aérifère, agatifère, albuminifère, alunifère, amentifère, anatifère, antennifère, aquifère, arcifère, arénifère, argentifère, astrifère) und -forme (→ accipitriforme, acnéiforme, actiniforme, aculéiforme, aériforme, alciforme, aliforme, amentiforme, anguiforme, anguilliforme, ansériforme, antenniforme, anthropoforme, apoplectiforme, aranéiforme, arboriforme, arciforme) auf gelehrte Basen begrenzt bleiben. Und weitere Fragen bleiben mit beiden Formantien verbunden, wie z. B.: Was hat eng. -fer mit lt. anas „Ente“ oder frz. -fère bzw. -forme mit lt. anas bzw. anser „Gans“ zu tun? Auf den ersten Blick sicher nichts, oder besser: Es scheint keine evidenten Bezüge zu geben. Wer jedoch die englischen und französischen Wortgebilde näher analysiert, wird feststellen, dass bei der englischen Rekomposition anatiferous und bei frz. anatifère, lt. anas und bei den französischen ansériforme lt. anser jeweils eine der beiden Konstituenten bilden, also auch durch -formis resp. -fer(us) in die heutigen Volkssprachen importiert werden (da sich mit engl. duck und frz. canard resp. oie gelehrte Morpheme nicht verbinden lassen). Oder anders ausgedrückt: Durch diese mittels lt. -formis und -fer gebildeten Rekompositionsreihen gelangen anser und anas in die Wissenschaftssprache und müssen damit zumindest von gewissen sozialen Gruppen mit terminologischer Kompetenz verstanden werden. Denkbar als Basen wären auch lt. auca/occa/avica, gr. cän „Gans“ oder gr. nñssa „Ente“ gewesen, aber die Naturwissenschaftler haben anders entschieden. Wenn im Englischen wie in den romanischen Sprachen -fer/ous und -form/e heute zu den besonders produktiven Morphemen gehören, so spricht dies einerseits für eine geglückte Wortbildung, die sich insbesondere im Mittellatein (Stotz 2000, 433 f.; 449) manifestiert, zum andern aber auch für einen allgemeinen Bedarf an solchen Formantien, die – etwa mit Ausnahme von -loquus/-loquens (Stotz
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Christian Schmitt
2000, 438 f.; 445f.) – sich entsprechend in den Volkssprachen auch gehalten haben oder dort sogar starke Zuwächse verzeichnen, wie z. B. frz. -logue/-logie/-logiste (Schmitt 1996 c), die aber immer noch keine volkssprachlichen Basen akzeptieren, denn ein Buchtitel wie Claire Bretéchers Docteur Ventoux Bobologue darf noch immer für sich eine gewisse sprachliche Markiertheit beanspruchen. Im Englischen (OED) ist die Situation vergleichbar, denn für -logue gilt: „[…] the form assumed by the Gr. -logov, -logon in adapted words (most of them through Fr.). The words with this ending which are designations of persons (in most instances repr. actual or assumed Gr. compounds of -logov „speaker, discourser“, and related to parallel formations in -logy) are now little used, derivatives in -loger, -logist or -logian being commonly preferred“,
während bei -logic/-logist/-logue/-logy das OED folgende Ausführungen macht: „[…] earlier written -logie, an ending occurring originally in words adapted from Gr. words in -logía (the earliest examples having come through F. -logie, med. L. -logia). These Gr. words for the most part are parasynthetic derivatives; in some instances the terminal element is -lógov „word, discourse“; more commonly it is the root log(ablautvariant of leg-, légein „to speak“). In the latter case, the ns. in -logía usually denote the character, action, or department of knowledge proper to the person who is described by an adj. or n. in -lógov, meaning either „(one) who speaks (in a certain way)“ or „(one) who treats of (a certain subject).“
Auch hier ist die übliche Verwendung auf den fachsprachlichen Gebrauch eingeschränkt, so dass die darüber hinausführende als markiert gelten darf: „[…] the derivatives in -logía are of two classes, (1) those which have the sense of „saying or speaking“, examples of which are the words anglicised and (2) names of sciences or departments of study. As the words of the last-mentioned class have always a n. for their first element, and o is the combining vowel of all declensions of Gr. ns., the ending of these compounds is in actual use always -ología, becoming -OLOGY in Eng. The names of sciences with this ending are very numerous: some represent words already formed in Gr.; many represent formations which might legitimately have existed in Gr.; others are of hybrid composition. The modern formations in -logy follow the analogy of Gr. formations in having o as the combining vowel; the suffix -ology is freely used in the formation of humorous nonce-wds. All the modern formations in -logy may be said to imply correlative formations in -LOGICAL and -LOGIST; in the case of some of the older words, the related personal designation ends in -LOGER or -LOGIAN.“ (Cf. -LOGUE.)
Betrachtet man allein die unter eingetragenen Lemmata, wird deutlich, welcher Stellenwert auch im Englischen mit diesen Formantien zu verbinden ist:
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Zentrifugale und zentripetale Trends in den romanischen Sprachen
acarologist
f. acaro-, used as comb. form or mod. L. ACARUS + -OLOGIST
One who studies or treats of the Acari.
1890
accentology
Linguistics
f. ACCENT n. + -OLOGY
The study of accentuation or stress in speech; a system or systems of accentuation.
1971
acology
Med. rare
f. Gr. a¢kov „cure, remedy“ + -logía „treatise“; see -LOGY
,The doctrine of therapeutic agents in general, or of the method of curing disease.‘ Craig.
1847
acrologic
mod. fr. Gr. a¢kro- (see ACRO-) + lóg-ov „word“ + -IC. Cf. Fr. acrologique
Pertaining to, or founded on, initials.
1882
actinology
f. ACTINO- + -LOGY
The science of the chemical action of light.
1860
adenology
f. ADENO- + -LOGY
That part of Physiology which treats of the glands.
1753
aerolithology
mod. f. AEROLITH + Gr. -logía „discourse“
That department of science which treats of aerolites.
1864
aerology
mod. f. AERO- + -logía „discourse“, see -LOGY
That department of science which treats of the atmosphere.
1736
f. Gr. a¢gnoi-a „ignorance“ + -(O)LOGY
The doctrine of those things of which we are necessarily ignorant; that department of philosophy which inquires into the character and conditions of ignorance.
1856
agriologist
f. Gr. a¢grio-v „wild, savage“ + lóg-ov „discourse“ + -IST
One who is versed in the 1882 history and customs of primitive or uncivilized peoples.
agriology
f. Gr. a¢griov „wild, savage“: see -OLOGY
The comparative study of the 1878 history and customs of primitive or uncivilized peoples.
agrology
f. Gr. a¬gró-v „field, land“ + -LOGY; cf. F. agrologie
a. The science of soils. b. spec. In Canada, ,professional agriculture‘.
1916 1946
f. Gr. a¬läjeia „truth“ + -(O)LOGY
The doctrine of truth, that part of logic which treats the truth.
1837–8
f. L. alga „sea-weed“ + -(O)LOGY
That part of botanical science 1849 which relates to algæ or seaweeds.
f. L. amb(i)- „both, on both sides“ + Gr. -logía „speaking“
Talk of ambiguous or doubtful signification.
ambrology
f. mod. L. ambra „amber“ + -(O)LOGY
The natural history of amber, 1879 its formation, flora, fauna, etc.
amphibiology
f. AMPHIBIA + -(O)LOGY
A scientific treatise on the Amphibia; that part of zoology which treats of amphibious animals.
agnoiology
alethiology
Phil.
rare.
algology
ambilogy
Obs.
1656
1840
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Christian Schmitt
f. Gr. a¬nátriyiv „rubbing, friction“ + -OLOGY
The scientific consideration 1839 of the remedial use of friction.
anemology
f. Gr. a¢nemov „wind“ + -(O)LOGY
The doctrine or science of the winds.
1791
angelology
ad. mod. L. angelologia, f. Gr. a¢ggelov + -logía „discourse“
Doctrine as to angels; that part of theology which treats of angels.
1753
angiology
f. as prec. + -logía „discussion“: see -LOGY
That part of anatomy which relates to the vessels in the human body.
1706
anthropomorphology
f. Gr. a¬njrwpómorf-ov (see The use of anthropomorphic ANTHROPOMORPHOUS) language. + -logía „speaking“
o. A.
anæsthesiology
f. ANÆSTHESI(A) + -OLOGY
The study and practice of anæsthesia and anæsthetics.
1914
aphidologist
aphid- (see APHIS) + -(O)LOGIST
A student of the Aphides.
1876
apiologist
f. L. api-s „bee“ + -(O)LOGIST
A scientific student of bees.
vor 1882
aponeurology
f. APONEURO-SIS + -LOGY; cf. mod. FR. aponeurologie
The scientific study of aponeuroses.
1859
arachnology
f. Gr. a¬rácnh „spider“ + -(O)LOGY
The department of Zoology relating to spiders or the Arachnida generally.
1861
araneology
f. L. ara- nea „spider“ + -(O)LOGY
The department of zoology relating to spiders.
1798
archelogy
ad. mod. L. archelogia, f. Gr. a¬rcä „beginning“, see -LOGY
The scientific study of principles.
1856
archology
f. Gr. a¬rc-ä „beginning, origin government“ + -(O)LOGY
a. Doctrine of the origin of things. b. Science of government.
1825
anatripsology
Med.
aerology aretology
Scientific investigation of the substance of Mars. Obs.
aristology
arithmology
Obs.
arteriology arthrology
Assyriologue
Obs.
1877 1877
f. Gr. a¬ret-ä „virtue“ + -(O)LOGY
That part of moral philosophy o. A. that treats of virtue.
f. Gr. a¬risto-n „breakfast, luncheon“ + -logía „discourse“: see -LOGY
The art or ,science‘ of dining.
f. Gr. a¬rijmó-v „number“ + Gr. -logía: see -LOGY. Cf. Fr. arithmologie
A treatise on numbers, or 1572 statement bearing upon them.
f. ARTERIO- + Gr. -logía: see -LOGY
Scientific study of, or a treatise upon, the arteries.
1859
f. Gr. a¢rjro-n „joint“ + -logía „discourse, speech“
1. A scientific treatise on the joints. 2. Finger speech for the deaf and dumb.
1859
A student of Assyriology.
1835
1644 1880
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Zentrifugale und zentripetale Trends in den romanischen Sprachen
See -(O)LOGY
Assyriologue asthenology
The study of the language and antiquities of Assyria.
1828
Scientific consideration of diseases arising from debility.
1853
atheology
f. Gr. a¢jeo-v „without God“ + -logía „discourse“
Opposition to theology.
1678
atmology
f. Gr. a¢tmo-v „vapour“: see -(O)LOGY
That branch of science which treats of the laws and phenomena of aqueous vapour.
1837
atmospherology
f. ATMOSPHERE n.: see -(O)LOGY
Scientific investigation of the atmosphere, or a treatise upon it.
1859
atomology
f. Gr. a¢tomo-v ATOM n. + -logía „discourse“: see -LOGY
The science or philosophy which treats of the nature of atoms.
1678
The science or study of hearing.
1947
Self-knowledge, scientific study of oneself.
1633
The theory of value.
1926
The scientific study of inanimate nature.
1817
audiology autology authology axiology
f. AUTO- + -LOGY Philos. ad. F. axiologie, f. Gr. a¬xía „worth, value“ + -OLOGY
azoology
f. Gr. a¢zwov „lifeless“ + -logía: see -LOGY
æsthiology
f. Gr. ai¬sj- or ai¬sje- vbl. The scientific study of the stem, „perceive“ + -logía organs of sensation. „discourse“: see -LOGY. The formation is not analogical.
1831
f. Gr. ai¬tía „cause, ground“ + lógov „speech“. Cf. ÆTIOLOGY
1632
ætiologue
Obs.
The cause assigned, or reason annexed to a statement.
Vergleichbar ist hier auch die Zunahme von -lysis/-lytic, -machy, -mancy, -mania (vgl. auch Höfler 1972), -meter/-metry, -oid, -parous oder -arous und -culture, die ebenfalls fast nur in der Neuzeit ausgewiesene Ableitungen kennen. Die Ausführungen decken sich weitestgehend mit den Erklärungen des Robert électronique, wo zu -logie/-logue folgende Bemerkungen zu finden sind: „Élément, du grec logia «théorie », de logos « discours », entrant dans la composition de nombreux mots de formation française empruntés du latin, du grec ou empruntés à d’autres langues modernes (anglais: -logy, italien: -logia, etc.). Le suffixe -logie sert à former des substantifs désignant des sciences, des études méthodiques, des façons de parler, des discours […]; le suffixe -logue des substantifs désignant des savants ou des formes, des parties de discours et des adjectifs. […] Dans certains cas, un -o- est ajouté au radical (égyptologie).“
40
Christian Schmitt
Die Einträge sind hier weniger zahlreich als im OED, doch dürfen aus diesem Tatbestand keine Folgerungen hinsichtlich der Produktivität hergeleitet werden: dafür ist eher der normative Anspruch verantwortlich zu machen: ACTINOLOGIE
Didact.
de actino-, et -logie
Science qui étudie les propriétés thérapeutiques des divers rayons (ultraviolets, infrarouges, etc.), et leur action biologique.
1946
AÉROLOGIE
Didact.
de aéro-, et grec logos «discours». Cf. -logie
Partie de la physique qui traite des hautes couches de l’atmosphère.
1696
AGROLOGIE
Vx.
de agro-, et -logie
Science des terrains dans leur rapport avec l’agriculture.
1836
ALGOLOGIE
Bot. Vieilli.
de algue, et -logie
Étude des algues, partie de la botanique.
1838
ALLERGOLOGIE
Méd.
de allergie, et -logie
Étude et thérapeutique des allergies.
1958
ALOGIE
Psychiatrie
a-, et -logie
Incapacité de s’exprimer par la parole due à une déficience mentale ou à un état de confusion.
1868
ALGOLOGUE
Bot. (vieilli).
de algue, et -logue
Spécialiste des algues.
1838
AMPÉLOLOGIE
Didact.
du grec ampelos «vigne», et -logie
Traité sur la vigne.
1866
ANDROLOGIE
Didact. (méd.).
de andro-, et -logie
Discipline médicale qui étudie Av. 1970 la morphologie et les maladies (notamment les affections de l’appareil génital) spécifiquement masculines.
ANESTHÉSIOLOGIE
Méd.
de anesthésie, et -logie
Étude de l’anesthésie artificielle et de ses applications médico-chirurgicales.
1950
ANGÉLOLOGIE ou ANGÉOLOGIE
Didact. (relig.)
du rad. du lat. angelus (Cf. Ange), et -logie
Étude (doctrine, spéculation) consacrée aux anges.
1842
ANGIOLOGIE
Méd.
de angio-, et -logie
Partie de l’anatomie qui étudie les artères, les veines et les canaux lymphatiques.
1576
ARACHNOLOGIE
Didact., Vx.
grec arakhné «araignée», et -logie
Étude scientifique des arachnides.
1838
ARANÉOLOGIE
Didact.
lat. aranea «araignée» et -logie
Étude scientifique des arachnides, des araignées.
1811
ARITHMOLOGIE
Hist. des sc.
de arithmo-, et -logie
Science générale des nombres 1834 et de la mesure des grandeurs.
de artério-, et -logie
Partie de l’anatomie qui traite 1762 des artères (branche de l’angiologie).
de arthro-, et -logie
Partie de l’anatomie qui traite 1950 des articulations.
ARTÉRIOLOGIE Didact. (méd.) ARTHROLOGIE
Méd. Vieilli.
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Zentrifugale und zentripetale Trends in den romanischen Sprachen
ASSYRIOLOGIE
Didact.
de assyrio-, et -logie
Étude, science de l’antiquité assyrienne, babylonienne (et parfois, sumérienne, akkadienne).
1866
ASSYRIOLOGUE
Didact.
de assyrio-, et -logue
Personne qui s’occupe d’assyriologie.
Av. 1866
AUDIOLOGIE
Méd.
de audio-, et -logie
Étude de l’audition.
1949
AUXINOLOGIE
Didact.
de auxine, et -logie
Étude des auxines.
XXe attesté 1969
AXIOLOGIE
Didact.
du grec axios «qui vaut», et -logie
Science et théorie des valeurs.
1902
Ansonsten fällt auch hier die bedeutende Produktivität von -lyse/-lytique, -mancie, -mètre/-métrie, -mane/-manie, -morphe/-morphie, -oïde, -culture u. a. m. besonders auf. Vergleicht man den Robert électronique und den OED nur im Bereich der mit beginnenden Einträge, ergibt sich folgendes Tableau: Englische Suffixoide lateinischer Herkunft
Anzahl der Gebildetheiten
Französische Suffixoide lateinischer Herkunft
Anzahl der Gebildetheiten
englischfranzösische Formenaffinität
-cide
7
-cide
2
1
-cole / -colous
3
-cole
10
3
-culture
5
-culture
5
4
-fère
14
10
-forme(s)
17
13
-fer / -ferous -florous -form
24 2 45
-loquent / -loqui
4
-parous
2
-vorous
3
Summe aus lateinischen Formantien
englischfranzösische Formenvarianten
-fuge
2
-pare
1
1
95
51
32
Summe aus griechischen, über das Latein vermittelten Suffixoiden 573
399
198
Gesamtsumme
450
219
668
11
Daraus erhellt, dass das Englische und das Französische gleichermaßen an der Wortbildung mittels transromanischer (Ernst 1995), konvergenter (Stefenelli 1996, 368) suffixoidaler Morpheme partizipieren, die man, da aus den bedeutendsten europäischen Kultursprachen, dem Griechischen und dem Latein stammend, als Euromorpheme bezeichnen darf (Schmitt 1995 a; 1995b; 1996; 1996a). Dabei ist es wenig hilfreich, wenn die Wörterbücher die Latinismen von den Gräzismen
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trennen, da das griechische Morpheminventar in der Regel über das Latein vermittelt wurde (vgl. auch Schmitt 22000), vergleichbar zahlreichen Hellenismen (Dietrich 1998) wie aber auch über das Englische (Lorenzo 1966; Pratt 1980) vermittelten Latinismen; es wäre eher angebracht, im diachronischen Sinn generell von Latinismen zu sprechen, für die das Griechische die etymologia remota bildet. Im Unterschied zum Griechischen führt hier also dasselbe Phänomen zu einer Latinisierung und Internationalisierung der englischen Sprache, die gleichzeitig eine Annäherung des Englischen insbesondere an die romanischen Sprachen darstellt. Das Englische ist durch seinen hohen Anteil an romanisch-lateinischen Elementen für die Integration von Euromorphemen ganz besonders zugänglich (Schmitt 1996 a; 1996 b; 22000), zumal auch hier eine Überdachung durch die klassischen Sprachen Griechisch und Latein besteht (Marchand 21969; Bauer 1983; Baugh/Cable 41993; Scheler 1996; Adams 2001; Stockwell/Minkova 2001). 3. Zur Europäisierung der romanischen Sprachen Mit der Interpretation der (Re-)Latinisierung der romanischen Sprachen als Europäisierung und der zunehmenden Affinitäten im Französischen (Schmitt 1996 b), Spanischen (Schmitt 1996a), Portugiesischen (Schmitt 1996c), wie im Romanischen insgesamt (Raible 1996; Lüdtke 1998; Schmitt 1996; 22000) wird, wie bereits Greive (1976) angedeutet hat, nicht nur die These von der romanischlateinischen Mehrfachentlehnung in Frage gestellt, sondern auch, wie Horst Geckeler betont hat, die Blickrichtung von der Diachronie auf die Synchronie verlagert, sprachliche Konvergenz als kulturelles Phänomen und damit letztlich als Folge des immer stärker werdenden Austauschs von Kommunikation begriffen: Was er in seinem Leipziger Vortrag an eurolatinismos, eurohelenismos, eurogalicismos, euroanglicismos bzw. euroangloamericanismos (2004, 185–193) zusammengetragen hat, kann unterschiedlichster Provenienz sein wie z. B. bungalow (frz. bungalow, it. bungalow, dt. Bungalow < Hindi bangla), boomerang (frz. boomerang, it. bumerang, dt. Bumerang < [einer nicht weiter präzisierten] australischen Sprache), aquaplaning (frz. aquaplanage, it. aquaplaning, dt. Aquaplaning < engl. aquaplane), châle (frz. châle, it. scialle, engl. shawl, dt. Schal < pers. shal) oder anarquía (frz. anarchie, it. anarchia, engl. anarchy, dt. Anarchie < gr. anarkhia), u. a. m.; gemeinsam ist diesen in den westeuropäischen Sprachen verbreiteten Lexemen, dass sie nicht als aus den jeweiligen Ursprungssprachen entnommene Einheiten zu verstehen sind, sondern als Folgen eines immer stärkeren Sprachkontaktes und Kulturaustauschs in einer mehr und mehr zusammenwachsenden Welt, als erste Ergebnisse der Globalisierung begriffen werden müssen: „Las convergencias léxicas se manifiestan, por un lado, bajo la forma de innovaciones paralelas en los dominios de la formación de palabras y de los cambios semánticos y, par otro lado, bajo la forma de préstamos. Los préstamos paralelos o comunes, tema que, con atención especial al léxico del español y al de algunas otras lenguas europeas, trataremos a continuación, se deben a los distintos adstratos culturales comunes a estas lenguas. Estos adstratos culturales, los constituyen, por un lado, la transmisión culta, las lenguas clásicas (el latín y el griego antiguo) y, por otro lado,
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ciertas lenguas europeas modernas (sobre todo el francés y el inglés). Y son muy numerosas las convergencias paralelas en las grandes lenguas de cultura del mundo occidental, las que también se pueden encontrar en los préstamos que constituyen una parte importante del léxico español“,
bemerkt Horst Geckeler (2004, 183), mit Blick auf das Spanische, wobei ihm natürlich auch klar ist, dass dieses romanische Phänomen und die morphologischen Affinitäten „exceden el marco románico y llegan a escala europea y más allá […]“ (2004, 183), wie sie gleichzeitig auch direkten Einfluss auf die interne Entwicklung des Spanischen nehmen: So ist z. B. die zunehmende Produktivität des transromanischen Morphems -ación (< lt. -ationem) dafür verantwortlich zu machen, dass ererbtes sp. -azón semantisch ein Nischendasein fristet – wer kennt schon sp. catazón „Zeideln der Bienenstöcke“, cohechazón „letzte Feldbestellung“, sentazón „Stollenbruch“, arribazón „Fischschwarm“, rumazón „Gewölk“, u. a. m.? – und dass die Produktivität dieses im Mittelalter zu den wichtigsten Morphemen zählenden Affixes gegen Null tendiert (Schmitt 1988). Dieses Schicksal des oxytonen -azón „[que] denota […] acción y efecto o sólo el efecto o la acción del verbo“ hatte bereits Alemany Bolufer (1920, 132) geahnt, wie dies die Bemerkung „Algunos de estos nombres han quedado anticuados, así: trillazón, ant. = mod. trilla; entenzón (del lat. intentionem), ant. = mod. contienda“ (1920, 133)
andeutet und mit Verweis auf Lüdtke (1978, 331–33) und Monge (1978, 158–65) auch Rainer (1993, 674) bestätigt, für den das feminine, deverbale Suffix in der spanischen Standardsprache ,unproduktiv‘ ist, ohne dass dafür der Zusammenhang mit der Expansion des Euromorphems -ación erkannt würde. Das Phänomen, das Horst Geckeler (2004) faszinierte und bereits als wichtige romanistische Teildisziplin im Rahmen der sprachlichen Globalisierung (Schmitt 1996a) bezeichnet wurde, lässt sich, dies dürfte aus den wenigen bisher behandelten Beispielen bereits deutlich geworden sein, als Umkehrung der (romanischen) Sprachgeschichte betrachten: War der Romanist von Diez (1836) über MeyerLübke (1890–1902) bis hin zu Rohlfs (1954) und von Wartburg (1950; 1967) es gewohnt, Sprachgeschichte, wie dies Väänänen in seinem Kapitel „De l’unité latine à la diversité romane“ ( 21967, 20ff.) explizit zum Ausdruck gebracht hat, als Prozess der Ausgliederung, der Fragmentierung und der Diversifizierung zu verstehen und dabei fast ausschließlich das Wirken der zentrifugalen Kräfte darzustellen, so muss er aufgrund der neuesten Entwicklung in den romanischen Sprachen heute auch die Reversibilität dieser Evolution beachten; von zentripetalen Kräften ist in den traditionellen Sprachgeschichten generell nicht die Rede, und es bleibt für die Vorgehensweise der klassischen Romanistik bezeichnend, dass hier immer wieder zur Darstellung der Auf- und Ausfächerung die Stammbaumtheorie oder auch die Wellentheorie bemüht wird und damit ein metaphorisches Instrumentarium interessenorientierten Einsatz findet, das über den noch grundsätzlich gemeinsamen Stamm zu sich stets weiter differenzierenden Ästen führt und dann den Weg vom Hölzchen zum Stöckchen weist. Die Rolle der zentripetalen Kräfte, die sich bildhaft mit dem Aufsetzen von Pfropfreisern auf genealogisch verwandte Zweige oder Ableger ausdrücken lässt, besitzt hier, da
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etymologisch uninteressant, keinen Stellenwert: Die traditionelle Romanistik sah in der Ausgliederung der Sprachräume und der Dissoziation des romanischen Wortschatzes wie der Wortbildungsmorpheme das Wirken der romanischen Völker (Meier 1941; v. Wartburg 1941); in einer romanischen Sprachwissenschaft, wie sie z. B. B. Lausberg (1956–62), Tagliavini (1973) oder Vidos (1968) konzipiert haben, hält sich das Interesse für das Wachsen und Gedeihen solcher Pfropfreiser in Grenzen, denn Pelzen mit Pflanzenknospen wie das Pfropfen mit Reisern sind keine natürlichen Abläufe, sondern künstliche Eingriffe in das Wachsen und Werden und mithin kulturell bedingte Prozesse, deren Beachtung in der aus der romantischen Sprachbetrachtung hervorgegangenen Romanistik nicht vorgesehen war. Es genügt, die historischen Grammatiken systematisch auf gelehrte oder sog. ,halbgelehrte‘ Sprachentwicklung zu untersuchen oder ein monumentales Werk wie das Französische Etymologische Wörterbuch (v. Wartburg 1922–2005) hinsichtlich des gebildeten Wortschatzes zu durchforsten, um die These von der unzureichenden Berücksichtigung der kulturell bedingten Sprachentwicklung zu belegen (Schmitt 2003). Man muss immer wieder feststellen, dass hier die Sprache in der ländlichbäuerlichen Kultur das besondere Interesse für sich beansprucht, die Rückwärtsorientiertheit erweist sich als die eigentliche Konstante; die nicht volkssprachlich entwickelten Formen und sprachlichen Regeln, wie z. B. die wiederkehrenden absoluten Konstruktionen (Müller-Lancé 1994), gelten als Quereinsteiger ins sprachliche Kontinuum mit marginalem Stellenwert, als etwas Aufgesetztes, dessen Betrachtung vom eigentlichen Ziel romanistischer Tätigkeit nur ablenkt. 4. Zur Wirkung von Europäisierung und Globalisierung Es soll nicht versucht werden, hier eine Festlegung dessen vorzunehmen, was unter sprachlicher Internationalisierung zu subsumieren ist und welche Extension Phänomenen zugeschrieben werden muss, um als Europäismen und Internationalismen gelten zu dürfen. Wer davon ausgeht, dass darunter die Verbreitung sprachlicher Einheiten und Regeln in verschiedenen Sprachen zu verstehen ist, tut gut daran, darauf hinzuweisen, dass ein solches Verständnis eine maximalistische wie eine minimalistische Auslegung gestattet, aber nicht die Festlegung auf die Wort- oder Morphemebene. Auswirkungen sind sowohl unterhalb als auch oberhalb der Wortebene nachweisbar, wie dies zwei Beispiele verdeutlichen sollen: – frz. concept < lt. conceptum (PRob 32002, 4996) hat sich – vergleichbar sp. conceto und it. concetto – im Mittelfranzösischen zu concet [kõsE] entwickelt; doch bereits Littré kennt wie auch der Robert heute nur noch die Aussprache [kõsept]; bei frz. aspect (< lt. aspectum) gibt Milleran (I, 10; 11) um 1700 die Aussprache [aspEk] an (ed. 1973), Littré und der NPRob hingegen verzeichnen nur [aspE]; Bei discours (< lt. discursum) registriert Milleran (II, 66) um 1700 die Aussprache [disku], Littré, der die Liaison des [-s] verbietet, wie auch der NPRob die Aussprache [diskur]. Was ist dabei mit dem konsonantischen Auslaut des Französischen geschehen?
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Mit Buben (1935) kann man hier generell vom Wirken der ,Spelling pronunciation‘ sprechen, die auf das Französische einwirkt „[depuis qu’] il fallut apprendre à écrire à tous les petits français“ (Chervel 1977); aber es ist nicht ausgeschlossen, dass auch eine innere Homologisierung stattgefunden hat, denn conception, conceptisme, conceptualiser, conceptuel, etc. konnten auf concept einwirken, wie auch sp. conceto zu concepto unter Einfluss seiner Wortfamilie geworden ist und im DRAE 22 unter dem Stichwort conceto nur noch die Markierung „ant.“ und ein Hinweis auf concepto geführt wird (I, 612 b). Frz. aspect [aspE] bleibt in diesem Zusammenhang etwas enigmatisch: Während der Littré noch [abZE] und durch das Feminin geschütztes [abZEkt] verzeichnet, kennt der NPRob nur noch [abZEkt], aber nicht das erwartete [aspEkt]; und es ist auch nicht überraschend, dass discours heute überall wie cours ausgesprochen wird. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass hier auch phonetische Europäisierung vorliegt, denn die Aussprache von [-pt], [-kt] und [-r(s)] in den wichtigsten europäischen Nationalsprachen wie auch im Latein konnte nicht ganz ohne Folgen für die französische Nationalsprache bleiben. – Ähnliches gilt auch für die Einheiten oberhalb der Wortebene: Natürlich lässt sich La Fontaines Le père mort les fils vous retournent le champ schon wegen des Dativus ethicus in verschiedener Weise interpretieren. Wer aber – mit Stefenelli (1987) – in Betracht zieht, dass dieser Autor ein gewisses Faible für archaisierenden und latinisierenden Wortschatz besaß und die dauernde Einwirkung der lateinischen Ablativus-Absolutus-Konstruktion, wie Müller-Lancé (1994) diese festgestellt hat, nicht aus den Augen verliert, wird geneigt sein, derartige absolute Konstruktionen in einen gewissen Zusammenhang zu bringen und dementsprechend zu interpretieren. Es scheint daher angebracht, dieses die Gesamtsprache betreffende Phänomen (Bergmann 1995) in Anlehnung an Volmert als Hyperonym „aller Termini, mit denen Zeicheneinheiten auf den verschiedenen Ebenen des Intersystems bezeichnet werden“ (1990, 49), aufzufassen, darunter die von Horst Geckeler speziell erwähnten Intermorpheme und Interlexeme ebenso zu subsumieren wie syntagmatische, phraseologische, textuelle, aber auch phonetisch-phonologische Kriterien oder semantische Konvergenzen. Die Angabe der involvierten Sprachen ist dabei kaum von Relevanz, Europäismen sind Phänomene, die aus weit verbreiteten Kultursprachen wie dem Griechischen und Latein stammen, ausdrucksseitig wie inhaltsseitig in übereinstimmender Form in mehreren Sprachen auftreten und identischen Strukturregeln folgen. Damit ist faktisch das Latein als Überdachungssprache und zusätzlich als der entscheidende Vermittler griechischer Kultur und Sprache dazu prädestiniert, als einigender Faktor übereinzelsprachlich zu wirken, Globalisierung wirkt sich in romanischen Sprachen weitestgehend als Relatinisierung, in nicht-romanischen als Latinisierung aus, wie dies das bekannte Beispiel des Internationalismus Morphologie verdeutlicht: – Dass ihn Grimms Deutsches Wörterbuch (Bd. 12, 1885) nicht verzeichnet und das FEW bei morphologie (Blainville 1822) ausführt, die „hier vereinten Wortgruppen beruh[t]en auf gr. morfä „Form“ [und morphologie ist] „gebildet mit
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dem Element -logie (< gr. lógov), das z. B. schon im 16. Jh. anthropologie ergeben hatte“ (VI, 3, 140), kann nicht weiter überraschen. – Ebenso darf die sprachinterne Erklärung von María Moliner (21998, 391) oder der Real Academia (222001, 1538) als erwartbare Interpretation bewertet werden, wie weitere Deutungen in anderen romanischen Sprachen. – Allein der Robert historique (Rey 1992, II, 1275) und mit ihm die Reihe der deskriptiven Wörterbücher des Hauses Robert, sowie der Trésor de la langue française (11, 1090), nicht jedoch der Grand Larousse de la langue française (4, 3465), kennt die genaue Entstehung und Herkunft aus dem Deutschen: „Le terme a d’abord été créé en allemand par Goethe (1790), passionné de sciences naturelles, dans un sens général et philosophique“ (Rey 1992, II, 1275 a), wobei der Autor wohl mit Recht darauf hinweist, dass für morphologique „précédé par l’anglais morphologic“, morphologiquement (< engl. morphologically), morphologue (frz. Bildung [?]) und morphologiste (< engl. morphologist [?]) diese genealogische Erklärung aus dem Deutschen so wohl nicht zutrifft. Die Kontakt- und Konvergenzforschung wurde für viele – romanische wie nichtromanische – Sprachen noch nicht in wünschenswertem Umfang betrieben, so dass die meist auf wackligen Erstdatierungen basierenden genealogischen Erklärungen, wie der frühere Leiter des TLF (Imbs) sich auszudrücken pflegte „sont probatoirement définitives ou définitivement probatoires“; aber eins ist unbestreitbar: Wie morphologie auf Euromorphemen beruht, hängt die Wortbildung in den europäischen Sprachen vielfach am Tropf der Überdachungssprache(n), die z. B. Derivate von Namen für Körperteile gestattet, während die Volkssprachen analytisch vorgehen: In allen romanischen Sprachen leben direkte Fortsetzer von lt. manus „Hand“ (REW 5339), und Derivate wie *manua „Handgriff“, manualis „mit der Hand gefasst“, man(u)arius „zur Hand gehörig“, *manuciare „betasten“ u. a. m. kennen teilweise eine beachtliche Verbreitung; für die heutigen Fachsprachen gilt, dass Ableitungen nur von der gelehrten Basis manu- (→ it. manuale, manovale, sp. manual, mangual, manguear, frz. manuel; engl. manual) denkbar sind, wie bei oculus nur die gelehrte Grundform der Wortbildung dient. Dieser Trend ist heute allgemein und liegt verstärkt da vor, wo z. B. die Ratio im sprachlichen Bereich über die Gefühle gestellt wurde wie im Französischen seit dem Siècle classique, wo die Emotionalität ausdrückenden Diminutive so stark zurückgegangen sind, dass mini- und maxi- auf eine sich bildende Lücke bzw. einen bereits vorhandenen Bezeichnungsbedarf stießen, oder wo durch ,épuration‘ Bezeichnungsdefizite geschaffen wurden. Ein zentrales Beispiel für Konvergenz stellen die Negationsmorpheme dar, die verschiedenen Träger von Negation, die im Zeitalter der Globalisierung und zunehmenden internationalen Sprachkontaktes sprachübergreifend wirken:
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DEUTSCH
FRANZÖSISCH
Präfixe
Homonyme zu autonomen Morphemen
Präfixoide Präfixe
a-, ande-, desdisentexin-, imir-, ilmissun-
abantikontra-/contra- nonnichtpseudonimmerschonwider-
a-, andé-, désexin-, imir-, ilmé-, mésmes-
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SPANISCH
Homonyme Präfixoide Präfixe zu autonomen Morphemen
Homonyme Präfixoide zu autonomen Morphemen
contremalnonsans-
contramalnosin-
anticontrapseudo-
a-, ande-, desdi-, disin-, imir-, il-
antiex(p)seudonon-
Allen drei Sprachen gemeinsam ist, dass es zum Inventar der Negationsmorpheme jeweils ererbte, volkstümlich entwickelte Funktionselemente gibt, wie z. B. im Deutschen ent- oder un-, im Französischen dé- oder mé- und im Spanischen de- und des-, und dass zum Ausdruck der Negation Morpheme gebraucht werden, die Homonyme zu autonomen Morphemen der jeweiligen Nationalsprachen bilden. Aber allen drei Sprachen (wie auch dem Italienischen, Portugiesischen oder Englischen) gemeinsam ist auch, dass zum einen den Präfixen volkssprachlicher Herkunft Rivalen gelehrten Ursprungs erwachsen sind, wie z. B. a-, in-/im-/ir-/il- oder ex-, und zum andern Präfixoide aus dem griechisch-lateinischen Fundus vorhanden sind, die natürlich in einem Konkurrenzverhältnis gegenüber den erbwörtlichen Morphemen stehen (Cartagena/Gauger 1989, 184), dessen Ausgang letztlich von den in aller Regel übereinzelsprachlichen Distributionsregeln entschieden werden dürfte: Und hier gilt, dass sich ererbte Formantien nur sehr ungern mit gelehrten Basen verbinden, wie gelehrte Formantien oft bei der Negierung ererbten Wortschatzes, vielleicht mit Ausnahme des Englischen, immer Einschränkungsregeln unterworfen bleiben. Bildungen vom Typ ,ererbte Basis‘ + gelehrtes Lexem, wie sie in einem Artikel von Le Monde (2./3. IX. 2001, S. 8) auftreten, wo neben den zahlreich ausgewiesenen sexologue und sexologie ein in Hecken gesetztes amourologie gebraucht wird, bilden zumindest im Romanischen noch immer die Ausnahme. Wie stark die Präsenz der aus dem griechisch-lateinischen Kultursuperstrat (Lüdtke 1998) stammenden Morpheme in den westeuropäischen Sprachen ist und wie ihre Expansion auf Kosten der ererbten Formantien erfolgt, wurde mehrfach am Beispiel des Französischen und Spanischen (Schmitt 1988; 1995a; 1996a) dargestellt. Weniger bekannt und vor allem bisher in einschlägigen Arbeiten nicht berücksichtigt wurde ein anderes Einfallstor, das – sicher zu Unrecht – bisher nur wenig die Aufmerksamkeit der Romanistik wie der Sprachwissenschaft allgemein gefunden hat: die Ergonomastik, wie auch die Namenkunde allgemein (Koß 32002; 1999, 186 ff.). Wer z. B. die pagine gialle von Rom, Florenz und der Emilia Romagna in Bereichen konsultiert, die für sich den Anspruch erheben, mit der Zeit zu gehen oder gar bei ihren Leistungen wissenschaftliche Ergebnisse mit zu berücksichtigen, kann nicht umhin festzustellen, dass bei den Namen der Haarund Kosmetikinstitute, Parfümerien und Reformhäuser euromorphologisch konzi-
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pierte Namen dominieren und traditionell italienische Bildungen (wie z. B. Nomen + Nomen, Nomen + di + Nomen) nicht geschätzt werden. Es bilden die englisch anmutenden Namen, wie von Migliorini (1963, 11) in seinem Buch Lingua contemporanea bereits angedeutet hat, den Prototyp des Firmennamens. Die pagine gialle von 1998 und 2002, die mir zur Verfügung stehen, lesen sich wie ein Abschnitt aus einem englischen Branchenbuch und führen die Internationalismen center, club, shop, beauty, hair, art, new und crazy, look, style, mode, fashion, vogue, line, team und service, aber auch die latinisierenden Elemente idea, sanitas, millefolium, hortus mirabilis, salus in herbis, in Herbis Vita oder Herbis non verbis sind hier vertreten, und bei den Wortgebildetheiten besitzen mega- und poli- (→ megasolarium, Studio Polispecialistico), sowie bio- (→ Biohair) und euro (→ Europrofumeria, Eurerbe) die wichtigste Rolle. Allgemein profitieren die Unternehmen in Italien von den mit Euromorphemen verbundenen Präsuppositionen wie mit deren Ausdrucks-, Darstellungs- und Appellfunktion (Bühler 21965, 28 f.). Die Wahl des Namens bleibt verbunden mit der interessenorientierten Ausrichtung auf Kunden oder eine bestimmte Zielgruppe von Kunden, Menschen, die sich für kosmopolitisch halten und daher auch international denken. Durch die Wahl der Morpheme globo, universo, mondo, spazio, cosmo, die nicht auf das Italienische beschränkt bleiben, soll zum Ausdruck gebracht werden, dass man sich nicht auf ein bestimmtes Land fixiert. Die Euromorpheme stehen für Offenheit, Zukunftsorientiertheit, Globalität und Grenzenlosigkeit. Gleichzeitig strahlen sie eine wissenschaftliche Aura aus, die beim Kunden für Vertrauen sorgt, vergleichbar den Elementen aus klassischen Sprachen, die stets einen gewissen Bildungsstand suggerieren, der dazu angetan ist, dem Kunden zu schmeicheln, und der Firma, wie dies Calabrese formuliert hat, „valori latenti di aristocraticità“ (1989, 161) verleihen, zu denen dann zusätzlich noch „fatti scientifici“ (Calabrese 1989, 161) treten. Vielleicht spielt noch zusätzlich für die Romanen das „proprio per il fascino dell’ignoto“ (Folena 1989, 115) eine gewisse Rolle. Bei Weinnamen, um einen völlig anderen Bereich zu zitieren, ist die Situation geradezu konträr: Hier setzen die Produzenten auf Einzelund Markenstrategie, Dachnamenstrategien sind hingegen weitestgehend unbekannt, das Wortmaterial, das im Spanischen den Lagenbezeichnungen folgt, wie campo, castillo, don, marqués de, señorío oder viña, ist so verschieden, dass diese Produktnamen allenfalls durch die Ähnlichkeit von Assoziationen (vgl. z. B. Vornholt 1997, 240) verbunden sind, denn abad, canónigos, san u. a. m. verweisen z. B. auf die Verbundenheit von Weinkultur mit Klostertraditionen, während marqués, castillo, conde, príncipe, feudo, diamante, glorioso und real v. a. dazu angetan sind, den edlen, feudalen Charakter des Produkts hervorzuheben. Es überrascht kaum, dass das Zusammengehen der westeuropäischen Sprachen inzwischen auch die Laienlinguistik beschäftigt, wie dies z. B. die Leserzuschriften in La Crusca per voi zeigen. Wenn etwa ein Leser Informationen darüber wünscht, ob man – analogisch zu biblioteca, nastroteca, videoteca – auch einen ähnlichen Namen für eine Briefmarkensammlung bilden kann (4/1992, 13 f.) und ein anderer darüber Auskunft wünscht, warum neben frenelogo nicht auch als Berufsbezeichnung coprologo besteht (17/1998, 3), dann zeigt diese mit „del coprologo davvero
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non si sente il bisogno“ von Serianni unbefriedigend beantwortete Frage, wie stark die Sprecher in Italien wie anderswo in der Romania das Phänomen übereinzelsprachlicher Wortbildung verinnerlicht haben; die Antwort Nencionis auf den Vorschlag einer Schulklasse, matricida, parricida, uxoricida etc. durch tecnocida zu ergänzen, dokumentiert das Dilemma von Puristen, die mit donquichotesken Handlungen versuchen, hier eine Entwicklung anzuhalten oder zumindest zu bremsen, die im Grunde nicht auf das Italienische begrenzt bleibt: „[tecnocida solle nicht gebildet werden] perché in una serie di parole schiettamente latine e proprie della famiglia romana introduce una parola composta di un prefissoide greco tecno-, designante i figli, seguito dal -cida ,uccisore‘, schiettamente latino“ (La Crusca per voi 18/1999, 9, 2).
Eine derartige Erwiderung heißt verkennen, dass solche Wortbildungen inzwischen transnationalen Regeln folgen und dass für tecno- das Griechische allenfalls als etymologia remota, aber neben dem Latein auch gleichermaßen jede europäische Sprache – das Italienische ebenso gut wie das Englische – als etymologia proxima in Frage kommen kann. Das Morphem tecno- gehört allen gemeinsam wie auch euro-, filo-, pedo- u. a. m., und wie es sinnlos ist, sich über softuerista, formattare oder scannerizzare aufzuregen, darf man auch gegen die analogische Expansion derartiger Phänomene (Nencioni 1995, 212) keine Einwände vortragen (vgl. auch Bolelli 1993). Während die Euromorphologie, die sich in Dubletten wie sp. entre-/inter-, tras-/ trans-, -azón/-ación, -iguar/-ificar u. a. m. besonders deutlich zeigt, in den letzten Jahren mit Aufmerksamkeit verfolgt wurde (Schmitt 1995a/b; 1996a), hat – merkwürdigerweise – die Semantik in diesem Bereich kaum die ihr gebührende Aufmerksamkeit gefunden. Das Problem der aus dem Sprachkontakt resultierenden ,faux amis‘ oder ,falsos gemelos‘ wurde zwar in seiner Bedeutung speziell für die Sprachlehre erkannt, und es existieren für das Französische (Gauger 1982, Kühnel 1979) wie auch das Spanische (Dupont 1961; Schmitt 2000) umfangreiche Studien zu diesem Thema (vgl. auch Spence 1987; Wandruszka 1977); auch haben sich die Stilbücher – hier in erster Linie die brasilianischen Livros de Estilo – dieses Komplexes angenommen, zu dem folgende Beispiele zu rechnen sind: Lexem
Bedeutung im Spanischen
Bedeutung im (brasilianischen) Portugiesisch
anfiteatro
Rang
Totenwache
aparato
Apparat, Gerät
Pomp, Prunk, Pracht
aula
Klasse
Unterricht
clase
Unterricht
Klasse
contestar
antworten
bestreiten, widersprechen
(usw.; vgl. Filho, Martins/Lopes, Eduardo 31997, 115)
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Das wesentlich frequentere Phänomen der europäischen Bildfeldgemeinschaft (Weinrich 1976, 287) hat hingegen kaum die ihm gebührende Aufmerksamkeit gefunden, obwohl es für das sprachliche Handeln viel zentraler ist, denn ganz Westeuropa benutzt dieselben Metaphern und Metaphernprogramme, und dies mit identischen kommunikativen Intentionen. Dabei wirkt die Metapher wie ein Filter, in dem sich „kulturspezifische enzyklopädische Wissensbestände“ überblenden, nicht aber semantische Merkmale (Burkhardt 1987, 46), denn Metaphern kommen dadurch zustande, „dass auf den Hauptgegenstand ein System von ,assoziierten Implikationen‘ angewandt wird, das für den untergeordneten Gegenstand charakteristisch ist“ (Black 1954, 75). Besonders gut lässt sich das Zusammengehen der europäischen Sprachen im Bereich der Gesundheits- und Krankheitsmetaphern belegen. Dies kann nicht überraschen, kennen doch bereits die Griechen, wie Demandt (1978) oder Peil (1983) dokumentieren, Metaphern aus dem pflanzlichen wie aus dem tierischen Bereich, und bekannt ist auch, dass die Körper-Metaphorik schon bei Platon und Seneca insbesondere auf Gemeinschaften und Staaten angewandt wird (Demandt 1978, 20 f.; Peil 1983, 302ff.); diese Verwendung findet ihre Fortsetzung im politisch-philosophischen Diskurs beispielsweise bei Bismarck, Lenin, Trotzki und Mussolini (Demandt 1978, 85ff.; Rigotti 1987). Gesundheit und Krankheit (als besondere Varianten der Körpermetaphorik) erklären den Zustand eines Körpers und werden damit im übertragenen Sinne auch für die Beschreibung des Zustands bestimmter Staaten verwendet. Neben allgemein gehaltenen medizinischen Begriffen lassen sich natürlich auch spezielle Krankheiten bzw. Behandlungsmethoden metaphorisch verwenden und interessenorientiert gebrauchen. In diesem Sinne ist Krankheit ein klassisches Bild, um eine Gesellschaft als korrupt, kriminell oder auch ungerecht zu beschreiben (Demandt 1978, 115; Rigotti 1987, 283; Sontag 1991, 73), die Krankheitsmetaphorik wird verwendet, um Besorgnis über bestehende soziale Ordnung zu äußern. Sie ist leicht zu verstehen, gilt als wirkungsvoll, da davon ausgegangen werden kann, dass jeder weiß, was Krankheit bedeutet, wie negative Abweichungen sich auswirken und wie ihnen zu begegnen ist (Sontag 1991, 73), also neben der Kenntnis über den möglichen Ausgang über ein Minimum an Wissen über die Aufgaben des Arztes, die Möglichkeiten einer Therapie und den möglichen Ausgang verfügt. Als Problem der Übersetzungswissenschaft wurde der Metapherntransfer von Pirazzini (1996, 90) erkannt, die von einem primär textuellen Phänomen ausgeht (vgl. auch Baier 1988; Koller 41992, 254), für das nach Walther gilt, dass es „Ähnlichkeits- und Analogiebeziehungen aufdecken hilft, oder dass die Ähnlichkeitsund Analogiebeziehungen in einem bildhaften Vergleich erklärend umschrieben oder durch andere nicht-metaphorische sprachliche Mittel aktualisiert“ (1990, 444 f.) werden. Daher ist auch grundsätzlich das in der Metapher vermittelte Bild beizubehalten, was bei der Gesundheitsmetapher ohnehin keine Schwierigkeiten bereitet, da jeder Translator über einschlägige Erfahrungen verfügt, ein Transferproblem also nur dann auftritt, wenn die Metapher „auf Erscheinungen der Kultur- und Lebensformen einer Kommunikationsgemeinschaft Bezug nimmt, die der anderen Kommunikationsgemeinschaft nicht zugänglich bzw. wesensfremd sind“
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(Walther 1990, 449; vgl. auch Dagut 1976). Das von Kloepfer in die Welt gesetzte Märchen, „[…] je kühner und freier erfunden, je einmaliger eine Metapher ist, desto leichter lässt sie sich in anderen Sprachen wiederholen“ (1967, 116), wurde bereits von Dagut (1976) und Pirazzini (1997, 113ff.) als solches entlarvt und als haltlose und unbelegte Behauptung dekuvriert. Auch wenn es keine allgemeinen Regeln für die Übersetzbarkeit von Metaphern gibt (Mason 1982, 149), so steht doch inzwischen außer Frage, dass ein gemeinsamer Kulturraum, intensiver Kommunikationsaustausch und eine einheitliche Tradition wichtige Grundlagen für den Metapherntransfer bilden. Von linguistischer Seite wurde die zunehmende Konvergenz hingegen bisher kaum kommentiert, obwohl auch hier ein ausgesprochenes Europäisierungs-, vielleicht sogar ein generelles Globalisierungsproblem vorliegt, das zum Sprachenvergleich anregen müsste und die Frage aufwerfen sollte, ob es außer den historischen noch andere Gründe für die „Harmonie der Bildfelder zwischen den einzelnen abendländischen Sprachen“ (Weinrich 1976, 287) gibt. Es scheint verständlich, wenn Liebert in evtl. vorhandenen Bildlücken (1992, 198f.) kein Problem erkennt und Weinrich gar behauptet, Metaphern seien „bedenkenlos in eine unserer Nachbarsprachen“ (1976, 287) zu übersetzen. Es genügt der Vergleich von wenigen Exemplaren der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung, des Corriere della Sera und von La Repubblica, und hier der politischen und wirtschaftlichen Teile, um die weit fortgeschrittene Europäisierung zu dokumentieren. Selbst wenn man auf die systematische Erfassung so frequenter Einheiten wie z. B. nascere/nascita, operazione, risanamento oder esame/esaminare verzichtet, bleibt immer noch ein riesiges Material, das hier in Frage kommt und die unproblematische Vergleichbarkeit des Deutschen und des Italienischen dokumentiert: – beide Sprachen kennen Diagnose/diagnosi, Attest/attestato, Prognose/prognosi, prognostizieren/pro(g)nosticare, Untersuchung, examinieren/esame, Symptom/ sintomo, prophylaktisch/profilattico, Immunität/immunità, Infektion/infezione, infizieren/infettere, Virus/virus, Epidemie/epidemia, endemisch/endemico u. a. m.: Dabei sind die Wortkörper zwar im Sinne der etimologia remota griechisch-lateinischer Herkunft, doch ist an eine Mehrfachentlehnung oder Mehrfachneubildung sicher nicht zu denken. Die Verwendung in identischen Fachsprachen kann identischen Denk- und Kognitionsmustern der Westeuropäer zu verdanken sein oder dem Transfer von der einen in die andere Sprache, wobei zu betonen ist, dass stante pede jeder Romanist – von einigen faux-amis abgesehen – jedes dieser Bilder sofort für das Spanische, Portugiesische oder Französische parat hat; – die Konvergenz bezieht sich aber nicht allein auf Bilder, die auf pänidentischen Wortkörpern mit weitestgehend identischem Inhalt basieren, sondern umfasst auch Äquivalenzen ohne formale Ähnlichkeit wie Befund/diagnosi, Verfassung/ condizione, Widerstandskraft/resistenza, Ansteckungsgefahr/contagio, anstecken/ contagiare, krank/malato, Seuche/epidemia, unheilbar/insanabile, verwundbar/vulnerabile, entzünden/infiammare u. v. a. m. Auch hier ist den Lesern spanischer, portugiesischer oder französischer Zeitungen das metaphorische Äquivalent
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vertraut, da dieselben Bilder in politisch-wirtschaftlichen Texten Legion bilden. Angesichts der grundsätzlichen Bereitschaft, Metaphern aus dem medizinischen Bereich in diesen Textsorten einzusetzen, lässt sich noch nicht einmal mit Gewissheit aussagen, ob Eigenprodukte in Fällen vorliegen, wo das Deutsche und das Italienische unterschiedliche Metaphern aus dem medizinischen Bereich gebrauchen, um den gleichen Sachverhalt zu beschreiben, wie dies z. B. bei Lebensader/spina dorsale oder Finanzspritze/boccata d’ossigeno der Fall ist. Man muss nicht einmal Linguist sein, um auf dieses Thema und die vielfältigen Möglichkeiten der Instrumentalisierung von Metaphern hinzuweisen. Die Sprecher sind sich des metaphorischen Potentials bewusst, das die Metaphern aus dem medizinischen Bereich bieten, und wissen auch, dass selbst diese Domäne auf Metaphernimport angewiesen ist, vor allem wenn es um interessenorientierte Sprachverwendung geht. Dann sind die fachsprachlichen Einheiten mit klarer, vorgegebener Semantik und textresistenten sprachlichen Zeichen nicht (mehr) gefragt, wie dies aus einer Karikatur des Figaro deutlich wird, wo es darum geht, wie man in humaner Form Patienten mitteilt, dass sie an Krebs erkrankt sind:
in: Le Figaro 21/22-II-2004, S. 10
Hier offenbart sich ein weiterer funktionaler Aspekt des Metapherngebrauchs, dessen sich wohl jeder bewusst ist, der aber ebenfalls in den einschlägigen Darstellungen bisher kaum Berücksichtigung gefunden hat: Der Sender weiß, dass der Durchschnittssprecher nur teilweise am Bildungswortschatz partizipiert und dass Breitbandaussagen oft beruhigen, zumindest aber nicht eindeutig verstanden werden, für den Empfänger also unverständlich bleiben oder der Auslegung bedürfen. Das im 14. Jh. entliehene Verb (s)aggraver „rendre plus grave, plus condamnable, plus pénible, plus lourd, plus dangereux, plus violent, plus profond“ ist schon recht
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opak, wie zahlreiche Latininismen, doch, wie hier deutlich wird, bildet der Nominalstil mittels la gravité […] se stabilise, wo das Abstraktum mit der Bedeutung „caractère de ce qui a de l’importance (surtout en mal)“, wie der NPRob ausführt, in Verbindung mit dem eher positiv konnotierten stabiliser „consolider, affermir“ noch undeutlicher bleibt und noch mehr Interpretationsmöglichkeiten anbietet, schon deshalb die bessere Option, weil hier das exegetische Angebot am umfangreichsten bleibt. Wer politische Reden analysiert, erkennt schnell, dass die Suche nach metaphorischen Nebelbomben die sprachlich Handelnden verbindet und sich aus diesen kommunikativen Bedürfnissen ebenfalls europäische Konvergenzen herleiten und begründen lassen. Diese wenigen Beispiele mögen genügen, um zwei Aspekte zu unterstreichen und die Notwendigkeit weiterführender Forschung zur europäischen Konvergenz hervorzuheben: (1) Die diachronisch orientierte Metaphorologie reicht nicht aus, um die hohe Produktivität bei der Metaphernbildung in den Printmedien zu erklären. (2) Die ausgeprägte Harmonie und starke Affinität der Bildfelder erfordert eine synchronisch-funktional orientierte Metaphernforschung, die eine überzeugendere Erklärung der hier im Einsatz befindlichen zentripetalen Kräfte liefert. Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass es natürlich nicht genügt, Formenkonvergenz entweder aus der historischen Tradition oder aus der Konvergenz europäischer Sprachen zu erklären. Auch andere Mechanismen bleiben denkbar: – so darf man in Sprachen, wo man sich daran gewöhnt hat, Politik und Wirtschaft mittels sprachlicher Zeichen für psychische Erkrankungen abzubilden, wie it. depressione, depresso, neurotico, schizofrenico, follia, matto, folle, pazzo u.a.m., natürlich stets mit der Ausdehnung dieses Bildbereichs rechnen, wie auch dt. Depression, Psychose, neurotisch, Wahnsinn, schizophren und wahnsinnig dazu angetan sind, auch andere Einheiten aus dem Bereich der psychischen Erkrankungen für eine metaphorische Umterminologisierung geeignet erscheinen zu lassen; – und des Weiteren darf die Wirkung von Isotopienketten im Text nicht unterschätzt werden. Dazu ein Beispiel: „Per Prodi, che ha definito la crisi attuale diversa da quelle precedenti perché ha coinvolto paesi con bilanci sostanzialmente in ordine ed una economia reale sana e forte, all’origine ci sono state le strutture completamente malate degli organismi finanziari. Di qui la necessità di un intervento di risanamento finanziario che non metta in crisi l’economia reale, con la richiesta cioè ai paesi colpiti di continuare a gestire l’economia in maniera forte, ma con una medicina durissima per le borse, i mercati finanziari e le banche“ (La Repubblica, 7.I.01, 1998, 29b),
dem ein Segment aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (15.I.1998, 14b) typologisch durchaus entspricht: „Hoffnungsschimmer für Stabilisierung der Asienkrise [Überschrift] Ganz in diesem Sinne hat der Geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Michel Camdessus, in Seoul gesagt, Südkorea stehe am Anfang des wirtschaftlichen Heilungsprozesses.
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Christian Schmitt Diese Krisen seien aber weniger von Leistungsbilanzdefiziten als vielmehr wesentlich von strukturellen Schwächen im Bankensystem begünstigt worden. Demgegenüber gebe es heute in Lateinamerika und Mittelosteuropa in einzelnen Ländern zwar erhebliche Risiken. Jedoch sei dort das Bankensystem in relativ guter Verfassung […] Alles in allem lauten daher die Prognosen: Welthandel […] und Bruttoinlandsprodukt der Industrieländer werden nicht viel weniger stark wachsen […].“
Es ist jederzeit möglich und in Bezug auf die Metaphorisierungsstrukturen konsequent, die hier vorhandenen Isotopien auszubauen und – sogar durch neue Metaphern – fortzuführen; da das Bildfeld bereits eingeführt ist, dürften keine Hindernisse bei der Extension auftreten. Im Bereich der Metaphorisierung wie aber auch der semantischen Parallelismen insgesamt, die sich z. B. auch bei den Metonymisierungsprozessen einstellen, stellt die Erforschung der zentripetalen Kräfte und ihrer Auswirkungen damit ein ganz zentrales Desiderat dar, das angemessen nur auf interdisziplinärer Basis unter Berücksichtigung der möglichen Textsortenvielfalt behandelt werden kann. Nur kurz hinweisen kann ich auf einen Bereich, bei dem man Europäisierung nicht erwartet, ein Vergleich von Übersetzungen aber zunehmende Konvergenz andeutet: die Gradation. Hier stellen sich mehr und mehr Elative ein, die übereinzelsprachlich zu sein scheinen. Erwartbar ist eine derartige Konvergenz da, wo Ausgangs- und Zielsprache formal ähnliche oder identische Mittel kennen, wie dies bei dt. absolut und total sowie den romanischen Äquivalenten, z. B. sp. absoluto und total, der Fall ist. Mit absolut wird in der deutschen Gegenwartssprache ein sehr hoher Steigerungsgrad zum Ausdruck gebracht; wegen der formalen Ähnlichkeit zu sp. absoluto kann also nicht überraschen, dass in Süskinds El perfume alle Verwendungen von dt. absolut mit dem Identem sp. absoluto wiedergegeben werden: Es ist absolut unmöglich (PS 14) absolut klassisch (PS 79) absolutes Stillschweigen (PS 139) so absolut verständnislos (PS 291)
→ → → →
Es absolutamente imposible (PS 14) absolutamente clásico (PS 63) guardar un secreto absoluto (PS 109) con una incomprensión tan absoluta (PS 230).
Doch zeigt dt. total, das in der Jugendsprache eine gewisse Präferenz genießt und sicher umgangssprachlich konnotiert ist, dass die formale Ähnlichkeit kein zwingendes Argument darstellt, denn in Christiane F., Los niños de la Estación del Zoo, lassen sich folgende Äquivalenzen nachweisen: dt. total
→ → → → → →
39 mal sp. total, totalmente 13 mal sp. completamente, por completo 6 mal sp. muy 4 mal mayor 19 mal sonstige Optionen 16 mal unübersetzt.
Aber eine Konvergenz ist dennoch mit der recht hohen Gleichsetzung der Gradpartikel dt. total/sp. total gegeben, und dem Leser fällt auf, dass die Verwendung von sp. total bei Jugendlichen viel weniger frequent ist als in diesem Translat; es darf bezweifelt werden, ob
Zentrifugale und zentripetale Trends in den romanischen Sprachen Er war total auf Turkey (CF 81) blieb total clean (CF 98) total ausgeflippte Frau (CF 231) total verknorpelt (CF 288) total kaputt (CF 326)
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→ Estaba totalmente bajo los efectos del ,turkey‘ (CF 84) → mantuve totalmente clean (CF 104) → totalmente acabada y curtida (CF 215) → totalmente endurecidas y agarrotadas (CF 282) → totalmente destrozada (CF 325)
die idiomatisch beste Option darstellen; andere wie z. B. total kaputten Fixern (CF 11) total einsam und hilflos (CF 205) total relaxed (CF 291) in totaler Panik (CF 211) total irrsinnig (CF 242)
→ → → → →
drogadictos y deshechos por completo (CF 96) completamente solo y desamparado (CF 186) muy tranquila, relajada (CF 285) presa del mayor pánico (CF 193) una pesadilla, una locura (CF 228)
wirken zumindest authentischer und geben die Jugendsprache besser wieder, zumindest in Bezug auf die usuelle Gradation. Aber es scheint auch konventionalisierte Äquivalenzen bei formal nicht übereinstimmenden Gradpartikeln zu geben: – so überrascht die Wiedergabe von dt. echt durch sp. auténtico hatte echt Angst (CF 44) → sentía auténtico pánico (Cf 42) echten Hass (CF 107) → un auténtico odio (CF 113) ein echter Nuttenpark (CF 118) → un auténtico burdel (CF 126),
die auch im Französischen eine formal ähnliche Äquivalenz besitzt; – tierisch als Gradpartikel kennt fast regelhaft sp. bestial oder animal als Entsprechungen: tierisch cooler Trip (CF 53) eine tierische Pfeife (CF 66) eine tierische Angst (CF 98) es tat tierisch weh (CF 109) stank tierisch (CF 145)
→ → → → →
ese bestial y audaz „trip“ (CF 53) una pipa bestial (CF 67) un miedo realmente animal (CF 102) era bestialmente doloroso (CF 115) apestaba como si fuera de un animal sucio (CF 154);
– und, um die Gesundheitsmetapher noch einmal aufzugreifen: die Grundpartikel wahnsinnig macht ebenso wie die romanischen Äquivalente ein Programm deutlich, das man mit DER SUPERLATIV/DER ELATIV IST DER WAHNSINN kognitiv (Osthus 2000, 98ff.) umschreiben könnte; auch hierzu einige ausgewählte Beispiele aus Los niños de la Estación del Zoo, die loco als präferiertes Äquivalent zeigen (das terrible/mente, extremamente, enormemente oder extremadamente deutlich in der Frequenz übertrifft): wahnsinnig aufregend (CF 15) wahnsinnig neu (CF 46) wahnsinnig hell (CF 53) wahnsinnige Lichteffekte (CF 63) wahnsinnige Scheiße (CF 88) ich mochte meine Oma wahnsinnig (CF 96) wahnsinnig lieb (CF 109) wahnsinnig froh (CF 149) wahnsinnig eifersüchtig (CF 258)
→ → → → → → → → →
como una locura excitante (CF 11) locamente nuevo (CF 46) la claridad de la locura (CF 52) luces con efecto de locura (CF 64) un escándalo de locura (CF 101) quería a mi abuela con locura (CF 117) lo amé con locura (CF 117) loca de alegría (CF 158) era celoso hasta la locura (CF 247).
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Auch hier liegt insofern eine Konvergenz vor, als zwei genealogisch nicht zusammenhängende Sprachen im Grunde identische Konzepte als sprachliche Mittel zum Ausdruck eines sehr hohen Grades ohne Vergleichswert heranziehen, und insofern besteht durchaus ein Bezug zwischen der auf europäischem Niveau gebrauchten Gesundheitsmetapher und den auf der psychischen Befindlichkeit basierenden Elativierungen, der auch bei Präfixoiden im Französischen nachgewiesen werden kann. Aber es ist natürlich leichter, einen Zusammenhang bei elativischen Konvergenzen nachzuweisen, wie diese bei sp. -ísimo, -érrimo (Carnicer 1977, 146), it. -issimo/-errimo oder frz. -issime vorliegen, die ebenfalls nicht immer direkte Entlehnungen aus dem Latein darstellen, als bei Konvergenz von semantischen Konzepten wie GELD IST FLÜSSIGKEIT (Lakoff/Johnson 1980) oder WIRTSCHAFT IST KRIEG (Hennet/Gil 1992); es ist auch einfacher, einen Zusammenhang bei den Europäismen archi-, ultra- und maxi-, die als Steigerungsmorpheme gebraucht werden (Widdig 1981), oder die Globalizität von anti- (García Platero 1994), super- oder mega- (Rodríguez Ponce 1999) und die Interdependenz von Latinismen in mehreren westeuropäischen Sprachen (Stefenelli 1983) zu dokumentieren als einen – wie auch immer gearteten – Zusammenhang bei zumindest den europäischen Sprachen gemeinen Konzepten vom Typ FUSSBALL IST KAMPF (Castañón Rodríguez 1993; Gil 1998) oder FUSSBALL IST KRIEG (Siefert 2002) und LIEBE IST KRIEG (schon Ovid, Amores 1, 9, 1; vgl. auch Schmitt 1994) nachzuweisen, zumal jeder Mensch für sich derartige Erfahrungen machen kann. 5. Folgerungen und Perspektiven Die bisherigen Ausführungen sind dazu angetan, die Modalitäten der romanischen Sprachengenese neu zu überdenken, denn es dürfte außer Frage stehen, dass den zentrifugalen Kräften der traditionellen historischen Grammatik die zentripetalen Kräfte der Globalisierung und Europäisierung entgegenwirken und geeignet sind, der Fragmentierung die vereinheitlichende Evolution entgegenzusetzen, die in vielen Teilen der Standardisierung der Wissenschaftssprachen im Mittelalter oder dem homogenen christlichen Latein vergleichbar ist, das Mohrmann (1955) und Schrijnen (1932) so eindrucksvoll dargestellt haben. Auch hier wurde eine gemeinsame Grundlage für das Latein und, darüber hinaus, die romanischen und nicht-romanischen Sprachen Westeuropas geschaffen. Es steht außer Frage, dass der Grundbestand der einzelnen romanischen Sprachen in Kontinuität aus dem lokal, sozial wie situational bereits differenzierten Latein besteht, wie dies aus der folgenden Darstellung erhellt:
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[Entwicklungsmodell I] romanische Sprache I
II
III (usw.)
lateinische Volkssprache(n)
Es mag auch noch angehen, dass der gelehrte Wortschatz im einen oder anderen Fall – z. B. durch Übersetzungen oder die Lehre der Kanones – mehrfach direkt aus dem klassischen Latein oder der schriftlichen Sakralsprache bzw. mittellateinischen Texten entlehnt wurde, wobei sich die Beweisführung im Einzelfall als schwierig erweisen dürfte. Doch kann man dieses Modell der gelehrten Übernahme nicht völlig von der Hand weisen: [Entwicklungsmodell II] romanische Sprache I
II
III (usw.)
Klassisches Latein, lateinische Bildungssprache
Das nächste Modell erklärt z. B. die Sonderstellung des Rumänischen, das die bildungssprachliche Grundlage des Lateins nicht kennt, aber eine eigene Latinität (Schmitt 1986), und durch die Bereicherungen mithilfe des Italienischen und später des Französischen (Lüdtke 2003) doch noch indirekt am bildungssprachlichen Ausbau der übrigen romanischen Sprachen partizipierte und von der gelehrten Aufforstung mittels Entlehnungen profitierte. Diese Form der Evolution lässt sich bildhaft wie folgt darstellen:
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Christian Schmitt
[Entwicklungsmodell III] II ←
romanische Sprache I
→
III (usw.)
Klassisches Latein, lateinische Bildungssprache
oder auch, falls nicht nur eine einzige romanische Sprache als Verteilersprache auftritt: [Entwicklungsmodell III 1] romanische Sprache I
→
romanische Sprache II
→ → III IV (usw.)
Klassisches Latein, lateinische Bildungssprache
Aber es ist auch denkbar, dass die romanischen Sprachen überhaupt nicht als Entlehnersprachen auftreten und von außen – vergleichbar dem gr. hepar – über eine nicht-romanische Sprache (re-)latinisiert (oder hellenisiert) wurden: Dieser Vorgang, der sich im Modell IV widerspiegelt, betraf früher oft Latinismen des Deutschen, dessen Funktion in diesem Bereich heute aber eindeutig das Englische übernommen hat: [Entwicklungsmodell IV] nicht-romanische Sprache
→ →
romanische Sprache I romanische Sprache II
Klassisches Latein, lateinische Bildungssprache
(usw.)
Zentrifugale und zentripetale Trends in den romanischen Sprachen
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Als Variante dazu dürfen Fälle gelten, wo eine aus einer nicht-romanischen Sprache entlehnende romanische Sprache zur Verteilersprache für die übrigen Sprache wird: [Entwicklungsmodell IV 1] nicht-romanische Sprache → romanische Sprache I → II → III (usw.)
Klassisches Latein, lateinische Bildungssprache
Und den letzten, heute sicher quantitativ bedeutendsten, die sprachliche Evolution allgemein bestimmenden Typ bilden Fälle, wo in romanischen oder nicht-romanischen Sprachen nach neulateinischer Bildungsweise oder in Kongruenz zu ideologischen Mustern und Programmen der antiken Sprachen Neubildungen vorgenommen werden: Diese Sprachen sind – in Abwandlung eines Werbe-Slogans – „créateurs d’eurolexèmes“. Derartige Bildungen werden dann wie Goethes Morphologie, mit oder ohne romanische Verteilersprache, in die westeuropäische und mithin auch in die romanischen bzw. übrigen romanischen Sprachen transferiert. Den ersten Fall stellt Modell V dar: [Entwicklungsmodell V] romanische Sprache nicht-romanische Sprache
→ → →
Affinität
Klassisches Latein, lateinische Bildungssprache
rom. Sprache I rom. Sprache II rom. Sprache III
(usw.)
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Christian Schmitt
in leichter Abwandlung dazu präsentiert sich Modell V1: [Entwicklungsmodell V 1] romanische Sprache → rom. Sprache I → II → nicht-romanische Sprache III
(usw.)
Affinität
Klassisches Latein, lateinische Bildungssprache
Dieses letzte Modell zeichnet sich dadurch aus, dass für die heutigen Sprachen ein synchronischer Prozess mit diachronischer Implikation vorliegt, da Regeln oder Denkmuster existieren, die evtl. einen Bezug zum Latein haben, aber ohne direkten Kontakt aus einer modernen Sprache stammen. Goethe beherrschte in genügendem Umfang die griechische Sprache, und wir verstehen Morphologie, weil wir analog gebildete, in unseren Bildungssprachen vorliegende Wortgebildetheiten zu analysieren gelernt haben. Ist hier noch die Implikation einer Tradition wahrscheinlich, wird dieselbe Erklärung mangels gesicherter Daten und angemessener Textforschung wesentlich schwieriger, wenn es um das Phänomen geht, dass „metaphor suffuses our thought, no matter what we are thinking about“ (Lakoff/Turner 1989, XI), oder das Prinzip von der konzeptuellen Vorstellung untergeordneter metaphorischer Formen zu bewerten ist, wie diese z. B. beim Konzept ARGUMENT IS WAR (Lakoff/Johnson 1980, 4) vorliegen, das gleichzeitig noch zahlreiche Folgekonzepte hervorgerufen hat. Die Frage scheint mir berechtigt, ob etwa die Konvergenzen in der Sprache der Rechten wie der Faschisten (Scotti-Rosin 1982; Knapp 1992; Schmitt 2003) die Affinitäten national oder nicht doch eher transnational und übereinzelsprachlich zu behandeln sind, während bei der langue de bois (Gudin 1996) die sich aus den Prinzipien des Sozialismus herleitende transnationale Betrachtung ohne Diachronie angebracht erscheint, solange keine historischen Vorbilder ausgewiesen oder zumindest plausibel gemacht werden können. Es ist erstaunlich feststellen zu müssen, dass das Prinzip der synchronisch gebildeten und funktional vielfältig eingesetzten Europäismen, das natürlich weit
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über die bisher in die Diskussion eingeführten Morpheme und den Wortschatz hinausreicht, von der Fremdsprachendidaktik (Klein/Stegmann 32000) erkannt und zumindest angegangen worden ist, während die romanistische Sprachwissenschaft diese besondere Sprachentwicklung, die der bekannten der Ausgliederung der romanischen Sprachräume (von Wartburg 1950) zuwiderläuft, bisher kaum wahrgenommen oder sogar Studien vorgelegt hat, die dokumentieren, dass die einfachsten Grundlagen wie die Unterscheidung von erbwörtlicher und gelehrter Entwicklung noch nicht einmal ansatzweise beherrscht werden (Dee 1997). Kein Zufall ist es, dass Horst Geckeler in seinem letzten Vortrag sich explizit mit dieser Fragestellung befasst hat: gerade auch von der Semantik – der konvergenzlinguistisch wie der genealogisch ausgerichteten Bedeutungslehre, die heute ganz eindeutig von Puristen bestimmt ist (Grijelmo 1998; 2000; 2001 und vor allem 2004), und der semantischen Pragmatik – darf man hier neue Ansätze und eine größere Öffnung der Perspektiven sowie eine Erweiterung der Einsichten erwarten. Der verehrte Kollege konnte hierzu nur noch wenige Ausführungen machen. Ich bin sicher, dass nicht nur der Autor dieser Zeilen von einer Fortführung des Gesprächs manche intellektuelle Bereicherung erfahren hätte. Bonn, im März 2004 Bibliographie Adams, Valerie (2001), Complex Words in English, London. Albrecht, Jörn (1970), Le français langue abstraite?, Tübingen. Alemany Bolufer, José (1920), Tratado de la formación de palabras en la lengua castellana. La derivación y la composición, estudio de los sufijos y prefijos empleados en una y otra, Madrid. Alvar, Manuel (1995), La formación de palabras en español, Madrid. Alvar, Manuel/Mariner, Sebastián (1967), „Latinismos“, in: Enciclopedia lingüística hispánica, Madrid, II, 3–49. Antoine, Gérald/Martin, Robert (Hrsg.) (1985; 1990; 2000), Histoire de la langue française 1880–1914; 1914–1945; 1945–2000, Paris. Baier, Michael (1988), Die metaphorische Textkonstitution, Erlangen. Bauer, Laurie (1983), English Word-Formation, Cambridge. Baugh, Albert/Cable, Thomas (41993), A History of English Language, London. Becker, Martin (2003), Die Entwicklung der modernen Wortbildung im Spanischen. Der politisch-soziale Wortschatz seit 1869, Frankfurt (u. a.). Bergmann, Rolf (1995), „,Europäismus‘ und ,Internationalismus‘. Zur lexikologischen Terminologie“, in: Sprachwissenschaft 20, 239–277. Bertau, Marie-Cécile (1996), Sprachspiel Metapher. Denkweisen und kommunikative Funktion einer rhetorischen Figur, Opladen. Black, Max (1954), „Die Metapher“, in: Haverkamp, Anselm (Hrsg.), Theorie der Metapher, Darmstadt 1983, 55–79. Bolelli, Tristano (1993), „Per fortuna c’è la Crusca“, in: ders., L’italiano e gli italiani. Cento stravaganze linguistiche, Vicenza, 59–61. Braun, Peter/Schaeder, Burkhart/Volmert, Johannes (Hrsg.) (1990), Internationalismen. Studien zur interlingualen Lexikologie und Lexikographie, Tübingen.
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Grenzfälle der Satzhypotaxe. Zum Fall parce que im gesprochenen Französisch Von Wolf-Dieter Stempel
Christian Schmitt zum 60. Geburtstag
Satzbeiordnung und Satzunterordnung (im Folgenden auch „Parataxe“ und „Hypotaxe“) – das sind, sieht man zunächst einmal über alles im Einzelnen Fragliche hinweg – Bastionen der Sprachlehre, fest gegründet und, wie es scheint, gut begründet, in den Grammatiken der alten und neueren Schulsprachen. Aufmerksamkeit findet dort zumeist die Satzunterordnung, wie sie vor allem durch entsprechende Konjunktionen oder Relativpronomina angezeigt wird; sie gilt, phylo- und ontogenetisch, als elaboriertere Form der Satzgestaltung und wird im Allgemeinen, insbesondere bei komplexeren Fügungen, eher der geschriebenen als der gesprochenen Sprache zugerechnet. Von daher gesehen erscheint sich zwangsläufig eine Asymmetrie zwischen den beiden Medien zu ergeben: Während in der Schriftsprache der Schreiber oder Textautor grundsätzlich frei ist in der Verwendung einer der beiden Formen der Satzgestaltung (angeleitet natürlich im konkreten Fall von den entsprechenden Vorgaben der Textsorte bzw. der literarischen Gattung), scheint die geringere Planungsspanne im spontanen mündlichen Ausdruck tendenziell die Möglichkeit zumindest komplexerer Satzkonstruktionen einzuschränken. Daraus ergeben sich notwendigerweise zwei Fragen: Wenn, wie angedeutet und darüber kann kaum ein Zweifel bestehen, die Satzhypotaxe phylogenetisch gesehen einen Fortschritt in der Technik des sprachlichen Ausdrucks erbracht hat (in dem Sinn zumindest, dass sie sie bereichert hat), ist dann die gesprochene Sprache nicht auf Grund der genannten natürlichen Beschränkung entsprechend ,un-‘ oder gar ,unterentwickelt‘ geblieben? Darauf kann nur geantwortet werden, wenn zweitens danach gefragt wird, worin der Vorteil der Hypotaxe gegenüber der Parataxe besteht, bzw. genauer, was beide Fügungsweisen ausdrucksmäßig jede auf ihre Weise leisten. Natürlich kann eine solchermaßen vorgegebene Diskussion hier nicht eigentlich geführt werden. Einige Anmerkungen zu dieser Thematik werden jedoch erforderlich sein, wenn der Gegenstand der nachfolgenden Überlegungen näher bestimmt ist. I An verschiedenen Erscheinungen glaubt man zu erkennen, dass die spontan gesprochene Sprache in z. T. recht eigenwilliger Weise mit der Hypotaxe um-, ja ihr aus dem Weg geht. Aus dem weiten Feld solcher Fälle seien hier nur drei
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Beispielgruppen angeführt, von denen die letzte etwas ausführlicher besprochen werden soll. a) Aus vielen Sprachen sind formal verselbstständigte konjunktionale Nebensätze bekannt, die gelegentlich als „fausses subordonnées“ bezeichnet werden (so bei Chigarevskaïa 1976) 1 und anderswo Nebensätze „en fonction d’indépendantes“ 2 u. ä. heißen. Es handelt sich dabei um Ausdrücke wie z. B.: (1) (2) (3) (4)
Dass er das darf! Si j’étais riche! Pourquoi fumes-tu? Puisque c’est interdit.3 – X.X. ha sido el mejor profesor que hemos tenido en toda la carrera. – Si tú lo dices …! (5) ¡¿Ahora llegas?! ¡Pues ya estamos terminando! ¡Como no venías ni habías dicho nada …! 4
Hier ist nun nicht etwa wegen Planungsschwierigkeiten (s. oben) die Apodosis verloren gegangen (oder weil sie etwa, wie in (3), dem von „Affektivität“ ergriffenen Sprecher entfallen wäre 5). Vielmehr wird sie als Ausgangsbasis fassbar in dem Gefühl der Verwunderung (1), in den durch den konditionalen Optativ erweckten Phantasmen des Glücks in (2), in Betretenheit oder Vorwurf in (3), in ironischer Zustimmung in (4) oder in der emotionalen Rechtfertigung in (5). Indiziert wird die verbal nicht ausformulierte Apodosis überdies durch die suprasegmentalen Zeichen, die die Äußerungen jeweils begleiten. Dadurch gewinnen diese eine (je unterschiedliche) Suggestionskraft, die im Gegensatz zu einer ausformulierten Satzgefüge-Version im infinitesimal gesteuerten symbolischen Geltungskampf der verbalen Interaktion von Vorteil sein kann. Man kann somit an dem Status des hier behandelten Satztyps kaum Zweifel haben: Wir haben es mit Fällen von konjunktionaler Hypotaxe zu tun; sie ist die Bedingung der Möglichkeit, die genannten Sätze als wirkungsvolle Rede-Figur zu begreifen 6. b) Die zweite Gruppe von Erscheinungen unterscheidet sich von der ersten dadurch, dass hier eine zumindest nach der schriftsprachlichen Norm erwartbare hypotaktische Konjunktion nicht gesetzt wird. Entsprechende Verfahren sind
1
2 3 4
5
6
Unter dieser Bezeichnung findet man allerdings bei der Vfn. auch Typen von Nebensätzen aufgeführt, die nicht zu der hier in Frage stehenden Gruppe gehören. Vgl. Henry (1955). Zit. bei Morel (1996), 94. Zit. bei Narbona (2001), 133, 131. Natürlich kann der como-Satz nicht als Protasis den vorausgehenden Hauptsatz Pues ya estamos terminando begründen (kausales como kann nur eine vorangestellte Protasis einleiten). Einer „syntaxe affective“ hat Albert Henry einst solche si-Sätze zugeschrieben (vgl. Henry 1955). Natürlich ist hier nur kleiner Ausschnitt aus der Vielfalt der ,elliptischen‘ Nebensätze berücksichtigt worden. Die Beurteilung ändert sich z. B. bei interrogativen Konstruktionen wie Si on partait?, Ob er kommt? u. ä.
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Wolf-Dieter Stempel
wiederum aus mehreren Sprachen bekannt, wenn auch im einzelsprachlichen Vergleich hier z. T. deutliche Unterschiede bestehen. Einige französische Beispiele, die ich nach Wilmet (1998, 562) und Gadet (1999) zitiere, mögen zur Veranschaulichung genügen 7: (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) (13)
Il dit il va venir. tu fais un pas tu es mort je t’attendais / je ratais le film il pleut, je ne sors pas (= „pour peu qu’il pleuve …“) Tais-toi, je parle! 8 elle parle tellement vite on comprend rien je comprends pas qu’est-ce qu’il veut y en a une / elle m’a dit / oui c’est vrai / ça lui faisait mal
Es erübrigt sich der Hinweis, dass die einzelnen Äußerungspaare in (6) bis (12) durch entsprechende prosodische Konturierung in ihrem Sinnzusammenhang verständlich vermittelt werden. Dies gilt insbesondere für die Fälle, in denen die semantische Beziehung in der Ausformulierung auf Null gestellt ist wie in (7) bis (10), wo jeweils spezifische hypotaktische Konjunktionen einsetzbar wären; in (11) ist mit tellement dafür bereits ein Hinweis gegeben, der sich jedoch nicht formal hypotaktisch erfüllt. Aber warum geschieht dies eigentlich nicht? Warum dieses scheinbare Manko eines elaborierten syntaktischen Finish bei der Gestaltung eines Satzgefüges? Die Antwort findet Anhalt an den Beispielen (12) und (13): Dass ein indirekter Fragesatz durch eine direkte Frage ersetzt wird, erscheint im Allgemeinen anstößig, auch wenn stilistisch erpichte Autoren wie André Gide dafür Beispiele bieten 9. Ich sehe jedoch keinen Grund, etwa einen indirekten deutschen Fragesatz in der ,direkten‘ Formulierung: „Ich frage mich, wann hält der Professor seinen Vortrag“ als ungrammatikalisch bzw. nicht möglich zu bezeichnen 10. Die Wahl der direkten Form, die die Frage von der Einleitungsform abhebt, intensiviert den Fragegrad (z. B. im Zusammenhang mit quälendem Unverständnis, vgl. (12), Unwissen o. ä.) und lässt sich somit mit dem ganz allgemeinen Verfahren im spontanen mündlichen Vortrag verbinden, fremde Rede nicht in der „Blassform“ indirekter Wiedergabe zu verarbeiten, sondern sie im Zitat (vgl. (13)) als lebendige und zugleich authentische zu inszenieren (das elementarste Beispiel in dieser Hinsicht ist (6)). Auch für die anderen Beispiele (8) bis (11) gilt durchweg, dass durch den Verzicht auf jegliche formale Konnektoren (auch der koordinierenden) eine bloße (nur in (11) ,angetönte‘) Faktensequenz bedeutet wird, die in ikonischer Manier
7 8 9 10
Zum Spanischen vgl. López (1999), 3543. (9) und (10) zit. aus Wilmet (1998), 562. Zit. in Kaiser (1998), 355. Kaiser (1998), 346 (der Satz ist mit Asterisk versehen). Dass *Je me demande tu as vu qui gegenüber Je me demande qui tu as vu nicht gilt (S. 350), hat wohl damit zu tun, dass der eigentliche Fragesatz tu as vu qui in tu as vu ein Einleitungselement enthält, das auf seine Weise die Basiseinleitung Je me demande verdoppelt und dadurch störend wirkt.
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sozusagen die Fakten selbst sprechen lässt. So kann im Einzelfall durchaus offen bleiben, wie die Bezugsetzung genau auszubuchstabieren wäre: In (8) sind denkbare Konstruktionen: Comme je t’attendais oder … (et) par conséquent je ratais le film, in (9) u.U. Quand il pleut…, in (10) … quand oder puisque je parle. Insgesamt handelt es sich in diesen Fällen um eine Form ,schlagender‘ Argumentation, die im Rahmen konversationeller Interaktion oft eindrücklicher wirkt als eine explizit erklärende Version, die ihre Vorteile der größeren intellektuellen Durchdringung in anderen situationellen Kontexten und dann natürlich in schriftlichen Ausführungen geltend macht, die von dem Bestreben nach raschen Wirkungen des Augenblicks weniger oder gar nicht belastet sind. Zieht man an dieser Stelle ein vorläufiges Fazit, so ergibt sich ungefähr das Folgende: Der ,Gegensatz‘ von formaler Parataxe und Hypotaxe erscheint, was die qualitative Geltung anlangt, in der mündlichen Sprache (oder sagen wir richtiger: Interaktion) gleichsam depotenziert. In den angeführten zwei Gruppen sind die jeweils ausgeschlossenen Bestandteile eines Gefüges per negationem präsent: in Gruppe a) die Apodosis als Folie des figurierten Nebensatzes, in b) der unterordnende (oder beiordnende) Konnektor als semantischer Spezifikator bzw. die syntaktische Einführung als Markierung von Redewiedergabe. D. h.: die Frage einer „Unterentwicklung“ der mündlichen Sprache auf Grund einer Unterversorgung an formaler Hypotaxe stellt sich nicht eigentlich. Auch sind die parataktischen Fügungen, jedenfalls diejenigen, die unter b) behandelt wurden, nicht solche der genetischen Nullstufe der Konstruktion von Satzverbindungen, sondern figurierte Fügungen, von denen einige eine in vielen Sprachen bis heute andauernde Erfolgsgeschichte aufzuweisen haben, wie z. B. der Typ ,Imperativ (oder Optativ) + Futur‘ zum Ausdruck eines Konditionalverhältnisses (Dis-le-lui, il t’en voudra à mort. Sonnez, on vous ouvrira 11), der eine, oft durch verbindendes „und“ sinnfällig gemachte Relation ,konditionierter Grund/Auslöser – erwartbare Folge‘ als quasi automatische verbildlicht 12. II Gegenstand der folgenden Betrachtung ist nun eine dritte Erscheinung, die als Grenzfall formaler Hypotaxe bis heute diskutiert wird 13. Es handelt sich praktisch um eine Kombination aus den Merkmalen von Gruppe a) und b), insofern eine durch eine hypotaktische Konjunktion eingeleitete Satzsequenz parataktisch auszulaufen scheint. Der Fall ist im deutschen Sprachraum durch die in jüngerer Zeit angebahnte Verb-Zweitstellung in weil-Sätzen im mündlichen Sprachgebrauch prominent geworden (weil die machen jetzt bald zu) 14, dem aber z. B. auch „korrektives“ obwohl zur Seite zu stellen ist (obwohl (.) ich komm doch besser bei dir
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Wilmet (1998), 562. Vgl. zur Tradition seit dem Lateinischen Stempel (1964), 29, 275 f., 449. Vgl. zuletzt Hunnius (2002). Vgl. den Überblick bei Hunnius (2002), 389–391.
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vorbei) 15. Im romanistischen Bereich ist dergleichen schon seit längerem im Gespräch, obwohl die einschlägigen romanischen Erscheinungen naturgemäß weit weniger spektakulär sind: Da das Wortstellungsargument, das für fast alle germanischen Sprachen gilt, hier fast ausschließlich entfällt, stellt sich überhaupt die Frage nach den Kriterien, nach denen man ein Abdriften oder einen Übergang der formalen Hypotaxe in die Parataxe erkennen könnte. Wir sind vielleicht nicht mehr ganz so hilflos wie z. B. Peter Ehrliholzer (1965), der bzgl. der altitalienischen Kausalsätze anmerkte, dass „die Scheidung in bei- und untergeordnete Kausalsätze (…) offenbar dem ital. Sprachbewusstsein fremd oder doch viel weniger deutlich gegenwärtig“ ist als z. B. dem französischen, das sich an „spezialisierten Bindewörtern“ orientiere (S. 21). Aber auch gerade im Französischen treten Schwierigkeiten auf: van Hout (1974), 341 bemerkt zu den Konjunktionen car und parce que „dont l’une est dite de ‚coordination‘ et l’autre de ‚subordination‘“, dass deren Opposition „purement formelle“ sei. In anderen Arbeiten wird an einzelnen Beispielen dargetan, dass unter bestimmten Bedingungen unterordnende Konnektoren zu beiordnenden mutieren 16, was immer wieder zu der verbreiteten Ansicht führt, dass zwischen syntaktischer Unterordnung und Beiordnung keine scharfe Grenze gezogen werden könne, vielmehr von einem fließenden „Kontinuum“ der beiden Fügungsweisen zu sprechen sei in dem Sinne, dass die subordinierende mehr oder minder ,unmerklich‘, ,fließend‘ eben, in die koordinierende übergehe 17. Es gibt einen Paradefall, an dem sich die fragliche Erscheinung gut verdeutlichen lässt. Gut bekannt aus der lateinischen Grammatik ist der sog. relative Anschluss und zwar wegen der oft erfahrenen Unschlüssigkeit, ob man in solchen Fällen das subordinierende Relativum in der Übersetzung beibehalten oder es kurzerhand durch ein Demonstrativum ersetzen, d. h. einen Hauptsatz wählen sollte. Genau dieses Schwanken spiegelt sich in der Praxis der lateinischen oratio obliqua wider 18, in der Sätze mit relativem Anschluss bald als Nebensätze mit Konjunktiv, bald mit Infinitiv d. h. als Hauptsätze auftreten, je nachdem, ob (wie es bei Hofmann/Szantyr in leicht zirkulärer Formulierung heißt) der Autor sie „mehr aus der Verbindung mit dem Vorhergehenden lösen will“, während bei „enger Beziehung“ der relative Anschluss (so oft bei Cicero und Caesar beobachtet) durch den ,obliquen‘ Konjunktiv gewahrt bleibt. Eine Tendenz zur Verselbstständigung der fraglichen Relativsätze scheint sich nach Ausweis der Umsetzungen in oratio obliqua gleichwohl im Spätlatein verstärkt anzudeuten, wo „pleonastische“
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Vgl. dazu Günthner (2000), zit. Beispiel (6), S. 445. Vgl. z. B. Chigarevskaïa (1976), 159; Blumenthal (1980), 72, 77, 79, 94; Mendoza (2001), 251ff.; Gohl (2000), 82ff. Vgl. z. B., allgemeinsprachlich gesehen, Hagège (1982), 68, zu dt. obwohl Günthner (2000), 454, 456, 458, zum Spanischen Narbona (2001), 127, zum Französischen zuletzt Hunnius (2002). Die m. E. entscheidende Maßgabe für diese Anschauung bei Lavacchi/ Nicolás (1994), 266, die festhalten, dass sie „no nos autoriza a negar la existencia de diferencias entre las distintas posiciones en el continuum“. Vgl. dazu Hofmann/Szantyr (1965), 569ff.
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Verbindungen von Relativa und Demonstrativa auftreten (quarum unam illarum … concessit) oder Imperative dem Relativum folgen können 19. Indizien dieser Art, die auf einen parataktisch emanzipierten ursprünglichen Nebensatz hinzuweisen scheinen, werden auch bei den nachfolgenden Fällen eine Rolle spielen. Gleichwohl wollen wir den relativen Anschluss im Weiteren vernachlässigen, da wir es hier mit einem Verfahren zu tun haben, das nicht eigentlich der gesprochenen Sprache angehört; vielmehr haben die Anschlusskonstruktionen, ob in ihren lateinischen Ausprägungen oder in den entsprechenden romanischen Konstruktionen, die namentlich in der Relatinisierungsperiode des Spätmittelalters auftreten (z. B. mit mfrz. lequel/laquelle) 20, durchgehend und bis heute einen ausgeprägt schriftsprachlich-prosaischen Charakter mit oft pedantisch-uneleganter Note, insbesondere bei Wiederholung oder Aufnahme des Bezugswortes (Giorgio riuscì a sposare la ragazza alla fine. Della quale ragazza … ero invaghito anch’io) 21. Dahinter steht wohl vielfach das Bestreben, durch die Einführung reiner nominaler Beziehungsdependenzen einen Grad von formaler Elaboriertheit des schriftsprachlichen Ausdrucks zu demonstrieren, mag die Gedankenführung davon auch nicht eigentlich betroffen sein. Etwas anders verhält es sich, wenn ganze Satzinhalte relativisch zusammengefasst und in neue semantische Bezüge überführt werden können, man denke nur an lat. quare, an satzverknüpfendes quod u. ä., was sich im Romanischen erhalten bzw. weiterentwickelt hat, aber hier nicht weiter verfolgt werden soll. III Die konkrete Frage, die am bekannten Beispiel des relativen Anschlusses kurz veranschaulicht wurde, soll nunmehr näher betrachtet werden, wobei im Vordergrund die entsprechenden kausalen Nebensätze stehen sollen, die durch parce que eingeleitet werden. Eine Grundvoraussetzung, die gegeben sein muss, damit überhaupt die Frage nach dem syntaktischen Status solcher Nebensätze gestellt werden kann, bedarf keiner weiteren Erörterung: Selbstverständlich geht es nur um solche Konstruktionen, bei denen der Konjunktionalsatz dem Hauptsatz folgt, da praktisch nur so eine Lockerung seiner formalen Dependenz oder Integration gewärtigt werden kann 22. Aber was sind nun die Indizien, die nahe legen, wenn nicht gar beweisen, dass im konkreten Fall so etwas wie ein ,parataktischer Auslauf‘ vorliegt? Und handelt es sich nicht gar um „in der Wolle gefärbte“ Nebensätze, deren einleitende subordinierende Konjunktion zum koordinierenden Konnektor gewor-
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Vgl. ebd. 570f. Vgl. Marchello-Nizia (1979), 163f. Vgl. Cinque (1988), 448–450, zit. Beispiel (10), S. 449. Ein Gegenbeispiel stellt die Apodosis-Einleitung durch et nach vorausgehender adverbialer Protasis da, vgl. afrz. S’en volt ostages, et vos l’en enveiez Rol. 40 (dazu Stempel 1964, 271–284; zuletzt Raible 1992, 181–190). Luigi Sorrento (1950) hat dafür den Ausdruck „Para-Hypotaxe“ geprägt, der nicht gerade als glücklich bezeichnet werden kann.
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den ist? Es stellt sich am Ende auch die Frage, was die Ursachen, was die Beweggründe solcher Veränderungen der syntaktischen Fügung sind. Eine erste Erscheinung, die in vielen einschlägigen Untersuchungen als Indiz einer Dependenzlockerung angeführt wird, ist die Pause. Sie tritt, als „pause forte“, in der Tat meist vor dem Konjunktionalsatz auf und scheint in der Hinauszögerung des Adverbialsatzes diesen zugleich dem Dependenzgefüge entziehen zu wollen. Sie begegnet aber auch nach der subordinierenden Konjunktion und kann dann u. U. als Zeichen dafür gewertet werden, dass die angesagte Dependenz nicht vollstreckt wird. Voraussetzung für eine entsprechende Deutung ist in beiden Fällen natürlich, dass die Pause fassbar zum Ausdruck gebracht wird. Dies geschieht im Allgemeinen bei sprachwissenschaftlicher Transkription durch eigene Zeichen, im schriftlichen Bereich, in dem es in der Regel nur um die Absetzung des abhängigen Konjunktionalsatzes geht, durch eine „ponctuation forte“. Nun wird man gleich einzuwenden haben, dass, hält man sich allein an dieses Kriterium, syntaktisch gesehen wenig zu gewinnen ist. Und in der Tat, hält man sich an Beispiele wie das folgende: (14) Maman disait souvent qu’on n’est jamais tout à fait malheureux. Je l’approuvais dans ma prison, quand le ciel se colorait et qu’un nouveau jour glissait dans ma cellule. Parce qu’aussi bien, j’aurais pu entendre des pas et mon cœur aurait pu éclater. Camus, L’Étranger 23
so erhalten wir, was Gérald Antoine „formellement [Hervorh. i. T.] de la subordination distendue par une pause“ genannt hat 24, d. h. eine Konstruktionsfigur, die, als sie Mitte des 20. Jh. schriftsprachlich mit einer gewissen Konsequenz eingesetzt wurde, die Etikette „style parcellaire“ erhielt 25. Was damit stilistisch zum Ausdruck gebracht wird, soll uns an dieser Stelle ebenso wenig beschäftigen wie die Erklärung der Figur im obigen Zitat. Festzuhalten ist allerdings in Bezug auf letztere, dass hier scheinbar eine syntaktisch-semantische Äquivalenz zu car erreicht ist, eine ,Parataktisierung‘ des parce que-Satzes jedoch, die manche Autoren hier als Indiz einer parataktisch mutierten Konjunktion parce que verstehen würden, eher nicht vorliegt 26, denn schließlich wäre eine direkte Wahl von car in diesem Fall wohl möglich gewesen (vgl. allerdings unten). In die gleiche Richtung weist ein seit Henri Frei diskutiertes Beispiel: (15) Il est parti, parce que vous l’avez voulu.
bei dem im Gegensatz zur pausenlosen Fügung in (15′) Il est parti parce que vous l’avez voulu.
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Zit. bei Blumenthal (1980), 72. Vgl. Antoine (1959), 368. Vgl. u. a. Blumenthal (1980), 73. Der Ausdruck stammt von Marcel Cohen. So sehr deutlich Antoine (1959), 370; Allaire (1973), 126.
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in der allein die Angabe des Grundes fokussiert ist, Haupt- und Nebensatz eine rhematische Information enthalten und durch diese Art rhematischer ,Koexistenz‘ der Nebensatz eine gewisse Eigenständigkeit zu gewinnen scheint. Aber obwohl man im Falle von (15) deshalb bereits von koordinativ gewordenem parce que gesprochen hat 27, sollte man zunächst wohl eher von einem ,effet de sens‘ reden, der unter Wahrung des formalen Dependenzverhältnisses und womöglich gerade unter dieser Voraussetzung ermöglicht wird (vgl. dazu unten). Man wird sich nun freilich mit dieser ersten Feststellung nicht zufrieden geben können und zwar aus mehreren Gründen, die mit dem Ursprungs- und eigentlichen Geltungsbereich unserer Erscheinung zu tun haben, der sprachlichen Interaktion des „Nähebereichs“. Zwei Fragen sollen vorweg näher erörtert werden: a) der Bezug unserer parce que-Sätze, der q also, zu ihrem jeweiligen p, und b) die Ermittlung von Konstitutionsindizien in den parce que-Sätzen selbst, die etwas über einen parataktischen Auslauf aussagen könnten. a) In gewissem Sinn lässt sich bereits an (14) eine Besonderheit zeigen, die vielfach Begleiterscheinung der ,starken‘ Pause vor dem parce que-Satz ist. Streng genommen, liefert dieser in (14) nicht den Grund für die Empfindung, die der Sprecher/Schreiber (Meursault also) im vorangehenden Hauptsatz äußert, sondern enthält das, was Jacques Moeschler eine „justification énonciative“ genannt hat 28: Der parce que-Satz bezieht sich hier nicht auf das Gesagte, sondern auf den Akt des Sagens, der ihm zugrunde liegt. Demnach ist also die fragliche Stelle in (14) zu paraphrasieren als „Je dis cela parce qu’aussi bien (usw.)“. Es ist dies ein seit langem bekanntes Interpretationsverfahren 29, das übereinzelsprachlich anwendbar ist und erlaubt, bestimmten Dependenz-Fügungen speziell der gesprochenen Sprache gerecht zu werden, die nicht dem schriftsprachlichen Standard entsprechen. Dies gilt also gerade auch für unsere nachgestellten Kausalsätze, vgl. z. B.: (16) il est malade, parce qu’il a de la fièvre (17) c’est une ville que + d- dont j’ai gardé un très bon souvenir parce que + c’est une ville qui donne sur la mer n’est-ce pas +
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Vgl. dazu Frei (1929), 229 und die Kritik bei Antoine (1959), 368, sowie Blumenthal (1980), 72f., der gleichwohl mit seinem Hinweis auf „la recherche d’un potentiel accru de dynamisme communicatif“ eine bedenkenswerte Begründung des „style parcellaire“ gibt. Zu den Pausen-Beispielen (und anderen Merkmalen), die Debaisieux (2002) aus einem großen Oralitätskorpus zum Erweis der „indépendance des énonciations“ anführt, vgl. unten. Vgl. Moeschler (1986), 157ff, sowie in späteren Arbeiten (1987, 1996). Die Bezeichnung ähnlich schon in Groupe lambda-l (1975), 264. Im Bereich des Spanischen zuerst nachgewiesen in Bellos Gramática de la lengua castellana (1847), s. Galán (1999), 3601; Narbona (2001), 130; Mendoza (2001), 252; Carbonero (2001), 314; zum Französischen vgl. den Hinweis auf B. Lafaye, Dictionnaire des synonymes de la langue française (6. Aufl. 1893) bei Blumenthal (1980), 136 u. Anm. 113.
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wo zu rekonstruieren ist „j’affirme qu’il est malade parce qu’il a de la fièvre“ (16) bzw. „je peux dire que j’ai gardé un très bon souvenir parce que c’est une ville qui donne sur la mer“ 30. Ich entnehme diese Zitate der Arbeit von Jeanne-Marie Debaisieux (2002, S. 350 (3); S. 353 (13)), die, frühere normativ bestimmte Einschätzungen korrigierend, zeigen kann, dass solche Konstruktionen (zusammen mit den genannten Erscheinungen einer „subordination distendue par une pause“) die häufigste Verwendung von parce que in der Umgangssprache ausmachen. Hier noch einige weitere Beispiele aus der großen Bandbreite der ,enuntiativen‘ Fügungen: (18) Je suis content… qu’on revienne aux élections; parce que, je ne m’ennuie pas, mais enfin nous sommes un peu en dehors du sujet. (zit. bei Allaire 1973, 126)
Der konzessive Sinn, der der Äußerung „je ne m’ennuie pas“ in ,oberflächlicher‘ Lesung zufiele, ist parce que nicht zumutbar. Er tritt jedoch zurück, wenn die Konjunktion auf eine implizite Basis der folgenden Form bezogen wird: „Je dis cela [im Sinne von „je peux dire cela“] parce que je ne m’ennuie pas (pendant ce débat), mais enfin…“. Man wird hier gewahr, dass die enuntiative Rekonstruktion u. U. eine pragmatische Modalisierung des Aussageverbs selbst erwirken kann. Sie kann auch den Frageakt betreffen („Je pose la question“) 31, der im Folgenden durch ein „j’explique“ des Sprechers zu seinem Grund geleitet wird: (19) – Dites donc, les garçons! Comment vous arrangerez-vous pour la nuit? Renaud (…) ne parut pas entendre et j’expliquai: – Parce que voilà, Peyrol: nous avons deux soupentes là-haut. (zit. bei Chigarevskaïa 1976, 159)
Auch im nachstehenden Beispiel geht es um eine Frage, an die der parce que-Satz angeschlossen werden kann. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus einer Sendung von „Apostrophes“ mit Bernard Pivot, den Moeschler (1986, 157 f.) wiedergibt32: (20) Gesprächspartner FH: (…) Je me souviens de mon père avec un revolver le soir du six février BP: et votre père c’était qui FH: ah de mon père André Chamson BP: André Chamson parce que he – tous les spectateurs ne savent pas donc c’était un écrivain 30
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Ein Beispiel aus dem Englischen, das den Gegensatz von Norm- und Umgangssprache erhellt: In Kortmann (1997), 63 wird die Äußerung It rained last night, though, the ground is dry again (7.c) mit Asterisk versehen. Es ist aber die Paraphrase möglich: „Ich sage, dass es heute Nacht geregnet hat, obwohl der Boden wieder trocken ist.“ Vgl. Rossari/Beaulieu-Masson/Cojocariu/Razgouliaeva (2004), wo unterschiedliche Fälle der Frage-Begründung durch parce que-Sätze diskutiert werden, ohne allerdings die jeweiligen Voraussetzungen der Frage selbst in der erforderlichen Weise entsprechend zu würdigen. Ich halte mich hier an die Version von 1986, die in Moeschler (1996), 286 leicht verändert erscheint.
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Hier zeigt sich, dass das durch parce que implizierte Sagen bzw. Fragen seinen Bezug u. U. auch über Zwischenäußerungen nach rückwärts zu besorgen hat. Infolgedessen wäre hier zu paraphrasieren: „J’ai posé la question parce que tous les spectateurs ne savent pas“. Versucht man in einer ersten Bilanz, die vorgestellten Fügungen auf einen Nenner zu bringen, so lässt sich m. E. Folgendes feststellen: Die Begründung wird nicht an den Sachen festgemacht, sondern an der Rede des Sprechers. Er ist Agens einer Inferenzleistung, die in (16) das Fieber als Krankheit deutet und in (17) den besonderen Erinnerungswert für eine Stadt ableitet, die am Meer gelegen ist (für diese mehr subjektive Inferenz scheint der Sprecher eigens mit „n’est-ce pas“ um Zustimmung zu bitten). In (18), wo es um die persönliche Einstellung des Sprechers zu einer abgedrifteten Diskussion geht, vermittelt er von williger Teilnahme („je ne m’ennuie pas“) zur Einsicht in die Notwendigkeit einer Kurskorrektur; in (19) ist für ihn ein bestimmter Besitz („j’ai deux soupentes“) der Ausgangspunkt, dem Gesprächspartner indirekt die Behebung seines Mangels anzubieten; in (20) schließlich ist das unterstellte Unwissen der Zuschauer Anlass zur Elizitierung des fraglichen Wissens. Daraus ergibt sich, dass da, wo nicht sowieso durch Zwischenäußerungen die Begründung des impliziten Sagens hinausgezögert ist wie in (19) und (20), die Pause vor dem parce que-Satz gleichsam der Ort ist, an dem der Sprecher die Implikation der Begründungsleistung vollzieht 33. Es ergibt sich des Weiteren, dass sich das sprachliche Subjekt als Agens der Begründungsleistung diskret in den Vordergrund rückt, denn würde man letztere ohne diesen Agens zu verstehen suchen, sich also z. B. bei (16) an die Oberfläche der Äußerung halten, ergäbe sich Unsinn (steigerbar in der bekannten Fügung „Es hat geregnet, weil es nass draußen ist“). Indem sich der Sprecher also als Agens zurückzieht oder gar versteckt, fordert er den Gesprächspartner auf, ihn gleichsam in seiner Rolle als verantwortlichen Begründer zu entdecken. Natürlich kann sich der Sprecher auch auf direktere Weise in dieser Rolle inszenieren, wenn er etwa nur p äußert, für das es keinen Anschein gibt, damit eine Frage veranlasst, wie er zu dieser Aussage gekommen sei, und daraufhin, seinen Wissensvorsprung ausspielend, antwortet: „Parce que q“. b) Für die unter a) besprochenen Fälle kann gelten, dass der hypotaktische Status der parce que-Sätze auf Grund ihrer Dependenz von einem implizierten „je dis p“ nicht eigentlich zur Disposition steht. Andere Verhältnisse gelten nun allerdings dort, wo innerhalb der fraglichen Nebensätze Konterindizien gesetzt scheinen, die auf deren syntaktische Selbständigkeit verweisen. Jeanne-Marie Debaisieux (2002) hat solche Indizien aus den Beispielen ihres Korpus zusammengestellt, von denen freilich ein Teil kaum ohne weiteres als zwingend angesehen werden kann.
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Dass die fragliche Pause durch entsprechende Gesprächspartikeln wie hein, quoi, bon gefüllt sein kann, belegt Debaisieux (2002), 353. Eine Replik einleitendes Ah bon kann so die Pause vertreten: „(...) il est parti faire ses visites Madame – ah bon parce que je voulais lui parler (...)“ (Gesprächsprotokoll bei Moeschler, 1987, Z. 9).
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Ist der Umstand der Nicht-Elision nach parce que („parce que ils avaient …“ S. 354 (15); insgesamt 350 Beispiele gegenüber 162 mit Elision) wirklich von Gewicht? Wie ist die Inzidenz von Thematisierungen zu beurteilen 34 und müsste dabei nicht u. U. unterschieden werden zwischen „parce que moi je“ einerseits (S. 353 (10)) und „parce que la langue elle a une vie à côté de l’école“ (S. 352 (8)) andererseits? Eines bleibt in Bezug auf die fraglichen Erscheinungen festzuhalten: Sie sind alle unmittelbar nach der einleitenden Konjunktion anzutreffen, und dies gilt auch für den Einsatz bestimmter Gesprächswörter, die die subordinierende Reichweite von parce que zu schwächen wenn nicht gar zu beschränken scheinen, vgl. (zit. nach Debaisieux 2002, S. 352 (9) und S. 354 (17)): (21) c’est ma grand-mère qui me l’a enseigné euh comme elle l’a enseigné à tous ses petits enfants euh parce qu’en fait dans sa jeunesse ils parlaient tous le patois entre eux (22) c’est donc pour ça que je suis allée voir à tout hasard parce que bon les erreurs tout le monde en fait
Volle Evidenz gewinnt dann eine Umschaltung auf Parataxe bei Vorliegen von eindeutigen Zeichen grammatischer Emanzipation, die auf parce que folgen. Vgl. außer dem schon unter einem anderen Gesichtspunkt zitierten Beispiel (19) („Parce que voilà: nous avons deux soupentes“): (23) mais l’attitude des médecins est incompréhensible parce que est-ce qu’ils ne devraient pas eux-mêmes voir comment se passe cet accueil (zit. bei Debaisieux 2002, S. 356 (24))
Ich habe die in dieser Sektion b) in Frage stehende Erscheinung des parataktischen Auslaufs von parce que-Sätzen etwas ausführlicher wiedergegeben, weil ich gerade nicht die oben bereits erwähnte, vielfach und so auch von Debaisieux (2002) vorgetragene Auffassung vertrete, wonach parce que unter den genannten Bedingungen zur parataktischen Konjunktion mutiert sei. Diese Mutation gilt nicht einmal für dt. weil, ist doch die in der gesprochenen Umgangssprache üblich gewordene Verb-Zweitstellung ebenso wenig einem beiordnend gewordenen weil zuzuschreiben wie die mögliche Nichtinversion nach trotzdem einem Wandel des Adverbs zur beiordnenden Konjunktion (Trotzdem, ich bleibe bei meiner Meinung) zu verdanken wäre. Auch für nachgestellte Konzessivsätze im Deutschen bleibt es, wie die vielen Beispiele mit „korrektivem“ obwohl bei Günthner (2000) nahelegen, bei hypotaktisch eingesetzter Konjunktion, die nach deutlicher Pause nicht mehr eingehalten wird („obwohl (.) s=isch mir eigentlich ega.l“, S. 447 (8)) 35. Ähnlich
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Positiv bewertet auch Hunnius (2002), 393 die Aussagekraft von solchen Verfahren der „Topikalisierung“ (bei Debaisieux „thématisation“), wenn auch in vorsichtigerer Formulierung: Sie sind für ihn „als ein syntaktischer Hinweis zu deuten, dass die Konjunktion parce que (....) nicht als (vollwertige) unterordnende Konjunktion anzusehen ist“, vgl. dazu unten. Die Verf. erkennt gleichwohl, dass „obwohl in its restrictive use can no longer be classified as a subordinate conjunction“ (S. 456).
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verhält es sich mit nachgestellten Konzessivsätzen z. B. im Französischen (encore que, Morel 1996, 10ff., 98), im Spanischen (aunque, Lavacchi/Martínez 1994, 260f.), im Italienischen (Mazzoleni 1991, 816) usw. Was alledem zugrunde liegt, lässt sich, wie folgt, verständlich machen. Parce que, das in Tests seinen Status als unterordnende Konjunktion gegenüber beiordnenden Konnektoren unter Beweis stellt (Voranstellung im Satzgefüge, Tauglichkeit für clefting-Verfahren, Wiederholbarkeit in einem zweiten koordinierten Nebensatz, usw.), erfüllt, pragmatisch gesehen, eine doppelte Funktion. Rückorientiert auf seinen Bezugssatz hin signalisiert es Integration der erwartbaren Nebensatzaussage in einen gedanklichen Prozess und gewinnt dadurch als Konnektor eine gewisse formale Rechtfertigung. Diese muss zwar nach der inhaltlichen Seite hin tatsächlich noch erfüllt werden, gibt aber dennoch so etwas wie einen Rahmen vor. Diese Vorgabe nicht einzuhalten, ist eine Lizenz sprachlicher Interaktion. Sie erlaubt es, der von parce que ausgehenden unterordnenden Kraft in unterschiedlichem Umfang entgegenzuwirken, der von Lockerungsverfahren bis zum clash reicht (vgl. (23)), wobei selbstverständlich die Konterindizien der genannten Art gehäuft bzw. kombiniert eingesetzt werden können (Debaisieux 2002, 352). Gerade durch diese Gegenstrebigkeit gewinnt die auf die Konjunktion folgende Aussage ein je nach den Umständen unterschiedlich prägnantes Profil figurierter Selbstständigkeit. Wenn darum gesagt worden ist, dass das hier in Frage stehende parce que eine zweite Aussage bzw. einen zweiten Sprechakt einführt 36, so muss hinzugefügt werden, dass dies gegen das durch die Konjunktion manifestierte Vorgebot der subordinierenden Vereinnahmung geschieht. Mehr noch: Es ist in einem solchen Fall noch keineswegs ausgemacht, dass die unterordnende Kraft der Konjunktion vollkommen abgeblockt wurde; die grundsätzlich mögliche flexible ,Streckung‘ eines Unterordnungsverhältnisses (vgl. oben zur „subordination distendue“) ist immer in Rechnung zu stellen. Es wird somit recht deutlich, womit wir es bei dem Verhältnis von Hypotaxe und Parataxe in dieser Sektion b) zu tun haben: Beide syntaktischen Fügungstypen werden pragmatisch an- oder ausgereizt, die Konjunktion in der Rolle als ,Einbinder‘ in einen gedanklichen Zusammenhang, die parataktisierenden Erscheinungen als Konstituenten einer für den Sprecher vorteilhaften, weil wirkungsvolleren Gestaltung der eigenen Rede 37. *
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Vgl. u. a. Blumenthal (1980), 73; Moeschler (1996), 287; Debaisieux (2002), 356 f. Vgl. dazu auch Hunnius (2002), 386f., der im Anschluss an Coseriu von einer Unterscheidung zwischen Satz- und Textebene spricht, von der aus die Möglichkeit von „Mischformen“ der Fügungsweisen in den Blick gerückt wird. Eine ähnliche Vorstellung bei Günthner (2000), 441, die dt. obwohl, wo es in Nachstellung zusammen mit VerbZweitstellung auftritt und restriktive oder korrektive Funktion hat, als „discourse marker“ sieht. Es scheint mir freilich nicht ausgemacht, dass, wie die Verf. meint, obwohl hier jene Eigenheiten, die es als hypotaktische Konjunktion definieren, verloren hätte.
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Rudi Keller (1993) hat die Verbreitung des von ihm so genannten „epistemischen weil“ mit Verb-Zweitstellung in der deutschen Umgangssprache u. a. damit in Verbindung gebracht, dass damit ein Gedanke als Argument vorgebracht werde, während das „faktische weil“ mit Verb-Endstellung nur einen faktischen Grund oder Umstand benenne (S. 244): […] der Satz mit dem epistemischen weil [erweckt] einen „gewichtigeren“ intellektuellen Eindruck, auch da, wo die Begründung in Wahrheit trivial ist. Das epistemische weil ist Teil unseres gegenwärtigen Imponierrepertoires; es „macht mehr her“ […]
Es ist nicht zu verkennen, dass sich trotz des sprachbedingten Unterschieds (Verbstellung) die wiedergegebene Einschätzung Kellers mit den oben dargestellten Verhältnissen der parce que-Sätze verbinden lässt. Die in a) bestimmte Rolle des Sprechers verträgt sich gut mit der Behauptungshandlung, die Keller mit dem Gebrauch des epistemischen weil verknüpft hat (Keller 1993, 241–243). Auch bei den unter b) zusammengefassten parce que-Sätzen geht es vielfach um Behauptungen; allerdings steht hier als besonderes Merkmal die Parataktisierung des Nebensatzes im Vordergrund, die sich gegen die hypotaktische Maßgabe in Gestalt der Konjunktion wendet. Diese enthält freilich noch eine andere Vorbestimmung: Da parce que im Gegensatz zu car einen dem Hörer nicht vorher bekannten oder zumindest generell bekannten Grund einführt 38, wird mit der Wahl einer parce que-Verknüpfung nicht nur generell ein höherer Kommunikationswert in Anspruch genommen (was die vergleichsweise geringe Verbreitung von car in der familiären Umgangssprache mit verständlich macht): In unserem Fall tragen die genannten Verfahren einer tendenziellen Verselbständigung des Nebensatzes dazu bei, das Gewicht der Aussage formal zu unterstreichen und damit, um mit Keller zu reden, „mehr her zu machen“ (mag auch q gelegentlich ganz banal realisiert werden; vgl. oben Beisp. (22)). „Mehr her machen“ – das gehört in das Programm dessen, was Charles Bally einst als „rhétorique instinctive“ bezeichnet hat 39. Damit sind keine sprachlichen Leistungen für besondere Anlässe gemeint, sondern das von der menschlichen Sprachpraxis unablösbare Bestreben, sich durch wirkungsvolle Gestaltung des eigenen Redebeitrags in Szene zu setzen, um soziale Geltung zu gewinnen oder zu bewahren. Sprachliche Kreativität, die auf diesem Programm gründet, kann zu Sprachwandel führen, wie der Fall des epistemischen weil zeigt; sie kann aber auch innerhalb der gegebenen sprachlichen Verhältnisse besondere Konstellationen figurieren, die sich immer wieder bewähren. Parce que – dies ein Fazit aus den in Abschnitt III angestellten Überlegungen – ist bislang da, wo die Frage zur Debatte stand, an keiner Stelle eine parataktische Konjunktion geworden; das epistemische weil oder das restriktive obwohl mögen ,näher dran‘ sein, und das mag wohl so noch anhalten. München, im Dezember 2004
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Zu car vgl. Groupe lambda-l (1975), 270. Vgl. dazu ausführlicher Stempel (1994), 320 ff.
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Dialetto, variazione linguistica – e l’AIS Come l’ideologia ha (de)formato la modellazione dello spazio linguistico 1 Da Thomas Krefeld
1. Lo spazio disciplinare Non è per caso che la linguistica ottocentesca, nata nel segno della storicità, abbia presto scoperto i dialetti: infatti la singolarità storica delle lingue si manifesta non solo esternamente, tramite la loro diversità, ma si impone anche internamente 2, e in modo evidente, per mezzo della variazione diatopica perché la genuinità culturale è contrassegnata dall’esistenza della parlata locale – come fosse cresciuta saldamente radicata al terreno. Dall’originalità specifica ed autentica del topos si passa direttamente alla’autenticità dei dati linguistici in generale alla quale attribuiamo un valore assoluto: si può dire che la linguistica empirica nasce con la dialettologia, cioè dalla descrizione della variazione diatopica. È tuttavia molto strano che la dialettologia resti a lungo una disciplina a sé, occupandosi esclusivamente di una sola dimensione variazionale (quella spaziale) e che una nuova disciplina dedicata alle altre dimensioni, la linguistica varietistica, si sia sviluppata senza tener conto, o quasi, della spazialità 3. Ecco il punto di partenza delle mie considerazioni. 2. Il paradosso metodologico di un capolavoro Abitualmente lo spazio passa per essere l’appannaggio della dialettologia e di alcune discipline limitrofe più specializzate come la dialettometria o la tipologia areale (del resto poco omogenea). È indubbiamente vero, che la dialettologia, che ha ora una lunghissima tradizione alle spalle, ha raccolto un’enorme e impressionante massa di dati linguistici locali e regionali. È tuttavia non meno vero che le discipline citate non possono richiedere nessuna esclusività; si è mostrato, al contrario, che la dialettologia (ed anche la dialettometria) ha da sempre presupposto
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Le citazioni di Jaberg/Jud 1928 sono state tradotte da Jole Puglia, che ringrazio, assieme ad Antonietta Esposito, anche per la revisione stilistica. Vedi sul rapporto tra storicità, diversità e variazione il saggio metodologico di Oesterreicher 2001. Mi riferisco ovviamente alla dimensione concreta, non al frequente ,spazio variazionale‘ (ted. Varietätenraum) che designa metaforicamente lo sfruttamento delle diverse dimensioni di variazione in una data lingua; vedi Oesterreicher 1995.
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una concezione dello spazio stranamente stretta ed artificiale perché costruita con pochi principi molto idealizzanti. Mi pare anche lecito asserire che il successo di quell’approccio (che ha prodotto, oltre a innumerevoli monografie locali, numerosi atlanti linguistici dallo spagnolo fin al rumeno) abbia a lungo bloccato lo sviluppo di altre concezioni spaziali meno riduzioniste e più elaborate. Questa mia asserzione, che non è per niente un rimprovero (sarebbe un anacronismo), esige un’esemplificazione e l’esempio per eccellenza è l’AIS, l’atlante linguistico che ha fissato lo standard dialettologico per mezzo secolo circa. Si presta anche perché gli autori stessi, gli svizzeri Karl Jaberg e Jakob Jud, hanno minuziosamente commentato il loro procedimento metodico in un libro introduttivo intitolato Der Sprachatlas als Forschungsinstrument. Kritische Grundlegung und Einführung in den Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz, (Halle [Saale], 1928) 4. Questo manuale, pure pieno di utilissimi consigli pratici e di osservazioni empiriche pertinenti, documenta profonde contraddizioni teoriche e incoerenze metodologiche. Prescindendo dalla distanza storica il lettore contemporaneo, familiare con la linguistica varietistica, è stupito dalla mancanza, anzi dal rifiuto di qualsiasi modellazione teorica: Jaberg e Jud toccano esplicitamente diverse dimensioni della variabilità linguistica senza accettare (neanche vedere?) la sfida teorica lanciata da quell’immensa quantità di varianti pluridimensionali (come si direbbe oggi) emerse nel corso delle inchieste. Vengono distinti (passim) con termini specifici i seguenti livelli di variazione: • il dialetto (Dialekt) detto anche Mundart (parlata) con il composto più specifico Dorfmundart 5 (parlata di villaggio); • il dialetto regionale (regionaler Dialekt/regionale Mundart) 6; • la lingua regionale 7; • la lingua standard (Schriftsprache). Ma l’indagine empirica mira solo al dialetto, inteso chiaramente come complessa architettura di sottovarietà diastratiche, diasessuali, diafasiche e diacroniche:
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In italiano: L’atlante linguistico come strumento di ricerca. Fondamenti critici e introduzione all’atlante linguistico dell’Italia e della Svizzera meridionale. Dialekt e Mundart sono usati in maniera perfettamente sinonima; predomina Mundart come parola semplice. Dialekt invece viene usato perlopiù in tecnicismi composti (Dialektaufnahme, Dialektprotokoll, Dialektforscher ecc.) con la differenza del leggermente più specifico Dorfmundart. „[…] le parlate riconosciute come esemplari e dominanti in una regione estesa come quella di Torino, di Milano, Venezia“ („die in einer grösseren Region als vorbildlich und führend anerkannten Stadtmundarten wie die von Turin, Mailand, Venedig etc.“); 181, n. 1. „Per forma regionale della lingua comune si intende la lingua scritta con una patina provinciale come ad esempio in Francia e nella Svizzera occidentale il francese detto popolare“ („Unter regionaler Form der Gemeinsprache verstehen wir die provinziell gefärbte Schriftsprache, also z. B. das, was man in Frankreich und in der Westschweiz ,Volksfranzösisch‘ [,français populaire‘] nennt“); 182, n. 2.
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(1) Auch die l a u t l i c h e E i n h e i t d e r D o r f mu n d a r t ist ein Mythus. Man stelle der Form des Gewährsmannes A nicht die Form des Gewährsmannes B gegenüber, um zu beweisen, dass die Form von A „falsch“ ist. A und B können beide „recht haben“, d. h. beide Formen können an dem in Frage stehenden Orte usuell sein, ohne dass sich die Sprechenden dessen bewusst sind. Sie können einer älteren oder einer jüngeren, einer sozial höheren oder tieferen, der Männer- oder Frauensprache angehören. Wer kennt die Sprachgewohnheiten auch seiner engsten Heimat ganz? Man beachte auch, dass unsere Gewährsleute meist der älteren Generation angehören, oft aus abgelegenen Weilern stammen und daher hie und da einen altertümlicheren Sprachzustand repräsentieren als der Durchschnitt der Bevölkerung im Hauptdorf der Gemeinde. (Jaberg/Jud 1928, 216) 8
Questa intuizione della complessità ed eterogenità varietistica del dialetto è francamente moderna e rappresenta una delle innovazioni più importanti di Jaberg e Jud; veniva anche operazionalizzata, sebbene al minimo, nell’inchiesta di un solo punto, di Firenze cioè, dove il raccoglitore Paul Scheuermeier ha confrontato i materiali di due informanti che parlano l’uno il fiorentino colto e l’altro quello popolare 9. Tutto ciò mostra in modo ovvio che i collaboratori dell’AIS avevano perduto presto, forse sin dall’inizio, la innocenza positivista: i dati resi accessibili dall’atlante non si spiegano da sé, si tratta di materiale grezzo (Rohmaterial; [238 ss.]) che risulta dalla scelta, da parte dell’informante, di preferire una tale forma ad altre ugualmente disponibili e che esigono perciò necessariamente un’interpretazione varietistica tramite la quale diventa possibile ricostruire i motivi della scelta; ora questa ricostruzione ermeneutica, secondo Jaberg e Jud, è compito del lettore (240). Il linguista invece dovrebbe accontentarsi di scegliere il punto d’inchiesta e l’informante per poi affidarsi ai dati forniti. Si accostano finalmente alla problematica in una specie di ,confessione‘ molto generale, quando dichiarano solennemente di aver voluto documentare dialetti contemporanei e non arcaici e puristici (238) e di raccogliere dunque materiale sincronico (239). Vale la pena citare la fine del libro scritta con una enfasi insolita, quasi lirica e molto poco dialettologica.
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„[…] Anche l’unità fonetica della parlata del villaggio è un mito. Non si opponga alla forma dell’informante A la forma dell’informante B per dimostrare che la forma di A sia falsa. A e B possono avere entrambi ragione, cioè entrambe le forme possono essere usuali nel luogo in questione, pur non essendone i locutori coscienti. Possono appartenere ad una lingua più nuova o più antica, ad una socialmente più elevata o più bassa, ad una di uomini o di donne. Chi conosce perfettamente le abitudini linguistiche del proprio luogo d’origine? Si osservi anche che i nostri informanti perlopiù appartengono a generazioni relativamente anziane, spesso originari di frazioni isolate e perciò rappresentano uno stadio della lingua più arcaico rispetto alla media della popolazione nel villaggio principale del comune“ (Jaberg/Jud 1928, 216). Nell’originale si parla di gebildetes und volkstümliches Florentinisch (193, n.1; vd. 176, n. 1).
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2.1. L’intento sincronico di Jaberg e Jud: (2) Man spricht gern von den ursprünglichen Verhältnissen einer Mundart. Wo fängt die Ursprünglichkeit an? Es gibt in der sprachlichen Betrachtung keine Bretterwand, hinter die man nicht schauen darf. „Ursprünglich“ kann bloß heißen „auf einer älteren Entwicklungsstufe stehend“.Wir wollen aber nicht eine ältere Entwicklungsstufe, also nicht die „ursprüngliche“ Mundart, sondern die letzte, die jü n gste Entwicklungsstufe, die m oder ne Munda r t mit allen Mischungen und Infiltrationen festhalten. Eine genuine Mundart gibt es so wenig wie es eine einheitliche Mundart gibt. „Genuin“ nennt man das, was zeitlich weit genug von uns entfernt ist, um uns seine Herkunft zu verheimlichen. „Ursprünglich“ und „genuin“ wird morgen sein, was uns heute als „jung“ und „importiert“ erscheint. Ein Sprachatlas ist mit seinen „jungen“ und „alten“, „aufstrebenden“ und „anormalen“ Sprachformen das getreue Abbild des Lebens, in dem Junge und Alte, Gereifte und Werdende, Herdenmenschen und eigenwillige Draufgänger am Webstuhl die Fäden zum bunten Zeitgewebe zusammenfügen. (Jaberg/Jud 1928, 241) 10
In realtà il brano citato non si può considerare una massima di ricerca, non vale più di una dichiarazione di buona volontà senza utilità metodologica, anzi in flagrante contraddizione con la pratica dell’inchiesta come viene caratterizzata nel passo (1) citato sopra. Si può ora constatare senza esagerare, che gli autori dell’AIS non hanno saputo o voluto nè sistematizzare nè concettualizzare il loro sapere varietistico; la duplice inchiesta condotta a Firenze, a cui abbiamo accennato sopra (e ancora molto meno quelle altre di Bologna, Venezia e Milano) resta un aneddoto nella storia dell’AIS. Ecco il paradosso fondamentale. 2.2. Lo spazio unidimensionale dell’AIS – e i suoi fondamenti ideologici È colpito dall’astinenza teorica innanzitutto il concetto di dialetto stesso. Implicitamente si intende che passano per dialettali le forme localmente più specifiche, in terminologia moderna: le forme diatopicamente più marcate dai rispettivi punti. Sulle cartine dell’AIS questi tratti dialettali appaiono poi come i componenti statici che distinguono un luogo geografico (un ponte, una chiesa, un ruscello, una
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„Si parla volentieri delle condizioni originarie di una parlata. Quando comincia l’originalità? Nell’osservazione linguistica non esiste alcuna parete dietro la quale non si possa gettare uno sguardo. ,Originario‘ non può significare altro che, ad uno stadio anteriore nello sviluppo‘. Noi però vogliamo fissare non lo stadio più remoto, non la parlata originaria, bensì lo stadio ultimo, quello più recente, la parlata moderna con tutte le sue mescolanze e infiltrazioni. Una parlata genuina non esiste così come non esiste una parlata unitaria. ,Genuino‘ viene definito ciò che è abbastanza lontano da noi da nascondere la sua origine. ,Originario‘ e ,genuino‘ sarà un domani quello che oggi ci appare giovane o ,importato‘. Un atlante linguistico con le sue forme moderne e antiche, ,in ascesa‘ e ,anormali‘ è la fedele rappresentazione della vita, nella quale giovani e vecchi, maturi e adolescenti, pecoroni e caparbi impetuosi intrecciano al telaio i fili per un variopinto tessuto storico“ (Jaberg/Jud 241).
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roccia ecc.) e forse questa impressione, suggerita dalla tradizione cartografica, è molto meno superficiale di quanto sembri: nella misura in cui è messa in rilievo la specificità locale (linguistica e no) spicca il principio dell’autoctonia (in ted. Bodenständigkeit), uno dei valori fondamentali dell’ideologia nazionale. Infatti lungo il corso del lavoro esso: – – – – –
spiega la scelta degli informanti 11, influisce profondamente sulla scelta dei punti d’inchiesta 12, fonda la concezione monolingue dell’atlante 13, è un criterio di distinzione sociale (vd. infra citazione [4]), giustifica la scelta di certe varianti perché corrisponde ad una predilezione generale del dialettologo 14.
Poi l’autoctonia è intimamente legata al secondo principio fondamentale dell’atlante quello della ruralità: la stragrande maggioranza delle domande sono orientate verso l’etnografia della vita rurale 15. L’atlante raccoglie i nomi p. es. del manico della falce, del siero del formaggio e del lume a olio, ma non quello del telefono, né della bicicletta, né dell’elettricità. Perciò il questionario non è veramente adatto alle particolarità della vita urbana benché adoperato nelle inchieste metropolitane ed in tante altre città. Inutile sottolineare che entrambi i principi (l’autoctonia e la ruralità; vd. (2)) entrano facilmente in conflitto con il principio della modernità in generale e della sincronia linguistica in particolare, soprattutto a livello della scelta dei punti che
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„Importante è in ogni caso che l’informante sia nato e cresciuto nel villaggio e che la famiglia vi risieda da più generazioni“ (191). „Con attenzione all’autoctonia del materiale sono state preferitè località piccole e isolate“ (186). Meriterebbe una discussione più approfondita; come si sa fanno parte della rete dell’AIS anche numerosi punti alloglotti (non solo romanzi, come i paesi friulani, ladini, romanci, provenzali e sardi bensì anche quelli albanesi e greci); ma non furono mai raccolti dallo stesso informante materiali in due o tre lingue, cioè le varietà italiane dei locutori con madrelingua alloglotta restavano sconosciute, sebbene una buona parte dei locutori alloglotti, anzi la maggioranza, parlasse già al momento delle inchieste AIS anche una o parecchie varietà italiane. Sarebbe stato interessante documentare anche il calabrese degli albanesi e così via. Non forniscono informazioni neanche a proposito della competenza bilingue e l’eventuale esistenza di interlingue nei villaggi grigionesi in corso di germanizzazione (vd. i protocolli dei P 5 Ems/Domat; P 14 Dalin, P 16 Scharans in Jaberg/Jud 1928, 39 ss.). „[…] infine non accade troppo raramente che l’informante comprenda la gioia dell’esploratore per l’autoctonia così bene che doti la sua lingua di una patina arcaica“ (215). Si può dire che la competenza multipla dei locutori sfugge all’atlante. Si noti tra parentesi che la vita non meno tradizionale né specifica dei pescatori e dei porti in generale manca completamente. Viene con ciò esclusa l’opposizione tra mare e campagna che è assolutamente fondamentale per l’organizzazione quasi antagonista delle strutture economiche e sociali dell’Italia litoranea; mi sembra molto probabile che si possa manifestare anche in divergenze linguistiche.
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Thomas Krefeld
costringe il dialettologo a tenere conto del cambiamento economic