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di|javTL. ov aiSapoOv eioeXQov TÖv OIKOV. 2. W.J. HAMILTON, Researches in Asia Minor, London 1842, I 116; II 405 Nr. 27 (CIG 3861 b); RAMSAY, Cities II 654 Nr. 567 (CIJ II 762; TREBILCO 76 Nr. 5. 3); M . WAEL KENS, Die kleinasiatischen Türsteine, Mainz 1986, I73f Nr. 435 (J.H.M. STRUBBE, in: J.W. VAN HENTEN/P.W. VAN DER HORST [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epigraphy, Leiden 1994, 121f. Nr. 10; ID., Arai Epitymbioi, Bonn 1997, 161f Nr. 230 [nur der Fluch]); Photographien bei B. HAARLOV, The Half Open Door, Odense 1977, Abb. 6; WAELKENS Taf 65; 104: "A^niia faicp OOißicp KpiaTTco Kai TUXT} Qpeijjaai ^coai jjLvppTis X'^P^'^- R^To TÖ Toug 8 u ö Teöfjvai ög äv dvopuaeL a d p o v ai8apo0v TOV {^]ev&va advaiTO Kai [T]Ü) (TU|j.ßouX€uaavTi (unterstrichen die von WAELKENS nicht mehr gelesenen Buchsta ben). Die Ergänzung ^]€v&va ([.JiKÖva R A M S A Y ) stammt von ZINGERLE, Anz. Wien
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ypäi\ias; SEG 49, 2119f. (Oase Dakhleh): evTvx<jis
ypön\iavT0<9. Die Beispiele zeigen, daß die hier vorliegende Formulierung zur Bezeich nung des Schreibers ungewöhnlich ist, aber vgl. unter einer Bauinschrift aus Samos (Gregoire, Recueil 147): 'ypd|i|i(aTa) KojvaravTivov ijTro8LaK(6vou); IDidyma 520: ' EmKTf|TOU ypCL<^r]. B l:s. A 1. 2: von Zeus abgeleitete Namen sind im jüdischen Milieus zumindest mög lich, s. e. g. 14 A , 4; 18; B 33 (jeweils Komm.). Der Name in Aphrodisias e. g. SEG 40, 942. 3: der P N ist mehrfach bei Juden belegt, Horbury/Noy 128; Lüderitz 44 k (fem.; Teucheira); J.J. Price, SCI 22, 2003, 221 Nr. II (Jaffa); CIJ II 909; 917 (fem.; beide aus J a f f a ) ; L i f s h i t z 56 (Apameia/Syr.); 70 (Askalon); 77 c (Skythopolis); L. Rot-Gerson, The Greek Inscriptions fi-om the Synagogues in Eretz Israel (hebr.), Jerusalem 1987, 25 Nr. 3: MdpL. Növvou; der P N ist gerade in der Spätantike, v. a. in Syrien (s. Indices zu IGLS) sehr beliebt. 4: zum PN vgl. 14 A , 32 (Komm.). 5: zum P N vgl. 14 A , 18 (Komm.); 59; es ist aber klar, daß diese Namen nicht exklusiv von Juden, sondem auch von Heiden benutzt worden sind. 6: der Name wurde auch von Juden benutzt, Noy I 53 (Venosa), ist aber sehr häufig.
19 Eine Jüdische (?) Weihung an Gott Edd.: Reynolds/Tannenbaum 136f Nr. 9 (SEG 37, 851); Ch. Roueche, Aphro disias in Late Antiquity, London 1989, 23ff Nr. 10; A . Chaniotis, SCI 21, 2002, 238 Nr. 24. FO: östlich des Museums, in der Nähe von 14; inv. 74.262. Beschreibung: leicht konkave Marmortafel, in zwei Stücke gebrochen, H.: 0,53 m; B.: 1,35 m; T.: 0,24 m; litt.: 3 cm. Abb.: Roueche Taf IV. Ü: Roueche; K.L. Noethlichs, Die Juden im christlichen Imperium Roma num, Berlin 2001, 208 M 97 i; A . Chaniofis, in: A . Ackermann/K.E. Müller (Hrsgg.), Patchwork, Bielefeld 2002, 115. t[.]0€[.]]w
ETTTIKÖO)
4>X.
EüaeßLO? DTTÖ TrpLp.L-
J.J. PRICE, SCI 22, 2003, 222 A . 36 verweist auf einen weiteren, noch unpublizierten Beleg für den PN Nonna aus Jaffa.
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TOÜ Geoü 8o|idTü)y 5
TO irpCüTOV K a i TpLTOV SidaTuXov eTTolT]aey
5: TO TpiToy Chaniotis.
Dem erhörenden Gott ließ Flavius Eusebios, ehemaliger primipilaris, von den Gaben Gottes das erste und dritte Säulenjoch bauen. Datum: einige Buchstabenformen sind spät, aber es sind v. a. Name und Statusbeschreibung des Fl. Eusebius, die in das 2. Viertel des 4. Jhs. weisen; s. Komm. z u Z . 1; 2f. 1: Es ist unsicher, ob es sich imi einen jüdischen Text handelt; das Formular in Z. 3f ist ein Argument dafür, die Anrufung eines G e ö ? eirriKOO? ein Argu ment dagegen. Der G e ö g e m i K O o g ist in heidnischen Texten weit verbreitet; die klassische Studie stammt von O. Weinreich, Ausgewählte Schriften I, Am sterdam 1969, 13Iff Mehrfach gibt es den Q e ö ? üijJiaTOs e m ^ K O O s , ' ^ ^ doch sind die Verehrer des G e ö ? üi[!LaTOs eben keine Juden, auch wenn sie sich den jüdischen Gemeinschaften nahe gefühlt haben können. Im jüdischen Kontext ist eine Erwähnung des G e ö ? eirriKoo? nur ergänzt in Horbury/Noy 13 (Alex andria): GecüL [iiejydXüJL e[TTriKÖ]ü)i ... TTJI/ TrpoCTeuxTjv eiröeL, und ein Altar mit Ohren in Diokaisareia ist nicht sicher jüdisch (230). Vgl. aber immerhin 2 Chr 6, 40: T d WTa a o u CTTiiKoa eis Triv S e r i o L v ; 7, 15: T O WTa \iov e-rrfiKoa Tfi TTpoaeuxfi T O Ü TÖTTOU T O Ü T O U ; P S 130, 2: yevr|6riT(o T d coTd a o u i r p o a e L g Tf]v (jxovfjy Tf\s S e r i a e w s | i o u . Wesentlich geläufiger ist in LXX die Benutzung von eTraKOÜeiy in Bezug auf Gott.''° Philo kennt das Konzept ebenfalls.'^'
exovTa
Gecp steht auf einer Rasur, deren Ursache nicht auszumachen ist. Roueche überlegt, ob KÜptog durch G e ö g ersetzt worden sei: „the change was simply a matter of taste". Wenn die Datierung des Textes richtig ist, wurde hier kein christlicher Terminus durch einen neutralen ersetzt, wie man es sich in einer Verfolgungssituation vorstellen könnte. Der Name Flavius stammt von der Dynastie Konstantins, ist also in Aphrodisias erst einige Zeit nach 324 zu erwarten.
So gibt es z. B. in Pantikapaion eine Weihung Gew üi|jLaTw errriKÖo) (MITCHELL 134 Nr. 88); vgl. O. WEINREICH, Ausgewählte Schriften I, Amsterdam 1969, 152f. zu weiteren Belegen; dazu etwa S.J. STARCKY, Syria 26, 1949, 60 Nr. 2: A u OII^IOTÜ) KOL e-rrriKÖq). HATCH/REDPATH 505f. quod deus sit immutabilis 156: e-m^KooL 8e al TOI) GeoctjLXoOg eüxat; de praemiis et poenis 84: w 6 Geös eoTLV etrriKOO? lepoTrpgTTeoTdTwy evyßv; de exsecrationibus 166: yepas aÜTotg Trapexo^^Tos TOV rraTpös TÖ eTrrJKoov iv eüxdl?. '^^ Zum PN Flavius als Statusdesignation in der Spätantike s. KEENAN ( A . 30) 33ff.; ID., ZPE 12, 1974, 283ff.; A . CAMERON, Latomus 47, 1988, 26ff.
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Der primipilusZ-aris war nach den Reformen des Gallienus kein Offizier mehr (eine Ausnahme ist wohl IGR IV 266: TrpeL(iOTTeLXdpLOv eTrdpxwv XeyLWvog eKTr)? StSripds'), s. J.M. Carrie, Actes X V . Congr. Pap. Brüssel, 1977, IV 171ff; id., ZPE 35, 1979, 212ff, der 219 zusammenfaßt: „le membre de l'officium provincial qui est Charge, pendant une annee, de convoyer dans un autre diocese le pastus primipili leve dans la province."'^^ Sein Dienst war immer noch eine militia, nach deren Ende er eine Statuserhöhung erwarten konnte, CTh 8, 4, 3 (317): primipilaribus post emeritam militiam perfectissimatus vel ducenae vel centenae egregiatus darf dignitas potest. Der Status, den Fl. Eusebius erreichte, wird hier nicht genannt; es reicht die Angabe eines früheren Dienstrangs (vgl. ähnlich IGR IV 266 [Pitane]). Daß Eusebius tatsächlich als primipilaris im officium gedient hatte, ist damit nicht gesagt: der Rang konnte auch verliehen werden, F. Miliar, JRS 73,1983, 94f 3ff: €K TCOV Tou Geoü Sojidrcoy ist ein Ausdruck, der sich in einigen jüdi schen Inschriften fmdet, und dessen Verwendung den wichtigsten (jrund für die Aufnahme dieser Inschrift darstellt. Schon für 8ö|ia gibt es wenig epigra phische Parallelen (s. aber 82-4; 124 [Sardeis]), und die meisten Fälle seiner li terarischen Verwendung stammen aus der jüdischen Literatur,'^'* von wo aus es Eingang in die christliche Literatur fand (e. g. Mt 7, 11 par). Vgl. 90 (Sardeis): [ ... eSJwKa CK rCSy Stopeojv TOÜ TravTOKpdTopos' 9(eo)ü; Noy 1191 (Auch/Armagnac): de di donum lona fecet; Le Bohec 178f Nr. 14 (in der Lesung von K. Vössing, in: M . Khanoussi u. a. [Hrsgg.], AfHca Romana XII, Sassari 1999, 1185ff.): d(e donis) dei partem portici tesselavit. Vergleichbar ist der auch in Sardeis (71 u. ö.) verwendete Ausdruck eK T W V Tfig TTpovotag.'^^
Im Hintergrund der Formel steht die Vorstellung, daß alle Dinge Gott ge hören, und daß das, was der Mensch Gott gibt, ohnehin aus Gottes Hand stammt, wie es schon 1 Chr 29, 14 heißt: ÖTL a d ra TrdvTa, Kai €K TÜV a w v 5e8c6Ka[iev aoi (Dankgebet nach Einweihung des Tempels). Ein schönes Bei spiel aus der jüdischen Literatur bietet Ps. Philo, de Jona (Predigt an die Niniviten, übers. F. Siegert, Drei hellenistisch-jüdische Predigten I, Tübingen 1980, 105): „Ihr kennt Gott nicht. Ihr stattet keinen Dank ab für Gottes Gaben"; 120 (in der Volksversammlung der Niniviten): „Zunächst und vor allem haben wir dieses Geschenk von Gott empfangen, daß wir Menschen sind"; 121:
Das Argument von CHANIOTIS, Patchwork ( A . 6) 115, daß Eusebius als Soldat kein Jude gewesen sein könne, also - wenn überhaupt - nach seiner Entlassung konvertierte, zählt daher nicht. T. RAJAK, in: GOODMAN ( A . 90) 237; s. v. a. Eccl. 5, 18: KOL ye ird? dvOpcoiTO?, (5 eScoKev a ü ™ ö Oeö? rrXoÜToy Kai ürrdpxoyTo ... TOÜTO 8öpa 9eoü eoTiv. '^^ Etwas anders zu verstehen ist LIFSHITZ 1 (Aigina): TTpooo8eO0(r|CTay) ... 6K TÖV TOÜ 9(eo)ü 8a)pe(Jüy xpvowoi pe' - weil hier mit den 8coped TOÜ Geoü ein zusätzlicher, neben dem des Stifters verwendeter Fond gemeint sein muß.
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„Der aber schenkt uns mit vollen Händen nicht nur, was zur Ernährung gehört, sondem auch was zur Unterhaltung und Freude dient, und hat nichts von uns gefordert, sondem uns bis heute sorglos gelassen"; 123: „Er aber, der uns nicht nur das Geschenk der Nahrung, sondern überhaupt das Leben gönnt, hat bis zum heutigen Tag unsere Stadt unterhalten, die ihm keinerlei Ertrag gebracht hat." Auch wenn die „Geschenke Gottes" in unserem Text eher dem jüdischen Formular zu entsprechen scheinen, ist es letztlich doch nicht zu beweisen, daß es sich wirklich um eine jüdische Inschrift handelt,^^^ denn die Formel wird auch in christlichen Inschriften häufig benutzt und ist schon im 4. Jh. in der Liturgie zu finden, s. Vössing 1190f., und selbst in Kleinasien finden sich epi graphische B e i s p i e l e . S e l b s t die Verwendung durch Heiden ist nicht ausgeschlossen (s. jeweils in eindeutig heidnischem Kontext Studia Pontica III 2, 142: TO d[yd9r|[ia] e K T W V T [ O O ] G e o u ; SEG 49, 2009: eK T W V T O O | i e yLOTOu G e o ü ; 2031:
eK TCÜV T O Ü G e o u ) .
Wenigstens Gott gegenüber treten die Stifter nicht mit der stolzen Formel CK T W V LSLCÜV auf, sondern geben sich bescheidener - ob das den Anspruch auf Geltung in der Gemeinschaft schwinden ließ, ist eine andere Frage. Wichti ger ist möglicherweise, daß sie auf diese Weise vermeiden, die eigene Stiftung in die Nähe eines Opfers zu rücken, was ja selbst bei einem Zitat von 1 Chr 29,14 nahegelegen hätte. 5f: SidaTuXov, intercolumnium. Zur Wiederherstellung mehrerer StdoTuXa vgl. M A M A VIII 498 (Aphrodisias): K a i oTodg d v a T o X L K f i s d i r ö G [ e p . e XLWJV SidoTuXa OKTW i i e T e v T i v o x Ö T a o T o d g KttTd T O y e v ö j i l e v o v liLKTils' StdjaTuXov
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[ e i g TaÜTriJy, Kai 'rf\s
iJj^^'Lcriia SidajTuXa Ö K T W ,
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Kai O T o d g
8UCT-
Roueche: „The arrangement seems odd, and it is
K. VÖSSING, in: M . KHANOUSSI u. a. (Hrsgg.), Africa Romana XII, Sassari 1999, 1190 A . 29: „J.M. REYNOLDS ist mittlerweile (mündliche Mitteilung) nicht mehr davon überzeugt, daß die Inschrift überhaupt jüdisch oder christlich sein muß." - J. RUSSELL, The Mosaic Inscriptions of Anemurium, Wien 1987, 57 geht davon aus, daß die jüdischen In schriften vom Formular der christlichen Liturgie beeinflußt worden seien, doch ist eme sol che Vermutung angesichts der Parallelen aus 1 Chr und de Jona unnötig. AP 1, 95 (Ephesos): OOL, pdKap, CK a e o ScoKa; I K 9, 571 (Nikaia): eüxopLOTOJv äveOriKa r d o d CK TÖV ÖQ>{V) TrpooT^YaYov; GREGOIRE, Recueil 123 (Nysa): CK TÖV TO[Ü] Qeov Kai TO[Ü XpilaTOÜ aÜT[oO] eTeXeLcoOr) [T]6 Träv epyolv T]OÜTO; HERRMANN ( A . 92) 13 Nr. 10 (Tralla): [KOLJpriTripLv XpeiaTiavcov KaOoXLKfjg eKKXrjolas TOÜTO eKTLoe FewaÖLOs 'HXlou aÜTw ö Geög eSwKe; IK 41 (Knidos), 530: ] Ttov dyaOtJöv T d ydp o d eK T[WV CTCÜV a]oL eüxaptoT[oüvT6g TTpoacj)epopev; G.E. BE A N / T . B . MITFORD, Joumeys in Rough Cilicia 1964-1968, Wien 1970, 206 Nr. 232 (Eirenopolis): eK TOV 8Opewv TOÜ SeoTTÖTOu Ipov e(eo)ü; HAGEL/TOMASCHITZ, Repertorium der westkilikischen Inschriften, Wien 1998, 30 Anemurion 27: eK T W ( V ) OCOV SwpripdTcov a[o]L [e]üXapLaTü)(v) TTpoar|ve[YKa] Trpöa8[e^]e aÜTd eL[g] dct^eaiv dpapTitov. Weitere christliche Belege der auch in der Liturgie vorkommenden Formel TO a d eK TCOV Q&V TTpoa4)epopev bei K. WEITZMANN/I. SEVCENKO, DOP 17, 1963, 393f
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tempting to assume that we are meant to imderstand 'the first to the third intercolumnations'."'^^ 6: CTTOLriaev wird in Stifterinschriften aus Aphrodisias normalerweise nicht gebraucht/^^ aber es gibt zahlreiche Parallelen aus jüdischen (und ande ren) Inschriften, auch für „Teilstiftungen" in Synagogen u. a. Gebäuden, vgl. Lifshitz p. 90.
Hyllarima 20 Die Synagoge Edd.: A . Laumonier, B C H 58, 1934, 379f Nr. 44 (Lifshitz 32; B.J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 162 Nr. 29). FO: „Hyllarima (dans les ruines)" Laumonier; cf Robert, Hellenica III 105f A . 5: „J'ai visite cet endroit en septembre 1934. Je signale que ce linteau est, dans un amoncellement de ruines, sans doute en place. Qui voudrait deblayer une synagogue d'epoque romaine en Asie mineure aurait lä un emplacement de choix, puisque la place exacte de l'edifice est connue. II me semble que l'entreprise vaut d'etre recommandee." Beschreibung: „Linteau de porte; long., 2,70, h., 0,36 (enfoui dans les broussailles et les blocs de marbres)"; litt.: 3 cm. „Deux Ugnes sur la comiche, deux lignes sur le registre superieur, ime ligne sur le 2e registre, un mot sur le registre inferieur" (Laumonier). In Z. 3 hinter TTpeoßÜTepo? und aÜTwy je weils ein Efeublatt. Die Zeilen sind zu lang, um den Umfang der Lücken ange messen darzustellen; nur Z. 3 ist vollständig erhalten und gibt einen Eindruck. Ü: Lifshitz (Z. 3ff); Brooten; Williams 84 III 82 (Z. 3ff). üirep vyias
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A ü p . EüoavßdTLog TTpeßÜTepos' KOI A ü p .
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ÜTTep Tfjs eaTCüu owTTipLas KQI TratScov aÜTwy Kai
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Unter der Stiftung eines SidCTxuXov verstand man die Stiftung der beiden begrenzenden Säulen, M . CHR. HELLMANN, Recherches sur le vocabulaire de l'architecture grecque, Paris 1992, 216 A . 15. ROUECHE ( A . 14) 25ff. 11-13 scheinen auf den ersten Blick Ausnahmen zu sein, aber dort spricht der Bildhauer von seiner Arbeit: eTTOiei KOI dve9r|Kev, eTToCei Kai ... eScoprjaaxo.
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3: EüaavßTLOs, TTpeßÜTgpog/ETnxuvxoüaa Laumonier, der sich - angesichts der schlechten Bedingungen, unter denen er den Text kopierte - verlesen haben kann; E ü a a v ß < d > T L o ? , TTpeßÜTepos,'ETTLTuvx
Laumonier, was aber nicht die einzige Möglichkeit ist;
vgl. e. g. eK r&v oiKeicoy xP^ll^dTcov CIJ I 694 (Stobi); eK Ttov aüxoO Sopdxtov Noy I 13 (Ostia); möglich wäre auch eK xwv xoO öeoü Sopldxcjv, 8cüpTip]dxa)v. Für
die Gesundheit... des Kaisers ... Aur. Eusanbatios, der Älteste, und Aur.
Epitynchanousa (gaben) wegen ihrer (eigenen) Rettung und wegen ihrer Kin der und... der allerheiligsten Synagoge die ... aus... Mitteln (?).
Datum: „Lettres de basse epoque" Laumonier; wegen der nomina Aureliana ist 212 terminus post quem; auch die Bezeichnung des Kaisers als ßaaiXeiJS wird mit dem 3. Jh. häufiger. If.: Weder Laumonier noch Robert, die beide den Stein sahen, sprechen von einem Unterschied in der Schrift zwischen I f und 2ff Es handelt sich um eine übliche Loyalitätsformel, die auch von Juden ge braucht werden konnte, ohne daß sie ihre religiösen Überzeugungen kompro mittiert hätten; cf e. g. aus ptolem. Zeit Horbury/Noy 22 (Schedia): ÜTiep ß a aiXetog röm.
Ü T o X e i i a L O u K Q I ßaaLXi^aorig B e p e v i K r i s ; 13; 24f; 27f;
117;^°^ aus
Zeit Noy I 13 (Osüa): pro salute Augusti; A E 1990, 823 (Intercisa): deo
aeterno pro sal. d. n. Sev. Aflexandrji p. f. Aug. e[t lul. Mamaejae Aug. mat. Aug.
vot. red. l. Cosmius pr. sta. Spondill. a synag. ludeor.; CIJ II 972 (Pa
lästina): ÜTTep acjOTTipias' T W U K[upL]cav fificov
aÜTOKpaTÖpa)[v
(Severus, Ca-
racalla, Geta) e ^ ] eüxfis' ' l o u S a t c o v . Den Juden war das Problem, am Kaiser kult nicht teilnehmen zu können, durchaus bewußt, und sie hatten einige Ersatzft)rmen gefionden.'^*^' In dem vmtl. falschen Brief lulians
LXX
' louSatcov
TW
1 Esdras 6, 30 (wohl im 2. Jh. v. Chr. in Alexandrien entstanden) wird der Ge
danke in einem dem König Dareios zugeschriebenen Brief zum Ausdruck gebracht; der Tem pel soll unterstützt werden, ÖTTCOS Tipoact^eptüvxaL aTrovSal xw Geqi xw i ^ L a x w ürrep xoü ßaoLXecos Kai T&V iraiScov KOI rrpoaeüxwvxaL Tiepl xfjg aüxcov C^jys. Jos. AJ 16, 165 (Augustus schreibt): xö xe 4''n4"-ö^M^o' TÖ SoOev poi ÜTT' aüxcov ÜTrep xfi? epfjs eüoeßeCa? . . . Philo, Flacc. 97: x t p d g y d p , ö a a g olöv xe fiv Kai errexpeTTOv ol vöpoL, rrdaag Falcp i|;r|(])Ladpevoi Kai eTTixeXeaavxe? epyoig dveSopev xcp; 48: die Synagogen dienen dazu, xö eüxdpiaxov
stellen zu können; 49: cög x o l g rravxaxöÖL xfig oLKOupevrig eig
xö i|;r|c|)Lapa aü-
der Juden gegenüber dem Kaiser dar 'louSatoLg öpprixi^pta
xfjg
x ö v Z e ß a a x ö v OIKOV ö a t ö x r i x ö g eloLv a l TTpoaeuxal emSiiXcog; leg. 133 (über die
Zerstörung der alexandrinischen Synagogen): KOI aicoTrco x d g ouyKaOaipeOelaag KOL a u p TTpriaOelaag xcov aüxoKpaxöptov x i p d g daTrlScov KOL axe(|)dvcov eTTixpuawv KOL axr|X(Jov Kol eTTLypa4)Cov; 280: ev o l g ydp e
vöptov
eüaeßeiv,
oüSevög
oüxe xcov 'AoLavcov oüxe xcov ev EüpcoTiT) XeiTrexai x ö Trapdrrav e ü x a i g , dvaOripdxcov, KaxaoKeuaTg, TrXxiOei Guaicov, oü pövov
ev x a l g Kaxd xdg SripoxeXelg eopxdg
dvayo-
pevaig, dXXd Kai ev xatg KaG' eKdaxrjv r)pepav evxeXexeaiv; das Problem zeigt sich am deutlichsten leg. 355ff (Isidor zu Caligula): „ÖTrdvxcov ydp dvGpcorrcov ürrep acoxripiag xfjg af|g
Gualag dvayövxcov eüxopLaxTiploug, oüx ürrepeivav
OUXOL pövoL
Güetv
öxav 8e
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KOL VW (204 Bidez/Cumont [397 d]) wird die Abschaffimg einer Steuer so be gründet: TOVS 8e T T a v T a x ö G e v e x o v r a s t ö d | i e p L | i v o v öXoKXripa) il^uxti XalpcvTag
ÜTTep t o ü ß a a L X e l o u
LKeTripLOug X a T p e l a g
TTOLelaGaL tco ( l e t -
CovL, TW 8uva|ieva) KQTeuGüvaL t t j v ß a a L X e l a v fip.cüv errl T d KdXXLOTa.
3: zu Eusanbatios vgl. 14 A , 15 (Komm.); zu T T p e a ß Ü T e p o g vgl. 5, 1 (Komm.). Stiftungen ÜTTep awTripi^as sind häufig (s. die Belege bei Lifshitz p. 91) und gelten manchmal auch der Finanzierung einzelner Gebäudeabschnitte.^^^ owTTipLa ist dabei kaum eschatologisch zu verstehen, sondem meint die Be wahrung der Gesimdheit (LSJ s. v. II 5) imd des Wohlergehens (etwas anders P. Baumann, Spätantike Stifter im Heiligen Land, Wiesbaden 1999, 292ff.). 4: vgl. die gerade zitierten Beispiele für einige Möglichkeiten des Anfangs (e. g. [e]KYÖv[üL)v). d y L Ö T a T o g wird häufiger zur Charakterisierung von Synagogen verwendet.'^^'^ a u v a y w y r i kann hier nicht immer das Gebäude bezeichnen, sondem muß eine Institution meinen: Heilig ist die. „Versammlung" des auserwählten Volkes Gottes.2<^^
Zur Synagoge als einem heiligen Ort s. S. Eine, This Holy Place, Notre Dame 1997; Levine 220f; 229. In der Zeit des zweiten Tempels beginnt man
'ouToi' Xeyw, Kai TOVS äXXovs 'louSatou? au|i.TTapaXa[ißdva)." d m ß o r i a d v T w v 8e r\[iüv ö|io9üpa8ov „KupLe Fdie, ai)K0(t)avT0Ü|ie6a- Kai ydp eQvoa[i€v Kai eKaTÖpßa? eöüaa\iev ..." „ecjTCio," (j^rjal, „xaÜTa dXriGf], xeSÜKaTe, dXX' erepo), Kav ürrep e\iov- TL oiiv ö4>eXos';" - Philos gerade zitierte Bemerkungen hält M . HENGEL, ludaica et Hellenistica I, Tübingen 1996, 173 für „apologetische Übertreibung. Der epigraphische Befund spricht dage gen." Zu Gunsten Philos sollte man daran erinnern, daß es kaum Funde aus dem Inneren einer Synagoge der hohen Kaiserzeit gibt. LIFSHITZ 39 (Apameia/Syr.): ürrep atüTriplag ... KOL ürrep ocoTripiag ... Kai ünep [ivias — eTTOLTjaev Triv <\iT](^(x)Oiv Tf]s Laö8ou; 41-6 werden jeweils zwischen 50 u. 150 Fuß (des Fußbodens) von Frauen bezahlt eü^apevr] ürrep ocoTriplas (TrdvTcov) TCOV ISltov; 51; 54: üirep acoTr)pL]a? aÜTfj? Kai TCOV [TCKVCOV aÜTfi?] KOL TCOV eyovltov eTTolriaev; 55: eü^apevr) üirep oojTripLas aÜTfj? Kai TOÜ dvSpög KOL TCOV TeVvcov KOL TravTÖg TOÜ OLKou aÜTf|s TÖV TÖTTov €TT0Lr|aev ( „ L e mot Torrog designe ici une surface du pavement [Mouterde]."); 56; 67 (Caesarea Pal.): TTpo(act)opd) 0eco8copo(i)) ... ü-rrep acoTcplag MaTpcovag OuyaTpög; HORBURY/NOY 15 (Alexandria; Säulenbasis): ürrep ocoTripLag Kupdg 'Poväs. Vgl. den Index s. v. und s. e. g. CIJ f 694 b (Beroia, 4./5. Jh.; zuletzt in: L. GOU NAROPOULOU/M HATZOPOULOS, ETTLypa(t)eg KaTco MaKeSoviag 1, Athen 1998, 388 Nr. 455); 8coaeL TTJ äyLCOTd[TiQ] auvayco(yf)) dp(yüpov) X(LTpav) p(Lav); LIFSHITZ 73 a (Ga za): [T]W dyccoT. TÖTTcp Kai TTJV il^rjcfjcoaLv TaÜTriv TrpoaevriyKapev; 78 (Gerasa): dyio[TdTcp] TÖTTcp ... eprjvr) Tr\ ouvaycoyfi. V g l . auch LE BOHEC 177f Nr. 13 (Hammam Lif): sancta sinagoga Naron(itana). - d y l a a p a als Ausdruck für eine Synagoge in SCI 22, 2003, 241 (Herkimft unbekaimt). Zur Heiligkeit des Volkes s. etwa 1 Makk 10, 39; 44; Sap 18, 9; Jos. BJ 6, 426: dyiog TTXri0üg; LIFSHITZ 39 (Apameia Syr.): TÖ fiyiaapevov üpcov TiXfiOog. V g l . KUHN, T h W N T I lOOf zum rabbinischen Judentum.
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von TOI ßißXia TO. ctyia zu sprechen (1 Macc 12, 9);^^^ spätestens nach der Zerstörung des zweiten Tempels ist die Schrift das wichtigste Medium der Kommunikation mit Gott, und der Ort der Aufbewahrung, Lesung und Aus legung der Schriften erhielt dadurch einen besonderen Charakter. In Inschriften wird die Heiligkeit der Synagoge, wenigstens in Israel, v. a. ab dem 5. Jh. her vorgehoben, Fine 99f}^^ Johannes Chrysostomos, einer der wenigen christ lichen Autoren, die über das Phänomen sprechen, erklärt, daß in den Augen der judaisierenden Christen Antiochiens die Heiligkeit der Synagogen darauf beruhe, daß in ihnen Gesetz und Propheten aufbewahrt würden.^^^ Ob ein Unterschied zwischen lepög,^^^ äyios, ae|iyös^°^ gemacht wurde, scheint mir nicht klar zu sein - vmtl. wurde in der Terminologie nicht diffe renziert. Wenigstens Philo scheint kein Problem darin gesehen zu haben, den von Heiden häufig benutzten Begriff lepög zu verwenden. Der Superlativ dyiÖTaTog ist am häufigsten ab der 2. Hälfte des 2. Jhs. zu beobachten:^'° er ist dem Cjriechischen eigen und fmdet sich in den aramä ischen Inschriften nicht, Fine 105. Einfluß kirchlicher Terminologie scheint mir ebenfalls nicht ausgeschlossen.^'^
Allgemein M . GOODMAN, JThS 41, 1990, 99ff. Etwas anders M . GOODMAN, in: B. ISAAC/A. OPPENHEIMER (Hrsgg.), Studies on the Jewish Diaspora in the Hellenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 3ff., der 8f. (zu LIFSHITZ 78) eine Übertragung aus dem Aramäischen überlegt, dann aber v. a. den Einfluß paganer Ideen hervorhebt, die der Synagoge - in Anlehnung an Tempel etc. - Heiligkeit zu gesprochen hätten, was von den Juden in der Diaspora aufgenommen worden sei. Joh. Chrys., s. die folgende Anmerkung, scheint dem erst einmal zu widersprechen. Pagan ist ver mutlich IGUrbRom I 202: Qeiog TOTTOS, aber bei 201 bin ich unsicher: lepoi TÖTrcj) ürrep eüXfjs dveOriKev. „Gesetz und Propheten": adv. lud. 1, 5 (PG 48, 850): ö v ö p o ? d-rroKelTai, <\)T]OIV, ev aÜT(S KOL ßißXCa TTpo4)TiTLKa; dagegen 1, 6 (851): KQL Iva pdOriTe, ÖTL OÜX äycdCeL TÖV TÖTTOV T d ßCßXLa; NOY I 13 (Ostia): Kai rf\v KeißcoTÖv dve0r|Kev vöpo) dyCcp. - Zur Hei ligkeit von Kirchen in dieser Zeit s. P. BROWN, Society and the Holy, Berkeley 1989, 166flf. HORBURY/NOY 9 (Hadra): T]ÖV lepöv [TreptßoXov KOL] TTJV Trpoa[euxriv; Philo, Flacc. 48: lepoü? rrepLßöXou?; quod omnis probus liber sit 81: lepd ydp r\ eßSopf) vevöpLOTttL, KaO' f|v TCÜV dXXcov dvexovTe? epycjv, e i s lepoü? d(t)LKVOüpevoL TÖTTOUS, ÖL KaXoüvTaL auvaycoyal. Bei Josephus wird TO lepd, TÖ lepöv ebenfalls für Synagoge(n) ge braucht, K. RENGSTORF, A Complete Concordance to Flavius Josephus II, Leiden 1975, 373; vgl. ansonsten zur Benutzung S.J.D. COHEN, in: L.I. LEVINE (Hrsg.), The Synagogue in Late Antiquity, Philadelphia 1986, 161f; CLAUßEN ( A . 108) 132ff " " o e p v ö s : Joh. Chrys., adv. lud. 1, 3 (PG 48, 847; 848); 1, 5 (850); s. aber 6, 7 (913): pf] ydp pOL TOÜTO eLTTT)?, ÖTL v ö p o ? CKel KelTaL KOL TTpO(t)r|TWV ßlßXLa. OÜK dpKet TOÜ TO TTOLfiaaL TÖTTOV äyLov. TL ydp pel^öv eoTL, ßLßXla KelaOaL ev TÖTFO), r\ cfjGeyyeaOaL Td ÖTTÖ TCOV ßcßXlcOV. ^ ' " E . WILLIGER, Hagios, Glessen 1922, 77ff ^" Vgl. 35, 18 (Predigt des Hypatios): f) dyccoTdTri fipcov eKKXriala. Der Ausdruck ist in Inschriften nicht selten, auch wenn es durchaus Christen gab, die hier anderer Meinung waren;
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Die Parallelen reichen nicht aus, um zu beweisen, daß hier nur ein Teil einer Synagoge, ein Anbau etwa, gestiftet wurde. Die Stiftung selber muß nicht un bedingt dem Bau gegolten haben, sondern auch fiir die Gemeinschaft gedacht gewesen sein, wie Trebilco 257 A . 16 versteht. 5: der Gegenstand der Stiftung wird in TATTPAl genannt, und vmtl. muß man einen Artikel abtrennen, also rä TTpa[ . Die Lexika bieten kein passendes Wort. Man wird wegen der Anbringung des Steines am ehesten an Baulich keiten denken.^
lasos 21
Ein Metoeke aus Jerusalem
Edd.: Le BasAVaddtngton 294 ( A . Brinck, Inscriptiones graecae ad choregiam pertinentes, Diss. Hallens. VII 1887, 242 Nr. 148; Oehler 298 Nr. 61 [Z. 8f.]; G ü l l 749 [Z. 8f.];IK28,1,193). cf. S. Reinach, REJ 10, 1885, 76 (Z. 8f.). FO: „sur le bandeau du mur du theatre". (Le Bas/Waddington); p. 92 ein Übersichtsplan (darin: G 6); „heute verschollen" Blümel; große Teile des Theaters wurden in der 2. Hälfte des 19. Jhs. zerstört, ein Teil seiner Steine zu anderen Zwecken abtransportiert. A b b . : Le Bas/Waddington (Facs.). Ü: Frey (Z. 8f.); Williams 112 V 18 (Z. 8f.). em
aTe(})ayr|(l)öpou
' ATTÖXXWVO? T O U |J.eTd
' A v T i y ö v o u , d y c o v o G e T O u 8e
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'Idaovo?
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'AyaGLvos AeovTO?
(^voei 8e
MeveKpdTou,
' Ava^LTTTTOu, ALOWCTLOS' MeyL-rT[Tr]ou,
nö8ü)vos', eKaoTOs lieTOLKtov
'AvTLyovov
OeoSoopou TOÜ MeXauLOjvos"
MTIVÖTLJIO?
s'* ' AiraiJLeüs, NLKT^Tas-
'lepOCToXuiiLTT]?, e K d T e p o ? 8 ( p a x | i d s ) p '
9: 8(r|vdpLa) Frey.
vgl. zu den Problemen allgemein R.A. M A R K U S , in: T . W . HILLARD et al. (Hrsgg.), Ancient History in a Modem University, Grand Rapids 1998, 369ff. ^'^ Td TTpd[paTa in Analogie zu dTTorrpapa von rrepvripL wäre wohl zu verwegen.
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Unter dem Stephanephoren Apollon, der auf Antigonos, S.d. Antigonos, folgte, und dem Agonotheten Theodoros, S. d. Melanion. Von denen, die bei den Dionysien vorher zugestimmt hatten, gaben diese: der Agonothet Mnesitheos, S. d. Athenodoros, von Geburt aber des Menedemos; die Choregen: Menedemos, S. d. Menekrates, Theophilos, S. d. Anaxippos, Dionysias, S. d. Menippos, Menotimos, S. d. Podon, jeder 200 Drachmen. Von den Metoeken: Agathinos, S. d. Leon, aus Apameia, Niketas, S. d. Jason, aus Jerusalem, beide ] 00 Drachmen. Datum: der Text gehört zu einer Gruppe gleichartiger Inschriften aus dem 2. Jh. V . Chr. (IK 28, 160-218), deren relative Abfolge und absolute Datierung in den letzten Jahren Gegenstand der Debatte war.^'^ Eine erste Serie, IK 28, 160-66, wird dadurch einigermaßen datiert, daß der Stephanephor von 162 auch in IK 28, 4 amtiert; diese Inschrift gehört in die Jahre 196-94. Eine zwei te Reihe, zu der auch unser Text gehört, begann frühestens Mitte der 80er Jah re des 2. Jhs. v. Chr. Wenn man üblicherweise die Ämter des Choregen, Ago notheten und Stephanephoren in dieser Folge bekleidete, dann ergibt sich eine Reihung, in der unsere Inschrift sehr weit am Ende der zweiten Gruppe steht: sie müßte auf jeden Fall nach 150 verfaßt worden sein; wie viele Jahre danach, läßt sich nicht genau sagen, da wir nicht wissen, wie viele Lücken sich in un serer Dokumentation befinden. Le Bas/Waddington p. 87: „les listes des contributions volontahes destinees ä rehausser l'eclat des fetes de Dionysus. Ces contributions etaient de deux sortes; tantöt le donateur faisait les frais d'une representation gratuite dans le theatre, en payant les honoraires d'un artiste tantöt il souscrivait pour une somme d'argent determinee, ce qui parait etre devenu l'usage habituel." Migeotte formulierte sehr richtig: „cette Institution ... se situe ä mi-chemin entre les prestations imposees et les contributions volontaires".^'"* Im merhin war der Umfang der freiwilligen Spende über weite Strecken der zwei ten Serie genau geregelt: der Agonothet und die Choregen gaben je 200, jeweils zwei Metoeken 100 Drachmen (so IK 28, 174f.; 184; 186-88; 190-94; 196200; 202; 210; 216f.).2'^ Vgl. ansonsten Brinck 216ff. Sollte es sich hier, was Zur Datierung s. neben den alten Überlegungen von WADDINGTON und BRINCK 221f.: e.V. CROWTHER, BICS 37, 1990, 143ff.; ID., Chiron 25, 1995, 225ff.; L. MIGEOTTE, Chiron 23, 1993, 267ff.; F. DELRIEUX, REA 98, 1996, 371ff.; unseren Text datiert ID., in: A . BRESSON/R. DESCAT (Hrsgg.), Les cites d'Asie mineure occidentale au Ile siecle a. C , Bordeaux 2001, 143 in die Zeit zwischen 130 und 120, während p. 153 die Zeitsparme von 140-100 angeführt wird. Chiron 23, 290. ^'^ L. MIGEOTTE, Les souscriptions publiques dans les cites grecques, Genf 1992, 198: „prestations regulieres et quasi obligatoires." - Den Inschriften ist eine gewisse Entwicklung anzusehen: I K 2 8 , 170f Je fünf Bürger, jeder 200 Dr.; 172: fünf Bürger ä 200, ein Metoeke ä 100 Dr.; 173: vier Bürger, ein Metoeke; 174: fünf Bürger, zwei Metoeken; 176: fünf Bürger, ein Metoeke; 177: vier/zwei; etc.
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wegen der präzisen Regelung naheliegt, um eine Art Steuer für Metoeken han deln, so darf man die Beteiligung eines Juden daran religionsgeschichtlich nicht zu hoch bewerten."^'^ 3ff.: „Mos fuit lasi, ut choregi praeter ipsius choregiae sumptus emdooiv facerent ad augendum splendorem Dionysiorum" (Brinck 219), und zwar gilt das Versprechen der eTTiSoaLS' einem auf üire Choregie folgenden Jahr (-rrpöT e p o v beweist nicht, daß es jeweils das folgende Jahr war). Blümel p. 173 stellt eine Liste der Metoeken in lasos zusammen, von de nen viele aus dem syrischen Raum stammten (Antiocheia, Apameia, Arados, Laodikeia, Marathos, Seleukeia); ein Metoeke aus Jerusalem paßt gut in diese Reihe. Schürer III 1, 25: „Jewish support of a pagan festival recalls parallel events in Jerusalem before the beginning of the Maccabaean uprising. It is however not certain that Nicetas was a Jew."^'^ Der P N lason vmrde von vielen Juden getragen (s. 14 B, 14 [Komm.]),während Ilan 298 nur einen, noch dazu unsi cheren Beleg für den P N Niketas hat.'^'^ Bildungen mit Nik- sind allerdings häufig, e. g. CPJ III p. 185f
22 Eine Namenliste Edd.: L. Robert, REJ 101, 1937, 85f; id., Hellenica III lOOf öeweils 1-8); IK 28, 2, 284. A O : Istanbul, Archäologisches Museum (inv. nr. 3223).^'^ Beschreibung: Säulentrommel. Abb.: 8 (ich verdanke die Aufnahme der Freundlichkeit von S. Sabin). Ü: Williams 114 V 22 (1-8). ALOVIIOLOS-
'\epddvv[jiOs
a'
EiprivaLOu
J.M.G. B A R C L A Y , in: G.N. STANTON/G.G. STROUMSA (Hrsgg.), Tolerance and Intolerance in Early Judaism and Christianity, Cambridge 1998, 82 nimmt eine etwas andere Position ein: „Even when we find Jews in lists of donors to Greek gods, we cannot be sure how their Jewish contemporaries would have regarded them." ^'•^ Skepsis auch bei J.N. SEVENSTER, The Roots of Pagan Anti-Semitism in the An cient World, Leiden 1975, 73, während z. B. V. TCHERIKOVER, Hellenistic Civilization and the Jews, Philadelphia 1961, 352 es nicht für unwahrscheinlich hält, hier einen Juden zu fmden. SCHÜRER I 149 A . 29 schreibt sogar über Niketas: „He may even have been a son cf Jason, the brother of Onias III." Sie zitiert ein Ossuar, R. JACOBY, Jersualem Index of Jewish Art: Jerusalem Ossua ries, Jerusalem 1987, 31/A, bei dem die Form des Sigma später ist als das Ossuar, weshalb sie den Beleg als „mauthentic" wertet. ^'^ IK 28, 1 p. 3f zu den Steinen aus lasos in Istanbul und ihrer Geschichte.
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5
Awaäg a' 'Ioi38a? Ei)ö8ou Tpv^üiv a' ALOVÜaLog
Qeo^iXos
a'
a' 6eu8ä 6ei;8d
' ApTefietaLOs 'Aperalos 10
ZwTrupLOüv ELprivaLOD
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Züjaifiog ' AyaGoßoüXoi; LXLTTTros a'
15
AioyevT]? 4>LXLTrTT0Li NeLKÖ|iaxo9
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' A-rroXXojVLOs' A i o y u a L O u
20
ELJßouXos- A L O v u a L o u Mevay8po? MeveicXeoD? OeoyevT]? Atoyevous AeÜKLOs
ALovuaLOu
Dionysios (S. d. Dionysios), Hieronymos, S. d. Eirenaios, Dosas (S. d. Do sas), Judas, S. d. Euodos, Tryphon (S. d. Tryphon), Dionysios (S. d. Diony sios), Theophilos (S. d. Theophilos), Artemisios, S. d. Theudas, Aretaios, S. d. Theudas, Zopyrion, S. d. Eirenaios, Protogenes, S. d. Theogenes, Jason (S. d. Jason), Zosimos, S. d. Agathoboulos, Philippos (S. d. Philippos), Diogenes, S. d. Philippos, Nikomachos (S. d. Nikomachos), Apollonios, S. d. Dionysios, Euboulos, S. d. Dionysios, Menandros, S. d. Menekles, Theogenes, S. d. Dio genes, Leukios, S. d. Dionysios Datum: Die Hrsgg. machen keine Angabe zu den Schriftformen, mithin zum Alter der Inschrift. Blümel reihte den Stein unter die Ephebenlisten aus lasos (cf. JLR Bull. 1954, 24 p. 102 „liste ephebique"), von denen die meisten eben falls auf Säulentrommeln stehen. Die datierten Listen stammen aus den Jahren 80-174 der Aera von lasos, deren Anfangspunkt umstritten ist. Blümel plä dierte fiir eine Aera, die mit der Befreiung Kariens von rhodischer Herrschaft begann, während sich W . Leschhom, Antike Acren, Stuttgart 1993, 346ff. für die 85/4 einsetzende suUanische Aera aussprach. Bei einer früheren Aera er klärt sich leichter, daß wir in dieser Liste noch keinerlei Einfluß römischer Namengebung finden (Leukios ist gut griechisch).^^° P. HERRMANN, Ark. Derg. 3, 1995, 97 erinnert daran, daß die Aera nur in Texten Verwendung fand, die mit dem Gymnasium zusammenhängen, während in lasos sonst nach Stephanephoren datiert wurde. Vielleicht haben wir also eine Aera vor uns, deren An-
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Robert 101: ToüSa? est un des noms juifs les plus repandus et Eüo8os ne surprendpas dans une famille juive." Zu EüoSos" s. 14 B, 14 (Komm.). Nach Tcherikover und Williams sind in dieser Liste noch weitere Namen enthalten sind, die typisch jüdisch waren (3: Dosas, 7: Theophilos, 8: Theudas).^^' Nach der vollständigen Publikation sehen wir, daß noch ein zweiter Sohn des Theudas (Z. 9) verzeichnet ist, und können Jason (12) hinzufügen. Auch eini ge der anderen Namen wurden öfters von Juden benutzt (e. g. Dionysios, Eire naios, Tryphon, sogar Menandros), doch ist nirgends Sicherheit zu erzielen. Daß es sich um eine Liste von Epheben handelt, ist - wie gesagt - nur er schlossen; allerdings erklärt sich so sehr gut das Vorkommen der Brüderpaare in 8f.; 14f.; 17f. Juden fmden sich unter den Epheben auch in Hypaipa (47), der Kyrenaika (Lüderitz 6 f ) und Korone ( C U I^ 721 c [IG V 1, 1398, Z. 91f ]); ein ludas als Sieger in Agonen in 189 (Hierapolis); femer die bekannten - allerdings in ihrer Bedeutung umstrittenen - Texte aus Alexandria, die von den Juden und dem Gymnasium sprechen (CPJ II 150; 153); Philo stand als Besucher von Agonen und Gymnasien kaum allein^^^ (weshalb die Frequentation des Gymnasiums durch Juden weder für Alexandria noch einen anderen Ort^^^ bestritten werden sollte).^^^ 1: Zu dieser für Halikamass und lasos typischen Abkürzung der Filiation (a') vgl. R. Koemer, Die Abkürzung der Homonymität in griechischen In schriften, Beriin 1961, 52ff 11; 20: zu Theogenes vgl. Index; in beiden Fällen liegt die Namenbildung mit dem Suffix -genes in der Familie. Schön ist die Parallele Theoge nes/Diogenes in Z. 20; Diogenes ist ebenfalls ein von Juden benutzter Name (vgl. 14 B, 18 etc.), so daß auch Theogenes keine Gotteslästerung sein muß. fangspunkt nur mit dem Gymnasium zusammenhängt, von uns also nicht mehr bestimmt werden kann. TCHERIKOVER ( A . 217) 350; WILLIAMS 113f. - Zahlreiche heidnische Belege für Theudas vel sim. stellt allerdings HORSLEY ( A . 144) 183ff. zusammen; allgemein zum Na men L. ROBERT, in: N . FIRATLI, Les steles funeraires de Byzance greco-romaine, Paris 1964, 164. de spec. leg. II 229ff.; cf. 246; quod omn. prob. lib. 26; de opific. 78; de losepho 82 etc. Allgemein: FELDMAN ( A . 49) 57ff; D.I. SLY, Philo's Alexandria, London 1996, 150f (152 führt sie sogar de prov. II 46 in diesem Sinne an). CPJ I p. 38 sagen allerdings, daß es aus ptolem. Zeit keinen Beleg für einen Juden im Gymnasium gibt; zu einem Gymnasium in Antiochien s. Jos. AJ 12, 120. lustin, Dial. I , 1; 9, 3 geht ganz unbedenklich von der Anwesenheit des Juden Tryphon im ephesischen (?) Gymnasium aus. Die Idee strengjüdischer Gymnasien, e. g. A . KASHER, AJAH 1, 1976, 150f; 161 A . 64, wird schon allein durch das Vorkommen jüdischer Namen in Epheben listen widerlegt. Allgemein: H.A. HARRIS, Ancient Athletics and the Jews, Cardifif 1976; M . POLIAKOFF, Journal of Sport History 11, 1984, 48ff; J.J. COLLINS, Jewish Wisdom m the Hel lenistic Age, Edinburgh 1997, 148f; E.S. GRUEN, Diaspora, Cambridge 2002, 123f
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23 Das Grab des L. Aurelius Papias ludas Edd.: Le Bas/Waddington 307; W . Judeich, A M 15, 1890, 153 Nr. 1 (nach Abschrift von F. Winter); D. Levi/G. Pugliese Carratelh, A S A A 23/4, 1961/2, 597 Nr. 34; IK 28, 2, 377. FO: „SuU'architravo della porta di una tombe sovrastante al Porto Piccolo sulla riva ovest, in alto a destra" Levi/Pugliese Carratelli. Beschreibung: H.: 0,43 m; B.: 1,12 m; litt.: 1,5-2,4 cm. Abb.: Le Bas/Waddington (Facs.); Levi/Pugliese Carratelli fig. 33. ripwov A . Aüpr). ou ELoüSa TOÜTO TÖ
TTATTI-
1: A A Y P H Le Bas/Waddington, Levi/Pugliese Carratelli; MTPH Judeich; If.: narrCloi; ...]/OA6LOU A A Le Bas/Waddington; TTOTTL/OU E I O Y A A Judeich, corr. Robert, Hellenica I 28f
Dieses Neroon (gehört) L. Aure(lius) Papias ludas. Datum: der Name weist in die 2. H. d. 2. Jh.s n. Chr. Daß es sich um das Grab eines Juden handelte, bemerkte Robert, Hellenica I 28f. auf Gnmd des Namens Judas (cf. Op. Min. III 1522); ein ZaiißaGicov ö K{di) ' Iriaoü? TlaTreLou ist in CPJ II 220 u. ö. (1./2. Jh.) genannt. fipwov ist ein in Kleinasien allgemein üblicher, auch in lasos oft anzu treffender Ausdruck fiir das Grab; eine bestimmte Form der (jrablege ist damit nicht gemeint, cf J. Kubinska, Les monuments funeraires dans les inscriptions grecques, Warschau 1968, 28ff., bes. 29. Der Ausdruck wird von Juden imd Christen gleichermaßen benutzt, ohne daß damit religiöse Ideen der Heiden übernommen worden wären. Die Übersetzung S. d. ludas scheint mir nicht ganz ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich. Hier, wie auch anderswo, erwartet man nach einem Namen im Genitiv den bestimmten Artikel vor dem Namen des Vaters.
Kaunos 24 Sichemiten Ed.: G. E. Bean, JHS 73, 1953, 33 Nr. 17. FO: „found at the southem foot of the western extension of the acropolis hill; now in the customs house at Dalyan", Bean.
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Beschreibung: rechteckiger Block. H.: 0,47 m; B.: 0,34 m; T.: 0,14 m; litt.: 1,3-1,5 cm. Abb.: Bean 33 fig. 32 (Abklatsch). El)({)dvT]9 ' ApLOTLCOVO?, A L O v u a i a SLIICÜVOS" f] y u v f ] A Ü T O U , KXeuTTdTpa KQL 4>LXorA[ 5
Ev^dvOV,
ZLKL|J.LTAL,
TTTIXEL? e ' 4: 4>LXoTTd[Tpa ? Bean;
Euphanes, S. d. Aristion, Dionysia, Tochter d. Simon, seine Frau, Kleupatra und Philo..., Töchter d. Euphanes, Sichimiten. 5 Ellen. Datum: nach der Schrift vielleicht späthell./firühkaiserztl. Iff: Z i K L i i l T a t versteht Bean als Bewohner eines kleinen, sonst imbe kannten Ortes in der Nähe von Kaunos; für die von ihm ausgeschlossene Iden tifikation mit Bewohnern der Stadt Sichem in Samaria s. aber JLR Bull. 1954, 229 p. 257; ZiKiiiLTris' ist als Ethnikon Sichems bei Jos. passim und Stephanus v. Byzanz s. v. ZLKTI|IO? belegt. Allgemein zur samaritanischen Diaspora: 11, 2 (Komm.). Die Inschrift scheint einheitiich geschrieben, weshalb man die Bezeichnung Z i K i i i L T a L nicht nur den Töchtern des Euphanes beilegen wird, sondem auch dem Euphanes selbst und seiner Gattin. Die Namen sind griechisch, doch ist keiner darunter, der bei einem Samari ter unmöglich wäre: wie die Juden, so waren die Samariter - wenigstens in der Diaspora - hellenisiert.'^^^ Zu Aristion s. Ilan 267f; zu Namen vom Stamm Dionys- s. Ilan272f; Horbury/Noy 116; 122; CPJ II 143; Noy I 18 (Ostia); 166 (Malta); II 393; CIJ I 680 (ein Jude aus Tiberias); Beth She'arim II 52; zu Simon cf 14 B 33 (Komm.), zu Kleopatra Ilan 320. 6: am leichtesten ist die Inschrift als Grabinschrift zu verstehen; in ihrer letzten Zeile wird dann der Grabplatz beschrieben (und reserviert). Bean wandte dagegen ein, daß in der Nähe des Fundortes zwar drei Felsgräber gewe sen seien, der Stein aber nicht zu ihnen gehöre. Da die Inschrift nicht in situ
Cf. P.W. V A N DER HORST, Hellenism - Judaism - Christianity, Leuven ^998, 49ff, e. g. 54: „the extant fragments of the Samareitikon, the Samaritan Bible in Greek, create the Impression that, at least in the diaspora, the Samaritans had to use a Greek translation of their Pentateuch because they, like other Jews, could no longer understand the biblical text in its original language."
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gefunden wurde, ist sein Argument aber nur von begrenztem Wert.^^^ Wenn die Namen der Verstorbenen in Kaunos sonst nicht im Nominativ stehen, mag das mit der Herkunft der Toten zu tun haben.
Myndos Myndos wird eigens als Empfänger des Rundbriefes 1 Macc 15, 23 erwähnt (p. 30f); vgl. noch p. 70 A . 3 zu Strobilos.
2 5 Eine Stiftung für die Synagoge Edd.: Th. Reinach, REJ 42, 1901, Iff (Oehler 298 Nr. 62; Krauss 23If Nr. 62; A . Galante, Histoire des Juifs d'Anatolie II, Istanbul 1939, 186; CIJ II 756; Lifshitz 29; B.J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 13; 157 Nr. 4; Trebilco 107 Nr. 1. 2; T. Rajak/D. Noy, JRS 83, 1993, 91 Nr. 19 [Rajak 424 Nr. 19]). FO: Myndos; 1901 im Besitz von Paton auf Kalymnos. Beschreibung: Rechteckiger Marmorpfeiler, dessen abgesetzter oberer Rand als Plinthe für eine kleine Säule dient; die - nicht angegebene - Höhe kann nach dem Photo einen Meter nur geringfügig überschritten haben. Die beschriftete Seite und die Seite rechts davon sind gleich verziert: in einem tiefer gesetzten Feld werden noch einmal ein Rechteck und darüber ein Kreis abgegrenzt. B.: 0,21 m; T.: 0,19 m; litt.: 2, 5 cm. Abb.: Reinach p. 2 (Facs.); p. 5 (Photo); Goodenough, Symbols III fig. 883; Brooten Taf 3. Ü: Krauss; Galante; Frey; Goodenough, Symbols II 79;^^' Brooten; R.S. Kraemer, Maenads, Martyrs, Matrons, Monastics, Philadelphia 1988, 218 Nr. 86; Trebilco; Rajak; Williams 117 V 32; Brooten, JRA Suppl. 40, 2000, 216.
[EÜXTI 6]ea)TTE|ITRTTIS
[dp]XLC7UY(ayt6you) KE TOÜ U L -
oü
AÜTFJ?
EüoeßCou
BEAN überlegt auch, ob die Leute aus Sichem auf eigene Kosten ftinf Ellen einer Straße, einer Mauer, eines Kanals o. dgl. hätten erbauen lassen - was mit der Form der Liste schwer zu vereinbaren ist und ebenfalls nicht durch archäologische Spuren gestützt wird. GOODENOUGH, Symbols II 79 übersetzte: „ o f Theopemptes ... and of his son", wzu B.J. BROOTEN, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 14 bemerkte, hier sei nicht zum ersten Mal von einem Forscher eine Frau in einen Mann verwandeh worden.
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Z. 1: s. Kommentar; 2: äpx^-ovv^ (mit einem Abkürzungszeichen) kann natürlich auch auf gelöst werden zu [dp]xLaw(aYa}yiaar|S') wie in CIJ I^ 731 c (Kisamos); 2: Kai Galante; 2f: TOÜ uioü jeweils mit O u. Y in Ligatur.
Gelübde der Theopempte, Archisynagogos, und ihres Sohnes Eusebios. Datum: Eine Bestimmung der Zeit ist nur über die Schrift und die Verzierung möglich; C. Diehl apud Reinach 1 A . 2 spricht für das 6. Jh., Brooten und Tre bilco für das 4.-6. Jh.; der spätere Termin ist wahrscheinlicher, aber Sicherheit nicht zu erreichen. Zur Verzierung erklärt Reinach 1: „du style byzantin naissant". Nach Reinach 4 handelte es sich nicht um einen Grabstein. Wegen der ge ringen Höhe der Säule kann sie nicht zu einem Umgang oder einer Säulenhalle gehört haben, sondem war bestenfalls Teil einer Balustrade o. dgl. Der Ort die ser Balustrade wird dann wohl eine Synagoge gewesen sein. Reinach hat an ei ner Seite Einlassimgen beobachtet, die eine Art Gitter oder vielleicht dünne Marmorplatten gehalten haben können. Goodenough, Symbols II 79 und Brooten, die Parallelen aus Palästina anführt, denken an einen „chancel screen".^^^ „Stone chancel screens were regularly used to separate the Torah-shrine from the congregation in the synagogue hall."^^^ Inschriften fmden sich manch mal auf solchen Säulen (cf e. g. 31 [Ephesos]; CIJ II 736 [Lapethos]). 1: Die Ergänzung des Anfangs ist unsicher; [d-NRÖ, Trapd, ÜTTEP überlegte Reinach in seiner Ausgabe, danach Frey u. a.; fiir [8(opov, was Reinach auch erwog, fmde ich außer Lifshitz 9 keine Parallele; für Lifshitz's Ergänzung [ÜTTEP eüxfjs", acoTTiptas ist kein Platz; Oehler (danach Krauss) ließ den A n fang aus u. schrieb einfach: GEÜJTTEIITTTRIG DPXLCTUY(ayojyou); S. Reinach, REJ 48, 1901, 196 A . 1 schrieb [eüxri, wofür er auf CIJ II 736 (Lapethos) verwies: eüxfi paßßri ' A T T L K O Ü ; diese Parallele ist v. a. deshalb interessant, weil sie auf einer kleinen Säule steht, die dieselbe bauliche Ftmktion gehabt haben kann wie unser Monument (Abb. e.g. REJ 48, 193; Krauss 238; Frey); einfaches EÜXTL ist jetzt v. a. in Sardes häufig zu fmden, aber s. allgemein JLR Bull.
Nach RUTGERS ( A . 119) 109 sind solche Abteilungen innnerhalb der Synagoge in Pa lästina hinreichend bekannt, doch sei der archäologische Befund in der Diaspora bisher alles andere als klar; ähnlich R. HACHLILI, Ancient Jewish Art and Archaeology in the Diaspora, Leiden 1998, 86; zum Vergleich verweist sie auf E.L. SUKENIK, Ancient Synagogues in Pa lestine and Greece, London 1934, 67 und auf HACHLILI, Ancient Jewish Art and Archaeo logy in the Land of Israel, Leiden 1988, 189 mit 188 fig. 31. Falsch ist RUTGERs Behaup tung, der Pfeiler aus Myndos sei für „a portico or a vestibule" groß genug gewesen. HACHLILI, Diaspora ( A . 228) 77 unter Verweis auf J.R. B R A N H A M , Art Bulletin 74, 3, 1992, 375ff; ID., in: D. U R M A N / P . V . M . FLESHER (Hrsgg.), Ancient Synagogues, Leiden 1995, II319ff.
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1973, 297, wo u. a. auf Hellenica VI 106; X 117 A . 4 verwiesen wird: "le nominatif EÜXTL, assez frequent". Vgl. hier den Index. Das Femininum Theopempte scheint bisher nicht belegt zu sein, das Mas culinum OeÖTTeiiTTTog ist aber aus Papyri und e. g. C.M. Lehmann/K.G. Ho lum, The Greek and Latin Inscriptions of Caesarea Maritima, Boston 2000, 182f. Nr. 261 bekannt. Man kaim den P N als Übersetzung des hebräischen PN Malachias auffassen, wenn man nicht lieber an Übereinstimmung mit dem allgemeinen Zeitgeist denken möchte. Zu Frauen in Gemeindeämtern, s. 12, 3f. (Komm.); für dieses Amt vgl. noch CIJ I^ 731 c (Kisamos) u. 43 (Smyma;^^° Rajak/Noy zitieren insgesamt 32 Belege für das Amt des D P X I A U V D Y W Y O S ' ) . Levine 487 weist auf die relativ enge Streuung hin, die die Zeugnisse für weibliche D P X I A U Y A Y T O Y O L haben.
Nysa 26 Eine Stiftung für die Gemeinde Edd.: E. lordanides, ' ApiiovCa (Smyma) v.. 1. Nov. 1897 (non vidi; P. Wol ters, A M 22, 1897, 484 Nr. 2; Oehler 298 Nr. 63; Robert, Hellenica XI/XII 261; Lifshitz 31).23*
FO: Nasli in der Mäander-Ebene, „oberhalb der Thür des Kalkverkäufers Bdios" - ob der Beruf des Bdio? das Schicksal des Steines bestimmte? Beschreibung: Marmor. Abb.: A M (Facs.). Ü: Lifshitz; Williams 30f. I 111. MevavSpo? ' ATroXXü)Y
EIROLTIAEV
OLKO'"8"'o|j.f|aas T Ö Y TÖTTOV DTTÖ TX\S
eTTLypa(l)fis T Ö V TRPÖ? DVAT[oX]f)Y TüJL XaWL K A I TT) aUVÖ8üJL T[f|L TTEPL] 5
AwaiBeov
Oeoyevou
Oehler druckt die hischrift mit Iota subscriptum und ohne kritische Zeichen; 2: OLKOvopriaag, ed., corr. Robert; T[fJL rrepl Wolters, Oehler, Lifshitz; T[tov rrepl Robert.
In einer unpublizierten Grabinschrift aus Ghor-es-Safi wird vmtl. eine weitere weibli che Archisynagogos genannt, von der man annehmen kann, daß auch sie Jüdin war. Da OEHLER u. JUSTER I 191 den Text kennen, muß seine Auslassung bei FREY auf bewußter Entscheidung beruhen; aber vgl. unten ad 4/5.
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Menandros, S. d. Apollonides, ließ (dies) machen, indem er den Ort von der Inschriß nach Osten für das Volk und den Verein um Dositheos, S. d. Theo genes, baute. Datum: Lifshitz datiert die Inschrift in das 3. oder 4. Jhrdt. Das Facsimile von Wolters benutzt in Z. If. eine andere Form des Pi als in Z. 3; während das Pi in Z. 3 normal gebildet ist, hat es in Z. If. eine verkürzte rechte Haste, was auf hellenistische Zeit verweisen kann. Die Namen zeigen noch keine Spur rö mischen Einflusses, weshalb ich dazu neige, den Stein etwa in das 1. Jh. v. zu setzen - mit sehr breitem Spielraum.^-'^ 1: einen Beleg für Menandros zitiert Ilan 295, zwei Namen vom Stamm Apollon- Ilan 266. 2: Zu OLKo8o|ieLV, das auch für einen einzelnen Gebäudeteil verwendet werden kann, vgl. Lifshitz 1 (Aigina): ex 0e|j.eXLWv TTJV o[vvay(jdy(T\v)] olKo8ö|J.r|CTA; 63 (Tafas): TTIV avvay()iyf\v 0LK08ö|J.ria[AY; 79 (Jerusalem): CÖKO8ö|ir|ö-e TTIV avvay()^yr\v ... f|v e0e|ieX[LCO]AAY ol TTAREPE? [ A J Ü T O Ü K A I ol irpealßlÜTepoL K A I 2;L|i(jL)y[L]8ris'. Es ist nicht ganz ausgeschlossen, daß OLKo8o|i.eLy einfach eine Reparatur resp. die Renovierung eines Gebäude abschnitts meint.^^^ TÖTTOG bezeichnet zuerst den Versammlungsort, unabhängig davon, ob es sich um ein Gebäude handelt oder nicht; selbst ein Gebäude muß nicht in er ster Linie dem Gottesdienst gevsddmet gewesen sein.^^"* Die Übertragung des Wortes auf die Synagoge, die mit der näheren Erläuterung ayiog TÖTTOS- ein hergehen kann, ist sekundär,^-'^ wird aber durch den Gebrauch der L X X nahe gelegt, in der dyiog TÖTTO? auch den Tempel bezeichnen kann, als dessen Er satz die Synagoge dient.^^^ WILLIAMS' Annahme, p. 27, der Ausdruck Xaö? sei für eine jüdische Gemeinde erst seit dem 3. Jh. n. Chr. benutzt worden, kann sich kaum auf sicher datierte Texte stützen und ist angesichts der Verwendung von Xaög in der L X X auch nicht durchschlagend. Beispiele für diesen Sprachgebrauch z. B. bei E. BICKERMAN, Studies in Jewish and Christian History II, Leiden 1980, 56 A . 63. In diesem Sinn wird es manchmal in den Dokumenten bei Jos. verwendet, AJ 14, 235 (Sardeis): eireSeL^av aÜToti? ovvodov ex^^-^ iSiav Korä rovg Trarpious: vöpous drr' dpXr\g Kai TÖTTOV LSLOV, ev w T d Te rrpdypaTa KOI rag irpö? dXXiiXous dyTLXoyla? KpCvovoi; 14, 260f (Sardis): SoOrj Te KOL TÖTTO? aÜToIs e? bv auXXeyöpevoi peTd yvvaiKcov Kai TCKVcov eTTLTeXcöoL T d s TraTploug evxäg KOI Ouaias TW Öeto' 8e8öxöai Tfi ßouXfi Kai TO) Sripo) ... d4)opLCT9fivaL 8 ' aÜToIs KOL TÖTTOV ÜTTÖ TÖV oTpaTriycöv el? OIKO8Oplav Kol olKrjOLv aÜTÖv, öv dv ürroXaßüJoL rrpög TOÜT' eTriTT]8eLov elvat; 19, 305 (Syri en): ev TW Tfjs auvaytüyfjs TÖTTIÜ; vgl. M . PUCCI BEN ZEEV, Jewish Rights in the Roman World, Tübmgen 1998, 178, die für TÖTTOS E . B E R N A N D , ZPE 98, 1993, 103ff zitiert. Unklar ist m. E. LIFSHITZ 70 (Askalon): TÜ) 0(e)(S K(al) TÜ dyllo) TÖTTCO rrpoofjveyKla. Ergänzung und Sinn sind auch noch nicht gefunden in 72 (zw. Jaflfe u. Gaza): KOL] TOÜ dyiou TÖTTOU dveve[coaev; 88-90. Zur Bezeichnung des Tempels als äyiog TÖTTO? S. nur BAUER/ALAND s. v. TÖTTOS 1
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Eindeutig, weil durch den FO im westlichen Seitenschiff ( a r o d ) der Syn agoge bewiesen, ist die Verwendung in SEG 33, 1299 (Hammat Tiberias): ETTOTRIAEY TT]V a r o d v T a Ü T T i v T O Ü d y i o u TÖTTOU; vmtl. ebenso in Lifshitz 72 (Gaza): T O Ü d y i o u TÖTTOU dveveLcaaev T Ö . . . ] 1 A TFJS K W V X L S OVV [ ; 73 a (Gaza): T]TÜ D Y I C J T . TÖTTCÜ K A I [ T ] f i v ILIFICJJOOALV T A Ü T T ] v ; 78 (Gerasa): d y t o [ T D T T P ] TÖTTÜ) . . . epfivri TT] a u y a y c a y f j . Auffällig ist, daß praktisch alle Belege für diesen Wortgebrauch aus dem Nahen Osten stammen.^-'^ Eine wichtige Ausnahme ist Lifshitz 10 (Stobi): T O Ü ? |iev OLKOU? T W d y i t o TÖTTÜ). Vgl. noch 20, 4 (Komm.). Es ist also nicht a priori klar, daß es sich hier um die Stiftung einer ganzen Synagoge handelte,^^^ auch wenn Lifshitz und Williams^"'^ dies annehmen. Es sieht vielmehr so aus, als handele es sich bei der Bemerkung T Ö V TÖTTOV DTTÖ Tf\s eTTLypa4>fis T Ö V TRPÖS d v a T [ o X ] f i v um eine Einschränkung: der Stifter ließ nicht das ganze Gebäude, sondem nur den von der Inschrift aus nach Osten führenden Teil errichten. Da der Stein nicht erhalten ist, müssen wir uns jede Spekulation darüber versagen, ob es sich um einen Türsturz handelte. Eine Ost-Orientiemng dieser Synagoge ist also nicht zu beweisen. 4: Xaös ist das auserwählte Volk Gottes gegenüber allen anderen Völkem; schon Wolters hat gesehen, daß dieser Ausdmck ein Beweis für den jüdischen Charakter der Inschrift ist.^'*^ Die Frage ist nur, ob dieser terminus hier - wie anderswo durchaus belegt - als Ausdruck für die Gemeinde verwendet wird: dann wäre die a ü v o S o g T W V Trepl A w a t G e o v ein Verein in der Gemeinde; X a 6s könnte aber wenigstens theoretisch auch das gesamte Gottesvolk bezeich nen, die a ü v o S o ? nur seine in Nysa versammelten Glieder.'^'^' Für die erste
b, wo auch auf einige Belege aus L X X verwiesen wird; vgl. auch GOODENOUGH, Symbols I 201f Philo, quod omnis probus liber sit 81f spricht von den Versammlungen der Essener am
siebten Tag,
eLg lepoüg
d(j)LKyoi3pevoL
TÖTTOUS ... 61 KaXoüvTai
owaycoyaC. All
gemein: D.D. BINDER, Into the Temple Courts, Atlanta 1999, 135ff - Zur Bezeichnung ei ner Kirche s. I K 4 , 33 (Assos): 'AXÜTTLOS Kar' €X)xy\v T& dyCcp TÖTTCO.
^" Die Texte sind am leichtesten in den lokalen Sammlungen zu fmden: J. NAVEH, On Stone and Mosaic: The Aramaic and Hebrew Inscriptions from Ancient Synagogues, Jerusa lem 1978, Nr. 16, 26, 60, 64f; L. ROTH-GERSON, The Greek Inscriptions from the Syn agogues in Eretz-Israel, Jerusalem 1987, 3, 17, 23; dyiÖTaTO? in Roth-Gerson 10; 21. Unklar ist der Zusammenhang in HORBURY/NOY 17 (Alexandria): ] Ke TW dyicp TÖITTO). Nur der Teil einer Synagoge ist e. g. gemeint in LIFSHITZ 55 (Apameia): TÖV TÖTTOV eTTOLTjoev; MOUTERDE und in seinem Gefolge LIFSHITZ verstanden hier „surface du paviment". WILLIAMS übersetzt: „he has constructed the place from the east facing inscription" und versteht 183 A . 55: „an oblique reference to his construction of the whole synagogue". ^""^ Eine Reihe von Belegen bei Sylloge^ 1247 Anm.; sie ließe sich jetzt vermehren, s. nur STRATHMANN/MEYER, T h W N T IV 34ff.; SCHÜRER III 1, 89f und den Index. C f RO BERT, Hellenica XI/XII 261 A . 3 zu unserer Inschrift: „ L e terme Xaös ne permet pas d'autre Interpretation." CTÜV080S bezeichnet die jüdische Gemeinde e. g. in Sardeis, Jos. AJ 14, 235 (m. E. ist
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Lösung spricht letztlich, daß die aüvo8o? mit dem Namen ihres Vorsitzenden hinreichend identifiziert zu sein scheint, was für die Gemeinde kaum gelten kann. Wie sich Gemeinde und Verein zueinander verhielten, ist angesichts des Fehlens von Parallelen kaum zu sagen. Ich möchte aber annehmen, daß ein Ort, den Xaös und aüvoSo? gemeinsam benutzen konnten, keine Synagoge war. 5: Bedürfte es eines weiteren Beweises, daß es sich hier um Juden handelt, so erbringen ihn die beiden Namen. Zu Theogenes s. 22 (Komm.); Dositheos ist ein typisch jüdischer Name, CPJ I p. xix A . 5; 263; 281f; III p. 173f zäWt allein aus Ägypten 34 Beispiele auf, und eine ähnliche Zahl findet sich bei Ilan 273ff2'*2 Zum Genitiv vgl. L. Threatte, The Grammar of Attic Inscriptions II, Berlin 1996, 154ff Weitere jüdische Inschriften aus Nysa gibt es nicht.^''-'
Tralleis Die Haltung der Bürger von Tralleis zu den Juden wird in einem Brief aus Laodikeia erwähnt.^'*'* LÜDERITZ 71 keine brauchbare Parallele: i-naiveoai r e amöv Kai ore^avow 6vo[iaoTi KaQ' CKdarriv aüvoSov Kai vov\i.r]viav; anders CLAUßEN [ A . 108] 148, der unter ovvodos eine Festversammlung zu verstehen scheint). TREBILCO 170: „The use of a0vo8os indicates that they had their own Jurisdiction" läßt sich weder mit dem Verweis auf SCHÜRER III 1, 90 noch sonst irgendwie belegen. - oüvoSog ist eine häufige Vereinsbezeichnung, s. ZIM MERMANN ( A . 91) 23f; 23 A . 143; 24f A . 155. ovvodos ist häufiger als Bezeichnung eines Kultvereines denn als Bezeichnung eines Handwerkervereins. ^''^ KRAUSS 232 A . 1 meint allerdings, daß die Namen - ebenso wie der Ausdruck Xaos - eher gegen den jüdischen Charakter der Inschrift sprächen. SCHULTZE ( A . 1) II 1, 132 zu Nysa: „Die Grabinschrift einer Martha, Tochter des As klepiades, bezeugt eine jüdische Gemeinde", wozu er A . 7 zitiert: „MdpOa ' AaKXrirrLdSou XprioTL x«Lpe (jetzt in Smyma)". Er meinte wohl die Inschrift Mouoetov II 2/3, 1876/8, 87 Nr. 136 (non vidi; IK 2, 526 [Kalchedon]). Der semitische Name reicht alleine nicht aus, um jüdischen Ursprung der Inschrift zu beweisen; vgl. p. 167 mit A . 86. Jos. AJ 14, 241ff (47 oder 46 v. Chr.): AaoSiKewv dpxovres Palcü 'Paßripiq) FaCou uioti dvOuTTdro) xaLpei-i^- ZcotraTpog 'TpKdvou TOÜ dpxiepeco? TTpeaßeuTf)? d-nreScoKev riplv TTIV Tiapd oov i.moTo\T]v, 8L' f]? eSfiXoug fiplv rrapd 'YpKdvou TOÜ Touöalcov dpxLepecog eXr|Xu0ÖTas Tivdg y p d p p a T o K o p i a a i irepl TOÜ eOvous aÜTtov y e y p a p p e v a , (242) Iva rd TC odßßaTO aÜToIs e^fi dyeiv KOL TO XOLTTO lepd erriTeXelv KOTO TOÜS iraTpious vöpous, ÖTTWS Te pr|8eis aÜTots erriTdaari Sid TÖ (t)LXous aÜTOüs ripeTepous e l m i Kai ouppdxous, dSiKriari Te priSels aÜToüs e v TTJ ripeTepg errapxia, w s TpaXXiavüv Te dyTeiTTÖvTtov KOTÖ TTpöotorrov pf) dpeoKeoGaL TOIS rrepl aÜTWv SeSoypevois erreTa^as TOÜTa OÜTCOS ylveoOaL- rrapaKeKXfjaOai 5e a e , cöoTe KOL riptv ToÜTa ypdcl^ai rrepl aÜTCov. (243) fipels ouv KaTaKoXoöoüvTes TOXS erreoTaXpevoLS ÜTTÖ ooü, Tir|v T e
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27 Die Stiftung der Capitolina Edd.: R. Pococke, Inscriptionum Antiquarum Graecarum et Latinarum liber, London 1752, 17 Nr. 6 (CIG 2924 [B. Wander, Gottesfürchtige und Sympa thisanten, Tübingen 1998, 114f.]; Robert, Et. Anat. 409ff.; M . Schwabe, Tar biz 12, 1941, 294; Lifshitz 30; B.J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 157f. Nr. 5; IK 36, 240; Trebilco 157 Nr. 4. 3; I. Le vinskaya, The Book of Acts in Its Diaspora Setting, Grand Rapids 1996, 65). Abb.: Pococke; CIG (Facss.). Ü: Lifshitz; Trebilco; Levinskaya; Wander 115 A . 96; Williams 168 VII 13; Levine 481; P. Trebilco, in: A . Lewin (Hrsg.), Gh ebrei nell'impero romano, Florenz 2001, 171; E.J. Schnabel, Urchristhche Mission, Gütersloh 2003, 1180. KaTreTwXtva f) d^LoXoy(Ü)TdTTi) KAI ''9''eoc76ß(FIS') '"TR''oLriCTaO A T O TRD|I '"ß"'d0po[Y] 5
EOKOIJTXWAA
T[ÖV]
'"dVaßaaiJ.öv ü'TT[€p] EÜXFIS E A U T F I ?
[KOI]
TreSCcüv T E ^v:a\ 10
ey-
yövcov. eüXoyCa.
2f.: d ^ L o X o y C c o T d T r i ) Kai 6 e o a e ß ( f | g ) Robert, Sardes 44; der Superlativ wird in ehrenden An reden wesentlich häufiger gebraucht als der Positiv; d ^ i o X o y C w T d T r i ) Kai B e o a e ß C e a r d T r i ) Lifshitz, Brooten; d ^ L Ö X o y C o s ) Kai 0 e o a 6 ß ( r | s ) Schürer III 1, 24; 167, Trebilco; d ^ i o X o y C o s ) K a i [ 0 ] e o a e ß ( f i s ) Wander; 3: OEOSEBHOIHEA Pococke; OeoaeßfiC?) <7T>or|aa-CTa Levins kaya; 4: T O T T A M K A E P O Pococke, TÖ [ r e ] d [ m ß ] a 0 p o [ v ? Boeckh, TÖ II A M ßdOpov Ro bert, Et. Anat. 411 A . 2, der ürraiOpov (cf 36 [Kyme]) nicht wagte; rrd'^v"' Schwabe; i r d p Lifshitz; ß d T p o i / Levinskaya; 5: verstand Boeckh nicht; o K o u T X w a a l a a E. Groag, ÖJh 10, 1907, 283 A . 1; e o K O Ü T X w a a T[O Robert, Et. Anat. 410 A . 2; 3-5: TÖ [TC] d [ i ' d ß ] a 0 p o [ v ? / . . . / d ] y a ß a a p ö v Wander; 6: E N A B A 2 M 0 N Pococke; 7: eUTfis Levinskaya; 9: AKl Pococke, TT[ai]8Ltov T e K[al] Boeckh; 10: E ü X o y i a [ s Boeckh.
Capitolina, die hoch angesehene und gottesfiirchtige, ließ das ganze Funda ment bauen und dann die Treppe (mit Marmor) verkleiden wegen ihres eige nen, ihrer Kinder und Enkel Gelübde. Segen. Datum: Mitte 3. Jh., s. Z. 1; 2 (Komm.).
e-fTLOToXriv Tr\v dTTo8oeeXaav eSe^dpeOa KOI KaTexwpicrapey e i s TO Srjpöaia f)pdJv y p d p p o T a , Kai rrepl TÖV dXXwv (Lv eireaTaXKag rrpovorjaopev AJOTE priSev pep<j)6fivai.
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1: (Claudia) Capitolina (PIR^ C 1085) und weitere Mitglieder ihrer Familie sind aus anderen Inschriften bekannt, die E. Groag, ÖJh 10, 1907, 282ff. zu sammenstellte.^"*^ Ihr Schwiegervater, T. Flavius Kleitosthenes, war cos. suff. ca. 220/30. Capitolinas Kinder errichteten folgende Ehrung für sie (IK 36, 72): ovyyevf\] ÜTraTLKooy MapaGcoviou K[di ' A^paviov] 'AvvLßaXLavoi) (PIR^ H 14) [ ... ? ] d y G u T T a r e ü a a v l T O ? ical ... ] K X . KaTr€Tü)XeLv[ou ... (PIR^ C826, Capitolina muß seine Tochter oder Schwester gewesen sein)], ywaiKa T. X. Z [ T a a L K X e o u 9 ] MriTpO(j)dv[ous T O Ü
KpaT(LATOU) (PIR^ F 370)]
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KPDTLOTOL TT[aL8es T.
F 244) K A I T. 4>X. Ka rre ITCÜXCLVOS (PIR^ F 233) [TTIV E A U T O Ü | i r | T E P A . Ihrem Mann gelten IK 36, 82: [T.
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IIuGLwy, uLÖy T. <J>XaouLou KXeiToaGeyou? ÜTraTiKOÜ (PIR^ F 243), e y F 245) und IK 13 (Ephesos)
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Groag, ÖJh 10, 283 glaubte, Capitolina habe sich zum Christentum be kannt, was erst Robert, Et. Anat. 411 korrigierte. Auch wenn GeoaeßO allein nicht sichert, daß es sich um eine jüdische Inschrift handelt, so beseitigt der Segenswunsch am Ende doch jeden Zweifel (vgl. 13, 5f. [Komm.]).^"*^ Capito lina gilt als eines der klassischen Beispiele dafür, daß Interesse am Judentum (Geocreßt]?) aus der heidnischen Oberschicht kam - daß Capitolinas Mann, wie auch dessen Großvater, Priester des Zeus Larasios auf Lebenszeit waren, gilt meist als weiteres Argument dafür, daß Capitolina selbst keine Jüdin ge worden ist. 2: Die Ehrentitel werden von Capitolina als Selbstbezeichnung benutzt. Ro bert, Sardis 56 schreibt über den Titel d^LoXoyojTaTos":^"*^ „II est caracteristique du Ille siecle, ä partir de l'epoque des Severes. II n'a pas sa place dans une echelle de titres, comme XaiiTTpÖTaTO? et K p d T L O T O s pour la classe senatoriale et la classe equestre; mais il temoigne d'une Situation en vue dans la cite." Selbst ein x L X i a p x o s des römischen Militärs konnte in einer Eingabe d ^ L o X o y i o T a T o s ' sein, SEG 48, 1514 (Lydien, 3. Jh.), ein e K a T Ö y T a p x o s " ebenfalls, JRS 2, 1912, 80ff. Nr. 1 (Antiocheia Pis.). Vgl. noch 46, 1. 3f.: G e o o e ß T i s s. p. 16ff.2^^
S. noch G. BARBIERI, L'albo senatorio da Settimio Severo a Carino, Rom 1952, 350f. Nr. 2022a; p. 647; H. HALFMANN, in: Epigrafia e ordine senatorio, Rom 1982, II 611 (Herkunft der Familie aus Thera; Genealogie); 632 (Datum); GROAG hatte leichte Zweifel an dieser Identifikation, die aber von ROBERT nicht geteilt werden. Die Zweifel von WANDER ( A . 19) 115 sind daher unnötig. ^''^ Zu 111 - wo die Ergänzung des Titels nicht mehr sicher ist. ^"^ POLJAKOV p. 198 hat als Überschrift: „eine Proselytin der Juden oder Christen" -
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4. Karien (Nr. 14-29)
R. van Bremen, The Limits of Participation, Amsterdam 1996, 251: „any wealth spent by a woman for public purposes must have been wealth that had come to her separately (seil, from her dowry), through inheritance, legacies or gifts, or, if she was a widow, in the form of a retumed dowry (or its equivalent)."2'*9
4: Robert, Sardes 50 A . 4: „Si le texte contient vraiment le mot ß d ö p o v , il pourrait s'agir d'une estrade pour la torah ou pour la menorah". Möglich ist aber auch, daß mit diesem Ausdruck ein ß f j i i a oder d | i ß i o y gemeint sind, wie sie in einigen Inschriften, aber auch in der Tosefta erwähnt werden.^^*^ Eine solche Plattform konnte nicht nur der Aufbewahrung der Torah dienen, von ihr aus wurde sie auch verlesen. Vgl. Levine 86f. zum Mitteltisch in Sardes und - vielleicht - den Spuren einer Plattform in der Mitte der Synagoge von Dura; Levine 258 (zum ßfitia in Ostia); 319f.; 330.^^^ 5: Die Treppe wird zur Plattform hinaufgeführt haben. Zur a K O Ü T X t o o L g , der Verkleidung mit meist buntem Marmor, s. Robert, Et. Anat. 410 A . 3 mit einer großen Zahl von Beispielen, darunter auch einer Ehreninschrift aus Tral leis (IK 36, 145): a K o u T X w a a v T Q 8 e KQI ( l o u o c o a a v T a KQL TavTr\v Tr\v e ^ ebpav D V T ' oüSevög;^^^ vgl. femer Robert, Sardes 50f. mit A. 1/2. Das besondere an der Konstruktion in Tralles dürfte ihre Ausführung in Stein und üire kostbare Verzierung gewesen sein.^^^ Zu einer ähnlichen Kon struktion vgl. CIJ II 981 (Korazin): „der diese Stoa und ihre Treppe machte". 9: TraiSLOv bezeichnet klassisch ein Kind unter sieben Jahren, doch ist hier ganz deutlich, daß das Wort in der Kaiserzeit die Bedeutung „Kind" im um-
womit er ROBERTs Ansicht folgt, daß Capitolina eine Proselytin gewesen sei, weil sie als 9eoa€ßr|s bezeichnet wird. Das fehlende Datum macht jede Überlegung zum Tod von Capitolinas Gatten zur Spe kulation; es sei aber immerhin bemerkt, daß er - obwohl Sohn eines Consuls - offenbar kein wichtiges Amt bekleidete; das kann man am besten mit einem frühen Tod erklären. C f Z. 2; 9f (Komm.). C f LEVINE 319f mit den Parallelen, v. a dem Verweis auf die späte Überlieferung, die S.D. GOITEIN, A Mediterranean Society II, Berkeley 1971, 146f diskutiert. In griechi-schen Inschriften: LIFSHITZ 102 (Syrakus); 219 (Side). Vgl. noch G R E G R O I R E , Recueil 123/6 (Nysa): 6TeXeLtü0[r| T ] Ö rrdv epyo[v To]i)To; SEG 8, 322 (Palästina): TÖ rrdv epyov Tf\s OeoTÖKOu; G. LAMINGER-PASCHER, ZPE 15, 1974, 34ff (Soloi, 6. Jh.): TÖ rrdv epyov yeyovev; IG XII 1, 693 (lalysos); HAGEL/ T O M A S C H I T Z , Repertorium der westkilikischen Inschriften, Wien 1998, 170 Krs 1: drrav TÖ epyov KaTooKeudaag. Deutlicher ist der Bezug von rrdv in H A G E L / T O M A S C H I T Z 62 Dpz 4: eü^dpevoL TÖ TTd[v epjyov Tf|g Te Cwyp[a4>]Lag Kai TOC il^fll^^eCou] drreStoKev. Die Ergänzung ist nicht sicher in M A M A III 73 (Diokaisareia), möglich ist e. g. TÖ rrdv e p yov TOÜ [TLXoug TJfig AtoKleaapJewv ey OepeXiou eliTLJKaTeaaKeuldlaOlri. Capitolina bezahlte also keine Mosaike, wie M . H . WILLIAMS, in: J. HUTCHINSON (Hrsg.), Experiencing Rome, London 2000, 312 sagte. E.J. SCHNABEL, Urchristliche Mission, Gütersloh 2003, 1180 übersetzte „Treppe und Treppenaufgang".
4. Karien (Nr. 14-29)
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fassenden Sinn angenommen hat. Das Diminutiv ist im N T überall präsent (Bauer/Aland s. v.). 9f.: van Bremen 249 (allerdings über Liturgien und Ämter, die von Kindern übernommen werden): „Normally, it was the father who paid on behalf of his children ...: itis uncommon to find women in this role". Zu Capitolinas Kin dern s. oben Z. 1 (Komm.); hier werden inzwischen auch Enkelkinder voraus gesetzt. Interessant ist, daß nicht nur Capitolina ein Gelübde leistete, das die jüdi sche Gemeinde begünstigte, sondem auch ihre Kinder und Enkel. Daraus las sen sich mehrere Schlüsse ziehen: a) Weihungen an eine Synagoge mep eüxfjs vel sim. stammen nicht notwendig von Juden; b) eine eüxri setzt eine religiöse Zuwendung an den Gott voraus, dem das Gelübde gah; es ist mit dem heid nischen Polytheismus durchaus zu vereinbaren, daß eine solche Zuwendung dem jüdischen Gott gelten konnte; c) will man der jüdischen Gemeinde nicht nur materielle Motive unterstellen, daim mußte auch sie die Gültigkeit der EÜXTL und die aus ihr resultierende Verpflichtung anerkennen; d) das religiöse Interesse, das Capitolina an die jüdische Gemeinde band, hatte sich in ihrer Fa milie fortgesetzt, wenn man nicht annehmen will, daß Capitolina das Gelübde im Namen ihrer Famihe geleistet hatte. Die Formulierung des Textes spricht jedenfalls für ein gemeinsames Gelübde.
28 Ein Archisynagogos Edd.: M . Papakonstantinou, A I TpdXXets, Athen 1895, Nr. 146 (IK 36, 241). Abb.: Papakonstantinou Taf. 16; hier Abb. 9. '1O]UXLO[ ]av8po[
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3: TexpldKLs o. ä. ist natürlich ebenfalls möglich; 6: ras
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... Julius... ofimals Arch... Archisynagogos... erbaut... Datum: wg. des Namens in Z. 1 kann die Inschrift nicht vor dem ausgehenden 1. Jh. V. Chr. gesetzt worden sein.
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4. Karien (Nr. 14-29)
Es handelt sich um das Fragment einer Ehreninschrift, in der nach dem Na men des Geehrten Ämter aufgezählt werden, die er bekleidet hatte.^^"^ Der Grund der Ehrung wird der in Z . 5 erwähnte Bau gewesen sein, den der Ge ehrte finanzierte, während er ein weiteres Amt bekleidete (Z. 6). Es ist nicht sicher, daß es sich hier um eine jüdische Inschrift handelt: da gegen spricht das nomen gentile lulius, das auf eme sehr frühe Verleihung des Bürgerrechts schließen läßt,^^^ und die Angabe des mehrfachen Archontats (?);^^^ für die Aufnahme unter die jüdischen Inschriften spricht der Titel d p x i awäyixiyos, der zwar auch von anderen Gruppen benutzt wird, aber doch häufiger von Juden (zum Titel s. 1, 3f. [Komm.]). Da aber in 27 und 29 (?) ei ne jüdische Gemeinde in Tralleis bezeugt wird und wir wissen (Jos. AJ 14, 24Iff. [p. 139 A . 244]), daß diese Gemeinde schon um die Mitte des 1. Jhs. v. Chr. existierte, ist nicht ausgeschlossen, daß wir hier ein weiteres epigra phisches Zeugnis für sie besitzen (Poljakov ordnete den Text so ein).
29 Eine Brücke? Der Freundlichkeit von Prof. Dr. Hasan Malay verdanke ich folgende Mit teilung über eine weitere jüdische Inschrift: „It was erected ... by a Jewish Community (plethos) living in Tralleis in O r d e r to thank a lady who con structed a bridge." Zum Ausdruck irXfjGog für die Gemeinde s. 14 A , 7.
D. N O Y weist mich darauf hin, daß Z. 5 auch zu einer Grabinschrift gehören und auf den Bau eines Grabmonumentes verweisen könnte. M . E. spricht die Aufzählung der Ämter m 2f gegen diese Interpretation, da in den Grabinschriften aus Tralleis ( I K 36, 175-238) zwar einzelne Berufe genaimt werden, aber keine städtischen Ämter.. ^ " Dies Argument gilt allerdings nur, wenn die Inschrift aus einem der ersten beiden Jahr hunderte stammen sollte; ein spätantiker lulius e. g. in 239 (Korykos); zu weiteren lulii und luliani vel. sim. vgl. den Index. Vgl. z. B. Lifshitz 85 (Constantia/Zypem): 7TeyT(dKLs) dpxL(auvaY(j0You) uloü ' A v a via 81? dpxovT(os).
5. Kapitel
lonien Wann die ersten Juden nach lonien kamen, wissen wir nicht' - aber in größerer Zahl kamen sie vermutlich erst im Hellenismus. Josephus erklärt einmal in all gemeiner Form, Seleukos I. habe den Juden in Kleinasien die Bürgerrechte ver liehen;^ ein anderes Mal erklärt er, Antiochos II. habe den Juden in lonien das Bürgerrecht verliehen.^ Etwas unklarer nennt Josephus an einer dritten Stelle die Diadochen als Begründer jüdischen Bürgerrechts in lonien, besonders in Ephesos."* Herodes d. Gr. hatte - wie in anderen Teilen des Mittelmeerraumes auch den Poleis loniens Geschenke gemacht, Jos. BJ 1, 425 (p. 34 A . 43). Als er mit Agrippa reiste, sollen die in lonien lebenden Juden nach Ephesos gekom men sein, um sich über die Emschränkungen ihrer Rechte in den Städten zu be klagen.^ Als ihr Vertreter soll Nikolaos v. Damaskos vor Agrippa geredet ha-
' loel 4, 6 (cf. Ez 27, 13; Jes. 66, 19) klagt über den Verkauf von Juden an loner - aber bedeutet das den Verkauf nach lonien? 'AJ
12, 119(p. 33).
AJ 12, 125: TCOV y d p 'Icovcov KLvr|9evT{jov err' aüroü? Kai Seopevtov TTOU, Iva Tf\s TroALTeias, r|v aüxotg eScoKev
' A V T L O X O S Ö SeXeÜKOu
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ulcovös',
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TOL? "EXXrioL © e o s Xeyöiievos, pövoi perexcooiv ... V g l . SCHÜRER III 1, 129 A . 15. c. A p . 2, 38f: TO Se 8r\ öaupdCetv rrtos 'louSatot övTes
'AXe^avSpet? eKXti0r|oav,
Tfjg öpoLag dTraLSeuaiag. rrdvTeg ydp ol eLg dTTOLKLav Tivd KaTaKXrjGevTeg, KÖV rrXetOTov dXX-pXtov Tolg yeveoL SiacjjepcoaLv, dTTÖ TCOV OLKLCTTCOV TTJV rrpooriyopCav
Xapßd-
vouoLv. (39) Kai TL Set rrepl TCOV dXXcov Xeyeiv; aÜTcov ydp fipcov ol Tr\v ' A v T i o x e t a v KaTOLKoüvTeg 'AvTLOxelg övopdCovTai- Tf\v ydp rroXiTelav aÜTotg eScoKev ö KTtoTrig SeXeuKog. öpolcog ol ev 'E(t)eacp Kai KOTd TTJV dXXr|v 'Icovlav Toig aüÖLyeveoL rroXlTaig öpcovupoüaLV, TOÜTO TTapaoxövTCov aÜToIg TCOV ScaSoxcov. 'AJ
16, 27ff:TÖTe Se rrepl TT^V 'Icovlav aÜTcov yevopevcov
rroXü rrXfjGog
'lovSalcov,
ö T a g TTÖXecg coKec, rrpoorjet Kaipoü Kai rrapprialag erreiXrippevoi, Kai T a g errripelag eXeyov, d g eirripedCoLVTO prJTe vöpoig
OLKeloig ecopevoi
XP'HC^ÖO"- SiKag Te dvayKa-
CöpevoL SiSövai KOT' errfipeiav TWV eüGuvövTcov ev lepalg ripepaig, (28) KOI cög TCOV eig
'lepoaöXupa
dvayKaCöpevoL
XP^IM^CCTCOV
Koivcovetv
dvaTiGepevcov d4)aLpoXvTo OTpaTeicov Kai XecToupyLCov
Kai rrpög
TaÜTa
Sarravdv
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d(t)eL9riaav alel 'Pcopalcov aÜToXg eTTiTpeijjdvTcov KOTO Toüg o i K e i o u g
xPilM-f^TCov,
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vöpoug. (29)
TOLaÜTo KaTaßocovTcov TrapeaTtjoaTo pev ö ßaaiXeüg dKoüoaL TÖV 'AypiTrirav aÜTcov 8iKaioXoyoupevcov, NiKÖXaov Se Tcva TCOV aÜTOÜ cjjiXcov eScoKev elrreiv ürrep aÜTcov TO SlKaca. Vgl. AJ 12, 125ff. zu derselben Beschwerde. Es müssen nicht notwendig nur die Ju den loniens gewesen sein, die hier zusammenkamen: wahrscheinlicher ist wohl, daß es sich um eine größere Gruppe aus der Provinz Asia (oder sogar noch weiter entfemten Gebieten)
146
5. lonien (Nr. 3 0 ^ 6 )
ben, und man nimmt wohl mit Recht an, daß Josephus die Rede aus dem Werk des Nikolaos nahm (FGrHist 90 T 4; F 81; 142). Jüdische Gemeinden gab es bis in die Spätantike; der - nach eigener Bekun dung - große Missionar Johannes von Ephesos will sieben Synagogen im M ä andertal in Kirchen verwandelt haben.^ Ob judaisierende Christen, die in verschiedenen Orten loniens bezeugt sind, einen Beleg für jüdische Gemeinden vor Ort darstellen, ist unsicher - auch wenn es oft angenommen wird.^ Zwei stadtrömische Inschriften nennen eine auyaytoyf) 'EXaia?.* Der Aus druck ist unterschiedlich erklärt worden, u. a. durch den Hinweis auf die Stadt Elaia in der Aiolis, den Hafen Pergamons,^ - was aber aus mehreren Gründen unwahrscheinlich ist: eine Synagoge Elaias würde eine überraschend große Gruppe von Juden aus dieser Stadt in Rom voraussetzen; leitete sich die Ge meinde einer stadtrömischen Synagoge von einem bestimmten Herkunftsort ab, so wurde zur Bildung des Synagogennamens das Ethnikon der Stadt, nicht ihr Name benutzt (e. g. TpiTToXeLTcov). Religiöse Entwicklungen der Spätantike, wie sie ihren Ausdruck in den Ora keln des Apollon von Klaros oder Didyma fanden, wurden manchmal fälsch lich für Beispiele eines jüdisch-paganen Synkretismus gehalten.'^
handelte. Zur Antwort Agrippas s. allgemein AJ 16, 60, wobei aber nicht auszuschließen ist, daß einzelne seiner Schreiben an bestimmte Städte auch aus diesem Anlaß entstanden. ' John of Ephesus, ed. E.W. BROOKS (Patrologia Orientalis X V I I - X I X ) , Paris 1923-6, hier: XVIII 681: „ninety-eight churches and twelve monasteries, and seven other churches transformed from Jewish synagogues were founded in these four provinces, Asia, Carla, Phry gia, and Lydia". Wenigstens einige dieser Synagogen sollten doch, so es sie denn gab, in lonien angesiedelt gewesen sein. ^ Magnesia am Maiander: e. g. A.R.R. SHEPPARD, Talanta 12/3, 1980/1, 85 mit Zitat von Ign. Magn. 8-10; cf C.K. BARRETT, in: R. HAMERTON-KELLY/R. SCROGGS (Hrsgg.), Jews, Greeks and Christians, Leiden 1976, 235ff Daß hier gegen eine zu enge Ver bindung mit jüdischen Gedanken argumentiert wird, ist klar, s. die den Abschnitt rahmenden Passagen: (8, 1) pf) jiXaväoQe TOLS e x e p o S o ^ L a L s pT)5e p u O e ü p a a L v x o t g -naXaiols d v axjjeXeoLV ovoiv, ei yäp pexP"Karä ' l o u S a i a p ö v (textkritisch umstritten, so LIGHTFOOT, FUNK-BIHLMEYER, BAUER) C n p e v , ö p o X o y o O p e v xapLV p f ] eLXTi(})€mL ... (10, 3)dT0TTÖv eoriv, ' I r j a o ü v Xpiaröv XaXelv Kai L o u S a C C e L v . ö y d p X p i a T i a v i a p ö g OÜK eis " l o u S a L o p ö v e i r C a T e u a e v , d X X ' ' l o u S a i a p ö g eis X p L O T L a v i a p ö v , eis öv r r a v T a y X ü k r a a m a T e ü o a o a eis O e ö v ovvr\xQr\. Nach S.J.D. COHEN, The Beginnings of Jewishness, Ber keley 1999, 187 bedeutet l o u S a C C e L V hier das Einhalten des Sabbath an Stelle des Sonntags. * NOY II 576 (CIJ I 509): €v9d8e Kelrai riavxapLos rrarep a u m y c o y f i g ' E X a i a g , eräv e K a x o v S c K a , c})LXöXaog, ( j j i X e v x o X o ? , KaX&s ß i c i a a ? - T\V elptivr) f) KoipriaL? a ü x o i ) ; 406 (CIJ 1281): ... ] a u v a [ y a ) y ] f i g 'EXeas, eCr\oev err] TT'. K a X t o s Koipoü p e x d r&v S i K e t o v . ' H.J. LEON, The Jews of Ancient Rome, Philadelphia 1960, 145ff.; I. LEVINSKAYA, The Book of Acts in its Diaspora Setting, Grand Rapids 1996, 183. - Olivenbaum als Emblem: Schürer II 445. So z. B. das Referat, das Cornelius Labeo (apud Macr. Sat. 1,18, 18ff [STERN II 41 I f Nr. 445; MERKELBACH 207 Nr. 28]) einem Orakel des klarischen Apollon widmete. Die
5. lonien (Nr. 30-46)
147
Ephesos Für Ephesos, die größte und wichtigste Stadt loniens ist die jüdische Diaspora nicht nur durch einige Inschriften," sondem auch durch eine Reihe literarischer Quellen bezeugt. Flavius Josephus zitiert eine Reihe Briefe römischer Magistrate an die Stadt; obwohl einige dieser Schreiben an Ephesos adressiert sind, geht es in ih nen um Anliegen, die oi ev 'Aoiq 'louSatot vor die Römer brachten. Die Diskrepanz, will man nicht Josephus für sie verantwortlich machen, erklärt sich wohl am leichtesten, mit der Annahme, der Statthalter habe in Ephesos die Angelegenheiten der Juden entschieden: - am 19. 9. 49 schrieb der Consul L. Comelius Lentulus an Ephesos, um den Juden, die römische Bürger waren, Befi-eiung vom Kriegsdienst zu gewäh13
ren. - Josephus zitiert ein kürzeres Schreiben des Consuls zum selben Gegen stand;'"* eine Dublette? - auf den ersten Brief des Consuls berief sich nicht viel später T. Ampius Baibus.'^ Orakel sind jetzt leicht zugänglich bei R. MERKELBACH, Philologica, Stuttgart
1997,
202ff.; zum Phänomen s. S. MITCHELL, Anatolia, Oxford 1993, II 43flF. (anders M . HENGEL/A.M. SCHWEMER, Paulus zwischen Damaskus und Antiochien, Tübingen 1999, 256). "
I K 16, 2209, das die Hrsgg. zuerst für jüdisch hielten, ist mit 16, 2281 B identisch,
wie sie selbst erkannten, s. I K 17, 1 Add. p. 28. V g l . femer G.H.R. HORSLEY, New Docu ments Illustrating Early Christianity I V , Macquarie 1987, 231: „It is unclear whether the three monograms ofthe name Johannes included at I.Eph. II 581 are Jewish or Christian. Equally ambivalent is I.Eph. VI.2306 k, a grave inscription for a [Sjambathios: at the head cf this text is a cross, yet the name is most commonly associated with a Jewish milieus. The name occurs also at V I I , 1.3307, where an Aurelius Sambathios purchases a burial plot." Zum Namen s. 14 A , 18 (Komm.). Vgl. c. A p . 2, 39 zum Bürgerrecht der ephesischen Juden (p. 145 A . 4 ) . AJ 14, 228: AeÜKio? 8e AevxXo?
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v o g Se peTO TaÜTa KOL rrapd
'AVTCO-
148
5. lonien (Nr. 30-46)
-
noch im Jahr 49 befreite ein Brief des Consuls diejenigen Juden, die römi
sche Bürger waren, und
bestätigte ihr Recht, die l e p d
' l o u S a L K d auszuüben.'^
Eine Dublette? -
am 24. 1. 43 schrieb der Proconsul P. Comelius Dolabella an Ephesos, um
die schon von Lentulus gewährte Befi-eiung der Juden vom Kriegsdienst zu be stätigen und ihnen das Recht auf ihre väterlichen Sitten zuzugestehen.'^ -
nachdem M . lunius Bmtus als proconsul Asiae den Juden erlaubt hatte,
den Sabbath einzuhalten und nach ihren Gebräuchen zu leben, erließ die Stadt Ephesos am 24. 3. 42 einen entsprechenden Beschluß.'^
viov TOÜ dtvTLTapCou eireTuxov, v\iag Te ßoüXofiat ct^pcvTioai Iva \ir\ TLS AÜTOI? SievAJ 14, 237ff.: AeuKttp AevTXco Faici) MapKeXXco ürrdTOis-. trapfioav T I T O ?
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xi-XCapxos,
FdLos TeÜTLos FaCou Al|iLXLg xi-XCapxos, Se^Tog pavog,
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FdLOS ITopTrfiLos FaLOu ulö? 'ZaßaTivq, T I T O ?
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5. lonien (Nr. 30^6)
149
- wohl im Sommer 14 schrieb M . Vipsanius Agrippa wegen der Juden an Ephesos; es geht um die Sicherheit der für den Tempel bestimmten Gelder und die Garantie der Sabbatruhe. - wohl am 13. 2. 4 V. Chr. schrieb lulius Antonius an Ephesos, um die Ent scheidung Agrippas noch einmal einzuschärfen.^*^ - ca. 12 V . Chr. machte der proconsul Asiae C. Norbanus Flaccus die Ephesier mit einem Schreiben des Augustus bekannt, in dem den Juden das Einsammeln der Tempelsteuer erlaubt wurde (p. 34 A . 46). Die Apostelgeschichte spricht mehrfach von den Aufenthalten des Paulus in Ephesos und seinen Verbindungen zu der jüdischen Gemeinde dort.^' Paulus durfte mehrfach in der Synagoge sprechen,^^ war aber nicht der einzige Frem de, dem dies erlaubt wurde: wir hören auch von dem Alexandriner Apollos.^^ Nach der Predigt des Paulus bedienten sich wandernde jüdische Wunderheiler des Namen Jesu.^"* Beim Aufstand der Silberschmiede wird eines der führenden
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14, 167f.:
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18, 19ff.:
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(21)
dXXd drroTa^dpevog Kai elirtov rrdXtv
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(22)
eig Kaiüdpetav, dvaßdg Kai darraadpevog TTJV cKKXrialav KaTeßr) eig Apg.
19, 8ff.:
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18, 25f.:
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19, 13ff.:
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150
5. lonien (Nr. 30-46)
Mitglieder der jüdischen Gemeinde mit Namen genannt, ein gewisser Alex ander.^^ Der paulinische Brief an die Epheser spricht nicht direkt von der jüdischen Gemeinde, allerdings ist in ihm deutlich von der TTepLTOM.r| die Rede (2, 11). In nach-apostolischer Zeit machte Irenaeus den Bibelübersetzer Theodotion zu einem ephesischen Proselyten,^^ und lustin Martyr ließ das Gespräch mit Tryphon vielleicht in Ephesos stattfinden,-^^ erwähnt vielleicht gottesfiirchtige Heiden, die an eine Bekehrung zum Judentum dachten.^^ Eine jüdische Ge meinde wird in einer Heiligenvita im 11. Jh. erwähnt.^^ aoü XeyovTeg- öpKCCw \}\iäg TÖV 'Irjaoöv öv TTaüXo? Kripiiaaet. (14) f|oav 8e TLVOS ZK€vä 'louSaCoi) dpxLepewg errrd ulol TOOTO rroLOÜvres. (15) äiTOKpiQev 8e TÖ Trvei)|ia TÖ TTOvrjpöv eirrev aÜTot?' TÖV 'Irjaoüv yivcüaKto Kai TÖV FlaOXov eTrCaTaiiaL, üiielg 8e TLves eoTe; (16) Kai e(|)aXö|j.evos ö dvOpwrros err' aÜTOü? ev co fiv TÖ irveOpa TÖ TTOvripöv, KaTaKupieuaas dp(j)0Tepa)v L o x w e v KOT' aÜTCov öioTe y^M-i^oüg Kai TeTpaupaTLopevou? eK(\)vyelv eK TOÜ OLKOU eKetvou. (17) TOÜTO 8e eyeveTo yvcooTÖv rrdaiv 'louSaCoL? Te Kai "EXXrjOLv TOXS KaToiKoüaiv TTJV "E<^eoov KOL errerreaev <j)ößos errl rrdvTa? aÜToüs Kai epeyaXüveTO TÖ övo|jLa TOÜ Kviptou 'Iriaoü. Apg 19, 33f.: eK 8e TOÜ ÖXXOU auveßCßaoav 'AXe^av8pov, rrpoßaXövTCov aÜTÖv Toov ' louSaCwv ö 8e 'AXe^av8pog KaToaeCaas Tr\v x^^PO fiOeXev drroXoyeXoOaL TW 8r\pcp. (34) errtyvövTeg 8e ÖTL 'Iou8aXös eoTiv, (Jjcüvf] eyeveTo p i a eK rrdvTWv cös errl üipas 8Ü0 KpaCövTwv peydXr] f) "ApTeptg 'E<})e'ai.cov. Wenig wahrsclieinlich ist die An nahme von P. LAMPE, BZ 36, 1992, 72f., der in den hier genannten Juden Christen sehen will; s. schon E. FAUST, Pax Christi und Pax Caesaris, Göttingen 1992, 328ff.; B. W A N DER, Gottesfurchtige und Sympathisanten, Tübingen 1998, 107f. - Zu Apg 21, 29, s. p. 35. Haer. 3, 21, 1: quemadmodum et Theodotion interpretatus est Ephesius et Aquila Ponticus, utrique ludaeiproselyti; quos sectati Ebionei ... Euseb, HE 5, 8, 10: wg Oeo8oTLoov ripprjveuaev ö 'E
5. lonien (Nr. 3 0 ^ 6 )
151
Einige archäologische Kleinfiande sind mit jüdischen Motiven dekoriert, v. a. Lampen,"^*^ aber auch eine Glasflasche.^' Auf einer Stufe der CelsusBibliothek sieht man eine oberflächlich eingeritzte Menorah.^^ Eine jüdische Gemeinde blieb bis in byzantinische Zeiten erhalten (zwei Inschriften mit he bräischen Buchstaben sind noch unpubliziert"). Über die Größe der Gemeinde kann man zu keiner Zeit etwas sagen;^"* angesichts des enormen Umfangs an
^" S. kurz GOODENOUGH, Symbols II 102f.; III fig. 928f.; C. FOSS, Ephesus after Anti quity, Cambridge 1979, 45; die Lampen bei F. MILTNER, FiE IV 2, Wien 1937, und zwar: - 114f. Nr. 180 aus dem Siebenschläfer-Coemeterium (Taf. II; kleinasiatische Lampe, Typus II, Form 1, die MILTNER p. 101 in die Mitte und zweite Hälfte des 4. Jhs. datiert): „Im Diskus ist der siebenarmige Leuchter mit einigen der üblichen Beigaben dargestellt." - 172 Nr. 1872 aus dem Siebenschläfer-Coemeterium (byzantinische Lampe, Typus II, der von MILTNER p. 105 ms 6. Jh. datiert wird): „Als Marke siebenarmiger Leuchter." - 173 Nr. 1900 aus dem Siebenschläfer-Coemeterium (Taf X ; ägyptische Lampe, Typus II, nach MILTNER p. 106 vielleicht importiert): „Im Diskus ist der siebenarmige Leuchter dargestellt, den umrahmenden Schmuck bilden zwei Lulabzweige." - 187 Nr. 159 aus der sog. Basilika (Taf XII; spätgriechische Lampe, Typus II, der von MILTNER p. 99 ans Ende des 2. / Anfang des 3. Jhs. datiert wird): „Im leicht konkaven Dis kus, der von einem beiderseits abgerillten Ring umrahmt ist, ein siebenarmiger Leuchter mit den üblichen kuhlichen Geräten neben dem Fuß. Die flache Schulter, durch gestrichelte Quer leisten in Quadranten zerlegt, ist mit einem Lulabband geschmückt." - 188 Nr. 164 von unbekanntem FO ( T a f XII; kleinasiatische Lampe, Typus II, Form 1): „Im konkaven Diskus ... ist der siebenarmige Leuchter mit den üblichen kultlichen Sym bolen, wie Lulabzweig, Rettich, Harke und Mazes dargestellt." - 188 Nr. 165 aus den spätantiken Gebäuden über dem Theater ist praktisch mit Nr. 164 identisch. - 188 Nr. 167 von unbekanntem FO ( T a f XII, kleinasiatische Lampe, Typus II, Form 1): „Dargestellt ist der siebenarmige Leuchter, an dessen Armenden die einzelnen Lampen sehr gut zu erkennen sind. Rechts von dem Leuchterfiiß die Rübe." Einige der Lampen auch bei R. HACHLILI, The Menorah, Leiden 2001, 454 L 6.9-11. FOSS 85 will aus den Funden jüdischer Lampen (u. heidnischer Grabsteine) im Sieben schläfer-Coemeterium schließen, daß dieser Bereich wenigstens anfangs nicht nur von Chri sten genutzt worden sei. Angesichts ihrer Zeitstellung dürfen wenigstens die Lampen nicht herangezogen werden - wenn man überhaupt aus drei von ca. 2.000 Lampen einen solchen Schluß ziehen will. ^' Die Glasflasche mit aufgemalten jüdischen Motiven (Menorah, Ethrog, Lulab, Shofar) wurde im Bereich des Wohnhauses an der Doppelkirche gefimden, J. KEIL, ÖJh 26, 1930, Beibl. 40f mit 39 fig. 17; R. PILLINGER, MChrA 2, 1996, 39f Abb. 28; cf HACHLILI ( A . 30) 431 D 10.14. R. PILLINGER, Ephesos: jüdische, christliche, muslimische Denkmäler, Wien 1996, ad l o c ; F. HUEBER, Ephesos, Mainz 1997, 97 Abb. 124; HACHLILI ( A . 30) 363 D 6. 17. Um 400 wurde die Stufe, auf der sich die Menorah befindet, von einem Brunnenbecken über baut. " D. KNIBBE, Ephesus, Frankftirt 1998, 123 A . 296. Zu Belegen flir die jüdische Gemeinde in der ersten Hälfte des 11. Jhs. s. FOSS ( A . 30) 121; 129. Die Zahlenakrobatik, mit der T . A . ROBINSON, The Bauer-Thesis Examined, Lewiston 1988, 112flf. auf an die 20.000 oder mehr Juden in Ephesos kommt, ist nicht zu
152
5. lonien (Nr. 30-46)
Fundmaterial aus Ephesos sind die archäologischen und epigraphischen Spuren jüdischer Existenz allerdings gering.^^ Eine Synagoge wurde z. B. noch nicht identifiziert,-^^ auch wenn 30 und 31 durchaus von einem solchen Bau stammen können.
30 Acclamatio für die Archisynagogen und Altesten Edd.: H. Engehnann/D. Knibbe, ÖJh 52, 1978/80, 50 Nr. 94; IK 14,
1251
(D.F. McCabe u. a., Ephesos Inscriptions, Princeton 1991, 149 Nr. 679; T. Rajak/D. Noy, JRS 83, 1993, 92 Nr. 32 [Rajak 427 Nr. 32]). cf. JLR Bull. 1981, 428; G.H.R. Horsley, N e w Documents lUustratmg Ear ly Christianity I V , Macquarie 1987, 215 Nr. 23. FO: 1926 bei Selcuk in einem Feldhaus vermauert gefunden; Keil, Skizzen buch 2059. Beschreibung: „Rohe Platte, oben und unten anscheinend gebrochen, bläuli cher Marmor" Engelmann/Knibbe; H.: 0,39 m; B.: 0,24 m; T.: 0,17 m; litt.: 4 cm.
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2f.: X I E Y N A r a P E N lapis. Viele Jahre für die Archisynagogoi und die Altesten!
empfehlen: sie geht von einer langen Reihe unbewiesener Prämissen aus. Auch C . CLAUßEN, Versammlung, Gemeinde, Synagoge, Göttingen 2002, 101 erscheint mir über trieben optimistisch: „Jedenfalls lassen die Größe der Stadt und die bei Josephus und Philo überlieferten Dokumente die Vermutung zu, daß es mehr als die eine in Act erwähnte Synago ge in Ephesos gab. Vielleicht handelt es sich wie in Antiochia um eine Art Hauptsynagoge." Sehen wir einmal von der Frage ab, ob es in Antiochia Syr. tatsächlich eine 'Hauptsynagoge' gab, so erwähnen die Quellen für Ephesos immer nur eine Synagoge im Singular, und in 32 u. 33 werden ol ' louSdlot als feststehende Gruppe mit der Sorge um Gräber beauftragt: es gab also nur eine rechtlich feststehende Gruppe von Juden: müßte man nicht bei mehreren Synagogen, wie in Rom, eine Bezeichnung nach der Synagoge erwarten? D. KNIBBE, RE Suppl. X I I 287. Vgl. FOSS ( A . 30) 45; aus den Lampenfunden läßt sich weder für die Basilica noch flir ein anderes Gebäude eine Funktion als Synagoge ableiten.
5. lonien (Nr. 30-46)
153
Datum: die Edd. geben keine Abbildung und keinen Vorschlag für ein Datum. Nach den Fehlem des Steinmetzes zu urteilen, verwendete er quadratische Buchstaben, was für die hohe oder späte Kaiserzeit spricht.-'^ Akklamationen dieser Art wurden seit der frühen Kaiserzeit immer wieder verwendet, sind aber seit dem 5. Jh. vermehrt aufgezeichnet worden; vgl. zu diesem Typ E. Peterson, EIZ 6E0S, Göttingen 1926, 167f. Auch wenn wir über den Anlaß der Akklamation nur spekulieren können, so muß es einen sol chen Anlaß immerhin gegeben haben - und zwar nicht nur für die Akklama tion, sondem auch für ihre Niederschrift. Akklamationen fmden wir häufig dort, wo früher Beamte gewählt, Ehrungen beschlossen oder Entscheidungen gefallt wurden. Zu den Ämtern vgl. 5, 1 (Komm.).
3 1 Eine Schranke aus der Synagoge (?) J. Keil, FiE IV 1, Wien, 1932, 99 Nr. 30; IK 17, 2, 4130 (nach Keil, Skizzen buch 1570; D.F. McCabe u. a., Ephesos Inscriptions, Princeton 1991, 149 Nr. 682). FO: „Im Narthex der Kuppelkirche in- einem späten Grabe gefunden" (Keil); heute Depot 1269. Beschreibung: „Oberbalken einer Schranke aus bläulichem M(armor) ... Die Inschrift st-eht auf der Oberseite" (Keil). Rechts neben der Inschrift ist eine Menorah eingeritzt. H.: 0,12 m; B.: 0,51 m; T.: 0,14 m; litt.: 4,5 cm. Abb.: FiE p. 99; IK (Facss.). ] TO GuoLaaTTipLOi/'
... der Altar. Datum: nach der Schrift ca. 4. Jh. oder später. Keil kommentierte die Inschrift so: „Das Wort GuoiaoTripLoi/' kaim sowohl den Opfertisch der Juden wie den Altar der Christen bezeichnen, der sieben armige Leuchter dagegen ist das charakteristische Symbol des Judentums und kommt auf christlichen Denkmälern kaum vor ... Müssen wir demnach die Herkunft des Steines aus einer Synagoge ins Auge fassen, so bleibt doch auf fallig, daß er von dort, wenn auch in sehr später Zeit, in die Kirche gebracht worden ist." Das Problem wäre vielleicht kleiner, wenn man etwas mehr über
" G. KITTEL, in: Forschungen zur Judenfrage 9, Hamburg 1944, 191, der die Kenntnis der unpublizierten Inschrift J. KEIL verdankte, datiert sie in das 4./5. Jh.; dabei gibt er wohl die Datierung KEILs wieder.
154
5. lonien (Nr. 3 0 ^ 6 )
die Verwendung des Steines in dem „späten Grabe" wüßte - vielleicht wäre der Fundort dann sogar ohne Bedeutung. O u a L a a T r i p L O v bezeichnet in der jüdisch-hellenistischen Literatur v. a. den Altar im Tempel,^^ und wenn man den Tempel in Leontopolis rechtfertigen wollte (Jos. AJ 13, 68), so berief man sich auf Jes 19, 19: TFJ r i i i e p a EKEIVTI earai G u a i a a r r i p L o y TCI) KUPTCO iv x^PQi ALYUTTTLCÜV; cf. 19, 21. Der Aus druck konnte also kaum auf eine Synagoge übertragen werden, selbst wenn ein Dekret der Stadt Sardeis bei Josephus von e ü x a l K A I dvaiai in der Synagoge spricht.^^ Ob ein Tisch, wie der „eagle-table" in Sardeis, in jeder Synagoge exi stierte, wissen wir nicht; erst recht wissen wir nicht, ob es einen eigenen ter minus technicus f ü r ihn gab. Der Schrein, in dem die Torah aufbewahrt wurde, war zwar mit Schranken umgeben (25 [Komm.]), kann aber kaum als ö u a i a a T r i p L o y bezeichnet worden sein.'**' Da die sekundäre Anbringung einer Menorah auf einer christlichen Altarschranke wenig wahrscheinlich ist, meint G u a i a a T r i p L o v vielleicht die ganze Synagoge als 'Heiligtum'. LSJ Suppl. s. v. notiert die Bedeutung „sanctuary" mit Verweis auf A. Orlandos, ' Apx- AeXr. 12, 1929, 27 (Lesbos): ÜTTep e ü x f ] ? KTX. €i|jri(|)(joaev T Ö G u o L a o T T i p L o y , was Orlandos so kommentiert: „ G u o i a a T r i p L O V e l v a i GvvT\dr\s ö v o i i a a i a TOV lepov KTTTD TOvg xPLc^TLOTVIKOÜ? xpövovs"."^^
Julian Apostata sagt allerdings in seiner Schrift gegen die Galiläer, als er auf die Juden zu sprechen kommt (F 72 MASARACCHIA, Rom 1990 = Cyr. c. lul. 9, 306 B): errel rd ye dXXa Koivd TTW? fiptv eari, vaoi, Tepevr), OuaiaoTTipLa, äyveiai, cjJuXdypaxd riva, rrepl tüv fi TÖ TTapdrrav oüSapcög fi piKpd 8Lact)epc6pe9a rrpög dXXrjXoug. Aber Julian weiß durchaus, daß die Juden nur im Tempel opferten; ihm geht es um das Prinzipielle - und um die Wiederaufiiahme des Opfers bei einer Wiedererrichtung des Tempels. Die Stelle kann da her nicht als Beleg daflir dienen, daß OuaiaaTfipLa noch im 4. Jh. und später in den jüdischen Gemeinden verwendet wurden. AJ 14, 260: 8o9fi 8e KOI TÖTTO? aÜToXg eig bv auXXeyöpevot pexd yuvaiKwv Kai TeKvcüv eTTLTeXcjaL ras TraTpioug eüxdg Kai Oualag T Ö Oew. M . PUCCI BEN ZEEV, Jew ish Rights in the Roman World, Tübingen 1998, 221 referiert die bisherigen Erklärungsver suche und fligt 223 noch hinzu, daß die griechischen Verfasser des Dekretes nicht unbedingt mit den Besonderheiten der jüdischen Religion, z. B. dem Opfer einzig in Jerusalem, vertraut gewesen sein müssen. Es ist allerdings wahrscheinlich, daß diese Stelle aus dem Antrag der jüdischen Gemeinde stammte, wie J. LEONHARDT, in: J.U. KALMS (Hrsg.), Internationales Josephus-Kolloquium Amsterdam 2000, Münster 2001, 192 meint. Die Belege für die Wen dung eüxal Kai Oualai, die sie aus Philo und Josephus sammelte, stehen alle im Zusammen hang mit dem Gottesdienst im Tempel - doch verweist Philo, Mos. 2, 222f darauf, daß während des Passah-Festes das Volk die priesterliche Tätigkeit des Opfems durchftihren konnte. Das gilt m. E. auch, wenn wir mit J. B R A N H A M , Art Bulletin 74, 1992, 375fF. die Schranken in den Synagogen von den Schranken im Jerusalemer Tempel ableiten, die Nicht Juden vom Allerheiligsten fernhalten sollten, und auch dann, wenn die Schranken in den Synagogen als „encoders of Temple-presence" gewirkt haben sollten (393). LSJ Suppl. s. V. zitiert auch IK 33, 121 (Hadrianeia), doch ist an dieser Stelle eindeutig von einem Altar die Rede.
5. lonien (Nr. 3 0 ^ 6 )
155
32 Das Grab des Erzarztes lulius Edd.: E.L. Hicks, (jrreek Inscriptions in the British Museum III 2, Oxford 1890, 263 Nr. 677 (Oehler 297 Nr. 55; CIJ II 745); IK 15, 1677 (nach Heberdey; D.F. McCabe u. a., Ephesos Inscriptions, Princeton 1991, 339 Nr. 2371). FO: aus den Ausgrabungen von Wood; heute im British Museum, London. Beschreibung: Stele aus weißem Marmor, rechts und unten vollständig; H.: 0,33 m; B.: 0,43 m; Z. 6f. ist später von anderer Hand hinzugefügt worden. Abb.: G I B M (Facs.). Ü: Frey; Williams 25 I 90. [TÖ |iyri(IELÖY
( ? ) EOTLV]
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TO[UXLOU ? ]
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[Cw]ALV. [TAÜTTIS- Tf\\s [TAI
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'Ect)e]aü)
KR)8ov'louSeoL.
1-7: Oehler notiert die Ergänzungen nicht; 1: TÖ fipcoov? 2 : dpxeioTpoö
Hicks, dpxLaTpoü
Oehler, dpxLioTpoü Heberdey, der den Stein um 1900 revidierte; zur Schreibweise cf. I K 13,
1164. Das Grabmal gehört.. lulius ... Erzarzt, und seiner Frau lulia ...e und ihren Kindern. Sie leben. Um diesen Sarkophag kümmern sich die Juden von Ephesos. Datum: „The style of the letters belongs to the age of the Antonines", Hicks; V. Nutton, PBSR 45, 1977, 222 schreibt ohne nähere Begründung „150-250"; für eine Datierung in das 2. Jh. s. auch G . M . Rogers, Belleten 50, 1986, 881 Nr. 16; vgl. Z. 2 (Komm.). 1: Das nomen gentile ist nach dem nomen gentile der Frau ergänzt ( Z . 3); ein praenomen fehlt ebenfalls noch. Daß Mann und Frau beide lulii sind, ist nicht selbstverständlich und lädt zu Spekulationen über den Erwerb des Bür gerrechts ein. 2: Hadrian hatte allen Ärzten d T e X e i a zugesichert, doch schränkte schon Antoninus Pius dieses Privileg wieder ein: er gestattete einer Stadt wie Ephe sos nur noch, zehn Ärzte von Steuern und Liturgien zu befreien.''^ Nach dieser ""^ Dig. 2 7 , 1, 6, 2 : (e^ emoToXfis vw Tfi? 'Aoias,
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5. lonien (Nr. 30-46)
Reform hießen die von der Kommune privilegierten Ärzte DPXLATPOI'*^ (die Steuerbefreiung zog keine freie Behandlung von Bürgern nach sich; Immunität und Gehalt wurden gewährt, damit ein bekannter Arzt in der Stadt praktizierte, sich also Infrastruktur und Ruf einer Polls verbesserten). Der of fizielle Titel lautete: D P X I A T P Ö ? rf\s 'E^eoiißv iröXeo)? (IK 17, 3055, 15ff.). Aus Ephesos sind - neben dem dpxiaTpö? als Leibarzt des Kaisers, IK 13, 719 - etliche munizipale D P X I A T P O T bekannt; die meisten werden im Zusam menhang mit dem Agon der Ärzte genannt, IK 14, 1161-8 (cf. auch 1038, 4f.).^^ Jüdische D P X L A R P O I gibt es noch in Noy I 76 (Venosa): 4>AUATLYO? y e POUAIDPXOV D P X L A R P Ö ? ; II 341: AuXo[?] BTISLOI?] KoXXf|[ya] D P X laTpCös].''^
5: Zu dieser und vergleichbaren Formeln, die anzeigen, daß der Besitzer sein Grab zu Lebzeiten errichten ließ, s. Robert, Op. Min. V I 3f. A . 5. 6f.: Derartige Ankündigungen der Sorge für ein Grab sind sehr häufig; sie beruhen meist auf einem testamentarischen Auftrag oder einer anderen A b machung."*^ Manchmal wurde daher notiert, die Niederschrift des Auftrags sei im Archiv deponiert worden. Es sind häufig Verwandte, Freigelassene, Mit glieder desselben Vereins oder ehemalige Untergebene, die für ein Grab sorgen sollen. Sicherheit des Grabes vor ungewünschter Verwendung und Toten gedenken sind die wichtigsten Anliegen solcher Sorge.'*' Wer dekretierte, daß die Juden sich um sein Grab kümmern sollten, stellte damit gleichzeitig fest.
Zum Amt s. V . NUTTON, PBSR 45, 1977, 191ff. (wieder abgedruckt in ID., From Democedes to Harvey, London 1988, Nr. V . ) ; F. KUDLIEN, Die Stellung des Arztes in der rö mischen Gesellschaft, Abh. Mainz 1979, 73ff.; vgl. auch G.H.R. HORSLEY, New Docu ments Illustrating Early Christianity II, Macquarie 1982, lOff. Zum Agon s. immer noch J. KEIL, ÖJh 8, 1905, 128ff.; ID., FiE IV p. 80ff. Zu jüdischen Ärzten im röm. Reich allgemein F. KUDLIEN, MHJ 20, 1985, 36ff.; zu unserer Inschrift 42f.; 46f.; 55f. ^ S. allerdings zu derselben Formel in 33 die Bemerkung von S. APPLEBAUM, in: S. SAFRAI/M. STERN (Hrsgg.), The Jewish People in the First Century, Philadelphia 1974, I 483: „The ftmerary monument of M. Aurelius Moussios ... was prepared by 'the Jews' at the public expense of the Community." "'ich gebe nur einige Beispiele aus Ephesos; IK 16, 1655: TOÜ ripwou KTISOI/TOL MüpPAXLS Kai NcLKtüV Kai ol XOLTTOI direXeüGepot Mevdv6pou- TOÜTOU eyeveTo €CTcj)pdyLapa; 2203: ToÜTou TOÜ fipcpou KfiSeTai ALXLO? ['Tyetlvos TCOV Kuptcji/ dTreX[eüee]pos- ow Kai ... Kol KOTeoKeudaapev ovv KOL yu^at^lv Kai [TeKJvoig" C^OLV TOÜ[TOU] TÖ ävriypacj)0v d[TreTe]6r| lg TÖ dlpjxfjlojv; 2212: f) aopög ... M . ' Avroiviov ' E p p e i a dpyupoKÖTTOU, veoTTOLOü .... TauTTjg Tfjg aopoü KrjSeTat TÖ ovviSpiov räv dpyupoKÖrrcüv Kai KaGiepcoaev 'EpcoTLv (8r|vdpLa) TTevTaKÖa
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daß sie gleichberechtigt neben die anderen respektablen und verläßlichen Orga nisationen städtischen Lebens gehörten.'*^ Zu aopö? in Ephesos vgl. J. Kubinska, Les monuments funeraires dans les inscriptions grecques d'Asie mineure, Warschau 1968, 33. Die Bezeichnung ol louSoLOL hier und 33 scheint mir dafür zu sprechen, daß es nur eine jüdische Gemeinde in Ephesos gab - jedenfalls nur eine organisierte Gemeinde; cf. P. Trebilco, in: H. Friesinger/F. Krinzinger, 100 Jahre österreichische Forschun gen in Ephesos, Wien 1999, 328f.
33 Das Grab des Priesters Marcus Mussius Edd.: E.L. Hicks, Greek Inscriptions in the British Museum III 2, Oxford 1890, 262 Nr. 676 (Oehler 297 Nr. 54; CIJ II 746); IK 15, 1676 (nach Heber dey; D.F. McCabe u. a., Ephesos Inscriptions, Princeton 1991, 350 Nr. 2493). FO: aus den Ausgrabungen von Wood; heute im British Museum, London. Beschreibung: weißer Marmor, die Inschrift mit einer einfachen Umfassung umgeben; H.: 0,45 m; B.: 0,42 m. Abb.: Hicks (Facs.). Ü: Frey; B.J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 249 A . 73; Williams 52 II 95. TO [ i v r | [ i e t ö v
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2f.: MapiiowaLou 'laipeco? Hicks, Frey, was Robert, Hellenica XI/XII 38Iff. korrigierte, der allerdings auch M. A(i))p(r)XLou) überlegte.
Das Grabmal gehört Marcus Mussius, Priester. Er lebt Die Juden kümmern sich (um das Grab). Datum: „The inscription is hardly earlier than A . D . 200" (Hicks). 2: zu Mussius s. Robert, Hellenica XI/XII 384 A . 3, der W . Schulze, Zur Geschichte der lateinischen Eigennamen, Berlin 1904, 197 zitiert. Mehrere Mussii, darunter auch Marci Mussii, gibt es in lasos, IK 28, 2 p. 220."*^
" O.M. VAN NIJF, The Civic World of Professional Associations in the Roman East, Amsterdam 1997, 244. FREY verstand noch „Mar-Moses ( = rabbi Moise), fils de Jaire"; und in dieselbe Rich tung geht jetzt wieder T. B R A U N , SCI 17, 1998, 143: „doubtless a Mordecai Moses Co-
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3: mit dem Tempel verschwanden die meisten kultischen Funktionen der Priester,^° doch gaben sie immer noch einen Segen; Priester sollten bevorzugt diehl. Texte lesen.^* Auch der römische Staat muß ihnen noch Funktionen in der Gemeinde zuerkannt haben, denn CTh 16, 8, 4 (aus dem Jahr 331) werden sie zusammen mit den Archisynagogoi und den patres synagogorum von den munera corporalia befreit. Beth She'arim II 28; 49 scheinen zu zeigen, daß es abgetrennte Arcosolien für Priester gab. Da wir sonst kaum einen Text haben, der uns das Verhältnis des lepeü? zu seiner Gemeinde deutlich zeigt,^^ kann auch nicht ausgeschlossen werden, daß das Priestertum als Abstammung von Aaron erwähnt wird, weil es - auch jenseits einer Funktion - immer noch Prestige verlieh. Hohe Bedeutung wird man den Priestern aber kaum zuschrei ben können.^^
hen"; ein |j.vTi[i.Lov MouaCou Mdpaoi; (Zo'ar) bei H. COTTON/J. PRICE, ZPE 134, 2001, 277ff., die MOÜOLOS als Form für Moses verstehen; ihnen schließt sich M . H . WILLIAMS, ZPE 140, 2002, 282 an. Ihr wichtigstes Argument, daß nämlich Mussius nur als nomen, nie als cognomen gebraucht werde, beruht noch auf der Lesung Marcus Aurelius Mussius. Die Belegung mit einem römischen nomen, das nach dem hebr. PN Moses gebildet sein soll, scheint mir ganz unwahrscheinlich. '° Allgemein zu den Priestern CLAUßEN ( A . 34) 282ff; J.T. BURTCHAELL, From Syn agogue to Church, Cambridge 1992, 253ff; 254: „The local synagogues had akeady chosen to deny priests any special Privileges or position." GOODENOUGH, Symbols XII 124 A . 1 über die Priester, die in der Diaspora genannt werden: „The only certainty is that the term seems to have had other usages than those preserved in the rabbinic tradition." Ob sich die beiden folgenden Texte auf die Zeit des Tempels beziehen, ist nicht sicher, cf W . HOR BURY, Jews and Christians in Contact and Controversy, Edinburgh 1998, 194f zu Ps. Cypr. adv. lud. 10, 4: et qui Levitae offerebant et sacerdotes immolantes et summi antistites libantes adsistunt puero offerenti (seil. Christus als Hoher Priester); Tert. Corona militis 9, 1: levites aut sacerdos aut arciton. Philo, Hypothetica 7, 13 (allerdings noch z. Zt. des Tempels geschrieben). D. GEOR GI, The Opponents of Paul in Second Corinthians, Philadelphia 1986, 91 warnt allerdings davor, in dem hier von Philo genannten Priester einen Abkömmling Aarons sehen zu wollen; er erinnert, wohl zu Recht, an Philos Vorliebe, den Ausdruck „Priester" griechisch zu inter pretieren und an Philos Vorstellung vom Priestertum des jüdischen Volkes, cf I. HEINE MANN, Philons griechische und jüdische Bildung, Leiden 1932, 592 s. v. In anderen Quellengruppen sieht es besser aus; so kann man z. B. in Qumran beobach ten, welche Rolle Priester in einer jüdischen Gemeinde ohne Tempel spielen konnten, F. GARCIA MARTINEZ, in: B. EGO/A. LANGE/P. PILHOFER (Hrsgg.), Gemeinde ohne Tempel, Tübingen 1999, 303ff.; er nennt z. B. das Blasen des Shofar, die Trennung von Rein und Unrein, Entsühnung; ähnlich schon die Aufzählung bei BURTCHAELL ( A . 50) 255. " S. noch LEON ( A . 9) 192 zu ihrer untergeordneten Bedeutung im Kult; vgl. auch Beth She'arim II p. 43. Anders zur Rolle der Priester LEVINE 125f, der für die Diasporasynagogen Dura-Europos (CIJ II 828f), für Alexandria Philo, Hypothetica 7, 13 (s. o.), für Berenike in der Kyrenaika LÜDERITZ 72, und für Kleinasien 63 (Sardeis) zitiert. CIJ II 828 zeigt deut lich, daß der dpxwv über dem rrpeaßÜTepo? stand, und dasselbe gilt für LÜDERITZ 72 und LIFSHITZ 100; aus CIJ II 829 ist nichts zu gewinnen. 63 (Sardeis) ist ebenfalls kein Beweis
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Vgl. allgemein Brooten 90ff., die 95ff.; 249 A . 73 die meisten inschriftlichen Erwähnungen der Lepets' gesammelt hat (s. noch hier 232). Sehr viele dieser Texte stammen aus Rom und aus Palästina, wo man - aus welchen Gründen auch unmer - priesterliche Abstammung häufiger erwähnte als in den anderen Gebieten der Diaspora.''* Zur Schreibweise l a L p e l g (Ersatz von -e- durch - a t - ) vgl. F.T. Gignac, A Grammar of the Greek Papyri of the Roman and Byzantine Periods I, Mailand 1976,192f.; Gl. Brixhe, Essai sur le grec anatolien, Nancy 1983,46; 49; 53. ZuCti vgl. 32,5.5^
34 Das Grab des M. Aur. Sambathios Edd.: Kmbbe/Engehnann/Iplik9ioglu, ÖJh 59, 1989, Beibl. 219f. Nr. 54 ( A E 1990, 930; SEG 39, 1222).^^ cf. M.H. Williams, ZPE 116, 1997, 260 Nr. 26. FO: Johanneskirche, inv. 4511; heute Depot 2493. Beschreibung: Linker Teil einer Platte aus weissem Marmor, deren oberer Rand mit Profilleiste erhalten ist, sonst allseitig gebrochen. Eine senkrechte Rille teih die Inschrift in zwei Teile. H.: 0,28m, B.: 0,34 m; T.: 0,075 m; litt.: 2-3,8 cm. Abb.: 10 (ich verdanke die Aufnahme der Freundlichkeit von H. Engel mann). Ü: Williams. TOUTO T Ö I I ( V ) R I - ] LLÖPIÖV ECTTLJV
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TOUTO T [ Ö | i ( v ) r i - ] [lÖpLÖV e[CTTLV M . ] Aüp.
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flir eine besondere Rolle des Priesters in der Diaspora. In 14 A , 27 scheint es sich um eine Verschreibung zu handeln. " E. g. NOY II 11; 80; 109; 124 (zwei Brüder als dpxovreg Kai lepets); 125; 558 (i-epeüs, dpxtüv KaXKaprialcov, ulög ... dpxLouvaycoyou); Beth She'arim II 49; 66; 68; 180 (lepeüls p]aßl ' lepcüv[upos); 181; während diese Inschriften eher spät sind (3./4. Jh.), stam men die ägyptischen Belege aus ptol. u. aug. Zeit, HORBURY/NOY 84 (Leontopolis); CPJ I 120f.; 139. " Z. 3ff. wird von B.J. BROOTEN, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 249 A . 73 übersetzt: „May he live! The Jews moum." H. ENGELMANN hat mir seine neue Herstellung des Textes zur Verfligung gestellt, der ich weitgehend geft)lgt bin.
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A u. B If.: ripi]pöptov edd., aber vgl. Z. I f (Komm.); A 3f: [Aüp. Za|ißae]L0Li [ ... ? edd.; 6: eK0L[vcüvri.. edd.; 7: Aü[pr|XLa?
Dieses Grabmal gehört ..Jos, S. d. Ephesier, Jude .... - Dieses Grabmal gehört Aur. Sambathios, S. d. ludas, Ephesier, Jude, und seiner Frau... Datum: nach der Constitutio Antoniniana von 212; ab der Mitte des 3. Jhs. vmrde der Aurelier-Name dann immer seltener gesetzt. Die Schrift paßt gut in diese Zeit. If.: FIIILIIÖPLOV ist als Ausdruck für ein Grab weder in Ephesos noch sonst belegt, ist auch als Wort sehr selten. FIFILOÖPLOV, IK 16, 2202a; 17, 4221 geht nicht; für [IVRIIJLÖPLOV gibt es immerhin einzelne Beispiele,^' doch stammen sie meist aus der Spätantike. Häufiger, allerdings v. a. im nördlichen Griechenland ist |J.R||J.ÖPLOV;^^ in Lydien: 51 (|IR|[iöpLa); H. Malay, Greek and Latin Inscrip tions in the Manisa Museum, Wien 1994, 145 Nr. 509 ( I I E | I Ö P L O Y ) , der noch auf Ramsay, Cities II 736 Nr. 672 verweist (Prymnessos). 3: zum Namen vgl. 14 A , 18 (Komm.). Der P N Sambathios ist in Ephesos bereits belegt; IK 16, 2306 k Ib: EFJJKRI ... [Zal^ißaGiou [...]IOT, wozu die Hrsgg. schreiben: „vielleicht [ 'Iou8a]LOU", obwohl über dem Text vmtl. ein Kreuz steht; 17, 3307: Aüp. 2a|ißd9L09 WVRIAATO TFJV 0r|KR|Y TTJV irpös ßopdv [Aüp. MJapKLavf]; SEG 34, 1146, Grab des M . AüpTiXiou Sa[ißa0LOU. Der Name allein reicht allerdings kaum aus, den jüdischen Charakter dieser In schriften zu beweisen, s. G.H.R. Horsley, N e w Documents Illustrating Early Christianity IV, Macquarie 1987, 231; id., N T 34, 1992, 126f.^^ 4: Daß die Herkunft aus einer bestimmten Stadt in der Fremde betont wird, ist selbstverständlich; wir fmden aber gerade in der Kaiserzeit viele Beispiele, daß man auch beim Begräbnis in der Heimatstadt die Verbundenheit mit ihr durch die Angabe des Ethnikon betont,^" - in diesem Fall sogar trotz des
" T A M V 1, 564 (Maionia, 4. Jh.?): \i.vy\\i6pvov AiCa; JUDEICH 163 Nr. 305: Stact^epi f) aopös Kai TO \i.vr\\i6piov ... C.H.E. HASPELS, The Highlands of Phrygia, Princeton 1971, 304 Nr. 22: ]vov üaüXou 5ia(t)epovTa pvriiicopLov; M A M A VIII 306 (Ikonion): \ivr\pcopLwv; E. SIRONEN, The Late Roman and Early Byzantine Inscriptions of Athens and Attica, Helsinki 1997, 218f Nr. 170 (4. Jh.): pvrilLÖpioy Aiovmiov; 241 Nr. 201: [[ [p]yr|[p]6pLr', evra KITC ... ] ] . S. die zahlreichen Belege aus Edessa, Thessaloniki, Philippi bei D. FEISSEL, Recueil des inscriptions chretiennes de Macedoine, Paris 1983, aus Nea Anchialos in ABRAMEA/ FEISSEL, T & M B y z 10, 1987, 388ff und aus Beroia in L. GOUNAROUPOULOU/M. HATZOPOULOU, ' Emypact)6g KaTco MaKeSoviag I, Athen, 1998, p. 480; aus Beroia stammt auch HORBURY/NOY 143: pripoüpricov 'Itoofig ' AXe^avSpecog lolco? ITapLyopiou. V g l . aber e. g. IK 39, 216f (Prusa ad Olympum, byzant.). Ein anderer Name, z. B. eine Form von Samuel, ist nicht völlig ausgeschlossen; so wird nicht ergänzt, weil es ftir Sambathios Parallelen aus Ephesos gibt. E. STEPHAN, Honoratioren, Griechen, Polisbürger, Göttingen 2002, 164f; vgl. MITCHELL (A. 10) II 33: „to demonstrate their own attachment to the city".
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römischen Bürgerrechtes. Zu den Beispielen aus Sardeis und Hierapolis, s. den Index.
35 Erwähnung der Juden in einem Hirtenbrief Edd.: R. Heberdey, ÖJh 8, 1905, Beibl. 78f. (Oehler 297 Nr. 56 [Z. 25f.]; H. Gregoire, Recueil des inscriptions grecques chretiennes I, Brüssel 1923, 35ff. Nr. 108; CIJ II 747 [Z. 25f.]), J.N. Bakhuizen van den Brink, De oud-christelijke Monumenten van Ephesus, Den Haag 1923, 129ff. Nr. 18; J. Keil, FiE IV 1, Wien 1932, lOlf. Nr. 35 ( M . Guarducci, Epigrafia greca IV, Rom 1978, 401ff.); IK 17, 2, 4135 (nach dem Skizzenbuch von Keil; D.F. McCabe u. a., Ephesos Inscriptions, Princeton 1991, 385f Nr. 2917). FO: Vorhalle der Marienkirche, jetzt im Kxmsthistorischen Museum Wien, Antikensammlung, inv. III 1902 ( A XVII), cf R. Noll, Die griechischen und lateinischen Inschriften der Wiener Antikensammlung, Wien ^1986, 31 Nr. 60. Beschreibung: zahheiche Bruchstücke einer grossen Marmorplatte; H.: 2,2 m; B.: 0 ,93 m; T.: 0,05 m. Abb.: Bakhuizen van den Brink; Keil p. 102; E. LessingAV. Oberleitner, Ephesos, Wien 1978, Abb. 162. Ü: Bakhuizen van den Brink; Frey (Z. 25f); Guarducci. 1
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(j)s |J.r|Seyl TrepLXL(l)9f|yaL ( j j L X a p y u p t a g ' l o u S a L K f j s TTpö
Hypatios, der niedrigste im Herrn, grüßt die Gläubigen in der (Stadt) der Ephesier ... So traf denn auch unsere heiligste Kirche der allheiligen berühmten Gottesmutter und ewigen Jungfrau Maria für das würdige Begräbnis dieser Leute Vorsorge und veranlaßte, daß aus ihrem eigenen (i. e. der Kirche) Vermögen die mit diesem Dienst beauftragten frommen Decani und überaus gottesfürchtigen Canonicae ein Scherflein erhalten, damit nie-
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mand übrigbleibe (i. e. nicht begraben werde) unter dem Vorwand jüdischer Liebe zum Geld. Datum: Hypatios war bereits vor 531 Bischof von Ephesos und auch nach 537/8; cf. zur Person K.H. Uthemann, LThK 370 (Lit.). Hypatios hatte noch mindestens einen anderen Hirtenbrief in Stein schlagen lassen, ebenso ein Schreiben Kaiser lustinians an ihn, IK 17, 2, 4133f. Ihm scheint mehr an der Demonstration nach außen gelegen zu haben als den meisten seiner Brüder im Amte. Es geht in diesem Pastoralschreiben des Bischofs um die Beerdigung der Gläubigen, und Gregoire vergleicht lust. Nov. 43; 59. Die Kirche der Gottes mutter übemahm es, das Begräbnis der Armen aus ihrem eigenen Vermögen zu finanzieren, wie es auch sonst manchmal geschah.^' Foss spricht von „conventional ecclesiastical rhetoric" und verwirft damit die von Starr geäußerte Ansicht, die Totengräber in Ephesos seien Juden gewesen.^^ Diese „conventional... rhetoric" war von anti-jüdischen Stereotypen ge prägt und leistete ihnen Vorschub. Da Hypatios auch an anderen Stellen seines Schreibens die Bibel zitiert, spielt die (jJLXapyupta ' louSaLKT) vielleicht auf Lk 16, 14 an:^'^ V^KOVOV 8e T a ü r a Trayra ol 4>apLadL0L (|)LXdpyupoL üirdpXoyreg Kai e^e|j.uKTiripLCoy aÜTÖv. Wenn sich die Rhetorik des Bischofs auf eine literarische Vorlage bezieht, lassen sich keine Konsequenzen für die Exi stenz einer jüdischen Gemeinde in Ephesos ziehen. <)>LXapyupLa findet sich in der Spätantike auch als Vorwurf gegen Christen, die nicht ihren Anteil am Leben der Stadt trugen; der positive Gegensatz ist die |ieyaXo4'uxLa.
Kyme oder Phokaia 36 Die Juden ehren Tation Edd.:"0|iTipos' (Mriytatoy rrepLoSLKÖy T O Ü öiiwyüfioD ouXXöyou ey S i i ü p -
yri) Mai 1875, 205 (nach Kopie von Gennadios; S. Reinach, B C H 10, 1886, 327ff.; id., REJ 12, 1886, 236ff. [id., Esquisses archeologiqes, Paris 1888,
^' Zum Problem vgl. E. PATLAGEAN, Pauvretö economique et pauvrete sociale ä Byzance, Paris 1977, 68. " FOSS ( A . 30) 45; STARR ( A . 29) 197. " A.TH. KRAABEL, in: J.A. OVERMAN/R.S. M A C L E N N A N (Hrsgg.), Diaspora Jews and Judaism, Atlanta 1992, 1 (SEG 32, 1133), der deshalb auch erklärt, dieser Text gehöre nicht in ein CU. Es handelt sich aber um einen epigraphischen Reflex christlichen Denkens über Juden, der Stein ist also nicht völlig von unserem Thema zu trennen.
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265ff.]; Oehler 297 Nr. 57; I G R IV 1327; Krauss 231 Nr. 53;^"* A . Galante, Histoire des Juifs d'Anatolie II, Istanbul 1939, 52; C U II 738; Lifshitz 13; IK 5, 45; G.H.R. Horsley, N e w Documents Illustrating Early Christianity I, Macquarie 1981, U l f . Nr. 69; B.J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 157 Nr. 3; F. Graf, Nordionische Kulte, Rom 1985, 470 I.Ph. 10; Trebilco 110 Nr. 1.4; H.A. McKay, Sabbath and Synagogue, Leiden 1994, 220; L.M. White, The Social Origins of Christian Architecture II, Cambridge 1997, 324 Nr. 68). FO: „'ETTLypa(t)f) N. 4>ü)Kü)y" " O f i r i p o ? . Der Stein wurde in dem modernen Ort Neu-Phokaia, zwischen Phokaia u. Kyme gelegen, nicht mehr gefunden. Da die Ruinen des alten Phokaia zum Hausbau in Nea Phokaia benutzt wur den, nahm Reinach an, daß der Stein ursprgl. aus Phokaia stammte; Kyme ist ebenso möglich, J. Keil, RE X X 1, 447. Abb.: die Wiedergabe in "0|iT]p09 kann kaum den Charakter eines Facsimiles beanspruchen. Ü: Reinach, B C H u. REJ; Krauss; Galante; Frey; Lifshitz; Horsley; Broo ten; M . Reinhold, Diaspora, Sarasota 1983, 95; R.S. Kraemer, in: K . H . Richards (Hrsg.), SBL 1986 Seminar Papers, Atlanta 1986, 197; ead., Mae nads, Martyrs, Matrons, Monastics, Philadelphia 1988, 112 Nr. 60; Trebilco; McKay; L.H. Feldman/M. Reinhold, Jewish Life and Thought among Greeks and Romans, Minneapolis 1996, 70f. Nr. 3. 26; L.H. Feldman, in: S. Fine (Hrsg.), Sacred Reahn, Oxford 1996, 54; D.R. Edwards, Religion and Power, New York 1996, 102; White; Williams 119 V 37; Levine 480. TaTLov Z r p d T w v o g TOU ' E V T r e S w v o ? T Ö V OLKOV KÖL T Ö V TTEp t ß o X o v T O U UTTaiBpou
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8wvos X P ^ ^ ^ OTe^dvü^ Koi
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Reinachs Ergänzungen sind von den anderen edd. übernommen worden, wobei Oehler und Krauss keine Lücken angaben. 1: Expidrcoyog Gennadios; 3: Tor-uTrXtopou Geimadios; 4f.: KaxeoKeüaaev Krauss. 4-7 werden die vom Facsimile angezeigten Lücken von Reinach's Er gänzungen nicht gefüllt; da aber die Ergänzung in 7 sicher ist, ist ein Fehler in der Abschrift nicht ausgeschlossen; möglicherweise war ein Kranz in der Mitte des Steines abgebildet. 5: exapLaXroT Gennadios; 8: xpi-crco Gennadios.
" KRAUSS 164 A . 2 („Auch bei SCHWAB, Rapport p. 48f.") habe ich nicht verifizieren können.
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Tation, die Tochter des Straton, S. d. Enpedon, errichtete das Haus und die Säulenhalle um den Hof aus eigenen Mitteln und schenkte sie dann den Juden. Die Synagoge der Juden ehrte Tation, die Tochter des Straton, S. d. Enpedon, mit einem goldenen Kranz und einem Ehrenplatz. Datum: Lifshitz spricht sich ohne Begründung für das 3. Jh. aus. Selbst die fehlenden römischen Namen geben m. E. kein Kriterium fiir eine Datierung und aus den Fehlem der Lesung ist auch nicht auf zeitspezifische Buchstaben formen zu schließen. Iff.: Tation ist ein weiblicher Lallname,^^ der in Kleinasien - genau wie an dere Namen dieses Typs - weit verbreitet ist;^^ Beispiele fiir TaTiavös im In dex s. V . Bechtel war noch unsicher, ob der Name nicht griechischen Urpsrungs ist,^' während Zgusta ihn für kleinasiatisch hält,' KPN 494ff. § 1517, wo 499 § 1517-8 zahlreiche Belege fiir Tariov notiert sind. Die Kennzeichnung der Stifterin mit Vaters- u. Großvatersnamen bemht kaum, wie Krauss überlegt, auf einer rabbinischen Verordnung und kann auch nicht beweisen, daß Vater und Großvater Gemeindeämter bekleideten oder zur „local elite class" gehörten.^^ Rajak 475: „the good Greek names which run in her patemal family are by no means among those known as favoured by Jews." Straton wird zweimal nachgewiesen bei Ilan 307; drei Träger des Namens sind aus Ägypten bekannt, CPJ I 77fi; III 430; ansonsten s. 49, If.: ZTpdTtov Tupdvvou ' louSaLOS".
2f.: OIKOS" ist als Bezeichnung für ein Gebäude nicht sehr präzise. Reinach verstand hier die Synagoge und sah in dem OLKOS und dem rrepLßoXos' TOV ÜTTaiGpou ein Abbild des Jemsalemer Tempels, das später seinen Weg in die Kir chenarchitektur gefunden habe: Hauptgebäude und mit Säulenhallen umgebener Vorhof; dazu zitiert er Jos. AJ 3, 108ff.: irpooTOV |iev aiGpiov StaiieTpriad[levog ... Kai ö |j.ev TOÜ aiBpiou TTepLßoXos" T O Ü T O V T Ö V TPÖTTOV rjv S i a -
KeKoa|ir|iJLevo?. Philo, Flacc. 48 spricht im Zusammenhang mit Synagogen
KRAUSS übersetzte, als handele es sich bei Tation um einen Mann; falsch ist auch die Übersetzung von M. REINHOLD, Diaspora, Sarasota 1983, 95: „In honour of Tation". A. ZIMMERMANN, Philologus 64, 1905, 499flF.; ROBERT, Hellenica VI 90; ID., Noms indigenes 348. F. BECHTEL, Die attischen Frauennamen, Göttingen 1902, 66 A . 4; vgl. aber auch L . ROBERT, in: N . FIRATLI, Les steles funeraires de Byzance gröco-romaine, Paris 1964, 186. BROOTEN (A. 55) 157 vermutete, daß Straton der Mann der Tation sein könnte, doch wäre das nicht in dieser Form ausgedrückt worden, s. JLR Bull. 1960, 216; 1967, 2: „ I I nous parait etabli ... que le genitif seul d6signe uniquement et exclusivement le pdre". Verfehh ist daher die Ansicht von RAJAK 466: „Tation ... is defined in terms of the man to whom she belongs, Straton, son of Empedon" - die Identifikation mit Vatersnamen ist &r jedermann üblich, und die Frage des Großvaters läßt sich auf diese Art wohl nicht klären. Zugehörigkeit zur lokalen Elite behauptet D.R. EDWARDS, Religion and Power, New York 1996, 102.
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von lepol TTeptßoXoL, und auch OLKO? läßt sich in diesem Kontext nachweisen, cf. e. g. 94; 168; allgemein Robert, Op. Min. V 45ff.; id., Sardes 51. Die für den Jerusalemer Tempel häufig gebrauchte Bezeichnung O I K O S (Bauer/Aland s. V. 1 a ß ) wurde augenscheinlich, da sie offen genug war, auch auf den Haupt bau der Synagogen übertragen.^^ Die von Reinach bezeichnete Möglichkeit, einen an die Synagoge an schließenden Hof (vTTaiQpov'^^) zu finden, sei
er mit
einer Mauer
(irepL-
ßoXos"^*), sei er mit Kolonnaden umgeben, ist inzwischen mehrfach archäolo gisch nachgewiesen (e. g. Sardeis),^^ liegt aber auch einigen Texten zu Grunde; der Hof, jieaauXov, wird z. B. in 220 genannt.
5: xctpiCecrGaL ist hier nicht als terminus technicus für die Überlassung eines Stiftungskapitals verwendet,^-' sondem in der einfachen Bedeutung des Schenkens, Überlassens. 5f: Tolg
' louSatOLS" vmrde in Kombination mit dem folgenden, betonten f)
auvayüjyfi Ttov
' louSatcoy manchmal als Hinweis dafür gesehen, daß Tation
selbst keine Jüdin gewesen sei.^"* Die Formulierung, die die Begründung des folgenden Ehrenbeschlusses enthält, ist eine Abkürzung der eigentlichen Be schlußfassung, in der vmtl. das beschenkte Gremium genauer genannt wurde, f] auvaycoyf) T W V
'louSaiwy bezeichnet nicht das Gebäude, sondem die Ge
meinschaft und ist selber ebenfalls nur eine Kurzfassung (e. g. f) auvayajyfi ev KTX.) - wie ja auch der Ehrenbeschluß nur in verkürzter Form referiert wird.^^ Zu Beschlüssen der jüdischen Gemeinden vgl. 5 (Komm.).
Anders allerdings CIJ I 694 (Stobi): xoü? \iev oiKoug xw dyLcp xörrco KÜL XÖ xpiKkeivov ow xw xexpaaxöü) CK XWV oiKeicov xPTlM-CiTtüv. ™ Zum Wort, das klar gebildet ist, zitiert LSJ s. v. noch IG 11^ 1035, 47; Lukian, Symp. 20: xö i)TTaL0poy xfjg aüXfjg. Vgl. allgemein P. CHANTRAINE, Recherches de papyrologie 3, 1964, 7ff. ^' Cf. M . C H . HELLMANN, Recherches sur le vocabulaire de l'architecture grecque, d'apr^s les inscriptions de Delos, Paris 1992, 330f Ich nenne aus der älteren Literaur v. a. KOHL/WATZINGER, Antike Synagogen in Galilaea, Leipzig 1916, 144; H. LECLERCQ, D A C L V I 2, 1926, 2929ff. Die Texte zum „Syn agogenplatz" steUt KRAUSS 297ff zusammen; ansonsten e. g. M . HENGEL, ludaica et Hel lenistica I, Tübingen 1996, 109ff " C f e. g. B. L A U M , Stiftungen in der griechischen und römischen Antike, Leipzig 1914,1 122; ROBERT, Laodicee 314 mit A . 10; A . B A L L A N D , Fouilles de Xanthos VII, Paris 1981, 209f R.S. KRAEMER, in: K.H. RICHARDS (Hrsg.), SBL 1986 Seminar Papers, Atlanta 1986, 197; EAD., Her Share ofthe Blessings, Oxford 1992, 119; MITCHELL ( A . 10) II 31 A . 176; T. RAJAK, in: B. ISAAC/A. OPPENHEIMER (Hrsgg.), Studies on the Jewish Diaspora in the Hellenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 31; etwas vorsichtiger RA JAK 384, dann aber 475: „Yet the Tation text does convey a distinct sense of the woman as an Outsider". Dagegen schon richtig TREBILCO; ausgewogen LEVINE 481 A . 58. " TREBILCO 230 A . 34 meint, der Stein sei außen am Gebäude angebracht gewesen, was die ausdrückliche Nennung der Juden ebenfalls rechtfertigen könnte.
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8: der goldene Kranz wurde als Ehrung von den griechischen Poleis über nommen, wo ein Jude als Amtsträger durchaus von der Stadt bekränzt werden konnte;^^ ein Kranz noch in Lüderitz 71 (Berenike):^^ euaiveoai 8e aüröv Kai oTecjjavouv övoiiaarl KaG' CKdarriv aüvoSov Kai vou|iT]VLav orecjidvcaL eXalvüJL Kai XTHIVLOKWI; in den alexandrinischen Synagogen hingen Kränze für den Kaiser, Philo, leg. 133; vgl. Krauss 163f., der noch auf die sehr fragmentarische Inschrift Horbury/Noy 18 verweist {oTe(^dvü^ eTT[LXpüa(jL) Crönert); ibid. 121 ist ebenfalls von einem goldenen Kranz die Rede, aber wie der ist nicht klar, wer diesen Kranz von wem erhäh; Horbury/Noy 39 kommt der Kranz nicht von den Juden, sondem von der Stadt. Josephus bestreitet oder relativiert die Bedeutung solcher Ehren bei den Juden.^^ 9: das Privileg der T i p o e S p l a erinnert an die vergleichbaren Ehren in grie chischen Dekreten, weshalb es immer als Beispiel für die Übemahme von poli tischen Formen der Polls durch die jüdischen Gemeinden angeführt wird. Die Edd. haben aber von Anfang an darauf hingewiesen, daß es hier auch eine jü dische Tradition gibt, die am deutlichsten in den Evangelien vor uns steht: M t 23,
5f.:
TidvTa
Se
rd
epya
dvGpcoTTOLS . . . c|)LXoüaLV 8e TTpooTOKaGeSpiag e v
aüxcov
iroLOÜaLv
rrpög
TTIV TrpcoTOKXtaLav e v
T a l g a u v a y c o y a l g (mit
Mk
T Ö Gea0f|vaL
TOL? SetTTVOig
12,
39;
Lk 11, 43;
TOL9
Kai
Tag
20,
46).
Nicht ganz parallel, aber doch wichtig für die Bedeutung der Sitzordnung in der Synagoge ist Jak 2, 2ff: e d v y d p eLaeXGri e i g a u v a y c o y f i v üp-ciov d v f j p XP^^aoSaKTÜXiog
ev
eaGfJTL
Xa|iTTpg,
eLaeXGr]
8e
Kai
rrrcoxög
ev
puxrapd
8e exrl T Ö V ( ^ o p o ü v r a Tfjv eaGfJTa TTJV Xa|iTTpdv Kai eLTTT]Te- av KdGou co8e KaXcog, Kai TCO TTTCOXW eirrriTe- av OTTIGL e K e l f| KdGou ÜTTÖ T O ÜTTOTTÖSLÖV [iov, OÜ S t c K p i G r i T e e v e a u T o I g ...; Ablehnung der Geltungssucht fmden wir auch im Hirten d. Hermas 17, 7: v ü v o ü v r][dv eaG-qTL, eTrcßXetjsriTe
Xeyco KTX.
Totg 43,
12:
TTporiyou|j.evoLg rrpcoTOV
|j.ev
ö
Tfjg
eKKXrialag
dvGpcoTTog
Kai Totg
eKetvog
ö
TTpcoTOKaGeSpiTaig
8OKCOV Trveü[ia
exeiv
üij^ot e a u T Ö v Kai GeXei TTpcoTOKaGeSptav e x e i v ; vgl. allgemein Michaelis, T h W N T VI 87If Sonst hören wir nur davon, daß für die Ältesten oder be stimmte Gruppen der Gemeinde Sitzplätze reserviert waren. Die Parallelen machen klar, daß - wie in den griechischen Poleis - mehrere Personen mit TTpooTOKaGeSpia oder T T p o e S p t a geehrt werden konnten; es ist also nicht richtig, wenn Brooten schreibt: „the right to sit in front in the seat of honor";^^ hier liegt die Verwechslung mit der K d G e S p a des Moses zu nahe.^*' Vgl.
z. B. die Kränze mit Amtsbezeichnungen, die auf den Grabinschriften aus
Akmo
neia abgebildet sind, 172f Das oxe<|)avtoxLK6v in 196 (Hierapolis) darf zum Vergleich nicht herangezogen werden. c. Ap. 2, 217: xoX? pevxoL ye
vopCpcos ßtoüaL yepag eaxlv OÜK dpyupos oü5e
Xpuaös, oü KoxLvou axec{)avos f\ aeXCvou Kai xoLaüxr) XLS dvaKripu^Ls ... BROOTEN ( A . 55) 143; „the seat of honor" auch bei KRAEMER ( A . 74) 85; 106. *° C f LEVINE 323 ff, der allerdings hervorhebt, daß man nicht für jede Synagoge eine cat hedra Mosis annehmen müsse. -
Die Behauptung, daß mit der rrptoTOKaOeSpCa
ein
be-
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Wo sich dieser Sitz befand, wird uns nicht gesagt; wir wissen also nicht, ob er sich mitten unter den Plätzen der Beamten befand oder an einem anderen Ort.^' Die Ehrung setzt voraus, daß Tation die Synagoge besuchen konnte: die Parallelen legen nahe, daß sich die i r p o e S p L a auf den synagogalen Gottesdienst und nicht auf andere Formen der Zusammenkunft bezog.
Milet Milet, oder wenigstens eines der berühmten Produkte der Stadt, war den Juden im Hellenismus bekannt, denn die Übersetzer von Ez 27, 18 fügten „milesische Wolle" in den Text ein.^^ Josephus überliefert einen Brief, den der römische Proconsul P. Servilius Galba zwischen 46 u. 44 v. Chr. an die Stadt schrieb, um ihr den jüdischen Sabbath ans Herz zu l e g e n . D i e Ausgräber identifizier ten ein Gebäude als Synagoge, doch lassen fehlende Beifunde und der geringe ausgegrabene Teil die Rekonstruktion unsicher erscheinen.Aus byz. Zeit stammt eine Tonlampe mit der Abbildung eines Torah-Schreines.^^
stimmter Platz gemeint sei, da KaOeSpa immer einen realen Stuhl bezeichne (D.D. BINDER, Into the Temple Courts, Atlanta 1999, 98 [Lit.]), ist nicht sicher; in der Kaiserzeit haben wir schon die Entwicklung zu KoBeSpa, Lehrstuhl. A priori ist noch nicht einmal gesagt, ob diese Ehrung für Frauen häufig war oder nicht; wir wissen also nicht, ob Tation unter Männem saß, wie oft gesagt wird (zuletzt KRAEMER [A. 74] 119; LEVINE 477 cf 481), oder ob sie unter anderen Frauen saß, die ebenfalls die TipoeSpCa erhalten hatten; zu Recht vorsichtig ist W . HORBURY, in: ID. (Hrsg.), Cambridge History of Judaism III, Cambridge 1999, 386. L X X Ezechiel 27, 18: AapaoKÖg epiropö? aou eK rrXrjGous' rrdarig Swdpecos" aouolvog CK XeXßcov Kai epia eK MIX-HTOU. Jos. AJ 14, 244fF.: TTöirXLOs- ZepouiXios noTrXCou ulös PdXßas ävQvnaTog MiXr]OLCov dpxouai ßouXfj 8r|pq) xatpeiv. (245) Upvravis 'Eppoü ulög TroXLxr)? ü p e r e p o s TTpoaeXScov p o i ev TpdXXeaiv äyovTi Tf|v dyöpaioy eSriXou rrapd Tr\v fiperepav yycopriv 'louSaloL? ü p d s TTpoact)€pea9aL KOL KcoXüeLv avrovg rä re adßßaxa äye\.u KOL r d lepd TO rrdypia TeXetv Kai rovg Kaprroi)? peTaxeLpCCeaBai, KaGw? eQog eaxlv avröis, aÜTÖv re Karä rovg vöpous xeSeiKevaL x ö 4^f|(t)Lapa. (246) ßoüXopaL ouv üpd? elSevai ÖXL SiaKoüaas eyo) Xöycov dvxLKaxaaxdaetog yevopevcov erreKpLva \ir\ KCoXüeaGaL 'louSaious x o t g aüxwv eGeat xP^lcöaLA . V. GERKAN, Milet I 6, Berlin 1922, 80ff".; ID., Z N T W 20, 1921, I77ff.; cf E.L. SUKENIK, Ancient Synagogues in Palestine and Greece, London 1934, 40ff; A . OVADIAH, in: E. AKURGAL (Hrsg.), Proc. Xth Int. Congr. Class. Archaeology, Ankara 1978, II 860f - Skeptisch schon GOODENOUGH, Symbols II 78, dann v. a. A . T H . KRAABEL, A N R W II 19, 1, Berlin 1979, 488f; R. HACHLILI, Ancient Jewish Art and Archaeology in the Dia spora, Leiden 1998, 51; LEVINE 233 A . 3. Das Gebäude, eine Basilika mit angebautem Por tikus, ist west-östlich orientiert, was - neben der Kombination 'Versammlungsraum - TrepißoXo?' - das einzige Argument fiir die Identifikation des Baues als Synagoge war. Das Argu ment verliert stark an Kraft, wenn man daran erinnert, daß der Bau kaum vor dem 4. Jh. n. zu
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Eine Grabinschrift aus Athen nennt MdpGa N L K L O U MiXriCTia, doch reicht der Name nicht aus, um sie als Jüdin zu erweisen.^^ Die „Erzengelinschrift", Milet V I 2, 943,^' wird inzwischen vor byzantinisch-christlichem Hintergrund erklärt und gilt nicht mehr als ein Dokument jüdisch-gnostischen Denkens.^^
37
Ein Platz im Theater
Edd.: A . Deissmann, Licht vom Osten, Heidelberg ''1923, 391 f. (SEG 4, 441; CIJ II 748; E. Gabba, Iscrizioni greche e latine per lo studio della bibbia, Turin 1958, 109f. nr. 33; D.F. McCabe u.a., Miletos Inscriptions, Princeton 1984, 97 Nr. 436; L. Boffo, Iscrizioni greche e latine per lo studio della bibbia, Brescia 1994, 353ff. Nr. 44; I. Levinskaya, The Book of Acts in Its Diaspora Setting, Grand Rapids 1996, 63; B. Wander, Gottesfürchtige und Sympathi santen, Tübingen 1998, 105); Milet VI 2, 940 III f. vidi, cf. P. Figueras, Immanuel 24/5, 1990, 202 Nr. 19. FO: Sektor I 4, 5. Reihe von unten, 4. Bank von rechts (vgl. zum Schema Milet IV 1 Taf. 12f.). Beschreibung: B.: 1,19 m; litt.: 4-5 cm. Abb.: Deissmann 392 Abb. 82 (Abklatsch); Frey (A.); G. Kleiner, Das rö mische Milet, Wiesbaden 1970, 132 Taf. 19; H. Hommel, I M 25, 1975 Taf. 33, 1 (id., Sebasmata II, Tübingen 1984, Abb. 1); L.H. Feldman, Bibhcal A r chaeology Review XII 5, 1986, 60 (A.); Milet VI 2, Taf. 49, 296; F. Dexinger/J. Rosenthal, Als die Heiden Christen wurden, Limburg 2001, Abb. 23 (in Farbe); P.A. Harland, Associations, Synagogues, and Congregations, Minnea polis 2003,110 fig. 21 a. Ü: Deissmann; E. Ziebarth, Kulturbilder aus griechischen Städten, Berlin ^1911, 74; V . Schnitze, Altchristliche Städte und Landschaften II 2, Gütersloh 1926, 169; Frey; Hommel; Figueras; Boffo; Levinskaya; Williams 115 V 26; M. Hengel/A.M. Schwemer, Paulus zwischen Damaskus und Antiochien, Tü bingen 1999, 257; E.J. Schnabel, Urchristliche Mission, Gütersloh 2003, 1178.
einer Synagoge geworden sein kann, die Orientierung also schon zum Vorgängerbau gehörte. Zur Problematik der Orientierung vgl. LEVINE 302f. H. MENZEL, Antike Lampen (RGZM Katalog 15), Mainz 1969, 99 Nr. 641 mit Abb. 72, 3; das Motiv identifizierte E.C. LAPP, JbAC 34, 1991, 156ff. mit T a f 8 a/b. Eine ganz ähnliche Lampe aus Kalymnos befindet sich im British Museum, s. p. 37 mit A. 4. IG if 9756 (CIJ f 715 g); schon MICHEL, Recueil 1846 erklärte: „le nom est Syrien"; er verwies auf M d p O a ( Z a p a r r l L C ü v o ? ] ) Aa\iaoKT]vr\ in IDölos 2286, 1; 2287, 2; 2628 b II 2. Lit. bei HERRMANN; vgl. zuletzt C E . ARNOLD, The Colossian Syncretism, Tübingen 1995, 83ff; LEVINSKAYA (A. 9) 149f M . STERN in: SAFRAI/STERN ( A . 46) II (1976) 1126 nennt Alexander Polyhistor unter den Autoren, die Juden erwähnen, weil sie sie in ihrer Heimat kennengelernt hätten.
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TÖTTOS EiouSewv TüJy Kai 0eo'"a"'eßLOV GEOEEBION lapis; cf. IDidyma p. 101.
Platz der Juden, die auch Gottesfiirchtige (genannt werden). Datum: „Für die Datierung der Inschriften fehlen brauchbare Anhaltspunkte. Die Einordnung ... in das 2. Jh. (Kleiner) bzw. Ende 2./Anfang 3. Jh. (Hommel ...) halte ich nicht für sicher" Herrmann. Möglich ist also auch eine Datierung in die Spätantike, in Analogie zu den Sitzinschriften in Aphrodisias; vgl. unten Robert zum Ausdruck Geoaeßiot. Zur Bedeutung des Platzes im Theater u. seine vermutliche Zuteilung durch die Stadt s. 15 (Komm.). Wegen des flüchtigen Charakters der Schrift wird zwar manchmal an ihrer offiziellen Anbringung gezweifelt,^^ doch stellt eine private Anfertigung der Inschrift nicht die offizielle Zuteilimg des Platzes durch städtische Autoritäten in Frage. Das Problem ist nicht ganz unwichtig, weil man manchmal versucht hat, die beiden interpretatorischen Schwierigkeiten der Inschrift mit ihrer Anbringung durch Nicht-Juden zu erklären:^' diese hätten, in Unkenntnis der genauen Ter minologie, Fehler begangen, die unsere Interpretation heute beseitigen könne. Die Inschrift stellt einen vor zwei Probleme: die Wortstellung T W V Kai an Stelle von Kai T w y und der ungewohnte Genitiv Plural Geoaeßlov (i. e. GeooeßLOJv) an Stelle von Geoaeßwv. Der radikalste Lösungsversuch ist die Umstellung und Emendation: Kai Twy Geoaeßwv: dann hätten zwei unterschiedliche Gruppen, Juden und Got tesfiirchtige, hier nebeneinander ihre Sitzplätze- was ja der alten Theorie von den Gottesfürchtigen als einer dem Judentum nahestehenden, heidnischen Gruppe ohne weiteres entspräche.^^ Dasselbe Ziel würde die Streichung des
Ausfuhrliche Literaturhinweise geben die Editionen von BOFFO u. HERRMANN; die ausführlichste Behandlung, wenn auch mit m. E. verfehltem Ergebnis, bietet immer noch H. HOMMEL, IM 25, 1975, 167ff (ID., Sebasmata II, Tübingen 1984, 200ff [danach zitiert]). '° HOMMEL ( A . 89) 201 A . 3; HERRMANN; HENGEL/SCHWEMER ( A . 10) 257; anders WANDER ( A . 25) 108, der von einer Stiftung der Inschrift durch die heidnische Thea terleitung spricht. " B. LIFSHITZ, JSJ 1, 1970, 81f; F. SIEGERT, JSJ 4, 1973, 159. So z. B. E. SCHÜRER, Geschichte des jüdischen Volkes III, Leipzig 1909, 174 A . 70; K. ROMANIUK, Aegyptus 44, 1964, 81 A . 2; H. BELLEN, JbAC 8/9, 1965/6, 175; R A JAK 366f; MITCHELL 118 A . 113; P. FIGUERAS, Immanuel 24/5, 1990, 202 („seems obvious to me"); G.N. STANTON, in: T . W . HILLARD et al. (Hrsgg.), Ancient History in a Modem University, Grand Rapids 1998, 44 (was die Wortfolge xc^ip^. XP^l^or^TT^ [Horbury/Noy 79; Leontopolis] beweisen soll, sehe ich nicht); c f TREBILCO 261. Die Ände mng in Geoaeßüjv fmdet sich bereits bei FREY, dann z. B. KUHN, T h W N T V I 734; ID., RE Suppl. IX 1266; SHEPPARD ( A . 7) 82 A . 19. REYNOLDS/TANNENBAUM 54 und BRAUN (A. 49) 144 A . 13 dmcken bereits ohne weitere Bemerkung: Oeoaeßcüv.
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Artikels erreichen: Ei-ouSecoy { T Ü J V } KOLI B e o a e ß i o v ' . Die geringen gramma tischen Ansprüche der Zeit und der Gattung werden als Argument für solche Änderungen ins Feld geführt; es gibt eine - ebenfalls emendierte - Parallele für das Nebeneinander beider Gruppen in einem Text,^^ aber es ist doch klar, daß bei diesen Änderungen v. a. eine schwer verständliche Stelle verständlicher ge macht werden soll.^"* Ganz deutlich wird das, wenn jemand erklärt, der Stein metz habe nicht zwischen den beiden Gruppen unterscheiden können.^^ T w v K Q L ist als Form viel zu gebräuchlich,^^ als daß man die Wortstellung ohne eindeutiges Argument ändern dürfte: die Juden erhalten hier einen Bei namen; es gab in Milet' l o u S a l o i OL Kai GeoaeßiOL.^^ 96o'"a"'eßLOV wurde öfters in G e o a e ß w v geändert; war die Vereinfachung ei ner lectio difficilior schon früher methodisch kaum überzeugend,^^ so ist sie nach der wahrscheinlichen Lesung in 38 erst recht unwahrscheinlich geworden. Man wird also GeoaeßLwi/' stehen lassen müssen. G e o a e ß i o ? muß notgedrungen etwas anderes sein als G e o a e ß r i s , ^ ^ und Ro bert versuchte, es mit den „groupements greco-romains du Ille et IVe siecle" zu erklären, „qui s'appellent les Eusebii, les Eutropii, les Syncratii ..."'°° Die
CIJ 683 a N . 6 (Pantikapaion): errLTpoTreuoüaris T f | s ovuayuiyf\<s TÜV ' lovSaibiv Kai 9eöv oeßwv. Die Emendation zu 9eo{v}aeßcüv wurde von LEVINSKAYA ( A . 9) 75f. diskutiert und als verlockend, aber unnötig beurteilt und daher zu Gunsten der lectio difficilior abgelehnt; vgl. auch Jos. AJ 20, 41: TÖ Belov aeßety. Ob die Gruppe in Pantikapaion nun aus Oeoaeßets im Sinne von MITCHELL oder im Sinne von ROBERT, Sardes 41flF. bestand, ist eine andere Frage. Gegen die Umstellung daher ROBERT, Sardes 41; JLR Bull. 1969, 52; HOMMEL ( A . 89)211. G.F. SNYDER, in: T H . DREW-BEAR et al. (Hrsgg.), Actes du ler Congr. Int. sur Antioche de Pisidie, Paris 2002, 47. HOMMEL ( A . 89) 21 I f f zu der v. a. in der Kaiserzeit gebräuchlichen Konstruktion. Damit erledigen sich sämtliche Überlegungen, die z. B. WANDER ( A . 25) 107 mit Hilfe von Dio 37, 17, 1 (I p. 404 BOISSEVAIN: rj 8e eTTLKXriaLS aürr) ... (f)epeL 5e ical errl TOÜ? dXXoug dyOpcüTTOu? ÖOOL TO vopCpa aÜTCov, KOLTrep dXXoeOyets övTes, CnXoüaL) anstellte ( c f schon SCHÜRER III 1, 168), daß hier nämlich dXXoeOvet? als Juden bezeichnet würden, weil sie deren Gebräuche nachahmten, also: sog. 'Juden', die man aber genauer als Gottesfürchtige bezeichnen sollte. Ich würde übrigens nicht ausschliessen, daß Dio hier von Proselyten spricht, die man nach ihrem Übertritt eben auch als Juden bezeichnete. Auch Un kenntnis der „heidnischen Theaterleitung" und Subsumierung der Gottesfürchtigen unter die Juden, obwohl sie eigentlich von ihnen zu trennen wären (so WANDER 108f), ist kaum mit Dio zu stützen. Vgl. weiter TREBILCO 161. ROBERT, Sardes 41 A . 2. Wenig überzeugend ist der Versuch, von einem nicht kontrahierten Geoaeßewy auszu gehen, das mittels des lotazismus zu Geoaeßetcov > GeoaeßCov geworden sei. ROBERT, Sardes 47; die von ihm als Parallele zitierten AeövTioL (69; Sardeis) sind selber nicht sicher erklärt; außerdem ist dort von einer c|)uXfi Aeovrldiv die Rede, wird also die Untergruppierung deutlicher bezeichnet als in Milet. Schon HOMMEL ( A . 89) 202 A . 14 war von dieser Parallele nicht überzeugt. TREBILCO 160 stimmt ROBERT zu.
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BeoaeßiOL leiten sich also als Adjektivbildung von den GeoaeßeXg ab.'^' Die Frage ist, was das bedeutet und wie die Juden zu diesem Namen kamen. Wir kennen sonst keine vergleichbaren Erweiterungen und Beinamen für jü dische Gruppierungen.Hommel charakterisierte die Konstruktion ö rat als Verkürzung eines synthetischen Relativsatzes, der „eine beschränkende und unterscheidende Bestimmung des bezüglichen Nomens" enthält.'^'^ Er über setzt daher: „Platz (nicht der Juden schlechthin, sondem nur) derjenigen Ju den, die auch die Gottesfürchtigen genannt werden". Aber ist nicht eine etwas andere Interpretation wahrscheinlicher? Bezeichnungen wie ZaüXos ö KOI ITaüXos' enthalten keine „beschränkende und unterscheidende Bestimmung", sondem setzen die Identität der beiden Subjekte voraus.'^^ Der Text bietet uns keinen Grund zu der Annahme, daß hier nur eine Untergmppe der Juden be zeichnet werden sollte: es scheint vielmehr um die Gemeindemitglieder in ihrer Gesamtheit zu gehen, die mit dieser „Gruppenbezeichnung die sich dem Charakter eines 'Vereins' näherte" beschrieben wurden (Herrmann). Die Grup penbezeichnung ist eher eine Selbst- als eine Fremdbezeichnung.
38 Ein Platz im Theater Ed.: Milet VI 2, 940 III g. vidi. FO: Sektor I 4, 2. Reihe von unten, 5. Bank von rechts. Beschreibung: flüchtige Schrift. Abb.: Milet V I 2, Taf. 49, 297. ee[0CT?]eßL0V (Platz) der Gottesfürchtigen.
A . DEBRUNNER, Griechische Wortbildungslehre, Heidelberg 1917, 76. LIFSHITZ wandte ein, daß es seltsam wäre, werm eine jüdische Gruppe in paganem Kontext ihre eigene Frömmigkeit betonte - wobei ich nicht sehe, ob er das als Affront den Heiden gegenüber, die den Juden kaum ein Mehr an Frömmigkeit zugestanden haben dürflen, oder als unzulässige Selbstprädikation einer Gruppe ansah, die das heidnische Theater besuch te (Lit. bei TREBILCO 253 A . 69). So oder so ist das Problem falsch gestellt: die Gruppe be zeichnete sich nicht vornehmlich im Theater so: die Verwendung im Theater von ist von einer älteren Selbstbezeichnung abhängig. HOMMEL ( A . 89)210. HOMMEL ( A . 89) 212ff, mit dem Hinweis auf J.M. STAHL, Kritisch-historische Syn tax des griechischen Verbums der klassischen Zeit, Heidelberg 1907, 523ff, von dem das Zi tat stammt. Vgl. auch TREBILCO 161.
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Es ist nicht sicher, ob zwischen dem ersten mid zweiten Epsilon wirklich Platz für zwei Buchstaben ist; trotzdem scheint eine andere Ergänzung kaum möglich. Das erneute Auftreten der Beoaeßioi erhärtet die für 37 gegebene Interpretation.
3 9 Ein Platz im Theater Ed.: Milet V I 2, 940 III h. vidi. cf. A . Cameron, Circus Factions, Oxford 1976, 315. FO: Sektor I 2, 3. Reihe von unten, 6.-5. Bank von rechts (3.-4. Bank von links). Beschreibung: Die Schriftfläche ist durch Picken stark zerstört, aber die er sten beiden und letzten drei Buchstaben des zweiten Wortes sind klar zu er kennen. Abb.: Milet VI 2, Taf. 49, 298. ßeverwy ElO.EQN ELou[6]ea)v, Elo[8]ecov Herrmann.
(Platz) der blauen Juden. Inschriften für die Grünen gibt es im Theater von Milet bisher nicht, die Blauen werden noch erwähnt in Milet VI 2, 940 I a. Zu - mutmaßlichen Verbindungen von Juden und Blauen s. 16 (Komm.).
Priene In Priene wurden zwar keine jüdischen Inschriften gefunden,^^^ doch gibt es die Reste einer Synagoge. Ein hellenistisches Privathaus an der WesttorH.A. HARRIS, Greek Athletics and the Jews, Cardiff 1976, 93f. mit Taf. 1 findet auf der Wand des Gymnasiums von Priene eine Menorah als „neunarmigen" Leuchter; wahr scheinlich handelt es sich um die etwas krude Darstellung einer Siegespalme. Auf der Wand des Gymnasiusm gibt es noch etliche andere Darstellungen von Siegespalmen. WIEGAND/SCHRADER, Priene, Berlin 1904, 480f mit T a f X X I (Hauskirche); an sonsten e. g. V . SCHULTZE, Altchristliche Städte und Landschaften II 2, Gütersloh 1926, 135ff, der als erster die Identifikation mit einer Synagoge vorschlug; SUKENIK ( A . 84) 42f; GOODENOUGH, Symbols II 77; OVADIAH ( A . 84) 859f; KRAABEL ( A . 84) 489flf.; L . M . WHITE, The Social Origins of Christian Architecture II, Cambridge 1997, 325ff.; HACHLILI ( A . 84) 56ff; LEVINE 249; CLAUßEN ( A . 34) 194f
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Straße wurde in eine Synagoge verwandelt; Wiegand/Schrader datierten die Umwandlung in das 4./5. Jh.; das Datum hängt von den Vorstellimgen ab, die die Ausgräber von der Entwicklung des Kirchenbaus hatten: sie hielten das Gebäude eher für eine Hauskirche als für eine Synagoge.'^^ Baugeschichtliche Hinweise gibt es k e i n e ; e i n e Datierung hängt daher an den Kleinfunden, die das Gebäude als Synagoge identifizierten - und diese Funde stammen natürlich vor allem aus der letzten Zeit der Benutzung, sind also für den Zeitpunkt der Einrichtung der Synagoge nur beschränkt aussagekräftig. Es handeh sich um: - die Nische im Osten, „in der nur ein Kleriker Platz hatte" (Wiegand /Schräder), und die heute als Platz des Torah-Schreines gilt. - „Reste eines Marmorbeckens von 0,95 m Durchmesser, mit einem säulen artigen profilierten Untersatz" (Wiegand/Schrader); Wasser und Becken fanden sich häufig in Synagogen. - einen großen, rechteckigen Pfeiler, der auf dem Boden des Gebäudes lag; man hatte begonnen, ihn mit einer menorah zu verzieren, von der aber nur drei Arme ausgeführt sind (vgl. hier Abb. 1 I f ) . - ein Relief (B: 0,77 m; H: 0,61 m) mit einer Menorah, zu deren rechter und linker Seite je ein Vogel (Pfau?) steht. U . Peschlow hat auf ein ganz gleich artiges Stück in der Kirche hingewiesen, das er ins 5./6. Jh. datiert.'*' Wenig stens für dieses Relief (und damit für den Bau?) ist so ein erster Anhaltspunkt gewonnen. - verbaut im Fußboden der großen Kirche beim Theater fand sich ein wei teres Relief, das vielleicht aus der Synagoge stammt (B: 0,61 m; H: 0,615 m).
Gebäudeplan: WIEGAND/SCHRADER ( A . 107) 480 Abb. 585; alle anderen Pläne sind hiervon abhängig: SCHULTZE ( A . 107) 136 Bild 47; SUKENIK ( A . 84) 43 fig. 12; GOODENOUGH, Symbols III fig. 879; H. Shanks, Judaism in Stone, Washington 1979, 106; L . M . WHITE, Building God's House in the Roman World, Baltimore 1990, 68 fig. 11; ID. ( A . 107) 325ff. mit fig. 34/5 (u. a. ein aus WIEGAND/SCHRADER Abschnitt X X I ada ptierter Straßenplan); PESCHLOW 134 Abb. 2; HACHLILI 57 ( A . 84) fig. 11-21. KRAABEL 491 spricht vom „Roman Empire" - wenn damit die Spätantike ausge schlossen ist, so ist seine Einordnung wohl auch willkürlich. Wie WHITE ( A . 108) 67 eine Datienmg ins 2. Jh. begründet, ist nicht klar, und auch die von CLAUßEN 194 bevorzugte Datierung ins 3./4. Jh. wird nicht weiter begründet, zumal er 196 von der Mitte des 2. Jhs. spricht. " ° WIEGAND/SCHRADER ( A . 107) 481 Abb. 586; GOODENOUGH, Symbols III Abb. 882; S. FINE (Hrsg.), Sacred Realm, Oxford 1996, 72 T a f XII; HACHLILI 77 fig 11-33; 319 fig. V I I - 7 d; U. PESCHLOW, in: P. HERZ/J. KOBES [Hrsgg.], Ethnische und religiöse Min derheiten in Kleinasien, Wiesbaden 1998, 134 Abb. 3; HACHLILI ( A . 30) 76 fig. II 22; die ses und das folgende Relief dort auch im Katalog 358 D 4. 2; 4. 3. PESCHLOW ( A . 110) 118, mit 135 Abb. 5 und dem Verweis auf P. VERZONE, Felix Ravenna 101, 1970, 265 fig. 3; das Stück ist jetzt auch abgebildet bei S. WESTPHALEN, DOP 54, 2000, 275ff fig. 8.
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Es zeigt eine Menorah, umgeben von Lulab, Ethrog und Shofar;''^ Spiralen un ter der Menorah sollen die Enden von Torah-Rollen darstellen.''^ Der Stein be findet sich heute im Museum flir Spätantike u. Byzantinische Kunst, Ber lin,' '"* weshalb er oft abgebildet wurde. Daß die beiden Reliefs zu derselben Schranke um die Nische gehörten, wie Hachlili vermutet, scheint mir angesichts ihres annähernd gleichen Formats nicht ausgeschlossen zu sein."^ Die Funde aus der Synagoge gehören in die Spätantike, aber es handelt sich um Stücke, die auch nach der Umwandlung des Hauses in eine Synagoge noch eingebaut worden sein können. Wir können also sagen, daß der Ort in der Spätantike als Synagoge benutzt wurde, doch erlaubt das keine Angaben über das Datum des Umbaus.
Smyma Eine jüdische Gemeinde in Smyma wird in dem Rundbrief 1 Macc 15, 23 (p. 30f) vorausgesetzt, wenn man an Stelle des überwiegend überlieferten Kupri^riv der Handschriften Siiiipvav liest. Cadoux nimmt an, daß nach der Zerstömng des Tempels eine große Zahl von Juden nach Smyma gekommen sei, doch gibt es dafür keinen Beweis."^ In Apk 2, 8ff, dem Brief an die Kirche in Smyma, ist von einer Bedrohung der GOODENOUGH, Symbols XIII 215 nahm seine II 77 geäußerte Ansicht, es handele sich nicht um ein Shofar, sondem um ein Beschneidungsmesser, zurück. SUKENIK ( A . 84) 33; anders S. FINE/L. V . RUTGERS, JSQ 3, 1996, 17, die den rein omamentalen Charakter dieser Spiralen betonen. Inv. 4691; A . EFFENBERGER/G. SEVERIN, Das Museum flir Spätantike und Byzan tinische Kunst, Mainz 1992, 103 Nr. 28 (Lit.; Farbabb.); EFFENBERGER/SEVERIN spra chen sich für ein Datum im 3./4. Jh. aus. WIEGAND/SCHRADER ( A . 107) 475 Abb. 582; SCHULTZE ( A . 107) 139 Bild 49; GOODENOUGH, Symbols III fig. 878; L. YARDEN, The Tree of Light, Bristol 1971, 24 mit fig. 88; SHANKS ( A . 108) 169; FINE/RUTGERS ( A . 113) 14 fig. 4; S. FINE [Hrsg.], Sacred Realm, Oxford 1996, 44 fig. 2.19 a; HACHLILI ( A . 84) 78 fig. 11-32; 319 fig. VII-7 c; EAD. ( A . 30) 7 fig. II 22; PESCHLOW ( A . 110) 118f; 134 Abb. 4; H. HALBFAS, Religi onsunterricht in Sekundarstufen: Lehrerhandbuch 5, Düsseldorf ^1997, Umschlag; ID., Religi onsbuch fiir das 5. u. 6. Schuljahr, Teil 1, Düsseldorf 1989, Titelblatt innen - und vmtl. öfter. HACHLILI ( A . 84) 72; FiNEs Ansatz im 4. Jh. wäre damit widerlegt. Anders zum er sten Relief WIEGAND/SCHRADER ( A . 107): „Da es vor der Nische gefimden wurde, so ist zu vermuten, daß es deren Rückwand geschmückt hat". Der Fundort ist wohl eher als Hin weis auf die Verwendung als Schranke zu verstehen. Codex V mit E. BICKERMANN, Gnomon 6, 1930, 350. C J . CADOUX, Ancient Smyma, Oxford 1938, 312; danach wohl J. MASSYNGBERDE FORD, Revelation, Gordon City 1974, 395.
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Gemeinde durch falsche Juden und die Synagoge Satans die Rede;''^ was ver schieden interpretiert wurde: a) falsche Juden, also keine Juden oder sogar Hei den, b) Juden im herkömmlichen Sinn werden als falsche Juden bezeichnet, da die Christen das wahre Gottesvolk geworden sind, verus Israel,c) es han delt sich um einen innerjüdischen Konflikt, in dem eine Gruppe der anderen vorwirft, durch ihr Verhalten den Namen der Juden zu beschmutzen.'^' A u f Juden in Smyma spielt vielleicht auch Ignatius, Smym. 1, 2 an.'^^ In zwei frühchristlichen Martyrien v^rd die jüdische Gemeinde Smymas er wähnt, im Martyrium Polycarpi'^^ und im Martyrium Pionii.'^'* Entgegen vie ler alter Armahmen wurden zuletzt wieder Authentizität und Integrität des Po lykarp-Martyriums verteidigt, während die hohe Qualität der Pionios-Überlieferung nie in demselben Maß in Frage stand. Beiden Berichten ist die Front stellung von Christen und Juden in Smyma eigen, beide Berichten heben das enge Zusammenleben von Heiden und Juden hervor.'^^ Mart. Pion. 4, 23 setzt
" ' ( 9 ) o l 8 d aou xriv 9XIIJ;LV Kai TTIV rrTcux^^av, dXXd TrXoüaios ei, Kai xfiv ^\aa^r\piav €K TCOV XeyövTcov 'louSaCou? elvat kavTovg Kai OÜK elaiv dXXd awaycoYr) TOÜ a a Tovd. Zu Interpretation a) neigt e. g. U. RIEMER, Das Tier auf dem Kaiserthron? Stuttgart 1998, 163 (Lit.!), während z. B. O. BÖCHER, R A C 18, 628 der Interpretation b) den Vorzug gibt. J.W. VAN HENTEN, in: R. BIERINGER u. a. (Hrsgg.), Anti-Judaism and the Fourth Gospel, Assen 2001, 116flf; vgl. noch die ausfuhrliche Diskussion von J. LAMBRECHT, ibid. 514ff. '^^ 'iva dpr] aüaaripov el? TOÜ? alcovas Sid Tfjs dvaaTdaecos eis TOÜS dyious Kai TTiaToüs aÜToü, eiTe ev TouSatois elre ev eOveatv, ev evl acopaTt Tfjs eKKXrjaCas aüToO. W.R. SCHOEDEL, Ignatius of Antioch, Philadelphia 1985, 220fF. (ad loc.) kommt z. B. ohne eine jüdische Gemeinde in Smyma aus. - Zum Datum der ignatianischen Briefe im späten 2. Jh. s. R.M. HÜBNER, Z A C 1, 1997, 44ff '^^ Literaturübersicht bei G. DEHANDSCHUTTER, A N R W II 27, 1, Berlin 1993, 485ff.; ausfuhrlicher Kommentar von G. BUSCHMANN, Das Martyrium des Polykarp, Göttingen 1998; vgl. auch J. LIEU, Image and Reality, Edinburgh 1996, 57ff.; EAD., in: STANTON/ STROUMSA (A. 28) 285ff Text u. Kommentar bei L. ROBERT, Le martyre de Pionios, pretre de Smyme, Washington 1994. - Eine ausführliche Analyse der Situation in Smyma, wenn auch mit Feh lem im Kleinen, fmdet sich bei R. LANE FOX, Pagans and Christians, Harmondsworth 1986, 460ff; vgl. femer CADOUX (A. 118) 303^04 zu „Jews and Christians". '^^ MartPol 8, 1: am Tag der Festnahme Polykarps war der „große Sabbath" (hierzu vgl. G.W. BOWERSOCK, Martyrdom & Rome, Cambridge 1995, 82ff); 12, I f : rrepil^ai Te TÖV eauToü KtipuKO ev peato TOÜ OTaSCou Krjpü^ai TpCs' IToXÜKapTTOs cöpoXöyTiaev eauTÖv XpLOTLavöv eivai. TOÜTOU XexOevTos ÜTTÖ TOÜ KT^PUKOS, örrav TÖ rrXf^Oos eOvcov Te Kai 'louSaCcov TCOV TTJV Spüpvav KaToiKoüvTcov dKaTaaxeTO) Oupco KOI peydXri ^üvv^ erreßda... TaÜTa XeyovTes eTTeßötov KOI riptoTCov TÖV daidpxrjv tXnTrrov Lva eTra(})fi TW TTOXUKdpTTCp XeovTa. 13, l f : T a Ü T a oüv peTO TOOOÜTOU Tdxous eyeveTO, OOTTOV r\ eXeyeTo, TCOV ÖXXCOV TrapaxpTipot auvayövTcov eK Te TCÖV epyaoTripicov KOI ßaXaveCcov ^üXa KOL
(jjpüyava, pdXioTa TouSaCcov TrpoOüpcos, cos eöos aÜTois, eis raÜTa ürroupyoüvTcov. 17, 2 (Niketas, der Vater des Eirenarchen Herodes, bittet den Archon, den Leichnam Polykarps
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sogar voraus, daß eine Figur wie Noah den Heiden in Smyma bekannt ist (vgl. Apameia, p. 380ff.).
niclit herauszugeben): Kai r a ü r a eiTrov Ü T r o ß a X X ö v T c o r ' KOL e v L a x u ö v T C o v TQV 'louSaCcov, OL KOL e r r i p T i a a r ' , p e X X ö v T w v r\\i.u>v eK roi) r r u p ö s ambv \a\ißäveiv. 18, 1: L8d)y oüv ö KevTvpioiv Tf\v T&v ' louSaCcov Y e v o | j . e v r | v ( j j i X o v e i K i a v , Ö e l g a ü x ö v (seil, den Leichnam Polykarps) e v p e a t o , co? e O o s a ü x o t g , eKauaev. Der Eirenarch, der Polykarp verhaften ließ, hieß Herodes - ein gut griechischer Name, der aber nach Ansicht einiger Interpreten dazu dienen sollte, „die jüdische Lokalgewalt ... zur ei gentlichen Verft)lgungsinstanz" zu machen (BUSCHMANN [ A . 123] 147; zur p. 210 vorge nommenen Identifikation dieses Herodes, S. d. Niketas, mit einem Juden besteht kein Anlaß [6, 2 ist keine Kennzeichnung eines Juden]). MartPion 2 beginnt ebenfalls mit dem großen Sabbath, da Pionios an diesem Tag festge nommen wurde. Das Fest wurde von der ganzen Stadt gefeiert, 3, 6: KOI e X G ö v x c o v e i s x f ) v d y o p d v e v x f i a x o d x f i d v a x o X i K f i e v x f i SLiruXCSi e y e p i a O r i r r d a a r\ d y o p d Kai al ü r r e p waL a x o a l ' E X X r | V c o v x e Kai ' l o u S a t w v KOL y u v a L K t o v eaxöXaCov y d p Sid x ö e l v o L p e y a adßßaxov. Pionios hält eine Rede auf der Agora, in der er zuerst Griechen und Juden gemeinsam an redet,'dann beide Parteien mehrmals einzeln, 4, 2: d v S p e s o l errl xtp K d X X e i Z p ü p v r i s KauX c o p e v o L ... Kai o t x L v e g e v ü p t v T o u ö a t c o v a u p T T d p e t a i v , d K o ü a a x e p o u ö X C y a r r p o a Ö L o X e y o p e v o u ü p t v . ... (5) ü p t v 8e, co ' l o u S a t o t , M c o u a f | s K e X e ü e i - e d v I8r\g x ö ü r r o - ^ ü y i o v x o ü e x ö p o ü x o ü T r e r r x w K Ö g ÜTTÖ XÖV y ö p o v , o ü T T a p e X e ü a r ) , d X X d d v c a x c o v d v a a x r i a e c g a ü x ö . (6) ö p o i c o s KOL Z o X o p c o v x i ebei ü p d ? TreCOeoOai- e d v Treori ö e x O p ö ? a o u , ^T]ai, p f ] e r T L x a p f i g , e v 5e x ö ÜTToaKeXtapoxi aüxoü p f ] eTraipou (8) XLVCOV oüv K a x a y e X c o o L V o l ' l o u S a t o L d a u p r r a O c o s ; eL ydp KOL e x ö p o l aüxcov e a p e v , üo <^a<Jiv, dXXd dvOpcoTToi, e x i d S L K r j O e v x e g . 4, l l f werden atl. Beispiele angeftihrt, daß die Juden oft und ungezwungen den Weg Gottes verlassen hätten. Im Gefängnis hält Pionios eine Rede an seine Mitgefangenen, in der er u. a. sagt (13, I f ) : dKoüco 8e ÖXL KaC rivag üpcov ' l o u S a i o i K a X o ü o L v e i s a u v a y c o y d s ' 8LÖ r r p o a e x e x e p r | r r o x e üpcov KOI p e t C o v Kai e K o ü a i o v dpdpxripa dtJjrixaL pr|8e x i s xfiv dva(t)aipexov d p a p x i a v xfjv e i ? ßXaCT<|)r|pLav xoü d y i o u T T v e ü p a x o g d p a p x T i a r ] . (2) p f ] y i v e a O e d p a x o ü x o i g d p x o v x e g Zo8öpcov KOL X a ö g F o p ö p p a g (Is 1, 10), (Lv a l x ^ t p e g d i p a x o s TrXripeLg. ... (3) errel K d K e t v o fjKoüaaxe öxi 4)aalv o l 'lou8atof ö X p i a x ö s dvOpcoTTog fiv Kai d v e r r a ü a a x o l ö s ß i o O a v f i s . ... (7) d y v o o ü a i 8e ÖXL ß i o O a v f i s e a x i v ö l ö i g TTpoaipeoei e ^ d y c o v eauxöv xoü ß i o u . (8) X e y o u a i 8e KOL v e K u o p a v x e i a v TrerroiriKevai KOL d v r i y e i o x e v a i x ö v X p i a x ö v p e x d xoü a x a ü p o u . ... (14, l ) e y c b p e v oüv xoüxo x ö 4>eüapa, ö X e y o u a i v cos v ü v y e y o v ö s , CK r r a i S ö s f i X i K i a s fiKouov X e y ö v x c o v Tou8ai^cov. Ps. Pion., Vita Polyc. 28 spricht von einem Feuer in Smyma: Kaxfieaav 8 e KOL 'IOU8 a t o L Trpo4)daei x o ü S ü v a a O a i Kaxaaßevvüvai, d e l eauxoüs eis x ö rrüp e T T i 5 i 8 ö v x e s c K o u a i c o s ' (t^doKouai y d p p f ) d v dXXcos 8 ü v a a 9 a i e p T r p r j o p o ü s T r a ü e a O a i , e i p f ) e m a x a t e v xexvr) 8' aüxots x o ü SiapTTd^eiv x d ev x a t s O L K i a i s . Es folgt eine Rede des Stra tegen, der an der Rettung der Stadt verzweifelt: pids 8 e o ü a r i s e X T T i S o s x ö r r a p e t v a i ' l o u 8 a L 0 u s , d X X d Kai x a ü x r j s r i a x o x i i o a p e v , worauf er sich an einen nächtlichen Anfall ( S a i p ö v i o v ) eines o i K e x r i s erinnert: f ) p e p a s 8e y e v o p e v r j s fjXOov o i 'lou8aioi e T T ä 8 e i v aüxco 9 e X o v x e s ' ö 8 e T r X e i a x o u s a ü x o ü s ö v x a s e i s cov piKpoü 8 e t v rraicov d r r e K x e i v e v , r r e pippil^as xe a ü x w v xds eaOfjxas y u p v o ü s KOL rrXiipeis a l p d x c o v dTreTTep4>ev ... Später wird noch einmal auf die wunderbare Löschung des Feuers durch Polykarp Bezug genommen (29): S i a p e p v T i a O e cos pfixe f)pcov pqxe 'lou8aicov laxuadvxojv K a x a o ß e a a i x ö rrüp ...
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In einer Stadt wie Smyma gab es natürlich fast immer eine jüdische Gemeinde, also auch durch das Mittelalter bis weit in die Neuzeit hinein.
40 Die vormaligen (?) Juden Edd.: J. Seiden, Marmora Arundelliana, sive saxa Graece incisa, ex venerandis priscae Orientis gloria mderibus, London 1628, 35ff. Nr. IV (Th. Reinesius, Syntagma Inscriptionum antiquarum, Leipzig 1682, II 286ff. Nr. 68); H. Prideaux, Marmora Oxoniensia ... Oxford 1676, Nr. 28; M . Maittaire, Marmorum Arundellianorum, Seldenianorum aliorumque Academiae Oxoniensi donatorum ... London ^1732, Nr. 10; R. Chandler, Marmora Oxoniensia, Oxford 1763, II 78ff. Nr. 48; W . Roberts, Marmorum Oxoniensium Inscriptiones Graecae, Oxford 1791, 56ff. Nr. 48 ( C I G 3148; Oehler 297 Nr. 50 [Z. 30]; IGR IV 1431; CIJ II 742 [ Z . 30]); IK 24, 1, 697 (D.F. McCabe u.a., Smyma Inscriptions, Princeton 1988, 19f. Nr. 54; L. Migeotte, Les souscriptions publiques dans les cites grecques, Genf 1992, 207ff. Nr. 64 [1-4]). cf. P. Figueras, Immanuel 24/5,1990,204 Nr. 25 (Z. 30). FO: Smyrna, ehemals Sammlung Arundel, heute im Ashmolean Museum, Oxford. Beschreibung: Oben abgebrochene Stele aus weißem, grau geädertem Mar mor, im unteren Viertel durch einen Querriß beschädigt. Die Inschrift steht auf emem Feld, das von einem profilierten Rahmen umgeben ist; H.: 1,57 m; B.: 0,54 m; T.: 0,125-0,145 m; litt.: 1,5-2 cm. Abb.: IK 24, 2 Taf 17 (Abklatsch). Ü: Seiden; Roberts; Frey ( Z . 30); Figueras ( Z . 30); Wilhams 112 V 19 ( Z . 30). 2
... e m T O Ü Lepoü EüIdpeoTO? T Ö S"'" ecf)'
5
OU aTpaTriyoüvTO? ÜTreaxovTO
oiSe- KX. BdoCTog dya)Vo9eTri9 N e | i e a e a ) v CTTpüjaetv TTJU ßaatXiKriv ...
30
... OL TTOTe 'louSatoL- | i u ( p L d 8 a ) a '
Vgl. A . GALANTE, Histoire des Juifs d'Anatolie I: Les Juifs d'Izmir (Smyme), Istan bul 1937. - CADOUX (A. 118) 304 A . 3 verweist noch auf REG 13, 1900, 497 Nr. 5, ein Bleisiegel unbekaimter Herkunft in einer smymaeischen Privatsammlung: Eüpeov (sie? Zulieojv?) ITaTTLpLou. CADOUX sprach sich fiir „Symeon" als Lesung aus. Doch selbst dann ist es nicht sicher, daß es sich um einen Juden handelt: da ein chronologischer Anhaltspunkt fehlt, mag das Siegel aus einer Zeit stammen, in der der Name Symeon auch oder sogar be vorzugt von Christen gestragen wurde.
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... unter Euarestos, Vorsteher des Heiligtums zum 6. Mal, während dessen Strategie die folgenden versprachen: Kl. Bassos, Agonothet der Nemeseia, die Basilica zu pflastern... die vormaligen Juden: 10.000 (Denare zu geben) ... Datum: das Datum ergibt sich aus Z. 33ff.: KQI öaa eTTeTuxo|iev rrapd T O Ü Kupiou Kaioapos 'ASpiavoü Sid ' A V T C O V L O U H o X e ^ c o y o ? * 8eÜTepov 8öy|jLa CTuvKXriTou, K a 9 ' o 81? vecoKÖpoi yeyövaiiey KTX. Die Verleihung einer Neokorie an eine Stadt war eine langwierige Angelegenheit, was sich auch im „zweiten" s. c. äußert; eine Urkunde des Verfahrens ist erhalten, IK 24, 1, 594; sie stammt aus dem Jahr 124. Unser Text datiert also aus dem Jahr 123 oder 124. 2f.: der em T O Ü lepoü ist vielleicht Mitglied im Strategenkollegium der Stadt, cf. E. Briess, WSt 34, 1912, 356f., was die Erwähnung der Strategie im folgenden erklären könnte; zur Person s. noch IK 24,1, 771, 32f.; 773, 8. Ver mutlich waren vorher noch weitere Beamte zur Datierung des Textes genannt. Zur öffentlichen Bekanntmachung von Stiftungsversprechen, die nicht allein dem Ruhm der Stifter, sondem auch das Einhalten der Versprechen bewirken soll, vgl. auch IK 24, 1, 696: T d ö v ö j i a T a TCOV üireaxoiieywv ...'^^ Dem Ver sprechen wird eine öffentliche Aufforderung der Stadt zu Spenden voran gegangen sein. 4ff ist einzig hergesetzt, um einen Begriff vom Aufbau der Liste zu geben. Am Anfang stehen Sach-, ab Z. 20 Geldversprechen, anfangs jeweils in der Höhe von 10.000 Denaren (als Individual- oder Gruppenspende). Die niedrig ste Summe liegt bei 7.500 Denaren, die höchste wird in Z. 6f. genannt: oüaKos epyov TTOLfiaeLy \w. C- 10.000 Denare, die auch von den iroTe 'lou Satot gestiftet wird, stellen eine beträchtliche Spende dar.'^^ Es handelt sich um eines der seltenen Beispiele, in Kleinasien ist es wohl das einzige, in dem wir sehen, daß eine Gmppe von Juden (?) eine Stiftung für die allgemeinen Be dürfnisse einer Stadt untemimmt. 30: an der Lesung kann kein Zweifel bestehen, ebensowenig an der Über setzung - aber was sind „vormalige Juden"? Abfall oder Herkunft aus ludaea kann gememt sein. Daß es sich hier um ei ne Gmppe handelte, die vom jüdischen Glauben abgefallen war, ist die Inter pretation der ersten Herausgeber gewesen, die auch heute noch manche Z u stimmung erhält. Es werden unterschiedliche, im einzelnen kaum überzeugende Gründe für den Abfall genannt: v. a. soll es den Juden um das Bürgerrecht der
Vgl. jetzt G. PETZL, EpAnat 32, 2000, 196 Nr. 1 (oberes Kaystros-Tal, wohl 137/8): Kai ouToi KOI aÜTOL eloLV JGSV e i s TÖ e p y o v ürreoxripevoov, mit Verweis auf L. MIGEOTTE, Les souscriptions publiques dans les cites grecques, Genf 1992, 290 A . 14, wo weitere Belege für „versprechen" gesammelt sind. Anders KRAABEL ( A . 63) 11: „a smallish amount"; aber s. e. g. MIGEOTTE ( A . 127) 209.
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Stadt gegangen sein, das Smyma seit jeher sehr liberal vergeben habe. '•^^ Da gegen ist eingewandt worden, daß man seinen Abfall ja kaum auf diese merk würdige Art bekanntgeben woirde, die ja gerade das Judentum betone. Statt dessen liege eine Herkunftsangabe vor: die „vormaligen Bewohner ludaeas".'-'" Doch ist auch eine solche Herkunftsangabe ganz einmalig - unter jüdischen wie nicht-jüdischen Inschriften K l e i n a s i e n s . D a s größte Problem liegt m. E. darin, daß sich hier eine existierende Gruppe nach einem Kriterium definiert, das sie bereits abgestreift hat, und daß diese Gmppe erwartet, in dieser For mulierung erkannt zu w e r d e n . U n d wenn die Gruppe aufgelöst war - wes halb? Handelte es sich um einen Akt von außen, weshalb man noch in dieser Form zusammenblieb, war die Zahl der Juden zu klein geworden, um noch Gruppenstatus zu haben - weitere Möglichkeiten ließen sich denken und ver werfen. Außerdem: wessen Formulierung haben wir hier vor uns? Ist es die Selbstbezeichnung der Gruppe, oder ist es die Bezeichnung, die der Gruppe von den Beamten der Stadt gegeben wurde?'^^
41 Eine Stiftung für die Synagoge Edd.: Der Stein wurde von Herman van der Horst, der von 1718-27 als Geist licher der Holländischen Reformierten Gemeinde in Smyma tätig war, gesehen '^^ Abfall: W.H.C. FREND, Martyrdom and Persecution in the Early Church, Oxford 1965, 148 A . 47; E.M. SMALL WOOD, The Jews Under Roman Rule, Leiden 1981, 234 A . 59; 507; L.H. FELDMAN, Jew and Gentile in the Ancient World, Princeton 1993, 79flF.; M.H. WILLIAMS, in: HORBURY ( A . 81) 92 A . 83; Liberalität in der Vergabe des Bürger rechts: HEMER ( A . 27) 57 - mit Verweis auf den Isopolitievertrag mit Magnesia am Sipylos! - Eine eigene Wendung vermutet CADOUX ( A . 118) 348: „presumably pagans who, afler conversion to Judaism, had reverted to their former beliefs and wished to advertize the fact"; ibid. A . 2 eine Auswahl der älteren Literatur. " ° KRAABEL ( A . 63) 11; ihm stimmten u. a. zu BROOTEN ( A . 55) 225 A . 33; LANE FOX ( A . 124) 481; TREBILCO 175; LIEU ( A . 123) 89; etwas vorsichtiger ist J. ASHTON, NovTest 27, 1985, 46 A . 18. M.H. WILLIAMS, ZPE 116, 1997, 251: „no more than an opinion, not a shred of evi dence having been oflfered in its support"; 252 weist sie daraufhin, daß es sonst keine ver gleichbaren Benennungen von „foreign residents" gibt. Eher zustimmend scheint HEMER ( A . 27) 9; 66; c f 231 A . 34, der von einer Gruppe spricht, die ihre ethnische Stellung bewahrte, auch wenn sie als solche keine rechtliche Stellung mehr hatte. '^^ COHEN ( A . 7) 78 (Lit.) scheint der Sache noch am nächsten zu kommen: „the former members of the association of loudaioi", die inzwischen aufgelöst ist. - Nicht ganz ver gleichbar ist der Grabstein LE BOHEC 192 Nr. 75 (Setif): memo+ria innocenti(um) Istablici qui et Donati; p(osuit) frater ipsi{ i} us Peregriniu(s) q(ui et) Mosattes, de Iude[i]s. LE BOHEC: „II s'agit de deux Juifs convertis au christianisme". J.M.G. B A R C L A Y , in: STANTON/STROUMSA ( A . 28) 94 A . 7; ich halte die erste Möglichkeit für wahrscheinlicher, denn in einer Liste, die Wohltäter der Stadt aufzählt, wer den die Freiheiten der Beamten begrenzt gewesen sein.
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und abgeschrieben; er ist seitdem verschollen, v. d. Horsts Manuskript wird aufbewahrt Bibl. Acad. Lugd. Bat. XVIII Perizonianus Q 42; unsere Inschrift steht fol. 42 \ Nr. XVII. Nach dieser Abschrift wird der Stein gegeben bei Hessel, Praefationis Appendix Nr. XVII, in: Gudius, Antiquae inscriptiones quam Graecae tum Latinae olim a Marquardo Gudio coUectae, nuper a loanne Koolio digestae hortatu consilioque loannis Graevii, nunc a Francisco Hesselio editae cum adnotationibus eorum, Leeuwarden 1731. In der Leidener Handschrift fmdet sich dem gerade zitierten Text voran gestellt noch eine zweite Version der Inschrift, die möglicherweise nicht auf v. d. Horst zurückgeht, sondem ihm vor der eigenen Aufnahme des Textes be kanntgemacht wurde. Von dieser Abschrift hängt R. Pococke, Liber inscrip tionum antiquarum graecarum et latinarum, London 1752, 38 Nr. 5 ab, ebenso Joh. Aegid. van Egmond van der Nyenburg/Joh. Heyman, Reizen door en gedeelte van Europa, Klein Asien Leiden 1758,'^^ I 81 und die Handschrift Brit. Mus. Ms. Harl. 7509 (fol. 77). Die verschiedenen Abschriften lagen Franz und Petzl vor, die van der Horst folgten; bis auf Petzl sind alle folgenden Ausgaben von Kirchhoff, C I G 9897 abhängig: M . A . Levy, Jb. f d. Geschichte d. Juden u. d. Judentums 2, 1861, 298f; Oehler 297 Nr. 52 (1-3 init.); Krauss 230 Nr. 57. 1 (1-3 init.); CIJ II 739;^" Goodenough, Symbols II 80; Lifshitz 14; B.J. Brooten, Women Lea ders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 224f A . 29. Petzl, IK 24, 844 a hat wieder die der Edition zugrunde liegenden Hand schriften konsultiert (D.F. McCabe u.a., Smyrna Inscriptions, Princeton 1988, 20 Nr. 61).
PETZL, IK 24 p. 315: „vorangestellt (seil, bei HESSEL) ist unter dieser Nummer der selbe Text mit - teils fehlerhafter - 'Richtigstellung' der Orthographie und Auflösung von Abkürzungen, ohne Einhaltung der Zeilenbrechung der Vorlage". Die Darstellung des Be fundes in CIG läßt vermuten, daß VAN DER HORST zuerst diese Abschrift - von wem auch immer - erhielt, die er „multis annis post" selber verbessernd abschrieb. Vgl. J. AEGIDIUS VAN EGMONT/JOHN H E Y M A N , Travels through part of Europe, Asia Minor, the Islands of the Archipelago ... London 1759. Zu dieser Handschrift notiert PETZL, IK 23 p. VIII: „mit Abschriften, die teilweise, aber nicht ausschließlich auf SHERARD zurückgehen; die einzelnen Vorlagen sind nicht ange geben" und verweist auf J.M.R. CORMACK, Notes on the History of the Inscribed Monu ments of Aphrodisias, Reading 1955, 49f, wo diese Handschrift und ihre Geschichte be schrieben wird (49: „There is little doubt that this is the copy prepared for the Earl of Oxford by SHERARD"). FREY notiert noch „Ms. DE ROSSI 16376", was er CIJ I p. X V erklärt: „notes manuscrites laissees par J.B. DE ROSSI, renferm^es dans deux Codices, aujourd'hui confies ä la garde de M . le professeur ANGELO SILVAGNI..." Nach der Nummer gehört dieser Text zu den „fiches" in cod. XLII. DE ROSSI plante, cf CIJ I p. VIII, seiner Ausgabe der Inscrip tiones Christianae Orbis Romae in einem Appendix ein Corpus der jüdischen Inschriften beizugeben.
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FO: Franz zitiert van der Horst zur zweiten Version: „Smymae, in domo cuiusdam medici prope a regione Europaeorum nationum"; Franz referiert van der Horsts Bemerkung zu seiner eigenen Abschrift: „lapidem ... a se repertum esse Smymae in domo Graecae viduae ('forsan' inquit 'medici')". Die folgende Nr. 42 war über diesem Text verbaut. Abb.: CIG; Frey (Facss.). Ü: Krauss (1-3 init.); Frey; Goodenough; Lifshitz; Brooten; Petzl; Williams 48 II 75.
'HpT]V0TT0Ld)? TTp(€aßÜTepos') KE TTaTTTip TOV a T e | i . a T o g , uLwg EiQKwß Ke aÜTOÜ TTp(eaßuT€poi)), ürrep eüXfj? eauTOÜ Ke Tfjs- a u y ß i o u [lOv Ke T O Ü yVlOLOU \10V T€KV0D eTTOLeiOa TTIV QTpÖ5
Giv
TOV eiaoTLKOü avv
Xvg
KaXLepyiaas" vo(\iiG\iaoi)
Tvg
CTKap.yoKavKeC-
Die Abweichungen der Hanschriften sind von Kirchhoff" notiert; ich bin Kirchhoff" und Petzl geft)lgt, die v. d. Horsts Text u. Zeileneinteilung geben. Die Editionen nach Kirchhoff bieten manchmal leichte, orthographische Abweichimgen.
Ich, Eirenopoios, Ältester und Vater des Stammes, S. d. Jakob, auch er selbst Ältester, ließ wegen des von ihm und meiner Frau und meinem lieben Kind geleisteten Gelübdes den Bodenbelag des Innenraums zusammen mit den Schranken herstellen, eine Verschönerung, für sieben Goldstücke. Friede. Datum: Goodenough, Symbols II 81 vermutet das 4./5., Lifshitz u. Williams das 4. Jh. Sprache, Schrift, die Verwendung des Hebräischen, der Abkürzungs zeichen und des imdeklinierten Vatersnamens, ferner die benutzten Ausdrücke weisen alle in die Spätantike, wobei auch das 6. Jh. nicht ausgeschlossen ist. Das Gebäude, dem die Stiftungen galten, war natürlich älter. 1: bereits Kirchhoff sah in dem sonst unbekannten P N eine Übertragung des Namens Salomon. Diese Form der Namensbildung ist in der kleinasiatischen Diaspora neu. Der Friedenswunsch in Z. 6 (Komm.) kann mit dem Stifter namen verbimden werden, gehört aber zum Formular. T r p ( e a ß Ü T e p o s ' ) : s. 5,1
(Komm.).
If.: „TTaTTip TOÜ o T e i i i i a T o s " i. e. ct)uXfjs:" Kirchhoff, während Frey unter Zustimmung von Lifshitz, Williams u. a. aTe|j.|ia als offizielle Bezeichnung der Gemeinde in Smyma verstand, was einzig deshalb unschön ist, weil wir
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damit mehrere Bezeichnungen für die Gemeinde von Smyma kennen, von de nen (jre\i\xa die späteste wäre. Unmöglich ist das allerdings nicht.'^^ Als Bezeichnung für eine Gmppe kennen wir a T e | j L | i a in SEG 3, 499: ÜTrep (j)LXoKuyr|yd)v T O U o-TeliiliiaTOS" T d ä<^v8pev\iaTa TÜV Qeüv; 501 (beide aus Philippi; Robert, Gladiateurs 86f. Nr. 23f.; P. Pilhofer, Philippi II, Tübingen 2000, 144f. Nr. 142; 147f. Nr. 144); C I G 3995 b (Ikonion): eüxapLOTOuiiei/ T0I9
Teaaapaiy
oTe\i[iaaiv
Tf\[g]
OLKot8o|i]La9
KQI
'HauxLto
... eTrL|i€-
X r i a a i i e v w . A m nächsten unserer Bedeutung dürfte M A M A
X 152 (Appia) liegen: afi|j,a ... e m a K Ö i r o u ... oüvo|jLa KXriCö[ievos ' E o p T d a t o ? ... bg v e -
og (I)v e O a v e v Ö K r i S e a TrdvTa TTpoXLi[(a? a T e | i | i a T e X t T O U p y w v K a i CKXTI-
aiav TToXÜTL[iOv; Levick/Mitchell kommentieren: „presumably metaphorical, •the family ofthe faithftil'."^^^ Der T T a T T i p TOV a T e | j . a T O ? hat seine Analogie im pater synagogae, wie wir ihn aus Rom und anderswo keimen.''**^ In Rom war der Titel fast immer mit ei ner bestimmten Synagoge verbunden (was sogar von Noy II 544 nahegelegt wird: TTaTf]p a u v a y w y L W v " " ) . Nach allgemeiner Ansicht bekleidete der „Vater
der Synagoge" kein konkretes Amt, sondem tmg einen Ehrentitel, auch wenn dem eine Aufzählung synagogaler Ämter aus dem Jahr 330 zu widersprechen scheint.''*^ Es ist also nicht ausgeschlossen, daß sich irgendwann mit dem Titel
VAN NIJF (A. 48) 9f. zur Möglichkeit unterschiedlicher Namen für Vereine; ebenso z. B. C. ZIMMERMANN, Handwerkervereine im griechischen Osten des Imperium Romanum, Mainz 2002, 35 A. 259 zu den unterschiedlichen Bezeichnungen für den Zusammenschluß der Leinenweber in Saittai: T r X a T e i a , o u v e p y a a C a , ö p ö x e x v o v , ^VXT\. Es gibt kaum eine Verbindung zum errl TÜV OTepparcov, der in Ägypten bezeugt ist (vgl. allgemein PREISIGKE, Wörterbuch III Abschnitt 8 s. v.); J.R. REA, im Kommentar zu POxy XLIII 3102, 2-4 sprach sich dafür aus, daß dieser Funktionsträger tatsächlich mit Stammbäumen befaßt gewesen sei („concemed in all matters of inherited privilege"). Liste bei JUSTER I 449 A . 12; ansonsten e. g. LEON ( A . 9) 186flf.; HENGEL ( A . 72) 119ff; BURTCHAELL ( A . 50) 249ff.; LEVINE 404ff.; CLAUßEN ( A . 34) 285fF. Belege aus Rom: NOY II p. 538; ansonsten NOY I p. 77f - Sonst ist der i r a x f i p X a o ü in Mantineia die nächste Parallele, LIFSHITZ 9: auch hier wird nicht eine bestimmte Synagoge, sondem die lo kale Gemeinschaft genannt. - IG X I V 534 (Catania) soll nach M A N G A N A R O ebenfalls jüdisch sein; er ergänzt: TTaTf]p [ x o ü a r e p a x o g , Tf\g a u v a y c o y f i g ] o. ä., s. SEG 43, 624. ''" N O Y übersetzt in Übereinstimmung mit der Forschung: „father of synagogues". Ich möchte wenigstens zu erwägen geben, ob nicht an ein Wort wie a u v a y w Y L O S ' zu denken ist, das dann die Mitglieder einer bestimmten (Synagogen-) Gemeinde bezeichnete, womit auch dieser Titel auf eine einzige Synagoge bezogen wäre. Vgl. aber NOY II 577: mater syn agogarum Campi et Bolumni. Hier erklärt NOY allerdings zu Recht, daß die Tote Titel in zwei verschiedenen Synagogen führte, was wohl eine Art der Ämterkumulation ist. '"^ CTh 16, 8, 4 (LINDER 132ff Nr. 9): Idem A(ugustus) hiereis et archisynagogis et patribus synagogarum et ceteris, qui in eodem loco deserviunt: Hiereos et archisynagogos et patres synagogarum et ceteros qui in synagogis deserviunt, ab omni corporali munere liberos esse praecipimus. Das Gesetz gleicht allerdings die jüdischen Ämter an die christlichen an - was als Methode nicht über jeden Zweifel erhaben ist. Interessant und nicht erklärt ist das Fehlen der patres in dem nur wenig früheren Gesetz gleichen Inhalts, CTh 16, 8, 2.
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auch Pflichten verbanden.''*^ Da „Vater" ein weit verbreiteter Ehrentitel war,''*'* müssen hier weder der TTarfip Tf\g TröXew? noch die späteren patres civitatum Pate gestanden haben.''^^ 2: Daß Vater und Sohn dasselbe Amt bekleideten, kennen wir mehrfach aus der Diaspora. Es handelt sich nicht um Vererbung, sondern entspricht einfach den sozialen Gegebenheiten''*^ (auch der paganen Umgebung);'"^ zur Formu lierung vgl. 150 (Kalchedon); 238 (Tarsos; ca. 6. Jh.): [ ... 7TpeCßü(T€pog)] ulö? TOÜ Tfjs" iiarapLas" IIVTHIT]? ' I d K w ß Kai aÜTOÜ TTp€Cßu(Tepou).
3: eauTOÜ = e|iauToü, zum Wechsel zwischen der ersten und dritten Per son s. die Beispiele aus Smyma bei Petzl, der K. Dieterich, Untersuchungen zur Geschichte der griechischen Sprache, Leipzig 1898, 193 zitiert. Daß Gattin und Sohn nicht mit Namen genannt werden, entspricht den Gepflogenheiten dieser Stifterinschriften. 4: y v r i a L o ? bezieht sich nicht auf die Rechtsstellung des Kindes, sondem ist Ausdruck des Affekts, Robert, Hellenica XIII 220f.; Op. Min. V 328f. mit A. 401; VI llf., wo Robert daraufhinweist, daß diese Verwendung „courant au Bas-Empire" ist; VI 99; JLR Bull. 1969, 566; s. femer Th. Drew-Bear, Glotta50, 1972, 66. 4f.: aTpaiCTis" TOÜ eiaoTLKOÜ wird meist als weiteres Beispiel für die Stif tung eines Mosaikfiißbodens interpretiert.''** Dem widerspricht die Anbrin gung der Stifterinschrift auf einem Stein nicht ganz, da sie sich auf die fol genden CTKaiivoKdvKeXoL beziehen kann, theoretisch sogar ein Teil dieser oKaiivoKdvKeXoL gewesen sein könnte. Wahrscheinlicher scheint mir aber eine Pflasterung zu sein (cf. 10, 4). KaXiepyeiv, s. Z . 6 (Komm.), wird nicht nur von Mosaikarbeiten, sondem auch von Pflasterungen benutzt.
Cf. HENGEL ( A . 72) 120 mit A . 103. C f e. g. SCHRENK, T h W N T V 977; zum Trariip in anderen Kultvereinigungen s. e. g. F. P O L A N D , Geschichte des griechischen Vereinswesens, Leipzig 1909, 371f; A . D . NOCK, ClRev 38, 1924, 105. '"'Zum Amt e. g. C. ROUECHE, GRBS 20, 1979, 173ff; G. DAGRON/D. FEISSEL, Inscriptions de Cilicie, Paris 1987, 215ff '"^ LEVINE 55 A . 57 bringt nur Beispiele aus Palästina; aus der Diaspora wird einzig zi tiert: „ A n inscription from the Smyma synagogue ... notes that an Irenopolis, a presbyter and father of the Community, was the son of Joub, likewise a presbyter in his time; see ... CPJ, II, 9, no. 739." Natürlich gibt es weitere Beispiele, das Phänomen ist z. B. in Venosa sehr häufig N O Y I 70; 87; 107; c f 62; 85; vgl. e. g. BURTCHAELL ( A . 50) 242 A . 86. D. HAGEDORN, ZPE 80, 1990, 277ff; meinte, daß in spätantiken Papyri die Zufügung von ulö? oder Ouydrrip vor dem Vatersnamen einen besonderen sozialen Rang des Va ters anzeigen sollte. In den meisten unserer Inschriften ist das nicht zu verifizieren, aber an ei nigen Stellen - wie hier - nicht ausgeschlossen (die Belege sind über den Index zu finden). KOHL/WATZINGER ( A . 72) 141; KRAUSS 348f; LIFSHITZ; WILLIAMS; LEVINE 363. - Allgemein zu oTp&ois s. ROBERT, Op. Min. II 900 A . 8; Hellenica V I 57 A . 2; La Carie II 317 A . 4; F. EBERT, Fachausdrücke des griechischen Bauhandwerks I, Programm Hof 1910/1, 12f; HELLMANN ( A . 71) 392ff
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eiatOTLKÖv ist sonst nicht belegt. Die Identifikation mit einem Innenraum ist naheüegend, wobei eine genauere Festlegung wohl besser unterbleibt.''*^ Nicht auszuschließen scheint mir aber die Ansicht von Krauss 347f A . 3, der von einem „Bodenbelag des Eingangs" spricht - der übrigens auch ein Innen raum sein könnte (s. aber Lifshitz 39 [Apamea]: TT]V I\)T\^(X)GIV Tf\g laöSov). 5f: Das sonst nicht belegte Wort O K a i i v o K d u K e X o L setzt sich aus lat. scamnum,^^^ Sitz, Bank, Schemel, und lat. cancelli, Schranken, Balustraden, zusam men.'^' Was war also das scamnum, das hier von Schranken umgeben ist? Es liegt nahe, an die Sitze der i r p e a ß Ü T e p o L oder andere herausgehobene Sitzplät ze zu denken,'^^ doch ist das nicht der einzige Vorschlag geblieben.'^^ 6: K a X i e p Y L a a s ist ein terminus technicus, cf LSJ Suppl. s. v., wo einige Belege für die Bedeutung „beautify with mosaic, paved work or sim." zitiert werden;'^'* des weiteren etwa D. Feissel, Recueil des inscriptions chretiennes de Macedoine, Paris 1983, 180: ,JLe verbe K a X X L e p y e l v , qui s'applique ä toutes sortes de decor s'emploie en particulier pour des mosaiques, ä Amphipolis comme au Laurion (Bull. ep. 1956, 100), en Eurytanie (Bull. ep. 1966, 229) ouä Nikopolis (ArchEph 1916, 122'^^). Dans ces trois cas, le verbe est ecrit avec un seul lambda". Die Beispiele lassen sich durch die Indices des Bulletin Epigraphique leicht vermehren.'^^ Es gibt natürlich auch die einfache
KOHL/WATZINGER sprechen vom „Innenschiff', GOODENOUGH, Symbols IX 33 von einem „inner room, presumably designed for an inner circle". GOODENOUGH, Sym bols II 80 sah allerdings noch den engen Zusammenhang mit den OKapvoKdvKeXoL, die er als „chancel-bench" verstand, weshalb er eLatoTLKÖv schließlich als „chancel" interpretierte. Angemessen vorsichtig ist HENGEL ( A . 72) 110 A . 76: „vermutlich 'Innenraum'". "° Ist mit dem lat. Wort in liturgischer Bedeutung auch PSI 291, 2 (5./6. Jh. n.) zu er klären? 8ös ürrep OKap. ev rfi rjpepoi TOIJ dyCou arra SepT^vou. Belege für die häufige Verwendung dieses Wortes im späten Griechisch bei ROBERT, Hellenica IX 48f; JLR Bull. 1966, 167. KOHL/WATZINGER ( A . 72) 141. M . A . LEVY, Jb. f d. Geschichte d. Juden u. d. Judentums 2, 1861, 298; KRAUSS 351 verstanden unter scamnum, das Pult auf welchem die Torah zum Vorlesen ruhte, doch haben wir hier wohl noch kein Beispiel eines Gitters, „chancel screen", wie GOODENOUGH und LEVINE 363 vorschlugen, geht wohl in dieselbe Richtung. JLR Bull. 1948, 237 zitieren eine von LAUFFRAY/MOUTERDE edierte Grabnschrift aus Zebed, die ins Jahr 349 gehört. Am Ende des Textes heißt es: SLO Baoüou rj KaXepyCa doch wohl auf die Ausführung der Arbeit bezogen. Eusebius zitiert einen Brief Konstantins über den Bau der Kirche in Jerusalem, VC 3, 31, 2: rrepl p e v Tfys TWV TOIXWV eyepoecos Te Kol KaXXiepyCas. Von LSJ Suppl. nach der Wiedergabe bei E. KITZINGER, DOP 6, 1951, 87 zitiert; aus Nikopolis vom Mosaik im Atrium der Kirche des Hl. Demetrius: TTJV Trdoav eKaXiepyrjaev T p i o T w o v . '^^ Vgl. z. B. lOlymp 656, 8 (5. Jh.; marmorne Fußbodenplatte im Hauptraum der byz. Kirche): ürrep ocoTripia? eauToü eü^dpevog eKaXiepyr|aev TTJV OTpcooiv; M A M A VII 310 (Orkistos, 10. Jh.): eKaXrjepyt^O. ua' rroS. e ( s ) TÖ Se^rjö. pepos eos TT) rröpTot; in einer kappadokischen Kirche des 11. Jhs. findet sich JS 1968, 45flf. (wohl von den Wandgemälden
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Bedeutung des Verzierens; Robert, OpMin I 381 (Teichiussa): eKaXLep'y(T^)aa [ T ] O Ü ? K L O v a s K a i TCOV TTOPTLKOJV, oder die Anwendung auf die Stiftung von Schrankenplatten, IPriene 218 (SEG 48, 1422): Kai eTTLTuxcbv e K a X X i e p y a o - a . y ö | i . i a | i a ist die übliche Bezeichnung des solidus. Die Unkosten sind nicht allzu hoch gewesen, wenn man e. g. Lifshitz 61 (Dmer) vergleicht: KaXo)? eTrrJLaev dvriXco|ia- r|Ko8o|j.f) T O U vaj(jLLC|J.aTa i|j'; s. aber daneben aus IK 2, 532 (Klazomenai, Mosaik in einer Kirche): ÜTiep eüxf]? T l a T l p i K L o u K a i ] H a u x i a ? a u [ | i ß L o u ] vop.La|j.aTa 8' oder 8[LIO.'^' In Stifterinschriften fanden selbst wesentlich niedrigere Summen Erwähnung.'^* Nach den Überlegungen von Patlagean reichten die sieben vo|iLCT|iaTa für 84 Arbeitstage - Material nicht eingeschlossen,'^^ doch ist das im Vergleich mit anderen Berechnungen eher hypothetisch. J.S. Park, Conceptions of Afterlife in Jewish Inscriptions, Tübingen 2000, 86ff. zum Friedensvmnsch in jüdischen Grabinschriften und der Vielzahl sei ner Bedeutungen. Dieser Wunsch war nicht auf Grabinschriften beschränkt, sondem kommt auch in spätantiken Stifterinschriften vor.'^*^ Segenssprüche, gesagt): e K a X X i e p Y r i Ö T i 6 v a ö g ... S i ä a u v S p o p f i g " A p o e v i o u f i o v a x o i ) Kai uloCi a ü r o O . Auf dem Mosaik einer byz. Kirche Lakoniens fmdet sich folgende Inschrift, 'Apx- 'E4)TIIJ.. 1974, 249: |j.vr|a9riTL K ü p i e Kai e X e r i a o v r r d v T a g Toüg K a X X L e p y o O v T a s e v Tri äyiq. €KK X r i a i f j , auf dem Mosaik einer attischen Kirche im 5./6. Jh. (SIRONEN [A. 57] 331 Nr. 327): ürrep e ü x f i ? ••• e K a X i e p y r i a e v , genauso in Aghia Ekaterini (Phthiotis, 6. Jh.; SEG 49, 576): ürrep e ü x f ) S ... e K o X X i e p y r i a e v TÖ e p y o v TOÜTO. Eine Tabelle von Baukosten aus dem 4.-7. Jh. bietet PATLAGEAN ( A . 61) 398f Die sieben solidi aus Smyma stehen ftir die niedrigste ihr bekannte Summe, während die 700 solidi aus Dmer die höchste epigraphisch belegte Summe darstellen; höhere Baukosten, z. B . für Kirchen, sind v. a. aus der Literatur, nicht aus Inschriften bekannt. Kosten flir Mosaike be spricht J.P. CAILLET, V I . Coli, intem. sobre el mosaico antiguo, Valladolid 1994, 409ff:; vgl. P. BAUMANN, Spätantike Stifter im Heiligen Land, Wiesbaden 1999, 303ff S. SAHIN, EpAnat 33, 2001, 15 I f publizierte eine Liste von Stiftem auf der MosaikInschrift einer christlichen Kirche in Idyros (Westpamphylien), bei der A . LAJTAR, EpAnat 35, 2003, 123f die Zahlen richtig verstand. Als Stifter werden ein Archidiakon, ein Mönch, ein Vorleser, ein Leinenweber und ein Hausvorsteher genannt; die Stiftingssummen lauten: eStüKev v[o(pi.apaTa)] e ' ... v ö ( p L a p a ) a ' ... v ö ( p L a p a ) a ' ... vö(pLapa) ... v ö ( p L a p a ) a\ Lajtar zitiert noch unpublizierte Inschriften aus Galilaea, in denen zweimal ein halbes Nomisma zur Erstellung eines Mosaikes gespendet wurde; in Karmiel in Galiläa gibt es eine weitere Spenderliste, in der einmal ein Achtel Nomisma, sechmal ein Viertel Nomisma und einmal zwei Nomismata gespendet werden (V. TZEFERIS, Atiqot 21, 1992, 129flf. mit D. FEISSEL, Bull. Ep. 1993, 628); vgl. BAUMANN ( A . 157) 306f Die Tafeln der „occupational wage levels in papyri of the Byzantine period" bei J. B A NAJI, Agrarian Change in Late Antiquity: Gold, Labour, and Aristocratic Dominance, Oxford 2002, 235ff. lassen die sieben solidi allerdings in einem wesentlich anderen Licht erscheinen: ein pirrdpLog und ein e p y d T r ) ? Ttov xpvöoxbiiiv verdienten drei solidi im Jahr, ein o r r a O a pLO? a ü p p o x o ? vier solidi, und erst ein dpxLcj)poupos' lag bei knapp acht solidi etc. Hier 217, wozu bereits SCHWABE/LIFSHITZ CIJ II 857; 1195 zitierten; hinzuzufiigen ist jetzt z. B. die Stifterinschrift SCI 22, 2003, 241 (Herkunft unbekannt). Vgl. auch LIF SHITZ 39 (Apameia): eLpi^vr) KOL e X e o ? errl r r d v TÖ rjyLaapevov üptov r r X f i O o s ; 78 (Gera-
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so heißt es, sollen auf Hebräisch gesprochen werden.'^' Daneben scheint mir Parks Bemerkung interessant, hebräische Buchstaben seien oft benutzt wor den, um einen symbolischen und dekorativen Zweck zu erzielen (p. 98); aus geschlossen scheint mir auch nicht, daß hier an die besondere Macht der frem den, hebräischen Schrift und Sprache gedacht wurde - der Glaube an diese Macht führte ja auch zu ihrer Benutzung in der Magie.
42 Dosas beaufsichtigt eine Arbeit Edd.: Der Stein wurde von Herman van der Horst, der von 1718-27 als Geist licher der Holländischen Reformierten Gemeinde in Smyma tätig war, gesehen und abgeschrieben; er ist seitdem verschollen, v. d. Horsts Manuskript wird aufbewahrt Bibl. Acad. Lugd. Bat. XVIII Perizonianus Q 42; unsere Inschrift fol. 42', Nr. XVm (Hessel, Praefationis Appendix Nr. XVIII, m: Gudius, A n tiquae inscriptiones quam Graecae tam Latinae oUm a Marquardo Gudio collectae, nuper a loanne Koolio digestae hortatu consilioque loannis Graevii, nunc a Francisco Hesselio editae cum adnotationibus eomm, Leeuwarden 1731 [CIG 9898; Oehler 297 Nr. 53; CIJ II 740; Lifshitz 15; B. J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 225 A . 30]; IK 24, 844 b; D.F. McCabe u.a., Smyma Inscriptions, Princeton 1988, 20 Nr. 62). FO: Nach van der Horst in demselben Haus über 41 verbaut. Abb.: CIG; Frey (Facss.). Ü: Frey; Brooten; Petzl.
eyeuero TÖ epyov oirouSdCovTos Aoad Die Arbeit wurde durchgeführt unter Aufsicht des Dosas. Da 41 und 42 zusammen gefunden wurden, hat man auch einen sachlichen Zusammenhang postuliert'^^ - den man sich aber nicht allzu eng vorstellen
sa): ] dyiolTctTco] TOTTW. d\ir\v. aeXd. epr\vr\ Tf\ auvaywyfi. Vergleiclibar ist woiil auch die eüXoyLa-Formel am Ende mancher Stifterinschriften. eüXoyCa und hebr. Friedenswunsch ste hen nebeneinander in M . DOTHAN, Hammat Tiberias, 60ff. Nr. 3. L . V . RUTGERS, in: A.J. AVERY-PECK/J. NEUSNER (Hrsgg.), Judaism in Late An tiquity IV, Leiden 2000, 303 zitiert die entsprechende Anweisung in M Naschim Sota 7, 2; 5; id. 301 f. zur Ambivalenz der Friedenssprüche, die uns nicht sagen, was ftir ein Friede erfleht wird, aber beweisen sollen, daß Friede als Konzept erstrebenswert gewesen sei. Cf. e. g. A . T H . KRAABEL, Judaism in Westem Asia Minor under the Roman Empire, Diss. Harvard 1968, 41 A . 2: „740 is fragmentary, but may have once been a part of CII 739".
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darf. Vielleicht gehörten sie, wie schon Kirchhoff überlegte, zu demselben Ge bäude. Das Formular verweist auch hier in die Spätantike, e y e v e r o e-rri oder einfach mit Genitiv ist häufig, zahlreiche Beispiele bei Robert, Documents d'Asie mineure meridionale, Genf 1966, 64; Op. Min. V 188f; ansonsten e. g. H. Hunger, Tyche 1, 1986, 135. G. Dagron/D. Feissel, Inscriptions de Cilicie, Paris 1987, 166: „L'expression passe-partout OTTouSfi (ou Sid a-rrouSfis, TTJ KaXr\ aiTOuSf]) designe plu töt le 'zele', le 'soin' et la 'diligence' du responsable du chantier que la generosite de celui qui en assure le financement". Daß es sich um eine jüdische Inschrift handelt, wird neben den Fundum ständen durch den Namen Dosas nahegelegt. Dosas ist das Hypokoristikon des überaus häufigen jüdischen Namens Dositheos, wie JLR Bull. 1954, 24 sahen; vgl. CPJ III p. 173 (darin e. g. Horbury/Noy 78 [Leontopolis]: Acoods" dtopo?); Hanina ben Dosa: JJS 14, 1985, 42ff; vgl. an neueren Beispielen SEG 26, 1515 (Zeugma); 33, 1255 (Emesa); Lüderitz 54 a. G. Vennes, JJS 24, 1973, 57: „Dosa ... appears again and again among Rabbis in Galilee".
4 3 Rufina, die Archisynagogos Edd.: S. Reinach, REJ 7, 1883, 161ff (Oehler 297 Nr. 51; Leclerq, Dictionnaire d'archeologie chretienne VIII 1, 1928, 25If; Krauss 230 Nr. 57. 3; IGR IV 1452; CIJ II 741;'^^ A . Galante, Histoire des Juifs d'Anatohe I: Les Juifs d'Izmir (Smyme), Istanbul 1937, 8f; B.J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 5ff; IK 23, 295; D.F. McCabe u.a., Smyma Inscriptions, Princeton 1988, 99 Nr. 816; Trebilco 104 Nr. 1. 1; T. Rajak/D. Noy, JRS 83, 1993, 90 Nr. 12 [Z. 1-4; Rajak 423 Nr. 12]). FO: Smyma, dort 1880 in der Sammlung von Lawson, „contröleur de la Banque Ottomane dans cette ville". Beschreibung: Marmortafel mit vorgerissenen Linien; H.: 0,36 m; B.: 0,26 m; T.: 0,02 m. Abb.: Reinach (Facs., danach Brooten Taf. 1). Ü: Reinach; Leclerq 253; Krauss; Galante; C J . Cadoux, Ancient Smyma, Oxford 1938, 402; Frey; Brooten 5; R.S. Kraemer, in: K.H. Richards (Hrsg.), SBL 1986 Seminar Papers, Atlanta 1986, 195; ead., Maenads, Martyrs, M a trons, Monastics, Philadelphia 1988, 218 Nr. 84; ead., in: Overman/MacLennan (Hrsgg.), Diaspora Jews and Judaism, Atlanta 1992, 321; Trebilco; Rajak/ Noy (Z. 1 ^ [Rajak]); L.H. Feldman, in: S. Fine (Hrsg.), Sacred Realm, Oxford 1996, 56; D.R. Edwards, Religion and Power, N e w York 1996, 132; M . H .
„Ms. DE ROSSI 16452" FREY; cf. p. 180 A . 137.
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Williams, ZPE 116, 1997, 260f. Nr. 36; Williams 151 VI 37; Brooten, JRA Suppl. 40, 2000,215. 'Pou(})€Lya ' l o u S a i a dpxLauva^coyos K a r e o K e i j a a e v TO evoöpioy T O L ? dTreXeu0epoL9 Kai GpejiaaLV 5
p.TiSevös' dXou e^ouaiav
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XOVTOS" OdijjaL T L v d . et 8e Tis
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Salwv (STivdpLa) ,a. TaÜTr|9 Tri? eTriypacljfig 10
TO dvTLypacjjoy dTTOKelTai e i g TO dpxeXov
4: - 8 e D 0 e p o L ? Galante; 4f.: Opeiiaatv, d X o i ; , wurde von Oehler, Krauss, Galante norma lisiert; Cagnat u. Frey schreiben Ope[p][iaaiv; Frey auch d X [ X ] o u ; 6: Od4f0i Galant^; 8f.: ' louSaLcoji. Krauss; 9f.: jeweils 8r]väpia Krauss; Cagnat, Frey; Galante.
Rufina, Jüdin, Archisynagogos, ließ die Grabnische bauen für (ihre) Freigelassenen und Zöglinge, wobei kein anderer die Erlaubnis hat, jemanden zu begraben. Wenn es aber jemand wagen wird, so wird er dem heiligsten fiscus 1.500 Denare zahlen und dem Volk der Juden 1.000. Denare. Die Abschrift dieser Inschrift ist im Archiv aufbewahrt. Datum: nach der Schrift nicht vor dem 3. Jh., Reinach 162; Brooten 5: „probably 2nd C " . Reinach 166 erklärt sehr schön, weshalb es jenseits der beiden Titel so we nige jüdische Formeln in der Inschrift gibt: „C'est un document ofFiciel redige sur un modele convenu".'^'* 1: Reinach verweist auf die Familie des Sophisten Ti. Claudius Rufinus in Smyma, IK 24, 602,'^^ aber der Name Ruftis war bei Juden häufig (p. 14), die Bildung Rufma eine Möglichkeit, den Vatersnamen zu ersetzen.
TREBILCO 106 ist daher vielleicht doch zu relativieren: „Rufma was probably a woman o f some education. She has dealt with the legal matters involved in the protection cf the tomb and the deposition o f a copy of the inscription in the public archive. It is thus not unreasonable to assüme that she was capable of teaching and exhorting the Community." Die Formel der Grabmult und alles, was damit zusammenhing, machen aus Rufma sicher keine Frau von Bildung, auch werm ihr sozialer Status ein Mindestmaß an formaler Bildung erwar ten läßt - wobei über Rufinas Fähigkeit zu „teaching and exhorting" nichts gesagt ist. Was man als Bildung zu erwarten hat, bespricht E.A. HEMELRIJK, Matrona docta, London 1999. Zu ihm kurz PIR^ C 998; der Sophist Rufmus, der unter Gordian auf Münzen und dann im MartPion genannt wird, war sicher sein Sohn, ROBERT (A. 124) 98. Kurz nach 138 ist
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Zum Ausdruck 'louSata s. M . H . Williams, ZPE 116, 260f. Nr. 36. Williams betonte, daß aus dem Namen und der Bezeichnung ausdrücklichen Bezeichnung als Jüdin nicht geschlossen werden darf, daß Rufma Proselytin gewesen sei.'^^ Auch daß weder Vater noch Mann genannt werden, ist - gegen Kraemer, Maenads 122f - kein Grund, Rufma für eine Proselytin zu halten oder anzunehmen, daß sie sich von ihrer Familie losgesagt hatte. Interessanter ist dagegen die Tatsache, daß sie offenbar über beträchtliches Eigenvermögen verfügte.'^' Rufina war die erste Frau, die als dpxiauvdytoyos bekannt wurde (in zwischen e. g. 25); der Titel ist lange Zeit nur als Ehrentitel verstanden wor den, e. g. „Mater synagogae honoris causa" (Cagnat) oder „head of women prayers in the women's gallery";'^* weitere ähnliche Vorschläge bei Brooten 6. Dagegen hat Brooten ausführlich argumentiert, und wenigstens prinzipiell die Möglichkeit der Amtsführung durch eine Frau g e z e i g t , a u c h wenn es Bei spiele sog. „Ehrentitel" gibt; vgl. 12, 3f (Komm.). 3: evaöpLOv, hier mit Grabnische (Joculus) übersetzt, ist für Smyma in der Kaiserzeit charakteristisch.'''^ Eineyaöpiov setzt eine größere Struktur vor aus, zu dem es gehört. In diese größere Struktur wird die vorliegende Platte, die ja nur 2 cm dick ist, eingesetzt gewesen sein. 3f: die Anlage eines Grabes für Freigelassene und Zöglinge ist häufig. Schon der erste Text aus der röm. Kaiserzeit in IK 23 lautet (190):'" T Ö evaöpLOV eine Rufma als Stephanephoros auf den Mz. von Smyrna, D.O.A. KLOSE, Die Münzprä gung von Smyma in der römischen Kaiserzeit, Berlin 1987, 255. - KRAEMER, in OVERMAN/MACLENNAN [A. 63] 321 A . 27 verweist auf CIL VIII 7710 (Constantine), wo man che eine Jüdin Rufma sahen, doch wurde der Text von LE BOHEC nicht aufgenommen. Die Teilung der Sepulkralmult gilt als zusätzliches Argument bei, R.S KRAEMER, HThR 92, 1989, 45; EAD., Share ( A . 74) 121f; EAD., in: O V E R M A N / M A C L E N N A N ( A . 63) 321; ich verstehe das Argument allerdings nicht. Nur um des Vergleichs willen: die Vita Polycarpi beginnt mit der in Smyma spielen den Geschichte, daß die - offenbar reiche - Kallisto, in deren Haushalt es bereits mehrere Sklaven gibt, im Traum aufgefordert wird, einen jungen Sklaven zu kaufen und in ihrem Haus aufzuziehen - Polykarp. O V A D I A H ( A . 84)
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Anders wieder, aber hauptsächlich von rabbinischem Material ausgehend G. M A Y E R , Die jüdische Frau in der hellenistisch-römischen Antike, Stuttgart 1987, 90f '^^ Zum Ausdmck vgl. TH. DREW-BEAR, Glotta 50, 1972, 71 u. ansonsten J. KUBIN S K A , Les monuments funeraires dans les inscriptions grecques d'Asie mineure, Warschau 1968, 101: „II est caracteristique pour Smyme." Sie kennt außerhalb Smymas nur zwei Be lege. Jeder Zweifel an der Herkunft, den die vagen Angaben bei Reinach vielleicht nahelegen könnten, erledigt sich damit. PETZL, IK 23 p. 190 sagt zu dTreXeüOepog nur: „ab 190 öfter", und zu Opeppa p. 296: „ab 190, 4 häufig". KRAEMER, in: OVERMAN/MACLENNAN ( A . 63) 321 fi^: „what may we deduce from the fact that Rufma constmcts a tomb for her freedpersons and fothose abandoned infants raised in her household?" Angesichts der Parallelen wird man erst einmal sagen: nichts, was Rufinas religiöses Leben betrifft. Weder kann man Rückschlüsse auf
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TTpoaKaT€aK€L)aaev aÜTO) K a i TCKVOLS KOL d i r e X e u G e p o L s KQI 9 p e [ i | i a a L y .
Rufma folgte diesem Vorbild nicht,sondem ließ sich in einem anderen Grab als dem e v a ö p L O V begraben. Zu Zöglingen vgl. A . Cameron, Anatolian Studies Buckler, Manchester 1939, 27ff; G. Nani, Epigraphica 5/6, 1943/4, 45ff Der Ausdruck ist kann Adoptiv- und Findelkinder, Freigelassene und Sklaven gleichermaßen bezeich nen (Plin. ep. 10, 65f behandeh nur eine Spezialgmppe). Auch wenn Aus drücke wie TCKVoGpeTTTOL d-rreXeüGepoL und d-rreXeüGepog K a i G p e i r r o s manchmal als Sammelbegriffe für Freigelassene verwendet wurden, so ist das hier wenig wahrscheinlich: vermutHch sind mit Gpe|j.iiaTa Sklaven gemeint.'^^ Die Inschrift gibt keine Auskunft darüber, ob Rufinas Freigelassene und Skla ven auch Juden waren, aber wir dürfen es nicht für selbstverständlich halten, daß die Herrin ihre Sklaven zu Juden gemacht hatte.'^"^ Allgemein zum Thema „Judaism, Slavery and Manumission" jetzt E. L. Gibson, The Jewish Manumission Inscriptions of the Bosporus Kingdom, Tübingen 1999, 56ff 6ff.: 2.500 Denare als Grabmult sind noch in einem Dutzend weiterer In schriften aus Smyma belegt, Petzl p. 309; kein anderer Betrag ist derart häu fig.Rufma hat also die gängige Summe genommen und auf zwei Empfänger verteilt. Das ist nicht ungewöhnlich und kommt mit genau denselben Empfängem in jüdischen Inschriften in Nikomedeia vor, 154; 157. Der Zweck des Verfahrens liegt auf der Hand: man erwartet von Glaubensgenossen, Arbeits kollegen, Vereinsmitgliedem,'^^ daß sie das Grab besuchen, also einen Miß brauch anzeigen können, während die kaiserliche Kasse (fiscus)^^^ am ehesten in der Lage ist, die Bestrafung des Übeltäters durchzusetzen.'^*
ein spezifisclies Verlialten von Juden zu sozial niedriger gestellten Personen ziehen, noch kann man die Sorge für Freigelassene mit einer engen Bindung Rufinas (als möglicher Proselytin) an die pagane Welt erklären. Sie folgte einfach einem in ihrer Heimat etablierten Verhalten. KRAEMER, Share ( A . 74) 122. Das Begräbnis eines OpeTTXög noch in N O Y II 246; 531; über den Status dieser Zög linge ist nichts bekannt. Freilassung eines GpeirTÖs in CIJ I 683 (Pantikapaion); 691 (Phanagoria); c f 684; etc. „OperrTÖs ... appears as the common term for 'slave' in this group cf Bosporan manumission insriptions", E. GIBSON, The Jewish Manumission Inscriptions cf the Bosporus Kingdom, Tübingen 1999, 132; c f 113f '^^ Die unterschiedlichen Begräbnisorte haben eher eine soziale als religiöse Ursache. Halbwegs sicher datierbare Inschriften zeigen diese Strafsumme vom 1. Jh. (IK 23, 236) bis in die Zeit nach der Constitutio Antoniniana (IK 23, 251). Nach der Mitte des 3. Jhs. hätte die genannte Summe keine abschreckende Wirkung mehr gehabt. PETZL, IK 23 p. 69f zählt die verschiedenen, in Smyma belegten Empfänger von Grabmulten auf Die enorme Zahl kleinasiatischer Inschriften, in denen eine Grabmult an das leptorarov Tapeiov zu zahlen ist, machen diese Interpretation absolut sicher. Verfehlt ist daher KRAE MER, Share ( A . 74) 233 A . 108: „conceivably ... treasury of local hieron", mit weiterem Hinweis darauf, daß Tempel in der Antike als Banken fungierten; sie meint femer, die Kon-
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Mommsen meinte ( R G V 490 A . 1): „Einfache Kollegien werden in Straf androhungen dieser Art nicht leicht mit dem Staat oder der Gemeinde auf eine Linie gestellt." Das läßt sich so absolut kaum halten, vgl. jetzt etwa P. Pilho fer, Philippi II, Tübingen 2000, 389f. Nr. 387 a: S W O L TrpoaT€L(iou rrj ovvaywYti; s. auch hier Index s. v. 7: das r a i i e t o v wird, entsprechend offiziellem Sprachgebrauch, als lepojTQTO? bezeichnet, was auch sonst in jüdischen Inschriften zu beobachten ist (s. Index s. v.). Da es sich um eine geläufige Formel handelt, wird der Verfasser des Textes keine Skrupel bei ihrer Benutzung empfunden haben. Zahlung der Grabmult an heidnische Stellen ist nicht selten und auch bei den Christen durchaus üblich (s. e. g. die berühmte Aberkios-Inschrift). 8: Williams 198 A . 30 zueOvo?: „Taken by HJPAJC III, p. 90 (seil. Schü rer III 1) to designate the local Jewish C o m m u n i t y but it could just as easily be an oblique reference to the national authorities in Palestine. Cf. the Stobi in scription" (CIJ I 694: ScooeL T Ü ) TraTpidpxr]). Abgesehen davon, daß die In terpretation der Stobi-Inschrift umstritten ist,'^^ würde die Nennung des e9vo? T w v 'lou8aLü)y (für „national authorities" der Juden im 3. Jh. ein seltsa mer Ausdruck) als Empfänger einer Sepulkralmult kontraproduktiv sein: das IQvos Ttoy ' louSai^wy wäre weit von Smyrna entfernt, würde nicht schützend wirken, was schon Reinach 163 sah: die Institutionen vor Ort sollen an der Be strafung des Täters interessiert sein. eGyos ist auch sonst als Ausdruck für jüdische Gemeinden b e l e g t , u n d daß wir in einer anderen Inschrift aus Smyma Xaos finden (44, 3), ist kein Ge genargument: auch CTTe|i|ia ist offenbar in Smyma für die Gemeinde benutzt worden (41, I f [Komm.]).'^' Unterschiedliche Bezeichnungen für die jüdische Gemeinde fmden sich auch in Hierapolis, s. 191 B, 6. 9ff: auch diese Formel ist häufig in den smymaeischen Grabinschriften; Petzl, IK 23 p. 98 zu den verschiedenen Möglichkeiten der Beurkundung. Vgl. G. Klaffenbach, SB Berlin 1960, 40f: „hier (seil, in kleinasiatischen Grab inschriften) wird offenbar mit der Wendung TauTri? Tfjg eTTLypa(t)fi9 dyTLypac{)oy dTreTeOr] eis T d dpxeXa o. ä. der Anspmch der Behörde auf Hin terlegung einer Abschrift in ihrem Archiv zum Ausdmck gebracht. Freilich war das hier auch ein Erfordemis, ... da durch die Deponierung und Registrierung die Grabrechte und insbesondere die Strafbestimmung für die Verletzung des vertitin Rufina habe in einem Tempel einen besseren Garanten für die Sicherheit des e v o ö p i o v gesehen als in der jüdischen Gemeinde. Lit. zu Grabmulten bei SCHÜRER III 1, 106 A . 68. M . E. ist die Rolle des Strafempfängers bei der Verfolgung von Missetaten der wich tigste Grund, in dem Patriarchen der Stobi-Inschrift nicht den paläst. Patriarchen zu sehen, wofür sich allerdings HENGEL ( A . 72) 98flF. stark machte. Kann es ein anderer Ausdruck flir den pater patrum sein? In Alexandria war das Oberhaupt der Gemeinde der eövdpxris. Vgl. z. B. oben A . 138.
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Grabes als von selten der Behörde anerkannt und somit rechtskräftig gekenn zeichnet vmrden." Der Rechtsvorgang dürfte auch dort erfolgt sein, wo er nicht eigens inschriftlich genannt wird;'^'^ seine ausdrückliche Erwähnung dient vielmehr der zusätzlichen Abschreckung. Zu euLYpacjjfi vgl. M . Wörrle, in: J. Borchhardt (Hrsg.), Myra, Berlin 1975,269f. (mit zahlreichen Belegen): „Vielleicht darf man annehmen, daß mit dieser urkundentechnisch ungenauen Ausdrucksweise dasselbe gemeint ist wie in den angeführten Zeugnissen aus Termessos, daß also €TTLypa(j)ri eigentlich die in der Grabinschrift wiedergegebene arnieLwaig des Besitzers meint." Zur Existenz von Provinzialkassen s. O. Hirschfeld, Die kaiserlichen Ver waltungsbeamten bis auf Diocletian, Berlin 1905, 6. 11: Reinach 166; Robert, Et. Anat. 148 zitieren zur näheren Bestimmung des Archivs IK 23, 191:T]auTTi? Tfjs emypac|)fis dvT[L]ypa(j)[oy K e t r a L ] e v e v Z|iupvT) dpxeitp Tt5 [ K a X o u I i i e v w M o u a e i c o ; ' ^ ^ Robert erklärt so, weshalb in Temenothyrai (IGR IV 618) ein Jurist geehrt wird, Kai e m Tfjs XainTpoTdTris- |jLT]TpoTTÖXe(jog Z | i i ) p v a L w v TröXewg fiyriodiieyoy Mouaeiou e m Twy yö|j,cüy eyrreLpLO. K a i Trapd T O L S ßtj[iaaL Twy fiyeiiöycoy e m TOT) eGyous irpÖKpLToy yeyö|ieyoy.'^'' TW
4 4 Das Grab des L. Lollius lustus Edd.: C. Leemans, Grieksche opschriften uit Klein-Azie, Verhandelingen Kon. Akademie ... Amsterdam 1890, Nr. XII (Oehler 297 Nr. 53 a [Krauss 230 Nr. 57. 2]; Robert, Hellenica XI/XII 260 [B.J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982,225 A . 31]); IK 23, 296 (D.F. McCabe u.a., Smyma Inscriptions, Princeton 1988, 76 Nr. 563). FO: Von A.O. van Lennep in Smyrna für das Rijksmuseum van Oudheden gekauft, inv. LKA 990; cf. H.W. Pieket, The Greek Inscriptions in the 'Rijks museum van Oudheden' at Leyden, Leiden 1958, 87.
'^^ Vgl. z. B. MOMMSEN, Strafrecht 816: „Wahrscheinlich aber hat der Grabstifter sie (seil, die Strafe) nicht anders festsetzen können als nach vorgängiger Anzeige an diejenige Be hörde, welche späterhin über deren Verfall zu entscheiden hatte ..." Etwas ausftihrlicher wird das smymaeische Verfahren geschildert in der Grabinschrift SEG 45, 1598 (Metropolis): r p C a AnA[.]Q [... direTJeOri e i s d p x e X o v TÖ X e y ö p e v o v [ M o u a e X o v x ö ] e v S p ü p v r ) ... (Datierungen)... r r l e J i T o i r i p a L x f i v 8iaYpa4*Tli^ K[a]9a)s r r p o y e y p a T T x a i . ' A ß L r | v ( ö s ) ' H x p e i r i o ? ] TTapr|pr|v. S x p a x ö v e i K O s l e p ö s S p u p v a t t o v e m x o ü Mo[u]aeiou eXaßov. ROBERT (A. 124) 97 identifiziert das Mouseion mit dem Heiligtum auf der Agora, das Philostrat, VS 2, 27, 5 p. 118, Iff. K erwähnt. Bei den Ausgrabungen auf der Agora wurde ein theaterähnliches Gebäude gefimden, das wohl zum Museum gehörte, cf R. N A U M A N N / S. KANTAR, in: Kleinasien und Byzanz (Istanbuler Forschungen 17), Berlin 1950, 74.
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Beschreibung: Rechteckige Platte aus weißem Marmor, H.: 0,25 m; B.: 0,35 m; T.: 0,05 m; litt.: 2,5 cm (Z. 1), 1,6 cm (Z. 2ff.). Abb.: Leemans Taf. II (Facs.); Petzl Taf. 22 (Abklatsch). Ü: Krauss; Goodenough, Symbols II 79f.; Brooten; Petzl; Williams 30 I 109. AouKLos AÖAXLO? 'loüaaTO? ypa|i|j.aTeus" T O U ev Z|iupvri Xaoü eiTOLT]ae T O e v o ö p i o v 5
eauTü) Kai TCO yevei T W LSLCO
A . AöXXiog ' l o D o T o s Krauss.
Lucius Lollius lustus, Sekretär des Volkes in Smyrna, ließ die Grabnische für sich und die eigene Familie bauen. Datum: frühe Kaiserzeit (Buchstabenform). Die Bedenken von Juster I 189 A . 12 sind nicht gerechtfertigt: sowohl der Name lustus wie die Erwähnung des ev ZfiupvT] Xaös" sind sichere Anzeichen dafür, daß es sich um eine jüdische Inschrift handelt, weswegen auch schon Hiller diese Inschrift zu Sylloge"' 1247 zitierte; weitere Belege bei Robert, Hel lenica XI/XII 260f. Auf die Bezeichnung Xaös für die jüdische Gemeinde in Smyma spielt auch Mart. Pion. 13, 2 an (s. A . 125); wir kennen mit e9yos undaTe|j.[ia noch zwei weitere Bezeichnungen für die Gemeinde. Selten wird so deutlich wie hier herausgestellt, daß die Gemeinde an einem Ort, ev Z|jLupVT], nur ein Teil des auserwählten Volkes ist. 2: L. Lollius lustus war römischer Bürger; ein M. Lollius fmdet sich noch in IK 23, 361; woher das Bürgerrecht stammt, läßt sich nicht mehr feststellen: Lollii sind seit der ausgehenden Republik auf Delos und in der Ägäis zu finden. Ilan 13: „The second most populär Latin name is Justus ... Whether this is due to its association with the biblical name Joseph is questionable." Meist wird lustus als Übersetzung des Namens Zadok gesehen. ypaiJ-iiaTeüs: Das Amt ist v. a. in Rom häufig belegt, s. Noy II p. 538; id. p. 10: „an office which was apparently fimctional and relatively low in the in-
Belege bei ILAN 333; ansonsten e. g. HORBURY/NOY 148 (Alexandreia); N O Y I 18 (Ostia); 69 (Venosa); 120(Tarent); 189 (Narbo); Beth She'arim II 125; 127; 149; 190; LIF SHITZ 75 (Kaphamaum); daß dieser lat. Name in Rom besonders populär war, versteht sich, s. NOY II p. 520f. Vgl. zum Namen noch R. BAUCKHAM, in: A . CHRISTOPHERSEN u. a. (Hrsgg.), Paul, Luke and the Graeco-Roman World, Sheffield 2002, 212f, der aber gegen die Verbindung mit dem Namen Zadok einwendet, daß dieser bei Juden selten getragen wurde.
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temal hierarchy", anders H.J. Leon, The Jews of Ancient Rome, Philadelphia 1960, 184: die Tatsache, daß jede Gemeinde einen eigenen Schreiber hatte und die häufige Erwähnung des Amtes in Grabinschriften sei „clear evidence that this was one of the chief offices of the congregation." Besondere Kenntnisse in der Torah dürften kaum verlangt worden sein, wenn die Interpretation als 'functional office' richtig ist.'^^ Da die Ypa|j.|j.aTeLs nirgends als Stifter auf treten, schließt Levine 409, daß sie in der Regel nicht der Oberschicht der Ge meinden angehörten. Die Benutzung des bestimmten Artikels in der Bezeichnung des lustus als y. T O Ü ev Z|iüpyr] Xaoü legt nahe, daß es hier nur eine Gemeinde gab. 4: eyaöpLoy ist typisch fiir Smyrna, s. 43, 3 (Komm.). 5: L8LOV yevos bezeichnet die Familie, cf. e. g. IK 23, 202: eavTf\ ... Kai TCO avdpl ... Kai TeKVOL? Kai eyövoig- \ir\8evös exovros e^ovoiav KT]Sevaaiv ev avrols \IT] TrpoCTrJKOvTa T W yevei. ei Se Tig ToXiirjaei Odi|jaL (IT] 8La
E K T O Ü yevous" K T X .
45 Das Grab der Anna Ed.: IK 23, 297 (nach Keil, Skizzenbuch Smyma VI 306). A O : Evangelische Schule, Smyma; jetzt verschollen. Beschreibung: In zwei Teile zerbrochenes Fragment einer Platte aus bläu lichem Marmor, rückwärts glatt; vorgerissene Linien, in den Buchstaben Farb spuren; H.: 0,15; B.: 0, 24; T.: 0,037; litt.: 1,8 cm. Abb.: Petzl (Facs. nach Keil). "Awa
TO
evoöipiov]
KaTeaKeüaae[y Kai
aÜTf]]
T W KaT0LX0|j.[evü)]
[TJeKVW 'loü8g suppl. Keil.
BURTCHAELL ( A . 50) 250ff.; 251: „His tasks would be to draw up the minutes and acts of the assembly, eiders and notables, to draft outgoing correspondence and all eise that was in the archive, to act as clerk of the court, to fimction as notary and, probably, to be cf counsel to members who were preparing important legal papers." - Mit den ypappaTelg als Schriftgelehrten (BAUER/ALAND s. v. 2.) hat das Amt hier nichts zu tun, obwohl CLAUßEN ( A . 34) 280f dies überlegt: „Anzahl und Art der Nennung dieses Titels auf den Epitaphen deuten viehnehr daraufhin, daß es sich um angesehene Mitglieder der Synagogen gemeinde handelt." Angesichts der Tatsache, daß auch andere, niedrigere Ämter in den Grab inschriften genannt werden, und angesichts der Möglichkeiten, die ein einfacher ypappareus sogar in den Städten haben konnte, scheint mir das Argument nicht durchschlagend zu sein. ZIMMERMANN ( A . 138) 55f zum Schreiber in paganen Vereinen.
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Anna baute die Grabnische für sich und (ihr) verstorbenes Kind ludas. Datum: wg. der Buchstabenformen und des Formulars aus der Kaiserzeit. Die Herkunft aus Smyma ist wg. des Formulars wahrscheinlich; evaÖQiov ist fast nur aus Smyma bekannt, s. 43, 3 (Komm.), und auch die Formulierung TO) K a r o i x o i i e v o ) TEKUM ist dort in der Kaiserzeit häufig. Zu den jüdischen Inschriften wird dieser Text wegen der Personennamen gezählt: die Verwendung des Namens Judas ist ein hinreichender Beweis für jüdische Abkunft, und auch Anna ist ein biblischer P N , der mehrfach von Juden benutzt wurde; vgl. e. g. Noy II 10; I p. 95f.; Ilan 240f. Das Zusammentreffen der beiden Namen ist ein ausreichender Grund, die Inschrift hier aufzunehmen.'^^
Teos 46 Eine Stiftung des P. Rutilius loses Edd.: E. Pottier/A. Hauvette-Besnault, BCH 4, 1880, 181 Nr. 44 (Oehler 298 Nr. 64; Krauss 232 Nr. 63; CIJ II 744; Lifshitz 16; B. J. Brooten, Women Lea ders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 161 Nr. 24; T. Rajak/D. Noy, JRS 83, 1993, 90 Nr. 18 [Rajak 424 Nr. 18]). FO: „A Sevri-Hissar, dans le bazar, maison d'Hadji-Mikhalis". Beschreibung: aus grauem Marmor; Inschrift in zwei Zeilen. H.: 0,21 m; B.: 1,53 m. Abb.: Pottier/Hauvette-Besnault (Facs.). Ü: Krauss; Frey; Lifshitz; Brooten; Rajak/Noy; Williams 45 II 61. TT. ' POUT(LXLOS") 'Iwafjs", ö d^LoXoywTdrog, ö 8iä ßtou dpxLauvdy(jo[yos'] Gvv BiGivviq
AT]p.cp TT] auvßLO) aiiToü eK Bep-eXicov eK T W V
npouTicüari? edd., corr. Robert, Hellenica I 27f. Falsche Zeilentrennung bei Lifshitz.
P. Rutilius loses, der hoch angesehene, Archisynagogos auf Lebenszeit, (stiftete das Gebäude vel sim.) zusammen mit seiner Frau Visinnia Demo von den Fundamenten auf aus eigenen Mitteln.
Der PN Anna ist alleine kein hinreichender Hinweis auf Juden (oder Christen), da der Name auch aus dem Thrakischen genommen sein könnte, ZGUSTA, KPN 67f § 62 - 1.
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Datum: 3. Jh., Robert, Lifshitz nach den Buchstabenformen und dem Aus druck d ^ L o X o y w T a T o s , vgl. 27,2
(Komm.).
Diefrüherungeklärte Frage, ob es sich hier um eine jüdische Inschrift han delt, wurde durch die Behandlung von Robert, Hellenica I 27f. gelöst (Lit.). Der Name loses reicht zusammen mit der Amtsbezeichnung als dpxiauvdycoyos (1, 3f. [Komm.]) als Beweis aus. Die Gemeinde läßt sich nicht weiter fassen.'«^ Die Amtsführung auf Lebenszeit wird bei den Juden, wie in ihrer Umge bung, bedeutet haben, daß Rutilius loses eine Stiftung gemacht hatte, die die Kosten des Amtes dauerhaft tragen s o l l t e . D i e Führung eines Amtes biä ßi ou findet sich noch in 168 (Akmoneia); ansonsten s. Noy I 18 (Castel Porziano); 23 (Marano); CIJ I 720 (Mantineia); m Rom gab es ein Amt, das einfach als 8Ld ßLOu bezeichnet wurde, Noy II 106; 163; 194; 198; 287.'^' Nach dem Format des Blockes handelte es sich um den Teil eines Gebäu des, also um eine Stifterinschrift: „es liegt... nahe, an eine Synagoge zu denken".'^2
Mann wie Frau waren römische Bürger, beider Bürgerrecht könnte auf fhihere Zeiten zurückgehen, da sie es keinem Kaiser verdanken'^^ (ein Rutilius war etwa 82-4 für zwei Jahre proconsul Asiae^^'^). Zu Visennius vgl. W . Schul ze, Zur Geschichte der lateinischen Eigennamen, Berlin 1904, 255f.; der P N Demo noch in CIJ I 700 (Larissa).
In einer weiteren Inschrift kommt vermutlich ein semitischer Frauenname vor, doch haben wir keinen weiteren Beweis, daß es sich um eine Jüdin handelt: DEMANGEL/LAU MONIER, BCH 46, 1922, 336f. Nr. 24 (mit Aufiiahme 337 fig. 10; SEG 2, 602; MCCABE/ PLUNKETT, Teos Inscriptions, Princeton 1985, 61 Nr. 197): ... TTIV KJapdpav [TauJTriv ? KaxeoKeüaaev eauT^i Kai reo dvSpfi 'OvriJaipo) Saxopveivou KOL TT] TrpoevKe[Kri6]eupevT] pr|Tpl Mapiepri, priSevö? €Te[p]ou e x o v r o g e ^ o w i a v evKT)8eÜCTaL Tiva [rrelpa Tfig auv[x(Jüpiia]e(os aÜTfis fj TOÜ dv8pö[s] 'Ovriaipou- dv 8e TL? errixeipTiari, 8c6aei [ejis TÖV lepojTaTov (|)LCTKOV Srjvdpia rrevTaKÖoia. DEMANGEL/LAUMONIER hatten Maviepr) gelesen, was WILHELM, apud SEG nach dem Photo korrigierte. Daß es sich um einen jüdischen Text handeln könnte, überlegte wg. des Namens J.W. VAN HENTEN, in: ID./P.W. VAN DER HORST, Studies in Early Jewish Epigraphy, Leiden 1994, 61 A . 73. Anders BROOTEN ( A . 55) 24; BINDER ( A . 80) 350f, der in einem dpxLouvdywyos 810 ßiou einfach einen ehemaligen äpxiauvdycoYOS' sieht. Wie hier auch RAJAK 413f, die daraus ableitet, daß auch in den jüdischen Gemeinden Status wichtiger war als Funktion: Kompetenz könne eben nicht mit emer Ernennung auf Lebenszeit garantiert werden. Zur lebenslangen Amtszeit bei Kaiserpriestem und anderen Priestern heidnischer Götter s. die Beispiele bei A . CHANIOTIS, in: H. CANCIK/K. HITZL (Hrsgg.), Die Praxis der Herrscherverehrung in Rom und seinen Provinzen, Tübingen 2003, 17 A . 50. HENGEL ( A . 72) 107. BAUCKHAM ( A . 185) 211 A . 53: „ A rare case ... of a Jew who used a Jewish name as the third of his tria nomina is Publius Rutilius Joses of Teos." W . ECK, AJPh 106, 1985, 475ff
6. Kapitel
Lydien Lydien und Phrygien gelten traditionell
als die beiden Landschaften Kiem
asiens, in denen zuerst eine größere Zahl von Juden angesiedelt woirde. Flavius Josephus zitiert den berühmten Brief Antiochos' IIL an semen „Vater",' den in Sardeis residierenden Vizekönig Zeuxis, in dem er befiehlt,
2.000 jüdische
Familien aus Babylonien in Lydien und Phrygien anzusiedeln.^ Die Authenti zität dieses Schreibens ist umstritten, aber wahrscheinlicher geworden^, da wir
' K. EHLING, EpAnat 30, 1999, 104: „Als Vormund eines minderjährigen Königssohns war der 'Kanzler' dessen 'Vater' (iraTrip) oder älterer 'Bruder' (dSeX(t)ös)." V g l . zur Anrede auch Plut. Luc. 22, 2 mit A . ALFÖLDI, Der Vater des Vaterlandes im römischen Denken, Darmstadt 1978, 41. ^ AJ 12, 147ff.: eypail^e 8e papTuptöv ripty eüaeßeidv r e Kai m o T L i ' , r\viKa vecorepiCovra
T d K a r d Tr\v Opuyiav Kai Avdiav
ernjOexo
KOG' ÖV r\v KOtpöv ev r a l g dvco
aaTparreiaLg, KeXeüwv Zeü^iv TÖV aüroü OTpaTrjyöv KOI ev rolg
pdXiora (J)LXOV rrep-
4>aL TLvdg T Ö V fipeTepwv eK BaßuXcüvog e i g «tpuyiav. Ypd(j)eL 8e oÜTCog(148) ßaaiXeüg ' A v T i o x o g Zeu^iSi rü rrarpl xoiLpeiv. e l eppwaai, eu d v e x o i , üyiaivo) 8e KOL aÜTÖg. (149) rrwOavöpevog Toüg ev Au8Lg Kai <J>puYLg vecoTepiCovTag, peydXrjg eTrLaTpocj)fig f)Yr|adpr|v TOÜTO poi öelaGai, KOI ßouXeuaapevw <^{.X(x>v TL 8eX TTOieiv, e8o^ev e i g T Ö cj)poüpia ÖTTÖ T f | g MeaoTTOTapiag KOL BaßuXwviag
Kai Toüg
Tou8aLCov oiKoug
poi p e r d TCOV
övaYKaiOTdToug TÖrroug TCOV SiaxiXioug
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peTaYöY^"^'^- (150) Trerreiapai yäp eüvoug aÜTOÜg eaeaOai TWV ripeTepcov <\)v\aKag 8iä Tf]v rrpög TÖV Geöv eüaeßeiav, Kai papTupoüpevoug 8' aÜTOüg ÜTTÖ TWV rrpoYÖvwv e i g TTLOTiv ol8a KOL TTpoGupiav e i g d TrapaKaXoüvTai• ßoüXopai TOLVUV, Kairrep epY0j8oug övTog
TOÜ peTaYayeXv + üiroaxopevoug
ÖTav 8' aÜTOüg dYdyrig e i g Toüg aÜToXg 8a)aeLg TÖTTOV eKdoTco KOI
vöpoig
rrpoeipripevoug
x^pctv e i g
aÜToüg xpfl<79cti ToXg iSioig. (151) TÖrroug,
e i g Te oiKo8opLag OLKICÜV
Y^copYiav Kol cj^^Teiav dpTreXwv, Kai äre-
Xeig TCÜV eK Tf^g yf\g KapTrwv dvrjaeig errl err) 8eKa. (152) peTpeioGcoaav 8e Kai, dxpig dv
TOÜg TTopd Tfjg
yf\g Kaprroüg Xapßdvcoai, CTXTOV e i g T a g TCÜV GeparrcvTCov
8ia-
Tpo(|)dg- 8i8öaGcü 8e Kai ToXg e i g Tag xP^^ag ürrripeToüai TÖ aÜTapKeg, ' i v a Tfjg rrap' f)pcüv Tvyxävovreg pa.
4)iXavGpcoTTLag, rrpoGiipoTepoug rrapexcüaiv aÜTOüg rrepl TO fipcTe-
(153) rrpövoiav 8e TTOIOÜ KOI TOÜ eGvoug KOTO TÖ 8uvaTÖv, örrcog ürrö priöevög ev-
oxXfjTai. Trepl p e v oüv Tf^g ' A V T I Ö X O U ct)iXLag TOÜ peydXou
rrpög
'Iou8aLoug Taürra ripXv
dTTOXpojvTCüg eiprioGco papTÜpia. Zu 152 vgl. e. g. SEG 39, 1426 (Arsinoe/Kil.): KoXcog rroniaeTe epYaCöpevoi Te rrda a v aÜTTiv KOI KaTa(|)UTeüovTeg örrcog aÜTOi Te ev eüßoaiai Yi-i^TjoGe Kai TCÜL ßaaiXeX Tag
Trpoaö8oug TrXeioug TCÜV ev dpxf|L YLVopevcov auvTeXfJTe; SEG 35, 1476, Z . 31f
(Failaka): Trapd8ei[^ov aÜToXg Yf|v, f i v ] e^epYaadpevoi
KOI ())UTeü[aavTes.
^ Lit. zur Frage bei SCHÜRER III 1, 17 A . 33; zuletzt positiv P H . GAUTHIER, Nouvelles inscriptions de Sardes II, Genf 1989, 41f
198
6. Lydien (Nr. 47-146)
auf Grund zahlreicher Neufunde das Formular der seleukidischen Kanzlei bes ser kennen. Über die Lage und Identität der so gegründeten Kolonien sind wir leider nicht weiter informiert,"* aber es ist eine billige Vermutung, daß die mei sten jüdischen Gemeinden in diesen Landschaften auf solche Siedlungen zu rückgehen, auch wenn unsere kaiserzeitlichen Quellen keine jüdische Gemein de mehr mit einem für Militärsiedlungen typischen terminus bezeichnen.^ Die Übersetzer der Propheten gingen allerdings - wie Jos. AJ 1, 114 - da von aus, daß Lydien den Juden schon weit länger bekannt war: fand man die Landschaft und ihre Bewohner doch bereits als Luddim in der Genesis (10, 22); selbst wenn Luddim und Lyder nichts miteinander gemein hatten, so ist die Identifikation doch ein Zeichen, daß die Juden im frühen Hellenismus von der Existenz Lydiens wußten - woher auch immer sie diese Kenntnis hatten. Lyder werden auch unter den Gegnern Israels genannt L X X Jer 26, 9; Ez 27, 10; 30,5. Jenseits der Inschriften^ - und vielleicht dem Personennamen „Salamon" auf Münzen aus Sala^ - gibt es nur wenige andere Zeugnisse jüdischen Lebens in Lydien,^ weshalb es um so erstaunlicher ist, daß in der Kairoer Geniza ein
" ROBERT, Villes^ 282 A . 1: „il s'agit de positions strategiques d'ou l'on peut tenir en bride les populations de Phrygie et de Lydie qui s'agitent; disons des lieux comme Apamee, Akmonia, Laodicee, Sardes"; cf. e. g. P. HERZ, in: ID./J. KOBES (Hrsgg.), Ethnische und religiöse Minderheiten in Kleinasien, Wiesbaden 1998, 5f - G.M. COHEN, The Hellenistic Settlements in Europe, the Islands, and Asia Minor, Berkeley 1995, 231 spricht sich gegen die Idee aus, daß Antiochos III. jüdische Militärsiedler in Sardeis angesiedelt habe. ^ T A M V 1, 608 gibt es eine ' Iou85r|i/wr' KaroLKia, die manchmal mit den Ansiedlungen Antiochos' III. verbunden wird, e. g. CJ. CADOUX, Ancient Smyma, Oxford 1938, 402; V . TCHERIKOVER, Hellenistic Civilization and the Jews, Philadelphia 1959, 502 A . 63; B . BAR-KOCHVA, The Seleucid Army, Cambridge 1976, 228 A . 114; unsicher COHEN ( A . 4) 213; gegen eine solche Verbindung s. ROBERT, Villes^ 282 A . 1; M . STERN in: S. SAFRAI/ID. (Hrsgg.), The Jewish People in the First Century, Philadelphia 1974, I 151 A . 8; HERRMANN ad loc. Es handelt sich um einen indigenen Ortsnamen, und schon J. KEIL/ A . V. PREMERSTEIN, Zweiter Bericht über eine Reise in Lydien, Wien 1911, p. 7 vergli chen Atoudda, Aloudda, Klannoudda; c f ZGUSTA, K O N 200 § 379. Zum Text s. ROBERT, Op. Min. I 428ff * H. M A L A Y , Greek and Latin Inscriptions in the Manisa Museum, Wien 1994, 161 Nr. 536 mit flg. 238 (Dareiukome): TÜXT1 'ATTOXXCOVLW TQl ... JAOTPHNQ TW e a u T f i ? dvSpi. K. RIGSBY, AJPh 117, 1996, 168: „consider Ta)[ßLou], whatever the likelihood of a Jew from Parthian Dura settling by the Hermos." Es ist vielleicht sicherer, bei einer der von M A L A Y erwogenen Möglichkeiten zu bleiben: a) ein Ethnikon T f i [ ... ]AOTPHNO oder TW [KGL] AoupT]yd), wobei er nicht nur Dura-Europos, sondem auch ein bisher unbekaimtes lydisches Toponym (Doura, -ai, -oi) erwägt. ' SCHÜRER III 1, 26 mit der Literatur (s. noch JUSTER I 190 A . 19), wo für den Namen ZGUSTA, K P N 151 § 1358 zitiert wird. * A . NEUBAUER, La Geographie du Talmud, Paris 1868, 316 zitiert noch bT Git 47 a: R. Simon ben Lakisch verkaufte sich an die Lyder; anders W . BACHER, Die Agada der palästnensischen Amoräer III, Straßburg 1892, 342.
6. Lydien (Nr. 47-146)
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unerwartetes Zeichen der Existenz jüdischer Gemeinden in Lydien gefunden wurde: ein Heirats-Vertrag aus dem Jahr 1022.^ Das Ehepaar stammte aus Mastaura:'° die Gattin hieß Eudokia, T. d. Kaleb, einer der Zeugen war M o ses, S. d. Leon: auch in einer Zeit, in der die Hebraisierung der Gemeinden be reits weit fortgeschritten war, wurden noch griechische Personennamen be nutzt (Leon erinnert an das häufige, auch in Lydien benutzte Leontios), und in der Liste der Aussteuer gibt es noch zahheiche Lehnwörter aus dem Griechi schen - V. a. Kleidungsstücke betreffend.
Hypaipa Ein jüdischer Ratsherr aus Hypaipa war an der Ausschmückung der Synagoge von Sardeis beteiligt (95): ö avrös 5^a|iouf]X ö KQI ' louAiavög ' TTraLTrT]yö?, ßouX. [...]AKKO[... ÜTTjep e[vx]f\9 [..]EM[... CTTJOLTiaa.
4 7 Die'Jüngeren Juden' Edd.: S. Reinach, REJ 10, 1885, 74ff. (nach Kopie u. Abklatsch von Demosthenes Baltazzi); id.; Rev. Arch. III 6, 1885, U l f . Nr. 6 (Oehler 297 Nr. 58; Krauss 231 Nr. 60; CIJ II 755;" IK 17, 2, 3822). FO: Ödemis, die moderne Kreisstadt bei den Ruinen von Hypaipa. Beschreibung: „Nous n'avons re9u aucun renseignement touchant la forme du marbre sur lequel est gravee cette inscription; il parait d'ailleurs, d'apres l'estampage n'etre plus intact." H: 0,23 m; B: 0,25 m; litt.: 5,5 cm. Abb.: Reinach 74 (Facs.). Ü: Krauss; V. Schnitze, Altchristliche Städte und Landschaften II 2, Gü tersloh 1926, 84; Frey; Williams 114 V 24.
' J. MANN, The Jews in Egypt and in Palestina under the Fatimid Caliphs, Oxford 1922, II 94f Nr. 19; TH. REINACH, Melanges G. SCHLUMBERGER, Paris 1924, I 118ff. ( Ü : J. STARR, The Jews in the Byzantine Empire, Athen 1939, 187ff. Nr. 130); N . DE LANGE, Greek Jewish Texts from the Cairo Geniza, Tübingen 1996, Iff. Nr. 1 (mit Abb. p. 309ff); c f S. SHAKED, A Tentative Bibliography of Geniza Documents, Paris 1969, 71. '° Ein weiteres Dokument, M A N N ( A . 9) 92flF. Nr. 18, wurde vom Herausgeber als Brief alexandrinischer Juden nach Mastaura interpretiert, doch las N . GOLB, Bulletin of Judaeo Greek Studies 1, 1987, 7 den Ortsnamen Marathia in Yawan, i. e. in Griechenland, wo es mehrere Orte dieses Namens gab. " FREY notiert noch: Ms. DE ROSSI 16451; c f p. 180 A . 137.
200
6. Lydien (Nr. 47-146)
' Iou8a[L]ÜJV
ve-
tOTepcjüu Der Jüngeren Juden.
Datum: Ende 2., Anf. 3. Jhrdt. (Reinach, nach den Buchstaben). Reinach und nach ihm Schuhze vermuteten eine Weihung, dyd9T]|ia K T X . , doch wird man das ohne genauere Kenntnis des Steines kaum sagen können. Die yecoTepoL
stellen eine Gmppe unter den Juden Hypaipas dar -
die
Frage ist nur, ob sich die Distinktion auf die Juden bezieht, also die v e w r e p o L im Vergleich zu den TTpeaßurepoL,'^ oder ob sich die Distinktion auf die Gruppe der vecorepoL
bezieht, die sich dann in Juden und andere unterteilte.
Da es für beide Formen Parallelen gibt, ist ein Hinweis auf das A T zur Erklä rung des Ausdrucks nicht nötig,'"' selbst wenn man den impliziten Gegensatz zu den TipeaßuTepoL gelten lassen will, die es ja auch bei Juden wie Nicht-Ju den gab. Ein Kollegium jüdischer vewrepoL ist sonst nicht belegt, weshalb man nicht an die Sitzordnung in der Synagoge denken.sollte.''* Sonst gibt es zwei Mög lichkeiten: 1. Im öffentlichen Bereich stellen die v e w r e p o i eine Verbindung zum Gym nasium dar, gleichgültig ob man bei diesem Text an eine Platzinschrift oder ei ne Weihung denkt.'^ v e w r e p o i
sind im Gymnasium nicht präzise definiert;
mit dem Ausdruck konnten Epheben oder alle, die jünger als Epheben sind, be-
S. REIN ACH, REJ 10, 1885, 74ff. zitiert 237 (Korykos) zum Vergleich, doch ist bei den Inschriften - wenn keine Altersangabe gemeint ist - immer damit zu rechnen, daß rrpeaßüxepos titular gebraucht wird. - H. ACHELIS, Z N T W 1, 1900, 95 A . 3 zitiert 151 (Kal chedon), den eTTLoydTr)? TCÜV TTaXaiwr', was aber auch titular zu verstehen ist. MERKELBACH, IK 17 ad l o c ; G.H.R. HORSLEY, N T 34, 1992, 124 verweisen auf die Geschichte der schönen Susanna im Bade: „perhaps a reference to Susanna 63 or to the three young men in Daniel"; gerade in der LXX-Fassung der Susanna-Geschichte ist tatsäch lich mehrfach von vewrepoL die Rede. So aber KRAUSS 231; 395f, doch ist im Kontext der Synagoge der Gegensatz nicht zwischen 'Älteren' und 'Jüngeren', sondem zwischen den rrpeaßÜTepoL und den anderen Gemeindemitgliedem. A . T H . KRAABEL, Judaism in Westem Asia Minor under the Roman Empire, Diss. Harvard 1968, 181 bezweifelt, daß man in einer Synagoge ausdrücklich von 'Juden' gesprochen hätte. - ACHELIS ( A . 12) 95f verweist in diesem Zusammenhang auf ei ne Stelle der syrischen Didaskalia, die allerdings von Christen handelt: „Die Jünglinge sollen abgesondert sitzen, wenn Platz vorhanden ist; und wenn nicht, aufrecht stehen." Deshalb ver mutete er 95: „es (wäre) ja möglich, dass die jüdischen Jünglinge einer gottesdienstlichen Or ganisation angehörten, von der wir freilich sonst keine Zeugnisse haben." REINACH, FREY, WILLIAMS rechnen in ihren Editionen mit diesen Möglichkeiten; s. auch SCHÜRER III 1, 103.
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zeichnet werden, femer jeder, der gerade seine Ephebie beendet hatte, dann die veoL und überhaupt alle, die unter der Kontrolle des Gymnasiarchen stehen.'^ Es gibt auch Beispiele dafür, daß die Ausdrücke vetorepoL, veoi und veavioKOL austauschbar gebraucht werden,'^ und es ist auch nicht ausgeschlossen, daß der Komparativ in Hypaipa die Grundform einfach verdrängt hatte: ge meint sind die 20-30jährigen. Zu der Möglichkeit, daß sich Juden am gymnasialen Leben der Poleis betei ligten, s. 22 (Komm.). Wenn diese Verbindung richtig ist, dann wird man Tre bilco 177 folgen: in Hypaipa gingen die Juden nicht einfach in den vecorepoL auf, sondem behielten auch im Gymnasium emen Teil ihrer jüdischen Identi tät: Abgrenzung und Angleichung sind gleichzeitig zu spüren. 2. In emigen Vereinen scheint es ebenfalls "jüngere" Mitglieder zu geben, e. g. T A M V 1, 92: avvoSos Ttov v e w v T T o S a p i w v ; SEG 40, 1063 , 37 (Sitz stufeninschrift aus dem Theater von Saittai) karm villeicht so ergänzt werden: ({)uX(fis) X L y o u ] p { A } y c o v ye[a)Tepcüv; M . H . Sayar, Perinthos-Herakleia (Marmara Ereglisi) und Umgebung, Wien 1998, 232 Nr. 49 B publizierte ein Geschenk veoig [a]ü[pa]pLOLg. Hier mag es sich um eine „Jugendabteilung" handeln, möglich wäre aber auch ein zweiter, später gegründeter Verein, der deshalb als der jüngere bezeichnet wird.
Magnesia am Sipylos 48 Das Grab des Straton in Magnesia a. S. Edd.: G. Earinos, Mouaetov Kai BLßXLO0T]Kri rfis- EüayyeXLKfj? ExüXfis- 2/3, 1876/8, 46 Nr. O^TI' (S. Reinach, REJ 10, 1885, 76 Nr. 1; Oehler 297 Nr. 59; A. Galante, Histoire des Juifs d'Anatolie II, Istanbul 1939, 70; CIJ II 753'^); A. Conze/C. Schuchhardt, A M 24, 1899, 239 Nr. 88 (IGR IV 1743; nach Ea rinos und Conze/Schuchhardt: IK 8, 27; T A M V 2, 1384). FO: „direvdyTL Tf\s öupa? rfis" OLKia? T O Ü ö0a)|j.avoü ' E ^ i v y K e v f i " (Ea rinos). „In einer Hausmauer, einige hundert Schritt westlich von der Tschesmeli-Dschamia Brücke (im Aivas-Pascha-Mahale)" (Conze/Schuchhardt). „Keil-v. Premerstein a. 1906 titulum sub tectorio latere compererunt; idem Gschnitzer a. 1955" (Herrmann). Beschreibung: Weißer Marmor. „ ' E K |ieydXou XLGOU, O U T\ eTTLypact)f) KQTexeL [iLKpöv |J.epos, eKTLap.€vou dvTLOTpöcjjws Kai eiTLxpLaiieyou KaC A . FORBES, Neoi, Middletown 1933, 60f. PH. GAUTHIER/M. HATZOPOULOS, La loi gymnasiarchique de Beroia, Athen 1993, 77f; cf. aber 177. FREY notiert noch: Ms. DE ROSSI 16397; c f p. 180 A . 137.
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TO •uXeloTOv avTOv ... Tö üip. TCOV Ypa|i. elvai 0,15" (?). H.: 0, 23 m; B.: 0,5 m. Abb.: Conze/Schuchhardt (Facs.). Ü: Reinach; Galante; Frey; M.H. Williams, ZPE 116, 1997, 261.
Tot
5
ZTpdTwv Tupdvvou ' l o u S O L O ? C<^V TO [IVT]116L0V K a T e a o K e a a e eauTü) Kai y u v a i K l Kai TeKVOLS
3: K a T € a K e [ ü ] a a e Frey, leichte Verschreibungen auch bei Reinach u. Oehler; Ihnken verweist zur Gemination des Sigmas auf T A M V 2, 1378, 2 f Straton, S. d. Tyrannos, Jude, baute zu Lebzeiten das Grabmal für sich und (seine) Frau und (seine) Kinder. Datum: hohe oder späte Kaiserzeit nach den Buchstabenformen. 1: Zu Straton s. 36, 1 (Kyme); der Name Tyrannos ist in Lydien relativ häufig (cf. Indices T A M V 1; 2: sechs Belege); vgl. noch die Beispiele bei J. Labarbe, A C 40, 1971, 480 A . 38. Ein General des Herodes trug den Namen, Jos., BJ 1, 527; AJ 16, 314 (Ilan 309). Zum Ausdruck 'louSato? cf. M.H. Williams, ZPE 116, 1997, 261 Nr. 37. 2f.: KaTa(eTTL)aKeudCeLy T Ö iiyrnieXov ist eine in den Grabinschriften aus Magnesia häufig gebrauchte Formel, e. g. T A M V 2, 1371f; 1374; 1378; 1380; 1382; 1385; 1392. 3: eu > e ist nicht selten, cf L. Threatte, The Grammar of Attic Inscrip tions I, Berlin 1980, 346f; C. Brixhe, Essai sur le grec anatolien, Nancy ^1987, 57ff'9
Philadelpheia Die ersten Zeugnisse für eine jüdische Gemeinde in Philadelpheia stammen von Christen und sind entsprechend vorsichtig zu betrachten. Der Autor der Apokalypse prangert im Brief an die christliche Gemeinde Philadelpheias die Anhänger der Synagoge Satans an:^^ sie geben sich als Juden aus, sind aber
" STERN (A. 5) 151 zitiert zu Magnesia noch Apg 16, 14; CIG 3509 - doch handelt es sich dabei um eine Verwechslung mit Thyateira. Apk 3, 7ff: KOL TW d y / e X w Tf|s ev
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Lügner, denen gegenüber die Christen standhaft bleiben müssen. Die Stelle ist verschieden interpretiert worden: a) falsche Juden, also keine Juden oder sogar Heiden, b) Juden im herkömmlichen Sinn werden als falsche Juden bezeichnet, da die Christen das wahre Gottesvolk, verus Israel, geworden sind.^' Auf Ju den in Philadelpheia spieh Ignatius, Philad. 6, 1; 8, 2 an.^^ Eine Reihe von Inschriften aus Philadelpheia und seiner weiteren Umge bung wurde immer wieder mit Juden, jüdischem Einfluß oder Verehrem des 9eö? üiliLOTo? in Verbindung gebracht, ohne daß hinreichende Beweise dafür
erbracht werden konnten.^-' TOÜ? 'louSaCoi;? elvat, KOL OÜK elaiv dXXd il^eüSovrau ibov rroiriatü aüxoüs 'iva fi^ouOLv Kai rrpoCTKUvriaouCTLV evcomov xcov rroScov aou Kai yvcoaiv öxi eyco fiydrrriad ae. ^' Zu Interpretation a) neigen e. g. A . BRAGLEY, The 'Sitz im Leben' of the Apocalypse, Berlin 1987, 31; U. RIEMER, Das Tier auf dem Kaiserthron? Stuttgart 1998, 163 (Lit.!), während z. B. O. BÖCHER, R A C 18, 628 der Interpretation b) den Vorzug gibt. - Voller unnötiger und falscher Voraussetzungen ist C. HEMER, The Letters to the Seven Churches cf Asia, Sheffield 1986, 160: „ W e may ask why Jewish influence should have operated so strongly in an economically weak city. Possibly Philadelpheia offered opportunities for exploitation by the less scrupulous by the sale of necessities at extortionate prices. The strong language of Rev. 3, 9 would be the more intelligible if some such opportunism of the writer's opponents had given them an unpopulär hold on the city. And neighbouring Sardis was a great centre of the Diaspora." ^^6,
1: edv 8e x i g 'louSaiapöv eppriveür] üptv, pf] dKoüexe aüxoü. dpeivov ydp
e a x i v , rrapd dvSpös Trepixopfiv e x o v x o g
Xpiaxiaviapöv
OKoüeiv f\ rrapd dKpoßüaxou
'louSaiapöv. edv 8e dpcJ)öxepoi rrepl 'Iriaoü Xpiaxoü pf] XaXcoaiv, ouxoi epol axfjXai eiaiv KOL xdcjjOL veKpcöv, e4>' oi? yeypauxai pövov övöpaxa dvOpcorrcov. (2) cj^eüyexe oüv xds" KaKoxexvia? Kai eve8pag xoü dpxovxog xoü aicovog xoüxou. ... 8, 2: errel fiKouad XLVCOV Xeyövxcov, öxi, edv pf) ev xoi? dpxeioi? (seil, im A T ) eüpco, ev xco eüayyeXio) oü maxeüco ... Dazu e. g. C.K. BARRETT, in: R. HAMERTON-KELLY/R. SCROGGS (Hrsgg.), Jews, Greeks and Christians, Leiden 1976, 232flf.; 234: „ W e conclude that there existed in Philadelphia a Jewish group, almost certainly unorthodox in its Judaism (and therefore perhaps not requiring circumcision) since it existed in some sort of relation to what Ignatius regarded as the orthodox, catholic, church, and is blamed by him for not being in closer relations with it." - T A M V 1, 225 (MERKELBACH/STAUBER I 472f Nr. 04/23/01; die Inschrift gehört allerdings nach Kastolupedion): xco peyJdXcp Or^Kaxo öcopa Gecp SaßaGliKÖ dyjicp KXX.; schon von KEIL/PREMERSTEIN für jüdisch gehalten. Vgl. p. 300f - KEIL/PREMERSTEIN, Bericht über eine dritte Reise in Lydien, Wien 1914, 29 Nr. 30: Nup(})i8La Zcoxfipog laKopßapia errl xö Oeiov ... dveOrjKev. H. GREGOIRE, Bull. Acad. Belg. Lettres 1953, 657ff wollte hier das ntl. korban fmden (Mk 7, 11; Mt 27, 6), wogegen sich bereits JLR Bull. 1955, 197 wandten. Andere Erklärungen des Wortes lOKopßapia sehen keine Verbindung mit der jüdischen Religion mehr (e. g. ROBERT, Noms indigenes 241 A . 7; ZGUSTA, KPN 205 § 490; K O N 204 § 387-2). - W.H. BUCKLER, JHS 37, 1917, 90f Nr. 2 (MERKELBACH/STAUBER I 481 Nr. 04/ 24/07): x]ö ydp yevo? eapev "Aßpcova wird von MERKELBACH/STAUBER übersetzt: „wird sind vom Geschlecht des Abronas (Abraham?)". KRAABEL ( A . 14) 103 zitiert in diesem Zusammenhang ROBERT, Op. Min. I 411 ( T A M V 1, 186; Saittai): 9eco ü4>Laxa) Kai pey[d]X(o Geico eTri(j)avei Aripto 9uydxT]p
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49 Eine Stiftung für die Synagoge der Hebräer Edd.: J. Keil/A. v. Premerstein, Bericht über eine dritte Reise in Lydien, Wien 1914, 32ff. Nr. 42 ( N . Müher/N.A. Bees, Die Inschriften der jüdischen Kata kombe am Monteverde, Leipzig 1919, 173; Krauss 231 Nr. 61 a; CIJ II 754; Lifshitz 28; B.J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982,162 Nr. 28; Trebilco 162 Nr. 4. 6; I. Levinskaya, The Book of Acts in Its Diaspora Setting, Grand Rapids 1996, 60; St. Mitchell, Chiron 28, 1998, 57 i; B. Wander, Gottesfürchtige und Sympathisanten, Tübingen 1998, 110). cf. P. Figueras, Immanuel 24/5, 1990, 202 Nr. 17. FO: Dehler, ca. 10 km östl. von Philadelpheia, beim Laufbrunnen der M o schee verkehrt herum aufgestellt. Beschreibung: „Basis aus weißem, gestreiftem Marmor, oben und unten profiliert... Anscheinend eine verkehrt wiederverwendete Basis oder Ära: die jetzige Rückseite ist größtenteils abgearbeitet ...; die jetzige Unterseite zeigt neun runde Dübellöcher in zwei diagonalen Reihen" (Keil/Premerstein); H.: 0,8 m; B.: 0,33 m (unten); T.: 0,37 m (unten); litt.: 2-4 cm. Abb.: Keil/Premerstem 32 Abb. 19 (Facs.). Ü: Krauss; Frey; Lifshitz; Figueras; Trebilco; Levinskaya; Wander 110 A . 77; Williams 84 III 81; P. Trebilco, in: A . Lewdn (Hrsg.), Gli ebrei nell'impero romano, Florenz 2001,181. [T]fi dyL0T[dTT]] [ajuvaywyfi Tüjy 'EßpaCüjy EüardGLOs 5
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4: EüardTLos Levinskaya.
Tupdwou Oedv Aapiirivriv dvearricrev, auch wenn bereits ROBERT 418 jüdischen Einfluß in diesem Text wg. der Erwähnimg der Oed Aapprivii bestritten hatte. ROBERT 412ff. be spricht Oetov, zum Kult des Oeds i)i|>iaTOs- in Lydien s. MITCHELL 138f., der 139 Nr. 171 auch ein Beispiel aus Philadelphia zitiert.
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Der allerheiligsten Synagoge der Hebräer stiftete ich, Eustathios, der Gottes fürchtige, um des Andenkens (meines) Bruders Hermophilos willen das Reini gungsbecken zusammen mit meiner Schwägerin Athanasia. Datum: 3. Jh. nach Keil/Premerstein; A . Deissmann, Licht vom Osten, Heidel berg "^1923, 392 A . 4, doch scheinen die Buchstabenformen, auf denen allein das Urteil beruht, eine spätere Zeit nicht auszuschließen, wie MüUer/Bees be merkten. Auch die Namen sprechen eher für das 4. Jh. Da der Stein verkehrt herum im Boden steckt, läßt sich nicht sagen, ob er als Untersatz für das gestiftete Becken (Z. 9f. [Komm.]) diente, doch scheint mir das angesichts seiner Höhe wahrscheinlich, zumal man sich den Stein nur ungern neben dem Becken stehend vorstellen wird.^"* If.: Zur dyLoordTr] auva-ycoyri vgl. 20, 4 (Komm.); ansonsten Robert, Hel lenica II 131: „II est ordinaire que les dedicaces soient adressees ä l'association meme dont un personnage est membre ou dignitaire", wozu er einige Beispiele gibt; vgl noch id.. Et. Anat. 62f. 3: auvaywyfi T W V 'Eßpatwv findet sich als Titel noch CIJ I 718 (Ko rinth); Noy II 2; 33; 578; 579 (mit H.J. Leon, The Jews of Ancient Rome, Philadelphia 1960, 146ff.), was hinreichend zeigt, daß der Ausdruck als Titel der Synagoge zu verstehen ist; zu Hebräern vgl. 15 (Komm.). Der von Schürer III 1, 167 gesehene Kontrast zwischen den griechischen Namen der Dedikanten und den' Eßpaloi besteht daher nicht, wie Trebilco 254 A . 78 richtig sah.^^ 4f.: War Eustathios ein gottesfürchtiger Heide oder ein frommer Jude?^^ Die Namen helfen hier nicht weiter, da sie zwar für Juden möglich, aber auch für Heiden nicht ausgeschlossen sind.^^ Eine Besonderheit bietet die Inschrift al lerdings: den bestimmten Artikel 6 Oeoaeßrj?.^^ Will man ihn nicht als Hin weis auf die bescheidene Größe der Gemeinde verstehen, die nur emen
KOHL/WATZINGER, Antike Synagogen in Galilaea, Leipzig 1916, 144. Damit fällt auch die bei SCHÜRER gezogene Konsequenz, Eustathios müsse eher got tesfürchtiger Heide als frommer Jude sein. Für die Mittelposition von A . DEISSMANN, Licht vom Osten, Heidelberg "1923, 392 A . 2 („Der Mann war gewiß Proselyt.") sehe ich keine Begründung. "Of course, he could be a pious Jew" (G.F. SNYDER, in: TH. DREW-BEAR et al. [Hrsgg.], Actes du ler congr. int. sur Antioche de Pisidie, Paris 2002, 48). " Die Ansicht von KEIL/PREMERSTEIN ( A . 23) 32flF. („Die Namen ... sind schwerlich jene, welche die betreffenden Personen im bürgerlichen Leben trugen, sondem haben die cha rakteristische Form des Schlagnamens der auch sonst in jüdischen wie in heidnischen und christlichen Vereinigungen an Stelle des gewöhnlichen Namens tritt") ist in dieser Form wohl nicht nötig; solche „Schlagnamen" wurden, gerade in der Spätantike, häufig bei Geburt verliehen. Zu Eustathios vgl. das Femininum in LIFSHITZ 39; 48 (Apamea/Syr. 4. Jh.); trotzdem spricht P. FIGUERAS, Immanuel 24/5, 1990, 202 von einem „strongly non-Jewish character of the names". ROBERT, Sardes 43 A . 4 notierte: „La presence de l'article est int6ressante."
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potentiellen Sympathisanten angezogen hatte, so muß ö e o a e ß r i s titular ge meint sein, bezeichnet also nicht einfach die Zugehörigkeit zu einer bestimm ten Kategorie. Trebilco 162 meinte femer, daß eine Stiftung des Eustathios an die Gemeinde ü r r e p \iviag T O Ü d8eXcj)oü nur dann Sinn mache, wenn auch dieser Bmder der Gemeinde bekannt gewesen sei; da Hermophilos aber nicht als O e o a e ß f i s ' bezeichnet werde, komme man wieder zu dem Schluß, daß das Wort hier titular, als Auszeichnung des Juden Eustathios, verwendet werde.^^ 9f.: iiaamüXrig kommt von hebr. maskel, maskol oder aram. maskilta, wie schon die Hrsgg. sahen.^° Ein Bassin oder Reinigungsbecken konnte vielfaltige rituelle Funktionen erfüllen, cf. e. g. Kraus 313f.; Levine 308f. Archäologisch faßbar sind solche Becken in Synagogen z. B. in Priene (p. 173) und Sardeis (p. 225), inschriftlich noch in 53 (Sardeis) und 220 (Side). D. Hagedom schreibt bei Wander 111 A . 81: „Das allein in CIJ 754 belegte Wort [ l a a K a ü X r i ? könnte zu dem in mehreren Papyri bezeugten ß a a K a ü X r i s gesteht werden; vgl. dazu zuletzt P.Oxy. LIX 3998, 36 Komm." Dort werden allerdings, bei gleicher Bedeutung, andere Ableitungen referiert, e. g. von vas, vasculum (aber s. Boak/Youtie zu PCairlsid. 137, 3). llf.: dfia, zum Zeichen einer gemeinsamen Stiftung, wird von Robert, Sar des 50f. (zu 94) mit etlichen Parallelen aus jüdischen Inschriften belegt.^' vü|i(()r|, hier: Schwägerin, Robert, Op. Min. V 183 A . 4; s. auch SEG 34, 1221; G. Petzl, EpAnat 15, 1990, 60 mit A . 23. Die Schwägerin wird, anders als in den meisten vergleichbaren Stiftungsinschriften, mit Nsimen genannt, weil die Stiftung der Erinnerung an ihren verstorbenen Mann gah. 12f.: der P N Athanasia ist für Christen und Juden typisch; er wird v. a. seit dem 3./4. Jh. verwendet und spiegelt den Glauben an eine Auferstehung wider.^^
I. L E V I N S K A Y A , The Book of Acts in its Diaspora Setting, Grand Rapids 1996, 61 meinte dagegen, es sei nicht einzusehen, weshalb ein Gottesfurchtiger nicht eine Weihung in Erirmerung an jemanden vornehmen könne, der keine Verbindung zur Synagoge gehabt habe; auch B. W A N D E R , Gottesfurchtige und Sympathisanten, Tübingen 1998, I I I spricht von einer „Affmitätsbezeichnung". LEVINSKAYAs Argument scheint mir durch die von ihr bei gebrachten Parallelen (e. g. Weihungen ürrep acorripiag der ptolem. Könige in Synagogen) nicht gestützt zu werden; Erinnerung setzt frühere Bekanntschaft voraus. Für die aram. Version s. A . RUNESSON, in: B. OLSSON u. a. (Hrsgg.), The Syn agogue of Ancient Ostia and the Jews of Rome, Stockholm 2001, 124. ^' LIFSHITZ 40 (Antiocheia, d p a [aupßio)); 48 ( d p a öuvßLw KQL TCKVOLS); 52 ( d p a ... yweKi); 53; 57 (Emesa); CIJ II 983 (Kaphamaum, d p a x o i s TCKVOL?) J.S. P A R K , Conceptions of Afterlife in Jewish Inscriptions, Tübingen 2000, 164f; er zitiert 164 A . 54 folgende jüdische Belege: N O Y I 52; 65? (Venosa); II 39; 173; 199? 521; 589; 596; CIJ I 675 (Irsa/Pannonien); Beth She'arim II 99; cf ibid. 194: eÜTUxßs TTJ üpwv d v a a r d o i . Vgl. 234, 1 zum PN Anastasios.
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5 0 Das Grab des Hesychios und loudas FO: Aus Alasehir (Philadelpheia) 1998 in das Museum von Manisa gebracht, Beschreibung: Marmornes, als Löwenfuß gebildetes Tischbein, an der Vor derseite in vier Krallen auslaufend, an den Seiten mit Efeuranken verziert; auf der Oberseite eine Vertiefung zur Aufnahme eines Zapfen. Inschriften auf Vorder- und Rückseite. Über beiden Inschriften befindet sich, abgetrennt durch einen geraden Strich, ein Bildfeld. In diesem jeweils eine große, drei-fiißige Menorah mit Lulab und Ethrog. H.: 0,56 m; B.: 0,19 m; T.: 0,18 m; litt.: 3 cm. Abb.: 13-16 (diese Bilder stellte mir H. Malay zur Verfügung; weitere Photographien überließ mir freundlicherweise R. Deines). A
'HauxL[ou] Kai ELou8d [iri|iö-
pia B
EÜTU-
Xias ETAA MET Des Hesychios und des Judas Grabmal. Der Eutychia... Datum: Hohe oder späte Kaiserzeit nach den Buchstabenformen, wobei die beiden Inschriften natürlich nicht gleichzeitig sein müssen. Das Alpha in B 3 ist kaimi vor das 5. Jh. zu setzen. Ein Urteil über das Entstehungsdatum des Tischbeines habe ich nicht (vmtl. Kaiserzeit). A 1: Der P N Hesychios und das Femininum Hesychion sind gerade in Palästma und Syrien mehrfach belegt s. Beth She'arim II 129; 144;^^ Lifshitz 39; 48; 53; 56 Geweils Antiocheia); 81 b (Huldah); CIJ II 922 (Jaffa). Schwabe/ Lifshitz p. 113 bemerken zu Nr. 129: „In the present inscription the name is " In Beth She'arim II 129 ist sicher das Masculinum 'HaüxL(o)s zu lesen, während die Hrsgg. in 144 das Feminmum 'HauxC? fmden. Beth She'arim II 144ff. gehören zur Grablege der Familie des Gerusiarchen Aidesios aus Antiocheia, um dessen Gattin es sich bei Hesychis handeln soll. Belegt wird das mit LIFSHITZ 39 (Antiocheia), wo Ilasios, S. d. Isakios, eine Stiftung macht ütrep acoTripCas 4>a)TLou ov\ißiov... Kai ürrep o w T T i p i a g E ü a x a Q i a s ' rrev6ep d s Kol ürrep i i v C a g E l a a K L O u Kai ' E S e o i o u KOL ' H a u x t o u r r p o y ö v c o v . In der Aufeählung der rrpöyor'OL fmden SCHWABE/LIFSHITZ das Ehepaar Aidesios und Hesychion wieder, doch ist das nicht wirklich nötig: es kann sich auch um die Folge Vater, Großvater, Urgroß vater handeta. Da die Mutter des Stifters nicht als Gattin des Isakios genannt wird, scheint es mir eher unwahrscheinlich, daß Großvater und Großmutter genannt worden sein sollen. Daß in Antiocheia auch weibliche Träger des Namens Hesychion vorkommen, ändert daran wenig.
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certainly a Substitute for Noah". Reynolds/Tannenbaum 97 halten Hesychios für ein Aequivalent 201 Salomon. A 2f.: zum Genitiv a u f - a s. 14 B, 23 (Komm.) A 3f.: fir)[iöpLa vgl. 34, If. (Komm.). Während es sonst meist iiTniöpLov heißt, ist hier die lateinische Form rein erhalten. B If.: Namen mit dieser Wurzel sind in Rom häufig (7fin. [Komm.]), aber auch in Kleinasien einige Male bezeugt, vgl. 123 (Komm.) und den Index. Eine Eutychia in CIJ I 712 (Athen). B 3f: Selbst wenn die Buchstaben Griechisch sind, so wurden sie kaum von demselben Steinmetz eingeschlagen; die Alphas in Z. 2 und 3 sind zu unterschiedlich, der Schriftduktus in Z. 3f. anders. B 4: Es ist nicht ausgeschlossen, daß der letzte Buchstabe ein Tau ist.
51 loseph Ed.: H. Malay, Greek and Latin Inscriptions in the Manisa Museum, Wien 1994, 125 Nr. 432. FO: Cabarfakili (im N O von Philadelpheia). Beschreibung: Unterer Teil einer Stele aus einheimischem Stein. Unter der Inschrift befindet sich eine Menorah. H.: 0,53 m; B.: 0,45 m; T.: 0,1 m; litt.: 4,5-8 cm. Abb.: Malay Taf 59 fig. 160.
[
]
[ ] ['!-] w a r ) 4) 2f. G. Petzl per litt.,' I /oioy]^
Malay.
... Joseph Datum: Malay votiert für das 4. Jh. („?"); ein früherer Termin ist wegen des undeklinierten Namens und der Buchstaben kaum möghch. Zum Namen vgl. 14 A , 22 (Komm.).
52 Eine Inschrift C. Naour, EpAnat 2, 1983, 117 A . 48: „Th. Drew-Bear publiera ailleurs un autre texte juif de la region."
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Sardeis Sardeis, die Hauptstadt Lydiens, war der Sitz des persischen Satrapen der Provinz Sparda. Zur Zeit des persischen Reiches gehörten Kleinasien und Is rael erstmals einem Staat an, weshalb die Idee, Juden in Sardeis zu finden, nicht abwegig ist. Sepharad ist der Name der Stadt in einer Bilingue, und die Gefangenschaft Israels in Sepharad wird Obadiah 5, 20 prophezeit, wo es entweder die Stadt oder doch wenigstens ihre Umgebung bedeuten muß.^"* Die ersten Zeugnisse, die von einer jüdischen Gemeinde in Sardeis spre chen, sind einige Dokumente bei Flavius Josephos: - ein Brief des L. Antonius aus dem Jahr 49 v. Chr.^^ - ein Dekret der Stadt Sardeis, vielleicht aus dem Oktober 47 v. Chr.^^
K A I 260, in diesem Zusammenhang zuerst besprochen von W . KORNFELD, Melanges bibliques ... ANDRE ROBERT, Paris, 1957, 180ff.; später s. e. g. W . RUDOLPH, JoelAmos-Obadja-Jona, Gütersloh 1971, 314ff.; H.W. WOLFF, Obadja und Jona, Neukirchen 1977, 47f.; P.R. RAABE, Obadiah, New York 1996, 266ff.; weitere Lit. e. g. bei SCHÜRER III 1, 20f.; HEMER (A. 21) 134f.; 257f. A . 29; P.W. VAN DER HORST, Nederlands Theol. Tijdschrift 56, 2002, 17. - S. APPLEBAUM, in: SAFRAI/STERN (A. 5) I 432 spricht sich für ein Datum des Buches in der ersten Hälfte des 2. Jhs. aus, also nachdem Antiochos Juden in Lydien angesiedelt hatte, während T.K. CHEYNE, Introduction to the Book of Isaiah, London 1985, xxvii; 155fif.; 358ff. annahm, Juden aus Palästina seien unter Artaxerxes III. nach Lydien deportiert worden. Jos. AJ 14, 235: AoÜKLOs 'AVTOJVLOS MdpKou ulög dirrLTaptag m l ävTioTparriYÖs XapSiav&v dpxouoL Kol ßouXfi xaLpeiv. 'louSaloL TroXIraL üperepoi (P; ed. Loeb VII 587 n. f et al.; riperepoL rel.) TrpooeXGövTes- p o i e r r e S e i ^ a v aüxoüg aüvoSov ex^i-v L8C-av Kord TOÜg TrarpCoug vöpoug ärr' dpxfjg KOL TÖTTOV LÖIOV, ev w T d Te rrpdypaTa KOL Tag Trpög dXXrjXoug dvTiXoytag Kpivouat, TOÜTÖ Te aLTTjoapevoLg LV' e^f] rroLelv aüTolg TrjpfjaaL KOI errLTpeijjaL eKpiva. Ich bin nicht sicher, ob das TÖTTOV exeiv ein Beweis für gerichtliche Autonomie ist, wie H. COTTON, in: M . LABAHN/J. ZANGENBERG (Hrsgg.), Zwischen den Reichen, Tübingen 2002, 24 (nach RAJAK 318) annahm. Es scheint mir hnmer noch möglich, daß hier ein Schiedsgericht gemeint ist. AJ 14, 259-61: i)jr|(|)Lapa SapStavcov. eöo^e T f i ßouXf) KOI TW Sripcp OTpaTriywv e L a r | y r ) a a p e v a ) v . errel ol K a T O L K o ü v T e g r j p w v e v TT) rröXeL drr' d p x f i g 'louSatoi TTOXITOI (das Wort athetiert von W.W. TARN/G.T. GRIFFITH, Die Kultur der hellenistischen Welt, Darmstadt 1966, 263 A . 49; SCHÜRER III 1, 130 A . 17; Zweifel auch bei TREBILCO 171) r r o X X d Kai p e y d X a (})LXdv9p(0TTa eaxTjKÖTeg Sud rravTÖg r r a p d TOÜ Sripou Kol v ü v eioeXOövTeg errl TTJV ßouXf]v KOL TÖV S f j p o v r r a p e K d X e a a v , (260) dTTOKaOLOTapevtov aÜToig TCÜV vöpcov Kol T f j g e X e u O e p C a g ÜTTÖ Tfjg a u y K X f i T o u KOI TOÜ S i ^ p o u TOÜ 'Pcopaicov t v a Korä TO voptCöpeva eOr) a u v d y c o v T a i KOL TToXiTeücovTac Kai S t a S L K a C c o v T a c rrpög a ü Toüg, SoOfi Te KOI TÖrrog aÜToXg, eig öv a u X X e y ö p e v o i peTd yuvaiKcov KOI TeKVCov e m T e X o ü a i v T a g r r a T p C o u g e ü x a g KOI Ouaiag TCO G e w - (261) ö e ö ö x G a i T f i ß o u X f i KOI TCO Sripco auyKextopfjaGai aÜTOig ouvepxopevocg ev Talg dTroSeSecypevaig fipepaig rrpaaaeiv TO KOTO Toüg aÜTcov vöpoug, d(t)opLaGfivaL 8 ' aÜTolg KOL TÖTTOV ÜTTÖ TÖV oTpaTriycov eig o i K o S o p t a v KOL OLKTIOLV aÜTCov, öv dv ü r r o X d ß c o a L v rrpög TOÜT' eTTLTT)8eLov
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- ein Brief des Proconsuls Norbanus Flaccus aus dem Jahr 12 v. Chr. (p. 36 A . 47).^^ In den rabbinischen Schriften gibt es verstreute Nachrichten, die sich auf Sardeis und rabbinische Besuche in Sardeis beziehen lassen.-'^ Der christliche Bischof Meliton setzt sich bei der Exegese des atl. Pascha berichtes in seiner Osterpredigt (SChr 123) ausführlich mit Juden auseinander, ohne allerdings Angaben zur Situation vor Ort zu machen. Seit die amerikani schen Ausgräber die große Synagoge gefunden haben, werden Melitons Aus führungen vor dem Hintergrund einer mächtigen jüdischen Gemeinde in Sardeis gelesen - einer Gemeinde, die mh den Christen in Konkurrenz gestanden und dadurch Melitons anti-jüdische Predigt hervorgerufen habe.-^^ Diese Interpretation bereitet allerdings Schwierigkeiten auf mehreren Ebe nen. Der erste Editor des Textes, Bonner, der den archäologischen Befund noch nicht kannte, sah in der Predigt keine Polemik gegen Juden vor Ort, fand überhaupt keinen Hinweis darauf, daß der Autor auf lokale Verhältnisse einge gangen wäre.'*^ Die Identifikation des Autors Melito mit dem bei Eusebius ge nannten Bischof von Sardeis, einem Quartodecimaner, wurde neuerdings mit guten Gründen bestritten: erhaltene Fragmente und Beschreibung des Werkes rrepl Trdaxa, das der sardische Bischof Melito verfaßte, lassen sich mit dem vorhegenden Text schwer vereinbaren."" Schließlich beginnt sich die Ansicht durchzusetzen, daß die jüdische Gemeinde den uns bekannten Bau frühestens in der zweiten Hälfte des 3. Jhs. erwarb,"*^ wir also kaum aus diesem Bau auf die Stellung der Juden im Sardeis des 2. Jhs. schließen dürfen, erst recht nicht elvai,
örrcos xe TOX? Tf\g rroXecJS dyopavöiiOLS e m p e X e g
f) Kai r d eKetvoLg rrpög T p o -
^T]v eT\nr\deia TToiely e l a d y e a ö a i . " Die Texte fmden sich auch in J.G. PEDLEY, Ancient Literary Sources on Sardis, Cam bridge 1972. NEUBAUER ( A . 8) 290; 310 zitiert Tos. Meg. 2: die Geschichte vom Besuch des Rabbi Me'ir, der am Purim-Fest in Sardeis keinen hebräischen Text des Buches Esther vorfand und es darm auswendig vortrug. - NEUBAUER bezieht den süßen Wein aus Asia, Karena, der bT A Z 30 a zitiert wird, auf Sardeis; femer hält er „Asia" als Städtenamen in Siphre, sec. Balak (FRIEDMANN p. 47 b) für eine Bezeichnung von Sardeis. Wenigstens die beiden letzten Belege dürften nicht sicher sein. Archeget dieser Ansicht ist A.Th. KRAABEL, vgl. seine Bemerkungen in: J.A. OVERMAN/R.S. M A C L E N N A N (Hrsgg.), Diaspora Jews and Judaism, Atlanta 1992, 197ff".; 225ff; 284ff; ihm folgte e. g. I. ANGERSTORFER, Melito und das Judentum, Diss. Regens burg 1985 und nicht wesentlich anders J. LIEU, Image and Reality, Edinburgh 1996, 199ff C. BONNER, The Homily on the Passion by Melito, Philadelphia 1940, 19f; ähnlich übrigens auch MACLENNAN, in: OVERMAN/MACLENNAN ( A . 39) 222; RAJAK 449. In ausftihrlicher Argumentation L. COHICK, HThR 91, 1998, 351ff.; in ihrer Zusam menfassung, 371, stellt sie heraus, daß es dem Autor weniger um Polemik gegen Juden ge gangen sei als um „theological arguments conceming identity among Christians". Quartodekimanisches Gedankengut fmdet sich nicht, COHICK 355. H. BOTERMANN, Z N T W 81, 1990, 103ff; c f EAD., ZPE 98, 1993, 188f; M . P A L MER BONZ, HThR 86, 1993, 139ff; s. p. 228f
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auf die Beziehungen zwischen Juden und Christen."*^ Bemerkenswert ist im merhin, daß die jüdische Gemeinde gerade in einer Zeit, die allgemein als Kri senzeit gih, einen so prominenten Platz für ihre Synagoge übernehmen konn te'*'* - oder von der Stadt, die ihre finanziellen Lasten verringern wollte, dazu gezwungen wurde."*^ Eine jüdische Gemeinde in der Nähe von Sardeis ist noch in byzantinischer Zeh bezeugt."*^
5 3 Der Brunnen einer Synagoge Edd.: A . Fontrier, Mouaetov 1876/8, 25 Nr. oKb'f
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Sardis VII 1,17 (nach Abschriften von G. Hirschfeld u.
O. Rayet; CIJ II 751 [ Z . 7]). FO: Der Stein wude 1874 von Hirschfeld und Rayet in Sardeis gesehen („pres de l'agora"); von dort wurde er nach Smyma zum Bahnhof gebracht, wo Fontrier die Inschrift aufnahm; später scheint er verlorengegangen zu sein.
A . T H . KRAABEL, in: L. BORMANN u. a. (Hrsgg.), Religious Propaganda and Missionary Competition, Leiden 1994, 75 A . 9: „The well documented early history of this Community makes it difficult to accept the conclusions of HELGA BOTERMANN ... or those of MARIANNE BONZ ..." Bei Lichte betrachtet ist die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Sardeis aber nicht so gut dokumentiert wie Kraabel glaubt: konkret kennen wir - vor der Synagoge - eine Bemerkung bei einem kleinen Propheten; drei Dokumente bei Josephos, Melito (?), zwei Inschriften. Es gibt viele Städte, fiir die wir eine wesentlich bessere Doku mentation besitzen. Auch über die Größe der Gemeinde, die MACLENNAN, in: OVERMAN/ MACLENNAN ( A . 39) 214 auf 5-10.000 Juden im 2. Jh., damit - seiner Ansicht nach - auf ca. 10 % der städtischen Bevölkerung schätzt, ist nichts bekannt, weder absolut noch relativ und sicher nicht ftir das 2. Jh. C. CLAUßEN, Versammlung, Gemeinde, Synagoge, Göttin gen 2002, 101 hält es übrigens sogar fiir möglich, daß die Besucher dieser Synagoge nur ei nen Teil der jüdischen Bevölkerung von Sardeis darstellten. 60.000 - 100.000 Einwohner hatte Sardeis nach G.M.A. HANFMANN, Sardis from Prehistoric to Roman Times, Cambridge 1983, 146; 278 A . 92, was schon von ST. MIT CHELL, Anatolia, Oxford 1993, I 244 A . 13 als unbegründete Vermutung kritisiert wird. ^ Als Frage gesteift von M . PALMER BONZ, HStClPh 93, 1990, 356; vgl. auch EAD. ( A . 42) 150f - Vgl. auch M . GOODMAN, Journal of Mediterranean Sttidies 4, 1994, 210, der die gängige Ansicht, daß die Größe der Synagoge fiir die Wohlgelittenheit der Juden in der Stadt spreche, in Frage stellt: „It is quite possible that in both Alexandria and Sardis the erection of a large, prominent synagogue may have signified bravado by an embattled minority in a hostile environment." Dagegen ist zu bedenken, daß die Synagoge hier nicht er richtet, sondem mit Zustimmung der Stadt als Gebäude übemommen wurde. PALMER BONZ ( A . 44) 356; Rajak 454. A . GALANTE, Histoire des Juifs d'Anatolie II, Istanbul 1939, llOff. zur jüdischen Ge meinde in Sahlili. P. PERDRIZET, BCH 20, 1896, 71 A . 1: „J'ai pu contröler l'exactitude du texte donne dans le Mouaetov, gräce ä un estampage dü ä l'obligeance de M . FONTRIER."
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Beschreibung: Stein (kein Marmor); links, oben u. unten vollständig. H.: 1,1 m;B.:0,65 m; T.: 0,14 m. Abb.: Buckler/Robinson (Facss. der Abschriften von Hirschfeld u. Rayet). Ü: Buckler/Robinson; Frey. Kai ö a o L ? dTreve|i[f|0r| üSoop ( ? ) ...
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Kpr\vr\ A r i y a e X T ( L s ) r r p ö s Kp-pyr] |iuaTT]pLcp TOS
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töSeio), ( e K a T o y T d ) x ( o u s ) y'
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... und diesen wurde Wasser zugeteilt:... der Brunnen Lenaitis bei... der Brun nen gegenüber dem „ Mysterion" des Attis, der in das (Heiligtum) des Zeus überläuft; der Brunnen der Synagoge der Brunnen beim Odeion, 300 Chous(i. e. 9841) ... Datum: nach Buchstabenformen und Namen (4 A o i i L T i a ? , 19 ' P o u c j ) o s Kai AeTTL8o[9, 20
AüpTiXia 'louXia M r | y o [ , 21
'AaCwio? M [ , 22
4>X.
2eK[)
wohl aus der hohen Kaiserzeit; R. Koemer, APF 22/3, 1974, 184 A . 1 dachte an die Zeh um 200, was sich neuerdings durch prosopographische Verbindun gen bestätigte."*^ Um was für einen Text es sich handeh, ist nicht völlig klar, da der Anfang auf einem anderen Stein gestanden haben muß. Buckler/Robinson sprechen von einem „inventory of city fountains", während Koemer 184 eher an eine Verteilungsordnung denkt,"*^ ein Verzeichnis der Brunnen und ihrer Kapazität allerdings auch nicht ausschließen will. Der Zweck eines solchen Verzeichnis ses ist schwer zu sehen, zumal offenbar nicht nur öffentliche, sondem auch private Brunnen aufgeführt wurden,^° während das häufige Fehlen präziser Mengen- und Zeitangaben^' gegen eine Verteilungsordnung spricht.^^
P. HERRMANN, Chiron 23, 1993, 253; 257; 262f. KOERNER zitiert für Verteilungsordnungen noch IG V 1, 1390 (Andania): KaOcbg dv pepiaOeX, und IK 16, 2018, l l f . (Ephesos): ärropepLopöv TÖV üSdTwv. ^° BUCKLER/ROBINSON meinen, daß die in Z. 21f genannten Brunnen privat seien, weil sie nur eine geringe Menge Wasser erhielten, (TeTp)d(p(j)opa) ß' resp. (TeTp)d(p-(J)opov) a'. Aus demselben Grund überlegen sie, ob der in Z. 8flf. genannte Bruimen nicht ebenfalls privat war, zumal ab Z. 18ff. die Brunnen mit Personennamen verbunden sind. Leider ist die Mengenangabe für die Synagoge verloren. Ich sehe allerdings keinen Grund, wg. der Nen nung des Synagogenbrunnens in dieser Liste mit KRAABEL ( A . 39) 244; TREBILCO 41; LIEU ( A . 39) 204; T. RAJAK, in: M . GOODMAN, Jews in a Graeco-Roman World, Oxford 1998, 231 über den „public character" des Brunnens zu spekulieren. " Das Fehlen einer Zeitangabe ist so oder so ein Problem; BUCKLER/ROBINSON gehen davon aus, daß es sich um Kapazität resp. Zuteilung proTag handelt.
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7: zu dTröppulTos- eis Tiepl T O M r j v ö s '
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TÖ
A L Ö ? vgl. im Text Z . 16f.: KpCrjvTi dTTÖppuTog]
KPT\vr\ e[v
... Zur Wortstellung von auvaycoyfiLs KPR\vr\
vgl. Z. 10, dv8po(l)uXaKLo[u Kprivr), Z. 13, drrö u8pe(o[u
KPT\VR\P
Jos. AJ 14, 235 erwähnte für Sardeis einen TÖTTOV L8LOV, ev (S T d T e TTpdyiiQTQ Kai ras Trpö? ä\Xr\\ovs d v T L X o y L a g Kpivetv. Der Ausdruck ( d y i o g ) TÖTTo? kann für eine Synagoge gebraucht werden (26, 2 [Komm.]), doch entspricht zumindest die Beschreibung der Tätigkeit in diesem TÖTTO? nicht dem, was wir uns unter einer Synagoge vorzustellen pflegen - aber der römische Magistrat kann vergessen haben, den religiösen Aspekt des Ortes zu erwähnen. Da die große Synagoge erst gegen Ende des 3. Jhs. in den Besitz der jüdischen Gemeinde kam, können weder der von Josephus erwähnte TÖTTO? noch die Synagoge dieser Inschrift mit ihr identisch sein. Daß eine Synagoge Wasser brauchte, vielleicht sogar in erheblichem Maß, ist bekannt.^^ Nicht nur in der späteren, großen Synagoge von Sardeis, sondem auch in vielen anderen Synagogen wurden Wasserbecken, Brunnenanlagen u. ä. gefunden. Vgl. die Abrechnung der Stadt Ptolemais Euergetis aus dem 1. Jh. n., W . Habermann, Zur Wasserversorgung einer Metropole im kaiserztl. Ä g y p ten, München 2000, Z. 57-60 (neue Edition von CPJ II 432, III 57ff.): d p X Ö V T w v 'I[ou]8aLa)v rrpooeuxfis O r i ß a t w v (Stadtviertel in Ptolemais) (IT) v i aLaj(v) (8p.) pKT]' (es folgt die Aufzählung, von Pachon bis Phaophi, 6 x 128 Dr.), ( y t v o v T a i ) (8p.) i|^[^r|']. eüxeLOu ö|iola)S' TTaxwv (8p.) pKT]' ... 4>a-
(2)^1 pKT]', ( y L v o v T a i ) (8p.) ^^r\'. Habermann hebt in seinem Kommentar die Höhe der Summe hervor (p. 140f.), die der von Bad und Brauerei zusammen entspricht, kann aber nicht entscheiden, ob sich diese Summe aus der Höhe des Wasserverbrauchs oder aus anderen Gründen erklärt.
" V g l . allgemein zur Wasserversorgung G.M.A. HANFMANN/J.C. W A L D B A U M , A Survey of Sardis and the Major Monuments outside the City Walls, Cambridge 1975, 27. " Zu verzweifelt wäre daher wohl eig xö Atög awayüyiiov, was von LSJ nur nach Pollux 6, 71 zitiert wird, wo es zwar einen Ort, aber kein Heiligtum o. ä. bezeichnet - allerdings karm ein Heiligtum nach der Wortbildung kaum ausgeschlossen werden. Identifikation der in der Inschrift genannten Synagoge mit der großen Synagoge bei H. BLOEDHORN, JSS 35, 1990, 67; etwas vorsichtiger A . R SEAGER/A.TH. KRAABEL, in: HANFMANN ( A . 43) 169; LEVINE 245. - Die Schwierigkeiten der Identifikation des rörrog mit einer Synagoge am Ort der großen Synagoge lagen schon immer auf der Hand, da dort bis 17 n. Chr. ein Friedhof war, BASOR 182, 1966, 40f; inzwischen wurden Überreste eines hellenistischen Gebäudes unter der Südseite des Komplexes gefimden. " Allgemein e. g. RUNESSON ( A . 30) 115ff HABERMANN verweist darauf, daß wir uns in der Zeit kurz vor dem großen Aufstand befmden; TCHERIKOVER/FUKS überlegen, ob sich die Nachbarschaft bei der Synagoge Wasser holte oder ob die Entfernung von einer der zentralen Leitungen sehr groß war.
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5 4 Getiores Edd.: Sardis VII 1, 187 (CIJ II 750; IK 59, 107). FO: In der Nähe des Altars am Artemistempel.^^ Beschreibung: Block weißen Marmors, Imke Seite und Rückseite nicht be arbeitet, sonst überall geglättet; Teil eines Türrahmens. H.: 0,62 m; B.: 0,26 m; T.: 0,39 m; litt. 1-3 cm. Abb.: Buckler/Robinson. Ü: Frey; Kearsley. Getiores Menan(dri) Eb(raea) FriTLwpris" f] Mev(dv8pou) 'Eßpea rf| Ticüpri? (= Oetopig) Buckler/Robinson, korrigiert von R. Mouterde, Mel. Beyrouth 17, 1933, 209f. und unabhängig von Frey.
Getiores, (Tochter) des Menander, Hebräerin. Datum: 4. Jh. oder später wg. der Schriftformen und der Selbstbezeichnimg als Eßpea (vgl. 15 [Komm.]); Mouterde und Robert, Sardes 38 dachten aus die sen Gründen sogar an das 6. Jh. Em Datum in der Spätantike paßt gut zu dem Fundort des Textes: das „north-west quarter" am Tempel, das nah an den A l tar heranrückte, diente vom 4.-6. Jh. als Wohnviertel.^^ Dieser Teil eines Tür rahmens kann also zu einem der Wohnhäuser gehört haben. Ob damit auch die Funktion der nur sehr flach in den Stein geritzten Inschrift klar ist, es sich also um die Nennung einer Bewohnerin handelt? Eine zweite Benutzung des Stei nes, und zwar als Grabstein, scheint mir wahrscheinlicher, zumal inschriftliche Parallelen zu einem „Türschild" selten sind. Es gibt in Sardeis einige lateinische und zweisprachige Kaiserinschriften (Sardis VII 1,10; 16; 71), eine Reihe lateinischer Grabsteine (Sardis VII 1, 140; 161; 161 a; 211 - 3), und einen (weiteren?) bilinguen Grabstein (Sardis VII 1, 214). Ein Grund für die Benutzung des Latenischen ist nicht zu sehen (Kearsley p. 150 über die Inschrift: „provides evidence for use of Latin as well as Greek within a group which also maintained its Jewish identity").
" BUCKLER spricht von einer Stoa, aber s. zur Identifizierung e. g. HANFMANN/ WALDBAUM ( A . 52) 86ff; flg. 59 zu einem neu vermessenen Plan der ganzen Umgebung. HANFMANN/WALDBAUM ( A . 52) 56.
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Getiores ist das hebräische oder aramäische Ethnikon von Gadara, das hier als P N benutzt wird;^^ s. noch Robert, Sardis 38 A . 6: „La lettre t est süre dans les deux parties du texte; il ne semble donc pas qu'on puisse chercher du cote des mots yriöpas", yetdipaL, yT]Cüpa9, glosses -rrdpoLKO?, et du nom fLcopa? . . . "
„Getiores may have been daughter, wife, freedwoman, or slave of Men ander" (Kearsley). Vgl. die allgemeinen Bemerkungen von JLR Bull. 1960, 216; 1967, 2: „II nous parait etabli... que le genitif seul designe itniquement et exclusivement le pere". Die Verwendung des Artikels im griechischen Teil än dert daran kaum etwas: die lateinische Übersetzung zeigt, daß der bestimmte Artikel nicht als Abkürzung aufzufassen ist. Zu dem - unspezifischen - P N Menandros s. 26, 1 (Komm.).
55 Leontios Edd.: O.M. Dalton, Catalogue of Early Christian Antiquities and Objects from the Christian East ...ofthe British Museum, London 1901, 99 Nr. 487; A . Reifenberg, PEQ 71, 1939, 194 Nr. 3 (JLR BuU. 1954, 24 p. 112f); id., An cient Hebrew Arts, N e w York 1950, 142 Nr. 2. FO: Sardeis. Beschreibung: Stempel, „rectangular, with ring at back; on the front is engraved the sevenbranched candlestick with a palm branch and bunch of grapes";^" cf R. Hachlih, The Menorah, Leiden 2001, 435 D 11.17. Der Text ist spiegelverkehrt geschrieben. Abb.: Reifenberg Taf 33; Goodenough, Symbols III fig. 1015 (Abdruck). AeovTCOU
(Besitz) des Leontios. Datum: 3.-5. Jh. (Reifenberg); 4.-6. Jh. (Dalton). Zu Leontios s. 14 B, 21 (Komm.). Der Name ist auch sonst in Sardeis gut bekannt: in der Synagoge gibt es Stiftungen emes Geoaeßri? namens Leontios
Zu Ethnika als PN vgl. allgemein P.M. FRÄSER, in: S. HORNBLOWER (Hrsg.), Greek Personal Names, Oxford 2000, 149ff ^ REIFENBERG, PEQ 71, 1939, 194 meint wegen der Trauben, der Stempel könne zum Kennzeichnen von Amphoren verwendet worden sein, während GOODENOUGH, Symbols II 218 A . 54 wegen der sonst häufigen Kombination von Trauben mit Lulab und Menorah meint, daß es sich auch um ein Symbol handele.
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(83f.).^' Da der Name aber häufig ist,^^ muß hier kein Zusammenhang be stehen.
56 Shemaryah, der Sohn des Elijah Ed.: F.M. Cross, HThR 95, 2002, 15f Nr. 6. FO: Nördl. des amerikanischen Grabungshauses; ähnliche Blöcke woirden im Bezirk des Artemis-Tempels gefimden; IN 64.53. Beschreibung: Vmtl. Basis einer Grabstele; auf der oberen Deckfläche befin det sich eine Eintiefung (0,4 x 0,2 x 0,09 m), die zur Befestigung einer Grab stele gedient haben kann; der Stein wurde vielleicht sekundär als Trog genutzt. Die Inschrift befindet sich an der Vorderseite unten links. B.: 0,54 m; H.: 0,78 m; T.: 0,24 m. Abb.: Cross flg. 11-14. Ü: Cross.
/, Shemaryah son of (E)lijah - / wrote (this). (Cross) Datum: Cross datiert die Inschrift nach den Buchstabenformen in die 2. Hälfte des 3. Jhs. Da es keine Vergleichsbeispiele aus Kleinasien gibt, ist diese Datie nmg noch unsicherer als andere Datierungen nach diesem Kriterium. Die hebräischen Inschriften aus der Synagoge (105-109) sind alle später als von Cross angenommen; bei ihnen hat sich das paläographische Kriterium als be sonders unsicher erwiesen. Es soll sich um einen „fairly skillful writer" handeln (Cross), was inter essant ist: solche Fähigkeiten können nicht ohne Übung entstanden sein - und wenn es sich nicht um einen aus Palästina eingewanderten Juden handelte, so muß er auch andere Steine beschrieben haben. If: Die Namen sind hebräisch, nicht griechisch.^^ Wollen wir den Steinmetz nicht für einen wandernden, jüdischen Handwerker halten, dann müssen wir
Vgl. M . PALMER BONZ, HStClPh 96, 1994, 293: „Judging by the central locations of these inscriptions and by the expensive decoration which they commemorate, it is likely that Leontios was not only a major benefactor but also a prominent member of the Sardis Community in the late antique or early Byzantine period". BONZ meint, Leontios könne dem Namen Heide oder Jude sein, doch hält sie große Spenden eines Heiden an die jüdische Ge meinde in der Spätantike für unwahrscheinlich. Vgl. hier Sardis V I I 1, 169 (4./5. Jh.): pripöptov SLacj)epov EüxpwpeCou xou Kai A e ovreCou.
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die Benutzung hebräischer Namen in der jüdischen Gemeinde des 3. Jhs. an nehmen.^"* Folgerungen sind daraus schwer zu ziehen, weil wir weder aus Sar deis noch aus anderen Orten Kleinasiens hinreichende Parallelen besitzen. Zwei Möglichkeiten bieten sich an: a) es gab zwei Gemeindegruppen, eine auf das Hebräische, eine auf das Griechische hin orientiert; b) man benutzte he bräische Namen in einem hebräischen Kontext, griecWsche Namen in einem griechischen Kontext.^^ Da aber der Zweck des Textes unklar ist, ist auch sein Kontext unklar. Die Inschrift selbst hilft bei der Entscheidung nicht weiter.
Der Thermen-Gymnasium-Komplex in Sardeis Die Synagoge von Sardeis und eine Reihe kleinerer Geschäfte, in denen Spuren jüdischer Präsenz gefunden wurden, gehören zu einem großen Thermen-Gymnasium-Komplex.^^ Nach der Zerstörung der Stadt durch das Erdbeben von 17 (cf. Tac. ann. 2, 47) wurde die neuzubauende römische Stadt mit einer OstWest-Orientierung geplant. An einer zentralen, von Ost nach West laufenden Straße wurde der große Komplex aufgeführt, dessen axialsymmetrischer Plan römische Thermenanlagen und griechische Palaistra verband. Wichtige Teile der Anlage dürften in der Mitte des 2. Jhs. vollendet gewesen sein; für einen anderen Teil haben wir die Weihinschrift aus dem Jahr 211;^° die Zerstörung " CROSS, HThR 95, 2002, 15 A . 33 zitiert eine Lesung des Vatersnamen von Prof. R A BINOWITZ, der I i i ' ' ? als Umschreibung von Leo, i. e. Aeövriog verstand (vgl. hier 55), wogegen sich CROSS unter Hinweis auf CIJ I 621f wandte. " Die hebräischen Texte aus der Synagoge bieten nur zwei Namen, Severus und Jonathan (105; 107). Jonathan ist immerhin ein Beleg für die Benutzung hebräischer Namen in einem sonst eher griechisch geprägten Kontext, aber Severus zeigt, daß auch in einem hebräischen Kontext ein lateinischer Name benutzt werden konnte. " S. 14 B, 20 (Komm.) zu Doppelnamen. Nur um eine theoretische Möglichkeit zu nennen: die fehlende Grabstele trug einen hebräischen Text, auf der Basis der Stele nannte sich der Steinmetz. Andere Erklärungen sind ebenso möglich. F. YEGÜL, The Bath-Gymnasium-Complex at Sardis, Cambridge 1986. - Etwas über trieben ist die Konsequenz, die L . M . MCDONALD, in: C A . EVANS/D.A. HAGNER (Hrsgg.), Anti-Semitism and Early Christianity, Minneapolis 1993, 241 aus dieser Lage zieht: die Juden „owned and operated one of the largest ... gymnasiums." Ebenso scheinen mir „dining hall and guest house for Jewish travellers" bei R. HACHLILI, Ancient Jewish Art and Archaeology in the Diaspora, Leiden 1998, 63 irrtümlich angenommen zu werden. An der Südseite der Synagoge wurde unterhalb der Ladenstraße eine Treppe ange schnitten, die zu einem hellenistischen Gebäude gehört haben soll, das eine andere Ausrich tung besaß als der Neubau. HERRMANN ( A . 48) 234f A . 5 zur Frage, ob der ganze Komplex in der Antike äXeiTiT T i p L o v genannt wurde. ™ HERRMANN ( A . 48) 233ff
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des Komplexes erfolgte zu Begimi des 7. Jhs., vmtl. im Zusammenhang mit der persischen Invasion von 616.^' Die Straße führte nicht durch die Stadtmitte, sondem verlief im Norden der bebauten Fläche. Der Neubau befand sich also wenigstens topographisch nicht im Zentrum der Stadt,^^ sondem im Nordwesten, und: „little is known of how the Complex related to the Roman city plan".'^ In größeren Poleis gab es meist mehrere solcher Komplexe, und obwohl das kaiserztl. Sardeis nicht ganz ausgegraben ist, kennen wir mindestens einen weiteren.^"* Über die Wohn bebauung der näheren Umgebung läßt sich nichts sagen, und leider läßt sich auch die Frage nicht beantworten, wie sich die Zentren städtischen Lebens und Wohnens in der Spätantike verschoben hatten.'^ Mit Blick auf die Synagoge kann man daher nur Seager/Kraabel zustimmen: „There may have been a Jew ish quarter nearby, in areas as yet unexcavated, but (at least in later years) the Synagogue was certainly not in the midst of a Jewish quarter."''^ Der Haupteingang des Komplexes lag nicht an der ausgegrabenen Straße, sondem führte nach Osten auf eine andere Straße oder an die Seite eines gros sen Platzes. Weiter nach Norden dürfte es keine größeren öffentlichen Gebäu de mehr gegeben haben, vielleicht sogar keine weitere Bebauung. Die Nord wand des Komplexes wurde in die ca. 350/400 gebaute Stadtmauer einbe zogen.'^ Der Komplex war an zwei Seiten von Kolonnaden umgeben, und zwar an der Ost-West-Straße und an der Eingangsseite. Der Eingang lag - notwendiger^' Das Datum ist nur erschlossen; YEGÜL ( A . 67) 14 für den ganzen Komplex: „The evi dence of heavy buming covered by layers of silting associated with the floors of many of Üie Units ... points to an overall destmction followed by abandonment. The numismatic record from these layers in both the Bath-Gymnasium-Complex and in Sardis as a whole suggested to BATES (seil. G.E. BATES, Byzantine Coins, Cambridge 1971, If.) that the building and the city were destroyed by the Sassanian armies in A . D . 616." Es gibt Hinweise auf spätere Aktivitäten in dem Komplex, v. a. einen Kalkofen, der bereits in der Mitte des 7. Jhs. mit al ler Energie betrieben wurde. Wegen solcher Hinweise in Sardeis und anderen Orten stelh man die alte Theorie zunehmend in Frage, daß die Invasion der Perser das städtische Leben in Kleinasien zerstört habe; für Sardeis s. die Literatur in J.S. CRAWFORD, The Byzantine Shops at Sardis, Cambridge 1990, 2 A . 11. Sucht man nach einer Synagoge, die sich tatsächlich im Zentrum einer Großstadt befin det, so bietet Apameia Syr. das beste Beispiel, c f LEVINE 240flF. Anders als in Sardeis woir den übrigens die Mosaikfußböden dort in einem Zug angebracht. " YEGÜL ( A . 67) 2. YEGÜL ( A . 67) 10 A . 36. " S. für Sardeis die Überlegungen von J.H.W.G. LIEBESCHUETZ, Decline and Fall df the Roman City, Oxford 2001, 48f, der sich hauptsächlich beruft auf M.L. R A U T M A N , in: The 17th Int. Byzantine Congress, Washington: Abstracts, New York 1986, 285; ID., in: Asia Minor Studien 17, Bonn 1995, 49ff SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 168 - wobei wir aus Kleinasien ohnehin wenig Indizien für die Existenz von „Jewish quarters" haben. " HANFMANN/WALDBAUM ( A . 52) 37; vgl. HANFMANN ( A . 43) 143.
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weise - in der Mittelachse. Ein Besucher wurde zuerst in die große, von einem Peristyl umgebene Palaistra gefuhrt, die nur etwas weniger als die östliche Hälfte des Komplexes einnimmt (83,2 x 81,2 m; Innenraum: 64,6 x 64,6 m). Von ihr gelangt man durch den sog. 'marble court''^ in das Bad, das etwas mehr als die westliche Hälfte des Komplexes beansprucht. An Nord- und Südseite der Palaistra befindet sich jeweils eine Abfolge von drei Räumen (jeweils 20,6 x 77,9 m), die nur von innen her zugänglich und in irgendeiner Form mit sportlichen oder anderen Aktivitäten des Gymnasiums verbunden war. Die östlichen Räume beider Fluchten scheinen jeweils ein klei nes Peristyl enthalten zu haben; die anderen Räume hatten „simple timbertrussed roofs",'^ die die wichtigste Lichtquelle bildeten.^^ In einen der nördlichen Räume wurden später drei Töpferöfen eingebaut, doch lassen sich die Änderungen nicht genau datieren (5. Jh., 6. Jh.?); hier gab es jedenfalls Handwerker. Die südliche Raumfolge wurde in die Synagoge ver wandelt. In die Kolonnade an der Ost-West-Straße, die ca. 12,35 m breit war, wur den in der Spätantike kleine, zweistöckige Geschäfte eingebaut. Während Yegül bei der Publikation des Komplexes von zwei Bauphasen ausging, nämlich einer in der ersten Hälfte des 3. Jhs. und einer zweiten gegen Ende des 4. oder zu Beginn des 5. Jhs., spricht Crawford in, seiner Publikation der Geschäfte nur von einem Umbau zu Beginn des 5. Jhs.^' Crawford sieht in der Entste hung der Geschäfte „appropriation of public spaces and property for private use and/or ownership".^^ Es ist deutlich zu sehen, daß es sich nicht um eine einheitliche, von der Stadt gesteuerte Baumaßnahme handelte: zu unterschied lich sind die Konstruktionen, Methoden, Pläne (Geschoßhöhen, Türbreiten, Fensterbreiten, Mauern, Fluchtlinien etc. sind alle nicht einheitlich).^-' Die meisten Funde in den Geschäften stammen aus der Zeit unmittelbar vor der Zerstörung, ca. 616, auch wenn einzelne Stücke natürlich älter sein kön nen. In einigen Geschäften kann man sehen, daß sie von Christen genutzt wur den, es gibt aber auch Hinweise, daß andere Geschäfte von Juden genutzt wurden - was vielleicht angesichts der Nähe der Synagoge nicht verwunderlich
YEGÜL ( A . 67) 6 nennt den „marble court" eine „imperial hall (or Kaisersaal)". YEGÜL ( A . 67) 42. YEGÜLs Rekonstruktion sieht ein erhöhtes Mittelschiff mit Fenstern vor - wohl auch um angesichts der relativ dünnen und schlecht ausgeführten Mauern den zu überbrückenden Raum nicht allzu groß werden zu lassen. YEGÜL ( A . 67) 19; CRAWFORD ( A . 71) passim, v. a. 5. *^ CRAWFORD ( A . 71) 6. - D. CLAUDE, Die byzantinische Stadt im 6. Jh., München 1969, 66fF. bespricht den für die Zeit typischen Übergang vom Marktplatz zu Läden in Säulenstraßen. Eine gewisse zentrale Planung muß es wegen der Entwässerung gegeben haben.
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ist.^'* Es handelt sich um folgende Räume: E 6-8, E 12-13 und vielleicht E 14'' E 6 und 7 gehören zusammen, da E 6 nur durch E 7 erreicht werden kann. Eine Tür von E 7 nach E 8 wurde in einer späten Phase geschlossen. Die Fun de lassen darauf schließen, daß in diesen Geschäften Farben und Färbemittel hergestellt und verkauft wurden. Auf der westlichen Seite der Eingangstür von E 6 waren innen zwei Meno roth eingeritzt. Im Geschäft woirden zwei Amphorenfragmente mit Graffiti gefimden:^'
57 Jakob, Besitzer eines Geschäftes (?) Edd.: G.M.A. Hanfmann, B A S O R 191, 1968, 21; J.S. Crawford, The Byzan tine Shops at Sardis, Cambridge 1990, 65 (SEG 40, 1074, 5). cf G . M . A . Hanfmann, Sardis Irom Prehistoric to Roman Times, Cam bridge 1983, 166. Beschreibung: Es handeh sich in beiden Fällen um Amphorenfragmente. a) P 67.16: 7339. „Lower neck, joming body fragments, two-handels P." (Crawford). Der Graffito wurde nach dem Brand auf der Schulter, mittig zwi schen den Henkeln, eingeritzt. b) P 67.18: 7341; IN 67.33. „Shoulder fragment"; der Graffito wurde nach dem Brand unter dem Hals eingeritzt. Abb.: Crawford flg. 3 l l f
S. neben CRAWFORD ( A . 71) passim, bes. 17f., noch: J.S. CRAWFORD, Bibl. Arch. Review 22 (5), 1996, 38ff.; ID., in: S. FINE (Hrsg.), Jews, Christians and Polytheists in the Ancient Synagogue, London 1999, 190ff. - Etwas übertrieben ist die Bemerkung von LE VINE 243: „a side entrance directly connected these shops with the synagogue". Richtig ist viehnehr, daß sich in der Reihe E ein Eingang in den Vorhof der Synagoge befand. Es han delt sich um E 18, wozu CRAWFORD ( A . 71) 98 sagt: „The shop and passageway were undoubtedly separated by a wall one brick thick at the time of the Shop's destruction". Diese Wand dürfte dann doch wohl bei der Einrichtung des Geschäftes hochgezogen worden sein, um den Laden von dem Weg zur Synagoge zu trennen. Bis zur Einrichtung der Läden gab es also einen Seiteneingang in die Synagoge. - Vgl. allgemein die durch Graffiti bezeugte jüdi sche Präsenz im Sebasteion von Aphrodisias (p. 70), das in der Spätantike ebenfalls als Ge schäftsbereich genutzt wurde. CRAWFORD, in: FINE ( A . 84) sagt, daß von den 27 Geschäften 26 ausgegraben worden seien; davon gehörten nach seiner Ansicht zehn Christen, sechs Juden, während die anderen Geschäfte keine Hinweise auf die Religion ihrer Besitzer bieten. C f CRAWFORD ( A . 71) flg. 267; 279; eine Menorah ist auch abgebildet bei ID., Bibl. Arch. Rev. ( A . 84) p. 45; vgl. R. HACHLILI, The Menorah, Leiden 2001, 360 D 6. 4. " Wie problematisch solche Funde sind, zeigt sehr schön SEG 40, 1074, 4, ' AyeXXiou in demselben Geschäft gefunden, aber ohne erkennbare jüdische Bedeutung.
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a) T a K w ß b)'IaKüj[ß]
(Besitz des) Jakob'' Die Geschäfte E 12 und 13 sind miteinander verbunden. E 12 kann nur durch E 13 erreicht werden. Die Funde in beiden Geschäften bestanden hauptsächlich aus Glas, weshalb man annimmt, daß hier Scheiben und Glasbehälter verkauft wurden (mehrere tausend Scherben). In E 13 können zusätzlich Farben ver kauft worden sein. Im oberen Stock von E 12 wurden zwei Fragmente einer (?) marmornen Platte gefunden, die mit einer Menorah verziert war.^' In E 13 fand sich femer ein Metallgewicht in Form eines Malteser Kreuzes - was gegen einen jüdi schen Besitzer von E 12/3 zu sprechen scheint, will man sich nicht mit der Er klärung zufriedengeben, daß Juden hier und anderswo Gebrauchsgegenstände verwenden konnten, deren Form an die Symbole anderer Reügionen erinnert.^^ Da dieses Argument aber auch umgekehrt verwendet kann, es z. B. auch die Verwendung von Menoroth bei Christen gibt, ist die Zuweisung der Geschäfte an Besitzer oder Mieter einer bestimmten ReUgion einzig auf Grund ikonographischer Motive schwierig. Es wurden in diesem Fall allerdings auch einige Graffiti gefimden:
58 Jüdische (?) Personennamen in einem Geschäft Edd.: a) G . M . A . Hanfmann, B A S O R 177, 1965, 20; J.S. Crawford, The By zantine Shops at Sardis, Cambridge 1990, 81 (SEG 40, 1074, 6). b) D . G . Mitten, B A S O R 170, 1963, 51; Robert, Sardes 57 Nr. 21; J.S. Crawford, The Byzantine Shops at Sardis, Cambridge 1990, 84 (SEG 40, 1074, 7). c) D.G. Mitten, B A S O R 170, 1963, 51; Robert, Sardes 57 Nr. 20; J.S. Crawford, The Byzantine Shops at Sardis, Cambridge 1990, 84 (SEG 40, 1074, 7). cf G . M . A . Hanfmann, Sardis from Prehistoric to Roman Times, Cam bridge 1983, 166.
Nicht ganz korrekt ist CRAWFORD, Bibl. Arch. Rev. ( A . 84) 41: „ T w o amphoras in scribed with 'lakovos', the Greek genitive form of the Jewish name Ya'akov ... were found in the middle shop (E 7 ) . " CRAWFORD ( A . 71) fig. 386; c f HACHLILI ( A . 86) 361 D 6. 5. ' ° So CRAWFORD, in: FINE ( A . 84); vgl. auch L . V . RUTGERS, The Jews in Late Ancient Rome, Leiden 1995, 8 I f f
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Fundort: im oberen Stockwerk von E 12 (a), im oberen Stockwerk von E 13 (b,c). Beschreibung: a) P 64.147:6189. „Storage jar P. from mid-neck to entire base, W i d e mouth, no handle scars; flat bottom with Impression of stone toumette" (Crawford); die Inschrift wurde nach dem Brand auf den oberen Teil des Körpers gekratzt. b) P 62.371:4692. Schulter imd Hals einer Amphore; Graffito „neatly in cised after firing on smoothed Shoulder above turn marks ... to the r. a cross" (Crawford). c) P 62.394.4735. Schulter, Henkel u. Teil des Halses einer Amphore. Abb.: Robert, Taf 11 (b); B A S O R 170, 1963, 51 fig. 29 (c); Crawford, Shops fig. 422 (a); 428 (b); 429 (c). a)
['l]oävvov
b) O e o K T L a T o u
MEAPOT c) ZaßßaTLOU
c) „ L . Robert believed it was by same hand as l A K O B on P.62.23:4180 = IN 62.14 in E 14" (i. e. 59), Crawford 84.
a) (Besitz des) Johannes; b) (Besitz des) Theoktistos MEAROU des) Sabbatios.
(?); c) (Besitz
Die Interpretation des Befundes ist nicht leicht, da die Namen nicht eindeutig jüdisch sind. Crawford, Bibl. Arch. Review 22 (5), 1996, 41: „Although all of these names are attested Jewish names in Byzantine times, the first and last are also common names for Christians; there is even a St. Sabbatios in the Greek Orthodox Church." Es ist also v. a. die Menorah in E 12, derenthalben man hier ein jüdisches Geschäft und damit auch jüdische Namen vermutet. a) Johannes ist zwar einer der beliebtesten jüdischen Namen in Palästina (Ilan 134ff), wurde aber in der Diaspora kaum benutzt, wenn man von Ä g y p ten und der Kyrenaika absieht.^* Immerhin ist der Name gerade in Sardeis m einer hebräischen Inschrift erhalten, 107; vgl. auch 224, 6 (?). b) Zum Namen s. noch CIJ I 712 (Athen): KOi|iTiTripLoy Euruxta? rrj? [iriTpö? ' A ö r i v e o u Ke ©eovKTLOTOu; IK 39, 115 (Prusa ad Olympum): 'Em-
eepari T W GeoCTeßfi Kai eeoKTLOTtp.^^ C f SEG 46, 1726 I 21f (Xanthos):
Ägypten: CPJ III p. 182; Kyrenaika: LÜDERITZ 32 b; c; 55 a; b; d; e; g; ansonsten HORBURY/NOY 6; 57. Ich habe EpAnat 31, 1999, 105ff. gezeigt, daß es sich hier um einen Verehrer des Qeös v>\>iGTOs handelt.
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'\(i)dvvov, bv IreKev flusses gewertet wurde.^^
dTTÖ
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O e o K T i a r a , was als Zeichen christlichen Ein
E 14 war möglicherweise ein Geschäft, in dem ebenfalls Farben verkauft vmrden. Hier fand sich folgender Graffito:
5 9 Jakob, Besitzer eines Geschäftes (?) Edd.: D.G. Mitten, B A S O R 170, 1963, 50; Robert, Sardes 57 Nr. 22; J.S. Crawford, The Byzantine Shops at Sardis, Cambridge 1990, 89 (SEG 40, 1074, 8). cf G.M.A. Hanfmann, SardisfiromPrehistoric to Roman Times, Cambridge 1983, 166. Beschreibung: P 62.23:4180; IN 62.14. Fast vollständige Amphora, „piriform, ribbing on Upper half of body and Shoulder, one vertical loop with Single groove, short tubulär foot" (Crawford). Abb.: Robert, Taf 11; Crawford fig. 461 f; 483. 'laKCjüß TTp(eaßuTep)ou
(Besitz des) Jakob, des Altesten. Der Zusatz TTp(6aßuTep)og kann ein Distinktiv sein, um diesen Jakob von ei nem Homonym zu unterscheiden, es kann sich sogar um den christlichen Titel handeln. Da hier aber die undeklinierte Namensform gebraucht wird, und da Robert hier dieselbe Handschrift wie in 58 c sah, wird es sich vmtl. doch um einen Ältesten der jüdischen Gemeinde handeln, wie schon Robert annahm. Gegenüber des Geschäftes E 18 war ein Löwe aufgestellt; auf einer der Stu fen zum Monument („rectangular structure with marble steps") war eine M e norah eingeritzt.^"*
D.R. JORDAN/R.D. KOTANSKY, Rev. Arch. 1996, 161ff. Sie zitieren noch I. K A JANTO, Onomastic Studies in the Early Christian Inscriptions of Rome and Carthage, Hel sinki 1963, 103, wo KAJANTO auf H. ZILLIACUS, Sylloge Inscriptionum christianarum veterum Musei Vaticani, Helsinki 1963, I 152, 204 verweist. Vgl. noch KAJANTO bei ZIL LIACUS II 69: „mais bien que le nom soit entre en usage tardivement - et il est rare - ... sa signification fait plutöt penser au monde de pensee paien ('fonde par Dieu') qu'ä des idees chretiennes." S. ansonsten etwa M A M A III 416; 780; M . H . S A Y A R , Perinthos-Herakleia (Marmara Ereglisi) und Umgebung, Wien 1998, 376f Nr. 234. SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 176 nach G.M.A. HANFMANN, BASOR 215, 1974, 52.
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Die Synagoge Der wichtigste Fund der amerikanischen Ausgrabungen in Sardeis war die große Synagoge mh ihren zahkeichen Inschriften.^^ Die Synagoge gehörte, wie bereits gesagt, zum Thermen-Bad-Komplex und befand sich in den drei Räu men, die südlich an die Palaistra grenzten (20,6 x 77,9 m). Die jüdische Ge meinde muß diese Räume von der Stadt erworben haben, aber über die Moda litäten läßt sich kaum mehr sagen (Kauf? Geschenk?). Wann die Gemeinde die Räume übemahm, läßt sich erst nach der Darstellung des Baubefundes beant worten, die angesichts des Fehlens eines endgültigen Grabungsberichtes fast notwendig Fehler enthalten wird.^^ Vier Baustadien werden gemeinhin unterschieden, von denen das erste oben kurz beschrieben wurde: drei aufeinander folgende, südlich der Palaistra gelege ne und von ihr aus zugängliche Räume, der östliche vielleicht bereits Peristyl gestaltet. Da Teile des Bades erst um 166 fertiggestellt wurden und die Arbei ten von West nach Ost vorrückten, nimmt Seager an, daß die Arbeiten an Pha se I im letzten Viertel des 2, Jhs, beendet wurden.^' Positive Evidenz gibt es hierzu nicht. In Phase II wurden die beiden westlichen Räume zusammengefaßt und mit einer Apsis im Westen versehen. Die Trennwand zum verbleibenden Raum wurde ein wenig nach Osten verschoben. Der große Raum, der so entstand, war mit zwei Säulenreihen gegliedert, die Zugänge zum Gymnasium wurden geschlossen und in dem kleinen, östlichen Vorraum wurden Türen zu den Ko lonnaden an der West-Ost-Straße, v. a. aber zwei Türen zur Eingangsseite des Komplexes gebrochen. Wieder gibt es keine Funde, die uns etwas über den
SEG 36, 1104 wurde noch ergänzt eüXöyriTolg 6 Xaög und auf die Gemeinde bezogen. J.H. KROLL, HTHR 94, 2001, 45 A . 32 betont, daß der Raum B E - A , in dem der Graffito gefunden wurde, ca. 20 m von der Synagoge entfernt war und keinerlei bauliche Verbindung zu ihr hatte. Er überlegt daher eüXöyrjToLs 6 Oeög, was auch dem Sinn von eüXoyriTols bes ser entspricht, c f 14 A , 5 (Komm.); vgl. schon HANFMANN ( A . 43) 285 A . 19. Problema tisch ist wohl auch der Graffito auf einem Keramikfragment ( G . M . A . HANFMANN, BASOR 187, 1967, 17f), das Kroll zu [Kupte] ßorieiei] ergänzte (zustimmend JLR Bull. 1968, 478). Auch hier wurde eine direkte Verbindung des Fundortes (Raum B - E ) mit der Synagoge von HANFMANN zwar angenommen, ist aber nicht sicher. A . R . SEAGER, AJA 76, 1972, 425ff.; ID./KRAABEL ( A . 54) 168ff. (168-78 von SEAGER, 178-90 von KRAABEL; KRAABELs Teil ist wiederabgedruckt in ID. [ A . 39] 269ff., wird aber hier nach der urspgl. Publikation zitiert). Zusammenfassungen auch in L . M . WHITE, The Social Origins of Christian Architecture II, Cambridge 1997, 31 Off.; HACHLILI ( A . 67) 58ff.; LEVINE 242ff ( A . 96) 432; in ( A . 54) 172 ist er unsicher, ob Phase I im Süden des Komplexes über haupt ausgeführt wurde; er datiert die Fertigstellung der Palaistra, die ja eine der Voraus setzungen für die Arbeit an den südlichen Räumen ist, erst in das 3. Jh.
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Zeitpunkt der Fertigstellung dieser Phase sagen können.^^ Wir haben auch kei nen Beweis dafür, daß der Bau bereits in dieser Phase als Sjoiagoge diente; es gibt zahlreiche andere Möglichkeiten.^^ In Phase III wurden die beiden verbliebenen Räume zusammengelegt. Die Säulen wurden durch Pfeiler ersetzt, die aber zu nahe an der Wand standen, um ein Haupt- und zwei Mittelschiffe zu bilden; statt dessen entstanden Nischen zwischen den P f e i l e r n . D i e Höhe der Pfeiler wurde auf wenigstens neun Meter geschätzt, doch kann sich über ihnen noch ein Geschoß erhoben haben, um hinreichenden Lichteinfall zu garantieren. In dieser Phase begann man be reits mit der Dekoration des Fußbodens im Mittelschiff (62).^^' In der näch sten Phase änderte sich die Orientierung des Fußbodenschmuckes, doch bleibt ansonsten Kontinuität in der Form der Fußbodengestaltung gewahrt. Läßt das noch Raum zu Zweifeln, so entspricht doch die Inschrift so vollständig dem Schema der anderen Texte, daß der Bau ganz sicher bereits in Phase III in den Besitz der jüdischen Gemeinde übergegangen war. Phase IV ist heute teilweise restauriert; fast alle Schmuckformen gehören zu ihr. Die baulichen Veränderungen sind wohl den ersten Erfahrungen mit dem Raum und einer stärkeren Anpassung an die synagogalen Notwendigkeiten ge schuldet. Der Haupteingang blieb an derselben Seite wie der Haupteingang in die Palaistra, besaß aber jetzt nur noch eine Tür. Der Vorraum wurde im Osten vergrößert und zu einem Peristyl umgebaut (18,5 x 21,6 m), m dessen Mitte ein großer, marmorner Krater stand, der als Brunnen benutzt wurde: Teile der Zuleitungen sind erhalten. ^'^^ Ein wohl auch für Waschungen genutztes Basin
SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 173 sprechen von Friesblöcken severischer Zeit, die in der Fundamentierung der Apsis verwendet worden seien - doch gibt das nur den ohnehin er warteten terminus post quem. A . H . DETWEILER, BASOR 187, 1967, 23ff.; SEAGER ( A . 96) 432 erwähnt die Mög lichkeit, daß die neugeschaffene Apsis ein Tribunal gewesen sein könnte; so auch SEAGER/ KRAABEL ( A . 54) 172: „Roman civic tribunal", wobei die Nischen der Apsis Kaiserstatuen aufgenommen haben können. PALMER BONZ ( A . 42) 142 erwägt („mere conjecture") einen Versammlungsort für die yepouaCa, für deren Verbindung mit dem Gymnasium sie Sardes VII 1, 17 zitiert. C. FOSS, Byzantine and Turkish Sardis, Cambridge 1976, 41 zu hischriften für die yepouoCa im „marble court". BOTERMANN, Z N T W ( A . 42) passim, v. a. 118f, leugnet Phase III ganz, und man muß zugeben, daß die Evidenz nicht sehr groß ist - aber immerhin ist sie doch vorhanden. SEAGER ( A . 96) 427 betont, daß die Bänke nicht gleichzeitig mit der Anlage der Apsis sind. '°' SEAGER ( A . 96) 434: „The mosaics of bay 1 lay against the apse benches with no in dication that the benches were inserted later. Thus the benches are assigned to stage 3." '"^ Zu Hinweisen auf eine Veränderung der Wasserversorgung für diesen Komplex zwi schen 350 und 400 s. HANFMANN/WALDBAUM ( A . 52) 27.
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befand sich an der Südwand. An Stelle des siebten Pfeilerpaares (von We sten) zog man eine Wand ein, durch die drei Türen in den etwas tiefer hegen den Saal führten (18,5 x 58,3 m). In ihm sollen etwa 1.000 Menschen Platz ge funden haben. An der östlichen Wand, durch die man den Saal betrat, standen zwei aediculae, deren Funktion verschieden gedeutet wird. Eine kann die Torah-Rollen enthalten haben, während die andere entweder aus (Minden der Symmetrie oder zur Beherbergung einer großen Menorah gebaut worden sein soll; es ist aber auch vermutet worden, daß beide aediculae Torah-Rollen enthielten. Levine 330 nennt weitere Beispiele für Synagogen mit zwei Podien für den Torah-Schrein. Sollte in der Diaspora die Gebetsrichtung nach Jerusalem ein gehalten worden sein, so richtete sich die Gemeinde am ehesten zu den TorahSchreinen aus. In der Mitte des großen Raumes, in der Höhe von Joch 4, sind vier Steine sekundär in den Fußboden eingelassen; sie sind mit einer Stifterinschrift zu verbinden, die ebenfalls später in das bestehende Mosaik emgefiigt wurde. Die Steine bilden ein Quadrat von etwa 3 m Seitenlänge; in jedem befindet sich ein Dübelloch: sie trugen also eine später eingefügte, zwar leichte, aber doch dauerhafte Konstruktion (s. 63 Komm.). Vor der Apsis stand ein großer, steinerner Tisch, dessen Füße mit Adlern verziert waren, weshalb der Tisch meist 'eagle-table' h e i ß t . E r stammt aus Nach SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 281 A . 7 fehlte eine Mikveh und ein „communal kitchen" - ob sie letzteres wegen der damals bereits zirkulierenden Interpretation der Aphrodisias-Inschrift (14) erwähnen? SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 281 A . 10. Aus dieser, immer wieder zitierten Zahl darf man natürlich keine übertriebenen Folgerungen ziehen. Wir wissen nicht, ob das Gebäude zum Zeitpunkt des Erwerbs zu groß oder zu klein fiir die Gemeinde war, wissen nicht, wie sich die Gemeindegröße in Relation zum Gebäude mit den Jahrhunderten entwickelte. Selbst wenn wir die - häufige - Annahme machen wollen, daß die Gemeinde zum Zeitpunkt des Er werbs (!) an die 1.000 Mitglieder hatte (Männer und Frauen?), so haben wir damit immer noch keine Handhabe, etwas über die zahlenmäßige Bedeutung der Juden in der Stadt Sardeis zu sagen. Für die häufig vorgetragene Schätzung, Sardeis habe in der hohen Kaiserzeit 100.000 Einwohner gehabt, gibt es wenig Beweise: es können ebensogut weniger gewesen sein. - Wesentlich vorsichtiger ist übrigens LEVINE 355 A . 301, der von „limited seating arrangements" spricht, die die Zahl der möglichen Besucher beeinflußt haben können. HACHLILI ( A . 67) 70f nennt noch die Möglichkeit, daß eine aedicula als Plattform für den Vorleser gedient habe oder zum Aussprechen der Benediktionen genutzt worden sei, was beides eine Ausrichtung der Gemeinde nach Osten impliziert. - Nach SEAGER/KRAA BEL ( A . 54) 170 kommen alle Fragmente hebräischer Inschriften aus der Umgebung der süd lichen aedicula; hier wurde auch die oft abgebildete Marmorplatte gefimden, auf der neben Menorah noch Lulab, Shofar und zwei manchmal als Torahrollen verstandene Spiralen zu se hen sind (S. FINE/L.V. RUTGERS, JSQ 3, 1996, 17 halten die Spiralen allerdings nur für Schmuckelemente). Beschrieben in G.M.A. HANFMANN/N.H. RAMAGE, Sculpture from Sardis, Cam bridge 1978, 148f Nr. 217. Sowohl Adler wie Tischplatte sind spätestens in augusteischer
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der frühen Kaiserzeit, doch ob er aus einer äheren Synagoge oder einem ande ren Kontext hierhin gesetzt w u r d e , m u ß offen bleiben - zumal seine Funk tion ganz unklar ist}^' „The table was approached from the side of the apse and benches (west), where there is a pavement of polished marble slabs."^°^ An jeder Seite des Tisches stand ein Paar marmorner Löwen, die ca. 450-350 V. Chr. angefertigt und hier wiederverwendet wurden. In der Apsis wurden die Sitzbänke angebracht, auf denen nach modernen Schätzungen mehr als 70 Personen Platz fanden; sie gelten als die Sitze der TTpeoßuTepoL oder einer anderen hervorgehobenen Gruppe. Die Bänke stehen auf dem Rand des Apsis-Mosaiks, wurden also erst nach dessen Verlegung instalhert.'" Zeit angefertigt worden; HANFMANN/RAMAGE überlegen, ob die Adler nicht Hoheitszei chen eines römischen Magistrats waren, der in der Apsis (Bauphase II) Recht gesprochen haben könnte. Gegen die Herkunft aus einer älteren Synagoge spricht die Beobachtung von SEAGER/ KRAABEL ( A . 54) 170, daß der Tisch erst einige Zeit nach der Fertigstellung der Mosaike an den Platz kam, aber dort offensichtlich eine frühere Konstruktion (gleichen Zwecks?) er setzte; c f HANFMANN/RAMAGE ( A . 106) 148. - F.K. YEGÜL, ArtBuUetin 64, 1982, 12; I D . ( A . 67) 6 mit A . 24 überlegt, ob es sich um den Opfertisch aus dem „marble court" gehandelt haben kann, der mit dem Ende des Kaiserkultes ja keine Verwendung mehr fand aber ob das nicht doch etwas zu weit geht: die Übemahme eines heidnischen Altars in den jüdischen Gottesdienst? Die Verbauung von Kybele-Reliefs, SEAGER/ KRAABEL ( A . 54) 176, ist damit nicht zu vergleichen. Außerdem: wann endete der Kaiserkult in Sardeis? Mir scheint eine liturgische Verwendung am wahrscheinlichsten zu sein - z. B. zur Verlesung der Torah, wie SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 170; TREBILCO 53 u.a. annehmen, zumal 131 in der Nähe gefimden wurde und einen solchen Zusammenhang nahelegt: eine Treppe und ein Ambo mit Geländer können aus Holz gefertigt gewesen sein. Ist das richtig, so bleibt der Nutzen der (modem) als ßfjpa bezeichneten Konstmktion im vierten Joch un klar. L . Y . RAHMANI, lEJ 40, 1990, 211 mit A . 61 nahm an, der Tisch habe als Thron für die Torah gedient, während E. BICKERMAN ihn mit einem Hinweis auf die häufige Funk tion von Synagogen als „salles de banquets" erklären will, Studies in Jewish and Christian History III, Leiden 1986, 255 A . 36; dazu ist der 'eagle-table' aber praktisch nicht zu ge brauchen. - Die Tempel-Rolle, 11 Q T 37, 8ff, beschreibt den Vorhof ihres idealen Tempels so (Zitat nach D.D. BINDER, Into the Temple Courts, Atlanta 1999, 224): „And inside the court you shall make sitting places for the priests, and tables in front of the sitting places", doch sind Ort und wohl auch Funktion anders. SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 170. HANFMANN/RAMGE ( A . 106) 63ff Nr. 25. - SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 170 neh men eine ursprgl. Verbindung der Skulpturen mit dem Kybele-Kult an, über dessen Ver schwinden wir allerdings weit weniger wissen als über das Ende des Kaiserkultes. Man kaim vielleicht das Fußbodenmosaik der Synagoge von Sepphoris vergleichen, auf dem jeweils ein Paar Löwen rechts und links von einem Kranz zu sehen sind (Abb. e. g. in JRA Suppl. 40, 2000, 17); dasselbe Motiv in der Synagoge von el-Hammeh, E.L. SUKENIK, The Ancient Synagogue of el-Hammeh, Jemsalem 1935, 35f; allgemein zu zwei Löwen (als Beschützem) in der synagogalen Bildkunst P. PRIGENT, Le judaisme et l'image, Tübingen 1990, 76f SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 170; zur rrpoeSpCa vgl. 36, 9 (Komm.). HACHLILI ( A . 67) 74 bemerkt, daß kein Sitz in der Apsis besonders hervorgehoben worden sei, doch gibt es
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Es gibt keine Spur einer Galerie, auch keine Spur einer Treppe, mit deren Hilfe eine Galerie hätte erreicht werden können, so daß Frauen entweder nicht zugelassen oder während des Gottesdienstes im Hauptraum waren; letzteres scheint mir wahrscheinlicher, da Frauen auch an den Stiftungen zum Schmuck der Synagoge beteiligt waren. Die Fußböden des Vorraumes und des Hauptraumes sind mit omamentalen Mosaiken bedeckt; wir sahen schon, daß sie nicht in einem Zug angebracht worden sind.'^^ Die Mosaike des Hauptraumes passen sich der architekto nischen Struktur an: in jeder der von Pfeilem gebildeten Nischen findet sich ein Mosaik, in jedem entsprechenden Abschnitt des Hauptraumes ebenfalls. Ein zig das Mosaik der zentralen Apsis zeigt eine figurale Darstellung: einen Kra ter, aus dem Weinstöcke herauswachsen, und an dessen Seiten sich jeweils ein Pfau befindet; über dem Krater trägt ein Kranz die Stifterinschrift.''^ Die Wände wurden - ebenfalls nicht gleichzeitig - mit Marmor verkleidet: neben einfachen Platten fanden kostbare, verschiedenfarbige Einlegearbeiten Verwendung. Phase III und IV werden v. a. durch die Münzen datiert, die sich unter den Mosaiken befanden. Kroll hält die Münzen für „Bauopfer", nicht für zufallige Verluste: „In general the coins appear to have been intentionally deposited un der the mortar bedding at the time that the. mosaics were laid in keeping with a building tradition that is well attested throughout the empire ... Accordingly, the dates of the latest coins under the mosaics may be regarded as termini ad rather than mere termini post quos."'''* Ohne Aufnahmen der Fund lagen scheint mir dieser Punkt nicht sicher zu sein. Die ältesten Münzen, die unter einem Mosaik gefunden vmrden, waren po stume Prägungen des Claudius Gothicus aus der Zeit kurz nach 270 (C 70. 13; 16; beide unter 62)."^ Selbst werm man in den Münzen nur einen Terminus post quem sieht, so ist der zeitliche Abstand zwischen diesen Münzen und den Münzen unter 60 (Prägungen des Licinius) so groß, daß man hierin auch
Möglichkeiten, eine Bevorzugung darzustellen, ohne daß sie architektonisch auffällt. Zur spä ten Installation s. PALMER BONZ ( A . 42) 144f. Allgemein zu Wand- u. Fußbodenschmuck: L.J. MAJEWSKI, BASOR 187, 1967, 32ff.; 191, 1968, 29ff.; 199, 1970, 5Iff.; HACHLILI ( A . 67) 218ff zu den Mosaiken. Zu Pfau, Wein und Kranz vgl. e. g. HACHLILI ( A . 67) 380; 390. KROLL ( A . 95) 13 A . 28 unter Berufung auf T . V . BUTTREY/A. JOHNSTON/K.M. MACKENZIE/L.M. BATES, Greek, Roman, and Islamic Coins from Sardis, Cambridge 1981, X X I I und M . DONDERER, BJbb 184, 1984, 177ff Vgl. aber p. 233 A . 139; auch die zeitliche Streuung der Münzen unter 69 scheint mir gegen die Interpretation als terminus ad quem zu sprechen. PALMER BONZ ( A . 42) 144 A . 17 überlegte, ob eine der Münzen einen Gegenstempel trägt, und damit etwas später unter das Mosaik gekommen sein könnte; in keiner Publikation gibt es einen entsprechenden, auswertbaren Hinweis, auch nicht in BUTTREY et al. ( A . 114) XXII.
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die chronologische Differenz der Phasen III und IV sehen kann. Die Nutzung des Gebäudes als Synagoge begann also frühestens im letzten Viertel des 3. Jhs."^ Es ist eine allgememe Tendenz des 3. u. 4. Jhs., Thermenanlagen ganz oder in Teilen umzugestalten und anderen Funktionen zuzuführen: die Syn agoge von Sardeis ist nur eines von vielen Beispielen für dieses Phänomen. Nach den Münzen unter 60 war die Umgestaltung zur Phase IV bereits nach 320 im Gang. Es gibt z. Zt. keinen Hinweis darauf, in welcher Reihen folge die verschiedenen Arbeiten ausgeführt wurden. Die letzte datierte Mün ze unter einem Mosaik stammt aus der Zeit 346/50, und es ist eine biUige Ver mutung, daß dies ein terminus post quem ftir alle größeren baulichen Verände rungen ist. Das bedeutet allerdmgs nicht, daß nicht einzelne Mosaik später verlegt worden sein können oder daß später verlegte Mosaike einen älteren Fußboden ersetzten."^ Onomastische Überlegungen machen es m. E. wahr scheinlich, daß wenigstens das Apsis-Mosaik nicht vor der Mitte des 4. Jhs. verlegt woirde. Erst nach den Mosaiken brachte man die Wandverkleidungen des Innenraumes an; die Wandverkleidungen des Vorraumes müssen auf Grund von Münzen, die hinter ihnen gefunden woirden, nach 360/80 fertiggesteUt worden sein - was ftir die Stifterinschriften der Verkleidungen wichtig ist. Es folgen auch später noch einzelne Zusätze und Renovierungen, die von Natur katastrophen wie Erdbeben nötig gemacht worden sein können."^ Das älteste Mosaik, das in die Jahre nach 270 gehört, ist nach Osten orien tiert (Leserichtung), während alle anderen Mosaike nach Westen orientiert sind:''^ zwar stehen die aediculae, die vmtl. die Torah enthielten, an der nach Jerusalem weisenden Ostwand, doch hätte der 'eagle-table' keine praktische Funktion, wenn die Gemeinde im Gottesdienst nicht auf die Apsis und den Tisch ausgerichtet gewesen wäre.'^° Diente der Tisch allerdings zur Verlesung der Torah, so wäre auch der Vorleser nach Osten gewandt gewesen - doch die Gemeinde hätte sich nach Westen orientiert, wie es der Leserichtung der M o saike entspricht. Es ist verlockend, den Wechsel der Leserichtung nach der Vgl. SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 173 zur Stratifikation der Münzfiinde macht: „This stratification suggests a floor of the late third Century, tom up and replaced by the final mosaics... A date of ca. A . D . 270 for stage 3 cannot be far wrong." MAJEWSKI ( A . 112) 1967, 46 zur Nische 7, in deren Fundamenten eine Münze Leos I. (457 - 477) gefimden wurde (C 65. 123); SEAGER ( A . 96) 433 zu dieser Münze: „must be regarded as a contamination." Daten nach SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 172f; 174 zu späteren Renovierungen, von denen einige gleichzeitig sein können, zumal etwa zu derselben Zeit auch an anderen Stellen des Thermen-Gymnasium-Komplexes renoviert wurden, SEAGER/KRAABEL 282 A . 40. CJ 1, 9, 18 (LINDER 332f; 438) wurde hier jedenfalls nicht durchgesetzt: praecipimus, ne qua ludaica synagoga in novam fabricam surgat, fulciendi veteres permissa licentia, quae ruinam minantur. HANFMANN ( A . 95) 46. HACHLILI ( A . 67) 82 zweifeU gerade deshalb an der Benutzung des Tisches zur Verle sung der Torah und überlegt, ob er nicht liturgische Gegenstände getragen haben könnte.
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Verlegung des ersten Mosaikes mit der Planänderung von Phase III zu IV zu sammenzubringen. Ist diese Verbindung richtig, so hat es in den Jahren nach 270 vielleicht einen längeren Baustop gegeben, weil der Bau in seiner Phase III nicht den Vorstellungen der Gemeinde entsprach.'^' Das Gebäude wurde bis zu seiner Zerstörung als Synagoge benutzt. Daß es nicht in eine Kirche umgewandeh w u r d e , m a g ein Zeichen für die „pro minent poshion" sein, die die jüdische Gemeinde in der Stadt h a t t e , d o c h ist das nicht sicher: auch m anderen spätantiken Städten standen Synagogen, die nicht in Kirchen umgewandelt worden waren. Hervorzuheben ist jedenfalls, daß nicht wenige große Stiftem die Synagoge ausgeschmückt hatten, sondem viele Einzelpersonen ganz unterschiedlicher sozialer Stellung. Trotz einiger Ratsherren in der Gemeinde gab es offenbar kein überragendes Individuum mehr, das als Stifter der ganzen Synagoge oder ihrer Dekoration auftreten konnte - ein Befund, der auch für den Kirchenbau der Zeit gilt.'^"* Wir nehmen in der Regel an, daß die in den Inschriften genannten Stifter Juden waren, doch ist das nur in wenigen Fällen whklich beweisbar (e. g. Samoes, 63): dies caveat gih V. a. für die verschiedenen Amtsträger, die meist als Beweis für die Integra tion der Juden in den spätantiken Staat angesehen werden.'^^ Es gab unter den Stiftem in Sardeis aber auch niemanden, den man sicher als Heiden oder Chri sten identifizieren könnte. Der Schmuck der Synagoge erschöpfte sich nicht in der Dekoration von Fußboden und Wand, aber alles andere ist nicht erhalten: es wurde geraubt oder gerettet und an einen anderen Ort verbracht. Einiges läßt sich aus In schriften erschließen (129 - 143); ansonsten gibt es nur Kleinfunde, imd zwar:
PALMER BONZ ( A . 42) 145. '^^ BOTERMANN, Z N T W ( A . 42) 120f. hält eine späte Benutzung als Kirche nicht für unmöglich, aber dagegen sprechen m. E. schon einige der Kleinfunde, dann auch die Reste der großen Menorah, die man sicher in keiner spätantiken Kirche hätte stehen lassen. '^^ TREBILCO 53; HACHLILI ( A . 67) 6. Vgl. e. g. SEG 26, 1629 (Apameia Syr., vom Bischof gesetzt): TTOXXCOV per' dXXcov K ( a l ) TÖTTOV.TOV ev6d8' eKÖapr|ae TlaüXos Tr\ rroXupöpcjXjOL ouvGeaeL ( P H . B R U N E A U ,
JS 1988, 29f wollte allerdings rroXXwv peraXXwv lesen [SEG 38, 1555]). '^^ Ich werde bei den einzelnen Inschriften nicht mehr eigens auf diesen Punkt zurück kommen. SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 175f zu den Kleinftinden; ich lasse Spolien aus, die in die Synagoge verbaut waren und solche Stücke, die keinen sichtbaren Bezug zur Synagoge haben (e. g. eine Genune, Schmuck, Messer, Bronzeklammem). Die Metallfunde werden auf gelistet bei J.C. W A L D B A U M , Metalwork from Sardis, Cambridge 1983, 203. SEAGER/ KRAABEL 176f verbinden einen Hortfund mit 500 Münzen, die von der Mitte des 4. bis zum Anfang des 7. Jhs. gehen, mit dem Opferstock der Synagoge: aber ist es nicht ein Cha rakteristikum des Opferstockes, häufiger geleert zu werden?
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- Reste zweier Menoroth, eine aus Bronze, eine aus Blech gestanzt;'^^ - zwei Weihrauchbehälter; - „a peculiar round Corinthian tempietto-shaped base";'^^ - Reste eines marmornen Architekturmodells („part of a four-column building [tetrapylon]"); - Köpfe eines Schafes und eines Kamels, marmorne Einlegearbeiten, die wohl nicht zur Wanddekoration, sondem zu eigenen Marmorbildera gehörten; - wenigstens fünf Ketten zum Aufhängen bronzener Lampen; '^^ - Tonlampen; - ein Rehef mit Menorah, Lulab, Shofar, zwei Spiralen; - ein Glasgewicht ( G 67. 5) mit einer Menorah - ob es zu einem Vorhang an einer aedicula gehörte? Daß sich viele, verschiedene Darstellungen von Menoroth fanden, versteht sich fast von selbst:'^"^ - Ziegel mit einer Menorah, T 63.41:5574; - eine eingeritzte Menorah, S 62.27a,b:4502; - Stein mit Menorah, unter dem 'eagle table' gefunden; - Stylobatblock aus dem Peristyl mit Menorah, S Y N 68.14; - zwei Keramikscherben mh Menorah, P 66.83:7112 und P 66.83:7231.'^^ Die Inschriften der Synagoge beziehen sich größtenteils auf die Dekoration der Wand oder des Fußbodens; da ein großer Teil der Wandverkleidungen verloren WALDBAUM ( A . 126) 103 Nr. 610f. mit Taf. 39 (danach bei HACHLILI [ A . 86] 356 D 2.1-3; 358 D 4.1). WALDBAUM ( A . 126) 99 Nr. 579; 100 Nr. 584 mit T a f 38; sie sind von anderen, gleichzeitigen, also vmtl. christlichen Funden in der Stadt nicht zu unterscheiden. SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 175 mit flg. 256 ( S Y N 62.20). WALDBAUM ( A . 126) 102 Nr. 597-600; 103 Nr. 608. BASOR 170, 1963, 46; HANFMANN ( A . 43) fig. 250 (cf J.A. SCOTT, Sardis M 12 Lamps [noch nicht erschienen]). - SEAGER/KRAABEL ( A . 54) 176 fuhrt noch eine Lampe mit der Aufschrift cfxL? dyaOöv an, doch wurde sie in einer späthellenistischen Schicht gefun den, gehört also nicht zur Synagoge. HACHLILI ( A . 67) 70 vermutet, daß es zur Balustrade um eine der beiden aediculae gehörte; vgl. auch 78f und ihre Abb. fig. 11-34; T a f I I - 3 ; 319 fig. VII-7 f Eine Abbildung auch bei L. YARDEN, The Tree of Light, Bristol 1971, 24 mit fig. 89; H. SHANKS, Ju daism in Stone, Washington 1979, 169; A . R . SEAGER, Sardis Guide 9 (1990) fig. 7f; FINE/RUTGERS ( A . 105) 15 fig. 5 (Lit.); p. 17 widersprechen sie der Auffassung, daß die Spiralen die Torah-Rollen symbolisieren; Photo auch in: S. FINE (Hrsg.), Sacred Realm, Oxford 1996, 44 fig. 2.19 b; 52 fig. 3.2; HACHLILI ( A . 86) 77 fig II 22 f u. T a f 28 II 43. HACHLILI ( A . 67) 432 D 11.2. Ein Dübelloch an den Säulen der aediculae erwähnt A.R. SEAGER, in: J. GUTMANN (Hrsg.), The Synagogue, New York 1975, 109 A . 140; es kann als Halterung für einen Vorhang gedient haben; c f HACHLILI 76. Aufzählung bei KRAABEL/SEAGER ( A . 54) 176; ich lasse weg, was andernorts erwähnt ist oder noch zu erwähnen ist. Vgl. auch HACHLILI ( A . 86) 78f C f HACHLILI ( A . 86) 438 D 12.2.
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ist und große Teile der Fußbodenmosaike zerstört sind, ist bestenfalls die Hälfte der Texte erhalten.'-'^ Sieht man von 62 ab, gehören alle Inschriften in die Phase IV, also in das 4. Jh.; einige Texte, die sich auf Renovierungen bezie hen, fallen in noch spätere Zeiten. Die Inschriften sind fast ausschließlich in griechischer Sprache verfaßt;hebräische Texte sind selten,'graecohebräische Mischtexte gar nicht erhalten. Die Reihenfolge der Inschriften folgt der Ausgabe von Kroll, der sie nach ihrer Verwendung am Bau ordnete.
Die Mosaikinschriften der Synagoge (60-71) 60 Die Stiftung des Apsismosaiks durch die Brüder Stratoneikianos und Symphoros Edd.: D.G. Mitten, B A S O R 174, 1964, 32f.; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 15f. Nr. 1. FO: Apsis; IN 63. 122. Beschreibung: Dargestellt ist in der Mitte des Mosaiks ein Krater, aus dem Weinranken wachsen, die auf beiden Seiten omamentale Muster bilden; über dem Krater befindet sich ein Kranz, Durchmesser 0,42 m; litt, (nach Westen) 5-6 cm. Abb.: Mitten 33 fig. 17; id., The Ancient Synagogue of Sardis, N e w York 1965, fig. 4; G.M.A. Hanfmann, Letters from Sardis, Cambridge 1972, 131 fig. 95 (cf. 129); id. (Hrsg.), Sardes from Prehistoric to Roman Times, Cambridge 1983, fig. 260f.; A.R. Seager, Sardis Guide 9 (1990) fig. 2; KroU 60 fig. 5 a/b. Ü: A.Th. Kraabel, Judaism in Westem Asia Minor, Diss. Harvard 1968, 230; KroU. 4>XdßL0L 2TpaT[ov]eLKL-
{a\vbs [Kjal [S]uy
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'^^ KROLL ( A . 95) 3: „Some two dozen inscriptions survive in a few disjointed letters only. Although such meaningless and unrestorable fragments have been excluded ... they serve as a reminder that a fair number of additional texts have doubtless been lost to us altogether." ROBERT, Sardes 57 mit Reflexionen über den griechischen Charakter der Gemeinde. Hervorgehoben von CROSS ( A . 63) 3.
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(Die) Flavii Stratoneikianos und Synphoros wegen eines Gelübdes. Datum: Unter dem Mosaik wurde eine 321/4 von Licinius geprägte Münze ge funden (C 67.754), aber der Flavier-Namen geht im 4. Jh. auf die konstantini sche Dynastie zurück, weshalb man diese Stiftung wohl einige Zeit nach 324 ansetzen wird; Robert bei Mitten 32 dachte an das späte 4. oder frühe 5. Jh., was von Mitten mit dem Hinweis auf ein ca. 400 datiertes, vergleichbares M o saik unterstützt wurde.'•'^ Das Datum dieses Mosaiks ist von besonderem Interesse, weil die Apsis-Bänke erst nach seiner Verlegung installiert wurden (s. p. 227). Der Kranz über dem Krater bewegte Goodenough bei Mitten 52 A . 5 zu der Annahme, daß die beiden Brüder zum Zeitpunkt der Ausführung bereits verstorben waren; diese Hypothese hängt ganz von Goodenough's sym bolischen Deutungen jüdischer Ikonographie ab. Kraabel 230 A . 1 vergleicht noch das Mosaik aus Hamman Lif (Goodenough, Symbols III fig. 887f.); Vö gel (Pfaue?) und Weinreben gibt es auch auf den Reliefs in N e w York (p. 37 _ A . 2) und Priene (p. 173). 2: Der Name Stratoneikianos erinnert noch von feme an die seleukidische Vergangenheit der Stadt.'"^^ Vgl. noch den Fl. Nikostratos in der vmtl. jüdi schen Inschrift bei P. Pilhofer, Philippi II, Tübingen 2000, 389f. Nr. 387 a. 4ff.: ü i r e p e ü x f ] ? bezieht sich auf das Gelübde der Brüder, die Kosten des Mosaiks zu bezahlen; vgl. Ausdrücke wie e ü ^ d | i e v o s T r [ v 4^ri<j)LSa vel. sim.
61 Stiftung eines Mosaiks Edd.: G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 29; 36; J.H. KroU, HThR 94, 2001, 16 Nr. 2. FO: Joch 2; IN 66. 2. Beschreibung: In einem Medaillon des zentralen Mosaikfeldes, H.: 0,35 m; B.: 0,32 m; litt.: 5-7 cm. Abb.: Hanfmann fig. 47 (Phot.); 51 (Rekonstruktionszeichnung); Kroll 62 fig. 7. Ü: Hanfmann 29; Kroll.
Die unterschiedliclien clironologisclien Implilcationen von Münze und Namen scheinen mir der Theorie zu widersprechen, daß die Münzen der Bauopfer schon fast einen terminus ad quem für die Erstellung des jeweiligen Mosaiks bilden. '"^^ Vgl. e. g. Sardis V I I 1, 172 (4./5. Jh.): n]opct)u[pL]ou Ke [ T O Ü ] uloü aü[Toü] STpaTo[veLKJou; 226 (2./3. Jh.): ZT]paToveL[Kou?
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6. Lydien (Nr. 47-146) [ ... ] [ ... ] T [ ... ] Y[ .. ürrep]
5
T w y L8[LÜ}V
e-]
Kev[TTiae-] V {)TT[ep eüxfjs . . . € K ] TCÜV LSLCOV Hanfinann, suppl. Kroll.
... wegen der eigenen (Familienmitglieder) schmückte (er) mit Mosaik. Datum: unter dem IVlosaiJc fand sicli eine IVlünze Constantius' II. aus der Zeit von 337-341 (C 66. 20). 4f.: eK Twv LSLWV kommt in den anderen Inschriften der Synagoge nicht vor,'''' weshalb Kroll nach 85 (üirep TWV i8i(s>v e\)yj\v direScoKa) ergänzte. 5ff.: zu KevTetv s. Robert, Op. Min. V 189f. A . 9 mit vielen Beispielen, v. a. dem Maximaltarif Diokletians (7, 6 Lauffer), [|ioua]LapLW KeyTT]Tf], musearius, neben dem eigens genannten tesselarius; weitere Beispiele in Hellenica XI/XII 34 A . 7; Buh. 1966, 229; Ph. Bruneau, JS 1988, 58; M . Donderer, Die Mosaizisten der Antike, Erlangen 1989, 18f.; vgl. aus Sardeis SEG 41, 1031 (nicht weit von der Synagoge entfernt gefimden): eKeyrrjOri ö eiiPoXog KQL irdvTa TÖV KÖa|ioy eLXr|4>ey eiri KTX. 6: auch der Plural ist theoretisch möglich.
62 Stiftung eines Mosaiks durch Aur. Alexandros Edd.: G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 29 (JLR Bull. 1968, 478; Tre bilco 46 Nr. 4. 5; L.M. White, The Social Origins of Christian Architecture II, Cambridge 1997, 322f. Nr. 67 b); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 16f. Nr. 3. FO: Joch 3; IN 66. 19. Beschreibung: In einem achteckigen Medaillon des zentralen Mosaikfeldes, Buchstaben nach Osten orientiert. H.: 0,69 m; B.: 0, 69 m; litt.: 5,5-7,5 cm. Abb.: G . M . A . Hanfmann/A.H. Detweiler, T A D 15 I, 1966, 85 fig. 23; Hanfmaim21 fig. 46 (Phot.); 52 (Rekonstruktionszeichnung); id. (Hrsg.), Sar dis from Prehistoric to Roman Times, Cambridge 1983 fig. 259 (R); Kroll 61 fig. 6.
Die sardische Gemeinde scheint in der Präsentation der eigenen Mittel größere Zurück haltung geübt zu haben als andere; vgl. 19, 3fF. (Komm.) zu den „Geschenken Gottes", die auch in Sardeis häufig genannt werden.
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Ü: Hanfmann; Trebilco; Williams 108 V 7; White; A . D . Lee, Pagans and Christians in Late Antiquity, London 2000, 153; Kroll. Aüp. 'AXe^[avlSpo? ö KapL 'AvJaTÖXL-
o[s, 2a]p8., ßou5
X. T [ Ö T P L ] T O V
8Laxwpri|j.a e-
5: rrpwjTov, was vom Platz her möglich wäre, wird durch den Fundort ausgeschlossen, Ro bert bei Hanfmarm; dasselbe gilt, wie Kroll bemerkt, für das ebenfalls mögliche rreiirrjTov.
Aurelius Alexandros, auch genannt Anatolios, Bürger von Sardeis, Ratsherr, ließ das dritte Joch mit einem Mosaik schmücken. Datum: Die spätesten Münzen unter dem Mosaik sind postume Prägimgen des Claudius Gothicus (C 70. 13; 16). If: Der P N Alexander wurde von Juden seit hellenistischer Zeit benutzt (14 B, 50 [Komm.]), ist aber auch in Sardeis häufig, Sardis VII 1, 5,Z. 7f; 13; 56; 104; 106; 110. 3f:' AvaTÖXiog wird erst seit der späten Kaiserzeit als Name benutzt, D.J. Georgacas, The Names for the Asia IVIinor Penmsula, Heidelberg 1971, 56f; H. Solin, m: L'onomastique latine, Paris 1973, 107; zur Häufigkeit im 4. u. 5. Jh. s. Robert, Hellenica IV 54. Diesen Befund bestätigen auch die Beispiele bei Noy I p. 156; s. auch CIJ II 937 (Jaffa). 4f: Die Wortstellung spricht gegen die Übersetzung „Ratsherr von Sar deis"; EapSiavös" und ßouXeurrig kommen zudem in den Texten aus der Syn agoge nicht nur in Junktur, sondem auch getrennt vor. Städtisches Bürgerrecht wird hier also noch Generationen nach der constitutio Antoniniana als Präroga tiv erwähnt.''*^ Zu Juden als Ratsherren, s. 14 B, Iff (Komm.). Auch das Amt ist nicht einzig Bürde, sondem wird noch voll Stolz erwähnt. 5: „The mosaic was divided into seven zones or bays, each called a Siaxwpr|(ia; they were originally counted fi-om the apse (west) to entrance (east)" Hanfmann 29 zu dem in dieser Funktion bisher nicht belegten Wort; vgl. 75, Stdxwpov.
Vgl. 34, 4 (Komm.).
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63 Gelübde des Priesters Samoes Edd.: G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 29 (Trebilco 50 Nr. 4. 10); G.M.A. Hanfmann/J.B. Bloom, Eretz Israel 19, 1987, lOff.; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 17f.Nr. 4. FO: Joch 4 der Haupthalle; IN 66. 3. Beschreibung: In der Mitte des zentralen Mosaikfeldes, quadratischer Rah men, Buchstaben nach Westen. Größere tesserae und allgemein schlechtere A r beit als die Umgebung, weshalb man in Kombination mit anderen Änderungen in der Nähe des Textes annimmt, daß hier eine ältere Stifterinschrift ersetzt wurde (vgl. unten). H.: 0,9 m; B.: 0,9 m; litt.: 7,5-10 cm. Abb.: G . M . A . Hanfmann/A.H. Detweiler, T A D 15 I, 1966, 85 fig. 24; Hanfmann 23 fig. 48 (Phot.); 53 (Rekonstruktionszeichnung); id. (Hrsg.), Sar dis from Prehistoric to Roman Times, Cambridge 1983, fig. 267; S. Fine (Hrsg.), Sacred Realm, Oxford 1996, 55 fig. 3.6; Kroll 63 fig. 8. Ü: Trebilco; Williams 33 II 2; Kroll. eüxfi [Z]a|j.of| lepeos Ke
5
ao-
(j)o8L8aaK&Xov
Gelübde des Samoes, des Priesters und Weisheitslehrers. Datum: Hanfmann 1967, 40 bezeichnet das Mosaik mit der Inschrift als „crude intrusion", weshalb es auf jeden Fall später als der frühestens in die Mitte des 4. Jhs. zu datierende Fußboden ist. Williams datiert es auf ca. 500. Ebenfalls in den bereits vorhandenen Fußboden wurden vier steinerne Ba sen gesetzt, weshalb man wohl richtig vermutet, daß Inschrift und Basen zu sammengehören, in der Inschrift der Stifter und der Grund fiir die Stiftung der genannt wird (eüxrj). Das Gelübde Samoes' bezog sich nicht auf die Erstellung des Mosaiks, sondem auf die Konstmktion, zu der die vier Basen gehörten. Die Art der Stiftung war jedem Betrachter klar, ist aber für uns kaum noch präziser zu bestimmen. Seager nahm als „much later addition" ein ßf\[i.a an, worin ihm viele gefolgt sind,'"*^ doch wandte er selbst ein, daß jedes ßfiiia den
SEAGER ( A . 96) 434; dann e. g. A . T H . KRAABEL, A N R W II 19, 1, Berlin 1979, 486; FINE, in: ID. ( A . 132) 41; cf. auch LEVINE 320, der 319ff allgemein über das ßf|pa in der Synagoge handelt, aber für Sardeis auch an den „eagle-table" erinnert.
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Blick auf die Inschrift verstellt haben müsse; deshalb ist wohl eher an einen Baldachin o. ä. auf den vier Basen zu denken, wie Seager ebenfalls überlegte.'"*^ Wenn wir aber nicht wissen, was für eine bauliche Veränderung von Samoes gestiftet wurde, ist es gefährlich, die Stiftung mit seinen Titeln in Verbindung zu bringen. Gerade das geschieht aber, wenn wir diesen Platz - in der Mitte der Synagoge - mit dem Platz identifizieren, von dem aus Samoes lehrte.*"*^ Da wir auch sonst keine Stifterinschrift haben, in der eine direkte Verbindung zwischen der Gemeinde-Funktion des Stifters und seiner Stiftung nachzuwei sen ist,'"*^ da Gemeindetitel auch sonst in den Inschriften der Synagoge genannt werden (138; 141),'"*^ sollte man bei diesem Text nicht den Anfang machen. 1: eüxri wird in zahlreichen anderen Texten aus Sardeis ebenfalls absolut gesetzt (s. Index), ohne daß sich daraus ein chronologischer Hinweis ergäbe. 2: D. Feissel, REG 106, 1993, 587 Nr. 773 und G. Mussies, in: J.W. van Henten/P.W. van der Horst (Hrsgg.), Studies in Early Jewish Epigraphy, Lei den 1994, 251 A . 13 verstehen die m 241 u. 242 gebrauchten Formen 2a|iof| und Zaiioufi als Genitive zu Za(io(i;)iis,''*^ einer Form für 2a|jL0iifiX,''*^ imd dasselbe whd man hier annehmen können.'^^
SEAGER/KRAABEL (A. 54) 170; KROLL ( A . 95) 12. Könnte es sich auch um den Platz für Lampenständer handeln (cf. D. MILSON, in: ST. MITCHELL/G. GREATREX [Hrsgg.], Ethnicity and Culture in Late Antiquity, London 2000, 229)? HACHLILI ( A . 67) 76 überlegte, daß das Mosaik mit der Inschrift erst eingefügt worden sei, nachdem das ßfipa abgebaut worden war. Sie postuliert so einen weiteren Eingriff in die Bausubstanz, der über raschenderweise an derselben Stelle wie der erste stattfand - übersieht aber dabei, das sich schon die Idee eines ßfipa nur auf die Inschrift stützte. SEAGER/KRAABEL (A. 54) 170: „the place from which he tought"; 189: „this is just where Samoe taught"; c f 248. Ähnlich verfährt auch RAJAK 467: „a plaque mentioning a re ligious leader by the name of Samoe is thought to relate to the construction of one of the two Torah shrines". Gemeindetitel werden genannt, um die hohe Stellung der Stifter in der Gememde zu betonen, nicht um die Art der Stiftung zu begründen. Dasselbe sollte auch für Samoes gelten. '"^ GOODMAN ( A . 44) 217 behauptet dagegen, daß in der Synagoge von Sardeis keine Gemeindeämter erwähnt würden, es sich nach den Inschriften ebenso gut um eine heidnische, polytheistische Kultstätte handeln könnte; LIEU ( A . 39) 205 folgert daraus, in Sardeis sei eher die kommunale Rolle, weniger die Rolle in der Gemeinde betont worden. '^^ Vgl. noch CIJ II 952 (Jaffa): Zapouf]? ' ApaxCou; J.J. PRICE, SCI 22, 2003, 226 Nr. V (Jaffa): rörros Zapwfj; Beth She'arim II 105; IG III 3450: KOipTiT]f|pLov Zapofi (E. SIRO NEN, The Late Roman and Early Byzantine Inscriptions of Athens and Attica, Helsinki 1997, 172f Nr. 102 schreibt allerdings ZapoTi[X). PRICE ( A . 148) 226 verbindet den Namen allerdings mit Shamua und schreibt: „The name first appears in Numbers 13:4, Shamua ben Zakkur being one of the spies sent into Canaan ... It may seem odd that a Jew ... would name his son after one of the notorious spies". Sardis VII 1, 221 (Inschrift auf einem Gefäß): Sdpou wird von den Hrsg. von „Samos" abgeleitet - möglich wäre auch Zapou(f|).
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2t: lepeüs", s. 33, 3 (Komm.). ao(f)o8L8daKaXos, ein hapax legomenon, kann nach der Wortbildung nur den „Weisheitslehrer",'^' nicht den 'weisen Lehrer' bezeichnen, auch wenn seit der L X X der übliche Terminus für einen Lehrer einfach ao^os ist (cf. Noy II 544: iiaOriTfig ao^üv). Daß Lehrer, 8i8 d a K a X o s , oft als Ausdruck für Rabbi gebraucht wird,'^^ hilft uns kaum wei ter, da w h wenig Vorstellungen davon haben, was ein solcher Rabbi-Lehrer in einer lydischen (oder anderen) Diaspora-Gemeinde dieser Zeit gewesen sein k ö n n t e . D e r Ausdruck 8L8daK:aXos' wurde natürlich auch in anderen Reli gionen gebraucht,'^'* und eine nähere Vorstellung vom Inhalt der Lehre kann uns ein Wort wie yo|io8L8daKaXos geben,'^^ ebenso sein Gegenstück yo|j.o|ia9rig.'^^ Den Inhalt des Gesetzes kann man - wie z. B. Josephus - als ao(f)La
Vgl. MERKELBACH/STAUBER III271ff. Nr. 16/31/93 (Appia, oberes Tembris-Tal): TOV CTo<|)(,r|s epe 8L8daKaXo[v] evopov ev9a Xdße TeX[o?] GavaroCo wozu J. FRÄSER, in: W . M . RAMSAY (Hrsg.), Studies in the History and Art of the Eastern Provinces of the Roman Empire, Aberdeen 1906, 140 bemerkte: „The character of his lepd aocf)La is indicated in the half-theological, half astronomical speculation of... 5-9. It obviously did not embrace a knowledge of Greek syntax and metres." Zu dieser Gleichsetzung e. g. JUSTER I 451 A . 1; N . DE LANGE, Origen and the Jews, Cambridge 1976, 162 A . 58; allgemein: RENGSTORF, T h W N T II 150ff., wo auch p. 154 das früheste epigraphische Beispiel, CIJ II 1266 (Jerusalem), besprochen wird. NOY II 68 (ö SiSdoKaXog vopopaOr^s) ist ambivalent. S. noch N O Y I 48 (Venosa): Seßf|pa Orjydxrip TaKcoß ST]8aaKdXou. Vgl. LIEU ( A . 39) 205, die in Samoes die örtliche Variante eines Rabbi sieht, und mit dieser vorsichtigen Umschreibung das Problem prinzipiell anerkennt. Auch CIJ 1719 (Argos) ist zur Charakterisienmg der oo^ox., die ja nicht unbedingt mit den aocj)o8LSdaKaXoL iden tisch sein müssen, kaum hilfreich: ivevxo\^a\. x d s Oetas KOL peydXlag] Su^dpig ras T O Ö 9eoü Kai T d [ s ] S w a p i s T O Ü vöpou Kai T T J V Ttpriv T W V rraTpLapxcJüv K O I Triv Tipfiv T Ö V eOvLopxwv Kai T T J V Ttpf^v T C Ü V ao^&v KOX Tf)y TLpfjv Tfjs XaxpLas Tfjg yiyvopevrig ec})' eKdoTTis f)pepas TCS Oew rrpös T W prjSeva. Vgl. nur MERKELBACH/STAUBER III 113f Nr. 14/12/01 (Dinek Serai, im Grenz gebiet von Lykaonien u. Isaurien), Grabinschrift fiir einen christlichen Bischof (?), Z. 7f: SöylpaTos oüplavLou 6 8L8daKaXos fiiOeoLOLv. LAMPE s. V . ; SCHÜRER II 324; 326. BAUER/ALAND erklärt, daß Wort komme „nur bei Christen" vor, wo es allerdings ausschließlich auf jüdische Gesetzes lehrer angewandt wird, e. g. Lk 5, 17: «tapiaaloL Kai vopoSiSdaKaXoL; Apg 5, 34; 1 Ti 1, 7. Die Ergänzung ]Tcp vopco8[L8aaKdXcü in NOY II 307 wird von NOY als „fairly certain" bezeichnet, aber von G.H.R. HORSLEY/J.A.L. LEE, Filologia Neotestamentaria 10, 1997, 79; 82ff. in Frage ge steift. Ein Teil ihrer Diskussion ist allerdings hinfällig, weil sie anders als N O Y in den bei den Buchstaben vor dem Titel den Artikel gesehen haben; es handelt sich aber um die En dung des Namens. Daß diese Eigenschaften auch mit dem sozialen Status ihrer Besitzer verbunden sind, zeigt eine christliche Schrift aus dem späten 7. Jh., in der ein - im Streitgespräch mit den Christen besiegter - Jude erklärt (Les trophees de Damas 1, 8, 2 p. 214 BARDY [Pafrologia Orientalis 15], Paris 1927): exco dvOpcürroug iKovoTepous pou K O I vopopaOeaTepoug, eig oüg 6 Xaög öXog dTroKpepaTat, cög lepelg KOL dpxio'uvdYCüyoi. Dieselben werden 2, 1, 1 p. 215 als TCÜV 'lou8aLCüv ol rrpÖKpLTOL bezeichnet.
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verstehen,'^'' so daß ein aoctJoSLSdoKaXos- kaum etwas anderes als ein vo\ioS L Ö d o K a X o s wäre (cf. Noy I 12 [Lorium]:
'Pou(j)eLyos d|j.ü|itoy
Oeoaeßfi?
dytcoy r e yö|icüy CTO<))LTI9 T e a u v i a T c o p ) ; die Frage nach dem Grund für die
Verwendung eines anderen Terminus ist müßig. Ob wir aus der Anwesenheit eines aof^oSiSdoKaXo? auf eine Schule schließen dürfen, ist nicht sicher. Daß Samuel eine bedeutende Stellung in der Gemeinde einnahm, wird durch seine Stiftung klar. Damh ist aber erst einmal keine rehgiöse Stellung ge m e i n t : d i e Art (und Größe?) der Stiftung veranlaßte die Inschrift in der JVIitte der Synagoge, und aus der Größe der Stiftung kann man vielleicht auf den sozialen Rang, nicht aber auf die religiöse Bedeutung Samuels schließen.
64 Gelübde des comes Paulus Edd.: A . Ramage, B A S O R 206, 1972, 20 (Trebilco 48 Nr. 4.7); J.H. Kroll, HThR 94, 2001,18f.Nr. 5. FO: „Bay 6 of main hall, within the westem border of the central panel m the first lozenge south of the east-west axis of the hall" (Kroll). Beschreibung: Mosaikfußboden, quadratischer Rahmen, Buchstaben nach Westen orientiert. H.: 0,42 m; B.: 0,47 m; litt.: 8,5-10 cm. Abb.: Ramage 22 fig. 10; G . M . A . Hanfmann (Hrsg.), Sardis from Preshistoric to Roman Thnes, Cambridge 1983 fig. 278; KroU 64 fig. 9. Ü: Trebilco; Kroll.
üaüXou KÖp.ri-
Gelübde des comes Paulus.
WILCKENS, T h W N T V I I 502f. meint allerdings, Josephus nehme hier eine Sonder stellung ein; cf. ibid. 505f zu acx^ia im rabbinischen Judentum. - Bei Josephus sind v. a. folgende Stellen wichtig: AJ 18, 16: rrpög y d p T O Ü ? diSaaKÖXovs ocx^iag, f\v peTiaoiv, dp
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Datum: die spätesten Münzen unter dem Mosaik stammen aus den Jahren 341-6 (C 71. 227f.); 438 wurde den Juden verboten, als comites tätig zu sem.'^° 1: Zum absoluten Gebrauch von eüxi, s. Index s. v. 2: Der Name Paulus wird von Juden relativ selten benutzt, s. 14 B, 19 (Komm.); er kommt in byzantinischer Zeit vor in Sardis VII 1, 176. 3f.: zu dem hohen Hofrangtitel des Paulus s. immer noch Seeck, RE IV 1, 629ff.; Jones, Later Roman Empire 104ff.; 544f.; A . Demandt, Die Spätantike, München 1989, 576. Noch unter Konstantin vmrde eine comitiva primi-tertii ordinis unterschieden. Paulus gehörte sicher nicht dem primus ordo, wahr scheinlich auch nicht dem secundus ordo an.'^' Auch wenn der Titel comes an untergeordnete Provinzialbeamte verliehen werden konnte,'^^ es also nicht ganz ausgeschlossen ist, daß Paulus Verwaltungsaufgaben ausgeübt hatte, so ist es doch wahrscheinlicher, daß er als Ratsherr seiner Stadt nach Ableistung seiner Pflichten in die comitiva tertii ordinis eingereiht wurde (cf. e. g. CTh 12, 1, 127).'^^ Zu den Möglichkeiten, die dieser Rang eröffnete, s. am Beispiel eines anderen Juden Epiph. Panar. 30, 4ff.'^
6 5 Fragment einer Mosaikinschrift Edd.: G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 45; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 19 Nr. 6. FO: Joch 7 der Haupthalle, IN 66. 28. Beschreibung: Medaillon (tabula ansata) des zentralen Mosaikfeldes. Die Tesserae fehlen; die nach Westen orientierten Buchstaben wurden auf Grund von Abdrücken im Untergrund gelesen. H.: 0,68 m; B.: 0,68 m. Theodosius, Nov. 3 (LINDER 323ff. Nr. 54): neminem ludaeum ... ad kionores et dignitates accedere, nulli administrationem patere civilis obsequii, nec defensoris fungi sat tem officio. Vgl. auch PL 42, 1132. Anders die beiden comites aus Sardeis in SEG 36, 1097: errl Zeoup. S L | I T T X L K L O U T O U XatiTT. K Ö [ i . ; 41, 1031: eKevTr|9r| ö e|ißoXog Kai rrdvTa T Ö V KÖa|iov eiXr|4)6v errl XaßLou 'ApxeXdou T O U Xap. K Ö J I . Möglicherweise war der in der epistula Severi 17 (PL 41, 830) auf Minorca genannte Lectorius, Cornea und/?rae5e.y insularum Balearum, ein Jude, s. S. HUNT, JThS 33, 1982, 33; PLRE II Lectorius. Ansonsten s. CIJ II 883 (bei Jaffa): T Ö T T O ? Napcöaa Mavafjpou { M A N A } XaprrpoTdTou KÖpiTog KOL rrpeaßeuTriö; 991 (Sepphoris): T O U 'EXaoLou axo(XaaTLKoi)) Kw(pr|Tos) XapTT(poTdTou) ueloü ' A C T I O U T O Ü K Ö ( P T I T O ? ) K T X . (LIFSHITZ 74 druckt am Anfang: < e m > ' TeXaatou). Da es nach Konstantin keine Juden mehr im Heer gab, sprach sich auch P. VARON, in: A . LEWIN (Hrsg.), Gli ebrei nell'impero romano, Florenz 2001, 276 für den zivilen Titel aus. Vgl. auf dem Türsturz einer Kirche in Antiochia Pis.: eüxf] 'AßepKiou KÖpr|Tos Kai oLKOvöpou, E. KITZINGER, Melanges MANSEL, Ankara 1974, 385ff
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Abb.: Hanfmann fig. 56 (Rekonstruktion des Mosaikfeldes, ohne Inschrift). ]TE[ ... ]
] ]B[
] ] ]
]K[ ]AM[ ]N[
]
3: ]E[ Hanfinann.
Datum: s. p. 229; 23If
66 Gelübde des Hilasios Edd.: Robert, Sardes 47; G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 45; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 19 Nr. 7. FO: „Bay 7 of main hall, within the westem border of the north lateral pa nel of the central mosaic. Tops of letters oriented east" (Kroll). I N 62. 311. Beschreibung: litt.: 12,5 cm. Abb.: Hanfinann fig. 56 (Rekonstruktionszeichnung des Fußbodens); Kroll 64 flg. 10. Ü: Kroll. [eüxf]] ElXaaL[ou] Gelübde des Hilasios. Dattim: s. p. 229; 23If Der Name findet sich noch in CIJ II 907 (Jaffa); Lifshitz 38f (Antiochia); vgl. weiter J.B. Curbera, ZPE 110, 1996, 299f - Robert 47 mh A . 2 stelh den Namen nicht zu 'EXettoäs", sondem zu iXdoKeaGat (vgl. Bauer/Aland 762f; wie Robert dann Curbera); zur Benutzung des Verbes auch in lydischen Beichtinschriften s. Robert, Hellenica VI 108; G. Petzl, EpAnat 22, 1994, 157 (Index).
67 Stiftung des Aur. Polyippos Edd.: Robert, Sardes 39 Nr. 5 (B. Lifshitz, Z D P V 82, 1966, 61 Nr. 5; id., Do nateurs 18; Trebilco 158 Nr. 4. 4; I. Levinskaya, The Book of Acts in Its Dia-
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Spora Setting, Grand Rapids 1996, 63; B. Wander, Gottesfürchtige und Sym pathisanten, Tübingen 1998, 118); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 20 Nr. 8. FO: Auf der westlichen Sehe des Vorhofes, in der Mitte des Mosaiks W 4. Heute im Museum von Manisa, s. H. Malay, (jreek and Latin Inscriptions in the Manisa Museum, Wien 1994, 78 Nr. 197. Beschreibung: In einem rechteckigen Rahmen, die Buchstaben nach Westen orientiert. H.: 0,42 m; B.: 0,6 m; litt.: 6 cm. Abb.: Robert Taf. 4; D.G. Mitten, The Ancient Synagogue of Sardis, N e w York 1965, flg. 15; L. Rot-Gerson, in: A . Kasher/A. Oppenheimer/U. Rappaport (Hrsgg.), Synagogues in Antiquity (hebr.), Jerusalem 1987, 139 fig. 3; KroU 65 flg. 11. Ü: Robert; Lifshitz; Seager/Kraabel, in: G . M . A . Hanfinann (Hrsg.), Sardis from Prehistoric to Roman Times, Cambridge 1983, 169; M . Reinhold, Dia spora, Sarasota 1983, 96; Trebilco; Levinskaya; L . H . Feldman/M. Reinhold, Jewish Life and Thought among Greeks and Romans, Minneapolis 1996, 70 Nr. 3. 31; Wander 118 A . 116; Williams 168 VII15; KroU. Aüp. TToXÜLTTTTOS Geoaeßfjg ^d|j.evos 5
eüe-
TrXfipooaa
Ich, Aurelius Polyippos, gottesfürchtig, erfüllte das (von mir) abgelegte Gelübde. Datum: etwa gleichzeitig mit 68 u. 69; die spätesten Münzen, die unter diesem Mosaik gefimden wurden, stammen aus den Jahren 351-61. Durch Münzen wird 69 in die Jahre nach 378-83 datiert. 1: Zum nomen Aurelianum als Status-Designation in der Spätantike s. J.G. Keenan, ZPE 11, 1973, 33ff.; 12, 1974, 283ff 3: Oeoaeßrig, s. p.
16ff.
4f: zuTrXripoüy im Sinne von „s'acquitter" s. Robert, Sardes 39f A . 5 mit zahkeichen Beispielen; fiir TiXripoüy im Sinne der Erfüllung eines Stiftungs versprechens, zitiert er C.B. Welles, Gerasa, N e w Häven 1938, 409f Nr. 757; vgl. femer IGBulg V 5170: euXfipoaa r d e p y a . Vgl. 219, 3 (Komm.) zu dvaTrXripoüv.
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68 Stiftung des Aur. Eulogios Edd.: Robert, Sardes 39 Nr. 4 ( B . Lifshitz, Z D P V 82, 1966, 61 Nr. 4; id., Do nateurs 17; Trebilco 158 Nr. 4. 4; I. Levinskaya, The Book of Acts in Its Dia spora Setting, Grand Rapids 1996, 62f.; B. Wander, Gottesfiirchtige und Sym pathisanten, Tübingen 1998, 118); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 20 Nr. 9. FO: Auf der westlichen Seite des Vorhofes, in der Mitte des Mosaiks W 3. Heute im Museum von Manisa, s. H. Malay, Greek and Latin Inscriptions in the Manisa Museum, Wien 1994, 78 Nr. 196. Beschreibung: Quadratischer Rahmen, die Buchstaben nach Westen orientiert. H.: 0,58 m; B.: 0,58 m; litt.: 6 cm. Abb.: Robert Taf. 4; C. Foss, Byzantine and Turkish Sardis, Cambridge 1976, 194 fig. 18; G . M . A . Hanfinann (Hrsg.), Sardis fi-om Prehistoric to Ro man Times, Cambridge 1983, fig. 254; L. Rot-Gerson, in: A . Kasher/A. O p penheimer/U. Rappaport (Hrsgg.), Synagogues in Antiquity (hebr.), Jemsalem 1987, 139 fig. 2; S. Fine (Hrsg.), Sacred Realm, Oxford 1996, 54 fig. 3.5; M . H . Williams, in: J. Huskinson (Hrsg.), Experiencing Rome, London 2000, 313 fig. 11.4;Kroh 66 fig. 12. Ü: Lifshitz, Donateurs; M . Reinhold, Diaspora, Sarasota 1983, 96; Trebil co; Levinskaya; L.H. Feldman/M. Reinhold, Jewish Life and Thought among Greeks and Romans, Minneapolis 1996, 70 Nr. 3. 31; Wander 118 A . 115; Williams 168 VII 14; P. Trebilco, in: A . Levsän (Hrsg.), Gli ebrei nell'impero romano, Florenz 2001, 175; KroH.
5
Aüp. EüXöyios 9eoaeßfi? eü xf]!/ ereXeaa
Ich, Aurelius Eulogios, gottesfürchtig, führte (mein) Gelübde aus. Datum: etwa gleichzeitig mit 67 u. 69; die spätesten Münzen, die unter diesem Mosaik gefunden wurden, stammen aus den Jahren 324-61. Durch Münzen wird 69 in die Jahre nach 378-83 datiert. If.: der Name, der sich vom Segen, eüXoyia, ableitet ist gerade für emen Ju den sehr passend,'^^ kann allerdings auch bei einem Gottesfürchtigen vorkom men, dessen Familie bei seiner Geburt bereits Beziehungen zum Judentum hat te (cf. Trebilco 253 A . 64); J. Lieu, JThS 46, 1995, 493: „almost certainly a Jew". ' V g l . ROBERT, Sardes 40; N O Y U p . 518 mit sieben Belegen; zu e ü X o y C a s. 13, 5f. (Komm.).
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2f.: Zum Namen Leontios, s. 55 (Komm.). Für die Kennzeichnung der Per son (j)uXfi9 A e o v T L W V gibt es nur wenige strukturelle Parallelen,'^' für den Plural A e o v T L w y gar keine. Einen Stamm der Leontii gab es im Volk Israel nicht, aber da Juda nach dem Segen Jakobs ein junger Löwe ist,^^^ könnte im merhin die Zugehörigkeit zum Stamm Juda gemeint sein'^^ (was den Plural und die Form A e ö u T L O ? nicht erklärt). Gegen diese Interpretation spricht die Sel tenheit, mh der sich Juden der Diaspora nach ihren Stämmen bezeichneten. Es sind denn auch verschiedene andere Vorschläge gemacht worden, von denen ei nige deutlich zeigen, wie verzweifelt man nach einer Erklärung s u c h t . E i n e Unterabteilung der Bürgerschaft ist wohl nicht gemeint: die Phylennamen wer den in Sardeis anders gebildet (Endung auf -d?, - i g , kein Genetivplural, keine Ableitung von einem Personennamen, der seiner Bildung nach in die Spät antike gehört) und haben alle einen lokalgeschichtlichen Hintergrund. Lifshitz nahm daher an, daß <^vXr\ hier keinen Stamm, sondern eine kleinere (Verwandtschafts)Gruppe bezeichne, wozu er L X X 1 Reg 10, 21; Zach 12, 12ff. vergleicht: Aur. Olympios stamme von einem Leontios ab, sei dessen Sohn oder Enkel.'^^ Es liegt auf der Hand, daß diese Erklärung wenig befrieV. a. die ausfuhrliche Selbstvorstellung des Paulus in Röm 11,1; Phil 3, 5, wo er sich besonders deutlich als Jude bezeichnen will: eyco 'lapariXirris ei\ii, eK arrcppaTos 'Aßpadfi, (^UXT^S BeviaiiLv und TrepLTOjifj ÖKTaiifiepo?, CK yevovg 'lapafjX, ())uXfis Bev\.a\iiv, 'Eßpatog 'EßpaCwy, Kard vöfiov ^apioalog. Ansonsten etwa Esth 1 a: CK dpvXf\s BeviaiiLv; Lk 2, 36: "Awa Trpo4)fJTLs, Guyarrip avouriX, eK ct)uXfis ' Aar^p; Apg 18, 23: ZaoüX, ulöy KL?, dvSpa eK cJjuXf]? BevLapiv. Etwas anders ist die Bezeichnung eK Tf|s (j)uXfi? Aaßi8, die u. a. der Heide Alexander Polyhistor benutzt, FGrHist 273 F 39b (STERN I 163 Nr. 51b) Gen 49, 9: OKÜpu-os Xeovro?, 'loüSa; cf. Apk 5, 5 über Jesus: ö Xetov ö eK Tfj? cj)uXfis 'loüSa. - HACHLILI ( A . 67) 388ff zu Löwendarstellungen. SEAGER/KRAABEL (A. 54) 184 zitieren eine hebräische Inschrift; „the writer is a ben Leho" ( c f TREBILCO 44) - doch ist damit 56 gemeint, wo CROSS anders liest. '™ APPLEBAUM, in: SAFRAI/STERN I ( A . 5) 480 meint, hier handele es sich um die Phyle der Goldschmiede; REYNOLDS/TANNENBAUM 36: „it might also be an asso ciation: we cannot teil." HEMER ( A . 21) 259 A . 38 meinte, der Löwe sei das Emblem der Stadt und der Göttin gewesen, weshalb man eine Phyle der Bürgerschaft als „Leontii" be zeichnet habe, die so gleichzeitig jüdische wie städtische Identität vermittle. Ähnlich meinen KRAABEL ( A . 14) 229; TREBILCO 45, daß die Juden hier lokale Traditionen zu ihren Gun sten manipuliert hätten, um eine Verbindung zwischen der Vergangenheit der Juden und der Stadt Sardeis herzustellen - was überzeugender wäre, wenn man erst einmal wüßte, was die <j)uXfi Aeovritüv wü-klich darstellt. N.F. JONES, Public Organization in Ancient Greece, Philadelphia 1987, 355ff zu den Phylen von Sardeis. JONES überlegt allerdings trotzdem, ob die ^VXT] Aeovriuiv nicht eine Funktion analog den anderen Phylen der Stadt gehabt haben kann. '^^ Ganz ähnlich BONZ ( A . 61) 293, die übersetzt: „family (clan) of the Leontii", was immerhin den Plural erklärt. Sie bringt Olympios dann mit dem bekannten Stifter Leontios zusammen - der aber nur ein Leontios ist, keinen Plural darstellt (werm das bei 83 nach BONZ notierte Datum richtig ist, erübrigt sich die Erklärung ohnehin). Parallelen für solche Familienangaben gibt es, so weit ich sehe, auch nicht.
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digt, da es fiir eine solche Anzeige der Abstammung ebenfalls keine Parallele gibt und sie den Plural A e o v T i w v nicht hinreichend erklärt. JLR Bull. 1969, 53 und Kroll lehnen diese Interpretation daher ab.''^^ 257, 2 (
7 0 Stiftung des Aur. ..anthiEdd.: Robert, Sardes 47 ( Z . 3; G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 29); L H . Kroll, HThR 94, 2001, 21 f. Nr. 11. FO: In der Südwestecke des Vorraumes, im Mosaikfeld W 1; I N 62. 297.''^'* Beschreibung: Rechteckiger Rahmen, die Spitzen der Buchstaben sind nach Osten orientiert. H.: 0,44 m; B.: 0,59 m; litt.: 8 cm. Abb.: KroU 68 fig. 14. Ü: Kroll. [Aüp.
]ayGL-
[ SalpSta[vbs elrroLTiaa 1: Ei)]ay9L[ Kroll; 2: für ßouX., Za]p8ia[vös reicht der Platz nicht, auch ist ZapSiayös nicht abgekürzt, wie es sonst bei dieser Kombination der Fall zu sein pflegt.
Ich, Aur. ..anthi-, Bürger von Sardeis,ließ (das) machen. Datum: Die spätesten Münzen unter dem Mosaik stammen von 367-375. 1: der von Kroll vorgeschlagene Name ist nur eine Möglichkeit, vgl. zu an derem e. g. Bechtel, H P N 54ff (die Weiterbildung auf -LO?, klassisch selten und eher typisch für die späte Zeit ist auch bei anderen Komposita möglich^^^). Aus etwa derselben Zeh stammt SEG 26, 1320 (Sardeis): X. XpuaayÖLCp, und in der 1. Hälfte des 4. Jhs. gab es einen berühmten Philosophen dieses Namens in der Stadt, PLRE I p. 202f Das gentilicium wird in Analogie zu anderen Stiftungen der Reihe ergänzt, ist aber auch nicht zwingend. KROLL überlegt anschließend, ob man ROBERTS Erklärung nicht doch zustimmen könne: weil 67 und 68 von Oeoaeßets gestiftet worden seien, habe sich Olympios als Jude von diesen absetzen wollen. Da wir aber nicht genau sagen können, was 0eoaeßr|s hier be deutet, damit vielleicht Juden gemeint sind, verliert KROLLs Argument etwas an Überzeu gungskraft. - Für die Familie wäre e. g. yivog die gegebene Bezeichnung, vgl. eine hischrifl aus Hierapolis (P. VERZONE, A A S A 41/2, 1963/4, 380), in der ein Philadelphos seine Frau im Traxpwoy pvfjpa zur Ruhe bettet: T Ö T W V 4>LXa8eX.(|)0)i' iai8eTaL TaüroO yivog. J.H. KROLL, per litt, vermutet, daß es sich hier um das von M A L A Y ( A . 6) 78 Nr. 199 als Sardis inv. 6290 zitierte Mosaik im Museum von Manisa handelt. '^^ Zu dieser Bildung von cognomina vgl. KAJANTO ( A . 93) 70ff
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Eine längere Ergänzung der Zeilen ist wg. des Rahmens nicht möglich. 2f.: zur Nennung des städtischen Bürgerrechtes vgl. 62,4f. (Komm.).
71 Stiftung Edd.: A.Th. Kraabel, in: B. Isaac/A. Oppenheimer, Studies on the Jewish Dia spora in the Hellenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 77; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 22 Nr. 12. FO: Südende der Vorhalle. Beschreibung: Teil eines Wandmosaikes mit konkaver Oberfläche, also vmtl. im Übergang zum Deckengewölbe angebracht. Buchstaben aus beigen Tesserae in einem blauen Feld. Oben und unten befinden sich gerade Reihen in Beige und Schwarz. H.: 0,14 m; B.: 0,21 m; litt.: 8 cm. Abb.: Kroll 69 fig. 15 (Aquarell). Ü: Kroll. ... ] CK T[d)y TfiS" TTpOVOLag ?
... aus den (Gaben) der Vorsehung... Datum: es ist nicht klar, ob dieses Mosaik nach oder vor den Wandverklei dungen angebracht wurde; man wird es also einfach in das 4./5. Jh. setzen. Die Formel kommt in emer Reihe anderer Inschriften der Synagoge vor, 78; 80-3; 85; 132; was gemeint ist, wird in 84; 124 deutlicher gesagt: eK TCOV TTJ? TTpovoCa? 6o|idT(üy.''^ Es handeh sich also um ein Aequivalent der Formeln eK T(3v 8ü)peü)u TOO Geou (cf. 90; 91) resp. CK T W V TOU Geoü 8o|j.dTü)v (19, 3 [Komm.]) die ja ebenfalls anzeigen sollen, daß unser irdischer Besitz einer übergeordneten Instanz verdankt wird. Die Formel ist nicht auf Sardeis be schränkt.*^^ T. Rajak betonte, daß durch Formeln dieser Art die Bedeutung des Spen ders in der Gemeinde relativert wurde;wichtiger dürfte aber die Idee geweIn der vorliegenden Inschrift - und in dem einen oder anderen der zitierten Texte kaim natürlich auch die längere Formel ergänzt werden; für die Ergänzung C K T[tüv IStcov gibt es allerdings keine Parallele aus der Synagoge, cf. 61,4f (Komm.). SEG 39, 663 (Philippopolis, drei Texte auf dem Mosaikschmuck einer Synagoge, von denen ich einen zitiere): € K T W V Tf|s TTpovo[Las'] KoapLOvö? 6 KC 'la)ar]ct) eKÖapriaei^. eü XoyCa rrdaiv; anders einzuordnen sind LIFSHITZ 11 (Olbia): T T I V rrpooeuxfli^ e[Tre]aKeüaaav TT] eau[T(Sv] TTpovoCa; N O Y II 326 (Grabinschrift): eüxopioTw Tfj rrpovoia K O L Tf) ^vxVt
oov. T. RAJAK, in: B. ISAAC/A. OPPENHEIMER (Hrsgg.), Studies on the Jewish Dia spora in the Hellenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 34f; s. insgesamt auch EAD. ( A . 50) 229flf.
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sen sein, daß gerade in der Synagoge niemand vergessen sollte, daß er seinen Besitz eigentlich Gott resp. der Vorsehung (Gottes) verdankt. Der eigentliche Wohltäter - und rrpövoLa stammt aus der Sprache der städtischen Ehrende k r e t e - ist eben nicht der Mensch, sondern Gott. Der Bezug auf Gott bleibt auch bestehen, wenn man mit Kraabel annehmen will, daß sich hier die neu platonische Terminologie widerspiegelt.'^^ Nötig ist die Annahme aber nicht: bei den Juden ist die aus stoischem Gedankengut entlehnte upöi^oia seit dem Hellenismus zu finden:'^' Philo schrieb irepl upovoiag,^'^ Josephus benutzte den Ausdruck häufig und kennt die irpövoLa 6eoi),'^^ und unter den biblischen Büchern ist es v. a. IV Makk, in dem von der Vorsehung Gottes die Rede ist}''
Die Inschriften der Wandverkleidung (72-109) Die folgenden Texte standen alle auf dünnen Platten weißen Marmors (T.: 1-3 cm), die der eigentlichen Wand vorgeblendet worden waren. Die Wandverklei dungen wurden erst nach der Verlegung der Fußbodenmosaike angebracht, also möglicherweise erst nach 380, jedenfalls kaum vor dem letzten Viertel des 4. Jhs. A m Anfang stehen die Inschriften der Apsis (72-76), die folgenden Texte sind in der Reihenfolge der Joche von der Apsis zum Eingang der Synagoge an geordnet; es folgen die Texte, die auf Grund ihrer Fundlage nicht fest zu geordnet werden können. Zur Apsis gehören 72-4, jeweils einzeilig (die Fragmente 75 und 76 müssen diesen Texten eingefiigt werden, doch ist das im Augenblick unmöglich). Die '™ Hierzu s. J.R. HARRISON, in: S. LLEWELYN (Hrsg.), New Documents Illustrating Early Christianity VIII, Macquarie 1998, 109ff. A . T H . KRAABEL, in: ISAAC/OPPENHEIMER ( A . 178) 75ff.; bes. 91ff.; zustimmend LEVINE 248. Vgl. BEHM, T h W N T IV 1008: "Der Begriff Vorsehung klingt im A T nur Hi 10, 12 an ... Aber was der Gedanke der Vorsehung meint, ist dem A T nicht fremd", zur Rezeption des Begriffes im hellenistischen Judentum, s. BEHM 1009f Zitiert von Eusebius, HE 2, 18, 6; PE 7, 20, 9; 8, 13, 7; P. W E N D L A N D , Philos Schrift über die Vorsehung, Berlin 1892; A . MEYER, Vorsehung und Schicksalsidee in ih rem Verhältnis bei Philo von Alexandria, Diss. Würzburg 1939. - Vgl. ausführlicher zu jüdi schen Vorstellungen BEHM, ThWNT IV 1004ff; 1009f K.H. RENGSTORF, A Complete Concordance to Flavius Josephus III, Leiden 1979, 538ff: HATCH/REDPATH 1207; darunter die Hinweise auf Dan 6, 9 (6 Oeög ... TTpövotau TTotoüpevog) u. 3 Makk 5, 30 (rrpovoia Geoü). - Zur Verbreitung des Konzeptes in zahlrei chen Briefen und Gebeten s. G.H.R. HORSLEY, New Documents Illustrating Early Chris tianity III, Macquarie 1983, 142ff.
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drei Texte bildeten offenbar einen einzigen durchgehenden Fries von mehr als 20 m Länge, dem Halbkreis der Apsis folgend (H.: 0,4 m; litt.: 13 cm; in den Buchstaben sind Spuren roter Farbe erhalten); vgl. den Rekonstruktions versuch der Dekoration bei G . M . A . Hanfmann, B A S O R 188, 1967, 39 fig. 57 (Anbringung des Inschriften-Frieses knapp über der obersten Stufe der Sitzbänke ist möglich, aber nicht sicher; Zeichnung der Friesinschriften bei KroU 70 flg. 16).
72 Stiftung der Apsisverkleidung durch einen Ratsherren und seinen Sohn Ed.: J.H. KroU, HThR 94, 2001, 23 Nr. 13. FO: Fragmente in der Apsis und vor der westl. Wand der Synagoge. Beschreibung: vgl. vor 72; B.: (erhalten) 6 m. Abb.: KroU 71 fig. 17. Ü: KroU. ... SaplSiavös, ßoLuÄeuTlfi? Ke ö ulög amov KÖa|iov Tfj? CTKOUTXoaaeo)? [eJTrXripwaav
Zrjywy TÖV
... Bürger von Sardeis, Ratsherr, und dessen Sohn Zenon führten den Schmuck der Verkleidung aus. Datum: s. p. 248. Zu SapSiavös und ßouXeuTrjs s. 62, 4f (Komm.); zu O K O Ü T X w a L s s. 27, 5 (Komm.); weitere Ausführungen waren hier nicht nötig, da der Inschriften träger selber anzeigt, worauf sich die aKOÜTXcaaLs bezieht; zu TrXripoüv s. 67, 4f (Komm.). KÖa|io? wird in Sardeis nur im Zusammenhang mit der Wandverkleidung verwendet (72-4; 94); vgl. noch 168, 10 (Akmoneia): eiroLTiaav ... T Ö V X U TTÖv TrdvTa K - V . Nach Robert, Sardes 52 bezeichnet KÖCT|IOS „toute la decora tion, sculptee ou autre, notamment chapiteaux, firises, etc." In den drei Texten der Apsisverkleidung wird wenigstens zweimal die so ziale Stellung des Stifters hervorgehoben, und daß wenigstens ein Stifter den Flavier-Namen trug, scheint ebenfalls zu bestätigen, daß sich an dieser promi nenten Stelle die Oberschicht der Gemeinde verewigte. In allen drei Fällen legte man großen Wert darauf, daß die Stiftung nicht von einer Einzelperson, son dem von einem Gatten mit seiner Frau, emem Vater mit semem Sohn durch geführt wurde (vgl. auch die Brüder an prominenter Stelle in 60):'^^ die Familie
Einzig in 74 kann man wenigstens theoretisch überlegen, ob Aurelia EN[ nicht die ein zige Stifterin war. Ob man schließen darf, daß der Vater des Zenon Witwer war?
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Steht im Mittelpunkt, damit eine möglichst breite Verteilung der Ehre. Die drei Texte sind bewußt gleichförmig gehalten, um kemem der Stifter eine individua lisierte Selbstdarstellung resp. die Erhebung über seinen Nachbarn an dieser Stelle zu gestatten. Zu dieser oder der folgenden Inschrift gehören vermutlich die folgenden sechs Fragmente: ]IAAn[ (ist das A ü p T i X l t a ' A T T [ ?), ]KH[, ]TAN[, ]AT[, ]0N[
( T I Ö V ? , KÖCTiiJov?), ] 0 T [
(aKJoulTXtoaecü? ? ) .
7 3 Stiftung der Apsisverkleidung Ed.: J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 23 Nr. 14. FO: Fragmente in der Apsis und vor der westl. Wand der Synagoge. Beschreibung: vgl. vor 72. Ü: KroU. . . . Ke f ] ] o ü f i ß L o g a Ü T [ o u
... T Ö V KÖIofiov T f | ? aKo[uTXüja]ecog
[eTrXrilpOLtaav
... und dessen Frau ...führten den Schmuck der Verkleidung aus... Datum: s. p. 248. Vgl. 72.
7 4 Stiftung der Apsisverkleidung Ed.: J.H. KroU, HThR 94, 2001, 23 Nr. 15. FO: Fragmente in der Apsis und vor der westl. Wand der Synagoge. Beschreibung: vgl. vor 72. Ü: Kroll. ... Ke fj aüi-ißLO? aÜTOÜ] A ü p T ^ X i a E v [
... ]NOTT[ ...
T Ö V KÖa|iov
TX\s OKOUTXcülaeoüS' e l i r X i ^ p w a a v ]
... und dessen Frau Aurelia En... führten den Schmuck der Verkleidung aus... Datum: s. p. 248. Vgl. 72. Mit En[ beginnende Personennamen sind nicht sehr häufig (Ilan zi tiert Endemias und Enoch, ein paar andere, ebenfalls nicht passende Namen bei Josephus); sollte ]NOTT[ noch zu dem Namen gehören, so gibt es in den Lexika keine passende Ergänzung.
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Nur hier und in 90 wird eine Frau als Stifterin mit Namen genannt. Die Sel tenheit, mit der Frauen namentlich auftreten, femer die Tatsache, daß sie in keiner der relativ zahlreichen Inschriften aUeine als Stifter auftreten, sollte ei nen davon abhalten, m den fragmentarischen Texten Feminina zu ergänzen (oder hier auf den Anfang der Ergänzung zu verzichten). Tatsächlich zeigt uns die große Zahl der Texte aus Sardeis, wie es um die Stellung der Frau in der Gemeinde bestellt war: sie kommt in der Regel nicht vor, wenn sie auftritt steht sie meist namenslos neben ihrem Mann.'^^ Ob diese fehlende Selbstdar stellung eine soziale Realität widerspiegelt, mag eine andere Frage sein - aber zumindest aus den Inschriften dieser Synagoge läßt sich kein Indiz für eine an dere Realität gewinnen.
75 Stiftung der Apsisverkleidung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 23 Nr. 13-14a. FO: Fragmente in der Apsis und vor der westl. Wand der Synagoge. Beschreibung: vgl. vor 72. Ü: BCroll. 4>X. M [ vel N[ Datum: s. p. 248. Das Fragment gehört an den Anfang von 72, 73 oder 74, was schon durch den außergewöhnlich großen Anfangsbuchstaben nahegelegt wird. Das nomen Flavianum ist ein wichtiger Hinweis auf den sozialen Status des Stifters.
76 Stiftung der Apsisverkleidung Ed.: J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 23 Nr. 13-14b. cf. Trebilco 49 Nr. 4. 8. FO: Fragmente in der Apsis und vor der westi. Wand der Synagoge. In vielen Grabinschriften heißt es: N.N. hat das Grab ftir sich und seine Frau errichten lassen (o. ä.). R.S. KRAEMER, in: K.H. RICHARDS (Hrsg.), SBL 1986 Seminar Papers, Atlanta 1987, 193 f. meint, daß das Fehlen des Frauennamens in Grabinschriften auf den Kauf vor der (fiir einen späteren Zeitpunkt erwarteten) Hochzeit hinweise. Mit aller Vorsicht, die beim Schluß von einer Gattung auf die andere geboten ist, möchte ich doch erwägen, ob der Name der Frau in den Grabinschriften nicht einfach ebenso verschwiegen wird wie in den Stifterinschriften. Aus diesem Grund scheint es mir auch schwer, in dieser hischrift die Frau alleine als Stifterin anzunehmen, was ja theoretisch möglich wäre.
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Beschreibung: vgl. vor 72. Ü: Kroll. ... ] a a L | i o ? , ßoTiöö? T a l ß X a p L O u
...asimos, Helfer im Archiv... Datum: s. p. 248. Suppl. Robert, der Hellenica II 120 A . 5 Belege für ßoriGö? = adiutor zi tiert (cf. VIII 95). Derartige Subaltemtbeamten der hohen Kaiserzeit hat D . Magie, Roman Rule in Asia Minor, Princeton 1950, II 1426 A . 7 zusammen gestellt. Die tabularia in den Provinzen waren hauptsächlich für Zensus- und Steuerangelegenheiten zuständig, weshalb es tabularia nicht nur in den capita provinciarum, sondem auch in den anderen wichtigen Städten einer Provinz gab.'^^ 365 wurde verfügt, daß die numerarii der Statthalter in Zukunft auch tabularii heißen und diesen dem Rang nach gleichgestelh werden sollten (Sa chers, RE IV A 2, 1971); seit dem 4. Jh. werden ausschließlich Freie als tabu larii verwendet; Sachers 1979f zu munizipalen tabularii, die es auch ün 4. Jh. noch gab. Der Stifter ist adiutor eines dieser tabularii (nach A E 1957, 86 hat ten tabularii vielleicht mehrere adiutores). Da dieser Text zu den Inschriften 72-3 gehört, war -asimos einer der wichtigsten Gemeindevertreter zum Zeit punkt der Verkleidung der Apsis. Die Einbindung wichtiger Mitglieder der Synagoge in die lokale Gesellschaft erfolgte also nicht nur auf dem höchsten sozialen Niveau.
7 7 Der Ratsherr Aur. Euphrosynos stiftet Wandverkleidung Edd.: A.Th. Kraabel, in: B. Isaac/A. Oppenheimer, Studies on the Jewish Dia spora in the Hellenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 77; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 24 Nr. 16. FO: In Joch 1 der westlichen Wand; nach der Lage der Fragmente muß 78 im südwestlichen Bereich des Joches angebracht gewesen sein, so daß dieser Text vielleicht aus dem nordwestlichen Bereich stammt; seine Fragmente wur den allerdings weit verstreut am Westende der Synagoge gefunden. Beschreibung: Zwei Tafeln; H.: 0,36 m; B. (erhalten): 1,57 m; litt.: 9-10 cm. Abb.: Kroh 72 fig. 18. Zu den tabularii der hohen Kaiserzeit s. O. HIRSCHFELD, Die kaiserlichen Verwal tungsbeamten, Berlm ^1905, 460f.; P.R.C. WEAVER, Familia Caesaris, Cambridge 1972, 239f.; F. AUSBÜTTEL, Die Entwiclung der Städte und Provinzen im spätantiken Italien, Frankfurt 1988, 143f
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Ü: Kroll. [A]üp. Ev^poGvvog
ß' Sap8., ß[o]uX.,
eK T w v {TCOV} [ T ] f j 9 TTpovoias' eaK[oi3TXa)aa]
Ich, Aur. Euphrosynos, S. d. Euphrosynos, Bürger von Sardeis, Ratsherr, ließ aus den (Gaben) der Vorsehung verkleiden. Datum: da die p. 248 angeführten Überlegungen auch für 92 gelten, der Vater unseres Stifters seine Stiftung erst im letzten Viertel des 4. Jhs. vorgenommen haben kann, wird man für diese Inschrift vorsichtig an das erste Viertel des 5. Jhs. denken. 1: vielleicht sollte man in Analogie zum folgenden Text auch das Objekt der aKOÜTXajoL? erwarten, also drucken: ß[o]uX. [ ... ] CK K T X . ; eine bessere Wortstellung ergäbe sich, wenn das Objekt am Ende stünde. Wohl der Vater des Stifters wird m 92 genannt, das auch nach den Buch stabenformen früher zu datieren ist: Aüp. EucfjpöauCvos-], ZapStavös", ßouX. ... ürrep T O U eKyövou p-ou Eücjjpoaüvou. An diesem Beispiel wird die for male Kontinuität der Stifterinschriften m der Synagoge über eine Generation hinweg deutlich. Wichtiger noch ist aber, daß wir hier wieder sehen können, wie sich Status und Rang in der Familie vererbten - was für den Ratsherrn al lerdings selbstverständlich ist. Zum Namen vgl. die in der L X X häufig gebrauchte Vokabel eüc})poaüvr| (Hatch/Redpath 582f.); ein Euphronios bei Ilan 280f.
78 Der Ratsherr Aur. Euphrosynos stiftet Wandverkleidung Edd.: A.Th. Kraabel, in: B. Isaac/A. Oppenheimer, Studies on the Jewish Dia spora m the Hellenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 77; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 24f. Nr. 17. FO: In Joch 1 der westlichen Wand; nach der Lage der Fragmente muß 78 im südwestlichen Bereich des Joches angebracht gewesen sein; vgl. oben 77. Beschreibung: Vier Tafeln, von denen drei erhalten sind; H.: 0,38 m; B.: 1,84 m (erhalten, ergänzt ca. 2,35 m); litt.: 12 cm. Abb.: Kroh 73 fig. 19. Ü: Kroll. Aüp. Eü(j)pöauvog [ß', EapS., ßouJX., T Ö TrepLfiaoxci^o^' eK TCÜV T f ] ? [-rrpovoLa]? e a K 0 Ü T X ü ) [ a a ]
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Ich, Aur. Euphrosynos, S. d. Euphrosynos, Bürger von Sardeis, Ratsherr, ließ das Joch aus den (Gaben) der Vorsehung verkleiden. Datum: vgl. 77. 1: T O TTepLiiaaxctXov ist neu. Man kann versuchen, es nach | i a a K a ü X T i 9 zu erklären (49, 9f. [Komm.]), oder kann von griech. [laaxdXi], Achsel, Ecke aus gehen, wonach auch die j i a a x a X i a L a in IG I^ 474, 13; 98 gebildet sind, die Ecksteine des Erechtheions. Da man sich em Becken nur schlecht mit O K O Ü T X w o L ? verziert vorstellen kann, da die Inschrift selbst auf einer Platte der Wandverkleidung angebracht ist, wird man wohl mit Kraabel schließen kön nen: „ A perimaschalon ist the 'Surround' of one of the seven bays of the main hall of the building." Von den Wänden der Joche 2 u. 3 stammen 79-82, jeweils einzeilig, mit ähnli chen Buchstabenformen (litt. 6-7,5 cm) und ähnlicher Aufteilung auf relativ engen Tafeln. 82 dürfte wenigstens 5 m breit gewesen sein, was dann wohl auch für 79-81 gilt. Die vier Texte können also die vier Wände der Joche 2 u. 3 geschmückt haben, jeweils ein Text für eine der knapp 7 m breiten Wände. 82 gehört nach der Fundlage an die Südseite von Joch 3, 79 wohl an die Nordseite von Joch 2, während 80 an die Südseite von Joch 2 und 81 an die Nordseite von Joch 3 gehört. Angesichts des Textes von 81 und 82 ist es möglich, daß die Verkleidung aller vier Wände von Theodoros finanziert woirde; emzig das unterschiedliche Formular der Texte spricht gegen diese Lösung.
79 Stiftung des Theodoros Ed.: J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 26 Nr. 18. FO: Der FO ist nur bei zweien der fünf Fragmente bekannt, und zwar beide an der Nordwand, östl. von Pfeiler N 1. Beschreibung: H.: 0,235 m; B. (der einzelnen Tafeln, die in sich unter schiedlich war; nur die vierte scheint vollständig zu sein): 0, 31; 0,13; 0,48; 0,29; 0,22 m. Abb.: Kroll 74 fig. 20. Ü: Kroll. 9 e o 8 [ a ) p ] o s ' i i [ e T d Tf\s
a u i i ß t o u aJÜTOÜ K Q I [ T W V TCKVOJV . . . ]
ÜTTep [eüxfis" e o K O Ü T X t ü I a e y ÜTrep [eüxf|s erroCriJaev Kroll; als Verb ist eaKoÜTXüjjaev nach 83 u. 94 etwas wahr scheinlicher; eTrAripcolaev, ereXeloev wären ebenfalls mögüch. Die Erwähnung eines Gelüb des mit eüxTi, evxi\v, ürrep eüxf)?, eü^dpevog wird in der Regel mit einem bloßen Na men oder der 1. P. Sg. verbunden.
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Theodoros ließ zusammen mit seiner Frau und Kindern... wegen eines Gelüb des verkleiden. Datum: s. p. 248. Vgl. die Einleitung zu dieser Gruppe. Theodoros ist ein häufiger, redender P N , der bei Juden wie Christen sehr beliebt war, 14 A , 23 (Komm.); in Sardeis s. Sardis VII 1, 63 (Anfang 3. Jh.). Zur Anonymität der Frau als Mitstifterin s. 74 (Komm.).
8 0 Stiftung des Theodoros? Edd.: A.Th. Kraabel, in: B. Isaac/A. Oppenheimer, Studies on the Jewish Dia spora in the Hellenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 77; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 26 Nr. 19. FO: Vor der südl. Mauer, rechts und links von Pfeiler S 1. Beschreibung: Erhalten sind Teile zweier Tafeln. H: 0,275 m; B. der Tafeln: mindestens 0,68 m; litt.: 5-5,7 cm. Abb.: Kroh 75 fig. 21. Ü: Kroll. ... eK Twv Tf]g TTplovoLTils' eü]^d(ievo? ereXeCaa] ... aus den (Gaben) der Vorsehung erföllte ich das (von mir) abgelegte Gelübde. Datum: s. p. 248. Möglich ist auchereXeCaev, eTeXe[aav.
81 Stiftung des Theodoros? Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 26f Nr. 20. FO: Ein Fragment in der Apsis, ein Fragment an der Nordwand von Joch 3, sonst unbekannt. Beschreibung: Teile von vier Tafeln. H.: 0,29 m; B. (einer vollständigen Tafel): 0,48 m; litt.: 6,5-7 cm. Abb.: Kroll 76 fig. 22. Ü: Kroll.
256
6. Lydien (Nr. 47-146) KCtiie 6 [aiJTÖs ... eK] ea[KOL)TXü)CTey]
TCOV T T ] ? [TTPOUO]LTI?
eij^[d]iievos
Und auch mich ließ derselbe ... aus den (Gaben) der Vorsehung nach Ablegung eines Gelübdes verkleiden. Datum: s. p. 248. Kd|ie 6 avTog KTX. deutet an, daß es sicli um die Fortsetzung einer Stif tung handelt, daß also derselbe Stifter schon in emem anderen Joch fiir die Verkleidung hatte sorgen lassen; wegen der üblichen Leserichtung nehme ich an, daß der entsprechende Text im Joch links von diesem stand.
8 2 Stiftung des Theodoros? Edd.: A.Th. Kraabel, in: B. Isaac/A. Oppenheimer, Studies on the Jewish Dia spora in the Hellenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 77; J.H. Kroll, HThR 94, 2001,27 Nr. 21. FO: Vor der Südwand, zwischen Pfeiler S 2 und S 3. Beschreibung: Teile von neun Tafeln. H.: 0,32 m; B.: ca. 5 m (ergänzt); litt.: 7-7,5 cm. Abb.: Kroll 77 fig. 23. Ü: KroU. Kd|ie 6 a [ i ) T Ö ? ... fierd Tfjs' au]vßCoD a ü [ T ] o ö KQPL] T W V [TeKv]cüv eK T ü u { N } Tf\s TTpovoLa[9] 8o|j.dT(jo[y e]TTOLTiaev Und auch mich ließ derselbe ... mit seiner Frau und Kindern aus den Gaben der Vorsehung machen. Datum: s. p. 248. Kdjie KTX.: S. 81 (Komm.).
83 Leontios stiftet eine Wandverkleidung Edd.: M . Palmer Bonz, HStClPh 96, 1994, 292f. (SEG 45, 1647); A.Th. Kraa bel, in: B. Isaac/A. Oppenheimer, Studies on the Jewish Diaspora in the Helle nistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 77; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 27 Nr. 22. FO: Gefimden in der Mitte der Nordwand von Joch 4, zwischen Pfeiler N 3 U.N4.
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Beschreibung: Fragmente einer einzigen Tafel. H.: 0,4 m; B.: 0,98 m; litt.: 4,5 cm. Abb.: Kroll 78 fig. 24. Ü: Bonz 292; Kroll. AeövTLOS" O e o o e ß f ] ?
eK
T w v Tf\s r r p o v o L a ? So|id-
Tü)y TO Stdxwpov ÜTTep e ü Xf\s
eoKOÜTXwaa
Ich, Leontios, gottesfürchtig, ließ aus den Gaben der Vorsehung den Wand abschnitt wegen eines Gelübdes verkleiden. Datum: 5.16. Jh. (Bonz). 1: Leontios, auf den sich noch 84; 100; 114 beziehen, wurde mit der (|)uXf] A e o v T l w v in Verbmdung gebracht (69), doch erklärt sich so bestenfall sein ohnehin beliebter - Name (zum Namen s. 14 B, 21 [Komm.]). 3: Siaxcopov, „section, division" eines Gebäudes, LSJ Suppl. s. v.; vgl. oben 62: Siaxcopriiia.
8 4 Leontios stiftet eine Wandverkleidung Edd.: M . Palmer Bonz, HStClPh 96, 1994, 292f (SEG 45, 1648); A.Th. Kraa bel, in: B. Isaac/A. Oppenheimer, Studies on the Jewish Diaspora in the Helle nistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 77; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 27f Nr. 23. FO: An der Südwand von Joch 4, östlich von Pfeiler S 3. Beschreibung: Fast vollständige Tafel, H.: 0,335 m; B.: 0,78 m; litt.: 4,5-6,5 cm. Abb.: Kroh 79 fig. 25. Ü: Bonz 292; Kroll.
Kai
[lal
6 aÜTÖ?
AeövTios"
eK Tüjy 8o|j.dTa}V [T]fig TTpovoiri? eTroLT]aev
Und auch mich ließ derselbe Leontios aus den Gaben der Vorsehung machen. Datum: 5./6. Jh. (Bonz). 1: Kai fiai deutet wieder die Fortsetzung einer Stiftung an. Zur Schreib weise s. 33, 2f (Komm.).
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85 Stiftung einer Wandverkleidung Edd.: A.Th. Kraabel, in: B. Isaac/A. Oppenheimer, Studies on the Jewish Dia spora in the Hellenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 77; J.H. Kroll, HThR 94, 2001,28 Nr. 24. FO: Direkt vor der südl. Wand an der Westseite von Pfeiler S 4. Beschreibung: Teil einer Tafel; H.: 0,22 m; B.: 0,18 m; litt.: 5-5,5 cm. Abb.: KroU 79 fig. 26. Ü: Kroll. [
S]ap8.,
ßo[uX.,]
[ € K T W V TX\S TTp0V]0La? T O [ S t a - ] [xwpov
eoKOÜTXjcoaa
Ich, Bürger von Sardeis, Ratsherr, ließ aus den (Gaben) der Vorsehung den Wandabschnitt verkleiden. Dattim: 5./6. Jh.? Vgl. aber p. 248. l : c f 62, 4f (Komm.). 2f: andere Ergänzungen sind ebenfalls möglich, e. g. TÖ [Siaxcopritia eTiXfip]wCTa. Für die gedruckte Wiederherstellung sprechen v. a. die Parallelen der in der Nähe gefundenen Inschriften.
86 Eine Stiftung des Pegasios Edd.: Robert, Sardes 54f Nr. 13 (Lifshitz 22; B.J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982,162 Nr. 27); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 28 Nr. 25. FO: Nordwand von Joch 6 (zusammen mit 87; 88), zwischen den Pfeilem N 5 u. N 6. Inv. 62, 50; 56. Beschreibung: Reste zweier Tafeln; H.: 0,4 m; B.: 0,17 m; litt.: 6-7 cm. Abb.: Robert Taf 7; Kroll 80 fig. 27. Ü: Lifshitz; Brooten; Williams 25 I 92; Kroll. nT]ydaL09,
OS, [lerä
ßouX.,
Xpvüo[x6-]
Tf\s auvßeiou ev-
Xrjv dTr[e8]cüKa Kroll hat dem von Robert edierten Text ein großes Fragment an der linken Seite zugefügt. 2: auyßeiou Eü[ Robert
Ich, Pegasios, Ratsherr, Goldschmied, erfüllte das Gelübde mit (meiner) Frau.
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Datum: s. p. 248. 1: Zu Pegasios s. noch 87. Zum Namen, der auch von Christen benutzt wurde, vgl. Robert, Hellenica XI/XII 224; Bull. 1962, 273.'^^ Der Beruf des Pegasios erinnert an den Goldreichtum der G e g e n d , u n d er ist nicht der einzige Vertreter dieses Berufes, der für die Synagoge stiftete (97? 98). Daß in den Inschriften der Synagoge nur die Goldschmiede ihren Beruf nennen, könnte ein Argument für die These von Ch. Roueche sem, daß die XpuaoxöoL eine semi-offiziöse, mit dem Beamtentum verbundene Stellung inne hatten (14, B 9 [Komm.]); daß wir hier und in 98 einen Goldschmied als Ratsherrn vor uns haben, erhöht die Wahrscheinlichkeit von Roueches These nochemmal.'^' Mit den Texten aus Sardeis (u. a.) will O.M. van Nijf, The Civic World of Professional Associations in the Roman East, Amsterdam 1997, 21 f. zeigen, daß Handwerker zu den sozialen Eliten der Poleis gehören konnten; wenig stens in unserem Fall krankt sein Argument daran, daß er das späte Datum des Textes nicht berücksichtigt. Möglich ist hnmerhin auch, daß die xpiJ<70xöoL zwar zur Elite der jüdischen Gemeinde, aber nicht zur Elite der Stadt gehörte. S. Applebaum, in: S. Safrai/M. Stem (Hrsgg.), The Jewish People in the First Century, Philadelphia 1974, I 479 meinte zu dem ganz ähnlich struktu rierten Text 98: „it is not impossible that his function was councillor of a guild of goldsmiths". Das ist natürlich doch urmiöglich: Pegasios war, genau wie alle anderen ß o u X e u T a i dieser Texte, Mitglied des Stadtrates von Sardeis. Werm es eines Beweises bedürfte, so bietet ihn 87. Der Vergleich mit 87 legt nahe, daß e-rrXripajaa und d-rreStoKa synonym ge braucht werden konnten; vgl. direkt aus Sardeis G. Petzl, Die Beichtinschrif ten Westkleinasiens, Bonn 1994, 117f. Nr. 101: e ü ^ d i i e v o ? ... K a i Xaßcou K a i
87 Eine Stiftung des Pegasios Edd.: Robert, Sardes 55 Nr. 16 (Lifshitz 25); J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 28f. Nr. 26. FO: s. 86; IN 62. 20 + 49 + 52. WILLIAMS 193 A . 7 überlegt, ob es sich hier um den Vater des Pegasios in 93 han dele; dort ist der Name allerdings bei KROLL aus dem Text verschwunden. In IK 11 (Ephesos), 2, 34 gehört 201 den im 4. Jh. v. zum Tode verurteilten Bttrgem von Sardeis auch Zxpöpßou [rov] 'HpaKXei8ou T O O x p w o x o ü . Etwas anders akzentuiert TREBILCO 46: „ T w o of the Jewish goldsmiths were sufficiently wealthy to be city councillors, which suggests that they owned gold-smithing establishments and were not simply artisans." ''^ Vgl. ROBERT, Sardes 30f A . 4. - Vgl. noch SEG 49, 1653 (Saittai): K]a9d)s eu^aTo dTreScoKev Tfjv ei>xr\v.
260
6. Lydien O^lr. 47-146)
Beschreibung: Fragmente einer Tafel. H. (erhalten): 0,23 m; B.: 0,79 m; litt.: 7 cm. Abb.: Robert Taf. 8; D.G. Mitten, The Ancient Synagogue of Sardis, N e w York 1965, fig 16; KroU 81 fig. 28. Ü: Lifshitz; Williams 110 V 12; Kroll. TTriydoLO?, ß
Ich, Pegasios, Ratsherr, erfüllte das Gelübde. Datum: s. p. 248. 1: Auch wenn die Berufsangabe fehlt, ist es doch ganz eindeutig, daß es sich um dieselbe Person wie in 86 handelt. Das Fehlen der Berufsangabe beweist, daß sich seine Funktion als ßouXeuTi]? nicht auf die Berufsgruppe, sondem auf die Stadt bezieht. If: ZuTrXripouy vgl. 67, 4f (Komm.).
88 Eine Stiftung des Septimius (?) Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 29 Nr. 27. FO: Im nördlichen Bereich von Joch 6; zwei Fragmente im Vorhof Beschreibung: Teile von vier Tafeln; H. (erhalten): 0,29 m; litt.: 9 cm; kein Fragment bewahrt die ganze Breite einer Tafel. Abb.: Kroh 82 fig. 29. Ü: Kroh. ZeTT[TLtJL?]io?, Z[ap8Layös,
...]ETH[...]eEN[...]
Septimius, Bürger von Sardeis ... Datum: s. p. 248. Die Ergänzung von Kroll e. g.; theoretisch wäre auch ZeTrCTLKlLos möglich; aber vgl. zum Namen Sevems 105 und Noy II 285: Septimae. Da eine Person in den Inschriften der Synagoge nur dann zwei Namen trägt, wenn ein aus zeichnendes gentilicium genaimt werden kann (Aurelius, Flavius), wird man von einer Ergänzung wie 2;€TT[TLP.]LOS' Zleoufjpo? vel. sim. Abstand nehmen.
6. Lydien (Nr. 47-146)
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89 Eine Stiftung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 29 Nr. 28. FO: Die größeren Fragmente wurden an der Südwand von Joch 6 gefunden, zwischen Pfeiler S 5 u. S 6. Beschreibung: Fünf nicht aneinanderpassende Fragmente mehrerer Tafeln, die - mit einer Ausnahme - an beiden Enden gebrochen sind. H.: 0,3 m; litt.: 4,5 cm. Abb.: Kroll 83 fig. 30. Ü: Kroll. ... ] I E T X A [ ... ] T A E [
... ] I Z I I [ ... e ] T e X [ e ] a e [ y ]
... ließ vollenden. Datum: s. p. 248. Die Reihenfolge der Fragmente ist unsicher. A m Anfang K a j r ' eüxd[? ? Eine Parallele zu dieser Formulierung gibt es in den Inschriften der Synagoge aller dings nicht und sie gilt allgemein als heidnisch.
90-95 gehören in das letzte Joch der Synagoge, den besonders prachtvoll aus gestatteten Eingangsbereich, vielleicht auch noch 96-99.
90 Eine Stiftung des ...s und seiner Frau Regina Edd.: Robert, Sardes 48f Nr. 7 (Lifshitz 20; B.J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 162 Nr. 26; Trebilco 45 Nr. 4. 3; L . M . White, The Social Origins of Christian Architecture II, Cambrigde 1997, 321 f Nr. 67 a); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 30f Nr. 29. FO: An der Südwand der Synagoge, in Sturzlage, zwischen Pfeiler S 6 u. der östl. Wand. I N 62. 37-38; 182-3. Beschreibung: vier Tafeln. H.: 0, 4 m; B. (erhalten): 2,1 m; litt.: 6 cm. Abb.: Robert Taf 6; G . M . A . Hanfmaim, Letters from Sardis, Cambridge 1972, 118 fig. 84; G . M . A . Hanfmann (Hrsg.), Sardis fi-om Prehistoric to Ro man Trnies, Cambridge 1983, fig. 270; KroU 84 fig. 31. Ü: Lifshitz; Hanfmann, Letters; Trebilco; L.H. Feldman/M. Reinhold, Jew ish Life and Thought among Greeks and Romans, Minneapolis 1996, 72 Nr. 3. 31; White; Kroll.
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[ ca. 10 ] s [leTot Tfjs au|ißLOD \iOv 'PriyeiyT]? K Q I T W V TCKVCOV f)|iü)y iJTTep [ei'X'nS' ctireSlcoKa eK T W V StopecSv T O Ü TravTOKpdTopos 0(eo)ü TTjvCTKOÜTXcoaLVTräoav [ T O Ü 8 L a x w p o ] u KQL TTIV C^jpa^iav suppl. Kroll, der in Z. 1 rechts oben ein Fragment hinzufügen konnte, was die Ergänzung in Z. 2 veränderte; 3: [ T O Ü O L K O ] U Robert, 8Laxc6po]u Kroll, s. 83, 3. Ich, ...s, mit meiner Frau Regina und unseren Kindern gab wegen eines Gelüb des aus den Geschenken des allmächtigen Gottes die ganze Verkleidung des Wandabschnittes und die Malerei.
Datum: s. p. 248. 1: vgl. 74 (Komm.) zur Nennung Reginas; zum Namen vgl. Noy
II
103;
264. 2: zu den Gaben Gottes s.
19, 3ff.
(Komm.).
Der Geö? TravTOKpdTcop
kommt in vergleichbaren Formeln sonst nicht vor,*^^ ist aber ein seit der L X X gut bekanntes Konzept, das keiner eigenen Erklärung bedarf.'^"* Die Verehrer des 9eÖ9 ÜII^LOTOS" bezeichneten ihren Gott ebenfalls als TravTOKpdTcop.'^^ 3: TTIV aKOÜTXwaiy rrdaav im Gegensatz zu anderen Stiftem, die nur einen Teil des jeweiligen Wandabschnittes schmücken ließen. Die Ausmalung be zieht sich wohl ebenfalls auf dieses Stdxwpov, dessen Wand oberhalb der
Vgl. aber 226; evopKLCöpeBa röv rravTOKpdTopa Oeöy. HATCH/REDPATH 1053f., wo allerdings KÜptog rr. häufiger ist; s. weiter W . BOUS SET/H. GRESSMANN, Die Religion des Judentums im späthellenistischen Zeitalter, Tübin gen 1926, 312 A . 2; W. MICHAELIS, ThWNT III 913f.; G. DELLING, Studien zum Neuen Testament und hellenistischem Judentum, Berlin 1970, 442ff. Zum rravTOKpdTCüp Oeög in 2 Macc s. J.W. VAN HENTEN, in: K . A . DEURLOO/B.J. DIEBNER (Hrsgg.), Festschrift RO CHUS ZUURMOND, Heidelberg 1996, 117fr. - Die Vorstellung ist in dieser Zeit auch bei Christen zu finden, aber wichtiger dürfte der Hinweis sein, daß sie auch Heiden bekannt war, vgl. e. g. G.H.R. HORSLEY, New Documents Illustrating the History of Early Christianity I, Macquarie 1981, 137; III 118 ( A . 184) und z. B. IG V 2, 472; ICret II 28, 2; W . M . BRASHEAR, ZPE 17, 1975, 25ff Nr. 1; IK 10, 1, 1121; 2, 1512 (Nikaia); ftir Christen D. FEISSEL, BCH 104, 1980, 463ff., und aus der patristischen Überlieferung nenne ich nur Melito V. Sardeis 45, 322. Allgemein: O. MONTEVECCHI, in: FS CALDERINI/PARIBENI II, Mailand 1957, 40Iff; H. HOMMEL, Sebasmata I, Tübingen 1983, I31ff Epiphanius, Panar. 80, 1 über die Euphemitai, die er selber mit den Juden zusammen stellte: dXX' CKeivoL pev e^ 'EXXr|vcov a)ppoi)yTO, oüre TouSaiapw rrpoaavexovTes oü xe XpiaTiayol ürrdpxoyxe? oüxe drrö ZapapeixcLv, dXXd pövoy "EXXrive? övxeg SfiOev, Kai Oeoüg pev Xeyovxes, priSevl pT]8ev TrpooKuvoüvxe?, evl 8e pövov 8fi0ev xö aeßa? vepovxes Kai KaXoüvxeg iravxoKpdxopa; über die Hypsistarier: Greg. Naz. or. 18, 5 (PG 35, 990); über die Hypsistianoi Greg. Nyss., Refiitatio Confessionis Eunomii 38 (II 327 JAEGER); beide Texte zitiert p. 18 A . 102; dazu s. noch die Inschriften aus Gorgippia, die dem 9eög Ü I J J L O X O S rravxoKpdxcop eüXöyr|xos gelten (MITCHELL 133f Nr. 84-7).
6. Lydien (Nr. 47-146)
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Marmorverkleidung und nebst Decke gemeint sein muß (cf. 168, 7f. [Ak moneia]: eypai|;av TOÜCT TOLXOUS" KQL Tf]y öpocjjriv). Ob die anderen Stdxwpa ebenfalls ausgemalt waren, können wir nicht mehr sagen - wenn die Aus malung in den Inschriften nicht erwähnt wird, so kann das bedeuten, daß sie da billiger als die Marmorverkleidung - meistens von der Gemeinde selbst ge tragen worden war. Man wird am ehesten biblische Szenen (cf. Dura-Europos) erwarten.''^ Ein Maler in Noy II 277: ev9d8e K I T C EÜ8Ö^LO? Cwypdcjjos".
91 Eine Stiftung des Aur.
Onesiphoros
Edd.: Robert, Sardes 53 Nr. 9 (Z. If. init); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 31 Nr. 30. FO: In der nördlichen Hälfte von Joch 7. Inv. 62. 97 u. a. Beschreibung: Fragmente von vier Tafeln. H. (erhalten): 0,23 m; B. (rekonstruiert): 1,35 m; litt.: 4-5 cm. Abb.: Robert Taf. 10; Kroll 85 fig. 32. Ü: Kroll. Aüp. 'OyTiaL(j)öpo[s'] Z[a]p8Layös' [|J-]eTd T(o[y] vlüv |iou e[K Twy TOU 9e?]oü [Swpewy ?eTT]oLr)CTa Tfjy e [ ü x ] ' n y Ich, Aurelius Onesiphoros, Bürger von Sardeis, erfüllte mit meinen Söhnen aus den Geschenken Gottes das Gelübde. Datum: Größe und Art der Buchstaben passen sehr gut zu 90, weshalb die beiden Texte gleichzeitig sein können. 2: Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Namen der Söhne genannt werden: 'E[... , ...]ou, was zwar in der Synagoge selten, aber nicht ohne Parallele wäre, s. 92. Für eiTOLTiCTa Tf]y eüxrjy gibt es in Sardeis sonst keine Parallele, aber vgl. das häufigere eirXripwaa, eTeXeaa, d-rreSwKa i:x\v eüxriy.
92 Die Stiftung des Aur.
Euphrosynos für seinen Sohn
Edd.: Robert, Sardes 55 Nr. 15 (ohne die Anfänge von Z. I f ; Lifshitz 24); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 31 Nr. 31.
Vgl. zur Idee auch 4 Macc 17, 7: eL 8e e^öv riptv r\v cöarrep errC T L V O ? Cwypa
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6. Lydien (Nr. 47-146)
FO: In der nördlichen Hälfte von Joch 7. Inv. 62. 129 + 154 + 157 u. a. Beschreibung: Fragmente von vier Tafeln; H.: 0,37 m; B. (rekonstruiert): 2 m; litt.: 6 cm. Abb.: Robert Taf. 6; Kroll 86 fig. 33. Ü: Lifshitz; Williams 110 V 11; Kroh. [A]üp. Eüct)pöau[yog], ZapSLavö?, ßouX(euTri?), eTrXrjpcoaa TTJV [eülx^iv ÜTT[ep] TOÜ eKyövou |iou Eü4>poaüvou Ich, Aur. Euphrosynos, Bürger von Sardeis, Ratsherr, erfüllte das Gelübde wegen meines Sohnes Euphrosynos. Datimi: s. p. 248 und Komm. 2: Der Sohn Euphrosynos findet sich vmtl. in 77f., weshalb man hier C K yovog nicht als Enkel verstehen möchte (die sardischen Inschriften benutzen sonst eher ulö? für den Sohn). Daß der Vater eine Stiftung für den Sohn macht, soll es diesem erleichtem, einmal dieselbe soziale Position in der Gemeinde einzunehmen, die der Vater innehatte: in diesem Fall war die Übertragung des Ranges erfolgreich. Der höhere Rang des Vaters findet seinen Ausdruck auch darin, daß für ihn der ehrenvolle Aurelier-Namen genannt wird, während die rechtlich ja mögliche - Nennung dieses Namens bei seinem Sohn noch fehlt.
93 Stiftung des Aur. Kelainos Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 32 Nr. 32. FO: Fragmente in der Nordhälfte von Joch 7. Beschreibung: Drei Tafeln; H.: 0,34 m; B. (rekonstruiert): 1,7-1,8 m; litt.: 6,5 cm. Abb.: KroU 87 fig. 34. Ü: Kroll. [Aü]p. KeXatvös 'A6al[ ... ZalpSiavö? üirep T W V Kai T f j g TETPA4>[ l A A l A S eüxr]v dTre8a)[Ka]
LSLOJV
Ich, Aur. Kelainos Atha Bürger von Sardeis, erfiillte das Gelübde wegen der Meinen und der Tetraph...adia. Datum: s. p. 248. 1: Zum Weiterleben des Namens von Kelainai auch nach der Gründung von Apameia Kibotos in Phrygien, s. Robert, Noms indigenes 337ff. (an Hand ei-
6. Lydien (Nr. 47-146)
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ner Inschrift aus Sardeis); ibid. 408 A . 3 zu einigen Beispielen des Namens (nach dem Adjektiv oder dem Heros). „The ft)urth letter of the donor's third name was mu or nu; thus the name is probably to be restored, for example, ' A0d|i[a?] or more probably 'AOavdOLOS"" Kroll. Will man das unbekannte Wort in 2 nicht allzu lang ergänzen, so darf der Name m 1 ebenfalls nicht allzu lang sein. 2: Tfis" TETPA
9 4 Stiftung des Hippasios Edd.: Robert, Sardes 50f. Nr. 8; 51f. Nr. 8b (Lifshitz 21); 54 Nr. 10; 55 Nr. 17 (Lifshitz 26); LH. Kroll, HThR 94, 2001, 32f. Nr. 33. FO: Ostwand der Halle, weit verstreut; ursprgl. vermutlich über den Türen der Ostwand angebracht I N 62. 70 + 81 + 82 + 115 + 151 + 159 + 220. Beschreibung: Wenigstens sechs Tafeln, die den Text in einer Zeile tragen; derselbe Buchstabe kann in unterschiedlichen Formen vorkommen. H.: 0,41 m; B. (rekonstruiert mindestens): 3 m; litt.: 10 cm. Abb.: Robert, Taf. 9; 10; Kroh 88 fig. 35. Ü: Lifshitz; Williams 108 V 6; Kroll. ['iTTJTrdaLo? ß' Zap8. |i[eTd Tjfjs auvCßtou] d[xa { d | i a } T [ a L s v^ivvais ÜTTep eüxfj? eatcoÜTXCwoJa eis KÖCTIIOV T O U O L K ( O U ) [ T T T i l y d a i o g Robert; eTTX[f|pcoaa Robert 54; 2: e8a)K]a el? KÖapov Robert, cf. 52 A . 1: „Ou un verbe de meme sens." A m Ende ein Ablcürzungszeichen.
Ich, Hippasios (S. d. Hippasios), Bürger von Sardeis, ließ mit meiner Frau und zusammen mit den Tanten wegen eines Gelübdes zum Schmuck des Hau ses (die Wand) verkleiden. Datum: von derselben Person stammt wohl 119 (dyaveoooLs ' iTTTraoioi; UL[OÜ ...). Um eine Form von avaveb^ais wird es sich auch hier handeln (vgl. weiter unten), und da die Buchstaben spät sind, wird man mh der Anbringung der Inschrift nach der Fertigstellung der meisten anderen Dekorationen (und ihrem ersten Verfall?) rechnen; also vielleicht zweite Hälfte 5. Jh. oder sogar später.
''^ Da in den sardischen Inschriften das Z a p S i a v o g immer hinter dem Namen des Stifters erscheint, wird A 9 a [ nicht zu einem Vatersnamen gehören (Vatersnamen sind hier ohnehm ungewöhnlich).
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6. Lydien (Nr. 47-146)
vivvr\ in IG X 2, 1, 624 (rfi iiriTpl Kai ... TT] vivvr{, Thessaloniki); 617 (f\ \iov TTJV vCyriv) wird von LSJ als Großmutter oder Schwieger mutter verstanden; da zumindest der zweite Aspekt hier kaum möghch ist, überlegt Kroll „Tante" und vergleicht vevvos etc.; zu djia s. 49, 11 (Komm.). [ieTaT€]6fiye
KÖajios: s. 72 (Komm.).
OL KOS meint eigentlich die gesamte Synagoge bzw. zumindest den großen Versammlungsraum, in dem die Fragmente gefunden wurden (vgl. z. B. 36, 2 [Komm.]). G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 27: „We should probably not assume that eis kosmon tou oikou must mean 'marble revetments for the entire hall'; only the east wall or even only part of it may be intended." Trotz dem unterscheidet sich die Stiftung des Hippasios deutlich von den anderen Stiftungen, die - ausdrücklich oder implizit - jeweils einem Staxcopou oder so gar nur einem Teil davon galten. Deshalb wird sich diese O K O Ü T ^ W O L S auf ei nen größeren Abschnitt bezogen haben, folglich erst nach Anbringung der an deren Wandverkleidung vorgenommen worden sein: sie war also Teil einer Re staurierung.
95 Stiftung eines Ratsherren aus Hypaipa Edd.: Robert, Sardes 56 Nr. 18 (frg.); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 33f. Nr. 34. cf. A.Th. Kraabel, Judaism in Westem Asia Minor, Diss. Harvard 1968, 225 A . 1. FO: Fragmente aus der nördlichen Hälfte von Joch 7. Inv. 62. 215 u. a. Beschreibung: Text in einer Zeile, Buchstaben ähnlich wie, aber kleiner als 94; deshalb vielleicht auch an der Ostwand, und zwar in deren nördlichem Teil, angebracht. H.: 0,38 m; B. (rekonstruiert): 3 m; litt.: 6,5 cm. Abb.: KroU 89 fig. 36. Ü: Kroll. 6 aÜTÖg Sa|iouf]X 6 Kai ' b u X i a v ö s - ' TTraLiirivös, ßouX., [ . . . ] A K K 0 [ . . . ÜTT]ep e [ ü x ] f i 9 [ . . ] E M [ . . . eTT]oLTiaa
Ich, derselbe Samuel, auch lulianus genannt, aus Hypaipa, Ratsherr, ließ ... wegen eines Gelübdes machen. Datum: s. p. 248. ö aÜTÖs: Samuel ließ also auch einen anderen Teil (derselben) Wand ver zieren, dessen Inschrift nicht mehr erhalten ist. Zu Doppelnamen vgl. 14, B 20 (Komm.); ein anderer (nicht-jüdischer) Ratsherr aus Hypaipa mit Doppel namen in IK 17, 2, 3828. Zur engen Verbindung von Hypaipa und Sardeis s. Robert, Op. Min. VI 147; es gab in Sardeis den TTreTTT]i'ös' e y ß o X o s (SEG
26,
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267
1318), und die Verbindung der beiden Städte wird auch deutlich in SEG 46, [Kai] Z a p S L a v ö s ' . Samuel ist bisher der einzige Stifter, der nachweislich nicht aus Sardeis stammt. Es liegt nahe, eme enge Verbundenheit der Gemeinden von Sardeis und Hypaipa anzunehmen - aber ob es in Hypaipa eine Synagoge gab? 1532:'TTTaLTrr]vös'
96 Eine Stiftung Edd.: Robert, Sardes 54 Nr. 11 (frg.); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 34 Nr. 35. FO: Die meisten Fragmente wurden vor der mittleren Tür der Ostwand geftmden, so daß die Inschrift vielleicht von dieser Wand stammt. Inv. 62. 58-9. Beschreibung: Text in einer emzigen, langen Zeile, Teile von drei Tafeln sind erhalten; ihre Reihenfolge ist unsicher. H. (erhalten): 0,24 m; B. (alle erhaltenen Stücke): 1,4 m; litt.: 7-8,5 cm. Abb.: Kroh 90 fig. 37. Ü: Kroll. ... ]va(iecüv d\ia T O [ L 9 TCKVOLS ? ... ILGJV aüroü [ ... ITCÜV | [ ... zusammen mit den Kindern ... Datum: s. p. 248. In ... ]va[ieoL)y finden sich wohl die Reste des Eigennamens; zu ä(j.a s. 49, 11 (Komm.). Ist [lerd TWV TeKJvcüy aüroü ausgeschlossen? Die mit d|ia ein geleitete Formel muß sich nicht notwendig auf die Kinder beziehen; es kom men auch andere Familienmitglieder m Frage.
97 Stiftung eines Goldschmieds Ed.: J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 34 Nr. 36. FO: Vor der nördlichen aedicula. „From the east wall? ... could have been attached to a freestanding furnishing" (Kroll). Beschreibung: Einzelne, besonders dünne Tafel (8 mm); H.: 0,34 m; B. (rekonstruiert): 0,65 m; litt.: 5 cm. Abb.: Kroh 91 fig. 38. Ü: Kroll.
[ca. 6 xp]vao[xöo? T ] f i v eu[XITJV [dTTe]8a)[K]a
268
Ich,
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Goldschmied, erfüllte das Gelübde.
Datum: s. p. 248. Kroll weist daraufhin, daß es sich nach dem zur Verfügung stehenden Raum weder um Aur. Hermogenes (98), noch um Pegasios (86) handeln kann. Nicht vollständig ausgeschlossen ist die Möglichkeit, daß JTZOl keine Berufs bezeichnung, sondem der Rest des Namens ist.
98 Stiftung des Goldschmieds Aur. Hermogenes Edd.: Robert, Sardes 55 Nr. 14 (Lifshitz 23; G.H.R. Horsley, N e w Docu ments Illustrating Early Christianity III, Macquarie 1983, 55f.; Trebilco 46 Nr. 4. 4); J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 34f. Nr. 37. FO: Fragmente zwischen Pfeiler S 6 und der Ostwand gefunden, gehörte al so vielleicht in die Südwand von Joch 7. Beschreibung: Eine Tafel; H. (erhalten): 0,16 m; B. (rekonstmiert): 0,7 m; litt. 3 cm. Abb.: Robert Taf. 7; Kroll 92 fig. 39. Ü: Lifshitz; Horsley; Trebilco; Williams 25 I 91; A . D . Lee, Pagans and Christians in Late Antiquity, London 2000, 153; Kroll. [Aüp. 'E]p|ioy[evr]s Z]ap8Lavö[s'], [ßouXeluTTjS,
[xpi^croJxöos' eüx]r|v
[€TTXr|p]cüaa T[fiv
Ich, Aur. Hermogenes, Bürger von Sardeis, Ratsherr, Goldschmied, erfüllte das Gelübde. Datum: s. p. 248. 1: Derselbe Name noch einmal in 132, aber ohne die hier genannten Zusät ze; der Name in Sardeis noch in Sardis VII 1, 5, Z . 9; SEG 49, 1676 (Brief an den röm. proconsul): Trapd 'Ep|ioyevous T O Ü Ar|
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99 Eine Stiftung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 35 Nr. 38. FO: In der Nähe von Pfeiler N 6 in Joch 7. Beschreibung: Reste einer Tafel; H. (erhalten): 0,38 m; B. (erhalten): 0,53 m; litt.: 6 cm. Abb.: Kroll 93 fig. 40. Ü: Kroll. ]PK[ ]XA[ ]T(X)V
] ]
eTroüri[aa]
] A KQL ]KII[
TOU[
]
... ließ machen... Datum: s. p. 248. 3: 8o|id]T(ji)v?
100 Eine Stiftung des Leontios Edd.: M . Palmer Bonz, HStClPh 96, 1994, 292f (SEG 45, 1649); J.H. Kroll, HThR 34, 2001, 35 Nr. 39. FO: vor der Südwand von Joch 3 und in der Mitte von Joch 6. Beschreibung: Zwei nicht passende Fragmente einer Tafel, die zu einem einzeiligen Text gehörte. H.: 0,255 m; B.: 0,64 m; litt.: 9,5 cm. Abb.: Kroh 94 fig. 41. Ü: Bonz 293; Kroll. [Kd|i€ 6 aJÜTÖs
AeövlTLos
Und auch mich (ließ) derselbe Leontios (machen) ... Datum: s. p. 248. 81 und 82 sind ähnlich, doch passen Buchstabenform und -große nicht. Kd|i€ KTX.: S. 81 (Komm.). Zu Leontios als P N s. 14 B, 21 (Komm.).
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101 Eine Stiftung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 35f. Nr. 40. FO: Halle, südwestliche Ecke. Beschreibung: Obere Imke Ecke einer großen Inschrift; H. (erhalten): 0,27 m;B.:0,31 m; litt.: 14 cm. Abb.: Kroh 95 fig. 42. Ü: Kroh. cDPA[ ... ] aü[Toü ? ... ]
Datum: Kroll vergleicht „size and style of lettering and disposition" mit den Inschriften des Euphrosynos (77f), die allerdings kleinere Buchstaben haben. 1: Der Anfang eines iranischen Namens? Ilan 346ff zur Benutzung persi scher Namen in Palästina.
102 Eine Stiftung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 36 Nr. 41. FO: unbekannt. Beschreibung: an allen Seiten gebrochenes Fragment einer einzeiligen In schrift; H.: 0,27 m; B.: 0,24 m; litt.: 7 cm. Abb.: Kroh 95 fig. 43. Ü: Kroll. ... ] SaplSiayög ... ... Bürger von Sardeis ... Datum: s. p. 248.
103 Eine Stiftung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 36 Nr. 42. FO: Joch 3. Beschreibung: Tafel mh emer einzeihgen Inschrift, rechts und links gebrochen. H.: 0,3 m; B.: 0,31 m; litt.: 5,5 cm. Ü: Kroh.
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... | l € T d Tf\s
... mit (meiner)
271
a]wßLOD [
Frau...
Datum: s. p. 248.
104 Eine Stiftung Edd.: Robert, Sardes 54 Nr. 12 (Z. 2); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 36 Nr. 43. FO: Auf der Straße am Seiteneingang der Synagoge; IN 62. 281. Beschreibung: Tafel, rechts und links gebrochen. H.: 0,31 m; B.: 0,22 m; litt.: 9 cm (Z. 1), 6 cm (Z. 2). Ü: Kroll. ... ]s SalpSiayös' ... ei)]^d|i[evos1: ßouXeuTT]]?, Za[pSLavös' ? 2: d|i[a Robert, aber vor dem Alpha wird von Kroll ein Xi gelesen.
...s, Bürger von Sardeis, ... nach Ablegung eines Gelübdes... Datum: s. p. 248.
105 Die Stiftung des Severus Ed.: F.M. Cross, HThR 95, 2002, 3ff Nr. 1. FO: Nahe der südlichen aedicula; IN 62.79. Beschreibung: Marmortafel, nur rechts gebrochen; die Inschrift auf einem leicht vertieften Feld, das durch vorgezeichnete Linien gekennzeichnet ist. H.: 0,24 m; B.: 0,25 m. Abb.: Cross fig. I f Ü: Cross.
Dn''ID i. e. (Lucius) Verus, der um 166 Sardeis besuchte, M . Rabinowitz bei der ursprgl. Bearbeitimg des Textes.
Severus...
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Datum: Cross datiert die benutzten Buchstaben in die Zeit von der Mitte des 3. bis zur Mitte des 4. Jhs.; da es kein Vergleichsmateriai aus Kleinasien gibt, ist dies Verfahren mit noch größerer Unsicherheit belastet, als es Datierungen nach der Schrift ohnehin sind. Der archäologische Befund legt eine spätere Ent stehung nahe (s. p. 248), nämhch frühestens im letzten Viertel des 4. Jhs., vmtl. sogar später. W h haben eine Stifterinschrift vor uns, die mit der Nennung des Stifter namens endete; wieviele Tafeln rechts - also am Anfang - fehlten, läßt sich nicht sagen. Mutatis mutandis wird man sich einen Text vorstellen müssen, der nach Inhalt und Aufbau den vorhergehenden griechischen Stifterinschriften entsprach. Der P N Severus wurde seit dem 3. Jh. auch von Juden benutzt, vgl. z. B. 14 B, 13; 168, 2,'^^ und in Sardeis den PN Septimius (88). Diese Namen re flektieren wohl nicht die severische Politik gegenüber den Juden, sondern zei gen einfach, wie häufig kaiserliche gentilicia in den Provinzen waren. In Sardeis trägt ein Stifter der Spätantike den Namen Severus Simplicius, SEG 36, 1097. Obwohl Severus einen griechisch-römischen Namen trug, benutzte er für die Aufzeichnung seiner Stiftung hebräische Schrift. Wenigstens für ihn waren also Schrift und benutzter Name keine untrennbare kulturelle Einheit, mußte die Namensform nicht der gewählten Sprache entsprechen (vgl. 56 [Komm.]).
106 Ein Friedenswunsch Ed.: F.M. Cross, HThR 95, 2002, 8ff Nr. 2. FO: Nahe der südlichen Aedicula; IN 62.66 a, b. Beschreibung: Zwei aneinanderpassende Marmorfragmente von der Wand verkleidung; Brüche an allen Seiten. B.: 0,24 m; H.: 0,16 m; T.: 1,6 cm. Abb.: A.R. Seager, Sardis Guide 9 (1990) fig. 6; Cross fig. 3f Ü: Cross.
Frieden!
C R O S S ( A . 63) 4 A . 6 zitiert z. B. J. NAVEH, On Mosaic and Stone, Jerusalem 1989, Nr. 72 (Hebron); LIFSHITZ 76 vii; M . DOTHAN, Hammat Tiberias, Jerusalem 1983, 60flF. Nr. 2; aus Rom s. NOY II 27; 332; 411; cf. Beth She'arim II 188; NOY I 48 (Venosa); II 246 {Severanus). Severus, S. d. Anna, kommt in einem koptischen Zauberspruch vor, der allgemein als jüdisch gilt, A . M . KROPP, Ausgewählte koptische Zaubertexte, Brüssel 1930, I 29ff.; cf GOODENOUGH, Symbols II 166fF.; M . MEYER/R. SMITH (Hrsgg.), Ancient Christian Magic, San Francisco 1994, 275ff
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Datum: Cross datiert die Inschrift wegen der Buchstabenformen in das Ende des 3. oder den Anfang des 4. Jhs.., was wegen der späteren Anbringung der Wandverkleidungen nicht richtig sein kann: sie stammt frühestens aus dem letzten Viertel des 4. Jhs., ist vmtl. sogar später. Zum Friedenswunsch auf Stiftungen für Synagogen s. 41, 6 (Komm.).
107 Yohanan Ed.: F.M. Cross, HThR 95, 2002, lOff. Nr. 3. FO: Nahe der südlichen aedicula, I N 62. 63. Beschreibung: allseits bebrochenes Marmorfragment der Wandverkleidung; über den - nur teilweise erhaltenen - Buchstaben zwei dünne Linien; am rech ten Ende der Platte eine dünne, vertikale Linie. Abb.: Cross flg. 5f Ü: Cross.
Yohanan... Datum: Wegen der Wandverkleidung nicht vor dem letzten Viertel des 4. Jhs. (vgl. p. 248), vmtl. sogar später. Die Linie rechts des ersten Buchstabens dürfte zeigen, daß es sich um den Anfang der Inschrift handelt; der Vergleich mit 56 zeigt, daß der P N sowohl am Anfang wie auch am Ende einer hebräischen Stifterinschrift stehen kann. Zum Namen s. 58 a (Komm.).
108 Ein Gelübde Ed.: F.M. Cross, HThR 95, 2002, 12 Nr. 4. FO: Nahe der südlichen Aedicula, IN 62.80. Beschreibung: Allseits, oben aber nur leicht bebrochenes Marmorfragment der Wandverkleidung; über den Buchstaben eine dünne Linie. H: 0,195 m; B: 0,22 m. Abb.: Cross fig. 7f Ü: Cross.
Gelübde...
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Datum: Wegen der Wandverkleidung nicht vor dem letzten Viertel des 4. Jhs. (vgl. p. 248), vmtl. sogar später. „The letters are elegant in shape but crudely engraved, as if the artisan incising the letters was halted before he was finished" (Cross). Die Eleganz der Buchstaben spricht wieder für eine gewisse Übung des Schreibers. Zur Formulierung vgl. das häufig absolut gebrauchte evxA (Index s. v.). VöUig sicher ist die Lesart allerdings nicht, derm der letzte Buchstabe ist nur teilweise erhalten, und Cross notiert: „The letter tentatively identified as res could also be bet, he, het, mem or taw.''
109 Ein Gelübde Ed.: F.M. Cross, HThR 95, 2002, 12ff. Nr. 5. FO: Nahe der südhchen aedicula, IN 62. 45. Beschreibung: Allseits bebrochenes Marmorfragment der Wandverkleidung; H.: 0,13 cm; B.: 0,105 cm. Abb.: Cross fig. 9f Ü: Cross.
Gelübde... Cross ergänzte die Inschrift nach 108, weist aber p. 12 auf andere Möglichkeiten, z. B. Personennamen hin.
Datum: Wegen der Wandverkleidung nicht vor dem letzten Viertel des 4. Jhs. (vgl. p. 248), vmtl. sogar später. Zur Formulierung vgl. das häufig absolut gebrauchte eüxT) (Index s. v.).
Inschriften der Wandverkleidung im Vorhof (110-113) Die Wand des Vorhofs war ursprgl. mit Stuck verputzt; die Marmorverklei dungen sind erst eine spätere Zutat. Die folgenden Inschriften gehören wohl zu dieser Veränderung, werm sie nicht aus der Haupthalle verschleppt wurden.
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110 Eine Stiftung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 36 Nr. 44. FO: SO-Ecke des Peristyls. Beschreibung: Zwei Fragmente, das eine an der rechten Seite, das andere an beiden Seiten gebrochen; H.: 0,34 m; B.: 0,28 m + 0,21 m; litt.: 10 cm. Ü: Kroll. ... ]X[ ... eTTX]ripa)[CTa TO €p[yov ... ... erfüllte... das Werk... Datum: die Veränderungen des Vorhofs gehören in Phase IV (s. p. 229f.), sind also kaum vor das Ende des 4. Jhs. zu datieren, sind möglichweise sogar später, da es sich um eine zweite Phase der Wandverkleidung handelt. 1: ÜTTep eü]x[T]S" eTTX]ripü)[o-a, -aev? 2: epiyov ist nicht sicher, da damit meist ein ganzes Gebäude gemeint ist, das darm durch ein Attribut näher bezeichnet wird, z. B. Lifshitz 82 (Golgoi), wo es von der Synagoge heißt: dvevewaav T Ö Trdv epyov r f ) ? 'EßpaLKfjs".''^ Manchmal wird epyov in Stifterinschriften allerdings nur auf em Mosaik bezogen (R. Mouterde, Syria 6, 1925, 361 A . 1), weshalb hier vielleicht ein Teil der Synagogen-Ausschmückung so benannt worden sein kann: ep[yov Tfis aKouTXcüoews o. ä.; 116 bezieht sich ebenfalls nur auf eine Wand verkleidung.
III
Eine Stiftung
Edd.: Robert, Sardes 56 Nr. 19; J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 37 Nr. 45. FO: Ein Fragment an der Südwand des Peristyls, das andere mehrere Meter vor der Nordwand. I N 62, 266. Beschreibung: Zwei Fragmente von Tafeln eines schlechten Marmors. Das linke Frg. allseitig bebrochen, das rechte nur unten. H. (erhalten): 0,24 m; B.: 0,29 m +0,52 m; litt.: 11 cm. Abb.: Robert Taf. 10; KroU 98 fig. 47
Das letzte Wort, 'EßpaiKT), stellt offenbar die Bezeichnung des Gebäudes oder Gebäu dekomplexes dar, vgl. z. B. CH. ROUECHE, Aphrodisias in Late Antiquity, London 1989, 39 Nr. 20: rrdv T Ö öpcopevov e p y o v T O Ü TeTpaoTcoou C K OepeXCcov - wo vorher ganz klar ist, daß T e x p a o T w o v nicht nur als architektonische Bezeichnung gebraucht wird.
276
6. Lydien (Nr. 47-146)
... ]Z04)[ ... JcüTaros [
]TI| I |[.]T| |[ Datum: s. 110. 1: Robert ergänzte 6 d^LoXo'y]coTaTOS' (s. 27, 2 [Komm.]), was richtig sein dürfte, wenn die beiden Frgg. nicht aneinander anschließen; schließen sie an einander an, istCTo4>(jOTaTOszu lesen (Kroll). Eine Parallele für diesen Super lativ in einer vergleichbaren, titularen Form fmde ich allerdings nicht.^^^ Theo retisch sind natürlich auch andere Ergänzungen möglich - erst recht, wenn die Orthographie nicht immer klassisch war (e. g. TL[iL]wTaTog, vgl. 248, 19 [Komm.]). 2: Die senkrechten Hasten können kaum alle richtig gelesen sein, doch bie ten die Photographien keine Altemative.
112 Eine Stiftung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 37 Nr. 46. FO: Im südlichen Säulenumgang des Peristyls. Beschreibung: Vier Fragmente emer monumentalen Inschrift, von denen nur eines voUständig erhalten ist. H.: 0,38 m; B. (erhalten): 0,43 m; litt.: 11,5 cm. Abb.: Kroh 99 fig. 48. Ü: KroU. ... ] 2 T 0 [
]EP[
]B0[
eü]xTi
... Gelübde. Daüim: s. 110. Die Reihenfolge der Fragmente ist unsicher, eüxii wurde häufig absolut ge braucht, vgl. Index s. v.
113 Eine Stiftung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 37 Nr. 47. FO: Im südlichen Säulenumgang des Peristyls. Beschreibung: Drei Fragmente einer monumentalen Inschrift, keines voll ständig erhalten. H. (erhalten): 0,38 m; litt.: 11,5 cm. Abb.: Kroh 100 fig. 49. ^°°Dan 1, 20 wird niemand zitieren: ao(j)a)Tepov? SerairXaaia)? ürrep
TOÜ?
aocjjLaxd?.
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Ü: Kroll. ... ] A E I N [
] evlxA ?
] 0 | [ ...
... Gelübde. Datum: s. 110.
Inschriften zu Einlegearbeiten (114-118) Einige der Wandverkleidungen aus farbigem Marmor (oKovrXüiois) wurden von Marmorstreifen umschlossen, auf denen die folgenden Inschriften stan den. Sie stammen wohl alle aus derselben Zeit wie die Wandverkleidungen.
114 Stiftung des Leontios Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 37 Nr. 48. FO: Apsis. Beschreibung: Vier Fragmente weißen Marmors mit roten u. purpurnen Adern; H.: 0,058 m; litt.: 4,5-5,8 cm. Abb.: KroU 101 fig. 50. Ü: Kroll. AelölvTLO? [M-ejTd Tf\[s ov\i.ßiov ... TT]V e]vxw Leontios mit seiner Frau... Gelübde ... Datum: s. 110. Zu Leontios s. 14 B, 21 (Komm.); 55. Ein Stifter dieses Namens ist in Sar deis mehrfach bezeugt: 83f; 100. Am Ende ist ein Verb zu ergänzen.
115 Eine Stiftung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 38 Nr. 49. FO: Zwischen den Pfeilem N 1 u. N . 2. Beschreibung: Zwei Fragmente weißen Marmors; H.: 0,058 m; litt.: 3,5-5 cm. Abb.: KroU 101 flg. 51.
278
6. Lydien (Nr. 47-146)
Ü: Kroll. iXo[i[ ... ]TnOMAT[ ... Datum: s. 110. 4>LXO|I[ ist vielleicht der Anfang eines Namens.
116 Eine Stiftung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 38 Nr. 50. FO: Mitte von Joch 6. Beschreibung: Sechs Fragmente eines Marmors mit purpurnen Streifen. H. 0,042 m; litt.: 2-3 cm. Abb.: KroU 102 flg. 52. Ü: KroU. ... ]pog K[ ... ] T O eCpylov T O [ Ü T O ... ]lNnO[ ... e ü ^ ] d | i e [ v o 9 €Tro]LTiaa
Ich, ...ros, ... ließ dieses Werk... nach Ablegung eines Gelübdes machen. Datum: s. HO. Die Reihenfolge der Fragmente ist nicht sicher. ]pog K[ai ? Zu epyov vgl. 110, 2 (Komm.).
117 Eine Stiftung Ed.: J.H. KroU, HThR 94, 2001, 38 Nr. 51. FO: Vor Pfeiler S 6. Beschreibung: Fragment weißen Marmors. H.: 0,062 m; B.: 0,165 m; litt. 4,5 cm. Abb.: KroU 103 fig. 53. Ü: Kroll. TTIV] eüxTiv [ ...
... das Gelübde... Datum: s. HO.
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118 Die Stiftung eines Altesten Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 38 Nr. 52. FO: SO-Ecke des Vorhofs. Beschreibung: Stück einer Emlegearbeit aus weißem Marmor. H.: 0,016 m; B.: 0,07 m; litt.: 1,2 cm. Abb.: Kroh 103 fig. 54. Ü: Kroll. ... ] I TrpeCT[ßÜTepos'
... Ältester... Datum: s. 110. Zum Titel s. 5, 1 (Komm.). Der Text ist wichtig, weil nur hier und in 141 ein Stifter mh einem Gemeindeamt genannt wird. Ob die Zahl der Amtsträger unter den Stiftem insgesamt niedrig war, ob die Ämter aus Gründen der Egali tät nicht genannt wurden (was mir angesichts der anderen Titel unwahrschein lich erscheint), läßt sich nicht mehr sagen.
Inschriften auf der Balustrade im Peristyl (119-128) Zwischen den Säulen des Peristyls im Vorhof der Synagoge war eine marmor ne Balustrade angebracht, auf der die folgenden Inschriften stehen.
119 Renovierung durch Hippasios Edd.: Robert, Sardes 53 A . 2 (Lifshitz 27); G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 27; J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 38f Nr. 53. FO: SW-Ecke des Peristyls; I N 62. 111. Beschreibung: Linkes Teil einer Balustrade, H.: 0,075 m; B.: 0,46 m; litt.: 3,5 cm. Abb.: Kroh 104 fig. 55. Ü: Hanfmann; Lifshitz; Kroll. dvaveojoLS 'iTTTraoLOu \)i[o\)
Erneuerung durch Hippasios, S. d. ...
...
280
6. Lydien (Nr. 47-146)
Datum: Aus architektonischen Gründen kann diese Balustrade erst in eine re lativ späte Bauphase der Synagoge gehören (Kroll), was auch durch die Buch stabenformen nahegelegt whd. Robert, Sardes 54 A . 0: „Le verbe dvaveovv pour la restauration d'une mo nument est un terme courant ä l'epoque imperiale avancee et au Bas-empire."^*^' War die Einrichtung der Balustrade mit einer Renovierung verbunden oder bezieht sich die Stiftung des Hippasios hn Zuge der Renovierung nur auf diesen Teil der Balustrade? Zu Hippasios vgl. 94; 120. Sollte es sich um die selbe Person handeln, wäre der Vatersname'iTTTraaiou zu ergänzen.
120 Ein Gelübde des Hippasios Edd.: Robert, Sardes 53 A . 2; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 39 Nr. 54. FO: NO-Ecke des Peristyls; IN 62. 273. Beschreibung: Linkes Endstück eines Geländers. B.: 0,23 m; litt.: 3,5 cm. Abb.: Kroh 105 fig. 56. Ü: Kroll. eüxT] 'iTTluaoLOu ?
Gelübde des Hippasios... Datum: s. 119. Zum häufigen absoluten Gebrauch von eüxti s. Index s. v. Zur Ergänzung des Namengs vgl. 119.
121 Stiftung der Söhne des Marcus Ed.: J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 39 Nr. 55. cf G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 32. FO: SW-Ecke des Peristyls. Beschreibung: Linkes Endstück eines Geländers. B.: 0,46 m; litt.: 4,5 cm. Abb.: Kroh 106 fig. 57. Ü: Kroll. Vgl. SCI 22, 2003, 247f. mit weiteren Beispielen, e. g. LIFSHITZ 72 (zw. Jaffa u. Gaza): äveve[a)aev T Ö ... ] I A Tfj? K W V X L ? ; 80 (Salbit): dvevewOr) ToÜKTfipriv; 82 (Golgoi): dvevecoaav T Ö epyov; s. in Sardeis etwa SEG 36, 1097: Kai T O Ü T O T Ö epyov Tf|g d[XeL]TTTTipCas dvevecöOri; 1099 (MERKELBACH/STAUBER I 402 Nr. 04/02/04): dvavewOri ... aK0ÜTXa)a[Lv] ... aTpojae(Lg) Se T O Ü e8[d4)0u? ... ]1N S t x a T O Ü pouaLou Kai T W V dXX[wv.
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] ULWV MdpKOU [ ... der Söhne des Marcus... Datum: s. 119.
122 Stiftung des Samuel Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 39 Nr. 56. FO: SO-Ecke des Peristyls und in der Synagoge vor der Mitteltür. Beschreibung: Fragmente eines Geländers, linkes Ende. B.: 0,32 m; litt.: 5 cm. Abb.: Kroh 107 fig. 58. Ü: Kroll. ] Ke Ea[iüj[r)X ... ... und Samuel... Datum: s. 119. Zu ergänzen ist entweder ein zweiter Stifter oder ein zweiter Name Samu els ( ö ] Ke Za|j.a)[r|X); zu Doppelnamen s. 14 B, 20 (Komm.). Möglich wäre auch die Namensform Sa[i.ü)fis, cf 63.
123 Stiftung des gottesfiirchtigen Eutychianos Edd.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 39 Nr. 57. cf G.M.A. Hanfmarm, B A S O R 187, 1967, 32. FO: in der Synagoge an der Nordseite von Joch 4 und in der südlichen Vorhalle. Beschreibung: Fragmente eines Geländers, rechts gebrochen; B.: 0,82 m; litt.: 4-5 cm. Abb.: Kroh 108 flg. 59. Ü: Kroll. eüxT) EÜTuxhayolü GeoCaeßGÜs] Gelübde des gottesfirchtigen Eutychianos. Dattim: s. 119.
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KroU ergänzte EÜTUX[L8O]U,-^^^ aber E Ü J U X L Ö V Ö S ist immerhin Sardis VII 1, 94 belegt und auch sonst von Juden benutzt.^^^ Zu Geooeßri? s. p. 16ff. Wir können nicht sagen, ob Eutychianos Jude oder Heide war; zum absoluten Ge brauch von eüxri s. Index s. v.
124 Eine Stiftung Edd.: G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 32 (JLR Bull. 1968, 478); A.Th. Kraabel, in: B. Isaac/A. Oppenheimer, Studies on the Jewish Diaspora in the Hellenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 77; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 39 Nr. 58. FO: NO-Ecke des Peristyls; Südteil der Vorhalle. IN 62.275 + 63. 71. Beschreibung: Vollständiges Geländersegment. B.: 0,62 m; litt.: 3,5 cm ( Z . l ) , 3 c m (Z. 2). Abb.: KroU 109 fig. 60. Ü: Kroll. [eK T ] Ü ) V TfjS' TTpOVOLaS" SoiidTwv Ke TCÜV yovLKcov r)|icüv Kaiidrcov ' ... aus den Gaben der Vorsehung und den Mühen unserer Ehern . Datum: s. 119. Wenn es sich um ein vollständiges Geländerstück handelt, muß derselbe Stifter zumindest das vorhergehende, vielleicht aber auch das nachfolgende Stück gestiftet haben. Dort wird dann sein Name vermerkt gewesen sein. 2: f||jLCüv ist ein möglicher, aber wohl kein sicherer Hinweis auf mehr als ei nen Stifter, z. B. ein Brüderpaar. T. Rajak, in: M . Goodman (Hrsg.), Jews in a Graeco-Roman World, Oxford 1998, 238f diskutiert die Erwähnung dieser Kd(ittTOL neben den Gaben Gottes. „For a Jewish benefactor, there is apparently less difficulty about praising these distant characters than praising oneself" Die yovetg waren allerdings, wie schon JLR Bull. 1968, 478 hervorhoben, keine entfemten Vorfahren, sondem ganz präzise die Eltem - also Menschen, die der Gemeinde in ihren Mühen durchaus noch präsent waren, auch wenn sie
Regelgerecht wäre EOruxLSoug, aber die Angleichung an die zweite Deklination ist häufig, cf. C. BRIXHE, Essai sur le grec anatolien, Nancy 1987, 68; ein Redner aus Sardeis, Polybios, beklagte gerade diese Erscheinung als einen ßapßapia|iös, Anecdota Graeca III 230 BOISSONADE. Hier 14 B, 58; NOY II 235. Namen von der Wurzel EÜTUX- sind in Rom zwar häufig, aber ein EÜTuxL8r)s ist nicht dabei; vgl. auch hier den Index.
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anonym blieben. Der Stifter weist auf seine Erbschaft hin.^^ Die eigenen M ü hen werden häufiger erwähnt; Sardis VII 1, 189 (christlich, 5./6. Jh.): e ü x r ) ZoriTo[u] Kai
'louXLayoO biaKÖvißv
eKap-dTcov r\\i€TepMv;
SEG 48,
1889
(Umgebung von Askalon): e K T W V LSLWV Kandrcov ei|j[fi](l)ü)aay Tfjy irpooGfJKTiy T f i g e K X r i a i a s aiXr|s KTX.; 49, 1990 (Berytos): e^ eLSitüy K a j i d r c o y e ü x a p L O T w y ; vgl. Noy II 587: €K Twy LJSicoy Ka|j.d[Ta)y.^°^
125 Ein gottesfiirchtiger Stifier Edd.: Robert, Sardes 45; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 39 Nr. 59. FO: NO-Ecke des Peristyls; I N 62. 274. Beschreibung: Rechtes Ende eines Geländerstücks; B,: 0,19 m; litt.: 2,5-4 cm. Abb.: Kroh 110 fig. 61. Ü: Kroll. [eüxT] ... OJeoaeßoüssuppl. Kroll
Gelübde..., des gottesfirchtigen. Datum: s. 119. Zu Geoaeßris s. p. 16ff.
126 Eine Stiftung Edd.: J.S. Crawford, The Byzantine Shops at Sardis, Cambridge 1990, 99ff. (non inveni); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 40 Nr. 60. FO: Geschäft E 19. Beschreibung: Beidseitig gebrochenes Geländerstück. B.: 0,32 m; litt.: 2,5 cm. Abb.: Kroh I I I fig. 62.
Der Bau eines Grabes dirö Ttov e p ö v Kapdrcov in Eumeneia (Robert, Hellenica XI/XII 429ff.; vgl. e. g. die Grabinschrift L. GOUNAROPOULOU/M. HATZOPOULOU, Emypa^es KOTO) MaKeSovias P eTTLYpa<j>es Bepoia?, Athen 1998, 288 Nr. 273: yovev[aiv eJK [T&V] eavTÜv K[a]p[d]TüJv; MERKELBACH/STAUBER I V 393 Nr. 22/21/01 (Shaqqa/Syr.): CK o^erepov Kopdroio yccüTrovCris re p' eSeipev; 413 Nr. 22/38/99 (Bosana); 415 Nr. 22/40/01 (Orman); 425 Nr. 22/42/98f. (Bostra). Die Herausgeber überlegen, ob es sich um Weihung oder Grabinschrift handelt.
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Ü: Kroll. ... [leTCt] T f i s auvßLOu [
... mit der Frau... Datum: s. 119.
127 Ein Gelübde Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 40 Nr. 61. FO: Im östl. Teil der großen Halle. Beschreibung: Linkes Ende eines Geländerstücks; B.: 0,2 m; litt.: 4, 5 cm. Abb.: KroU 112 fig. 63. Ü: KroU.
Gelübde des... Datum: s. 119. Zum absoluten Gebrauch von eüxri, s. Index s. v.
128 Gelübde Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 40 Nr. 62. FO: Unbekannt. Beschreibung: Linkes Ende eines Geländerstücks. B.: 0,28 m; litt.: 4,5 cm. Abb.: KroU 112 fig. 64. Ü: KroU.
eüxLri Gelübde des... Datum: s. 119. Zum absoluten Gebrauch von eüxrj, s. Index s. v.
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Einrichtungsgegenstände der Synagoge (129-143) 129 Stiftung des Torahschreines Edd.: S. Fine (Hrsg.), Sacred Realm, Oxford 1996, 160 Nr. 21 (SEG 46, 2368); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 40f Nr. 63. cf Trebilco 51 Nr. 4. 12. FO: Ein Fragment zwischen Pfeiler S 2 u. S 3; das andere zwischen Pfeiler N 1 u. der Westwand. IN 63. 124 + 125. Beschreibung: Zwei verzierte Platten aus weißem Marmor, der Text in ei ner tabula ansata. Verzierung, Buchstaben, Zeilenlinien sind in leichtem Relief gearbeitet. Der niedriger stehende Untergrund trug rote Farbe. H.: 0,205 m; B.: 1,45 m; T.: 1,5 cm; litt.: 5 cm. Abb.: G . M . A . Hanfmann, Sardis from Prehistoric to Roman Times, Cam bridge 1983, flg. 275 (Rekonstruktionszeichnung); A.R. Seager, Sardis Guide 9 (1990) fig. 5 (Zeichnung); Fine 64 fig. 3. 13; Kroll 113 fig. 65 a^. Ü: Fine (Hrsg.) 160; Kroh. Kd|ie TO vo|j.o(t)uX[d]KLOv ö a ü -
T[6S'] Mep-VÖVLOs [üJTTep üyi^ag
[a]ÜT0Ü eaa[KOÜTX](jL)aev.
Auch mich, den Torahschrein, ließ derselbe Memnonios um seiner Gesundheit willen mit Marmor verkleiden. Datum: s. zu Z. 2. 1: Kd|ie: es gab also noch mindestens eine andere Stiftung des Memnonios in unmittelbarer Nähe. vo|j.oct)i)XdKLOv ist hier natürlich nicht das Amtslokal der uo|ioc})üXaKe? (PoUux 8, 102), und kann wohl auch nicht das Archiv der Gemeinde sein, son dem nur der Aufbewahmngsort des Gesetzes, also der Torahschrein (vgl. ßißXLOct)uXdKLOv^°^). Da der Schrein von sich in der 1. Person spricht, muß die Inschrift an ihm angebracht gewesen sein. Da 130 in etwa gleich gestaltet ist, vermutet Kroll, daß 129f an die beiden aediculae gehören. Einzig der FO spricht gegen diese Annahme. 2: ein Memnonios hatte sich als iraTTip Tfis TTÖXeojs um die Renovierung des „marble court" im Gymnasiumskomplex (vgl. p. 219) verdient gemacht (5./6. Jh.). Es ist wohl nur verführerisch, eine Verbindung anzunehmen. Zu ßLßXLO(})uXdKiov und seinem engen Verhältnis zur ßißXioGrJKri s. zuletzt A . JÖRDENS, Chiron 31, 2001, 45. MERKELBACH/STAUBER I 402 Nr. 04/02/04. Ich zitiere Auszüge des Textes, weil er Einblick in einen Renovierungsprozeß gibt, der etwa zeitgleich mit der dv-avecoatg der
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2f.: üj-rrep ü y i a g , also die Angabe des Grundes für ein Gelübde, gibt es in den Texten aus der Synagoge sonst nicht (130 wurde nur als Parallele zu 129 so ergänzt); andernorts fmden sich solche Weihungen, v. a. ü-rrep owTripLas, durchaus; vgl. 20, 1; Horbury/Noy 15; L. Rot-Gerson, The (jreek Inscriptions from the Synagogues m Eretz Israel (hebr.), Jerusalem 1987, 23ff Nr. 2f 3: Der Torahschrein muß also mit aKOÜTXcoaLs verziert gewesen sein, wo mit auch Einlegearbeiten gemeint sem können.
130 Stiftung der zweiten aedicula? Ed.: J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 41 Nr. 64. FO: In der Mitte von Joch 1, vor der Apsis. Beschreibung: Linke untere Ecke einer Platte, die ähnlich wie 129 gearbeitet ist. H.: 0,1 m; B.: 0,25 m; T.: 0,023 m; litt.: 5 cm. Abb.: Kroh 114 flg. 66. Ü: KroU.
[ ... ] [ ... ] ÜTTep [ ü y i a s , e ü x i i s , acjOTripLa? K T X .
... wegen... Daüim: vgl. 129. Bei symmetrischer Anbringung der tabula ansata muß die Inschrift aus drei Zeilen bestanden haben. Vgl. 129.
131 Eine liturgische Inschrift Edd.: G.M.A. Hanfinann, B A S O R 187,1967, 29 A . 26; id.. Letters from Sar dis, Cambridge 1972, 120 (Trebilco 51 Nr. 4. 11); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 41f Nr. 65. FO: Am südlichen Ende der Vorhalle; IN 63. 77. Synagoge gewesen sein dürfte: [ea{)|i]a p' exei rröGev epyov ...ATO y d l a [Scoplaros üliji]opö
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Beschreibung: Vohständige Marmortafel; Text in tabula ansata; in der Mitte der Unterseite ist ein Schlitz (6x1x2 cm), um ihre freie Aufstellung zu ermög lichen. Die Rückseite ist unbearbeitet; H.: 0,21 m; B.: 0,365 m; T.: 0,04 m; litt.: 4 cm. Abb.: Hanfinann, Letters 120 fig. 87; G . M . A . Hanfinann (Hrsg.), Sardis from Prehistoric to Roman Times, Cambridge, fig. 276; S. Fine (Hrsg.), Sacred Realm, Oxford 1996, 65 fig. 3.14; Kroh 114fig.67. Ü: BASOR; Hanfinann, Letters; Hanfinann, Sardis 171; 189; - Trebilco; Kroll. evpixiv K\doas dvd(f)üXa^ov Nachdem du (seil, das Buch) gefunden und aufgebrochen hast, lies und bewahre! Datum: Es gibt keinen externen Anhaltspunkt fiir em Datum, da die Tafel an kernen Baubefiind gebunden ist, also 4.-6. Jh. Zum Kontext vgl. Lk 4, 16f: eLafjXöev ... eis Tr|vCTuyaycoyf)^Kai dvearri d v a y v w v a L . Kai eireSöÖT) aÜTCo ßißXCov TOV TTpo(t)riTou 'Haaiou Kai dvaTTTÜ^as T Ö ßtßXiov evpev TOV TÖTTOV, oü fjv yeypa|i|ieyov Zum Aufl^rechen des Siegels eines Buches vgl. L X X Is 19, l l f ; Apk 5, Iff; zur Leseaufforderung L X X Jer 11, 6. „finden und lesen" z. B. bei Apk 10, 8, und Augustinus, in Psalm. 66, 3, 79 spricht von invenire librum, aperire et legere?^^ Eine Synagoge wurde gebaut eis dvä-yvijsoiv yöjiou K a i 8i8axT]v evToXGiV (CIJ II 1404, Jerusalem). Daß auf das Lesen auch die Beachtung folgt, ist eigentlich selbstverständlich, aber s. z. B. L X X Jer 43, 20; Lk 18, 21. Angesichts des Inhalts und der Parallelen wird man glauben dürfen, daß sich dieser Text auf die Verkündigung und Aufiiahme der Torah bezieht, also in hgendeiner Beziehung zum Torahschrein oder zu einem Lesepult („eagletable"?) stand.
132 Aur. Hermogenes stiftet eine Menorah Edd.: Trebilco 252 A . 60 (nach Mitteilung von Kroll); A.Th. Kraabel, in: B. Isaac/A. Oppenheimer, Studies on the Jewish Diaspora in the Hellenistic and
Ausführlich zur Interpretation VERF., FS LIPPOLD, Würzburg 1993, 495ff Parallelen aus Jos. zu „finden und lesen" bei VERF. ( A . 209) 501 A . 34.
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Roman Periods, Tel Aviv 1996, 77; S. Fine (Hrsg.), Sacred Realm, Oxford 1996, 160 Nr. 22 (SEG 46, 1518); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 42 Nr. 66. cf. G. Mitten, B A S O R 174, 1967, 38; G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 27. FO: In der SW-Ecke der Synagoge; IN 63. 48; 49; jetzt im Museum von Manisa, H. Malay, Greek and Latin Inscriptions in the Manisa Museum, Wien 1994, 78 Nr. 200. Beschreibung: Zwei Tafeln eines Formats, für das es in Sardeis keine Parallele gibt, weshalb angenommen wird, daß sie am Ständer der Menorah befestigt waren. Tafel 1 geht bis Z. 10, Taf. 2 ist unten bebrochen, obwohl der Text vollständig ist. H.: 0,57 m; B.: 0,205 m; T.: 0,0134 m; litt.: 3 cm. Abb.: Fine (Hrsg.) 54 fig. 3.4; KroU 115 fig. 68. Ü: P. Trebilco, in: A . Lewin (Hrsg.), Gli ebrei neU'impero romano, Florenz 2001, 175; Kroll.
5
Aüp. 'EpiioyeVT\s Sap8. Beoaeßf]s eK T w y Tfl9 -rrpovoLQ?
eü^d|ieV0£
10
TO e -
TTTaflÜ-
^Loy eTTOLTiaa
Ich, Aur. Hermogenes, Bürger von Sardeis, gottesfürchtig, ließ nach Ablegung eines Gelübdes aus den (Gaben) der Vorsehung die Menorah machen. Datum: Es gibt keinen externen Anhaltspunkt für em Datum, da die Tafeln an keinen Baubefund gebunden sind, also 4.-6. Jh. Iff: ein Aur. Hermogenes auch in 98; da der Name aber nicht selten ist (98, 1 [Komm.]) und in 98 die Qualifikation Beoaeßfis fehlt, während hier die in 98 genannten Attribute fehlen, ist Kroll von der Identität der Stifter nicht überzeugt (anders Rajak 450 A . 13). 4: ZuOeoaeßri? s. p. 16ff. 9ff.: Vgl. [Ta]s 8Ü0 eTTTajiüxous in 219 (Side), und zur Wortbildung s. IDelos 1417 A I 59; 71f: Xüxyoy iiiKpöy |ioy[ö|i]u^[oy Xüxy[ou9 ... ]ovs KeKoXoßa)|ieyous TpLjiü^oug 8üo- dXXous [|ioy]o[[i]ü^ou9 8üo.
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133 Stiftung des Aur. Symeonios Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 42f. Nr. 67. FO: Ein Fragment wurde vor Pfeiler N 2 in der Mitte der Synagoge gefim den; ansonsten sind die FO der Fragmente unbekannt. Beschreibung: Eine Tafel; H.: 0,3 m; B. (rekonstruiert): 0,7 m; litt.: 6,5 cm. Abb.: Kroh 116 fig. 69. Ü: Kroll. Aü[p. S u ] | i e ö v L O S
Zap8La[yös],
ßouX., iierd Tf\s [au|ißLo]u T O KON eü^d|ievo? [eiroLriaa]
AIA[...]
Ich, Aur. Symeonios, Bürger von Sardeis, Ratsherr, ließ zusammen mit meiner Frau das... nach Ablegung eines Gelübdes machen. Datum: 4. - 6. Jh., da das Fragment mit keinem Baubefund zu verbinden ist. 1: Ableitung von Suiiewu in der bekarmten spätantiken Form der Namensbhdung, zu der Kroh e. g. M A M A III p. 233 (Index) zitiert; zu ZujjLewv vgl. 14 B, 33 (Komm.). 2f.: Kroll überlegt 8L'"a^[K0VL]KÖv, was sich dann nur auf die Kammer süd lich der Apsis beziehen könnte;^'' ein jüdischer 8 L d K o y o s m 226 (?); Lifshitz 40 (Apameia). Gegen eine solche Ergänzung sprechen die - zugegeben geringe - Änderung direkt neben der Lücke und die zu postulierende Länge für Z . 2. Außerdem fordert selbst die Existenz emes 8 L d K o v o s " unmer noch nicht not wendig das aus christlichen Kirchen bekannte 8 L a K o v i K Ö v . Es ist also unklar, was gestiftet wurde. 3: hier muß je nach der Ergänzung in 2f. ergänzt werden.
134 Stiftung des Zenon Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 43f. Nr. 68. FO: Ein Fragment in der Mitte von Joch 1, das andere in der Mitte von Joch 2. Beschreibung: Einzelne Tafel, deren Bruchstücke nicht aneinander passen. Maßangaben fiir das untere Frg.: H.: 0,113 m; B.: 0,21 m; litt.: 5,5 cm. Abb.: Kroh 117 fig. 70. Ü: Kroll.
^" Zum SLaKOVLKÖv vgl. R. Krautheimer, Early Christian and Byzantine Architecture, Baltimore 1965, 360.
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Zr\[v(j)v]
d-rreSwKa
Ich, Zenon,
erfüllte das Gelübde.
Datum: 4. - 6. Jh., da die Fragmente mit keinem Baubefund verbunden sind. „The superb lettering and the S q u a r e or elongated proportions of the plaque indicate that it was probably attached to one of the fumishings that were clustered at the middle of the western end of the Main Hall" (Kroll). 1: ein anderer, von Zeus abgeleiteter Name ist auch möglich; cf. 14, B 33 (Komm.).
2: zwischen den beiden Fragmenten fehlt eine unbekaimte Zahl von Zeilen.
135 Sokrates stiftet eine Menorah Edd.: D.G. Mitten, B A S O R 174, 1964, 38; G . M . A . Hanfmann/N.H. Ramage, Sculpture from Sardis, Cambridge 1978, 152; J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 44 Nr. 69. FO: Zwischen Pfeiler S 2 u. S 3; zwischen Pfeiler N 4 u. N 5 wurde das be schriebene Mittelstück gefunden. IN 63.130; S 63.50. Beschreibung: Große Fragmente emer monumentalen Menorah aus Mar mor, die bei Hanfmann/ Ramage 151f. Nr. 226 ausführlich beschrieben ist. Die Inschrift befand sich auf der waagrechten Verstrebung unter den Lampenhaltem. H. (erhalten): 0,565 m; (der Verstrebung): 0,07 m; B. (msges., rekon struiert): 1 m; T.: 0,065 m; litt.: 3,2 cm. Abb.: Mitten 37 fig. 20; id., The Ancient Synagogue of Sardis, N e w York 1965, fig. 11; Hanfinann/Ramage fig. 391-3; Hanfinann (Hrsg.), Sardis from Prehistoric to Roman Times, Cambridge 1983, fig. 268; A.R. Seager, Sardis Guide 9 (1990) fig. 9; S. Fine, (Hrsg.), The Sacred Reahn, N e w York 1996, 43 Taf. 10; R. Hachlih, Ancient Jewish Art and Archaeology in the Diaspora, Leiden 1998, pl. V I I ^ a; b u. 319 fig. VII-7 g; 321 fig. VII-8 (Rekonstruktionszeichnimgen); Kroll 118 fig. 71; R. Hachlili, The Menorah, Leiden 2001, 57 fig. II 12; 77fig.II 22; Taf. 8, II 7 a u. b. Ü: Williams 25 I 93; Kroh. A
B
ZcOKpdTTlS [ ... TO]0 OLKOU [ ... ]
[ ...
... y]Xücj)0u
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G.M.A. Hanfinann, in: Papers o f the 4th World Congress of Jewish Studies, Jerusalem 1967, I 40 ergänzte: ürrep eüxfjs ZcoKpdrou? XLOoyXüclJou.
Sokrates ... des Hauses
des Bildhauers...
Datum: kaum vor der letzten Phase der Synagoge. Seite A trägt die Stifterinschrift, Seite B vielleicht die Signatur des Bild hauers; es gibt keinen Grund einen durchgehenden Text anzunehmen und in Sokrates auch den Bildhauer zu sehen: selbst wenn y]Xü(|)Ou der Rest der Be rufsbezeichnung sein sollte, ist damit noch nicht gesagt, daß der Stifter auch der Ausführende war.^'^ Ob die Menorah in Sardeis oder anderswo hergestelh wurde, nach eigenem Entwurf oder nach einer Vorlage, läßt sich z. Zt. nicht sagen.^'^ Sokrates kommt als Name in Sardis VII 1, 22, 91; 122 (jeweüs dieselbe Person); 60 vor. Zu OLKO? für die Synagoge s. 36, 2f. (Komm.). Zur Nennimg des Berufes vgl. e. g. SEG 47, 2022 (Palästina): e p y ( o v ) OXeTrL(o)u y(XÜTTTou).
136 Stiftung des Aur. Basileides Edd.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 44 Nr. 70. cf. G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 32 (Trebilco 48 Nr. 4. 6). FO: NO-Ecke von Pfeiler S 2. Beschreibung: Basis, die in der Mitte der Standfläche noch ein Dübelloch zeigt, mit dem das gestiftete Objekt befestigt werden konnte. H.: 0,45 m; B.: 0,24 m; T.: 0,20 m; litt.: 2,5 cm. Abb.: G . M . A . Hanfmann, Sardis from Prehistoric to Roman Times, Cam bridge 1983, flg. 272; Kroh 119 fig. 72. Ü: Williams 97IV 40; Kroll. Aüp. BaatXetSris" dTTÖ e-
5
TTirpöTTWV
^'^ Es gibt m. E. auch keinen Grund, mit RAJAK 449 A . 11 daran zu zweifeln, daß So krates Jude war. ^'^ HACHLILI ( A . 86) 56; 25 I f vergleicht zwei Menoroth aus Israel und überlegt Herkunft aus derselben Werkstatt, wo auch immer diese anzusiedehi ist, oder Vorlage aus einem Musterbuch. Mir scheinen die Ähnlichkeiten nicht hinreichend für so weitreichende Schlüsse.
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Aur. Basileides, ehemaliger Procurator. Datum: 4. - 6. Jh., da die Basis mit keinem Baubefund zu verbinden ist. Solhe der Stifter Jude sein, so müßte man wohl an das 4. Jh. denken. 4ff.: Die eTiLTpoiroL standen in kaiserlichen Diensten; wahrscheinlich war Aur. Basileides für Steuern und die Verwaltung kaiserlichen Landbesitzes zu ständig; s. e. g. Jones, Later Roman Empire 615f.; 790f.; A . Demandt, Die Spätantike, München 1989, 238; 240.
137 Fragment einer Basis? Ed.: J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 45 Nr. 71. FO: Mitte von Joch 2. Beschreibung: Linke Ecke eines Marmorblocks, dessen ursprgl. Kante nur links erhalten ist; die Rückseite war nicht bearbeitet oder ist ebenfalls be brochen. H.: 0,4 m; B.: 0,24 m; T.: 0,1 m; litt.: 4,3 cm. Abb.: Kroh 120 flg. 73. Ü: Kroll. M[ Eni[ A1NA[ TinT[ 5
KÜ(pLe) ß[of|0L]
... Herr, hilf! ... Datum: nach der Schriftform unter den frühesten Inschriften der Synagoge (Kroll).
138 Gelübde des Aurelius... Edd.: S. Fine (Hrsg.), Sacred Reahn, Oxford 1996, 160f Nr. 23 (SEG 46, 1518); L H . Kroll, HThR 94. 2001, 45 Nr. 72. FO: Fragmente im Südteil des Peristyls, am Südende der Vorhalle, am Ost ende des Peristyls, neben dem Haupteingang der Vorhalle. Sardes I N 63, 67; 15; 20. Beschreibung: Drei Fragmente, vielleicht eines Türrahmens, jedenfalls eines architektonischen Abschlusses. Links vom Text Menoreih u. Ethrog (?), viel leicht links von der Menorah noch Lulab oder Shofar. Am rechten Ende der In-
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Schrift ein geöfftieter Torah-Schrein, in dem drei Rohes sichtbar sind. H.: 0,12 m; B. (rekonstruiert): zwischen 1 u. 2 m; T.: 0,23 m; litt.: 4 cm. Cf. R. Hachli li, The Menorah, Leiden 2001, 360 D 6. 2. Abb.: Fine (Hrsg.) 66 fig. 3.15; Kroll 121 fig. 74. Ü: Kroll. eüxr) Ai)[p. ... Itapou [ ... ] I N Gelübde des Aurelius... iaros ... Datum: 4. - 6. Jh., da es keine architektonischen Anhaltspunkte zur Datierung gibt. Zum absoluten Gebrauch von eüxri vgl. den Index s. v.
139 Stiftung Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 45f Nr. 73. FO: Im S W des Peristyls, vor der südlichen Säulenreihe. Beschreibung: Zwei rechts und links bebrochene Fragmete einer Plinthe, die seitlich beschrieben war. H.: 0,09 m; B.: 0,42 m + 0,48 m; T.: 0,32 m; litt.: 5 cm. Abb.: Kroh 122 fig. 75. Ü: Kroll. ... ] ÜTTep T e K e [ a ) v . . . Jcov r e
Kai dySlpös" ...
... wegen der Eltern ... und des Mannes Datum: 4.-6. Jh. ÜTTep T e Ke [GuyaTepJwv T e KQL d v 8 [ p c o v ... (Kroh) scheint mh unbefiiedigend zu sein, weil einmal K e , einmal Kai gesetzt ist (besser wäre deinn noch Ke [yuyaLKjcjv); ö TCKtov für den Vater ist wenigstens in der Dichtung bezeugt, und möglicherweise handeh es sich auch um ein metrisches Fragment.Ist die Ergänzung richtig, so hätten wir hier die erste Weihung, die von einer Frau allein vorgenommen wurde.
140 Eine Stiftung Ed.: J.H. Kroh, HThR 94, 2001, 46 Nr. 74. FO: Joch 6, vor der südlichen Tür.
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Beschreibung: VieUeicht Teil eines Türrahmens, jedenfalls eines architekto nischen Abschlusses; rechts, links, hinten bebrochen. Abb.: KroU 123 flg. 76. Ü: Kroll. ...]MITHN 6 a[ÜTÖ? ...? ... derselbe... Datum: 4.-6. Jh.
141 Ein Ältester Ed.: J.H. KroU, HThR 94, 2001, 46 Nr. 75. FO: Vorhalle. Beschreibung: Blauer Granit, an allen Seiten bebrochen, nur nicht auf der Schriftseite. Auf der Schriftseite Reste von Zement: also ein Weihgeschenk o. ä., das später sekundär verwendet wurde. Abb.: KroU 124 fig. 77. Ü: KroU. ] TTpeaß(ÜTepog)
... Ältester... Datum: 4.-6. Jh. Zum Titel s. 5, 1 (Komm.); zur Verwendung hier s. 118 (Komm.).
142 Ein Medaillon Edd.: G . M . A . Hanfmann, B A S O R 187, 1967, 18 A . 23 a ( Z . 8f; JLR Bull. 1968, 478; Trebilco 51 Nr. 4. 13); J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 46f Nr. 76. FO: Apsis und in der Mitte von Joch 2. IN 63. 43. Beschreibung: „May have formed part of the decoration of the first pair of piers west of the apse" (Hanfmarm). Fünf aneinander passende Fragmente ei nes marmornen Medaillons (a); unterhalb der Inschrift befmdet sich eine M e norah in einem Kreis. H. (erhalten): 0,53 m; B. (erhalten): 0,71 m; T.: 0,07 m; Durchmesser des MedaiUons: 0,38 m; litt.: 2,5 cm. Ein sechstes Fragment paßt an keiner Stelle an (b). Auf der Rückseite des Medaillons ein Dübelloch zur Wandbefestigung. Vgl. 143.
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Abb.: G . M . A . Hanfinann, Sardis from Prehistoric to Roman Times, Cam bridge 1983, fig. 277 (Z. 5ff.); R. Hachlili, Ancient Jewish Art and Archaeo logy in the Diaspora, Leiden 1998, VII 5 ( Z . 5ff.); ead., The Menorah, Leiden 2001, Taf. 29 II 44 (Z. 5ff; cf ead. 360 D. 6. 3); Kroll 125 fig. 78. Ü: Kroll. a)
[ ... ]ÜNT[ ... ] [..]0
TOV
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[..Jcjv Kai [
5
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IN
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[.. [
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... ] e ü X o y i a
T[..].
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TOÜ[T]CI)
b)
]0X[
]AQP[ ]A[ 4: [Kvpl]ov ßolriGoü ? ...]N „witii the Lord's help ( ? ) " (Kroll) ist angesichts von Z. 8 kaum richtig; 7: eüXoyia TT[daiv?
(ab Z. 6):... dies Werk... Segen... Herr, hilf diesem Haus. Datum: 4.-6. Jh. 6: e p y o v kann auch ein Mosaik bezeichnen, doch ist das bei dieser Anbrin gung wenig wahrscheinlich. Da das sonst übliche „Gebäude" auch unmöglich ist, haben wir keinen Anhaltspunkt, worauf sich die Inschrift des Medaillons bezieht - kaum jedenfalls auf das Medaillon selbst. 7: z u e ü X o y L a s. 13, 5f (Konmi.). 8: Trebilco 210 A. 51 notiert jüdische Parallelen zu KÜPL[e ßolfjOL. 0 L K 0 9 steht ftir die ganze Synagoge, wie J. u. L. Robert beobachteten: „II s'agit ici, ä notre avis, de l'edifice tout entier, comme dans les inscriptions chretiennes avec la meme formule." Vgl. 36, 2f. (Komm.).
143 Ein Medaillon Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 47 Nr. 77. FO: Mitte von Joch 2.
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Beschreibung: Vier aneinanderpassende Fragmente eines MedaiUons wie 142. H. (erhalten): 0,47 m; B. (erhalten): 0,56 m; T.: 0,055 m; litt.: 2,5 cm. Durchmesser des MedaUlons: ca. 0,38 m. Abb.: KroU 126 fig. 79. Ü: Kroll. [ ... ] T O T [ ... ] T [ ... ] [ ... ] 5
[ ... T Ö e p y o j y T O [Ü]TO
... dieses Werk. Datum: 4.-6. Jh. 5f: cf 142, 6.
1 4 4 Ein Graffito Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 47 Nr. 78. FO: Graffito auf dem Marmorboden des Peristyls, ca. 2 m östl. des Brun nens. Beschreibung: Kreis, in acht Teile geteih, m jedem Teil ein Buchstabe. Durchmesser: 0,46 m; litt.: 3 cm. Abb.: KroU 127 fig. 80. Ü: Kroll. eüxr)
MAUA
Gelübde... Datum: 4.-6. Jh. Zum absoluten Gebrauch von e\)yj\ s. Index s. v. Kroll sieht in M A U A den wegen schlechter Ausführung und Abriebs schwer lesbaren Namen des Stifters. Kann es sich um eine Abkürzung mehre-
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rer Wörter oder des Namens handeln?^'"* Eine Stiftung war mit diesem Graffito kaum verbunden, aber vielleicht die Erinnerung an ein Gelübde.
145 Ein Graffito Ed.: J.H. Kroll, HThR 94, 2001, 47 Nr. 79. FO/Beschreibung: Auf einer der Säulen des Peristyls; litt.:2-3 cm.
KlAIAA
Datum: 4.-6. Jh.
Thyateira Aus der Apostelgeschichte wissen wir, daß es in Thyateira den Kult des Geös uil^LOTog gab.^^^ Eine Passage der Apokalypse ist ganz unklar,^'^ wurde aber manchmal als Beleg für eine jüdische Gemeinde in der Stadt beansprucht.^
146 Das Grab des Fabius Zosimos Edd.: P. Ricaut, The Present State of the Greek and Armenian Churches, London 1679, 75; Th. Smith, Septem Asiae Ecclesiarum et
Constantinopoleos
NOY per litt, überlegte: M(arcus) A(urelius) Paß, doch ist das angesichts der anderen Namen in der Synagoge schwierig. Der Anfang, eüxri, macht m. E. sicher, daß der Graffito in die Phase IV des Baues gehört, in der ja auch erst der Bodenbelag verlegt wurde. ^'^ Apg 16, 13f£ missioniert Paulus in Philippi (Makedonien): rfi r e rjpepg T&V oaßßdrcov e^riXGopev e^co Tf\s TruXfjs' rrapd rrorapöv ou evopiCopev rrpooeuxHi^ elvai, KOL KaQioavTes eXaXov\iev xdl? oweXdovaaig ywai^'iv. (14) Kai TL? yvvr\ övöpaTL Au8ia, TTop
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Notitia, Utrecht ^1694, 18 (Muratori, Novus thesaurus veterum inscriptio num, Mailand 1739/42, I 320 Nr. 2; IV p. 2052, 1); J. Spon/G. Wheler, Voyage d'Italie, de Dalmatie, de Grece et du Levant, Amsterdam 1679, 398; E. ChishuU, Travels in Turkey, London 1747, 53; Ch. de Peyssonnel, Observa tions historiques et geographiques ... suivies d'un voyage fait ä Magnesie, ä Thyatire, ä Sardes Paris 1765, 277; O.F. v. Richter, Wallfahrten im Mor genlande, Berlin 1822, 580 Nr. xxxvüi (J.V. Francke, Griechische und lateini sche Inschriften, Berlin 1830, 289ff.); J.K. Bailie, Fasciculus Inscriptionum Graecarum, quas apud sedes apocalypticas chartis mandatas ... edidit, London 1842, 67 Nr. XVf. Nach diesen u. a. Vorgängem und Abschriften von v. d. Vecht, H. v. d. Horst, A . V Prokesch-Osten: CIG 3509 (de Clerc/Zakas, F l e p l TQV rf\<s TTÖX e w ? @vaT€ip(iiv r r p a y i i a T e L a eTrLypacj)LKr), Athen 1900, 132 Nr. 31; IGR I V 1281; Oehler 297f. Nr. 60; CIJ II 752); T A M V 2, 1142 (P.W. v. d. Horst, Ancient Jewish Epitaphs, Kampen 1991, 150f. Nr. VII). cf. Krauss 231 Nr. 61; V . Tcherikover: ScrHier 1, 1954, 83f. Nr. 4. FO: Akhisar; 1984 von Herrmann am Krankenhaus gesehen. Eine von Keil/ Premerstein angefertigte Durchschrift befindet sich in Wien. Beschreibung: Marmorsarkophag, ohne Verzierungen. H.: 1,22 m; B.: 2,59 m; T.: 1,22 m; litt.: 2,5 cm. Abb.: T A M Taf. X I V (hnke Hälfte). Ü: Muratori; Frey; v. d. Horst; D.R. Edwards, Religion and Power, N e w York 1996,133; Williams 175 VII 47. O d ß i o s " ZtOCTLiios' K t t T a a K e u d a a s oopöv e O e r o e m TÖTTOU K a O a p o u , ÖVTOS" i r p ö Tfjs TTÖXews, r r p ö g T W a a i i ß a O e i w , e v TC^
XaXbaiov
rrepi-
ßöXwL, r r a p d T f ] v S r n i o a i a v ö 8 ö v , eauTOJi e<|)' w T€dr\, Kai
Tf\i
yXuKUTdTT]L a Ü T o O yuvaiKL A ü p r i X t a ITovTiavfJL, jiriSevös" e x o v T o g eTepou e ^ o u a i a v G e t v a i T L v a e i s TTJV a o p ö v TaÜTT]v. bg 8' d v ToX|j.f)aTi f] rroiriaTi r r a p d T a u T a , 8coaeL eig
| i e v TT^V rröXiv TTJV O u a T r i p e L V w v
dpyupLou 8TivdpLa xelXta TrevTaKÖoia, eig
be T Ö lepcoTaTov
T a i i e t o v 8rivdpLa SLaxelXta TrevTaKÖaia, y e i v ö | i e v o s
ÜTreüöuvog
e^coöev 5 8ÜÜ)
T f i s Tuiißwpuxlas- vöjicau TaÜTT]? T f i ? erriypacj^fi? eypd(j)T] d r r X d
(Sv TO e T e p o v eTeOri eig TO dpxeiov. e y e v e T O e v Tfi
XaiirrpoTdTT) 6uaTeLpT]vdjv TröXet dvOurrdTwi
KaTLXXiwt 2eßr|pwL iiTivö?
A ü 8 v a L o u TpLaKaL8eKdTri ürrö MrivöcjJiXov
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8riiiöaLov.
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„Lectio nusquam incerta; qua re priorum varietates repetere supersedeo (habes apud Böckh)" Herrmann.
Fabius Zosimos ließ den Sarkophag machen und ihn an einem reinen Platz aufstellen, vor der Stadt, beim Sambatheion, im Grundstück des Chaldäers, an der öffentlichen Straße, für sich, daß er hineingelegt werde, undfür seine süße ste Frau Aurelia Pontiane, und kein anderer hat das Recht, (sonst) jemanden in diesen Sarkophag zu legen. Wer es aber wagen oder dagegen handeln soll te, der wird der Stadt Thyateira an Geld 1.500 Denare und dem heiligsten fis cus 2.500 Denare geben, und außerdem soll er sich noch wegen des Gesetzes gegen Grabfrevel verantworten müssen. Von dieser Inschrift wurden zwei Ex emplare geschrieben, von denen das eine im Archiv deponiert wurde. Gesche hen in Thyateira, der glänzendsten Stadt, unter dem proconsul Catillius Seve rus, am 13. Audnaios, unter Menophilos, S. d. lulianus, Notar. Datum: der Text wird Z. 5f. nach dem Proconsul Catillius Sevems datiert. A m ehesten in Frage kommen PIR C 556/7 (eine Person?) aus der Severerzeit; al lerdings fmdet Halfinann in IK 14, 1145, 6 (Ephesos, 124 n. Chr.) mög licherweise Catilius Severus als Sohn eines consularis?^' Zwischen 220 imd 239 wechselt der Titel der Stadt von r\ XaiiTTpordTii 6uaTepT]ya)y rröXts- (wie hier 6 f ) zu f| X a i i r r p o r d T r i KÜL iie-ytaxT] © . TT., S. T A M V 2, 871 f Die Inschrift ist hier aufgenommen, weil Z. 1 vielleicht ein jüdisches Ge bäude genannt wird (TTpög T W o a i i ß a G e i w ) , s. den Kommentar. 1: TÖTTOs KaÖapög wird von Böckh wohl richtig als „freier Platz" ver standen, ohne daß kultische Reinheit gemeint sein müßte.^'^ If: Die ausfuhrliche Ortsangabe gilt nicht dem Leser der Inschrift, sondem ist fiir die Kopie im Archiv bestimmt, die den städtischen Beamten eine Über prüfung erleichtem soll. Die Angaben werden immer präziser: vor der Stadt, in der Nähe des Sambatheions; „'in the precincts of Khaldaios' indicates the very plot of land on which the sarcophagus was bullt; 'on the public road' marks the special site of the plot chosen obviously in order that the sarcophagus should be Seen by the passers by."^'^°
^'^ H. HALFMANN, Die Senatoren aus dem östlichen Teil des Imperium Romaniun, Göt tingen 1979, 133; cf. noch P.M. LEUNISSEN, Konsuln und Konsulare in der Zeit von Commodus bis Severus Alexander, Amsterdam 1989, 319. Vgl. IK 23 (Smyma) 234: dyopdaa? TÖTrov rrepLoiKoSopripevov Toixoig I|^LXÖV, KaGapöv; 245: dyopdaa? TTIV Kopdpav Ka9apdv; 250: dyopdaag TÖTTOV KaOapöv Zur Inter pretation s. J. KUBINSKA, Les monuments funeraires dans les inscriptions grecques de l'Asie mineure, Warschau 1968, 132. CPJ III p. 46 A . 4; vgl. schon vorher V . TCHERIKOVER, ScrHier 1, 1954, 83f Diese Interpretation trennt die häufig angenommene Verbindung von aapßaOeiov und rrepCßoXog. Sie macht damit Überlegungen wie die von KRAUSS 26 unnötig, der in Chaldäem eine ande-
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TreptßoXos als umzäuntes Grundstück, s. e. g. T A M V 2, 828 C (Attaleia): TeGT^aerai T Ö eXeov CK TrpoaöSwv E ü ß o ü X o u ... eig
TTepißöXou
TOU d y o p a a O e v T o s
Trapd
Bdcraoy.
r r p ö s Tü) aanßa0eL(p: An der Interpretation dieser Phrase hängt die Auf nahme des Textes unter die jüdischen Inschriften.^^' Hier kann entweder ein c r a ß ß a T e X o y , i. e. eine Synagoge (Jos. AJ 16, 164; die syr. Belege bei Krauss 25), oder em Heiligtum der chaldaeischen Sibylle Sambathe verstanden wer den. In jedem Fall handelt es sich aber einfach um eine Ortsangabe,^^^ die über die Religion des Zosimos nichts aussagt.
Für die Verbmdung mh der Sibylle sprachen sich u. a. Böckh und E. Schü rer, Geschichte des jüdischen Volkes im Zeitalter Jesu Christi, Leipzig 1909, II'* 518; III^ 562 aus,^'^"' wobei Schürer hervorhebt, daß es sich auf kernen Fall um eine orthodoxe Synagoge gehandelt haben könne, da sie in der Nähe von Gräbern stehe.^'^'* Gegen die Verbindung mit der Sibylle argumentierte als er ster Krauss 25f.;^^^ und im folgenden wurde darauf hingevsdesen, daß das Sam batheion vor dem Grab des Zosimos an Ort und Stelle gewesen sei, die Nähe zum Grab also von der Gemeinde dieses Gebäudes nicht gesucht worden sei.226
Eine hebräische Sibylle Sabbe wird zuerst bei Paus. 10, 12, 9 (Stem II 198 Nr. 360) erwähnt, der aber vielleicht von Alexander Polyhistor abhängt (FGrHist 273 F 79); später wird der Name Sambethe auch für sie gebraucht'^^^ - ein Name, der aber vielleicht noch früher der chaldaeischen (babylonischen)
re Bezeichnung für Juden sieht. Chaldaios ist sonst allerdings in der Gegend nicht als P N be legt - aber mit der Schwierigkeit muß jede Erklärung kämpfen. JUSTER I 190 A . 14 hält jüdischen Ursprung für zweifelhaft; anders entschieden OEH LER u. FREY; A.R.R. SHEPPARD, Talanta 12/3, 1980/1, 82f A . 26: „does not seem to offer clear evidence for Judaism as opposed to other Semitic influences". Eine vergleichbare Ortsangabe haben wir in NOY II 602: de agger a proseucha. S. schon ID., in: Theol. Abhandlungen C. V. WEIZSÄCKER gewidmet, Freiburg 1892,52f So auch KRAABEL ( A . 14) 162; SCHÜRER III 1, 19; P.W. VAN DER HORST, Ancient Jewish Epitaphs, Kampen 1991, 151. SCHÜRER III 1, 19: „The notion that such a building might be a sanctuary of the Chaldaean Sybil Sambethe mentioned in the Sibylline Oracles has been adequately refuted by S. KRAUSS". Zum leichten Übergang von -bb- zu -mb- s. SCHÜRER III 1, 625f (nach W . SCHULZE, Kleine Schriften, Göttingen 1934, 28Iff., bes. 290ff.). Für eine Synagoge z. B . noch: M . HENGEL/A.M. SCHWEMER, Paulus zwischen Damaskus und Antiochien, Tübin gen 1999, 253; LEVINE 107; T. RAJAK, in: J.R. BARTLETT (Hrsg.), Jews in the Hellenistic and Roman Cities, London 2002, 29; E.J. SCHNABEL, Urchristliche Mission, Wuppertal 2002, 808. TCHERIKOVER, CPJ III p. 46, ihm folgend TREBILCO 198 A . 65. Theosophia Sibyllarum p. 59 ERBSE: TTpcüxri ouv T\ XaXSaia e i r ' ow r\ ITepals r\ Kupio) ö v ö p a T i KaXoupevri ^apßrjOri €K TOÜ yivovg TOÜ paKaptwTdTOu Nwe. - All gemein hierzu SCHÜRER III 1, 618ff
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Sibylle zustand.^^^ Ihr Zusammenhang mit dem Sabbat wird darin gelegen ha ben, daß man von ihr sagte, sie habe die Feier des Sabbats verkündet."^^^ Die Si bylle Sambethe ist möglicherweise auch - wie die erythraeische Sibylle - als Gottheit verehrt worden (s. H.C. Youtie, Scriptiunculae I, Amsterdam 1973, 471), und mit ihr kann die ovvodos ZaiißaBiKri (Horbury/Noy 26 [Naukrads]) ebenso zusammenhängen wie der Gott ZaiißaGiKÖg ( T A M V 1, 225; 355)^^^ und vielleicht die ZaßßaTLOTat (OGIS 573, Kilikien).^^' Hier eröffnet sich ein Weg für Nicht-Juden, an diesem Aspekt des jüdischen Lebens teilzu nehmen, weitere Geltung für die Orakel dieser Sibylle zu erreichen, den Perso nennamen Sambathion weit in nicht-jüdische Kreise hineinzutragen (CPJ III p. 43ff.). Während wir hier also nicht notwendig eine Synagoge vor uns haben, scheint jüdischer Einfluß in der Gemeinde, wenn auch in vielleicht vager Form, nicht ausgeschlossen zu sein.^^^ 4: e^coGev: „außerdem", Wilhehn, Abhandlungen u. Beiti-äge III 647; JLR BuU. 1954, 24 p. 103; Robert, Hellenica XIII 205; E. Gemer, ZSStR 61, 1941, 243ff. 5: Tfjs' T U j i ß w p u x L o t s vö(j.cp, vgl. 174 (Akmonia): BrJCTeL T W leptordTW r a |iLw dTTLKds: ,a Ke oüSev
eXaTTov e a r a t
T W rfis' Tup.ßwpuxias' evKXri-
|iaTL ÜTreuGuvos-; ansonsten e. g. J. Merkel, Festgabe d. Göttinger Juristenfa kultät f. R. V. Ihermg, Göttingen 1892, 113f.; Gemer, RE VII A 2, 1735ff.2" Schol. Plat. Phaidr. 244 B (STERN III 62 Nr. 571): ZCßuXXai \ikv yeyömai SCKO, (hv rrpcüxri övo|ia 2a|j.ßii9r|. XaXSaiav ^aoiv aürriv ol rraXaiol Xöyoi, ol 8e fidXXor' 'Eßpaiav. SCHÜRER III 1, 623 gegen eine Trennung von hebräischer und babylonischer Sibylle. SCHÜRER III 1, 626. " ° M . PAZ DE HOZ, Die lydischen Kulte im Lichte der griechischen Inschriften, Bonn 1999, 56: „Es besteht die Möglichkeit, daß ... ein Name aus der jtidischen Religion auf eine einhehnische Gottheit übertragen wurde, eine Übemahme, die durch die termmologischen und konzeptionellen Übereinstimmungen zwischen den verschiedenen Religionen motivert sein könnte." Dieser Gott wäre der erste, von TCHERIKOVER, CPJ III p. 48ff; SCHÜRER III 1, 625 A . 183 noch vermißte Beleg fiir den von SCHULZE ( A . 225) 29If postulierten anatolischen Gott, weswegen HERRMANN vorsichtig bereit ist, ihm zu folgen; MERKELBACH/STAU BER I 472f Nr. 04/23/01 edieren T A M V 1, 225 wieder und halten die Verehrer des Oeö? SaßaÖLKÖg für Juden. CPJ III p. 51: „There is little doubt that the worship of a Jewish Sibyl could be performed only by persons who were in some way influenced by, or interested in, Judaism." SCHÜRER III 1, 624: „In that case the similar expression used to describe both such a temple (seil, a shrine of Sambethe) and a synagogue may be best understood if both Jews and the worshippers of Sambethe claimed a special relationship to the Sabbath for their places of worship". ^" Vgl. auch CALDER, M A M A VII p. xxxiv: „these structures (seil, aufwendige Grab anlagen) were valuable properties, which required protection against illegal seizure or imauthorized entry. Further, it was a common practice in antiquity to bury objects of value with
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Skelettfunde zeigen manchmal, daß in Sarkophagen mehr Menschen begraben wurden, als nach den zugehörigen Inschriften vorgesehen waren.^^'' TU|ißa)puXta ist die eine, Familienbesitz über Generationen nach Anfertigung der In schrift die andere Erklärung. dTiXd Suü): Vgl. aus Thyateira T A M V 2, 1080: dyTLlypa4>ov ev ä-n\o[v]v; 1144 (239/40 n. Chr.): TouTou dvTiypa(^ov ereQr] eig T Ö ev GuaTeCpoi? dpxeCilov ev anXü; und aus Lydien noch IGR IV 1356 (Jsikouplar Mahallesi): diTOTeOriaeTaL T Ö ä-nXovv di/Te(^yp[a](t)oy eig rb d[pxeLo]y; vgl. aus unseren Texten 206, 7: TauTT)s T f \ g e-rriypacf)!!? dirXoDy d[ylTLypa(t)Oi/ dfrereQT[ eig rä dpxta. T A M V 2, 1080 u. unser Text machen klar, daß mit drrXoüy nicht die Einzahl der Urkunde, sondem ihr materieller Aspekt gememt ist, weshalb man hier wohl mit Lafaye (nach Böckh) „exempla ui tabulis simplicibus, non in diptychis scripta", im Gegensatz zu SL-rrXojy annehmen sollte („ma tale spiegazione mi sembra insoddisfacente", E. Miranda, EpAnat 31, 1999,119 A . 68). Zum Titel der Stadt s. o. (Datum). 6: Der 8 r i | i ö a L o s ist nicht notwendig ein Sklave, da die Benennung von sei ner Aufgabe als Hüter der Srniöaia ypd|i|iaTa abgeleitet ist, s. H . W . Pieket, ZPE 43, 1981, 167ff; JLR Bull. 1981, 558.
Tripolis E m Bürger aus Tripolis wird in 191 B (Hierapolis) genaimt: TÖTTOS- A ü p . E o p T a o L o u ' i G u X t a y o ü TpiTToXeiTou ' l o u S e o u , y o t y OLKOyT[os] ev ElepaTTÖXi.
the dead. Burglary of tombs was a standing temptation to needy criminals and the 'graveburglar' (Tupßcopuxo?), who figures as one of the gangsters of the Greek novel, was not primarily the otherwise respectable Citizen who buried his relations without legal title in an ab andoned family tomb, but the common robber ... But the law for the protection of graves took account of both these dangers to the grave, and both were included in the oflFence of violation of sepulture (xupßcopuxLci)." N . ASGARI/N. FIRATLI, FS DÖRNER, Leiden, 1978, 32; 34 (Kalchedon); M . TÜRK-TÜZUN, T A D 29, 1991, 225ff (Kütahya).
7. Kapitel
Troas Eine jüdische Gemeinde in Lampsakos wird in dem Rundbrief 1 Macc 15, 23 vorausgesetzt (p. 30f.), wenn man mit H. Willrich an Stelle des S A M ^ A M H der Handschriften Aa|ii|jdKw liest.' Von einer textkritischen Ent-scheidung ist auch die Frage abhängig, ob wir ein Zeugnis für eine jüdische Ge-meinde in Parion besitzen: in einem Brief des C. Octavius (?) überliefern die Hss. Uaßiav&v
dpxouoL
ßouXfi Sfijiu)
x'^'^P^'-^-'^
die Angelegenhehen der
Juden nach dem Brief auf Delos verhandelt wurden, meinte Schürer, er sei an die benachbarte Insel Faros gerichtet gewesen und schrieb üapLcov^ - doch sind Juden auf Faros ebenfaUs nicht unabhängig von diesem Text bezeugt."* Die frühe Anwesenheit von Juden in der Troas whd durch einen aus dem März
133 v. Chr. stammenden Papyrus bezeugt,^ in dem eine Frau aus
' Vgl. p. 30 A . 27. ^Jos. AJ 14, 213ff.:'IOÜXLOS fdiog aTparriyös- üiraTos' ' P t o p a C o j v I T a p i a v t ü y d p x o w L ßouXfi SiiM-'t* xfiLpeiv. e v e T u x ö v p o i ol 'louSatoi e v Af|Xco KOL TLves TÜ)V -rrapoiKwv 'louSaLtov, irapövTtüV KQITOVüpereptov Trpeaßecov, KQI evecj^dviaav üpetg i^iX]cfiLopaTL KCoXuexe aüroüg r o t g TTaTpioLg e O e a i KQI l e p o l g xPn^öai. (214) e p o l TOLVUV OÜK dpeaKCL Kard Ttov fiperepcüv CJJLXÜJV KQI a u p p d x w v r o i a ü r a yiveaBai 4^Ti(|)LapaTa, KQL KwXüeaOaL aüroüg Cfjv Kard x d aüxcov eOrj Kai x P H p a x a eig aüvSeciTva KOI x d lepd elac})epeLV, xoüxo TTOieiv aüxcov p r | S ' ev 'Pcöpri KcoXupevcov. (215) KOL y d p r d c o g K a i aap 6 npexepog oxpaxriyög ürraxog, ev x ö SiaxdypaxL KCOXÜCOV Ocdaoug auvdyeaOac Ka xd TTÖXLV, p ö v o u g xoüxoug OÜK e K Ö X u a e v oüxe xP'niJ-C'Ta auveiact^epeLV oüxe aüvSecTiva TTOLetv. (216) öpolcog Se Kdyö xoüg d X X o u g O t d a c u g KCOXÜCOV, xoüxoLg p ö v o c g eTTLxpeTTco Kaxd x d Trdxpca e&n Kai voplpa auvdyeaOac xe Kai eaxLdoQaL. KOL üpdg ouv KaXög exeL, e i XL Kaxd x ö v fjpexepcov C))LXCOV Kai a u p p d x ^ o v 4>'n(t)Lapa erroLfiaaxe, xoü xo ÖKUpöaaL SLO xrjv rrepl r | p d g aüxöv dpexfiv KOI eüvocav. ^ Literatur bei M . PUCCI BEN ZE'EV, Jewish Rights in the Roman World, Tübingen 1998, 110; zustimmend zur Konjektur auch H. BLOEDHORN, JSS 35, 1990, 66. Zur kreativen Bearbeitung des Textes s. jetzt auch M . H . WILLIAMS, in: M . GOODMAN (Hrsg.), Jews in a Graeco-Roman World, Oxford 1998, 217ff, die sich mit dem Problem des Adressaten allerdings nicht auseinandersetzt. " Aber s. A . PLASSART, Melanges HOLLEAUX, Paris 1913, 205f Nr. 4 (CU I 727); IDelos 2331 ( T R E B I L C O 134; M I T C H E L L 135 Nr. 106): Z c o a d g l l d p i o g Oeöc üiiCaxcoL e ü XTiv (1. Jh. V. Chr.); Abb. in: H. SHANKS, Judaism in Stone, Washington 1979, 44. ^ J.M.S. COWEY/K. MARESCH, Urkunden des Politeuma der Juden von Herakleopolis, Wiesbaden 2001, 93ff Nr. 8, Z. lOff: xou X y ' (exoug, i. e. 138/7) Savelaavxög p o u I T X o u a l a L ' A r r o X X o S ö p o u ' l o u S a l a c , cög 8e a u v r i X X a ^ e v r a p y a p L a a r j L , Kai XÖL UIÖL aüxfjg AcopoOecoL XÖL KOL Zr|VcovL ' l o u S a i c o L , ö g 8e a u v r j X X a ^ e v ITeparilL] xfig eTTLyovfjg, xa(XKOÜ) ( x d X . ) Lß' xÖKCov ( S i S p d x p t o v ) KXX.
304
7. Troas
Gargara, nXouaia ' ATToXXoSwpou fapyapiaoa, genannt wird.^ Es ist nicht ausgeschlossen, daß wir hier einen Beleg für jüdische Auswanderung von Kleinasien nach Ägypten haben; vorausgegangen müßte dem allerdings die Ein wanderung in die Troas g e i g e n sem. Die Benutzung des Ethnikons ist kein Beweis für den Besitz des Bürgerrechtes; aber selbst wenn Plousia das Bür gerrecht besaß, können wir daraus nicht notwendig auf den Rechtsstatus an derer Juden in Gargara schließen.^
^ Die Hrsgg. identifizieren Gargara mit dem gleichnamigen Ort in der Troas, zu dem sie J.M. COOK, The Troad, Oxford 1973, 255ff; H. ENGELMANN/D. KNIBBE, EpAnat 14, 1989, 62 zitieren; Steph. Byz. nennt noch ein Gargara in Epirus. ' Vgl. S. HONIGMANN, SCI 21, 2002, 256f
8. Kapitel
Mysien Jüdische Gemeinden werden in einigen Städten Mysiens durch Ciceros Rede pro Flacco bezeugt (ca. Okt. 59 v. Chr. gehalten). L. Valerius Flaccus hatte während seiner Statthalterschaft i. J. 62 den Export der von den Juden gesam melten Tempelsteuer verboten.' Gold aus der Tempelsteuer wurde nicht nur in Apameia und Laodikeia, sondem auch in den mysischen Städten Adramyttion und Pergamon konfisziert.^ Die genannten Städte waren alle Vororte eines Gerichtsbezirkes (conventus),^ so daß man aus der Sammlung der Tempel steuer in ihnen erst einmal nur schließen wird, daß es Juden in den entspre chenden conventus gab, und daß sie das Geld aus einem conventus- ganz selbst verständlich in dessen Vorort zusammentmgen."* Aus Pergamon ist keine Inschrift erhalten, die Zeugnis für die Existenz ei nerjüdischen Gemeinde ablegt,^ obwohl es zwischen Pergamon und dem Staat
' Cic. Flacc. 67 (STERN I 196 Nr. 68): cum aurum ludaeorum nomine quotannis ex Italia et ex omnibus nostris provinciis Hierosolymam exportari soleret, Flaccus sanxit edicto ne ex Asia exportari liceret. ^ Cic. Flacc. 68: Apameae manifesto comprehensum ante pedes praetoris in foro expensum est auri pondo C paulo minus per Sex. Caesium, equitem Romanum, castissimum hominem atque integerrimum, Laodiceae XXpondo paulo amplius per hunc L. Peducaeum, iudicem nostrum, Adramytti <> per Cn. Domitium legatum, Pergami non multum. auri ratio constat, aurum in aerario est. CLARKE u. WEBSTER lasen Adramytti <0, doch läßt sich die ausgefallene Zahl nicht wiederfinden. 'VERF., EpAnat 12, 1988, l l f f Zum Grab des 'Elnap, son of 'Eshyahu, in Daskyleion s. p. 32f A . 38. ^ Damit schließe ich den berühmten und oft zitierten Altar aus weißem Marmor aus, der zuerst von M.P. NILSSON ediert wurde: Eranos 54, 1956, 167ff (Opuscula Selecta III, Lund 1960, 297ff; LIFSHITZ 12; TREBILCO 163; MITCHELL 140 Nr. 188); Übersetzungen bei: LIFSHITZ; TREBILCO; WILLIAMS 174 VII 42: Oeö? KÜpiog 6 div e i g deC. ZoJTTUpog TW KupLüj TÖV ßcopöv Kai TTIV ())COLTocl)öpov pcTo Toti (^Xoyoüxou. Die von Zopyros gewählte Beschreibung Gottes wird von NILSSON mit L X X Ex 3, 14f verglichen: eyco eLpt ö cov ... TOÜTÖ poü eoTL ö v o p a a l w v i o v . Noch zuletzt sagte S.J.D. COHEN, Beginnings of Jewish ness, Berkeley 1999, 144 „Zopyros' respect for God is couched in terms that seem to derive firom the Hebrew Bible." LIFSHITZ blieb trotzdem vorsichtig: „Nous ne savons pas si l'autel provient d'une synagogue juive ou d'un lieu de culte des metuentes."' Es gibt tatsächlich zwei Gründe, in Zopyros keinen Juden, sondem einen Verehrer des Geög i4iLaTog zu sehen: die Altarform, die den Gedanken an ein irgendwie geartetes Opfer einschließt, wurde von Juden
306
8. Mysien (Nr. 147-148)
der Hasmonäer diplomatische Beziehungen gab, die in die Zeit Abrahams zu rückdatiert werden konnten.^ Wir hören weiter von einem pergamenischen De kret, daß zu Gunsten Joharmes Hyrkanos' I. verabschiedet wurde, als seine Gesandten bei der Rückkehr aus Rom in Pergamon Station machten.^ Später sonst nicht für Weihungen benutzt; andere Lampenweihungen (das Femininum wird von WIFSTRAND bei NILSSON, Op. Sei. III 300
erklärt: f) c!)C0TO(})öpos
[Xuxvta]), von
NILSSON 301 A . 12 zusammengestellt, wurden eben nicht von Juden, sondem ebenfalls von Verehrem des Oeö? i;i|)LaTos vorgenommen (s. zuletzt VERF., EpAnat 31, 1999,
106f);
Altäre im Kult des Oeö? ijij'i.crTos kennen wir zumindest aus Oinoanda und Pmsa ad Olympum. S. A P P L E B A U M ,
in: S. SAFRAI/M. STERN (Hrsgg.), The Jewish People in the First
Century, Philadelphia 1974, I 447 A . 6 fmdet in dem kaiserzeitlichen Ephebenkatalog A M 32, 1907, 432 Nr. 284 ( I G R I V 485; Pergamon) einen möglichen Fall von Apostasie: rrat5ovopoüi/T](joi/ 6e AüjaiO[eou TOV ... Auch wenn Dositheos ein typisch jüdischer Name ist, so wird er doch nicht ausschließlich von Juden getragen, so daß dieser Text wegen des Feh lens eines weiteren Anhaltspunktes nicht aufgenommen wird. Solhe Dositheos aber doch Jude gewesen sein, so kann trotzdem von Apostasie nicht die Rede sein. * Jos. AJ 14, 255: pepvripevov
r e cög Kai ev TOLS Kard " A ß p a p o v KacpoL?, ö s r\v
TTdvTOJV 'Eßpatcov TraTrip, ol Trpoyövoi fipcöv f i o a v aÜTotg <\)i.\oi, KOOCÖS ev TOX? 5ripooioig eüpcoKopev
ypdppaocv.
^ Jos. AJ 14, 247ff.: (247) 4'Ticj)Lapa ITepyaprjvcüv. errl rrpuTavecüg KpariTTTTOU, pr|vö? AaLOLOU TTpcÖTT], yvcüpT] oTparriycov. errel ol 'PcopaXoi KaTaKoXouOoijVTes- TT] TCOV rrpoyövcov dycoyfi TOVS SexovTai,
ürrep Tf)? KOLvfj? ärrdvTcov dvGpcomov dacj)aXeLa? KcvSüvoug d v a -
KOL
KOL CJJLXOUS ev eüSacpovig
KOL ßeßaca
KaTacTTfjaaL eLp-nvr), (248) TTep4>avTeg rrpög aÜToüg TOÜ eOvoug TOÜ 'louSaLcov KOI Kdvou TOÜ dpxtepecog aürcöv
TTpeaßecg, ZrpdTCüva
6eo8ÖTou,
' ATTOXXCOVIOV
dv8pou, AlveCav ' AvTcrrdTpou, (249)'ApioTÖßouXov ' A p ü v T o u , ZcüoirraTpov dv8pag KaXoüg KOI dydOoug, Kai rrepl TCOV KOTÖ pepr) ep({)avLadvTcov,
"Tp
'AXe^-
LXLTTTrou,
eSoypdTLoev r\ oüyKXriTog, irepl cov eTTocriaavTo r o ü g Xöyoug, örrcog prjSev dScKT] 'AvTLOxog ö ßaocXeüg
(t)poüpLa Kol
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Tolg eK TCOV Xcpevcov e^dyeLv, (250) Lva r e pr)8elg dTeXfjg T) CK Tfjg
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TCOV Xcpevcov
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aÜTCov e^dycov ßaacXeüg
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ßaocXeüg Sed TÖ elvoL a ü p p a x o g fiperepog
'louSalcov x^öpct?
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<))poupdv CKßaXetv, KoGcog e8efiGT]aav (251) Tfjg Te ßouXfig f)pcov AoÜKCog üeTTcog dvfip KaXög Kai dyaGög rrpooeTa^ev "Iva (J)povTLacopev TOÜTO oÜTCog yeveoGac KoGcog f) oüyKXriTog eSoypdTioe, Trpovofjaac Te Tf|g da(|)aXoüg e i g OIKOV TCOV rrpeaßeuTCÖv dvaKopcSfjg. (252) direSei^dpeGa Se Kol errl Tf)v ßouXfiv
Kai TTJV eKKXrjalav TÖV OeöScopov,
drroXaßövTeg Te TTJV emaToXriv
rrap' aÜToü KOI TÖ Tfjg ouyKXfJTOu Söypa, Kai rroiriaapevou p e r d noXXfig orrouSiig a ü roü r o ü g Xöyoug KOI rfiv
'TpKdvou epc}>avLaavTog dperf)v
ÖTI Kol KOivf] irdvrag eüepyeret re
KOL peyaXoi|;uxiav,
(253)
KOL KOT' ISlav r o ü g rrpög aüröv d(t)LKVoupevoug, r d
y p d p p a r a eLg r d Sripöoca f)pcöv arreGepeGa, Kai a ü r o l
Trdvra TTocetv ürrep 'lou-
Saiojv, oüppaxoL övreg 'Pcopalcov, Kard TÖ Tf|g auyKXf|rou S ö y p a e4>r)c))LadpeOa. (254) eSefjGri Se KOL Ö OeöScopog,
ö rfiv eiTLaToXfiv fipXv ärroSoüg, rcov fiperepcov
arparri-
ycov 'Iva Trepii^cooc rrpög 'YpKavöv r ö dvrLypa())OV r o ü c(jr|(t)lapaTog Kai Trpeaßecg 5r|Xoja o v r a g rfiv r o ü fiperepou Sripou orrouSfiv KOL rrapaKaXeaovrag auvTripetv r e KOI aü^ecv
a ü r ö v rfiv rrpög fipdg
^iXiav KOI dyaGoü Tcvog del alrcov
yiveoGai,
(255) cög
8. Mysien (Nr. 147-148)
307
war Pergamon voll von d v a 0 r | [ i a T a Herodes' d. Gr., Jos. BJ 1, 425 (p. 34 A . 43), und man fmdet manchmal die Ansicht, daß der Brief an die Gememde von Pergamon, der in der Apokalypse steht, eine jüdische Gemeinde voraussetze.^ Es gibt aus Pergamon em kaiserztl. Zaubergerät, auf dem neben lao die jüdi schen Engebamen Michael, Gabriel, Raguel, Raphael verwendet werden;^ die Verehrung des Beö? vi\iiaTog
ist ebenfalls bezeugt (Mitchell 140 Nr. 186-8),
aber es gibt nur einen konkreten Beweis für die Existenz einer Synagoge: ein Relief, das A . Conze so beschrieb: „eine giebelförmige Reliefplatte mit dem siebenarmigen Leuchter, 0,58 m hoch, gefunden 1903 an der zur zweiten Gymnasionsterrasse hinaufführenden Treppe, jetzt im Marktmuseum. In der Giebelspitze über dem Leuchter ist ein zweihenkliger Becher, neben dem Leuchter links" sind Ethrog und Lulab abgebildet; Motive rechts neben dem Leuchter sind verloren.'" Wenn Galen Juden kannte,'' so mag er diese in Per gamon, aber vielleicht auch in Rom oder anderswo kennengelernt haben. ctpoißd? Te rag TTpoarjKoüaa? dTToXrn(jö|jLevoy, [i.€\ivr\\iivou r e ihg KOL e v röig Karä "Aßpapov KatpoLS', bg rjv -rrdvTtov 'EßpaCojv TTOTTIP, ol TrpoyövoL fipcov rpav aÜToi? 4)1X01, KaQihg ev TOI? SripooLois eüplaKopev ypdpfiaaiv. Zu den chronologischen und sachlichen Problemen, die mit dem s. c. verbunden sind, s. e. g. SCHÜRER 1 204ff., wo eine Datierung unter Antiochos VII. vorgezogen wird; das setzt einen Fehler im Text voraus, der deutlich von Anfiochos IX. spricht (GIOVANNINI/MÜLLER, M H 28, 1971, 156ff. votieren denn auch fiir eine Datierung in dessen Regierungszeit). Leider hilft nicht weiter, daß der pergamenische Prytanis Kratippos auch epigraphisch belegt ist (im Festkalender IPergamon 247 II 8; in der Ephebenliste A M 27, 1902, 126 Nr. 145; „mag auch die Gleichheit der Jahre nicht gesichert, mindestens fiir den Festkalender unwahr scheinlich sein", WILHELM, Abhandlungen u. Beiträge I 236; noch stärkere Zweifel bei M . WÖRRLE, Chiron 30, 2000, 549 A . 24). Wenn das s. c. nicht von Josephus oder seiner Quelle eingelegt wurde, hätten wir hier ein interessantes Beispiel fiir die archivalischen und diplomatischen Gewohnheiten der Zeit. WÖRRLE 549f: „Die Argumente fiir die Authentizität der Urkunde sind allerdings schwach, und ihr in der Schlußpartie gestörter Wortlaut kann in der von Josephus über lieferten Form sachlich und stilistisch nicht, allenfalls auf den Umwegen literarischer 'Über arbeitung', aus Pergamon stammen." Wesentlich positiver zur Echtheit eingestellt, aber ohne auf die Schwierigkeiten einzugehen, ist M . PUCCI BEN ZE'EV, Classical Studies DAVID SOHLBERG, Ramat Gan 1996, 214ff * Apk 2, 12ff mit e. g. C. HEMER, The Letters to the Seven Churches of Asia, Sheffield 1986, 89. Der Brief erwähnt Juden nicht direkt. ^ R. WÜNSCH, Antikes Zaubergerät aus Pergamon, Berlin 1905, 20 (Datum in der ersten Hälfte des 3. Jhs.); 35ff zum judaisierenden Inhalt; vgl. auch C E . ARNOLD, The Colossian Syncretism, Tübingen 1995, 63f '° A . CONZE, Altertümer v. Pergamon I 2, Berlin 1913, 320 mit Abb. B (danach D.B. MAZUR, Studies on Jewry in Greece I, Athen 1935, 7 fig. 1, die wiederum die einzige Quel le ist für GOODENOUGH, Symbols II 78f; III Abb. 877; A . OVADIAH, in: E. AKURGAL [Hrsg.], Proc. Xth Int. Congr. Archaeology, Ankara 1978, II 857 mit Taf 273, 1; R. HACH LILI, Ancient Jewish Art and Archaeology in the Diaspora, Leiden 1998, 87; 319 fig VII-7 e; ead., The Menorah, Leiden 2001, 76 fig. II 22; cf 360 D 6.1); Y . TURNHEIM, ZDPV 106, 1990, 167 Taf 23b. CONZEs zweihenkliger Becher fmdet sich z. B. mit Menoroth auf
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Kyzikos Aus Kyzikos selbst besitzen wir keinen Beleg für die Existenz einer jüdi schen Gemeinde,'^ doch ist sie uns durch zwei Bürger der Stadt bekannt, die sich in der Fremde aufhielten. 1 4 7 Nonnos aus Kyzikos stiftet für die Synagoge von Skythopolis Edd.: N . Zori, lEJ 16, 1966, 133 Nr. 5; Lifshitz 77 c; Zori, Eretz Israel 11, 1973, 236 Nr. 5; F. Hüttenmeister, Die antiken Synagogen in Israel, Wies baden 1977, 65 Nr. 10; L. Rot-Gerson, The Greek Inscriptions from the Syn agogues in Eretz Israel (hebr.), Jerusalem 1987, 39 Nr. 8. FO: Auf dem Hof einer Synagoge in Beth She'an (Skythopolis).'^ Beschreibung: Marmorplatte, deren rechte Seite abgebrochen ist; H.: 0,245 m; B.: 0,28 m; T.: 0,05 m; litt. 3 cm. Abb.: lEJ Taf. 10 c; EI Taf. 46, 1; Rot-Gerson Abb. 15. Ü: Zori; Lifshitz; Rot-Gerson 39. npo(a4)opd) N ö w o u [ ... ] KuCriKLvou [ ] üirep aa)T6[pLag aüroü] Kai roü OLKOu [aüroü] Z. 3/4 suppl. Lifshitz, nicht unbedingt sicher, aber sinngemäß.
Gabe des Nonnos ... aus Kyzikos,... wegen seiner und seines Hauses Rettung.
dem Goldglass aus Rom, das LEVINE 335 Abb. 74 zeigt (heute in New York, BrooklynMuseum). R. WALZER, Galen on Jews and Christians, Oxford 1949 zu Galen, de differentia pulsuum 2, 4 (arab.). " F.W. HASLUCK, JHS 24, 1904, 36 Nr. 55 (OEHLER 297 Nr. 49); cf HASLUCK, Cyzicus, Cambridge 1910, 290 Nr. 23: ÜTTÖpyripa FlaüXou. paxs. wird von JUSTER I 190 A . 7 zu recht als „fort douteuse" bezeichnet. Gefimden wurde der Text in Kursunlu, an der Küste des Marmarameeres, ca. 30 km östl. von Panormos, einem Hafen von Kyzikos. - Zur Verehrung des Zeus iRi>LorOS und 9 e ö s üil^iaros in dieser Gegend s. MITCHELL 139f Nr. 180-5. M . STERN, in: S. SAFRAI/ID. (Hrsgg.), The Jewish People in the First Century, Philadelphia 1976, II 1127 meinen, Teukros v. Kyzikos erwähne Juden, weil er sie in seiner Heimat kennengelernt hatte. " Zur Identifikation als Synagoge s. Lifshitz p. 69f gegen ZORI, lEJ 16, 1966, 133.
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Datum: der Fundkontext wurde von Ausgräbem in die Mitte des 5. Jhs. da tiert. 1: Zu ergänzen ist z. B. ein Vatersname; zu Nonnos s. 18 B 3 (Komm.). 2: Möghcherweise wurde hier ein Amt des Nonnos erwähnt. 4: O I K O S im Sinn von 'Famihe' ist geläufig.
148 Ein Archisynagogos aus Kyzikos (?) in Tarraco Edd.: J. Sanchez Real, B A T 52, 1952, 426; J.M. Millas Vallicrosa, Sefarad 17, 1957, 3f (J. Sanchez Real, B A T 57, 1957, 91f; H. Beinart, i Cuando Uegaron los judios a Espana? Buenos Aires 1962, 22f; L.A. Garcia Moreno, Habis 3, 1972, 132; L. Garcia Iglesias, Hispania Antiqua 3, 1973, 365f Nr. VI; A . M . Rabello, Studi in onore di C. Sanfilippo, Mailand 1985, V I 653ff Nr. 2; id., in: B. Isaac/A. Oppenheimer [Hrsgg.], Studies on the Jewish Diaspora in the Hel lenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 174ff); G. Alföldy, Die römi schen Inschriften von Tarraco, Berlin 1975, 465f Nr. 1075 (H. Solm, A N R W II 29, 2, Berlin 1983, 750 Nr. 2; Noy I 186; T. Rajak/D. Noy, JRS 83, 1993, 92 Nr. 31 [Rajak 427 Nr. 31]). FO: Tarragona, Calle d'en Puig en Sitges;. heute: Mus. Arq. inv. 25397. Beschreibung: Linke Hälfte einer Platte aus hellgrauem Kalkstein, deren Schriftfeld durch eingeritzte Linien gerahmt ist. Unten eine Menorah. H.: 0,48 m; B.: 0,20 m; T.: 0,09 m; litt.: 1,2-2 cm. Abb.: Sanchez Real 1952 Taf 2; Millas Vallicrosa (zwischen p. 8 u. 9); Beinart; Alföldy Taf C L X I X 1; Noy Taf XXIX. Ü: Mülas Valhcrosa; Noy; Rabello. In nomine Dfomini vi requiescift ta inq. Visigoft Lasies soce[r didascali, IA[ cit cumpacfe evQa KaTdK:[LT€ PABAATOTET[ PA TOÜ |iaKa[pL 10
TOTKM[ dpxriawlay KUCTIKO[
15
AHKEÜ[ FHANH [ NET AÜ [
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310
8. Mysien (Nr. 147-148)
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Te9veK[e
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in nomine [Domijni requiescift in isjta inquisiofne RabJ Lasies . S . nefposj didascali rfequiesjcit cum pafce Millas Vallicrosa; Alföldy bezeichnet seme Lesung der lateinischen Buchstaben als sicher, weist aber auf die offenbar ungleichmäßige Zeilenlänge hin, die die Er gänzung erschwert. I f : in nomine Dfeiperpetjui Alföldy; 3: TA INQVISICI Sanchez; 8flF.: A A T O T E [ Z rralpd rov paKa[pLa]Tou KT[ Millas Vallicrosa; 8: 'Paß A A T O T Z T [ A l földy; 9f paxoupaKl Alföldy; rov |iaKa[pLo]|Tou Noy; II: (ipx^ovv[ay Alföldy, sonst wird meist ein obliquer casus zu dpxriouvlaytoyös ergänzt; 12: KvCr\Ke[vbs Millas Vallicrosa; 17: auch eine andere Verbform ist möglich.
Im Namen des Herrn ...wo ruht... Westgot ...der Lassia Schwiegervater ... des Lehrers ... in Frieden. Hier ruht... selig... Archisynagog ... Kyzik... starb
Datum: die Buchstabenformen weisen auf die Zeit ab dem 5. Jh. und sollte A l földy s Ergänzung in 3 zutreffen, stammt der Text frühestens vom Ende des 5. Jhs., möglicherweise aber auch erst aus dem 6. oder 7. Jh. Ist seine Trennung des lateinischen und griechischen Textes ebenfalls richtig (zustimmend E. Gab ba, Athenaeum 55, 1977, 207), dann muß der griechische Text nach dem latei nischen angebracht worden sein und wäre dann wohl eine der spätesten In schriften in diesem Corpus. Zeugnisse für jüdische Gemeinden fehlen in Spanien vor dem 4. Jh. (Schü rer III 1, 84), doch muß es z. Zt. der Synode v. Elvira (295/314) bereits eine ansehnliche Gruppe gegeben haben.'"* Die anderen jüdischen Inschriften aus Tarraco (Noy I 185; 187) datieren ebenfalls spät.'^ 1: jede Ergänzimg hängt davon ab, ob sich die Zeilenlänge bestimmen läßt was vermutlich nicht der Fall ist, wie an zwei Beispielen gezeigt sei. Man kaim ergänzen: in nomine Dfomini, ujvi requiescift etc., also einen geringen Verlust aimehmen, was mit AlfÖldys Vorschlag für 5f. iacit cum pace überein stimmt. Es lassen sich aber auch andere Entscheidungen treffen; 1 könnte nach Zu der berühmten Stelle Römer 15, 24 w? dv TTopeücopai e i s TTJV ZrravLav, s. C. BREYTENBACH, Paulus und Barnabas in der Provinz Galatien, Leiden 1996, 152 A . 0: „Wahrscheinlich wollte Paulus nach Tarraco, der Hauptstadt der Provinz Hispania Citerior, wo schon Caesar die colonia lulia victrix gründete"; E.J. SCHNABEL, Urchristliche Mis sion, Gütersloh 2003, 1214ff Darauf wird man nicht die Existenz einer jüdischen Diaspora in Spanien bauen können. V g l . die Zusammenfassung bei W.P. BOWERS, JThS 26, 1975, 400: „The evidence ... from all available sources implies the emergence of a major Jewish presence in Spain about the third Century, and makes it plausible that this development had its roots in the transmigrations during and following the upheavals of A . D . 70-135. That there were Jewish communities in Spain prior to this is not supported by any evidence currently available." SCHÜRER III 1, 84f; H. SOLIN, A N R W II 29, 2, Berlin 1983, 749ff Zu griechischen Inschriften aus Tarraco s. die Zusammenstellung bei M . DURAN/J. MASSÖ, ZPE 140, 2002, 66 A . 10; griechisch-lateinische Texte gibt es dort sonst nicht.
8. Mysien (Nr. 147-148)
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Noy I 183 (Tortosa) ergänzt werden: in nomine Dfomini. hic est memoria uJvi etc., oder nach Noy I 187 (Tarraco): Dfomini. memoria bone recordationis, ujvi etc.; noch größer wäre die Lücke, wenn auch der Name des Verstorbenen in 1 gestanden hätte (2 ]vi könnte dann Rest eines Vatersnamens sein). Für 5f. gab Noy zu bedenken, daß mit lAf ein neuer Name beginnen könne, so daß ]cit zu einem anderen Verb gehören könnte, e. g. vixjcit cum pace. Damit haben wir keine Möglichkeit mehr, die Beziehungen zwischen Lasies, socefr und didascali festzustellen, und können nicht einmal mehr sicher sein, daß 3 JTA das Ende des Namens des Verstorbenen ist. 3: isjta inquisione sollte bei Millas Vallicrosa „dies Grab" bedeuten, wofür es keine Parallele gibt.'^ Alfoldys Lesung inq(uilinus) Visigoftis gäbe einen hi storischen Kontext, ist aber auch schwer verständlich. 4: Lasies kann Rest eines Namens Gejlasies oder aber selbst der Name sein, cf. Noy I 145 (Catania): oxsoris maee Lasi^e^Erine (i. e. Lassia Irena). 8: Je nach Zeilenlänge dürfen wir nicht davon ausgehen, daß 'Paß A a T o u C T T [ den Anfang des Namens, mithin auch einen Titel des Verstorbenen enthält.'^ Kann man IpaßXa TOÜ E T [ erwägen? 9: jiaKdpLOS" wird seit klassischer Zeit für den Toten verwendet, ist aber besonders häufig in der Spätantike. 11: zur Orthographie vgl. Noy I 70 (Venpsa): dpxTiauvaycoyw?. 12: Schürer III 1, 84 A . 124 d: „a local archisynagogos''. Solm 750: „Viel leicht ein Kyzikener, der in Tarraco ein Archisynagogus wurde." Abstemimung aus Kyzikos würde die Verwendung des Griechischen erklären, was aber nicht mit Rabello 176 heißen muß, daß wir hier noch einen Reflex der Gemeinde gründung durch Einwanderer vor uns haben. 13ff.: Millas Vallicrosa verstand in 13 eine Form von S t K a L o g , dachte in 14 an die Hölle, Gehenna, worin ihm Rabello folgte, und verstand 14f als djyeü XcoCßri?, wozu er aber keine Parallelen anführte. - Vgl. zu diesem Text noch den Nachtrag am Ende der Konkordanzen.
Unnötig zu sagen, daß - trotz NOY - auch iiaK[apLa]Tou in 9f. nicht zwingend ist. RABELLO, in: B. ISAAC/A. OPPENHEIMER (Hrsgg.), Studies on the Jewish Diaspo ra in the Hellenistic and Roman Periods, Tel Aviv 1996, 175 sieht in incisio als Bezeich nung des Grabes einen Hinweis auf „lack of fluency" im Lateinischen, was er 176 mit der Herkunft aus dem Osten verbindet. Schon die Voraussetzung, nämlich die Zusammengehö rigkeit der beiden Texte, ist nicht erwiesen. In diesem Gebiet gibt es auch keine epigraphischen Parallelen für die Schreibung von Rabbi mit dem - uns selbstverständlichen - Alpha ( N O Y I p. 40). Der Text wurde nicht aufgenommen in S.J.D. COHENS Sammlung 'epigraphischer Rabbis', JQR 72, 1981/2, 2 f Vgl. allgemein N . BEES, Corpus der griechisch-christlichen Inschriften von Hellas I, Athen 1941, p. 39f; D. FEISSEL, BCH 105, 1981, 486 A . 14: „L'emploi de poKopios applique au defimt n'est pas exclusivement chretien", worauf er heidnische u. jüdische Bei spiele zitiert, e. g. CIJ II 877 (Sidon): paKdpiog ö eXTriCov errl KÜptov. V g l . hier 227, lOf (Komm.); 232, 2 (Komm.).
9. Kapitel
Pontus et Bithynia Philo nennt in einem Katalog Juden in Pontus und Bithynien (leg. 281; p. 29 A. 24); Juden aus dem Pontus hörten die Pfmgstrede der Apostel (Apg 2, 9; p. 31), Christen aus Pontus u. Bithynien werden in 1 Petr 1, 1 angeredet (p. 36 zur möglichen Relevanz), und Paulus traf in Korinth einen Juden aus dem Pontos.' Vielleicht stanmnte der Bibelübersetzer Aquila, der ein Proselyt war, aus Sinope,'^ wo auch der Qebg vi^iiarog verehrt wurde^ und eine späte Fas sung der acta Andreae Juden bezeugt."* Ob Amisos Empfanger des Rundschreibens 1 Macc 15, 22 war, hängt von einer textkritischen Entscheidung ab; die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr hoch.^ Die Acta Andreae bezeugen auch dort Juden.^
' Apg. 18, Iff.: perd r a ü r a x^ptaGels GK TÜV '' AQr\uQiv f)X9ev eig KöpivGov. (2) KOL eüpojv Tiva 'louSoLOV övöpaTi ' AKvXav, FIovriKÖy T Ö yei^eL Trpoa(})dTa)g eXrjXuGoTa dTTÖ Tfjg 'iTttXCag Kai üplaKLXXav y w a l K a aÜToü, Sud TÖ SiaTeTaxevai KXauÖLov x'^P'^CeaQai TTdvTag Toüg 'louöaioug ÖTTÖ Tfjg 'Pojprig, TrpoafjXöev aÜToXg (3) KQI Sud TÖ öpÖTCx^ov elvai e]xevev •nap' aÜToXg. ^ Iren. adv. haer. 3, 21, 1; Eus. HE 5, 8, 10; Epiphan. de mens et pond. 14f; wegen der Parallele zu Apg 18, 2 wurde die Herkunft Aquilas oft bezweifelt, s. e. g. SCHÜRER III 1, 494. ^ MITCHELL 140f Nr. 198-201; u. a. SEG 44, 1020. Epiphanii monachi et presbyteri edita et inedita, ed. A . DRESSEL, Paris 1843, 47 über Sinope: r\v 5e 'louSalcoy TrXfjOog TTOXÜ ev TTJ TTÖXCL eKeivT\, exovreg KaQ' eavTovg dipeaeis rroXXdg, dvSpeg TO. f]9r) ßdpßapot KQI dviipepoL, ÖL eveKev TOÜTOU XeyovTai dvOpwTTocjjdyoL. Andreas beginnt seine Missionsrede so, p. 48: avdpeg SLQTL e x ^ T e öö^ag TToXXdg 'EßpdloL ö v T e g , KOI oü oTOLxelaOe TCO vöpcj Mtoaeojg ol rrdi/reg ... Viele Juden und Griechen wurden bekehrt, als aber Matthias in die Stadt kam, wurde er festgenommen, p. 48: KOTeXOövTog Se TOÜ MarGla eig rr]v rröXtv ö i d T i m xP^'-^i'^. ol 'louödloL KpaTf|oavTeg aÜTÖv eOevTO eig (^uXaKfiv Tpeig fipepag, ßouXöpevoL rr\ erraüpLoy dveXety aÜTÖv. ' ABEL ad loc. wollte in 1 Macc 15, 23 an Stelle des korrupten 2 A M * A M H der Hand schriften Amisos fmden, eine Überlegung, die seit J.D. MICHAELIS, Deutsche Übersetzung des ersten Buches der Makkabäer, Göttingen 1778, 320f immer wieder geäußert wurde; s. aber SCHÜRER III 1, 4 A . 2: „highly speculative". * Epiphanius Monachos p. 51: ö 'Av8peag ärrö Sivcorrrig drrdpag ovv ToXg paOriTdig KOL MaTOlg rjXGev eig ' A p i a ö v ... Kai eiafjXOe rrpög AopeTiavöv Ttya 'louÖaXov. KOL Tü) oaßßdTü) eLofiXOey eig TT^V ouva-ycoyriv. Eine Predigt wird ausführlich zitiert, ihr Ergeb nis p. 55 zusammengefaßt: dXXd KOL eK TCÜV eüyevCScüv yuvacKwv KOL 'louöalcov iroXXal errloTeuaav.
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In Gangra soll es jüdische Kaufleute gegeben haben; sie bilden den Hinter grund für ein Wunder des alexandrinischen Patriarchen Dioskuros, der dort von 451-4 in der Verbannung lebte.^ Ob im spätantiken Amaseia Juden wohn ten, scheint mir nicht sicher bezeugt.^ Auch für Pontus und Bithynien gilt, daß die jüdischen Gemeinschaften dort nicht mit der Spätantike endeten; wir besitzen hebräische Inschriften aus dem 9. Jh. aus Prusa ad Olympum,^ andere Texte sind noch nicht ediert.'^ Im 12. Jh. wird eine große Zahl von Juden in Strobilos erwähnt.'' Für eine Reihe von Inschriften ist immer wieder jüdische Herkunft oder jü discher Einfluß postuliert worden, ohne daß sich das wirklich belegen ließe. ' F. NAU, Journal Asiatique X 1, 1903, 5ff. edierte den syrischen Text der Geschichte des Dioskuros, wo sich der relevante Text p. 95f. § 18 findet (frz. Zusammenfassung p. 15); im koptischen Text handelt es sich um dasfrg.L X X I I , das W.E. CRUM, Proc. Soc. Bibl. Arch. 25, 1903, 276ff edierte. ^ Asterius v. Amaseia, homil. 14, 14, 3 (p. 217 DATEMA; PG 40, 385 C ) kann auch im übertragenen Sinne sprechen: KOL p o i act)68pos ö yeXcj^g epTTLirxeL, orav avTovs Q e d a o j p a t dwnoSirovg, iv XevKolg rpißwoL TrepLVoaToOvTas- r d dp4)o8a, oveiSog Mtouaecos, aioxyvr\v TÜSV rrpo(f)r)TüJV, y€vvr]\iaTa TOÖ ' A ß p a d p dpßXwOpLSLa, dovXovg Tfj? ä(^poovvT]g TOU? Tfis e X e u O e p l a s uloüs, d p a O e t s ral dvöpous, TOÜS 8f\Qev paOrjTds TOV V6p o u , ÖTToXeoavTas TfjS eKßdaews Tr[V eXTriSa, eTTeiSf) TOÜS TÜTTOUS TOÜ peXXovTOs awcTtos OÜK eSe^avTO. Hom. 10, 10, I f p. 140f DATEMA ist auch als direkte Anrede an Juden gestaltet. - C. DATEMA, Asterius of Amasea, Homilies I - X I V , Leiden 1970, p. xx glaubt allerdings, Asterius gebe hier Eindrücke aus Antiocheia wieder. ^ A . GALANTE, Histoire des Juifs d'Anatolie II, Istanbul 1939, 194f, aus dem Jahr 820, da er [4]580 liest. Photos dieser Texte verdanke ich dem Entgegenkommen von T H . COR STEN. - S. ansonsten noch M Sifra (Lev) 25, 7. B. LE GUEN-POLLET/B. REMY, in: B. REMY (Hrsg.), Pontica I, St. Etienne 1991, 121 (zum pontischen Tokat): „oü viennent d'etre mises au jour deux öpitaphes juives en he breu, encore inedites"; A . 19: „Elles ont etö deposees au musee de la ville. Nous les publierons avec B. ÖZCAN." " Theodorus Balsamon, PG 133, 728 (Kommentar zu einer kaiserlichen Bulle; Ü in Aus zügen: J. STARR, The Jews in the Byzantine Empire, Athen 1939, 228 Nr. 181): rravTaxoü eüpioKÖpevoL ZrpoßiXuÖTaL 'louSatoL, KOL e^Kouaaeia rrXoLOjy x^P'H^^^ws Xt-^i-
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Ein Grabrelief des frühen 4. Jhs. aus Geyve, dessen Inschrift verlorengegangen ist, wurde vielleicht von einem Juden in Auftrag gegeben.'^
Amastris In den acta Andreae wird behauptet, die Stadt habe eine große jüdische Ge meinde besessen;'"* auf historischen Informationen muß das nicht beruhen.
149 Jüdischer Einfluß? Edd.: E. Kaiinka, ÖJh 28, 1933, Beibl. 61 Nr. 8 (Lifshitz 35; C. Marek, Stadt, Ära und Territorium in Pontus-Bithynia und Nord-Galatia, Tübingen 1993, 165 Nr. 27; I. Levinskaya, The Book of Acts in its Diaspora Setting, Grand Rapids 1996,215). FO: Amasra, auf der Stadtwache; heute verschollen (Marek). Beschreibung: „vierseitiger Marmoraltar mit vierseitigem Profil" Kaiinka. H.: 1,04 m (oberes Profil: 0,26 m; unteres Profil: 0,28 m); B.: 0,21 m; T.: 0,155 m; litt.: 3 cm.
Toten, Freigebigkeit bei den Armen, Ehrerbietung gegenüber den Freunden, Sorge für die Fa milie, offenherzige Gastfreundschaft zu jedermann, erscheinen als das rechte Gegenstück zum Wimsch nach Rache. Man würde aus diesem Grunde eher dazu neigen, in der auf der Stele ... um Rache bittenden Familie jüdischem Milieu angehörende oder nahestehende Personen zu vermuten." 145f erklärt er dann allerdings, daß auch ein christliches Rachegebet nicht ausgeschlossen werden kann. M . CREMER, Hellenistisch-römische Grabstelen im nordwestlichen Kleinasien II, Bonn 1992, 73ff; c f TH. CORSTEN, Topoi IV 1, 1994, 310. Eine Abbildung des Reliefs, das sich heute ohne Inv. Nr. im Museum von Bolu befmdet, bietet das Frontispiz von CRE MER, Bd. II. Dargestellt ist ein Ehepaar, in dessen Pallien am linken unteren Ende ein auf den Kopf gestelltes, gammaförmiges Zeichen (Gammadion) eingemeißelt ist. Gammadia fin den sich V. a. bei christlichen Würdenträgem, bei Propheten, Aposteln, Seligen, Heiligen, Engeln. CREMER erklärt nun, daß es sich bei dem Ehepaar nicht um Christen handele, da diese im phrygischen Grenzgebiet meist durch ein Eucharistiebrot auf dem Grabrelief be zeichnet seien (allerdings stammen die meisten Beispiele dieses Brauchs aus dem 3. Jh.). Da das Gammadion auch von Juden getragen wurde, CREMER 75, u. a. mit Verweis auf GOOD ENOUGH, Symbols IX 162ff, kämen hier auch Juden als Auflraggeber in Frage (in DuraEuropos ist das Gammadion auf der Kleidung berühmter biblischer Gestalten zu fmden; zum Gammadion auf Textilien zitiert sie noch Funde aus den Höhlen südlich von Qumran, Y . YADIN, The Finds from the Bar Kochba Period in the Cave of Letters, Jemsalem 1963, 223; 227ff mit flg. 66; 74f; 77; T a f 6 7 f ) . Das Gammadion scheint aber keine exklusiv jüdische oder christliche Schmuckform gewesen zu sein, so daß sich hier keine Sicherheit erzielen läßt. Epiphanius Monachos, p. 65: f] 8e TTÖXLS TrXripris 'louSaicov pövcüv.
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Abb.: Kaiinka (Facs.); A.R.R. Sheppard, Talanta 12/3, 1980/1, Taf. 2. Ü: Lifshitz; Sheppard 96; L.H. Kant, A N R W II 20, 2, Berlin 1987,
677;
Levinskaya; Williams 122 V 45.
06(1) dveiKTITCü ' A a ß a | i € L Kap.] TT) Kvpiq 5
euxt)
Trpoa-
eü^d-
(levog Kai dveOriKa
Av-
prjXLog TTpcü10
TÖKTTITOS eüxapLCTTTi[pi]o[v]
3: 'Aaßapet omm. Robert, Op. Min. III 1610 u. Lifshitz (nach ihnen auch alle Übersetzun gen mit Ausnahme Sheppards); 4: rr\ tcuplg Kaiinka (Levinskaya), der allerdings auch schon den richtigen, von Robert wiederhergestellten Artikel, überlegte. Dem
unbesiegbaren Gott Asbameus und der
hohen Proseuche, stiftete ich,
Aurelius Protoktetos, die Dankesgabe, nachdem ich ein Gelübde getan und (mein Ziel) erreicht hatte.
Datum: nach 212 (Z. 8ff.). Dieser Text ist immer wieder als sicher jüdisch,'^ sicher nicht jüdisch'^ oder als Zeichen jüdischen Einflusses betrachtet worden.'^ Der Grund für diese Un sicherheit liegt in der Kombination des 9eös" di/LKTiTos' ' Aaßaiieus- mit
dem
eigentlich jüdisch besetzten Begriff der Kupla TTpoaeuxr|.'^
" SCHÜRER III 1, 35; S. MITCHELL, Anatolia, Oxford 1993, II 36. N . HYLDAHL, N T S 25, 1979, 396ff; H. BLOEDHORN, JSS 35, 1990, 69. SHEPPARD ( A . 12) 96; aber vgl. schon ROBERT, Op. Min. III 1611: „II me semble difficile de ne pas voir dans l'emploi du terme rrpooeuxri ... une influence judaisante, qui n'est pas surprenante sur les cites du Pont-Euxin." JLR Bull. 1938, 471: „peut-etre influence judaisante". Von einem judaisierenden heidnischen Kultverein sprechen M . HENGEL/A.M. SCHWEMER, Paulus zwischen Damaskus und Antiochien, Tübingen 1999, 255; cf HEN GEL, ludaica et Hellenistica I, Tübingen 1996, 290; ID., in: HENGEL/MITTMANN/ SCHWEMER (Hrsgg.), La cite du dieu - Die Stadt Gottes, Tübingen 2001, 257. L.T. STUCKENBRUCK, Angel Veneration and Christology, Tübingen 1995, 186 A . 410 verweist auf diese Inschrift als einzigen Beleg für Trpoaeuxrj, der „in all probability" nicht-jüdisch sei.
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Iff.: Das Epitheton macht deutlich, daß mit dem unbesiegten Gott nicht der jüdische Gott gemeint sein kann.*^ Philostrat, V A I 6 p. 5 K: eoTi Se TL irepl Tuava uSwp 'OpKiou Atög ... KaXoüai 8e aÜTÖ ' AGßa[ialov (danach Ps. Aristot. M h . 152 p. 845 b 33ff.); cf. auch Amm. Marc. 23, 6, 19. Aus Asbamaion soll sich Asbamaios als Beiname des Zeus als „Schützer des Eides" (Jessen, RE II 2, 1518) entwickeh haben. Der Beiname mag hier besonders passend sein, weil es in der Inschrift um die Erfüllung eines Gelübdes geht. Davon unberührt bleibt die Frage, weshalb der sonst nur literarisch für Kili kien belegte Beiname des Gottes in Amastris verwendet wurde. 4f.: Robert, Op. Min. III 1610: „La dedicace est faite, comme si souvent, ä la commimaute", und diese Gemeinde kann durchaus mit dem ehrenden Bei wort belegt worden sein. Man vergleiche etwa R E C A M II 209 b (Kalecik/Galatien): T W iieydXw Oew üijJLaTco Kai eTToupavlo) Kai T O L S dyCois avrov dvyeXoLS Kai Tfj TrpoaKUVT]Tiü aÜTOü Trpoaeuxrj T d (LSe e p y a
yetveTat;
hier 215 (Sibidimda/Pisidien): Geo) ÜIIJLOTOOL Kai dyei^g KaTa(|)uyf). Zumindest die erste Parallele sollte den Einwand von Levinskaya 96; 109; 114f.; 216 be heben, daß TrpoaeuxTi nie von der Gemeinschaft gesagt werde.-^^ •npoaevxA wird nicht nur von Juden verwendet, sondern auch von den Verehrem des Geög L)i)jLaTos (epigraphische Belege bei Mitchell 94 A . 20);^' da es diesen Kult in Amastris gibt (Mitcheil 140 Nr. 195f.; Marek, EpAnat 32, 2000, 135 Nr. II), darf eine Beziehung zu ihm nicht ausgeschlossen wer den, selbst werm Mitchell unseren Text nicht aufnahm (aber Mitchell 94 A . 20: „it may be associated with the cult"). Häufiger ist allerdings die Verwen dung von rrpoaeuxri durch Juden - wenn auch nicht in Kleinasien.'^^ 9f.: ein anderer TTPWTÖKTTITOS' in Hierapolis/Kastabala, R. Heberdey/A. Wilhelm, Reisen in Kilikien, Wien 1896, 36f. Nr. 89 und einer in Zypern, O. Masson, B C H 118, 1994, 269 Nr. 15, der auf weitere Beispiele aus Zypern und Rom verweist; zur Namensbildung vgl. Bechtel, HPN 268.
" Gott wird in jüdischen Inschriften selten so direkt genannt, WILLIAMS 195 A . 41, die aber nicht die entsprechende Konsequenz zieht. Die Erklärung, daß in RECAM II 209 b nicht die Gemeinde, sondem das Gebäude ge meint sei, läßt sich nicht halten: r d (LSe epya kann die Gebäude bezeichnen, die hier ge stiftet wurden. Etwas zu einfach machen es sich HENGEL/SCHWEMER ( A . 17) 255 A . 1040: „Ihre (seil. LEVINSKAYAs) Lesung bereitet jedoch philologische Schwierigkeiten. Der Begriff Trpoaeuxri erscheint nur in jüdischen Texten seit der L X X in der Bedeutung Ge bet und Gebetsstätte." Gerade der letzte Teil der Aussage ist leider falsch. LEVINSKAYA meint, die Weihung hier gelte dem „most mighty prayer". ^' Das bekannteste Beispiel ist sicher Apg 16, 13 (Philippi): e^iiXOopev e^w Tf\s rrüXris rrapd rroTapov ou eyopLCopev rrpooeuxriv elvai. I. LEVINSKAYA, The Book of Acts in its Diaspora Setting, Grand Rapids 1996, 218 vergleicht zu Z. 4 f noch T A M V 1, 461 b (Lydien): eü^aro eüxriv; IPriene 174, 18: ras eüxds eü^eraL, doch kann in unserem Text nicht von einer vergleichbarenfiguraetymologica die Rede sein.
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llf.: dtvaTL0r||iL evxoLpioTÜv u. ä. ist bei der Erfüllung eines Gelübdes eine häufige Formel in Votivinschriften aller Religionen.
Kalchedon 150 Das Grab des Jakob Edd.: A . Sideropoulos,'0 ev KixiVGTavnvovnöXei 'EXkqviKÖs (})LXoXo'yLKÖ? SuXXoyos. n a p d p T r | | j . a T O U iC T Ö [ I O U , Konstantinopel 1887, 125 (Oehler 297 Nr. 47; Krauss 229 Nr. 54; CIJ II 801; IK 20, 76). FO: Chrysopolis (Skutari), cf JLR Bull. 1954, 24 p. 104. Beschreibung: über dem Text eine große Menorah, die am Fuß mit zwei Voluten verziert ist, cf R. Hachlili, The Menorah, Leiden 2001, 424 D 8.322. Abb.: Sideropoulos; Frey; Merkelbach (Facss.). Ü: Krauss; Frey. evQa KQTdKLTe E i d K o u ß o s - TTp-
eaßuTepos u e l bs 5
A e O V T L O U TTp-
eaßuTepou
If.: Oehler läßt die beiden ersten Worte aus.
Hier ruht Jakob, der Alteste, Sohn des Leontios, des Altesten. Datum: Nach den Buchstabenformen und dem Formular 4. Jh. oder später, cf Robert, Hellenica XI/XII 398. Die Namen sind beide typisch jüdisch; zu Leontios s. 14 B, 21 (Komm.), zum Amt des T r p e a ß u T e p o g s. 5, 1 (Komm.); 151 zu einem weiteren Träger dieses Titels in Kalchedon. Zur Bekleidung desselben Amtes durch Vater und Sohn s. 41, 2 (Komm.).
151 Das Grab des Sanbatis Edd.: A . Sideropoulos,'0 ev K w v a T a v T L v o u T T Ö X e L 'EXXrivtKÖ? (^iXoXoyLKÖsZuXXoyog. napdpTT]|j.a T O U L0' T Ö [ I O U , Konstantinopel 1891, 21 (Th. Remach, REJ 26, 1893, 167ff; Oehler 296f Nr. 46; Krauss 229 Nr. 53; Leclercq, Dict. d'arch. ehret. VIII, Paris 1928, 238; A . Galante, Histoire des
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Juifs d'Anatolie II, Istanbul 1939, 230f.; CIJ II 800;^^ B.J. Brooten, Women Leaders in the Ancient Synagogue, Chico 1982, 237 A . 53; IK 20, 75); J. Ebersolt, Mission archeologique de Constantinople, Paris 1921, 51 Nr. 7; D . Feissel, T & M Byz 10, 1987, 411. FO: Arnaut Köy, am Südhang des Berges Alem Dag, östlich des Hieron; der Stein ist heute im Museum von Istanbul, inv. 3011, „reserve 10".^"*.. Beschreibung: Marmortafel, unter der Inschrift Menorah und Lulab, cf. R. Hachlili, The Menorah, Leiden 2001,423 D 8.321; undeutlich zu erkennen ein Shofar und ein „objet rond mal caracterise" (Feissel), also vielleicht Ethrog (wird in der Beschreibimg von Sideropoulos eigens erwähnt)? H.: 0,7 m; B.: 0,27 m; T.: 0,08 m; litt.: 3-3,5 cm. Abb.: Sideropoulos (Facs. der Zeichnung des Photographen G. Abdullah; hiervon hängen die Facss. bei Reinach u. Merkelbach ab; vgl. auch Frey); Ebersoh 51 flg. 4 (Facs.); Feissel Taf I 1. Ü: Reinach; Krauss; Leclerq; Galante; Frey; Brooten; Williams 38f II 25. evQdSe KaTdKriT[e]
Zayßdrig, vyös Fepo)5
vTr|ou
Trp(€aßuTepou),
YpafiaTeug Ke aLTrr|a'"T''-
d r i g TÖV TiaXewy. 10
ripLvri
Galante hat eine andere Zeilentrennung und normalisierende Orthographie; letztere fmdet sich auch bei Oehler u. Krauss. 3: Zavßdaiog Krauss; 5: TT(aT)p(ö)s Ebersolt, der das Abkür zungszeichen als Buchstaben verstand; 7: AITTHZn lapis, KS AITTHZT Sideropoulos.
Hier ruht Sanbatis, der Sohn des Ältesten Gerontios, Sekretär und Vorsteher der Alten. Frieden. Datum: das Datum läßt sich nur aus den Buchstabenformen, Abkürzungen u. der Orthographie erschließen; der Stein stammt mindestens aus dem 4. Jh. (Robert, Hellenica XI/XII 398), ist vielleicht sogar später. 3: zu diesem u. ähnlichen Personennamen vgl. 14 A , 18 (Komm.).
FREY notiert noch das Ms. DE ROSSI 16465; dazu vgl. p. 180 A . 137. Vgl. neben FEISSEL schon ROBERT, Sardes 57 A . 8: ,je republie cette inscription d'apres la pierre dans Hellenica XIH".
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4: Intervokalisches Gamma wird seit dem Hellenismus benutzt „to indicate a Spirant glide between L and a following vowel", L. Threatte, The Grammar of Attic Inscriptions I, Berlin 1980, 441 (Lh.). Iota u. Ypsilon waren schon längst identisch. 4f.: Die Namensbildimg Gerontios wurde erst in der Spätantike üblich, woran schon Reinach erinnerte. 5: Theoretisch kann man auch die Auflösung TTp(eaßt3Tepos-) erwägen, doch sind die Titel, die sich sicher auf Sanbatis beziehen, voll ausgeschrieben; die Abkürzimg mag daher der Charakteristik des Vaters dienen: Gemeinde ämter der Vorfahren werden auch sonst geme genannt, vgl. 41,2 (Komm.). 6: zu -ypap-iiaTeiJS' vgl. 44, 2 (Komm.);^^ hier ist zu entscheiden, ob es sich um emen eigenen Titel handelt, oder ob zu verstehen ist: ypaiiaTeiJS' ... T Ö V iraXecov. Freys Hinweis auf die Ämterhäufung ist auf jeden Fall berechtigt. 7ff.: Reinach u. WUliams 184 A . 16 verstehen yepouatdpxris", wollen also in den TiaXaLOL nur einen anderen Namen für die TrpeaßuTepot oder yepovT€s sehen. Dagegen spricht allerdings Z. 5, wenn man nicht in diesem kurzen Text zwei unterschiedliche Wörter für dieselbe Sache oder einen Wechsel der Bezeichnung innerhalb emer Generation armehmen will. H. Willrich, apud ,H. Achelis, Z N T W 1, 1900, 95 A . 3 versteht einen (gottesdienstlichen) Chor der Alten, dessen Vorsteher Sanbatis gewesen wäre. 8f.: TraXaLÖ9 wird ün klassischen Griechisch nach Homer nicht mehr mit Bezug auf das menschliche Alter gebraucht, wie S. Applebaum, m: S. Safrai/ M. Stem, The Jewish People in the First Century, Philadelphia 1974, I 484 hervorhebt: „ol TraXaioL therefore would here mean 'old' in relation to some C o m m u n i t y or quarter". 16, 2 legt aber nahe, daß die Verwendung von naXaiös für das Lebensalter nicht ganz ausgeschlossen war.'^^ Also bleibt im Augen blick nur die Unsicherheit, Brooten 52: „Should one assume two Councils, one of eiders, one of ancients? This seems unlikely. Given the lack of evidence, one cannot come to a more exact understanding of the organizational structures of that Community." 10: hier fmdet sich die griechische Form des Friedenswunsches, der in der Spätantike manchmal bereits a u f Hebräisch geboten wird; vgl. e. g. Horbury/ Noy 149 (Jaffa); in griechischer Sprache hier 161. Es handeh sich um eine A b kürzung des Wunsches ev etprivri f) K0L|iT]aLS aÜTOu, 160, 6f
" REINACH u. MERKELBACH verstehen hier einen Rabbi. Die Eingrenzung auf Homer ist auch nicht ganz richtig: auch wenn die meisten LSJ s. V. I 1; II 1 zitierten Beispiele aus Homer stammen, wird der Sprachgebrauch dort bis in die Klassik dokumentiert. Wichtiger ist, daß L X X TraXatös benutzt, um ake, hochbetagte Men schen zu charakterisieren, Hiob 15, 10; Dan 7, 9; 13; 22.
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Klaudiou Polls 152 Das Grab des Alexandros Edd.: F. K. Dömer, Bericht über eine Reise in Bithynien, Wien 1952, 62 Nr. 168 (JLR BuU. 1953, 194 p. 176; IK 31, 180). FO: An der Straße des Dorfes Cansahzemettin, 15 km östlich von Bolu, verbaut. Beschreibung: Profilierte Säule aus Kalkstein; unter der Inschrift eine M e norah; links von ihr ein Shofar, rechts Lulab und Ethrog. Die Inschrift steht auf dem obersten Rand der Säule und in der Hohlkehle. H.: 0,93 m; Durch messer: 0,73 m; litt.: 2 cm. Abb.: Dömer Taf. 25; Becker-Bertau p. 128 (Zeichnung); L. Rot-Gerson, in: A . Kasher/A. Oppenheimer/U. Rappaport (Hrsgg.), Synagogues in Anti quity (hebr.), Jerusalem 1987, 144 fig. 6; nur die Schmuckformen in der Zeich nung bei R. Hachlili, Ancient Jewish Art and Archaeology in the Diaspora, Leiden 1998, 319 flg. VII-7 i; ead., The Menorah, Leiden 2001, 77 fig. II 22 (cf 359 D 5.3). Aüp.
'AXe^avSpo? K(j5[jLr|s E[.]KOuoav Tf|s FopStrivfis
2: rop8r|vfis Dömer, cf. Robert, Hellenica XI/XII 397; fopÖLTivfis Becker-Bertau nach Dömers Abschrift. Aur. Alexandros aus dem Dorf der Ef.Jkouoi der Gordiene. Datum: Nach den Buchstabenformen aus der hohen Kaiserzeit, 3./4. Jh. Symbole dieser Art kommen zwar nicht ausschließlich, aber häufig auf Grabsteinen vor, und es gibt keinen Anlaß, hier eine Stiftung zu sehen. 2: J. u. L. Robert dachten an ein Dorf in Armenien, doch zeigte Becker-Ber tau, daß es auf dem Territorium des benachbarten Krateia/Flaviopolis emen Landstrich gab, der Gordiene hieß. Der hl. Theodoros v. Sykeon vertrieb Dä monen, als er aus Galatien ev T W X ^ P ^ W BouCatcov, T W ÖVTL ÜTTÖ Tf]v KpaTLavwv TTÖXLV, gekommen war (vita Theodori 43 p. 38 Festugiere). Die Dämo nen beschwerten sich über den Heiligen: w ßta, TL eXf|Xu0as (58e, atSripö4)aye;TL TT^V FaXaTtav KaTaXeLijJCi? Tf]v rop8Lavf]v mTeLXT](l)ag; Die Stadt luliopolis hieß früher FopStoi) Kwiiri.'^^
" Strab. 12, 8, 9 p. 574: CK P o p S i o u Kojpr)?, fjv vorepov eTTOLtjoe TTÖXLV Kai r r p o o r j y ö p e u o e v 'IOUXLÖTTOXLV. Plin. n. h. 5, 143: Gordiu Come, quae luliopolis vocatur. Zur weiteren Verbreitung des Namens im galatisch-bithynisch-phrygischen Grenzgebiet s. ZGUSTA, KOP 143f § 215.
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Vgl. E[.]KOV(X)V.
die
Ortsnamenbildung
ev
321
T W X ^ P ^ V BouCaLCdv
und
KWiiris-
C. Marek, M H 59, 2002, 50 macht auf eine noch unveröffentlichte
Inschrift für den 0 0 1 0 9 KQI SLKQLOS" auftnerksam, die ürrep
'Apaßrivwv ge
setzt worden war: die Binnengliederung des Territoriums von Klaudiou Polls und seiner Nachbarschaft behielt die alten, indigene Dorfstruktur bei, wie sich sich in diesen Ortsnamen zeigt.'^^ Der Fundort, sicher noch auf dem Territorium von Klaudiou Polls, kann nicht zur Gordiene gehört haben - wurde deshalb die Herkimft angegeben, oder ist der Stein verschleppt worden?
Nikaia Die Gegend um Nikaia wird vielleicht im Talmud erwähnt,^^ die Acta An dreae nennen eine große jüdische Gemeinde und eine Synagoge in der Stadt, ohne daß man daraus weitere Folgerungen ziehen wird.^^ Daß es wenigstens in der Spätantike eine Synagoge gab, zeigt die folgende Inschrift.
Wenig kon
krete Informationen wird man der Erwähnung einer jüdischen Gemeinde in ei ner Heihgenvita des 9. Jhs. entnehmen,^^ aber Inschriften aus dem 12./13. Jh. zeigen den Fortbestand der Gemeinde an.^^
Zur Bildung von Dorfriamen mit dem Ethnikon der Bewohner vgl. die Liste bei C. SCHULER, Ländliche Siedlungen und Gemeinden im hellenistischen und römischen Klein asien, München 1998, 291 ff.; 308ff. pT Meg 1, 1; M Moed Joma 10 a erklären Aschkenaz in Gen 10, 3 mit Asia; dazu meint A . NEUBAUER, La Gtographie du Talmud, Paris 1868, 310: „ce qui est sans doute une allusion au nom dAscania, province dans la Phrygie majeure"; Askania war die Land schaft um Nikaia, von der ein Teil auch als phrygisch bezeichnet wurde. '° Epiphanius Monachos p. 56: Kai rrapd 'IOUSOLOL? (jvvajbiyy] peydXri. Das Ergebnis der Tätigkeit des Andreas in Nikaia wird u. a. so zusammengefaßt, p. 65: Kol TTIV oumywy-qy eTroLriaev" eKKXriaCav, ISpüaag avrr\v e i s OwLaoTripLor' Kai ö^opdaa? Tf\s QeoTOKOU. " IK 9, 175 wurde zuletzt abgedruckt von MERKELBACH/STAUBER II 166f Nr. 09/05/ 12; unter einem Epigramm auf den Arzt Hedys fmden sich noch die Namen der Toten: ' Hol»? TTp€CT(ßiJTepos') eT(äv) ve\ ALKOLoaüvri eT. v\ Dazu bemerken MERKELBACH/STAU BER p. 167: „Dieser Arzt war gleichzeitig Presbyter, also wohl ein Christ oder Jude." " ßCos TOU öoiou TraTpög r|paJi/ KojyoTavTLyou TOÜ 'louSoLtov, erhalten im cod. Flor. Med.-Laur. IX. 14 aus dem 11. Jh., ed. AA.SS Nov., vol. IV p. 628ff (Ü in Auszü gen: STARR [A. 11] 119ff Nr. 54). Der Heilige, ein konvertierter Jude, stammte aus Synnada, ging in ein Kloster bei Nikaia, von wo aus er sich einige Zeit als Eremit auf den Olymp zurückzog (c. 23 p. 634): Kai ydp TL? fjv j&v rrpög yivovg 'Eßpaicov 6 TTIV ouaK6uf]v ÜTToOepevog, dv TW TTepLußpLoOfjvaL TT\ TraTpwa TrXdvri TTaXLv8popT]CTr|. TOÜTO ydp TTÖXXoKLg ' EßpaioL? KaTd TOU poKapiou SieaTTouSaaTO. Später wird ein Mordanschlag der Juden von Nikaia auf ihn berichtet (c. 51 p. 642): öOey KaC TLveg 'Eßpaiwv ct)uXfi? aÜToae
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1 5 3 Ein Psalmenzitat Edd.: A . M . Schneider, Die römischen und byzantinischen Denkmäler von Iznik-Nicaea, Berlin 1943, 36 Nr. 68 (JLR Buh. 1946/7, 189); IK 9, 615; A . Pralong, Melanges Ahrweiler, Paris 1998, II 604; C. Zuckerman, SCI 20, 2001, 107 (SEG 48, 1499). FO: Bei der Renovierung der Stadtmauer unter Michael IIL (857/8) m ei nem Turm verbaut, danach Brunnenfassung in einem unterhdischen Gewölbe raum (Böcek Ayazmasi) im SO der Stadt, jetzt im Museum von Iznik, inv. 806. Beschreibung: L.: 0,67 m; B.: 0,29 m; litt.: 2,1 cm. Der Block aus prokonnesischem Marmor kaim oben und unten gekürzt worden sem; es ist möghch, daß er zu einer aedicula (Torah-Schrein?) gehörte. Über der Inschrift eine M e norah (R. Hachlili, The Menorah, Leiden 2001, 361 D 6.8) auf einem Dreifuß, aus dem ein reich verzierter, stark unterteilter Stamm wächst; darauf ein Kra ter mit übergroßen, omamentalen Griffen in Form zweier Spiralen.^"* Aus dem Krater erhebt sich der eigentliche Leuchter. Abb.: Sabin (Zeichnung der Menorah); S. Fine/L.V. Rutgers, Jewish Studies Quarterly 3, 1996, 3 fig. 1; 4 fig. 2; 13 fig. 3;^^ S. Fine (Hrsg.) Sacred Reahn, Oxford 1996, 41 fig. 2.16; R. Hachlili, Ancient Jewish Art and Archaeology in the Diaspora, Leiden 1998, 319 fig. VII-7 h (Zeichnung des Leuchters); ead., Menorah 77 fig. II 22 (Zeichnung des Leuchters); Pralong fig. 3; 4 a^; Zuckerman 106.^^ Ü: Sabin; Fine/Rutgers 6; Zuckerman 106. 8L8OÜS
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K a T o i K o ö v T e j epTTopeCas x e xäp\,v KOL Tfjg aXXrig d(l)9oyiag OLKei.g BpriaKetg errepaivouTO XuTTtüvxes K a r d XpCarou. " A . M . SCHNEIDER, Die Stadtmauer von Iznik, Berlin 1938, 36 Nr. 69f., damnter das Grab des Malers Abraham ben Meir. - Zu Juden in Nikaia vgl. noch A . KÜLZER, Disputationes Graecae contra ludaeos, Stuttgart 1999, 245. FINE/RUTGERS, JSQ 3, 1996, 17 widersprechen daher der geläufigen Idee, daß es sich bei den Spiralen auf einigen anderen Reliefplatten um symbolische Darstellungen der Torah handele. " Ein Kurzfassung von FINE/RUTGERS ( A . 34) findet sich auch in HD., Qadmoniot 31, 1998,123ff.; Abb. dort 123f Dank der Freundlichkeit von C. ZUCKERMAN haben mir seine Photos des Monu mentes vorgelegen.
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1: [ö] 6L8OU? Schneider etc., doch zeigt Zuckerman 107, daß für den Artikel kein Platz mehr ist; If.: Keil apud Schneider schrieb d'y[a9]öv TL, was von den Roberts, Sahin u. Pralong übemommen wurde, aber, wie Fine/Rutgers 6 betonen, weder in der hss. Tradition noch als Zitat überliefert ist. Der Platz reicht nicht für Keils Ergänzung, und die Photographien zei gen, daß auf das Alpha ein Rho folgte.
Der allem Fleisch Speise gibt, denn seine Güte währet ewiglich. Datum: Fine/Rutgers 17 datieren den Stein wg. der ikonographischen Par allelen aus Sardeis imd Priene (vgl. p. 233) in das 4.-6. Jh.; da sich aber nicht zeigen läßt, daß das von ihnen herausgestellte Motiv erst in dieser Zeit ent stand,-'^ sollte man Schneiders Datierung in das 2. Jh. (p. 17) vielleicht nicht ganz von der Hand weisen; die Buchstabenformen widersprechen dem nicht vöUig.^^ Die Wiederverwendung beim Mauerbau wird durch IK 9, 460 ins Jahr 857/8, in die Herrschaft Michaels III., datiert. Auf dem wiederverwendeten Stem steht ebenfalls ein Hinweis auf diesen Kaiser (IK 9, 463 mit Taf. 27): TTÜpyo? MLxaf]X (leydXou ßaaLXews ev X(pLaT)cp ai)TOKp(dTopos). Unter dieser Inschrift ist noch eine ältere Verzierung zu sehen, drei konzentrische Kreise aus Dreiecken mit einem griechischen Kreuz m der Mitte (Pralong fig. 2; 5; 7f.). Pralong 607f. zitiert einige Parallelen, die aus dem 5./6. Jh. stammen; wenn das innere Motiv richtig als griechisches Kreuz interpretiert wurde,^^ dann ist dieser aus einer Synagoge stammende Stein sogar schon vor dem 9. Jh. von Christen verwendet worden. Iff.: Es handelt sich um ein Zitat von Ps. 135 (136), 25, was schon deshalb von Interesse ist, weil Bibelzitate in den jüdischen Inschriften eher selten sind. Die meisten von ihnen stammen aus Grabinschriften,'*^ was hier allerdings we gen des fehlenden Namens und v. a. der qualitativ hochrangigen Steinmetz arbeit nicht in Frage kommt. Die Herkunft des Steines aus einer Synagoge sagt nichts über die Verwendung von Ps 135 (136) in der Liturgie aus. Die Stelle lautet in der LXX: ö SiSoüs- Tpo^r\v Trdarj o a p K L , ÖTL eis axCSva T Ö eXeog aÜTOu, doch findet sich in der Hexapla: StSoü? dpTÖv,'*' so " PRALONG, Melanges AHRWEILER, Paris 1998, II 604 zitiert die MenorahDarstellungen aus der Synagoge von Dura Europos, K. WEITZMANN/H.L. KESSLER, The Frescoes of the Dura Synagogue and Christian Art, Princeton 1990, 66f mit fig. 80. Anders PRALONG ( A . 37) 604f, die letztlich doch für das 4. Jh. votiert; ZUCKER MAN, SCI 20, 2001, 108. " Vgl. aber p. 221 zur Benutzung christlicher Symbole bei Juden. FINE/RUTGERS ( A . 34) 9; es ist deshalb nicht völlig unverständlich, daß SAHIN p. 239 b hier eine Grabinschrift sah. FINE/RUTGERS 8 stellen 19 Belege aus der Diaspora zu sammen; elfinal wird Proverb. 10, 7 zitiert ( c f P.W. VAN DER HORST, Ancient Jewish Epi taphs, Kampen 1991, 3 7 f ) , viermal 1 Sam 25, 29; aus Kleinasien stammen sonst nur 175f (Zach 5, I f f ) . Auch in Israel, wo mehr Bibelzitate auf Inschriften gefimden wurden, wird Ps 135 (136) nicht zitiert. F. FIELD, Origenes Hexaplorum quae supersunt II, Oxford 1875, 290.
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daß entsprechend zu ergänzen ist. Aquila aus Sinope oder Symmachus kom men als Urheber der Variante in Frage,'*^ und es ist wichtig, daß man in Nikaia noch in der Spätantike eine andere Bibelübersetzung als die L X X benutzte."*^ Daß lustinian i. J. 553 neben der L X X nur die Benutzung der Übersetzung des Aquila erlaubte, wird man zu Datierungszwecken nicht heranziehen wollen.'*'*
Nikomedeia Literarische Bezeugungen von Juden in Nikomedeia sind selten; ein hagiographischer Text spricht von der Rolle der Juden in den Verfolgungen unter Aurelian, doch ist er zu sehr dem Bericht der Evangelien vom Verrat des Judas nachempfunden, als daß man ihn für authentisch halten müßte."*^ Die In schriften zeigen aber immerhin, daß es im 3. Jh. eine jüdische Gemeinde in der Stadt gab. Eine größere Zahl von Juden wird anläßlich der Rückkehr des hl. Eutychios aus dem Exil erwähnt (577), aber auch hier ist die Historizität der
''^ ZUCKERMAN ( A . 38) 107 spricht für Symmachus, von dem wir den ganzen Vers zwar nicht überliefert haben, der aber regeUnäßig e i g a l ö v a ohne den bestimmten Artikel schreibt (J.R. BUSTO SAIZ, La traducciön de Simaco en el libro de los Salmos, Madrid 1978, 184). Ein Changieren zwischen verschiedenen Übersetzungen, darunter Aquila und L X X läßt sich auch in NOY II 112; 276; 307 beobachten; vgl. VAN DER HORST ( A . 40) 37f Nov. 166 (LINDER 402ff. Nr. 66, vom 8. 2. 553) erlaubt die Benutzung der Sprache, die der Gemeinde am geläufigsten ist, aber falls Griechisch verwendet wird, verfügt er: -nX^v ol S i d TT^g eXXr|VL8og dvayiYvajaKOVTeg xfi xtov eß8opr|Koyxa XPA^^'^'^^^ TTapa8öoeL Tr\ •ndvTUiv dKpLßeaxepg KQI rrapd x d g dXXag e y K e y p t p e v r i Std x ö p d X i a x a rrepl xfiv eppr|veiav oupßeßrjKÖg
... cög d v pf) x d g Xoirrdg aüxotg drTOKXeCeLV vopiaQeLripev
eppr|-
v e l a g , d8eLav 8L8opev KOI Tr\ 'AKUXOU KexpriaOai, KÖV e l dXXö({)uXog e K e t v o g Kai oü p e x p l a v errl x i v w v Xe^ecov exr) rrpög xoüg eß8opriKovxa xfiv 8La(j)(jüVLav. Passio S. Lucilliani et sociorum, ed. H. DELEHAYE, Anal. Boll. 31, 1912, 187ff: (1) ßaoLXeüovxog AüpTiXtavoü f)v dOpoiapög
peyag
xcov Xpioxcavcov e v xfi NLKopri8ea)v
TTÖXei ... ( 3 ) ZtXßavög Se ö KÖprig epßpiOfig y e v ö p e v o g Kai OupopaxcSv
Kaxd XCÜV Xpt-
axtavcüv, eKeXeuoev exoipdCeaBai x d rrpög xfiv OuoCav xcSv S a t p ö v c o v
fiv 8e rrdvxa
rroicüv p e x d aTTouSfjg KOL e^rixelxo pdxcov Keipevcüv rrepiexövxcov
AouKiXXiavög Koxd rrdorig xf^g rröXecog eK rrpoOe-
oüxcog' el XLg ürroSei^eLev
AouKLXXtavöv
xco KÖpr|XL
SLXßavw XLpr|6elg e v xcS rrpaLXCopCco xoü KÖpr|xog rrpcüxog e a x a i . ' l o u S a t o g 8e x i g ö v ö paxL Zupecov, y v o ü g ö x i e^co xfjg rröXecog e a x i v ö d y i o g AouKiXXiavög
p e x d Kai e x e -
pcov TToXXcüv X p i a x i a v t o v , eKxr^aaxo eauxöv
plaOov d 8 i K l a g . Kai irpooeXOtov xc3 KÖprixi
eiTTev eaxL x^P^'^^ e t ™ piXicov 8üo örrou
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ö AouKiXXiavög,
p e x d övopdxcov eßSopfiKovxa' e l oüv SoKei a o i , drröaxeiXov
ö v Cr|xelg, KÜpie p e x ' epoü
axpa-
xLcoxag eß8opf|KOVxa KOI auXXr|i|;öpe6a aüxöv. 2 i X ß a v ö g 8e ö KÖprig dKOÜaag KOL KaOorrXiaag axpaxicüxag eKOXöv TrevxT^KOvxa drroaxeXXei p e x d xoü Supecov KOI auveXaßov xöv
poKdpiov AouKiXXiavöv
p e x d Kai xcov d8eX4)Cüv rrdvxcüv KOL d y o u a i v
aüxoüg e v
xco rrpaixcoplci) xoü KÖpr|xog SiXßavoü. Zum Vergleich mit der Verratsszene in den Evan gelien s. M . SIMON, Verus Israel, Oxford 1986, 123. Einzelheiten, wie der Aufenthalt auf dem Land, sind aus anderen Verfolgungsberichten geläufig.
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Geschichte fraghch."*^ Eme Gememde bestand in byzantinischer Zeit fort."*^ Auch in Nücomedeia gibt es einige Inschriften, die man zu Unrechtftirjüdisch hieh.^«
Eustrat, Vita Eutychii 73 (AA.SS., April I, p. L X I V ) über den Einzug des Eutychios in Nikomedeia: oü pövoy ydp 6 m o T Ö ? KOL CJJLXÖXPLOTO? Xaö?, TÖ ßaaiXeiov LepoTeupa, TÖ IQvog TÖ dyiov, T a g rrpeTTOuaa? eKßor\oeig eTroLeiTO m l Tds eüxopLOTiag dverrepTrev TW Oeö, dXX' en \if\v KOL Ö TÖV dTTLOTtüy KQI e^w Tfjs fjpeTepas aüXr^s Sfjpos 'Eßpatojy, piKpoü SeXu TOÜS rrdiSas pipoüpevoi, T Ö , eüXoyf|peyos ö epxöpevos ev ö w p a T i Kuptou, KOL, aü^T] f\ TTLOTis TCÜV XpLOTLavüv, cXeyov Kpd^ovTes. Zum Autor vgl. A . CAMERON, in: G. CLARKE (Hrsg.), Reading the Past in Late Antiquity, Rushcutters Bay 1990, 205ff.; ibid. 212 zur Angleichung der Rückkehr des Eutychios an den Palmsonntag. E. g. GALANTE ( A . 9) 262ff. Spätestens im 14. Jh., als Aaron ben Elijah dort lebte, war Nikomedeia ein Zentrum der Karäer. - Es gibt keinen Grund, mit V . SCHULTZE, Alt christliche Städte und Landschaften II 1, Gütersloh 1922, 263 anzunehmen, daß T A M IV 1, 254 ebenfalls eine jüdische Inschrift ist. Für folgende drei Texte wurde jüdische Herkunft erwogen: - F.K. DÖRNER, hischriften und Denkmäler aus Bithynien, Berlin 1941, 92 Nr. 94; T A M IV 1, 197 wg. des PNs lustus CloOaTos ZTPOTLCJJVOS vaÜKXripos CW(^? ^TTI TT'. x^lpeTe), G.H.R. HORSLEY, New Documents Conceming Early Christianity III, Macquarie 1983, 122. - T A M IV 1, 364, dazu s. ROBERT, Hellenica XI/XII 397 A . 2: „II se peut qu'il faille y ajouter le no. 106 de DÖRNER Oetzt: T A M IV 1, 364] qu'il a restitue, 1. 3-7: [-yXu]KuTd[T]ci) p[ou dvSpi -lapeLVü) („wohl Endung eines thrakischen Namens auf -Cpeivos, hier opeivos geschrieben") LO[ T]6pTÜXX[a e v ] eLpfivri i\)[vxr] (JOV CA^^^S] e[v OecS? A . M . SCHNEIDER, Gött. Gel. Anz. 1942, 112 a indique:' „ . . . könnte dem Formular nach auch jüdisch sein." J'y avais pense de mon cöte, en songeant ä: 'lo[u5aLcp]. Mais cela rest tres incertain." Die übliche jüdische Formel wäre eher ev elpf^vri r\ KoCpriats oou (vel sim.). Für die Erwähnung derijjuxfi finde ich in diesem Kontext keine Parallele, während der sicher christliche Text T A M IV 1, 357 eine solche bietet: f|v f|pf|vri r\ i\ivxr\ oov. - G. SACCO, Arch. Class. 31, 1979, 248ff Nr. 3 (SEG 29, 980); EAD., Iscrizioni greche d'Italia: Porto, Rom 1984, 11 Iff". Nr. 92: NeLKopr|6iKfi Xpüoai MapKiavfi
dv5pös eTTi e^ [cfr. ClJud 105. 123. 136. 374 ecc] Kelpe c58e [cfr. ClJud 25. 37. 55. 79. 120 ecc.]), penserei che l'iscrizione debba inquadrarsi preferibihnente nell'ambito dell'epigrafia giudaica." V g l . aber zu demselben Konzept T A M IV 1, 114: CA(^[av]Ti [ p e ] T d yuv[aL]KÖs [ ... ] Koa[pL]ajs [e]Tr| Ke' ; 122 (in PEEKs Herstellung): lv' fipIv] dp4)OTepoLS alcovLos [OIKOS Ö8' ecr); 124: auv^riadaav epol TrXfjpri 8uco8eKa CTTJ; 130: aco[(t)p]öva)s auvCiiCTaoav peTd epoü [evlcauToüs ÖKTCÜ; 168: auv[Cr|adcrri] peT' aÜToü eTrj le' ; 189: Cfi[aas] oüv MapKLot p ' ; 194. Die zweite von ihr angeführte Formel, Ketpe c58e, ist zwar bisher in Nikomedeia noch nicht belegt, aber viel zu häufig, als daß man die Religions zugehörigkeit darauf aufbauen könnte.
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154 Das Grab der Ulpia Capitylla Edd.: L. Robert, Hellenica XI/XII 386ff. ( T A M IV 1, 376; J.H.M. Strubbe, in: J.W. van Henten/P.W. van der Horst [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epi graphy, Leiden 1994, 106 Nr. 1; G.J. Johnson, Early Christian Epitaphs from Anatolia, Atlanta 1995, 30 Nr. 1.20). FO: In der Wand eines Hauses im Viertel Turgut, im westlichen Teil der Stadt. Beschreibung: Altar aus weißem Marmor, dessen Rahmungen oben und un ten abgeschlagen wurden. H.: 0,5 m; B.: 0,28 m; litt.: 2,8 cm. Die zahlreichen Ligaturen werden von Dörner und Strubbe notiert. Abb.: Robert Taf. XIII. Ü: Strubbe; Johnson; Williams 30 I 108. TTIV
BrjKriv e G r i K a
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et [ir|, e^et irpö? T[f)v] KpLOLV K a i 8 c j ü a e [ i ] TT] auvayojyiü (Srivapia) ,a 10
K a i TW T a f i e i o )
(Srjvdpia) <})'. XaipeTe 1: [TITIV Robert, corr. Dömer; 6: M H A E N A lapis.
Die Urne errichtete ich und den Altar für meine süßeste Mutter Ulpia Capitylla. Und ich will, daß kein anderer es zerstört Wenn nicht, soll er sich vor dem Gericht (Gottes) verantworten und der Synagoge 1.000 Denare und dem fiscus 500 Denare geben. Lebt wohl. Datum: Mitte 3. Jh. (Robert). If.: Der Name des Sohnes stand auf der oberen Rahmung des Altars. Z u verstehen ist wohl Qi\Kx\ = ö o T o B f i K r i , die Urne auf dem Altar. Die Ausdrücke für das Grab und sein Denkmal sind in Nikomedeia geläufig.'*^
Vgl. e. g. T A M IV 1, 185: eOriKa epauTto TT\V Q\\Kr\v o ü v T& ßcopto; 186: eOriKo TTIV Oi^Kriv Kai TÖV ßcüpöv eOriKO eauTw KOI Tfi ... YUVOLKC; 215: eOrjKa Tjf^v 9f|K[ri]v o ü v TCO ßcjpcS ep[au]Tfi Kai TW ... pou auvßCco; 220; 336: e i s Tfjv p e [ a ] o v TOÜ ßcopoü Kai TOÜ Tdcjjou.
8f|Kriv TTIV Kcipevriv dvd-
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2f.: Die Bezeichnung ßwiiö? gibt exakt das Äußere des Denkmals wieder; sie ist hier also anders zu verstehen als in Hierapolis, 197, 1 (Komm.). Robert 388 zitiert weitere Beispiele für die Junktur yXuKUTdrr) reKOÜaa und bemerkt, daß TeKoOoa erst relativ spät in kaiserztl. Prosa auftritt. 4: KarrtTuXXa noch in Pouilloux/Dunant, Recherches sur Thistoire et les cultes de Thasos, Paris, 1954, II 135 Nr. 260. 5: e r e p o v ist etwas unglücklich, vmtl. gesetzt, weil kein anderer darm be graben werden und dadurch das Grab der Mutter zerstören soll. 6: CIJ I 719 (Argos): TTpös- T W [ir|8eva d v a a K e u d a e T Ö e|iöv
|j.vfi|j.a T Ö
|jLeTd TToXXwv jiöxOwv €TroLr]a[a; Ramsay, Cities II 385 Nr. 231 (Eumeneia): €L Se TIS efTixeLpfjaei
d v a l a l K e u d a a i T Ö V TÖTTOV, eoTOj aÜTW K a T [ d ] p a
T€Kvajv TeK[voL9; IG V 1, 822 (Sparta): öpKiCixt v\iäs pfjaai d v a o K e u d a a L T Ö | i v f j | i a TOOTO evra
... (ir|8evel a u v x w -
vuv dvarrauoiiaL.
7f.: Eine dhekte Parallele aus Nikomedeia ist 155, 14f., e^r\ K p i a i v Trpög TÖV Geöv. Gemeint ist ein Gericht nach dem Tod,^° das m den Grabinschriften fast der einzige Hinweis auf den Glauben an ein Leben nach dem Tod zu sein scheint; vgl. eindrucksvoll Beth She'arim II 162: ö eTravytXöiJ.evos' C^v:oir\ae TOVS veKpovs avTÖs Kpive (wozu es natürlich auch christliche Parallelen gibt). Von der Funktion dieser Wendungen her darf man keine präziseren Vor stellungen vom Nachleben erwarten: es geht nur darum, daß der Verbrecher (von Gott) verurteilt wird und seine Strafe zu erwarten hat. Robert 398ff. vergleicht die beiden Ausdrücke mit der „Eumeneian for mula" e o T a i aÜTü) rrpös T Ö V Geöv, doch ist in christlichen Inschriften spä terer Zeit auch das e x e i v irpös TTJV Kpiatv als Variante verbreitet.^' 8ff.: zur Teilung der Grabmult zwischen Synagoge und ßscus s. 43, 6ff. (Komm.); 157. In den Inschriften von Nikomedeia ist die Teilung der Grab mult zwischen Stadt oderfiscusund einer den Menschen näher stehenden Or ganisation sehr häufig, was T A M IV 1, Index IX 2 leider nicht deutlich macht.
155 Das Grab des Aur. Kyrion Edd.: L. Robert, Hellenica XI/XII 392ff. ( T A M IV 1, 375; J.H.M. Strubbe, in: J.W. van Henten/P.W. van der Horst [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epi-
Zu diesem Konzept in atl., apokryphen u. pseudepigraphen Texten s. U. FISCHER, Eschatologie und Jenseitserwartung im hellenistischen Diasporajudentum, Berlin 1978, 227f.; G.W.E. NICKELSBURG, in: A.J. AVERY-PECK/J. NEUSNER (Hrsgg.), Judaism in Late Antiquity IV, Leiden 2000, 141ff. Das folgende nach J.S. PARK, Conceptions of Afterlife in Jewish Inscriptions, Tübingen 2000, 143ff ^' S. z. B. Studia Pontica III 1, 234 (Euchaita): el^ei] rrpög Tr\v eoiviav Kpiaiy ö äuüylwv; T.B. MITFORD, Byzantion 20, 1950, 116 (Soloi): exleji rrpö? TTIV peXXuaa[v] KpeiOLV.
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graphy, Leiden 1994, 107 Nr. 2; G.J. Johnson, Early Christian Epitaphs from Anatolia, Atlanta 1995, 32 Nr. 1.22). FO: In eine Wand desselben Hauses im Viertel Turgut verbaut wie 154. Beschreibung: Grabaltar aus weissem Marmor, vgl. 154. H.: 0,83 m; B.: 0,26 m. Die zahlreichen Ligaturen werden von Dömer und Strubbe notiert. Abb.: Robert Taf. X I V . Ü: Strubbe; Johnson; Williams 130 V 73. Aüp. Cwv
KupLoov e|iauTc^
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e^T] K p i a i v
TTpög TÖv Geöv.
evXoyia Träa[Lvl. 13f.:TaÜTa rroLriaei Robert, corr. Dömer.
Ich, Aur. Kyrion, baute das Grabmal zu Lebzeiten für mich und meine Frau Aur. lulias. Und ich will, daß nach meinem Hineinlegen kein anderer hinein gelegt wird, wenn nicht mein Kind. Wer aber dagegen etwas tun wird, der soll sich vor dem Gericht Gottes verantworten. Segen für alle. Datum: Mitte 3. Jh. (Robert), auf jeden Fall nach 212. 1: Kupiojv ist trotz der Verbindung zu Kupio? als jüdischer PN sonst nicht sicher belegt," aber der Name ist in Nikomedeia bekannt, T A M IV 1, 266: A i j p . KJupLüjy
KupLü)[vos.
4: |iyri|i€L0v, vgl. T A M IV 1, Index IX 1.
Cf. ROBERT, Hellenica XI/XII 392: „Dans la communaute juive, on songerait volontiers ä un nom theophore forme sur le Kupiog de la Septante; mais je n'en ai pas d'example dans les inscriptions greco-juives." M A M A VII 98 (Laodikeia Katak.) ist trotz der Namen nicht sicher als jüdisch zu erweisen: MapLd[iri KupCcüvi.
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6: Robert 393f. zu den femininen Namen auf -a?, u. a. mit weiteren Bei spielen für den P N lulias. 7ff.: Der Tod der Gattin war offenbar der Anlaß für die Errichtung des Grabes. 14f.: e^T] = e^et ist ebenso möglich. P.W. van der Horst, Ancient Jewish Epitaphs, Kampen 1991, 125 übersetzt: „He will imdergo judgment before God". Vgl. die ähnliche Formulierung in 154. 16: s. 13, 5f. (Komm.); in Nikomedeia noch eirunal 156. Neben der Parallele im Fluch ist es dieser Ausdruck, der beweist, daß wir eme jüdische Inschrift vor uns haben.
156 Das Grab des Aur(elius) Ethelasios und der Aur(elia) Thamar Edd.: P.D. Pogodin/O.F. Wulf, Izvestiya Russkego Arkheologiceskogo Istituta V Konstantinopolye 2, 1897, 115 (Oehler 537 Nr. 48 a; CIJ II 798; Good enough, Symbols III fig. 977 [mit Text nach PogodinAVulfj); S. Petrides, Echos d'Orient 4, 1901, 356f. ( V . Schnitze, Altchristliche Städte und Land schaften II 1, Gütersloh 1922, 262 A . 6; H. Leclercq, Dict. d'arch. ehret. VIII 1, Paris 1928, 239; Robert, Hellenica XI/XII 395f.; T A M IV 1, 374). FO: Nikomedeia. Beschreibimg: Neben der Inschrift Menorah, Shofar und Lulab; cf. R. Hach lih, The Menorah, Leiden 2001, 385 D 8.96; 423 D 8.320. Abb.: Pogodin/Wulf (Facs., danach Frey; Goodenough). Ü: Frey; Krauss 229 Nr. 55 b; Leclercq; Goodenough, Symbols II 115; Wihiams 34 11 4.
5
Aüp. 'E9e[XldOLos ULÖ? M a KeSoytou TOÜ duayvcüOTOu KOL Aüp. 0 a | i d p C&VTes e y K Q T e 9ö|ie9a Tfjv 9riK.r\v. eüXoyia
If.: A(üpr|XLOs) ' P e G e X a i o g Pogodin/Wulf; A ü p . ' P e G e X a i o g Oehler; ' E 9 e X [ d ] a L o s Frey,
ohne die Lesung von Petrides zu kennen; 5: Aüp(f)XLog) 6 d | i a p Pogodin/Wulf; O a p d ? Oeh ler; Aüp(r|XLa) Frey; Petrides; 6f: eKa9ö|j.e9a Pogodin/Wulf, corr. Petrides; €YKaTe9[e][i€9a Juster I 455 A . 1; Leclercq; 7f: 9f|{r|}Kr|r' Pogodin/Wulf, corr. Petrides.
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Wir, Aur(elius) Ethelasios, der Sohn des Makedonios, des Vorlesers, und Aur(elia) Thamar planten zu unseren Lebzeiten das Grab. Segen für alle. Datum: Mitte 3. Jh. (nach 212). Pogodin/Wulf hielten die Inschrift wegen des Vorlesers für christlich, dage gen wiesen Petrides u. Frey auf ihren deutlich jüdischen Charakter hin; die Na men, der Segensspruch, v. a. aber der Schmuck lassen keinen anderen Schluß zu. If.: 'EBeXdoLOs scheint ohne Parallele zu sein; 'EGeXoiioio? gibt es einmal in Athen, L G P N II s. v. 2f.: vgl. Noy II 112: MaKeSövig ... ulö? 'AXe^dvSpou.
4: Vorleser sind selten in jüdischen Inschriften, weil jeder im synagogalen Gottesdienst zur Lesung der Schrift aufgefordert werden koimte;^^ immerhin nennt CIJ II 828 b (Dura-Europos) i. J. 244/5 einen Vorleser, ebenso 896 (Jaf fa). Angesichts des Datums kann die Existenz des Amtes nichts mit geringen Hebräisch-Kermtnissen der Gemeinden zu tun haben,^"* so daß man versuchen muß, die Ausbildung des Amtes anders zu erklären. Die - in den Gemeinden sicher unterschiedliche - Entwicklung des Gottesdienstes imd zunehmende Heiligung der Schrift bieten einen möglichen Hintergrund. Ich würde aber auch nicht ausschließen, hier einen Hinweis auf
" Mit der ävdyvbsavg vöpou in CIJ II 1404 (Jerusalem) läßt sich die Bedeutung der Ge setzeslektüre belegen, aber nicht die Bedeutung eines Vorlesers. Zur Torah-Lesung in der Synagoge LEVINE 506ff.; 545ff.; C. CLAUßEN, Versammlung, Gemeinde, Synagoge, Göt tingen 2002, 213ff. (Lit.). So z. B. S. APPLEBAUM, in: S. SAFRAI/M. STERN (Hrsgg.), The Jewish People in the First Century, Philadelphia 1974,1 498. - Hebräische Bibellektüre scheint v. a. seit dem 6. Jh. verstärkt betrieben worden zu sein, vgl. lustinian, Nov. 166 (LINDER 402ff. Nr. 66, vom 8. 2. 553): epdOopev, wg ol pev pövr^g e x o v r a i Tfjg eßpaiSog (t)Covfig KOI aürfi KeXpfiaOaL rrepl TTIV TWV lepwv ßLßXCwv dvdyvcooLv ßoüXovTOL, ol 6e KOL TTJV eXXrjvCSa TTapaXapßdvetv d^ioOaL, KOI rroXuv fi8ri xpövov ürrep TOÜTOU rrpög a<})äg aÜToüg o r a oid^ouaLv. Zur Fortsetzung, der Verfügung, L X X oder Aquila zu benutzen, s. p. 324. " J.T. BURTCHAELL, From Synagogue to Church, Cambridge 1992, 258f. Es ist allgemein vertretene Ansicht, daß in den Synagogen ein Lehrbetrieb aufrecht er halten wurde (cf. e. g. LEVINE 417ff), doch sind nicht nur die Belege aus der Diaspora ganz unzureichend für den Beweis einer solchen Behauptung, sondem man wird sich auch für Pa lästina fragen müssen, in wie weit die Quellen Realität und nicht Anspmch wiedergeben.
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1 5 7 Das Grab eines Juden Edd.: J. Pargoire, Echos d'Orient 8, 1905, 271 f. (nach der Kopie eines „excellent confrere de Nicomedie"; A.J. Reinach, REG 20,1907, 86 [Z. 3ff.; Deh ler 297 Nr. 48 (Z. 4-6; Krauss 229 Nr. 55 a)]; H. Leclercq, Dict. d'arch. ehret. VIII 1, Paris 1928, 238; CIJ II 799; Robert, Hellenica XI/XII 391f.; T A M IV 1, 377; G.J. Johnson, Early Christian Epitaphs from Anatolia, Atlanta 1995, 32 Nr. 1.21). FO: „recemment trouve dans cette ville" Pargoire. Abb.: Pargoire; Leclercq; Frey (Facss.). Ü: Pargoire; Krauss; Leclercq; Frey; Johnson. [ ... p.T]5em] [ e r e p o u T]e0fiv[aL,
eäv]
[8e T L ] ? T o X | i r i a r i , 8[(ji)-] oei 5
TrpoCTTeL[i[ou]
TT] auva'yü)<'y>fi TÜV 'Iou'"8"'ewv ( 8 r | y d p L a ) , a KQI T W TajiLO) ( S r i v d p L a ) , ß . xo^^peTe.
Reinach verzichtete auf die kritischen Zeichen. I f : suppl. Robert; 3: TTpöaTeL|j.[ov] Pargoire, corr. Robert, Hellenica III 106; XI/XII 391 A . 10 (vgl. T A M I V 1, Index IX 2); 6: lOTAEQN lapis
... keinen anderen hineinlegen; wenn es aber jemand wagen sollte, so wird er als Strafe an die Synagoge der Juden 1.000 Denare und an den fiscus 2.000 Denare geben. Lebt wohl. 4ff.: zur Teilung der Strafsumme s. 43, 6ff. (Komm.); 154, 8ff. Die verlangten Summen liegen im Rahmen dessen, was in Nikomedeia damals üblich war. 5f.: Die Spezifizierung, a u v a y ü j y f ) T W V ' l o u S e w y , ist nicht ganz unge wöhnlich, aber - wenigstens in Kleinasien - auch nicht üblich. Sie dient wohl zur Unterscheidung von anderen Gemeinschaften.
158
Grabmult an die Synagoge
Edd.: S. Sabin, ZPE 18, 1975, 35 Nr. 104 (JLR Bull. 1976, 684; T A M IV 1, 319). FO: Haus Nr. 10 im Viertel Turgut Mahallesi, Baglar Sokak. Beschreibung: Fragment eines Marmorsarkophages, H.: 0,69 m; B.: 0,77 m; T.:0,11 m; litt: 5-6 cm. Abb.: Sabin Taf. 2.
332
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. ] . ]ONHKAGOTEM[ ... ] . ]EKOIZ ^Lou- et 8e TL? [ ... ] . ]EN, 8(J5CT€L Tf\ oLyeLtOTldTT] awaytoyri ... ] . ] |i(tjpLd8ag) ,ß 2: vmtl. eine Form von eyKaTaTt0Ti|jLL, cf. 156, 6f; 3: T]eK
... wenn aber jemand ... so wird er der allerheiligsten Synagoge ... 20.000 Denare geben. Datum: 3. Jh., aber wg. der hohen Strafsumme bereits nach Einsetzen der In flation, cf. JLR Bull. 1976, 684. 4: zur ä y i o T a T r i auvaywyri s. 20, 4 (Komm.). Der Stein stammt aus demselben Viertel wie 154f., was eine Nekropole mit jüdischen Gräbern, allerdings nicht notwendig eine jüdische Nekropole in der Nähe voraussetzt.
Sebastopolis
159 Das Grab der Despoina Edd.: B. Le Guen-Pollet/B. Remy, in: B. Remy (Hrsg.), Pontica I, St. Etienne 1991, 120 Nr. 3 (SEG 41, 1139). FO: Heute im archäologischen Depot von Sulusaray (Sebastopolis). Beschreibung: Rechteckige Platte aus Marmor, Abarbeitungen an den linken Ecken oben und unten; Text in einem rechteckigen Rahmen von 19,5 cm x 17,5 cm; über dem Rahmen eine Menorah auf dreibeiniger Basis, rechts u. links von ihr jeweils Shofar und Lulab. H.: 0,35 m; B.: 0,26 m; T.: 0,06 m; litt.: 2-4 cm. Abb.: Le Guen-Pollet/Remy 123 fig. 3. Ü: Le Guen-Pollet/Remy. evQa KaTdKiTri
A-
eaireva
Hier ruht das Kind Despoina.
9. Pontus et Bithynia (Nr. 149-161)
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Datum: 4. Jh. u. später. 2f.: vgl. Aeamvri, SEG 40, 576 (Mesambria). 4: TTaLSLOv, s. 27, 9 (Komm.).
160 Das Grab des Lampetis Edd.: B. Le Guen-Pollet/B. Remy, in: B. Remy (Hrsg.), Pontica I, St. Etienne 1991, 117 Nr. 1 (SEG 41, 1137). FO: Heute im archäologischen Depot von Sulusaray (Sebastopolis). Beschreibung: Rechteckige Stele aus Marmor. Sie wird beherrscht von einer Menorah auf einer dreifußigen Basis, zu deren Seiten die Inschrift angebracht ist. H.: 0,52 m; B.: 0,31 m; T.: 0,07 m; litt: 1,8-2,5 cm. Abb.: Le Guen-Pollet/Remy 122 fig. 1. Ü: Le Guen-PolletTlemy. Ve
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Hier ruht Lampetis, der Archon. In Frieden sei seine Ruhe. Du mögest ruhen in Frieden. Datum: 4. Jh. und später. 4f.: Lampetia war eine (mythische) Tochter des Helios und der Neaira; der Name ist ca. 350/450 in Rom belegt, CIL VI 21334. Lampetios hieß der Em pfanger von Lib. ep. 475; ebenso ein in die Verbannung geschickter Freund des Johannes Chrysostomos;" schließlich finden wir den Namen im 5. Jh. im nördlichen Kleinasien, Photios, Bibl. 13 a 38-b 37 (Anfang: lypa^e de x p ö vcp üaTepov
K Q I F e p ö v T L O s , -rrpeaßiJTepos' Kai f i y o u i i - e v o s TÜJV ev
FXUTL-
" Palladius, Dial. de vita Joh. Chrys. (SChr 341) 20, 57: AafiireTLos' 8e, cög (^aoiv, iv XtopLü) AUSLOS TTOpd Tiyog 'EXeuOepou emKoupoufiev'os', ToXg dvayi/cüajiaaL TrpoaexeL.
334
9. Pontus et Bithynia (Nr. 149-161)
8L [ l o v a x w i ^ , r r p ö s
"AXUTTOV dpxe'n'LaKOTroy Tfjs- e v KaTTTraSoKig K a t a a -
p e i a s , e y K X r i i i a T a Karct A a i i r r e T L O U KLVWV KTX.),^^
5f.: zum A m t vgl. 5, 1 (Komm.). 6ff.: Es handelt sich um einen auf jüdischen Grabsteinen häufigen Wunsch, der allerdings hauptsächlich aus Rom bekannt ist^^ imd in Kleinasien kaum be gegnet (s. nur noch 163-5 zur KOifiriais'). Ungewöhnlich ist die hebräische Wiederholung des bereits in griechischer Sprache ausgedrückten Wunsches.
161 Das Grab der Sara Edd.: B. Le Guen-Pollet/B. Remy, in: B. Remy (Hrsg.), Ponfica I, St. Etienne 1991,119Nr.2(SEG41, 1138). FO: Heute im archäologischen Depot von Sulusaray (Sebastopolis). Beschreibung: Rechteckige Platte aus Marmor, unter der Inschrift eine M e norah auf einem Dreifiiß. H.: 0,41 m; B.: 0,34 m; T.: 0,09 m; litt.: 2 , 5 ^ cm. Abb.: Le Guen-Pollet/Remy 123 fig. 2. Ü: Le Guen-Pollet/Remy. evGa KardKiTe Z d p a TipeaßuT[LJS-
elpeve
Hier ruht Sara, die Alteste. Frieden. Datum: 4. Jh. und später. 2: Der atl. Name wird häufig benutz, s. e. g. Noy II 24; 445; 481; 550; 577; 579; zwölfmal in Beth She'arim, s. Beth She'arim II p. 208; dann noch e. g. CIJ II 942 (Jaffa); 1169 (Nablus). Weitere Belege bei G. Mayer, Die jüdische Frau in der hellenistisch-römischen Antike, Stuttgart 1987, 107f.; Ilan 245f. 2f.: s. 12, 3f. (Komm.). 3:cf. 151.^^
* Zur Person s. kurz E. A M A N N , in: Dictionnaire de theologie catholique VIII 2, Paris 1925, 2549f. ^' FREY, CIJ I p. CXXXIII: „Cette ... acciamation (seil, e v etprivTi r\ KoiprioLg amov) est pour ainsi dire classique chez les Juifs; eile se lit ä Rome d'innombrables fois sur les in scriptions juives, tandis qu'elle ne se rencontre jamais chez les chretiens"; zitiert bei V A N DER HORST ( A . 40) 115 A . 4. Vgl. die Indizes NOY I p. 337f; II p. 544f; ansonsten s. NOY II p. 11; PARK ( A . 50) 98ff Zum Kult des Oeö? iX|jLOTos in Sebastopolis s. MITCHELL 140 Nr. 193; schon LE GUEN-POLLET/REMY ( A . 10) 121 wiesen daraufhin, daß der jüdische Charakter dieser hi schrift fraglich ist.
10. Kapitel
Galatien Christen aus Galatien werden in 1 Petr 1, 1 angeredet, was vielleicht relevant ist (p. 36).' Juden aus Galatien werden möglicherweise im Talmud erwähnt, auch weim eine Verwechslung mit Gallien nicht ausgeschlossen ist.^ Julian Apostata spricht in seinem Brief an den galatischen dpxtepeug Arsakios von der jüdischen Praxis, die Armen zu unterstützen, doch muß diese allgemeine Bemerkung nicht auf eine konkrete Praxis in Galatien oder gar in Ankyra zie len.^ Der 0 e ö g III|;LCTTO? wurde in Galatien verehrt, und seinem Kult sind eini ge Inschriften zuzurechnen, die man manchmal für jüdisch hielt.'' Eine Inschrift ' Der sog. Galaterbrief des Paulus ist wohl an Gemeinden adressiert, die im südlichen Teil der damaligen Provinz Galatien lebten, nämlich in Pisidien; s. p. 449. - Eines der (nur se kundären) Argumente gegen einen Adressaten des Briefes in 'Galatien' ist das Fehlen von Ju den in Zentralanatolien; H.D. BETZ, Der Galaterbrief, München 1988, 39 meint, die jüdi schen Grabsteine 163-166 würden wenigstens dieses Argument enticräften. Angesichts des Datums der Grabsteine kann man hier nur vorsichtig sein; das Fehlen früher jüdischer Ge meinden hängt, wie m. E. zu Recht betont wird, mit der galatischen Stammesherrschaft im 3. Jh. V. Chr. zusammen, also gerade in der Zeit, in der Antiochos III. Juden in Phrygien und Lydien ansiedelte, femer mit der relativ geringen Urbanisierung Galatiens. Tatsächlich schei nen die galatischen Inschriften die besten Belege ftir jüdische Präsenz jenseits der Poleis zu sein. E.J. SCHNABEL, Urchristliche Mission, Gütersloh 2003, 1086 ist allerdings der An sicht, das Fehlen von Juden sei nur ein argumentum e silentio. ^ A. NEUBAUER, La Geographie du Talmud, Paris 1868, 317; s. e. g. j T Kilaim 7, 1; jT Hallah 3, 1. ' Julian, ep. 84 a (430 D BIDEZ/CUMONT; STERN II 549f Nr. 482): a L a x p ö u y ä p e i Ttüv [i€v 'lovbaMv oü8e e l g iieTaLTet, Tpe<j)OuaL 8e o l S u a a e ß e l ? r a A i X a l o L Trpö? r o l g eavTÜv Kai rovs f)|j.eTepou?, o l 8e fi|ieTepoL Tfjg r r a p ' r\[iu)V eTTiKoupias ivQeeis <\)OLLvoLVTo. Julian will eine kaiserliche Getreide- und Weinspende für Galatien begründen, wes halb man manchmal dachte, seine Argumentation berücksichtige lokale Gegebenheiten. ' - A.R.R. SHEPPARD, Talanta 12/3, 1980/1, 94 Nr. 11 (SEG 31, 1080); R E C A M ü 209 b (TREBILCO 137; C.E. ARNOLD, The Colossian Syncretism, Tübingen 1995, 81f); MITCHELL 141 Nr. 202 (aus Kalecik): TW iieyd^to 9etp ül^t-c^TCo Kai eTTODpavio) Kai röig dyLoi,? a Ü T o O d i / y e X o L g Kai TT) TrpoaKuv-riTf) aÜTOü iTpoCTeuxfi r d (S8e e p y a yeiverai. SHEPPARD 94ff diskutierte die jüdischen Züge des Textes, und SCHÜRER III 1, 35 erklärte ihn flir wahrscheinlich jüdisch, ebenso TREBILCO u. L.T. STUCKENBRUCK, Angel Vene ration and Christology, Tübingen 1995, 185ff, aber s. die Einschränkung durch H. BLOEDHORN, JSS 35, 1990, 68; M . STEIN, EpAnat 33, 2001, 123. Folgende Gründe werden angefiihrt: a) der Gebrauch des bestimmten Artikels entspricht nicht den übrigen Qeög ülJiaTOS'Texten (aber s. MITCHELL 135 Nr. 110; 136 Nr. 126; zum 0eög | j . e Y d X o g üi^Laxo? vgl. MITCHELL 140f Nr. 199 [Sinopej; 146 Nr. 286 [Fayoumj; dann 145f. Nr. 279 [Sahin]: Oew i)4>LCTTa) oiipavio)); b) die Benutzung des Wortes -npooevxA - doch wurde gerade dieser
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10. Galatien (Nr. 162-166)
aus Pessinus, die Frey noch führte, ist ebenfahs auszuschheßen.^ S. 224f. für die Texte aus Gdanmaa. Belege für die Anwesenheit von Juden in Ankyra, der Hauptstadt Gala tiens, sind eher fragwürdig,^ und selbst m der ansonsten guten vita Theodoti muß ihre Bekehrung nicht mehr als ein Topos sein.^
Ausdruck auch von den Verehrem des höchsten Gottes gebraucht; c) das Fehlen heidnischer oder polytheistischer Elemente - die aber bei den Verehrem des höchsten Gottes ohnehin nicht zu erwarten sind; d) das Vorkommen der Engel, die aber auch in sog. heidnischen Tex ten belegt sind, cf. e. g. PREISENDANZ, RE XVIII 2, 1432. Selbst in der Addition reichen die Gründe nicht aus, um hier Juden und nicht einen Verehrer des höchsten Gottes zu fmden. ^ R. POCOCKE, Inscriptionum antiquamm Graecarum et Latinarum liber, London 1752, 8 Nr. 1 (CIG 4087); G. PERROT, Exploration archeologique de la Galatie et de la Bithynie I, Paris 1862, 208 Nr. 105 (CIJ II 797):'Avvöviog 'Epepdarou (ZGUSTA, K P N 166 § 352) Niari ITaiOou (ZGUSTA, KPN 403 § 1191) xfi LSCg aupßtü) KOL ' A K Ü X O S Kal'EpepdoTTig Kai Moppwv (ZGUSTA, KPN 329 § 953-2) KOI AeiScüS rr\ eauTw pr|Tpl pviipr]? xöpLV. FREY ist sich nicht sicher, ob er eine jüdische Inschrift vor sich hat, versucht dann aber doch im Gefolge von PERROT, in Annonios einen Annanias und in Eremastes einen Jeremias zu fmden. „CIJ II 797 muß nicht jüdisch sein", BLOEDHORN ( A . 4) 68. - Aus Pessinus stammt ebenfalls J. DEVREKER, in: De anatolia antiqua I, Paris 1992, 186 Nr. 3 (SEG 41, 1147): MdpKog 'AVTCÜVLO? 'loüarog KOI TTpetpa 'IOÜTT) rfi eauxcöv GuyarpL, dazu DEVREKER: „ Ä en juger d'apres leur cognomen, il'se pourrait qu'ils soient des Juifs romanises sans qu'il n'y ait aucune certitude." Der - gut römische - Name allein reicht wohl nicht zu dieser Entscheidung; cf in Pessinus etwa noch SEG 42, 1183. Zur Namensform 'loürri vgl. C. BRIXHE, Essai sur le grec anatolien, Nancy ^1987, 114, wo auf die Häufigkeit des Phänomens in Phrygien hingewiesen wird. - Zu Pessinus s. noch C. BREYTENBACH, Pau lus und Bamabas in der Provinz Galatien, Leiden 1996, 146 A . 90, der einen Brief von STRUBBE zitiert: „I have carefully gone through the unpublished inscriptions of Pessinus cf which I dispose; I can ascertain you that there is not a Single Jewish text among them. I also do not know of Jewish symbols written on stone." Zu Verehrem des höchsten Gottes in Pessinus s. SEG 45, 1703: TTpetpa np[eL]pou peydXtp Oew üil>[LaT]a) evx[r\v]. * Die Publikationsbestimmung des großen Ediktes flir die Juden, daß Augustus nach Jos. AJ 16, 162ff am 6. 3. 12 v. Chr. erließ, ist kormpt; SCALIGER konjezierte wie folgt, was von NIESE u. MARCUS übemommen wurde: KOL TOÜTO TÖ SidTttypa KeXeüw dvaTeOflyaL ev eTTLOTipoTdTO) TÖTTCO TCü yevr\QevT\. poi ÜTTÖ TOÜ KOIVOV Tfjs ' A o t a g ev 'AyKÜpTi (dpyupf) codd.). Nun ist schon lange daraufhingewiesen worden, daß das KOIVOV ' A o t a g in An kyra nichts verloren hatte, daß der berühmte Roma-u.-Augustus-Tempel dort erst in später er richtet wurde. J.H. OLIVER, Greek Constitutions of Early Roman Emperors, Philadelphia 1989, 581 schrieb daher: dvaTeOfiyaL ... evapyet Ypa4>^, was von M . PUCCI BEN ZE'EV, Jewish Rights in the Roman World, Tübingen 1998, 237 übemommen wurde. Als Parallele kann OLIVER allerdings nur auf ein Edikt des Sevems Alexander aus d. J. 222 verweisen, OLIVER 529fF. Nr. 275 II 23: eig TÖ Sripöaiov <eK9eXvaL, ÖTTOU> pdXioTa eaTa[L] aüvOTTTO Toig ävayivd^GKOvaiv.
R A M S A Y , Cities II 651 (OEHLER 299 Nr. 76) will in Latinia Kleopatra eine Jüdin sehen: Tr\v CK ßaaiXecov AaTecvCav KXeorrdTpav (PIR^ L 127), GuyaTepa AaTetvCou ' AXe^duSpou ß' dpxtepecog, aeßaaTocj)dvTOu, doch weist schon E. BOSCH, Quellen zur Ge schichte der Stadt Ankara im Altertum, Ankara 1967, 141 Nr. 117 im Kommentar daraufliüi, daß die Familie von den galatischen Königen abstammt.
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Germa 162 Das Grab (?) des Jakob und der Esther Edd.: W . R . Ramsay, B C H 7, 1883, 24 Nr. 15 (S. Reinach, REJ 10, 1885, 77 Nr. 4; Oehler 300 Nr. 77; CIJ II 796); A . v. Domaszewski, A E M 7, 1883,
187
Nr. 61 ( R E C A M II 133). FO: „eine halbe Stunde östlich vom Dorfe (seil. Kayakent, früher Holanta) im Felde" (Domaszewski). Der Ort hieß Goeleon und gehörte in frühbyz. Zeit vmtl. zu Germia, noch früher wohl zu Germa, das ca. 30 km nw liegt. Beschreibung: „Die stark verwitterten Buchstaben sind in den natürlichen Felsen gehauen" (Domaszewski). Der rechte Teil der Inschrift ist 0,55 m, der linke ist 0,75 m breit; dazwischen liegen 0,55 m. Abb.: Ramsay (Facs., danach Frey); Domaszewski (Facs.). Ü: Frey.
MAEIAKQNOZ
^ivfi^ia EIEPI
KIINOTAOANA
Z TaKwß
Ke
'EaBfipas'
„Ramsay gibt... die beiden Fragmente in umgekehrter Reihenfolge; sicher irrthümlich, da ich eine genaue Zeichnung des Steines genommen habe" (Domaszewski). links: 1: T A E I A A f i N O Z , luXeLav-wyos? Ramsay; 2: Kllyou dOava Ramsay;'louXLaJvoi) ' A0ai/a[aLoi;? Frey; 3: KEE2EHPAZ Domaszewski (Kastensigma). rechts: 1: eLep[öy Ramsay; 2: ELaKwß Ramsay; EiaKatüß Reinach; If.: eL€pe[a)]?? ... Grab ... des lakob und der Esther. oder: Grab ... und der Esther. Grab des Priesters Jakob.
Der Apostel Andreas und seine Begleiter fanden in Ankyra Aufnahme bei dem Juden Onesiphoros, R. LIPSIUS, Die apokryphen Apostelgeschichten und Apostellegenden I, Braun schweig 1883, 576; die Notiz steht nicht in den Acta Andreae des Epiphanios Monachus, sondern in einem anonymen Enkomion, aus dem LIPSIUS Mitteilungen nach zwei ihm von BONNET übermittelten Handschriften macht (cod. Par. graec. 1463, 11. Jh., und Coislin. 105 membr., 12. Jh.). ^ Ed. P. FRANCHI DE' CAVALIERI, I martirii di S. Teodoto e di S. Ariadne (Studi e Testi 6 ) , Rom 1901; dort heißt es § 3 vom Heiligen: TTOXXOUS' yow änb KaKia? ärrTiXXaTxev cos dirö XoL|iw8ous vöaou ... Toiyapoüv' ÜTTO Tf\s SLSOXTIS aÜTOü KOL Qav|xaaTf|S' TiapaLveaeo)? TTOXU TrXfjGos 'EXXT^VWI' r e KOI 'iou5aCtüi/ Tr\ eKKXtioLot TrpoaT]yayeu. Zur Qualität der historischen Überlieferung in dieser Vita s. S. MITCHELL, AnatSt 32, 1982, 93ff
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Datum: „B(yzantine)?" Mitchell. Ramsay: „les noms hebraiques, temoignant de l'existence d'une colonie juive ä Germa, domient de Timportance au peu qui en reste." Von „noms juifs" sprechen auch JLR Bull. 1983, 430. Am selben Ort findet sich auch eine Wei hung an die 8wa|iL9 vi\)iaTOv ( R E C A M II 141; Mitchell 141 Nr. 203), also ein Hinweis auf die Verehrung des Geös infiiaTOS".^ 1: Noy, per litt, erwägt, '"8"'eL^dVcovog zu lesen. Dann wäre die Wahr scheinlichkeit hoch, daß es sich hier trotz des undeklinierten ' laKwß um eine christliche Inschrift handelt (vgl. aber 226,4 zu einem jüdischen Diakon). Es ist m. E. allerdings nicht auszuschließen, daß wir es hier mit zwei ver schiedenen, analog strukturierten Texten zu tim haben. M A E I AK ist vielleicht aus |ivf||ia verlesen; der zweite Text körmte dann mit aller Vorsicht gelautet haben: Grab des Priesters Jakob.^ Zum lepeijs s. 33, 3 (Komm.). 3: weitere Belege für den Namen Esther bei G. Mayer, Die jüdische Frau in der hellenistisch-römischen Antike, Stuttgart 1987, 103. Die Form 'EaGripa wurde von Josephus benutzt, A . Schallt, Namenwörterbuch zu Flavius Josephus, Leiden 1968, 46.
Tavium 163 Das Grab der/des G... Edd.: K. Bittel, Bogazköy V , Berlin 1975, 111 Nr. 8 ( R E C A M II 511). FO: Evci. „In der Moschee des Dorfes ... sind vier bis fünf Quadern ver mauert, darunter einer mit dem siebenarmigen Leuchter" (K. Bittel/R. Nau mann, Bogazköy-Hattusa I, Stuttgart 1952, 163); der 1936 aufgenommene Stein war 1975 verloren. Beschreibung: Grabstein, auf allen Seiten beschädigt. In der Mitte eine Menorah ohne Fuß. Abb.: Bittel/Naumann Taf. 58 d; Bittel. Kijp.r|a[LsI
r[
I
I. LEVINSKAYA, The Book of Acts in its Diaspora Setting, Grand Rapids 1996, 97 geht vielleicht etwas zu weit: „ W e cannot be sure that" R E C A M II 141 „with the words SwafiLs üij^LaTou - a characteristic Jewish allusion to the power of God, is to be included among Jewish inscriptions, but it is definitely to be included among the inscriptions in which Jewish influence is to be detected." ^ lepeu? findet sich sonst allerdings meist hinter dem Namen.
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2: Die Abbildung des Steines läßt hinter dem Gamma keine Beschädigung erkennen.
Ruhestätte des/der G... Datum: 163-5 bilden auf Grund des Formulars eine Gruppe, der nach Fundort und Schriftform auch 166 zuzuordnen ist. R E C A M II 504-8 gehören nach Formular imd Schrift zu derselben G r u p p e , s i n d aber christlich. Diese Steine werden wegen der Form des auf ihnen benutzten Kreuzes in das 5./6. Jh. da tiert.'' Vmtl. gehören also auch die jüdischen Grabinschriften in diese Zeit, und vmtl. haben wir die Reste einer von Juden und Christen gemeinsam ge nutzten Nekropole vor Uns.
164 Grab des Matheios Edd.: K. Bittel, Bogazköy V , Berhn 1975, 111 Nr. 7; R E C A M II 510. FO: Evci. Heute im Museum von Bogazköy. Beschreibung: Stele aus weißem Kalkstein, rechts und unten beschädigt. Die in einem Feld mit erhöhtem Rand befindliche Inschrift wird durch eine Meno rah ohne Fuß in der Mitte geteih. H.: 0,38 m, B.: 0,235 m. Abb.: Bittel. Ü: Mitchell. KUfie-
aig M a Oeiou A [ Mitchell zu den Schwierigkeiten der Lesung am Ende von Z. 2 u. Anfang von Z. 3: „fmal letter ... may be possibly an alpha ... initial letter ... appears to be a Square sigma, but since both sigmas of the previous word are lunate and Matheios is a ... common Jewish name, the case for a badly wom theta is strong."
Ruhestätte des Matheios.... Daüim: 5./6. Jh. (vgl. 163). 2ff.: zum Namen s. Robert, Hellenica XI/XII 41 Off.; 411: „une rencontre d'un nom indigene et d'un nom juif; vgl. dasselbe „rencontre" noch in 171 A , 4f., und zu dem „nom indigene" s. Zgusta, K P N 279f. § 845.
BREYTENBACH ( A . 5) 145. " E. DINKLER/E. DINKLER-SCHUBERT, Art. Kreuz I, RBK 1991, 32; 69f
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165 Das Grab des Mateios Edd.: K. Bittel, Bogazköy V , Berlin 1975, 111 Nr. 6; R E C A M II 509. FO: Evci. Heute im Museum von Bogazköy. Beschreibung: Weißgrauer, marmorartiger Kalkstein, glatte Oberfläche, Außenränder bestoßen, oben abgebrochen. Menorah mit rundem Fuß. H.: 0,52 m;B.: 0,51 m. Abb.: Bittel. Ü: Mitchell. Kl3\ir\oiS
I MQT-
etou
I
AE
I AZ
ÜN
Lunare Buchstaben. H. Bloedhom, per litt, überlegte, zuerst die Seite links, darauf folgend die Seite rechts von der Menorah zu lesen (die Teilung nach Seiten ist durch die senkrechten Striche markiert). Er kommt damit zu folgendem Ergebnis: KÜ|i.r|aLs ' iGuXCag [iaT[p]a)vas. Das entspricht weder den entzifferbaren Buchstabenresten noch der sonst in dieser Inschriften gruppe vorherrschenden Leseweise.
Ruhestätte des Mateios... Daüim: 5./6. Jh. (vgl. 163). 2f.: zum Namen vgl. 164, 2ff. (Komm.).
166 Das Grab der Sara Edd.: K. Bittel, Bogazköy V , Berlin 1975, 111 Nr. 9; R E C A M II 512. FO: Evci. Heute im Museum von Bogazköy. Beschreibung: Weißer Kalkstein; Oberfläche sauber bearbeitet, Rückseite unbearbeitet. Inschrift in einem leicht vertieften Feld, Menorah auf drei stufigem Sockel; das Feld zwischen dem Stengel des Leuchters und den Rand leisten war vielleicht einmal rot ausgemalt. H.: 0,446 m; B.: 0,183 m. Abb.: Bittel. Ü: Mitchell.
Grabmal der Sara.
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Datum: 4. Jh. u. später, aber vielleicht zu 163-5 gehörig, dann wohl 5./6. Jh.; vgl. 163. 2: Zum Namen s. 161,2 (Komm.).'^
Ebenfalls noch aus dem Gebiet von Tavium, aber aus Büyük Nefes, kommt eine hi schrift, die wohl nicht jüdisch ist, wie schon REYNOLDS/TANNENBAUM 64f und BLOEDHORN ( A . 4) 68 sahen: G. JACOPI, Della Paflagonia alla Commagene, Rom 1936, 14 u. X I I flg. 40 (JLR Bull. 1938, 487); R E C A M II 418; MITCHELL 141 Nr. 204: dyaöfi TÜXTi- 9e(3 üliCaTcp Kapfrö? 'AyKupavös 6 KOL Taouiavös' fiovorrcoXris dveOriKa eüxfis ev€K[ev].
11. Kapitel
Phrygien Lydien und Phrygien gelten traditionell als die beiden Landschaften Klein asiens, in denen zuerst eine größere Zahl von Juden angesiedelt wurde. Flavius Josephus AJ 12, 147ff. zitiert den berühmten Brief Antiochos' III. an den m Kleinasien residierenden Vizekönig Zeuxis, in dem der König befiehlt, 2.000 jüdische Familien aus Babylonien in Lydien und Phrygien anzusiedeln (s. p. 197). Juden aus Phrygien werden im Völkerkatalog Apg 2, 10 genannt (p. 31). Daß sich gerade in Phrygien zahlreiche jüdische Inschriften erhalten haben, ist daher nicht verwunderlich, ebensowenig die Existenz vieler Gruppen, die wir als judenchristlich bezeichnen.' Die Synode von Laodikeia im zweiten Drittel des 4. Jhs. legte gerade deshalb in ihren Kanones besonderen Wert auf die Ver urteilung judenchristlicher Praktiken,^ und etwa für dieselbe Zeit hören wir von gemeinsamen christlich-jüdischen Feiem in Pazos.^ Selten und wie immer umstritten sind die Erwähnungen Phrygiens ün Talmud."* Nicht präzise lo kalisiert ist die Stadt' E ß p a i K r i oder Hisn al-Yahud, die in den Geschichten der Kreuzzüge des 11. Jhs. eine Rolle spielte.^ In Chonai, der Nachfolgesiedlung
' Cf. e. g. G. LEASE, A N R W II 20, 2, Berlin 1987, 861f: „a stränge tract in Hippolytus, called the Naassene Sermon, may well have come from a Phrygian-Jewish Community which celebrated the mysteries of the great mother". ^ Laodikeia, Kanones 16; 29; 35? 36-8 (Text in: MANSI II 563-73; E.J. JONKERS, Acta et symbola conciliorum quae saeculo quarto habita sunt, Leiden 1954, 86flF.; vgl. auch F. LAUCHERT, Die Kanones der wichtigsten altkirchlichen Concilien neben den apostoli schen Kanones, Freiburg 1896; eine Übersetzung von 16; 29; 37f bei K . L . NOETHLICHS, Die Juden im christlichen Imperium Romanum, Berlin 2001, 167). ' Theophanes, Chronographia (DE BOOR 62, 17-20; PG 108, 188) zum Jahr 5867, i. e. 367: ev T& aüxtp xe xpoi'w xLveg xwv Nauaxiavcov ev «tpuyCg xö rrdoxa fipCavxo rroielv pexd 'louSatwv, ouveXOövxe? ev üdCco Tr\ Kcöpri, KOL vöpov e^eOevxo pexd 'lou8aLü)V rraaxd^eLV. eK xoüxtov ol XeyöpevoL Eaßßaxtavol ärrö ZaßßaxCou xivog dve(t)ür|oav. Zum Ort s. K. BELKE/N. MERSICH, Phrygien und Pisidien, Wien 1990, 356f ' V g l . A.R.R. SHEPPARD, A S 29, 1979, 169 zu bT Schab 147 b: „the wine of Perugitha and the waters of Diomsith cut off the ten tribes from Israel. Rabbi Eleazar ben Arak visited that place. He was atfracted to them and his leaming vanished ..." Sheppard sieht in Pemgitha Phrygien (anders E. BICKERMAN, Studies in Jewish and Christian History II, Leiden 1980, 333 A . 32), und A . NEUBAUER, La Geographie du Talmud, Paris 1868, 316 sieht in der Erwähnung der zeim Stämme eine Anspielung auf die hohe Zahl der Juden in Phrygien. Land fiir Weinbau wurde den Juden schon im Brief des Antiochos angewiesen. ^ BELKE/MERSICH ( A . 3) 268.
11. Phrygien (Nr. 167-214)
343
von Kolossal, ließ der Bischof alle Juden aus der Stadt vertreiben^ (sonst besitzen wir keine Nachrichten über Juden in Kolossal). In einigen entlegerenen Gegenden Phrygiens hat man in Felsen geschlagene Menoroth gefunden, vmtl. kaiserztl. oder später, so daß man inzwischen deutlich sieht, daß Juden in Phrygien auch außerhalb der städtischen Zentren lebten.^ Ein Postament mit Menorah-Darstellung wurde von A . Chaniotis am Saida-See gesehen (s. Abb. 17); es stammt vermutlich aus Diokaisareia/Keretapa (zu den zahlreichen Spolien in diesem Ort s. Robert, Villes^ 114f.). Die als Sklavin nach Alexandria verkaufte Phrygerin Sambatis gilt manchmal als Jüdin. ^ Es gibt, wie immer, einige Inschriften, die zu Unrecht als jüdisch gelten.^ ^MLxaf]X AKOfiLvdTou rä oü)C6\ieva, ed. LAMPROS, Athen 1879, I 53: CKelvos ral rovs 'Ioi;6aioDS' OVTCO TL eßSeXii^aro, ws ^iTl5e Tr]v amov frapoiKCiv Ci^eivai uore ... i.^ ov 8fiTa TCüV oLKOueStoy aüxwv eKßeßXTiVTOL. Zur Stadt vgl. BELKE/MERSICH ( A . 3) 222flF. ^ E. g. C.H.E. HASPELS, The Highland of Phrygia, Princeton 1971, 176f.: „There is a small Roman necropolis NE the village of Beyköy in a rock formation called the Yumru Kaya; ... The second Chamber tomb at Beyköy (Figs. 310, and 557:1-2), has three large seven-branched candle-sticks, incised in the uneven surface above the entrance, identifying it as a Jewish tomb ..." Das Grab wurde später von Christen benutzt. Zur Lage von Beyköy s. K. BELKE, Galatien und Lykaonien, Wien 1984, 137: Baglica liegt 25 km nw von Amori on, 5 km SSW davon liegt Beyköy, aber immer noch nördlich der Straße, die von Afyon Karahissar nach Sivrihissar fuhrt. HASPELS 183: „Near the village (seil. Yapildak), to the east, there is a high rock, isolated in the woods, called the Merdiventi Kaya (fig. 325). High up from the ground, there is a tomb Chamber, with a platform in front of the door. On the north side of the rock, three seven branched candlesticks of different sizes have been cut, incised in outline, at irregulär intervals. The drawing of the candlesticks is more careful than that of the other Jewish tomb, at Beyköy." Zur Lage von Yapildak s. BELKE/MERSICH ( A . 3) 415: im Tal des Kümbet Suyu, 47 km nö. von Afyon Karahissar (Akroenos), etwa ein Drittel auf dem Weg nach Kütahya. Vgl. noch H. GÖNNET, AnatSt 31, 1981, 182: „The tomb ... is also of Phrygian origin but was reused by a Jewish colony, probably connected with those of Sardis." ^ BGU HI 887 ( I K 4 4 p. 617ff. P 2 mit ausfuhrlichen Literaturangaben; ein Ausschnitt in CPJ III 490), Z.2ff; 13ff:'ApretiCScopos KaiaLOD ' AXe^aySpeus e-rrpiaTo ev dyopg [-rra pd AouKiou 'louXiou] ITpcoTOKT-nTou Kopdaiov SajißaTLSa Tf]v iierovonaaQeloav ' AQr\vaCSa ... yevei <J>pUYLav (151 n. Chr.). Zum Namen s. 14 A , 18 (Komm.). Zwingend ist die Zuweisung keineswegs, wie H. BLOEDHORN, JSS 35, 1990, 68 bemerkt. ^ - aus Akroenos stammt die heute im Museum Bursa befindliche Inschrift, die F.K. DÖRNER, ÖJh 32, 1940, Beibl. 132 Nr. 12 (JLR Bull. 1941, 138 b; TREBILCO 70f Nr. 4. 4) edierte; sie wurde von BLOEDHORN (A. 8) 68 in der Aufzählung von SCHÜRER III 1 vermißt: S[T]epTLyios' Aivias' [Kai ... ] A Z [. . ] [K]aT[€a]K€TOaav TÖ f)ptpov €a[u]ToXs Kai T o i g TCKVOLS Kai TOLS [T]€9p€|j.evois' ÖS av 8 e TOUTCO Tjpcocp KaKÖ)? TTOLr|aeL, ÜTTOKardpaTos e a r w elg TCKVCÜV riKva. Der Fluch et? TCKVCOV riKva galt als Indiz jüdischer Herkunft, was insgesamt von STRUBBE zurückgewiesen wurde (s. p. 347f.); vgl. auch die Frage bei A . BIJ DE VAATE/J.W. VAN HENTEN, BO 53, 1996, 23. - M A M A V I 47 (Kolossai): TrapoSeiTaLs x^^^ip)^^- ol exatpoL rXuKwva eTei[ir[oau. BUCKLER/CALDER überlegten flüchtig jüdischen Einfluß, dagegen bereits JLR Bull. 1939,
344
11. Phrygien (Nr. 167-214)
Aizanoi 167
Das Grab des Polychares und des Mathias
Ed.: M A M A IX FO:
420.
In einem Hof des Dorfes Pazarcik, etwa 15 km nordöstl. von Aizanoi.
Beschreibung: Türstein Typ V I b Waelkens aus grauem Marmor; auf der Tür u. a. eme Buchrolle und ein Stilusbehälter. H.: 1,62
m; B.: 0,92
m; T.:
0,375 m; litt.: 1,25-2,5 cm. Abb.:
M A M A p. 133 (Zeichnung); Taf. X X X V I I .
üoXuxdpTis Cwvre? Kai MaGi^ag fjauTOLs |ivri|iris X'itp'-^] (ivetiiri? M A M A , korrigiert von C. Lehmler/M. Wörrle, Chiron 32, 2002, 601 A . 53. Polychares und Mathias für sich selbst zu ihren Lebzeiten um der Erinnerung willen.
Datum: ca. 175, edd. Ein Stein aus derselben Werkstatt wurde veröffentlicht von C. Lehmler/M. Wörrle, Chiron 32, 2002, 600f. Nr. 49. Da am Anfang nichts fehlt, ist zu verstehen: üoXuxdpris' KOL MaGCa? CGivTes.
Bei dem Namen Mathias handelt es sich um die Adaption eines semiti
schen an einen kleinasiatischen Namen, s. 164, 2ff. (Komm.); nicht jeder M a -
392. Die paulmishe Missionstätigkeit in Kolossal, der Engelkult dort (Col 2, 18), die Nähe von Hierapolis und Laodikeia lassen natürlich eine jüdische Gemeinde erwarten - doch bis jetzt ohne Beleg. Zur Einschätzung der intellektuellen Situation dort s. M . HENGEL/A.M. SCHWEMER, Paulus zwischen Damaskus und Antiochien, Tübingen 1999, 254f.: „In diesen halb paganen halb jüdischen Kontext gehört auch die vielverhandelte 'Häresie' im phrygischen Kolossä, die sich als 'Philosophie' herausputzte (Kol 2, 8), in der die Verehrung und Nach ahmung der Engel, visionäre Offenbarungen, kosmisch-astrologische Spekulation, aber auch die Eiiüialtung von Festzeiten und Speisegeboten, ja wohl selbst die Beschneidung (Kol 2, 16-18; 3, 11) eine Rolle spielten. Mit den gnostischen Systemen des 2. Jh.s muß dies noch nichts zu tun haben, wohl aber mit jenem paganen, judaisierenden Milieu, das für Kleinasien in hellenistisch-römischer Zeit typisch ist"; c f allgemein C E . ARNOLD, The Colossian Syncretism, Tübingen 1985. - HASPELS ( A . 7) I 313f Nr. 40 (SEG 43, 94; MERKELBACH/STAUBER III 344f Nr. 16/41/09 [Metropolis]) soll nach MERKELB ACH/ST AUBER wg. des Ausdrucks Xaög eher einem Juden als einem Verehrer des höchsten Gottes zuzuordnen sein: Z]a)aLpog n a x p i K i o u Kai Aöpvris yävog eaOXöv, rrdrprig evTetpog efjg Ka
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thias ist unbedingt ein Jude,^° aber der Name Polychares ist eng verwandt mit dem auch von Juden, aber weniger von Heiden gebrauchten Panchares (vgl. p. 384 A . 115). Sicherheit läßt sich nicht erzielen. Auf dem rechten Bogen der Tür kann ein weiterer Toter genannt worden sein.
Akmoneia Aus Akmoneia stammen zahlreiche Steine, die von der Anwesenheit einer jü dischen Gemeinde berichten, es gibt sogar Architekturreste, die der Synagoge zugewiesen wurden.^' Daneben sind aber immer wieder Inschriften für die jü dische Gemeinde beansprucht worden, die bei näherer Betrachtung wohl nichts mit ihr zu tun haben. Nicht jüdisch ist m. E. - der Fluch vom Typ adpov ai8apovv eLaeX0ou T Ö V OLKOV, der zweimal auf Steinen aus der 2. Hälfte des 2. Jhs. vorkommt. Trotz gegenteiliger BeS. p. 386 A . 123 zu M A M A IX 430. " M A M A V I 347 mit Taf. 60 wurde ein ionisches Kämpferkapitell aus Marmor ver öffentlicht, bei dem über den Voluten eine Menorah im Relief zu sehen ist; H.: 0,27 m, B.: 0,41 m; T.: 0,48 m. Als FO wird Hatiblar angegeben; ein zweites, ganz gleichartiges Kapi tell soll in Hatipler gesehen worden sein. BUCKLER/CALDER vermuten eine Verbindung mit der Synagoge von 168, so auch A . T H . KRAABEL, in: G.M.A. HANFMANN (Hrsg.), Sardis from Prehistoric to Roman Times, Cambridge 1983, 181. BLOEDHORN ( A . 8) 67f will auch 170 der Synagoge zuweisen. - Hatipler liegt nord-östlich des heutigen Banaz (Panasion), aber Hatiblar habe ich auf der Karte bei BELKE/MERSICH ( A . 3) nicht gefimden; da aber ein Hatiblar auf der Karte M A M A V I p. xvi. ebenfalls nordöstlich von Banaz gezeigt wird, liegt vielleicht ein Druckfehler vor. ' M . G. WEBER, A M 25, 1900, 467, wo die Formel erst von J. ZINGERLE, AnzWien 1923, 63ff. hergestellt wurde (SEG 6, 172; M . WAELKENS, Die kleinasiatischen Türsteine, Mainz 1986, 171 Nr. 425; TREBILCO 76f Nr. 5. 4; J.H.M. STRUBBE, in: J.W. VAN HENTEN/P.W. VAN DER HORST [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epigraphy, Leiden 1994, 122f Nr. 11; ID., Arai Epitymbioi, Bonn 1997, 166 Nr. 238 [nur der Fluch]): *X. TevQpavris C^oa kavTf\i Kai 'Epfioyevei 'Ep|xoyeyous r^J dv5pi TÖ [ivriiieiov KareaKeuaaev, jjLexd Se TÖ TOU? 8UÖ reQf\vai ei T I ? övoiaei f\ eTTißouXeuCTei, ad
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merkungen'^ ist es bisher nicht gelungen, eme Verbindung des Fluches zur LXX zu zeigen;*'* andere jüdische Elemente gibt es in beiden Inschriften aber nicht. - der Fluch (eis) reKva TeKvmv, den mehr als ein Dutzend Steine aus Kleinasien, davon vier aus Akmoneia und Umgebung aufweisen.'^ Nimmt man
1923, 63ff. Nr. 3 (SEG 6, 171); contra STRUBBE, in: VAN HENTEN/VAN DER HORST 97 A. 85, der ä]yK&va vorschlägt, was er als besondere Bestrafiing des Körperteils erklärt, mit dem gesündigt wurde. Auch wenn ZiNGERLEs Lesung problematisch ist, so bleibt sie doch näher an der Parallele eloeXGov TÖV OIKOV, weshalb ich sie im Augenblick vorziehen möch te; auch in den beiden, allerdings wohl jüdischen Flüchen aus Akmoneia, in denen die „Si chel des Fluches" angekündigt wird (175f.), ist von einem Eindringen der Sichel in das Haus des Schuldigen die Rede (skeptisch auch BIJ DE VAATE/VAN HENTEN [A. 9] 20). Das leere Haus, oLKOs epripos, ist essentieller Bestandteil der ost-phrygischen Fluchformel, STRUB BE, Arai 289ff. " ROBERT, Hellenica X 252 A . 11; XI/XII 400; 439 A . 3; Op. Min. V I I 191; BLOED HORN ( A . 8) 67 („sicher jüdisch"); TREBILCO. ''' Man zitiert meist 175f mit der Erwähnung der „Sichel des Fluches", dpds Spinavov, um m beweisen, daß es sich hier ebenfalls um jüdische Texte handeh; TREBILCO 76: „a Substitute", während DE VAATE/VAN HENTEN richtig darauf hinweisen, daß ein Zusam menhang erst einmal bewiesen werden müßte - der eiserne Besen kommt in LXX nicht vor und soweit man sehen kann, auch in anderen Bibelübersetzungen nicht. B. LIFSHITZ, RB 72, 1965, 536 denkt an Is 14, 23, was aber in LXX ganz anders wiedergegeben ist (wir besitzen die Passage in keiner anderen Übersetzung, aber werm die Überlegungen zu Zach 5, Iff. (175 [Komm.]) richtig sind, wurde in Akmoneia die L X X gelesen, STRUBBE, in: VAN DER HORST/VAN HENTEN [ A . 12] 9 3 f ) . STRUBBE 95ff. erklärte oapdv atSapoDy als Anspie lung auf die römische Geißelung, ebenfalls nicht völlig überzeugend, da er keine sprachlichen Parallelen bieten kann. Die dorische Form oiSapoüv ist bisher noch nicht erklärt worden: ihretwegen halte ich die Formelhaftigkeit des Ausdrucks für gegeben, der dann aber kaum et was Römisches bezeichnet. " „There is a strong suspicion that the inscription is pagan", STRUBBE, in: VAN DER HORST/VAN HENTEN ( A . 12) 122, der sich 93 A . 70 mit Beispielen gegen WAELKENS' Ansicht wendet, die Erwähnung des Anstifters sei eine jüdische Formel. ' M . J. FRANZ, bei H. KIEPERT, Fünf Inschriften und fünf Städte in Kleinasien, Berlin 1840, 10 (Z. I f ; nach Abschrift des Baron WOLF; CIG 3861); HAMILTON ( A . 12) I 116; ft 405 Nr. 26 (Z. 1-^; 6; CIG 3861 Add. p. 1094); R A M S A Y , Cities II 653f Nr. 565 ( C U ü 763); M A M A V I 287 (TREBILCO 69f Nr. 4. I ; WAELKENS [A. 12] 169 Nr. 421; STRUB BE, in: VAN HENTEN/VAN DER HORST [A. 12] 74 Nr. 1 [Z. 3fF.]; STRUBBE, Arai [A. 12] 156f Nr. 224 [Z. 3 f f ] ) ; ein Photo des Steines bei M A M A V I Taf 51; WAELKENS T a f 65: "AppLO EÜTÜxou '^K"'aXLpdxü) dv8pl Kai eaurfi CK xfjg I8lag rrpoLKÖg xö pvripetov Kax e o K e ü a a e v dpa 8e eaxai eig reKva xeKvwv e x e p o v pf] xeOfimL f\ x ö v üöv po[u] Eüxüxrjv Kai yurnlKa aü[x]oü. 2. RAMSAY, Cities II 654 Nr. 566 (IGR IV 638; CIJ II 765); M A M A V I 277 ( W A E L KENS [A. 12] 172 Nr. 430; STRUBBE, in: VAN HENTEN/VAN DER HORST [A. 12] 74 Nr. 2; STRUBBE, Arai [A. 12] 158 Nr. 226 [jeweils nur der Fluch]); ein Photo des Steines bei M A M A V I T a f 49; WAELKENS Taf 64: Väiog eauxcp C^v Kai yuraLKfL BajXXoüari C<^or\ KaxeoKeüaaev [pvr|]pr|g x^pi-v pexd xö 8e xoüg 8OLO xeOrivai, ög dv dvoi^ei fi KaOeXet f\ rroXriaeL xö youxdptov eorai aüxw dpa ig xöv OIKOV Kai xeKva xeKvcov
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man hier einen jüdischen Fluch an, wie das oft geschehen ist, muß die Formel einen verkürzten Hinweis auf einen bekannten Text bieten, nämlich auf Ex 34, 7: ov) K a G a p i e t
TÖVevoxov,
e-näyü^v ävojj.Las' iraTepcov errl reKva
KOI
Tp'm]v KQI TeTdpTr]y yevedv. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, daß hier einfach die Ausdehnung des Fluches auf die Fa milie des Übeltäters gemeint ist, ohne daß dabei speziell an Ex 34, 7 gedacht
em
TCKva TCKVIOV
wurde.reKua
em
reKvwv ist ein in der griechischen Sprache häufig gebrauchter
Ausdruck, um die Nachkommenschaft zu bezeichnen - der natürlich auch in Lydien und Phrygien benutzt wurde. Da keine der in Frage kommenden In schriften irgendwelche anderen Hinweise auf jüdische Herkunft gibt, sollten diese Texte ausgelassen werden: „the phrase itself, without additional evidence, does not suffice to identify an inscription as Jewish."'^ In anderen Städten werde ich auf Inschriften dieses Typs nur verweisen, wenn für sie expressis verbis in Anspruch genommen wurde, von Juden errichtet zu sein. - M A M A VI 339 (Buckler/Calder p. xvii: „no. 339, treated as Christian, may instead be Jewish"; ich sehe weder für das eine noch für das andere einen Grund); grundlos ist die Vermutung auch bei einigen anderen Inschriften.^^ (youTctpLov muß das Grabmal bezeichnen, cf. J. KUBINSKA, Les monuments fiineraires dans les inscriptions grecques de l'Asie mineure, Warschau 1968, 154 u. s. die folgende Inschrift). 3. J. KEIL/A. V. PREMERSTEIN, Bericht über eine zweite Reise in Lydien, Wien 1911, 137 Nr. 255 (CIJ II 767; WAELKENS [ A . 12] 165f Nr. 411; TREBILCO 70 Nr. 4. 2; STRUBBE, in: VAN HENTEN/VAN DER HORST [A. 12] 75 Nr. 4; STRUBBE, Arai [ A . 12] 166f. Nr. 239 [jeweils nur der Fluch]; M A M A IX 421): TLßepio? KXUÖLO? ' IcuXLoyös kavT(3 Kai yuvaLKl |ivri|XTig x<^9^v Kai XeXeiSwv röig ISioig 9pe4'acri- lii^iikLilS' X'ip'-^'- T I ? 8e KaKCog TTOLoeL TaijTT] TT) youvTf), €^€i T€Kva TCKVcüv dpdv. • „sicher jüdisch" nach BLOEDHORN ( A . 8) 67; E.J. SCHNABEL, Urchristliche Mission, Gütersloh 2003, 1094f A . 342. Für den Namen XeXeiScov verweisen LEVICK/MITCHELL auf eine „Jewish or Chris tian inscription of Laodicea Catacecaumene: Ath. Mitt. XIII (1888) 260 nr. 83". 4. M A M A V I 323: p.eTd Se TÖ] TOUS SUO [Te6fiya]i, bg av ävopvl^ei eJKeivo? [Kai TCKva] Te[KVü)y ... Schon BUCKLER/CALDER meinten: „This may be a Jewish formula." Vgl. e. g. A . T H . KRAABEL, Judaism in Western Asia Minor under the Roman Empire, Diss. Harvard 1968, 117; er wollte p. 80 mit A . 2 wg. dieses Fluches auch M A M A I V 27f (Prymnessos); 84 (Synnada, e i s e y [ y ö v w v ] eyyovous') für jüdisch halten. " STRUBBE, in: VAN HENTEN/VAN DER HORST ( A . 12) 81, der A . 35 zum Vergleich JHS 31, 1911, 165 Nr. 1 zitiert: KaTiripd|ieuog fiTco ambg Kai T d TCKva aÜToO KOI EK TCKVCüV T e K v a . STRUBBE, in: VAN HENTEN/VAN DER HORST ( A . 12) 81f " STRUBBE, in: VAN HENTEN/VAN DER HORST ( A . 12) 82; Diskussion und Katalog bei STRUBBE 73ff; STRUBBEs Katalog erleichtert es, hier auf die Texte zu verzichten. V g l . auch BIJ DE VAATE/VAN HENTEN ( A . 9) 20 A . 0, die ebenfalls an der jüdischen Herkunft der Formel zweifeüi. ^° BLOEDHORN ( A . 8) 67f.: „Es fehlen (seil, in der Übersicht zur kleinasiatischen Dia spora in SCHÜRER III I ) M A M A V I 144*, 187 und 227". M A M A V I 144* ist R A M S A Y , BCH 7, 1883, 311 Nr. 34; ID., Cities II 472 Nr. 313: irovg TK8', iJi(r|yös) T]\ K ' . (Datie rung nicht in BCH). Aüp. Vdwg ZwaLjiou e-rroLriaa TÖ ripoiov eixauTW Kai Tr\ yXuKUTdTT] awßtcp [iov Aüp. TaTLavfi, e i s ö krepog ov TeOT^aeTau ei 8[e] ng eTTiTriSeüai, 9f|CTi ig
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Die weite Fimdstreuung der (jrabinschrifen macht die Annahme eines rein jüdischen Friedhofes in Akmoneia unwahrscheinhch.'^' Neben der jüdischen Gemeinde gab es in Akmoneia auch Verehrer des Geös UII^LOTOS (Mitcheh 141 Nr.
205f.).22
Die Grabinschriften sind zu folgenden Gruppen zusammengefaßt: Rosalia (171), die Flüche des Deuteronomion ( 1 7 2 ^ ) , die Sichel des Fluches (175f.), der Zorn Gottes (177f.).
168
Die Synagoge
Edd.: W . M . Ramsay, apud S. Reinach, RevArch 12, 1888, 225; id., Cities II 649ff. Nr. 559 (Oehler 298 Nr. 65 [Krauss 232 Nr. 64]); id., REA 3, 1901, 272 (Cagnat/Besnier, RevArch 41,1902, 357 Nr. 95; IGR IV 655; CIJ II 766); M A M A VI 264 (Lifshitz 33; B.J. Brooten, Women Leaders m the Ancient Synagogue, Chico 1982, 158 Nr. 6; Trebilco 59 Nr. 2; T. Rajak/D. Noy, JRS 83, 1993, 91 Nr. 20 [Rajak 424f. Nr. 20]; L . M . White, The Social Origins of Christian Architecture, Cambridge 1997, II 307ff.; B. Wander, Gottesfürchtige und Sympathisanten, Tübingen 1998, 133; D . D . Binder, Into the Temple Courts, Atlanta 1999, 145f.). FO: Erjish (Ercis), wo der Stein ursprgl. als „base d'un piher de bois supportant la Veranda d'une maison" benutzt wurde (Ramsay, REA 3, 271), was
TÖ Topelov Srivapta 4)'. Einen Grund für die Annahme, dies sei ein jüdischer Text, sehe ich nicht; R A M S A Y ordnete die hischrift übrigens Apameia zu. Zu M A M A V I 187 erklärte R A M S A Y , Cities II 472 Nr. 315: „Jewish origin may be suspected." Er scheint sich damit auf folgenden Ausdruck bezogen zu haben: errotriaev TÖ pvripeLov ... Kai et TLVL OUVX^^pf|CT6L TW drrö TOÜ dipoTog aÜToü (vgl. p. 384 A . 114). R A M S A Y nennt 2:um Vergleich 537 Nr. 394; M A M A V I 225: ^ p o v y i W i a v ö g Aü^dvwv erroLriaa TÖ ript^ov epauTW Ke Tri yuveKL pou MriTpöScopa Ke ToXg TCKVOLS CK TOÜ aipaTÖg pou KTX. Zumindest dieser Text, der die „Eumenean formula" gebraucht, ist christlich, und ich sehe in 187 sonst kein jüdisches Element. M A M A V I 227 mag jüdisch sein oder nicht, gehört aber nach Apameia.Zu TH. DREW-BEAR, Nouvelles Inscriptions de Phrygie, Zutphen 1978, 84flf. Nr. 20 s. p. 366 A . 76. ^' Gegen M A M A V I p. I I I ; positive Anzeichen für einen solchen Friedhof, z. B. seine Erwähnung in einer Inschrift o. ä., sehe ich nicht. Die Verbindungen zwischen Juden und den Anhängern des höchsten Gottes mögen hier enger gewesen sein als anderswo, da die „Sichel des Fluches" in einer hischrift zusammen mit dem „höchsten Gott" genannt wird, 176. - Vgl. jetzt M . STEIN, EpAnat 33, 2001, 123: „alle drei Inschriften körmen jüdisch sein. Abgesehen davon ist die bisherige Beurteilung durchaus möglich. Nichts spricht nämlich dagegen, daß in der gleichen Gegend einerseits ein heidnischer Hypsistos-Theos-Kult gepflegt wurde und andererseits dort ansässige Juden Jah we unter der griechischen Bezeichnung Theos Hypsistos eine Inschrift errichtet haben; ja die Verwendung des gleichen Namens könnte hier von beiden Seiten bewußt erfolgt sein, um mit der jeweils anderen zu konkurrieren."
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seine Lesbarkeit behinderte; z. Zt. von Buckler/Calder bereits im Museum von Afyon Karahisar. Beschreibung: Tafel aus weißem Marmor, Inschriftfeld etwas vertieft ein gelassen. H.: 0,49 m; B.: 0,58 m; T.: 0,15 m; litt.: 1,75-2,25 cm. Abb.: M A M A Taf. 47; Mitchell, Anatolia II 34 fig. 15. Ü: Krauss; Frey; Lifshitz; Brooten; M . Reinhold, Diaspora, Sarasota 1983, 95; Trebilco; Rajak/Noy (Rajak); L.H. Feldman/M. Reinhold, Jewish Life and Thought among Greeks and Romans, Miimeapolis 1996, 69f. Nr. 3. 24; L.H. Feldman, in: S. Fine (Hrsg.), Sacred Realm, Oxford 1996, 51; Verf., in: R. Jütte/A.P. Kustermann (Hrsgg.), Jüdische Gemeinden und Organisationsfor men ... Köln 1996, 50 (Auszüge); D.R. Edwards, Religion and Power, N e w York 1996, 103; White; Wander 133 A . 163; Williams 168 VII 17; Binder; L.I. Levine, in: The Cambridge History of Judaism III, Cambridge 1999, 1008; Levine I I I ; C. Claußen, Versammlung, Gemeinde, Synagoge, Göttingen 2002, 140f.; E.J. Schnabel, Urchristliche Mission, Wuppertal 2002, 133; P.A. Harland, Associations, Synagogues, and Congregations, Minneapolis 2003, 228. TÖV KaTaoKevaoQevja
OIKOV IJTTG
' l o ü X L a s ZeGUTipas- TT. TuppojVLOS"
5
KaraGeiievcüv
10
KXd-
8og ö 8iä ßiov dpxLauydyüjyos- -Kai AoiJKLos" A o u K L O u dpxLcrui/dyw'yo9 Kai TTOTTLXLOS- ZOQTLKÖ? dpxwi^ e-neoKevaaau eK re TÜV LSLWV Kai T W V avvKai eypaijjay
TOVS T O L -
Xovs Kai TTjv öpoc{)f]v Kai eTToir\aav T f | v TcJav OuplScoy do(\)dXeiai> KOI TÖV hmöv T T d v T a KÖG[iOv. ovonvas Kafi.] f] avvajbiyr] eTeL|j.r|aey öirXco eTTixpiiacü Sud re T f \ v evdperov avrbSv 8[L]d0[€-] Giv KOI Tr\v upög TT]V ovvayb}yr\v evvoidv re Kai GTTOvßr\v
Rev. Arch. 1888 u. Wander haben andere Zeilenangaben. Buckler/Calder lasen den Text zu erst vollständig. Frühere Ergänzungen und Abweichungen von ihrem Text habe ich daher nicht notiert; unterstrichene Buchstaben wurden nur von Ramsay gelesen. P. Tyrronios Klados, Archisynagogos auf Lebenszeit, und Lucius, S. d Lucius, Archisynagogos, und Popilius Zotikos, Archon, restaurierten das von lulia Severa erbaute Haus aus eigenen und den (von der Gemeinde) zusammenge brachten Mitteln und ließen die Wände und die Decke bemalen und die Sicher heit der Fenster herstellen und den ganzen übrigen Schmuck; sie ehrte die Synagoge mit einem vergoldeten Schild wegen ihrer hervorragenden Haltung und wegen ihres Wohlwollens und ihres Eifers der Synagoge gegenüber.
350
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Datum: lulia Severa gehört in die Mitte des 1. Jhs. (s. Z . 1 f. [Komm.]), damit auch der ursprgl. Synagogenbau, aber es ist unklar, wann die Renovierung nö tig wurde.^^ Die Schrift des Steines läßt m. E. spätere Datierungen durchaus zu; halbwegs sicher datiertes Vergleichsmaterial aus dem 2. Jh. gibt es aus Ak moneia aber kaum.^"* Nach dem Format zu urteilen, war die Inschrift als Tafel am Bau ange bracht. If.: Das KaraaKeväCeiv
des OIKO? m der Vergangenheit wird mit
dem
emoKev&Ceiv in der Gegenwart kontrastiert. Das eine ist die Errichtung, das andere die Reparatur und Renovierung.^^ Man geht allgemein davon aus, daß der genaimte OIKOS eine Stiftung der lu lia Severa an die Gemeinde war; so erklärt sich am leichtesten, weshalb lulia Severa überhaupt genannt wird und wie das Gebäude in den Besitz der Ge meinde kam.^^ Nur wenn es sich um eine Stiftung der lulia Severa an die Ge meinde handelte, ist die Frage whklich gestattet, was OIKOS hier bedeutet: der große Versammlungssaal der Synagoge oder der gesamte Bau.^^ Parallelen scheinen nahezulegen, daß bestenfalls zwischen OIKO? und TTepißoXos unter
schieden wurde (v. a. 36, 2f. [Komm.], aber wohl auch in Sardeis: 94);^^ dem-
Eine Renovierung zu Lebzeiten der Stifteriri, die ehrenhalber erwähnt wird (RAJAK 465), möchte ich eher ausschließen. Daß Severa noch zum „living memory" gehörte ( R A JAK), ist natürlich möglich, aber in kleinen Städten erirmert man sich lange an große Wohl täter und Patrone. In Galatien und Pamphylien gab es einflußreiche Verwandte der lulia Se vera noch bis weit ins 2. Jh. - KRAABEL ( A . 16) 47 meint, lulia Severa sei nur zur Bezeich nung des Gebäudes genannt worden, habe also tatsächlich keine Beziehung zur Gememde ge habt. Das ist unwahrscheinlich, weil das Gebäude durch die Anbringung der Inschrift an oder in ihm hinreichend gekennzeichnet war. Die drei genannten Gemeindemitglieder mußten keinen persönlichen Kontakt zur Stif terin haben, waren also nicht notwendig als Klienten, Freigelassene o. ä. mit ihr verbunden, wie L.M. WHITE, The Second Century 5, 1985/6, 110 meint. " Zum Wortgebrauch s. z. B. ROBERT, Op. Min. V 238f Vgl. konkret etwa LIFSHITZ 10 (Stobi): TTIV 8e emaKeuTiv Tfjs Kepdpou TCSV ÜTrepwtov TroietaOai epe Kai. KXripovöpous" e p o ü s ; LIFSHITZ 11 (Olbia): ... dpxlovTeg] TT^V rrpooeuxriv e[TTe]oKeüaoav TTJ eau[TOüv] rrpovoig aTeydaa[vTes']. LÜDERITZ 72 wird unten, zu Z. 6f, zitiert. Diskussion bei RAJAK 463ff; LEVINE 111 A . 193; D.D. BINDER, Into the Temple Courts, Atlanta 1999, 146f R. VAN BREMEN, The Limits of Participation, Amsterdam 1996, 336 versteht allerdings „a building formerly belonging to lulia Severa", was man sprachlich nicht ausschließen kann und was die Vorstellung einer Verbindung zwischen lulia Severa und der Gemeinde ad absurdum ftihrt, ebenso die Idee, daß dieses Gebäude bereits als Synagoge gebaut worden sei. Was aber so nicht erklärt wird, ist die Erwähnung der lulia Se vera und ihrer Beziehung zu dem Gebäude. " Versammlungssaal: ROBERT, Op. Min. V 181 A . 1; L . M . WHITE, The Social Origins of Christian Architecture II, Valley Forge 1997, 308 A . 47; anders LIFSHITZ ad loc. (aber vgl. noch p. 22 bei ihm). Anders ist LIFSHITZ 10 (Stobi) zu verstehen: TOÜS p€v OIKOUS TW äyioi TÖrrto KOL TÖ TpLKXetvov ow Tü) TeTpaoTÖo): dank des archäologischen Befundes kann man deutlich se-
11. Phrygien (Nr. 167-214)
3 51
nach war wohl das Hauptgebäude der Synagoge, vielleicht sogar - wenn sie keinen r r e p L ß o X o s besaß - die ganze Synagoge von lulia Severa errichtet worden.^^ Julia Severa C. f. ist keine Unbekannte;^" wir kennen sie und ihre Familie noch aus anderen Zeugnissen. Sie wird auf Münzen aus Akmoneia zusammen mit einem L. Servenius Capito genannt.'^^ Die Legenden lauten: 1. e m Z e p our|VLou
KaTTLTOjyog
SepouriyLOu
Kai
'louXLas- Seoufipas-
KarrLTCüi/os Kai
TouXLa?
' AKp.ov€a3u; 2.' A K ( i o i / e w v
Zeouiipag,
dpx-; 3. dpx- T Ö y'.
im Feld: e i r '
Z e p o u r i v L o u KairLTOJVos' Kai ' i G u X t a s S e o u T i p a s - , im Feld: e m
Löst man mit Ramsay und Groag in CTT' dpxCiepetov) auf,^^ so bekleideten lu lia Severa und ( L . ) Servenius Capito gemeinsam,^^ mehrmals das munizipale Priesteramt des Kaiserkultes in Akmoneia.^"* In dieser oder einer anderen Funktion war sie Agonothetin eines penteterischen Agons,^^ und als Priesterin und Agonothetin wird sie von der Gerusia geehrt.^^ Die überwältigende Wahr-
hen, daß es sich hier (LIFSHITZ p. 19) um etwas anderes handelt: „salles annexes qui etaient employees sans doute pour heberger les gens qui arrivaient dans la ville". S. p. 345 A . 11 zu den Kapitellen aus der Synagoge, flir die kein Alter angegeben ist. Es ist nicht gesagt, daß sie noch aus demselben Gebäude stammen, es ist auch nicht gesagt, daß die folgende Stiftung für die TrarpL? (169) mit diesem Synagogengebäude zu tun hatte. ^° GROAG, RE X 1, 946ff; PIR 1^701; H. HALFMANN, Die Senatoren aus dem östlichen Teil des Imperium Romanum, Göttingen 1979, I02f Nr. 5 a; vgl. jetzt auch P . A . HARLAND, Associations, Synagogues, and Congregations, Minneapolis 2003, 140ff " BURNETT/AMANDRY/RIPOLLES, Roman Provincial Coinage I, London 1992, Nr. 3170-7; die Hrsgg. datieren 3170-3 ca. 55 n. Chr.; 3174f ca. 62 und 3176f ca. 65. BURNETT/AMANDRY/RIPOLLES ( A . 31) p. 512 sprechen allerdings vom „archonship"; anders VAN BREMEN ( A . 26) 336. Für die Auflösung als d p x ( i e p e ü ) v ) spricht u. a. M A M A V I 263. " Für ein gemeinsames Priesteramt plädiert VAN BREMEN ( A . 26) 132f, da lulia Severa nicht alleine auf Münzen erscheint, sondern nur mit ihrem Mann zusammen. Es gibt auch Münzen, auf denen nur Servenius Capito, ohne seine Frau, genannt wird. Weshalb GROAG, RE X 1, 948 Poppaea eine „Gönnerin" der lulia Severa nennt, sehe ich nicht. " M A M A V I 265: ö Sfjiiog Kai f) ßouXfi eT6i\ir]0€v NLKLOU ' AaKXr|mo8cüpou A o ü KLov, lepea Zeßaarfig EüßoaCas Sid ßtou, ... yv[i.vaaiapxr\oavra 6vo TrevxaeTTipLKOus e m 'iGuXCa? Zeourjpa? Kai TuppwvLou 'POTTCOVOS ... Gegen RAMSAYs Annahme, daß lu lia Severa in zweiter Ehe mit Turronius Rapo verheiratet war, erklärt GROAG, RE X 1, 947: „die Datierung nach beiden läßt die Erklärung zu, daß sie dieselbe lokale Stellung ... in zwei aufeinanderfolgenden Lustren bekleideten." Wenn GROAGs Interpretation richtig ist, dann haben wir hier die chronologische Folge der Agonotheten vor uns, darf aus der Voranstellung lulia Severas nicht auf ihren Rang gegenüber Turronius Rapo geschlossen werden. Falsch ist RAJAK 473, Turronius „shared coins with Julia Severa" (ein ähnlicher Fehler bei A . FITZPATRICK-MCKINLEY, in: J.R. BARTLETT (Hrsg.), Jews in the Hellenistic and Roman Ci ties, London 2002, 67: „his (seil. Cladus') profile appears on coins from the period of Nero's reign."). M A M A V I 263: f) -yepouaia eTeLp.riaev 'loDXiay PaiGU Guyarepa ZecuTipav, dpxlepeCav Kap.] dYCovoOeTLV TOO avvnavTog TÜV [9]ewy ZeßaaTwy [OI]KOU, Trdari? dpe-
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scheinlichkeit spricht dafür, daß luha Severa und Servenius Capito verhehatet waren. Die Verbindung der beiden Namen fmdet sich auch m M A M A IV 139 (Apollonia), wo eine Severa und ein Comutus nebeneinander genannt werden. Der cursus honorum und Fragmente der Grabinschrift eines Sohnes, L. Ser venius Comutus, sind erhalten.^^ Er erreichte die Praetur und war Legat des procos. Asiae M . Aponius Satuminus.^^ U m noch unter Nero in den Senat zu kommen, mußten die Servenii italischer Abstammung sein, und ihr Name spricht tatsächlich für Einwanderung aus Italien. Die Familie hatte sich mh den lulii Comuti aus Perge verschwägert,^^ was den Namen Servenius Comutus erklärt. Andere Verwandtschaft reicht nach Ankyra, wo sich im 2. Jh. eine Servenia fmdet, die königliche Abstammung für sich beansprucht (IGR III 192). Ebenfalls königliche Abstammung beanspruchte C. lulius Severus in An kyra zu Beginn des 2 .Jhs. für sich,"**^ und er war wohl ein später Verwandter der lulia Severa."** Hier, wie auch beim Vater der lulia Severa, spricht das prae nomen Gaius dafür, .daß das Bürgerrecht von Caesar herrührte. lulia Severa war, gegen Ramsay, sicher keine Jüdin:"*^ schon ihre prominente Beteiligung am Kaiserkult spricht dagegen. Nicht zu leugnen ist allerdings ihr Interesse an der jüdischen Gemeinde, und Mitchell vergleicht es mit dem In-
[ T ] f i s xcipi-i^ Kai T f | s [ e l ] ? amr\v
eiiepyeaLLas. V g l . auch das Fragment IGR I V 656 (Ak
moneia; M A M A V I 153*: „dedication of building [?] to lulia Severa): ] TraxpCSos' KOL TOÜ KÖapou TOÜ T e e [ v ... (wohl Nero) ] 'louXLai 2[eo]uTipai dpxiepeiaL
Kai dywvo9eT[L8L.
" M A M A V I 262: T) TTÖXLS [eT]eL[|j.riaev AOÜKLJOV Sepou-qvLoy, AOUKCOU [VVOV ALpi]XCg KopvoÜTov, Se[Kav5poy ejrrl Ttov KXripovopLKWv SiKlaaTrjpCojv, •x]a\ixav patwi'
erraCpxeiag]
•yo[y] MdpKcp
Kürrpou,
d7opayö(iov,
'ArrcoyLcp ZaTOupvetvo)
oTpaTr)7Ö[v, Tr]peaßeuTf)y
' A o L a l s ] erTapxeCas,
Stipou ' P w -
KOI dvTLOTpdTri-
T [ Ö V ] eauTfjs
eüepYeT[r|i/.
Die Reste der Grabinschrift M A M A V I 254 sind stark zerstört; BUCKLER/CALDER ergän zen so, daß die dort genannte Servenia Comuta seine Tochter, nicht seine Schwester ist. Aponius war entweder in spätneronischer oder fiühflavischer Zeit proconsul, W . ECK, Chiron 13, 1983, 189. Da diese Station seiner Lauft)ahn nur hier bezeugt ist, versuchte U. VOGEL-WEIDEMANN, Die Statthalter von Afiica und Asia in den Jahren 14-68 n. Chr., Borm 1982, 469 A . 1964; 470 A . 1967 die genannten Münzen zur Datierung des cursus un seres L. Servenius Comutus zu benutzen, um dann auf ein Datum für Aponius schließen zu können ( A . 1967: „verweisen die Münzen aus Acmonia ... doch auf die Jahre 63 bis 65 als den Begirm seines eigentlichen cursus honorum"). ST. MITCHELL, JRS 64, 1974, 37f IGR III 173 (Ankyra; E. BOSCH, Quellen zur Geschichte der Stadt Ankara im Alter tum, Ankara 1967, 105f):
'louJX. Zeoufipov
[dTrö-yolvov ßaoLXews
[AriL]o[T]dpou Kai
' A p ü v T o u TOÜ BpLxdTou Kol ' A p ü v T o u TOÜ AuptdXou TCTpapxwv' Kol ßaatXecog ' A T T d X o u , [äy]e[il)]Lov ürraTtKOJV MOUXLOU Te KoSpdTou KOI ßaoiXeco?
'Aala?
' A X e ^ d v 8 p o u KOL
"IOUXLOU "AKÜXOU Kol K [ X . ] Zeouiipou KOI ovyyevx\ auyKXr|TLKdjy irXeLaTCov.
Es ist allgemein anerkannt, daß der König Alexander unter den Vorfahren des C. lulius Sevems der Ur-Ur-Enkel Herodes' d. Gr. war (Jos. AJ 18, 140), doch ist daraus nichts für das Verhältnis der lulia Severa zu den Juden zu gewinnen (anders S. APPLEBAUM, in: S. SAF RAI/M. STERN (Hrsgg.), The Jewish People in the First Century, Philadelphia 1974, I 443). GROAG, RE X 1, 947f; M . STERN, in: SAFRAI/STERN ( A . 41) I 150 A . 7.
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teresse, daß der aus Antiochia Pis. stammende Sergius PauUus dem Judentum entgegenbrachte/^ Die Erinnerung an ihre Stiftung wird von der Gemeinde wachgehalten, weil sie an die Großzügigkeit der lulia Severa erinnern und die fiüheren Beziehungen zu einem Mitglied der lokalen Oberschicht dokumen tieren will. 2f.: zu Turronius in Akmoneia vgl. M A M A VI 265, der Agonothet Turro nius Rapo. Da Klados ein griechischer Name ist,'*'* ist es nicht ganz ausge schlossen, daß wir hier einen Freigelassenen oder Nachkommen eines Freigelassenen der Turronii vor uns haben."*^ Dieselbe Kombination eines römischen nomen gentile mit einem griechischen Namen finden wir bei Popilius Zotikos.''^ Es gibt in beiden Fällen keinen Grund, in ihnen Sym pathisanten statt Juden zu sehen. Der dpxLCTUvdyojyos' Sid ßi^ou und der dpxwv der Gemeinde waren römi sche Bürger, was in der Stadt mit ihren starken römischen Einflüssen selbst dann nicht unwichtig gewesen sein dürfte, werm sie Freigelassene waren. Zum 6 8Ld ßCou dpxLcruvdytoyo? s. 46, 1 (Komm.). Das Nebeneinander von 6 Std ßiou d . und d. läßt sich wohl am ehesten damit erklären, daß die durch eine Spende oder anders - erworbene Ehre des lebenslänglichen Titels nicht gleichzeitig lebenslängliche Arbeit bedeuten sollte. 4: Ramsay schlug für Lucius, S. d. Luciys eine Identifikation vor, die aus chronologischen Gründen nicht zu halten ist.'*^ 5: dpxcov, s. 5, 1 (Komm.). Nicht P. Turronius Klados, wohl aber die beiden anderen Beamten trugen in ihrem Amtsjahr zur Renovierung bei; ob sie wegen ihrer Bereitschaft gewählt worden waren, oder ob sie bei der Wahl einfach mit Aufgabe und Last konfi-ontiert vmrden, läßt sich nicht sagen. Die
" S. MITCHELL, Anatolia, Oxford 1993, II 8f Daß auch Nicht-Juden Synagogen stiften konnten, dürfte spätestens seit Lk 7, 5 bekannt sein, wo es über den centurio aus Kapharnaum heißt: äyaua ydp TÖ eövog T)|J.WV KOL TT\V auvaytüyfiv avTog cÖKoSöiirjaev fi[i.LV. BINDER ( A . 26) 146 charakterisiert lulia Severa denn auch als „gentile patron". ROBERT, Noms indigenes 272f; ein neues Beispiel jetzt in J.M. REYNOLDS, EpAnat 29, 1997, 130 Nr. 3 (Smyma). ''^ An Verwandtschaft denkt APPLEBAUM ( A . 41) 443. - RAMSAY, Cities II 650: „The Strange name Tyrronius (of which I find few instances except in the two neighbouring towns Akmonia and Sebaste) may be in all cases taken as Jewish." c f 673; damit erklärt er auch die Turronii in RAMSAY, Cities II 604 Nr. 478f (Sebaste) und lOlympia 237 (Bürger von Dconion) für Juden - was sich natürlich nicht halten läßt, nachdem der lateinische Charakter des Namens erkannt ist. RAJAK 474. - WHITE ( A . 27) 309f A . 48 meinte, Turronius und Lucius seien Freige lassene oder deren Nachkommen, in Diensten der lulia Severa, was die Verbindung der lulia Severa zur Gemeinde erklären würde. Die Überlegung ist wegen der unterschiedlichen Namen, noch mehr aber wegen der sicher anzunehmenden chronologischen Differenz fragvköirdig. REA 3, 272 mit dem Nikias Lucius aus M A M A V I 265, der aber zu derselben Zeit wie lulia Severa lebte. Ob sein Amt als lepei;? Zeßaarf)? EüßoaLa? mit der Lebensführung ei nes Juden in dieser Zeit zu vereinbaren wäre, bleibt demgegenüber zweitrangig.
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Entscheidung hängt auch davon ab, ob wir annehmen, daß es m der Gemeinde nur einen jährhchendpxLouvdycoyo? und einen jährhchendpxwv gab, oder ob der Archon Popihus Zotikos als einziger aus einem Kollegium genannt wird und zwar wegen seiner Bereitschaft zu zahlen. 6f.: Das meiste Geld gaben zweifellos die genannten Beamten, und zwar aus der eigenen Tasche, weshalb ihre Beteiligung an den Kosten zuerst genannt wird und weshalb sie geehrt werden. Daneben wurden aber weitere Mittel ver wendet, r d G u y K a r a O e i i e v a . Das können Spenden eigens für diesen Zweck,"*^ können aber auch Gelder aus der regulären Gemeindekasse gewesen sein."*^ Für den sozialen Status der drei Amtsträger ist vielleicht bezeichnend, daß sie auch zu dritt nicht in der Lage waren, die Renovierung ohne Hilfe der Ge meinde zu bezahlen. Sie werden allerdings durch die Ehrung so weit herausge stellt, daß man nicht - wie sonst manchmal - annehmen muß, die Gemeinde habe bewußt dafiir gesorgt, daß sich ihre Mitglieder nicht durch Spenden über einander erheben. Die Aufzählung ist klar hierarchisch.^^ 7: zu den Malerarbeiten, die hier vielleicht nicht nur Ausschmückung, sondern Notwendigkeh waren, s. 90, 3 (Komm.); vgl. etwa noch IGR FV 293, 22f. (Pergamon): d-rroypdiljayTa KQL TTIV eir' QÜTWL öpo[c|)f|y. 9: Lifshitz versteht unter den GupLSes- Türflügel, während Reinhold über setzte: „they made safe the little door". „Fenster" ist die gewöhnliche Bedeu tung, und die Sorge kann hier den Fensterstürzen gegolten haben, der Abdich tung etc.; möglich ist aber auch, daß es um den Versuch geht, Diebe von den Kostbarkeiten der Synagoge fernzuhalten.^' 10: mit KÖa[ios ist kaum die Innenausstattung gemeint, sondern eher son stiger Bauschmuck, vielleicht sogar ein weiteres Gebäude.^^ 11: die Gemeinde wird hier und Z. 13 als f) ouvaywyfi bezeichnet, wäh rend das Gebäude anders benannt war; vgl. zum Gemeindetitel aber noch 160 und allgemein 36, 5f. (Komm.). Vgl. zu einer anderen Renovierung LÜDERITZ 72 (Berenike): e^&vr] rf\ oway(jiyf\ TÜV ev BepveLKLSi 'louSaiojy TOÜ? eTTLSLSövreg eLg errLOKeufiv xfig auvaytoYfig ävayp6i\)ai aüroüg eloTfiXriv XCGou TTapiou. Vgl. LIFSHITZ 2 (Aigina): OeoSwpou vecop. (|)por'TLCovT(og) [CK Tfjg TTp]o[o]ö8ou xfig auvaY- eiiouacüör); 10 (Stobi): CK TWV oiKeLcov xpilM-Ctrcov, |ir|8ev öXtog Trapaijidpevog TÜV äyiijdv. Ein Schatzmeister wird in einer aramäischen Inschrift aus Dura-Europos genannt, C H . KRAELING, The Synagogue, New Häven 1956, 263ff. Unklar ist LIFSHITZ 1 (Aigina). - LIFSHITZ 2 ist übrigens ein, wenn auch spätes Beispiel daftir, wie eine „mainly supervisory, organizational or patronal role in the construction" in Akmoneia hätte aus gedrückt werden müssen (gegen RAJAK). Anders E.S. GRUEN, Diaspora, Cambridge 2002, 114. C. CLAUßEN, Versammlung, Gemeinde, Synagoge, Göttingen 2002, 103. " Vgl. M A M A I 170 (erste Hälfte 4. Jh., Laodikeia Katakekaumene): rrdaav rfiv eK\r\CFiav dvoLKoSolplrjoag ärrö OepeXCcov KOL aüvrravTa TÖV rrepl aürfiv KÖapov, TOÜT' eoTLv OTOcov r e Kai T[eT]paaTÖa)V KOI C(^ypa(^iü[v] KOI Kevrriaewv KOI üSpeCou Kai rrpoTTÜXou Kol TTdoL Totg XiOo^oiKoIg epyoig Kai Trd[oL dTrla^arrXcog KaraaKeudloag.
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Die Ehrung mit einem ÖTTXOV ist in der Polis nicht ungewöhnlich, aber für jüdische Gemeinden sonst nicht belegt. Vergleichbare Ehrenbeschlüsse besit zen wir nur wenige, aber an den vorhandenen Beispielen läßt sich zeigen, daß die jüdischen Gemeinden sich oft bemühten, die in den Poleis üblichen Formen der Ehrungen nachzubilden. Die Eigenschaften der Geehrten finden sich auch in vielen Ehrenbeschlüssen der Städte.
169 Eine Weihung Edd.: Ramsay, Cities II 651f. Nr. 561 (Oehler 298 Nr. 66; Krauss 233; CIJ II 771; Lifshitz 34; Trebilco 81 Nr. 6. 2). FO: Kaili. Beschreibung: „Below the word TTaTpiSL is indicated in incised lines the seven-branched candlestick" (Ramsay). Ü: Krauss; Frey; Lifshitz; Trebilco. üirep €ijxfi<s"> TTdoT] TTJ TrarptSL 1: €i)xrj(s') TTdari(s') Oehler; ei)XTi[s'] TTdar|[?] oder TTdar] Ramsay, Frey; eüx^lLs] Trebilco.
Wegen eines Gelübdes für das ganze Vaterland. Datum: Die meisten Weihungen {jirep e\}xf\s stammen aus der Spätantike, doch da wir uns noch nicht einmal eine Vorstellung von den Buchstaben formen machen können, läßt sich weder die Frage nach dem Datum noch die nach dem Charakter des Monumentes beantworten.^^ Es gibt zwei Möglichkeiten, TTaTpL? zu verstehen: als Vaterstadt, i. e. Ak moneia,^'* oder als Bezeichnung für die jüdische Gemeinde. Es gibt bisher keine
" FREY bietet ein Facsimile, das aber nur der Versuch einer zeichnerischen Umsetzung der RAMSAY'schen Beschreibung ist und keinen eigenen Wert besitzt. Die Beschreibung des Leuchters bei R. HACHLILl, The Menorah, Leiden 2001, 423 D 8.318 („base: tripod, arms: round, light Attings: crossbar") hängt wiederum von FREYs Zeichnung ab. Sie hält den Stein übrigens für den Überrest eines „epitaph". Zur Bezeichnung des Wohnortes als iraTpL? vgl. Philo, Flacc. 46: as 5' eXaxov 6K iraTepcüv Kai TTdiTTTCüi' Kai TTpoTrdTTTTWv Kai Twv 6TL dvw TTpoyöywy OLKetv eKaaroL iraTpCSa? voiiiCov'Tes, a t ? eyevvx\'d\\aav KOI eTpd4)r|aay. R A M S A Y , Cities II 652: „It is clear, even though the text is mutilated, that the Jewish author intended to designate Ak monia as his fatherland"; so auch TREBILCO 81f; GRUEN ( A . 50) 243. KRAUSS 233, von FREY als einziger zitiert, und LIFSHITZ verstehen die Gemeinde. - Akmoneia wird als rrarpCg bezeichnet in M A M A V I 261; 266 (TrpoaxdTriv rf)? TTÖXeco? f) Trarptg), doch ist das wenig erstaunlich. Allgemein zu Weihungen an die Trarptg: E. STEPHAN, Honoratio-ren, Griechen, Polisbürger, Göttingen, 2002, 160f
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Parallele für die Selbstbezeichnung einer jüdischen Gemeinde als -narplg, wir keimen aber auch nur wenige Fälle, in denen Juden eine Stiftung für die Stadt, in der sie lebten, unternahmen.^^ Da evxA eher ein Gelübde als ein Verspre chen an die Stadt ist, da ü i r e p e ü x f i ? von Juden und Christen, aber nicht in paganen Kontexten gebraucht whd, da man sich femer auf einer Weihung für die Kommune nur schwer eine Menorah vorstellen kann, denke ich, daß diese Gabe der jüdischen Gemeinde galt.^^ Nur so whd m. E. auch der Ausdruck ird a a Trarpig verständlich: eine Stiftung für die ganze Gemeinde. Welche Bedeu tung dem Ausdmck „Vaterland" für die Gemeinde beigemessen wurde, ob man - negative - Folgerungen für die Verankerung in der Kommune ziehen kann, ist m. E. ganz unsicher, nicht zuletzt, weil uns ein Datum für den Text fehlt.
170 Fragment eines Gebets Edd.: M A M A V I 334 (Trebilco 82 Nr. 6. 3). FO: In einer Hauswand in Ahat verbaut, aber schon 1934 in das Museum von Afyon Karahisar gebracht. Beschreibung: Bläulicher Kalkstein, oben und unten eine Profilleiste, also oben und unten vollständig; H.: 0,165 m; B.: 0,175 m; litt. (Gr.): 2,5 cm. Abb.: M A M A Taf. 58; E.L. Sukenik, Kedem 1, 1942, 96 Taf. 13, 2; H. Beinart, Eretz Israel 8, 1967, Taf. 42, 5 (non vidi); S. Mitchell, Anatolia, Ox ford 1993,11 34 flg. 17. Ü: A.Th. Kraabel, in: G.M.A. Hanfmann (Hrsg.), Sardis from Prehistoric to Roman Times, Cambridge 1983, 181; Trebilco.
] XAZnPO [
...es sei Friede über Israel und Jerusalem und diesem Ort.... Datum: 4. Jh. (Mitchell, Anatolia II 34), doch ist nach den griechischen Buch stabenformen auch eine spätere Zeit nicht ausgeschlossen. Für ein späteres Datum spricht die Benutzung des Hebräischen, das in der griechischen Dia-
" In 21 (lasos) und 40 (Smyma) sieht man die Probleme bei Stiftungen ftir die Stadt. So auch kurz ohne Argumentation L.H. KANT, A N R W II 20, 2, Beriin 1987, 693 A . 139.
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Spora - von formelhaften Texten abgesehen - eigentlich erst im 5. oder 6. Jh. aufkam.^^ Möglicherweise stammt das Fragment aus der Synagoge.^^ An dem hebräischen Fragment versuchte sich E.L. Sukenik apud Buckler/ Calder, dessen Übersetzung oben auch zitiert ist: „The blessing upon Israel and upon Jerusalem is reminiscent of a passage in the evening prayer for Sabbath and for festivals. The phrase preceding the word i^p in the second line may be a quotation from Daniel XII 4, 9, or XI 35. But if the inscriptions did not begin as I suggest - which, of course, is quite possible - then we may have at the end ... a quotation from Isaiah IX 6." Der griechische Text mag mit Buckler/Calder zu TTpoCTeDlxds- TTpoCaSexou ergänzt werden (cf. Ps. 6, 10: Kupiog T f \ v -npoaevxA^ M-O^ irpocreSe^aTo), doch muß man sich darüber klar sein, daß das nur eine von vielen Möglich keiten ist. Eine genaue Entsprechung der Buchstabengruppe scheint es in L X X nur in 1 Esdr 2, 4 zu geben (KQT' eüxd? TTpoaTeGeLfiei/oi?), was aber nicht in Frage kommt. evxA wird in der Regel nur im Singular verwendet, sonst wäre an die Stiftung eines Pro[ zu denken, die mit einem hebräischen Segenswunsch abgeschlossen worden wäre. Beim derzeitigen Stand der Dinge ist der Opti mismus von Kraabel, der hier eine Bilingue sah, unberechtigt, und man muß sich wohl mit der skeptischen Bemerkung von Buckler/Calder zufrieden geben: „whether the Greek and the Hebrew were in any way connected is not known".
171 Eine Stiftung für das Grab der Aurelia... Edd.: W . M . Ramsay, REG 2, 1889, 23ff. Nr. 2; id., Cities II 562ff. Nrr. 455-7 (B. Laum, Stiftungen in der griechischen und römischen Antike, Leipzig 1914, II 134f. Nr. 174 [A; C]; Trebilco 78 Nr. 6. 1; C. Kokkinia, M H 56, 1999, 219 Nr. 3^9). FO: Susuz Köy, ca. 5 km westlich von Akmoneia (Ahat). Beschreibung: Kleiner Grabaltar. „Defaced symbols on side C. In the middle of side B (seil. Z. 5f.) a crown, across which the letters ... were engraved" (Ramsay). A 6ff. vmrde von einer späteren Hand, in kleineren und schlechte ren Buchstaben hinzugefugt. Abb.: Ramsay, REG (Facs.). Ü: Laum (A; C); Trebilco; Williams 128 V 68.
" TREBILCO berücksichtigte bei seinen Überlegungen zur Benutzung des Hebräischen in diesem Fragment das Datum des Textes nicht. BUCKLER/CALDER; BLOEDHORN ( A . 8) 67f. - ob das noch die Synagoge von 168 ist, tut dabei nichts zur Sache. ''Nach CIG 3874!
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A
[ A ü p . ' A ] p L a T e a s ['ATTOX-] Xcoviou r i y ö p a -
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TÖTTOV Ma0[L]o u TTf|(xeü)y) L' errl L'. CTCL [..] dpyöv
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[ e d v 8e |if] e G e X w a i v ] poSLoaL K a T d
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[ e a ] T a L a Ü T o t ? TTpö[s] [ T f | ] v 8LKaL0aL)5
[ v T ] v ] T o O GeoO
A 4f.: Mae[e?]ou Ramsay, REG; MaGou id., Cities; Ma9[L]oi; Robert, Hellenica XI/XII 410f.; 5: von Mommsen bei Ramsay, Cities, erklärt; am Ende Platz für einen, höchstens zwei Buchstaben, also [ T ' ] , [ja'] etc.; die Ergänzung mit dem Zahlzeichen T ist nötig, weil die Namen in A 1; B 10 für eine Entstehung nach 212 sprechen; 7: 'AX€^av]8po? Ramsay, Cities ist ein Druckfehler; 10: p . x- Ramsay, Cities. B 2f: TTp[a)T]oTTro"'XeLTa)v F. Vattioni, Studia Papyrologica 16, 1977, 23flF. (SEG 27, 893),*° aber s. JLR Bull. 1978, 469; 3ff: 'App[o]m8L K€ [ ] A A [ . . ] 8üo K[al dv]dpTi[Tov] KOL d v ö p u y o v Ramsay, REG; dpp[e]va 8iKe[X]Xa[Ta] 8uo K[aT]d p f | [ r a ] Kai ä[y(iiyb]v öpu[K]TÖv Ramsay, Cities; suppl. Keil apud Laum; 6f: 6PU[K]T6V Ramsay, der aber selber feststellt, daß am Ende der Zeile kein Platz mehr für einen Buchstaben ist.
Aur. Aristeas,S. d. Apollonios, kaufte den brachliegenden Platz von Markos Mathios, und zwar zehn mal zehn Ellen, im Jahr 215(+x) - Es bauten seine ^ VATTIONI verwies dabei auf Vita Aesopi 81: TTPCOTOTTOXLTOU OVTOS S B A , rrptoToTTuXeüovTos P'°. Er übersetzte: „al quartiere o all'associazione dei 'primi cittadini'".
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Kinder Alexander und Kallistratos für Mutter und Vater um der Erinnerung willen - und nachdem er es versprochen hatte, gab er der Nachbarschaft vom Ersten Tor Handwerkszeug, zwei Hacken; eine Schaufel und einen Spaten zum Graben mit der Auflage, daß sie jedes Jahr (das Grab) meiner Gattin Aurelia ... mit Rosen schmücken. Wenn sie (es) aber nicht jedes Jahr mit Rosen schmücken wollen, sollen sie sich vor der Gerechtigkeit Gottes verantworten. Datum: wg. der Namen nach 212, wg. der Ergänzung in A 5 (cf. app. crit.) 215 und später. Ramsay u. a. gingen davon aus, daß wir es mit einer christlichen Inschrift zu tun haben (zuletzt P.A. Harland, Associations, Synagogues, and Congrega tions, Minneapolis 2003, 37), während Robert, Hellenica XI/XII 409ff. mehre re Argumente dafür naimte, daß es sich bei den genannten Personen um Juden handelte, s. den Kommentar zu A 4f; C 3ff'.; cf. B 2f.; hinzu kommt noch, daß wir aus dem Akmoneia des 3. Jhs. eine größere Zahl jüdischer Inschriften ken nen, aber als christlichen Text nur M A M A VI 336. A 2f.: Robert, Hellenica XI/XII 410 A . 5 meint, daß Aristeas das Grab sei ner Frau auf dem Gelände habe errichten lassen, daß er den Protopyleitai wegen der Geräte - zur Bearbeitung übermachte („ä cultiver"). Bewirtschaf tung des Grundstückes ist schon wegen seiner geringen Größe unwahrschein lich, erst recht die Bewirtschaftung eines Grundstückes, auf dem ein Grabstein stand. Sollte der Ort als gemeinsamer Begräbnisplatz der Protopyleitai genutzt werden? Das Werkzeug alleine wird nicht ausgereicht haben, um die jährliche Feier zu finanzieren, und in anderen Fällen wird tatsächlich meist ein Grund stück gestiftet, dessen Erträge zur Feier verwendet werden konnten. Gesagt wird das allerdings nicht, denn ÜTroaxö^ievos- ... eSooKev bezieht sich nur auf das Werkzeug. 4f.: Robert ergänzte Mathios, weil in der Inschrift die Silbentrennung durchgehalten wird; bei dem Namen handelt es sich um die Adaption eines se mitischen an einen kleinasiatischen Namen, s. 164, 2ff. (Komm.). Seine Ver wendung könnte dafür sprechen, daß wenigstens der Verkäufer Jude war.^' Vgl. weiter B 2f. zu der Vermutung, daß auch Aristeas Jude gewesen sein kann, weshalb er möglicherweise von dem Grundstück des Mathios wußte. A 5: einige Beispiele für Grablegen von 10x10 Ellen in Kleinasien bei JLR Bull. 1939, 464 p. 520. Daß dies eine geläufige Größe war, spricht m. E. eben falls gegen die Idee, hier ein Grundstück zur Bepflanzung zu sehen; es spricht vielleicht auch gegen die Vorstellung, hier einen Grabplatz für eine ganze Gruppe zu sehen, aber in diesem Fall hängt die Praktikabilität von der Art der Gräber ab. ' ^' KRAABEL ( A . 16) I I I wandte ein, daß in Akmoneia sonst keine semitischen Namen benutzt worden seien, doch konnte ROBERT einen Beleg zitieren, der bestenalls 30 km von Akmoneia entfernt gefunden wurde, M A M A X 197 (vgl. p. 386 A . 123).
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B 2f.: Vgl. IK44, 105 (Side): y[epovaia] (leyaXoTruXeLTWv und r]ye[i6ves ... Tü)v | i [ e y d X ü ) v ; ein Martyrium des hl. Mauritius (ed. H. Delehaye. Anal. Boh. 53, 1935, 230) nennt in Apameia Syr. eine y i T v e i a d|jLa^LKT\, und etwas später ist von einer diia^LKfi TTuXri die Rede. Daß sich auch Bemfsvereme um einen Torbau ansiedeln konnten, zeigen die e p y d r a L -rrpoTTuXelTaL, IK 17, 1, 3216 (Ephesos). TTuXeojy
Die Gesellschaft war in der Lage, Geschenke anzunehmen, die sie zu spä teren Handlungen verpflichtete, doch wird sie dadurch noch nicht zu einer „burial-society".^^ W h können z. Zt. die Frage nicht beantworten, ob dieser Verein ein privater Zusammenschluß war, oder ob es sich um eine offizielle Untergliederung der Stadt handelte, wie es in Side der Fall war (davon hängt auch ab, ob es eine ausschließlich jüdische Gruppe war, oder ob auch andere Bürger der Stadt zu den Protopylitai gehören konnten). Robert wies daraufhin, daß die Protopylitai bei Mißverhalten nur die Ge rechtigkeit Gottes, aber keine weltlichen Sanktionen zu befürchten haben, woraus er schließt, daß es sich um eine religiös relativ homogen strukturierte Gruppe handelt (412): ,je conclurais que ce groupe de maisons foumait un petit quartier juif."^^ In den meisten vergleichbaren Fällen werden materielle Sanktionen angedroht, falls die Auflage des Stifters nicht erfüllt wird, aber an gesichts des geringen Umfangs des (möglichen) Stiftungsvermögens hatte Aristeas diese Chance nicht: er griff deshalb zu einem Fluch. Aus der Verwendung dieses Fluches läßt sich vielleicht schließen, daß Aristeas selber Jude war^"* oder zumindest genug von jüdischem Brauchtum vmßte, um die Gerechtigkeit Gottes als Strafandrohung auf andere herabzumfen. Er erwartete auch, daß die Adressaten des Fluches ihn respektieren würden - aber das macht nicht not wendig Juden aus ihnen. Die Grabinschriften der Stadt zeigen, daß solche Flü che auch angewandt wurden, wenn man keine religiös homogene Gruppe als Adressaten hatte. Selbst wenn Robert aber Recht hat, und es sich bei den Protopylitai um ei nejüdische Nachbarschaftsgmppe handelte, müssen sie nicht die einzigen Ju den in der Stadt geweisen sein, konnten Juden auch in anderen Vierteln leben.^^ B 8ff.: die rosalia sind ein Fest am Grabe, das aus Rom nach Griechenland und Kleinasien gekommen war.^^ Seine Übemahme ist immer Zeichen einer geDazu e. g. APPLEBAUM ( A . 41) 484. TREBILCO 80 meint, im 3. Jh. hätten eher Ju den als Christen eine rechtsgültige, nach außen sich darstellende Gesellschaft gründen kön nen. Selbst wenn man diesen Schritt ROBERTs nachvollzieht, wie es etwa SCHNABEL ( A . 16) 1150 tut, sollte nicht zuviel Wert auf den Ort des quartier juif in der Nähe der Pforte ge legt werden: orientalischer Einfluß oder gar eine Erinnerung an die Bedeutung des Tores in der orientalischen Stadt sind hier sicher nicht anzunehmen. Zum Namen sei nur an den Aristeas-Brief erinnert. Da keine Synagoge erwähnt wird, schließt KRAABEL ( A . 16) 114, daß die Protopylitai eine Gruppe innerhalb der Synagoge seien, im Gegensatz zu Juden, die anderswo lebten.
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wissen Romanisierung,^^ und trotz seines heidnischen Ursprungs wurde es von den Christen schon früh aufgenommen und beibehalten.^^ Ein anderes Grab in Akmoneia soll ebenfalls durch eine Stiftung jährlich mit Rosen ge schmückt werden, F. Cumont, Catalogue des sculptures et inscriptions antiques des Musees royaux, Brüssel ^1913, Nr. 133 (cf. Laum II Nr. 173). Von dem gemeinsamen Festmahl, daß die Rosalia eigentlich begleitet, hören wir nichts, werm es nicht im poSiCeiv beschlossen war: die Größe der Stif tung dürfte dazu aber auch nicht ausreichend gewesen sein. - Jährliche Zere monien am Grab werden auch in 196 (Hierapolis) vorgeschrieben. C 3ff.: hier wird die sog. ,3uJtneneian formula" (eorai avrü rrpös TÖV Oeöv) verwendet,^^ zu der Robert 408f. ganz richtig sagt: „il est tres possible que certains de ces textes emanent de Juifs; on ne pourra les leur attribuer que d'apres un fait precis ou sur une forte presomption d'origine juive."'" P. Trebilco, MedAnt V 1, 2002, 73ff. zählt die Inschriften mit 'Eumeneian formula' auf, bei denen seiner Ansicht nach nicht sicher zu entscheiden ist, ob sie christlich oder jüdisch sind: „un fait precis ou ... une forte presomption d'origine juive" scheint mir bei keiner gegeben, doch ist damit nicht sicher aus zuschließen, daß auch jüdische Texte darunter sein können.Aufgenommen habe ich keine dieser Inschriften.
S. e. g. M.P. NILSSON, RE I A 1, 111 Iff.; ID., Opuscula Selecta I, Lund 1951, 311ff.; B. L A U M , Stiftungen in der griechischen und römischen Antike, Leipzig 1914, I 85ff.; R. LATTIMORE, Themes in Greek and Latin Epitaphs, Urbana 1942, I35ff.; E. SCHWERT HEIM, EpAnat 5, 1985, 83ff.; C. KOKKINIA, M H 56, 1999, 208ff. ROBERT, Op. Min. VII 190 zu Akmoneia als Stadt: „Les noms attestent une romanisation ou une romanite importante." Vielleicht sieht F. CUMONT, MEFRA 15, 1895, 253. 277 Nr. 164 deshalb hier eine christliche Inschrift. Zur Formel s. kurz W . TABBERNEE, Montanist Inscriptions and Testimonia, Macon 1997, 144f.; ausfiihrlich P. TREBILCO, MedAnt V 1, 2002, 63ff. (70f. zu dieser Inschrift). Sie wird meist mit Christen oder Juden verbunden, weil die Anhänger anderer Götter keinen Grund gehabt haben sollen, so unpräzise von 9 e ö g zu sprechen: ihnen habe keine Verfolgung gedroht. Abgesehen davon, daß die zunehmend beobachteten Tendenzen des paganen Mono theismus durchaus eine 'Eumeneian formula' hätten hervorbringen können, so gilt das Argu ment sicher nicht ftir Juden: welchen Anlaß sollten sie haben, ihren Gott nicht näher zu kenn zeichnen? ™ Vgl. früher schon W . M . CALDER, Anatolian Studies BUCKLER, Manchester 1939, 25 zu demselben Vorbehalt. - KRAABEL ( A . 16) 117: „Three inscriptions from M A M A VI are questionable: ... 336 is an example of the 'Eumeneian formula' which could be Chris tian." Ich weiß nicht, wer je erwogen hatte, M A M A V I 336 unter die jüdischen Inschriften zu reihen. ^' Sehr wahrscheinlich scheint mir das nicht zu sein, da die 'Eumeneian formula' auch von TREBILCO ( A . 69) 70f nur zweimal halbwegs sicher für Juden, wesentlich häufiger aber si cher für Christen in Anspruch genommen werden konnte: Texte ohne sichere Zuweisung sind also eher christlich als jüdisch.
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C 4f.: die Gerechtigkeit Gottes ist ein aus dem A T gut bekarmtes Motiv, vgl. Schrenk, T h W N T II 197ff.; A . Dihle, R A G X 289ff.'^
172 Das Grab des T. Flavius Alexandras Edd.: Legrand/Chamonard, B C H 17, 1893, 263f. Nr. 48 (Ramsay, Cities II 653 Nr. 564 [ A 1-18; B ] ; I G R I V 658 [ A 18-20; B ] ; CIJ II 770; Robert, Hel-lenica X 253; Trebilco 62f. Nr. 3. 3; J.H.M. Strubbe, in: J.W. van Henten/ P.W. van der Horst [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epigraphy, Leiden 1994, 119f. Nr. 9). cf. J.H.M. Strubbe, EpAnat 10, 1987, 69f. Nr. 55. (B 3f.; D 3f.). FO: In Ushak gefunden, mit Herkunftsangabe Akmoneia. Beschreibung: Altar, auf der Vorderseite die Inschrift, auf den drei Seiten Kränze mit den Ämtern des Verstorbenen. Abb.: Legrand/Chamonard (Facs.; danach der Majuskeltext bei Frey). Ü: W . M . Ramsay, The Expository Times 26, 1914/5, 171 Nr. II; id., The Bearing of Recent Discovery on the Trustworthiness of the N T , London ^^1920, 361f. Nr. 2 (Z. 9ff.); Frey; Trebilco; P.W. van der Horst, Ancient Jew ish Epitaphs, Kampen 1991, 56 ( A 1-18); Strubbe, Williams 110 V 14. A
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KRAABEL (A. 16) 112f. ist der Ansicht, daß die Gerechtigkeit Gottes im N T schon zu sehr mit der Gnade Gottes verbunden sei, als daß man sie in einem Grabfluch habe nennen können. Selbst wenn man ihm die Prämisse zugestehen wollte, ist doch nicht gesagt, daß Christen des 3. Jhs. nicht inzwischen eine etwas anders akzentuierte Vorstellung von Gottes Gnade gewonnen hatten.
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Errichtet im Jahr 328. T. Flavius Alexander erbaute das Grabmal zu Lebzei ten für sich und seine Frau Gaiane um der Erinnerung willen. Er war Rats herr und Beamter, lebte gut ohne jemandem zu schaden. Wenn irgendjemand das Grabmal öffnen sollte, nachdem ich, Alexander, und meine Frau Gaiane hineingelegt wurden, werden ihm die Flüche gelten, die niedergeschrieben sind, und zwar gegen (sein) Augenlicht und seinen ganzen Körper, gegen( sei-ne) Kinder und gegen (sein) Leben. Wenn aber jemand versuchen sollte, (es) zu öffnen, dann wird er dem fiscus 500 Denare als Strafe zahlen. Polizeiaufsicht. Getreideversorgung. Vorsitz des Rates. Marktaufsicht. Strategie. Getreideversorgung. Datum: Jahr 328 der suhanischen Aera, i. e. 243/4. 2: Das Bürgerrecht des Alexandros ist schon alt, geht aber nicht auf eine ita lische Familie zurück. Sollte es sich imi einen Juden handeln, so denkt man zu erst an Kriegsgefangenschaft und spätere Freilassung eines Vorfahren, aber schon das ist wohl nur Spekulation. 3: zum Namen Gaiane s. M A M A VI 274; 301; 315; bezeichnend ist 274: M. KX(o8t09 Bdao? Kai FaLavfi FaLto TraTpi K T X . 13: C. Brixhe, Essai sur le grec anatolien, Nancy ^1987, 93 zu der in Phrygien häufig verwendeten Form d v ü ^ T ] et sim. 15ff.: gemeint sind die Flüche, die im Dtn niedergeschrieben sind, wie schon Ramsay sah; cf. 173, 14f. (Komm.). Der Verfasser der Inschrift kannte offen bar nicht nur den allgemeinen Charakter von Dtn 27f., sondem auch den Inhalt:^^ dort ist von dopaaia die Rede, dann heißt es: Kai eor) i|jr|Xa(()üJv |ieaT]|j.ßpLas" w a e l i|iriXac|)r|aaL 6 T U ( } ) X Ö ? ev CTKÖT€L (28, 29). Andere Teile der Flüche beziehen sich auf weitere körperliche Gebrechen und auf die ganze
Gegen BIJ DE VAATE/VAN HENTEN ( A . 9) 20f, die einen klaren Bezug auf Dtn ver missen.
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Lebensführung des Verfluchten. Zur Verfluchung der Kinder vgl. p. 346f. die Flüche vom Typ eis TCKva TeKvwv und 174, 18ff. die Einbeziehung der Fa milie des Übeltäters. 16: vgl. noch IK 62, 8 (Philomelion): bs äv TOUTW TW |iyfi|iaTL KaKws TTOLriaeL OLKÜ), ßio), TÜ) acoiiaTt aÜToO.
18ff.: Der Versuch wird von der erfolgreich ausgeführten Tat unterschieden: ihm gilt kein Fluch, sondern nur eine (moderate) Geldstrafe. B: Eine solche Aufzählung der Ämter auf der Seitenfläche eines Altars ist in Akmoneia geläufig, s. 173; Ramsay, Cities II 564 Nr. 462: ßouXeuTfi?, d y o p a vo\Lr\oas,
Geirii)vr\aas,
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IGR IV 657: f) ßouXf] Kai 6 8f\\ios dyopavofiov, f) ßouXf) Kai 6 8fi|ios SeKaTTpcoTeLiaavTa. M A M A V I 270f. sind wohl Fragmente vergleichbarer In schriften. elpTivapxla: s. aUgem. J.L. Rife, ZPE 138, 2002, 94ff.; 107ff. (Liste der Testimonia); Rife 97 betont den für die Amtsausübung nötigen Reichtum. ßouXapxLa: nicht nur einfaches Mitglied, sondern auch Vorsitzender des Rates. In Analogie zu den anderen Ämtern war vielleicht auch diese Aufgabe auf ein Jahr beschränkt; s. zum Amt in Kleinasien K. Nawotka, Epigraphica 62, 2000, 66ff. Zur Sitonie als Amt s. J.H.M. Strubbe, EpAnat 13, 1989, 99ff.; Alexander übte das Amt zweimal aus.
173 Das Grab der Makaria und Alexandria Edd.: W . M . Ramsay, The Expository Times 26, 1914/5, 170 A . 2 (nach Aut opsie imd einer Kopie von Mrs. Wingate; id., The Bearing of Recent Disco very on the Trustworthiness of the N T , London ''1920, 358ff. A . 2; CIJ II 760); M A M A V I 335 a; Robert, Hellenica X 249f. (SEG 15, 807; Trebilco 61 Nr. 3. 1; J.H.M. Strubbe, in: J.W. van Henten/P.W. van der Horst [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epigraphy, Leiden 1994, 115f. Nr. 7; G.J. Johnson, Early Christian Epitaphs from Anatolia, Atlanta 1995, 34 Nr. 1.23); vidi. FO: Von Ramsay in Usak kopiert, wo man erklärte, der Stein stamme aus Blaundos; von Buckler/Calder Akmoneia zugewiesen, was Robert, Hellenica X 250f. bestätigte. Der Stein wurde vor 1934 in das Museum von Smyma ge bracht, inv. 339 (heute neben der Eingangstür). Beschreibung: Altar, auf dessen Oberseite sich ein Blätterkranz befindet, über dem sich ein Pinienzapfen erhebt. Auf der rechten Seite ein Spiegel, Korb, Spindel, Kamm, Spinnrocken. Auf der Vorderseite ein großer K r a n z . T e x t A
Ähnlich LE BAS/WADDINGTON 722, s. ROBERT, Hellenica X 255 fig. 2.
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findet sich auf der Vorderseite des Steines ( Z . 1 auf dem oberen Rah-men), Text B auf der linken Seite. H.: ca. 0,5 m. Abb.: Ramsay 1920 fig. 8 (Facs.);^^ Robert, Hehenica X Taf 29, 4; 33, 1-3. Ü: Ramsay 1914/5; 1920; Frey; Robert ( A ) ; Trebilco; P.W. van der Horst, Ancient Jewish Epitaphs, Kampen 1991, 56 ( A 2-16); J.G. Gager, Curse Tablets and Bmdmg Spells, Oxford 1992, 191 Nr. 91; Stmbbe; Johnson; Williams I I I V 15. A
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RAMSAY gibt noch an, der „upright stone" seiner Taf. 3 zeige unseren Grabaltar; tat sächlich kann der Stein, wie der Vergleich mit den von ROBERT publizierten Aufiiahmen zeigt, nicht unseren Text tragen; da RAMSAY von zwei gleichartigen, miteinander gefimdenen Steinen spricht, wird unser Text auf dem kaum kenntlichen, liegenden Stein in R A M SA Ys Photographie gestanden haben.
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Im Jahr 333. Aur. Phrougianos, S. d. Menokritos, und Aur. luliane, seine Frau, errichteten zu Lebzeiten (diesen Altar) für (seine) Mutter Makaria und (ihre) süßeste Tochter Alexandria um der Erinnerung willen. Wenn aber je mand nach ihrem Hereinlegen, wenn jemand einen anderen Leichnam begra ben oder unter dem Vorwand des Kaufes Unrecht tun wird, gelten ihm die Flü che, die im Deuteronomion aufgeschrieben sind. - Marktaufsicht. Getreide versorgung. Polizeidienst. Alle Magistraturen und Liturgien ausgefüllt - und Stratege gewesen. Datum: Jahr 333 der suUanischen Aera, also 248/9. Der Altar gehört zu einer Gruppe gleichartiger Monumente, die Robert, Hellenica X 247ff. bespricht;'^ sie stammen alle aus Akmoneia. Zusammen mit der Fluchformel, die Buckler/Calder mit 172 und 174 verglichen, sicherte das die Zuweisung des Steines nach Akmoneia. 3: der Vatersname in M A M A VI 267. 4: die Mutter des Ehemannes wird gemeint sein, Robert, Hellenica X 249 A. 3. 5: die beiden Toten werden ohne ihr nomen gentile genarmt, was sicher nicht darauf zurückzuführen ist, daß sie schon vor 212 verstarben. Das römi sche Bürgerrecht ist offenbar immer noch eine Auszeichnung, und indem Phrougianos und seine Frau es verwenden, zeigen sie ims noch einmal, daß die Errichtung eines solchen Altars nicht nur zur Erinnerung an die Toten erfolgt, sondern auch dem Prestige der Lebenden dient; vgl. B. Alexandria auch in 174, 5; SEG 15, 811; vgl. 14 B, 50 (Komm.) zu Alexandros.. 12f.: vgl. Robert, Hellenica X 247 (Akmoneia): et T L S 8e TeGfivaL, et Tis
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Zur Gruppe gehören vmtl. 172, dann: T H . WIEGAND, A M 36, 1911, 291ff. Nr. 11 aus dem Jahr 224, neu publiziert von ROBERT, Hellenica X 247f., und ein anderer, ebenfalls im Museum von Smyma befindlicher Stein aus d. J. 221 (inv. 338), den ROBERT 2 5 I f pub lizierte. Wir haben also eine Serie aus derselben Werkstatt vor uns. - Aus der Werkstatt stammt auch P. PARIS, BCH 8, 1884, 252ff Nr. 21; RAMSAY, Cities II 382 Nr. 218 (IGR IV 730); DREW-BEAR ( A . 20) 84ff. Nr. 20 mit T a f 26: AJiowaio? o-vpa-ximr\s Kaft] ZTpdrcov KaTeaKeud[CTav] TÖ ripcpov kaurolg, eTovg T K ' (236 n. Chr.) |i(r|yös') 9', ai'. ALOVUCTLOS arpaTLCjOTrig ö KQI ßerpawg. [Aüp.] 'lovoja 2eßa[aTT]i^f] Kai T]i{iyx^peiCr\vT\, yvvT\ A[Lovi)aLou, Aij]p. ÄLOU'[UCTI.CÜ TÖ di^Spl KOI] ÜTpäriav TW yXuKUTOTCp [rrlaTpl Aüp. ALoviiaiq) [ßeTpaJi^ü) KTX. Der Stein wurde auf dem Gebiet von Eumeneia gefunden, von DREW-BEAR aber auf Grund seiner Form dieser Werkstatt zugewiesen. Er zitiert JLR Bull. 1976, 798 zur Benutzung des Namens Justus bei Juden (vgl. hier 43, 2), und schließt: „II y a donc des chances que la femme de Dionysius etait une Juive, bien qu'on ne puisse pas affirmer cela avec certitude, puisque le nom pouvait naturellement etre porte aussi par des femmes d'autres religions." Der Typ des Monuments, soviel ist klar, wurde nicht nur von Juden benutzt.
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13: et TIS Qdi\iei etc. Zur Konstruktion hier und m den anderen phrygi schen Inschriften vgl. C. Brixhe, Essai sur le grec anatolien, Nancy ^1987, 21: „Dans le Systeme hypothetique, la langue ecrite oppose une modalite (et + ftatur) ä une sur-modalite (le plus souvent edv
+ subjonctif aoriste). Dans la
langue parlee, cette Opposition ... ne repose plus que sur la conjonction introductrice, puisque dans la plupart des cas indicatif ftitur et subjonctif aoriste se sont phonetiquement confondus". 13f.: vgl. M A M A V I 272: dpdv K Q I V6\IOV eorai
\i.r\['re TicoXfioaL] jirire d y o p d a a i
Qe\i.evos ÖTTWS |i[r|]8€vl e^-
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Twv a ü ] T o ü OLKo8o|iri[idTaj[v] r\ (^VTeicxiv;'^^ 325: ög äv ... r ü v ß o v TTpCare ... e^oXeoL eKi^vou ovvnav
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rj 0eou öpyri. Die Sorge der Zweck-
entfi-emdung emes Grabes durch Verkauf war allgegenwärtig.^^ 14f.: zur Fluchformel vgl. 172; 174; ausführliche Diskussion bei Stmbbe 85ff.^^ Gemeint ist die Reihe von Flüchen, die Dtn 27-9 überliefert ist.^° A u f Euboia wurden die Flüche Dtn 28, 22 u. 28 von emem hochgeborenen Rhetor auf Inschriften zitiert, IG XII 9, 955; 1170 mh (e. g.) Robert, Op. Min. V 701 f. Handelt es sich schon in diesem Fall eher um einen Sympathisanten als um einen Juden, so hat man nicht ganz zu Unrecht betont, daß Dtn ja auch Christen bekannt war.^' Ob Phrougianos ein Jude war, muß also offen bleiben.Sicher ist aber, daß er von den Flüchen im Deuteronomion gehört hatte und erwartete, daß die Le-
IGR IV 661 ist nicht ganz vergleichbar, da es sich dort um eine Stiftung handeUe, de ren Vermögen nicht vermindert werden sollte. IK 18, 83 (Kyzikos): e l 8 e r i g dvü^ag e r e p o v ßdkxi [veKpöv x'^pls' epoi)] f\ avvßouXeüari f\ T(po^evr\or\ (verkaufen oder vermitteln nach R. MERKELBACH, Philologica, Stuttgart 1997, 314 A . 1) r\ äYopdo[ri f\ rrcoXriaT) TÖV rörrov f\] SöXov
rrovripöv TTOLriari
rrepl x ö p v r i p e L o [ v ; I K 23, 210 (Smyma): öpoLOJS 8 e prjSevl e^eoTto ä y o p d a a i aÜTÖ f|
SöXtüL TTovripwL TL TroifjoaL; LE BAS/WADDINGTON 1273 (Antiphellos): e d v 8 e TL? ä8iKTjarii dyopdoTiL r ö p v f i p a ; S. HAGEL/K. TOMASCHITZ, Repertorium der westkiliki schen Inschriften, Wien 1998, 88 Elaiussa-Sebaste 23: pf|Te rrpdaiv TTOLfiaaoOaL r i v a Tf|s paKpd?; 90 Ermenek 1: pf] e ^ ö v e l v a i ... x i rroXfjaaL r\ pexaöeoOe [ x ] ö 8LKaiov x o u x o ; IGBulg III 1, 998 (Philippopolis, fiir einen Bürger von Nikaia): evJeüxopaL rQ ... ' ArröXXüjvi fi x ö v d [ v o L ^ a v ] x a f\ d y o p d o a v x a xfjv a o p ö v Travarreppei e[^oXeLaGaL. - Die Über
setzung von JOHNSON ist kaum richtig: „or deliberately should abuse (this monument) by idling about (?)". ^*f| ye-ypappevai ist einfacher lotazismus. *° Der Versuch, das Durcheinander von Singular und Plural in diesen Zeilen mit der Unsicherheit zu erklären, ob in Dtn 27ff ein oder mehrere Flüche zu sehen sei, ist kaum überzeugend. " J.S. CREAGHAN, Violatio Sepulcri, Diss. Princeton 1951, 80; STRUBBE, in: V A N HENTEN/VAN DER HORST ( A . 12) 89f, der allerdings auch sagt, daß Dtn flir Juden wich tiger als flir Christen war. *^ C f J.G. GAGER, Curse Tablets and Binding Spells, Oxford 1992, 191 A . 64; BIJ DE VAATE/VAN HENTEN ( A . 9) 20f; vgl. allgemein STRUBBE, Arai ( A . 12) 160. Daß auch andere von der Wirkungskraft jüdischer Eide und Flüche überzeugt waren, zeigt Joh. Chrys.,
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ser der Inschrift diesen Flüchen Respekt zollen würden - daß also eine größe re, sicher nicht nur auf Juden beschränkte Gruppe diesen Aspekt der Torah rezipiert hatte. Daß seine Erwartung nicht ganz unberechtigt war, beweist wohl das Vorkommen vergleichbarer Flüche auf anderen Inschriften. Von der Entscheidung, ob Phrougianos und seine Familie Juden waren, hängt ab, wie man sich die Eingliederung der Juden in die Gesellschaft Akmoneias in der Mitte des 3. Jhs. vorstellt. Bekleideten Juden hier hohe Ämter oder war jüdisches Gedankengut (nur) in Teilen der Oberschicht bekannt? B Iff.: Da die Partizipien in vergleichbaren Inschriften (172 B [Komm.]) im Nominativ gehalten sind, erledigt sich wohl Ramsays Vermutung, in unserer Inschrift köimten die Substantive im Dativ gestanden haben, abhängig von einem fehlenden Koa|iT]0eLg o. ä. Die genannten Ämter müssen sich auf Aur. Phrougianos beziehen, vgl. A 5 (Komm.) zur Repräsentation der Lebenden. 2: zu Sitonia s. 172 B und vgl. J.H.M. Strubbe, EpAnat 10, 1987, 70 Nr. 56. 3: zu den TrapacjjijXaKeg, den Vorstehern der lokalen Sicherheitstruppen, s. Robert, Et. Anat. 102ff. Robert zitiert u. a. OGIS 527 (Hierapolis), wo deut lich wird, daß der Trapa4>i)Xa^ meist nicht in der Stadt, sondern auf dem Land und in den Dörfern amtierte.^^ Nicht klar ist, wie sich das Amt von der eiQr\va p x i a absetzte, die es in Akmoneia ebenfalls gab (Beispiele aus anderen Städ ten zeigen, daß die Amtsfiinktionen des Eirenarch nicht notwendig auf die Stadt beschränkt waren). 7: Zur Konstruktion vgl. IGR IV 657: f) ßouXf] KQL 6 8fJiios d y o p a y ö i i o v , f) ßouXfi K a i 6 8 f | | i o s 8eKaTTp(jOTeuaayTa.
174 Die Flüche des Deuteronomion Edd.: M A M A VI 335 (G.H.R. Horsley, N e w Documents Illustrating Early Christianity I, Macquarie 1981, 101 Nr. 61 [14-20]; Trebilco 62 Nr. 3. 2; J.H.M. Strubbe, in: J.W. van Henten/P.W. van der Horst [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epigraphy, Leiden 1994,117f. Nr. 8; id., Arai Epitymbioi, Borm 1997, 159f. Nr. 228 [Z. 8-20]). FO: Emiraz, auf halbem Wege zwischen Akmoneia u. Diokleia, in einem Stall.
adv. lud. 1, 3 (PG 48, 848). Ein Christ will eine Mitchristin zum Eid in einer Synagoge zwingen und nennt - zur Rede gestellt - folgenden Grund: ö 8e TToXXoüg, e(\>r], rrpö? aüTÖv eCpriKeyai, cfjoßepcoTepoug TOÜ? eKet yiwiiei^oug öpKovg elvat. Zur •rTapa(j)uXaKfi rf^g iröXecog, allerdings in Ägypten, s. D. HENNIG, Chiron 32, 2002,28 Iff. Die Beschränkung auf das Land ist also nicht überall gegeben - und deshalb auch bei uns nicht unbedingt anzunehmen.
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Beschreibung: Marmorner Ahar, Inschrift auf vertieftem Feld, das von zwei mit Rankenfriesen verzierten Pilastem eingerahmt ist. Die anderen Seiten sind genauso gestaltet. H.: 0,94 m, B.: 0,59 m (Schaft), 0,78 m (Basis), 0,32 m (Inschriftfeld); T.: 0,59 m (Schaft), 0,76 m (Basis); litt.: 2-2,25 cm. Abb.: M A M A Taf. 58f. Ü: Horsley; Trebilco; P.W. van der Horst, Ancient Jewish Epitaphs, Kam pen 1991, 56 (Z. 8-20); Strubbe, in: van Henten/van der Horst; Williams 129 V70. [ ^ IIN [e^Jear a i ereptp dvv^ai rö KdGerov auvßfj 5
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.... keinem anderen ist erlaubt, die Grablege zu öffiien, mit Ausnahme des Falles, daß seinen Kindern Domna und Alexandria etwas zustößt. Wenn sie aber geheiratet haben werden, ist das Öffnen nicht erlaubt. Wer es aber wagen wird, einen anderen dazu hineinzulegen, der wird dem heiligstenfiscus1.000 attische (Drachmen, i. e. Denare) zahlen und darüberhinaus soll er unter ei ner Klage wegen Grabfrevels Rechenschaft ablegen müssen. Dieser soll ver flucht sein, und was an Flüchen im Deuteronomion geschrieben steht, soll ihm und seinen Kindern und seinen Nachfahren und seinem ganzen Geschlecht gel ten. Datum: 2./3. Jh. n. Der Aurelier-Name fehlt, ist aber für die Kinder auch nicht zu erwarten, vgl. 171. Da die meisten anderen Inschriften dieses Typs aus dem
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3. Jh. stammen, ist die WahrscheinUchkeit groß, daß auch unser Text ins 3. Jh. gehört. Der Name Domne (5) könnte ebenfalls für eine solche Einord-nung sprechen. 3: „ K d O e r o v ... suggests a lair beneath the surface, or the floor of a f i p w o y " (Buckler/Calder).^^ 5: Alexandria auch in 173 A , 5ff.; vgl. 14 B, 50 (Komm.) zu Alexandros; zu Domne vgl. M A M A V I 285; Ramsay, Cities II 656 Nr. 589 (Akmoneia); 355; 358 (Diokleia). 9ff.: die Androhung von Geldstrafen ist in Akmoneia selten; man verließ sich meist lieber auf den Fluch. 11: einige Beispiele für die Benutzung attischer Drachmen in phrygischen Grabinschrifen der Kaiserzeit bei M . Waelkens, Die kleiucisiatischen Tür steine, Mainz 1986, 194 A . 502; allgemein zum fortdauernden Umlauf und weiteren Benutzung des terminus: Wörrle, Pergamon VIII 3, 187 A . 101; Ro bert, Op. Min. V 304f. A . 224. 13: zur TuiißcopuxLOt vgl. 146, 5 (Komm.).
15: eTTLKardparo?: das Wort wird in der L X X benutzt, ebenso in den jü disch-hellenistischen und ntl. Schriften.^^ Ebenso häufig ist allerdings auch sei ne Benutzung in sicher heidnischen Texten, s. Robert, Hellenica VII 66f.; VIII 76; Op. Min. V 703ff.; es gibt also keinen Grund, aus seiner Verwendung hier ein Argument für die jüdische Herkunft des Steines abzuleiten, wie schon Strubbe 83 A . 20 sah. 17: zu den Flüchen des Deuteronomions vgl. 173 A , 14f. (Komm.).
175
Das Grab des Titedios Amerimnos
Edd.: Legrand/Chamonard, BCH 17, 1893, 271 Nr. 60 ( A ) ; Ramsay, Cities II 565f.Nr. 465/6 (CIJ II 768); M A M A VI 316 (Trebilco 74 Nr. 5. 1; J.H.M. Strubbe, in: J.W. van Henten/P.W. van der Horst [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epigraphy, Leiden 1994, 11 Iff. Nr. 6; Strubbe, Arai Epitymbioi, Boim 1997, 160f. Nr. 229 [ A 16ff.; B]). FO: Susuz, in der Wand eines Hauses; aus Akmoneia verschleppt (Ramsay 660 Nr. 613)? Beschreibung: Marmorne Basis, oben und unten bebrochen; A auf der Vor derseite, B auf der rechten Seite; H.: 0,74 m; B.: 0,4 m; T.: 0,42 m; litt.: 2-3,5 cm.
S. schon STRUBBE gegen die Ansicht der Hrsgg., daß KaGerov ein spezifisch jüdischer terminus sein könnte. " BAUER/ALAND s. v., die u. a. auf die Diskussion bei A . DEISSMANN, Licht vom Osten, Heidelberg''1923, 73f verweisen.
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Abb.:
Legrand/Chamonard (Majuskeltext; danach Frey); M A M A
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VI Taf.
55. Ü: Ramsay, The Expository Times 26, 1914/5, 171 Nr. III ( A 16ff.; B ) ; id., The Bearing of Recent Discovery on the Trustworthiness of the N T , London ^1920, 363 Nr. III ( A 16ff.; B ) ; Frey; Trebilco; Strubbe; Williams 130 V 72.
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Ausführlicher Apparat bei Strubbe. A 1: von Legrand/Chamonard nicht gesehen; 3f.: P 0 ( T 1 T E Ä 1 0 S die Majuskelkopie von Legrand/Chamonard, die hier keinen Minuskeltext geben; Ramsay und Buckler/Calder notieren an Stelle des P O ein Blatt; 4: T L . TCSLOS?
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Ramsay; Strubbe; 10:'Oveoi\iT\v Frey; 13: 6 | m a a K € u d < a > a i ' T a Legrand/Chamonard; e|TTLa o K e u d a a v T a Ramsay; e | m a a K e u d a a v T a v Buckler/Calder; 16: d v 8e Legrand/Chamo-nard; 19f.: von Legrand/Chamonard nicht gesehen; von Ramsay nur fragmentarisch gelesen, weshalb er 20 z. B. vorschlug ea[TaL aüxcp Ttpög TOV 9eöv oderea[TaL e T T L K a r d p a T o g . B I f : edi|;eT0 [d]|[X]Xov Ramsay; 2ff.: dTTp]oCT8ÖKr|Tov ö Kai Ramsay; 3: „ T w o small letters ON are engraved above K in Kat" Ramsay.
...er ließ (es) für sich und seine Frau Trophime machen. Titedius Amerimnos renovierte das Grabmal seines Großvaters und begrub seine Frau Aur. Onesime, die Tochter des Euelpistos (darin). Es soll auch erlaubt sein, den Ame rimnos, den Renovierenden, in sein ererbtes Grab zu legen. Wenn es aber je mand wagen wird, nach dem Hineinlegen des Amerimnos irgendeinen anderen zu begraben, wird er dem fiscus zahlen ... Wenn jemand jemanden mit tücki scher Hand begraben sollte, soll ihm etwas Unerwartetes zustoßen wie auch ihrem Bruder Amerimnos. Wenn aber einer von ihnen diese Verfluchungen nicht fürchten sollte, dann soll des Fluches Sichel in ihre Häuser eindringen und niemanden zurücklassen. Datum: wg. des Namens Aur. Onesime nach 212. A 1-3: Wiederholung oder verkürzte Fassung der ursprgl. Inschrift, die der TTdiTTro? des Amerinmos hatte anbringen lassen. Wieviel verloren gegangen ist, ist unsicher. Ein rrdTTTTO? TTpös- |iriTpÖ9 in Ramsay, Cities II 658 Nr. 605. A 4f.: Titedius und Tedius sind beides bekarmte lateinische Namen, werden allerdings von Mitgliedern der Oberschicht nicht häufig getragen.^^ In Klein asien gibt es Ze^jTov TT^LSLOV, IK 5, 16 (Kyme), v. a. Kolvros" TfjSLog TdpGos in IK 49, 116 (Laodikeia L.). Die Entscheidung fallt wohl ein Blick auf M A M A VI 315: M . TiTeStos T a T L a y [ ö ] 9 e[TTOLT]a€v KTX.
Amerimnos ist ein gut griechischer Name, der allein in Rom fast 50mal be legt ist;^' s. in Kleinasien z. B. IPriene 313, 62; IG 11^ 9934 hat ein Amerimnos eine Frau aus Milet, stammt also vielleicht auch selbst von dort. Unser Mann war vermutlich der Nachkomme eines Freigelassenen oder ge hörte einer Familie an, in der sich Italisches und Griechisches inzwischen ge mischt hatte. 5ff.: zur Renovierung eines Grabbaues vgl. J. Kubinska, Les monuments funeraires dans les inscriptions grecques de l'Asie mineure, Warschau 1968, 151ff: „Les tombeaux ancestraux et leur reparation"; aus Phrygien zitiert sie für eTTLCTKeudCeLV noch M A M A IV 116 (Lysias); IK 49, 85 (Laodikeia am Lykos): e i r e a K e i j a a e y TÖ fipcSov. Daß Grabbauten, in deren Besitz man
Tedius: PIR T 36-9; Titedius: PIR T 185; weiterfuhrende Hinweise zum Vorkommen in Italien bei R.S. CONWAY, The Italic Dialects, Cambridge 1897, II 586; 587. " H. SOLIN, Die griechischen Personennamen in Rom, Bedin 1982, II 85If; III 1195. RAMSAY hätte daher nicht auf Matth 6, 34 verweisen müssen.
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durch Erbfolge gekommen war - denn das bedeutet -rrpoyovLKÖs' hier (cf. Ku binska) -wieder in Stand gesetzt werden mußten, ist wenig verwunderlich. lOf.: Onesime ist ein häufiger Name, aber vgl. immerhin das leicht ver schriebene'Qvr|aL|iog in PYadin 11 (124 n. Chr.); zu Euelpiste s. 175 A , lOf 13: das Schluß-Ny wurde bei vielen Wörtern nicht mehr gesprochen,^^ was manchmal zu einer überkorrekten Schreibweise führte: ein N y wurde auch bei Wörtem verwendet, bei denen es eigentlich falsch war; vgl. e. g. B 11. B: wieviel am Anfang verloren gegangen ist, ist unsicher. Man erwartet die Nennung des Toten Amerimnos, die Namen derjenigen, die für sein Begräbnis gesorgt haben und eine Erklärung der Todesursache: nur dann konnte man die sonst rätselhaften Ausdrücke im erhaltenen Teil verstehen (dTTpoCT8ÖKT]Tov ÖTTOLOV ... ' A i i e p L f i v o g , ö d8eX(j)ög aÜTwv). B 1: die Verbform entspricht der kaiserztl. „Mediumssucht" (anders A 19). B If: xei-pl 8oXLg gehört zu G d i j j e r o , nicht zu der Folge, Robert, Hellenica XI/XII 400 A. 1, weshalb man nicht mh Buckler/Calder u. Trebilco 217 A . 69 vom Mord an Amerimnos sprechen kann. B 2ff: zu diesem ersten Fluch vgl. JLR Bull. 1939, 464; Hellenica II 121, der Beispiele dafür zitiert, daß ein Grabschänder dasselbe Schicksal erleiden soll wie der Inhaber des Grabes. Damit muß nicht immer der Tod gemeint sein; es kommt auch ein anderer Schicksalsschlag in Frage. Ramsay übersetzte „an unexpected stroke", doch kommt neben jedem anderen unerwarteten Ereignis hier wohl v. a. der unerwartete Tod in Frage. Daß diese Bemerkung schon als Fluch gemeint ist, zeigt der Rückbezug auf sie in 5ff B 4f: Amerimnos wurde wohl von seinen Geschwistem begraben. 8ff: Angespielt wird auf Zach 5, 1-4: Kai e-ni(jTpei\ia Kai f i p a T O Ü S cxf)9aX|ioü? |ioi) Kai eiSov Kai L8OÜ S p e r r a v o y i r e T Ö i i e u o v . Kai e L i r e v rrpös: p.e- TL ob ß X e i r e L s ; Kai eL-rra" eycib öpo) S p e i r a v o u T r € T Ö | i e v o v p-fiKO? TTf|X e w v eLKOOL Kai TrXdros- Trf|xe<^v 8eKa. Kai elTrev TTpös" M-^" a Ü T f ) r\ d p a
f] €KTTopeu[ievr| errl TTpöaooTTOv rrdoris' Tf\g yfjs, 8LÖTL r r d s ö KXerrTTis- C K TOÜTOU eoj? G a y d r o u 6K8LKr)9f|CT€TaL Kai ird? ö eTTiopKos' eK T O Ü T O U e w ? Qav&TOv eK8LKr|9fiCTeTaL- Kai e^OLOw a Ü T Ö , XeyeL K Ü p i o g TravTOKpdToop, Kai etaeXeüaeTaL
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Benutzt wurde in Akmoneia die Übersetzung der L X X , wie man an diesem Beispiel sehen kann.^^ Ob nun Juden die L X X zitierten, oder Christen,
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K. DIETERICH, Untersuchungen zur Geschichte der griechischen Sprache, Leipzig 1898, 249; C. BRIXHE, Essai sur le grec anatolien, Nancy ^1987, 33ff. ^' S. V. a. G. KITTEL, ThLZ 1944, 15 und zuletzt ausführlich TREBILCO 75f. Der masoretische Text spricht von einer fliegenden Buchrolle (megillah), auf der der Fluch geschrieben ist, während die Übersetzer der L X X wohl maggal, Sichel, lasen. Aquila und Theodotion wa-
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denen der Text auch präsent sein kormte,^^ ob Heiden von diesem Fluch Wirk samkeit erwarteten,^' oder ob ihn vielleicht auch Anhänger des 9eög üi|jLaTos verwenden koimten (cf. 176), wird sich nicht sicher entscheiden lassen. Da aber die Zeugnisse für eine jüdische Gemeinde in Akmoneia stärker sind als für eine christliche, da die Verwendung des Zacharias-Textes eher bei Juden als bei den Anhängern anderer Religionen zu suchen ist, sollte man diesen und den folgenden Text unter den jüdischen Inschriften belassen. Da schon der vorhergehende Fluch dem irdischen Schicksal des Übeltäters galt, so wird auch hier keine eschatologische Perspektive zu erwarten sein.^^ Der zweite Fluch ist eine Verstärkung des ersten: nicht unbedingt wegen des atl. Motives, sondern wegen der Ausdehnung vom Einzelnen auf seine Fami lie. Sieht es bei Zacharias noch so aus, als sei das Eindringen ins Haus zur Zer störung des Hauses gedacht, so gilt es hier der Vernichtung der Familie.
176 Ein Grabfluch Edd.: Ramsay, Cities II 652f. Nr. 563 (CIJ II 769; Trebilco 74f. Nr. 5. 2; 135 Nr. 4. 5; P.W. van der Horst, Ancient Jewish Epitaphs, Kampen 1991, 57; J.H.M. Strubbe, in: J.W. van Henten/P.W. van der Horst [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epigraphy, Leiden 1994, 111 Nr. 5; Mitchell 141 Nr. 207). Vgl. A.B. Cook, Zeus II, Cambridge 1925, 882 Nr. 23. FO: Yenice. Ü: W . M . Ramsay, The Expository Times 26, 1914/5, 171 Nr. IV; id., The Bearing of Recent Discovery on the Trustworthiness of the N T , London "^1920, 363 Nr. IV; Frey; Trebilco; van der Horst; Strubbe.
ren näher an dem masoretischen Text und übersetzten 8L(t)9epa, wie die Hexapla bezeugt; cf J. REIDER, An Index to Aquila, Leiden 1966, 59. '° BIJ DE V A A T E / VAN HENTEN ( A . 9) 19 verweisen auf Apk 14, 16ff., wo Zacharias ebenfalls als Quelle angegeben wird: KOI eßaXev 6 KaBri^Levog e m rf\s v€^e\r\g TÖ 8 p e TTavov aÜTOü errl TT\V yf\v KOL eSepiaÖr) fi Yfj. Kai äXkog d y y e X o s e^fiXGev eK TOÜ vaoO ToO ev T& ovpav& excov KOL ambg Speiravcv ö^v. KOI dXXo? d y y e X o g CK TOO QuaiaaTripiou lx<^^ e^ovaiav e m TOV irupös', Kai €ct)CüVT]aey (fjwvf) ixeydXi] TW exovTi TÖ SpeTravov TÖ Ö^V Xeyoiv Tie\ii\>ov oov TO Speiravov TÖ 6^V Kai Tpüyriaov Toüg ßÖTpvag Tf\g d|j.TTeXou Tf\s yfj? ... Kai eßaXev 6 dyyeXos- TÖ 8peTTavov aÜTOü eis TTIV yfjv Kai eTpuyriCTev Tfiv d|j.TTeXov Tfis yfj? KOL eßaXev eis Tf\v Xr]vbv TOV QV\IOV TOÜ 9eoü TÖy iieyav. M . E. ist allerdings nicht ausgeschlossen, daß hier an L X X Joel 4, 13 gedacht wurde: e^aTToaTetXaTe Sperrava, ÖTL uapeaTriKev TpüyrjTos" etaTTopeüeaOe iraTeiTe, 8iÖTL TrXrjptjs f) XTIVÖS. ÜTTepeKxeiTOL T d ÜTToX-nvia, ÖTL ireTrXTiGwTaL T O KaKd avTÜv. " Die Möglichkeit wird von W . SCHEPELERN, Der Montanismus und die phrygischen Kulte, Tübingen 1929, 87 erwogen. P.W. VAN DER HORST, Ancient Jewish Epitaphs, Kampen 1991, 124 war sich nicht sicher, ob der Fluch eschatologisch zu interpretieren ist.
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[edv 8e TL? erepov a a ) | i a elaeveyKT], e o J r a L a ü r w r r p ö s r ö v eis TÖV UKOV a ü r o ü
Geöv r ö v üiliLorov, Kai r ö d p d s Sperravov
[eLCTeXGoLTo K a i |iT]8evav e v K a r a X e L i | j a L T o ] Von Ramsay ohne Zeilentrennmig publiziert; die Ergänzungen Ramsays exempli gratia.
... wenn aber jemand einen anderen Körper hineingelegt haben sollte, soll er sich vor dem höchsten Gott verantworten und die Sichel des Fluches soll in sein Haus eindringen und niemanden darin zurücklassen. Datum: Mitte 3. Jh. (vgl. 175; außerdem kam die „Eumeneian formula" erst im ersten Viertel des 3. Jhs. auf, Stmbbe I I I ) . Die Erwähnung der „Sichel des Fluchs", die auf L X X Zach 5, Iff. beruht, verbindet diesen Text mit 175, auch wenn sich die Inschriften m einem wich tigen Punkt unterscheiden: hier geht dem Fluch die „Eumeneian formula" vor aus, was möglicherweise auf christlichen Einfluß deutet. Allerdings wird, im Gegensatz zum sonst üblichen Gebrauch der Formel, nicht allein Gott, son dem der G e ö s üif^taros genannt. Angesichts der Tatsache, daß Mitchell 141 Nr. 206 in demselben Dorf, daß Mitchell Nr. 205 nur wenig weiter nördlich, in Jonmilar, gefunden wurde, verbietet sich die Aimahme, wir hätten hier emen sicheren Beleg für G e ö s üi|iLaros als Bezeichnung des jüdischen Gottes:^^ die Benutzung eines Fluches aus der L X X durch die Verehrer des höchsten Gottes ist sicher nicht ausgeschlossen.^'* Weniger wahrscheinlich scheint mh die Er stellung des Textes durch einen Christen, doch auszuschließen ist wohl auch diese Möglichkeit nicht.
177 Das Grab des Aurelius Rufus Edd.: Legrand/Chamonard, B C H 17, 1893, 273 Nr. 63 (Z. 1-8; Ramsay, Cities II 615 Nr. 526); M A M A VI 325 (Trebilco 77 Nr. 5. 5; J.H.M. Stmbbe, m: J.W. van Henten/P.W. van der Horst [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epi graphy, Leiden 1994, 123f. Nr. 12). FO: Banas, unter einem Holzpfeiler an der Veranda der Moschee.
TREBILCO ( A . 69) 71: „ I suggest caution is ... needed with regard to identifying it as Jewish." Y . USTINOVA, The Supreme Gods of the Bosporan Kingdom, Leiden 1999, 222: „unequivocally Jewish". ROBERT, Hellenica XI/XII 399f war sich noch sicher, einen Jüdischen Text vor sich zu haben; erste Zweifel bei SHEPPARD ( A . 4) 173f: „Jewish influence on the author was clearly strong. But the use of e o r a i aÜTw sets it apart from other unambiguously Jewish epitaphs cf Acmonia or Nicomedia and suggests that the author was someone with Christian as well as Jewish contacts".
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Beschreibung: Grabaltar aus weißem Marmor. Auf der rechten Seite Spin del und Rocken; linke Seite und Rückseite sind nicht zu sehen. H.: 0,81 m; B.: 0,38 m (oben); 0,32 m (Schaft); 0,42 m (Basis); T.: 0,3 m (Schaft); litt.: 1,51,75 cm. Abb.: M A M A Taf. 57. Ü: Trebilco; P.W. van der Horst, Ancient Jewish Epitaphs, Kampen 1991, 58 (Z. 13-19); Strubbe. erovs TX0'. AüpriXios" 'Poüctjos 'Ep|i^ d8eX
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|ia eiTLKLTaL. 1: AüpiXio? ...'Epfifls (i. e. 'Ep^fiO | d8eX({)ö Legrand/Chamonard; 14: A Y T 0 1 2 lapis.
Jahr 339. Aurelius Rufus für den Bruder Hermes und seine Nichte Rufina, die kurzlebigen, um der Erinnerung willen. Aurelius Rufus für sich und (seine) Frau Euelpiste und (seinen) Neffen Parthenios - sie bauten es für sich zu Leb zeiten. Wer (es) aufgräbt, nachdem sie hineingelegt wurden, und einen anderen Leichnam begräbt oder das Grab kauft oder einen Buchstaben schändet, des sen ganzes Geschlecht wird der Zorn Gottes vernichten. Dieses Zeichen ist nämlich auf zwei Gräber gesetzt. Datum: Jahr 339 der sullanischen Aera = 255/6. 2: zur Beliebtheit des Namens Ruftis, s. p. 14.
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3f.: Rufina, vmtl. hieß der Vaters des Rufus und des Hermas ebenfalls Ru fus. dveil^id, zur Bedeutung „Geschwistertochter" (neben Cousine) vgl. Prei sigke, Wörterbuch s. v. 4: Nach dem vorzeitigen Tod des Bmders und einer Nichte, ftir deren Grab Aur. Rufiis sorgte, nahm Rufus den überlebenden Sohn seines Bmders, Parthenios, bei sich auf; von eigenen Kindern ist keine Rede. Die von LSJ s. v. zhierten Beispiele für Taxüp-OLpo? stammen alle aus Phrygien; vgl. noch M A M A V I 275: T C K V O L ? Taxu[i[oLpoL9 |ivfi|iT]s] x ^ p i v ; Ramsay, Cities II 655 Nr. 575: r d t o s - Kai EÜTuxia [ T W ULW ...jeKTto dw[p]ci) Taxu|iüpcü [Kai e]au[TOLS . . . ] K a r e o K e u d a a v . ... E ü r u x i a EiXucoyi
raxv-
[lüpcp |iyri(iris xcip^i^ (beides aus Akmoneia); aus Appia M A M A X 87; Peek, G V 675 a. 8f.: zum Namen Euelpiste vgl. 175 A , lOf. 1 Iff.: Der Plural erklärt sich durch Attraktion: Gattin und Neffe werden ge danklich neben Rufus gestellt, der die Arbeiten veranlaßt hatte. 15f.: zu ßdXXeLv im Sinne von „begraben" s. Th. Drew-Bear, Glotta 50, 1972, 65, der diesen Text zitiert; SEG 48, 765 (Beroia); 930; 933 (Perinth), etc. 17f.: neben dem Verkauf des Grabes (s. 173 A , 15 [Komm.]) wird hier auch sein Kauf mit Strafe bedroht. Auch die Inschrift, y p d | i | i a , darf nicht beschä digt werden: dabei geht es nicht in erster Linie um die unbeschädigte Erhaltung des Monumentes, sondem um die weitere Lesbarkeit der Besthnmungen, ge gen die nicht verstoßen werden darf. 19: daß em Gott einem Grabfrevler zürnt, ist eme auch in paganen Texten bekannte Vorstellung.^^ Allerdings ist der „Zorn Gottes" gerade im A T über aus häufig und ist dann auch im N T belegt, s. Hatch/Redpath 1008ff.; auct. var., T h W N T V 41 Off.; Bauer/Aland s. v. 2: der Zorn als „göttl. Gegenwhkung gegen das Böse ... u. zwar weniger als Affekt sondern eher als die Betäti gung der Zornesstimmung die ... vor allem ... in der Zukunft als die ab schließende Abrechnung Gottes mit d. Bösen zu erwarten ist". Wie zu erwar ten gibt es auch christliche Grabflüche mit diesem Ausdmck.^^ Zum Fluch vgl. noch 178 und 227; stammt die folgende Inschrift mit ihrer engen Parallele zu unserem Text wirklich aus der Vigna Randanini, dann wäre die Verwendung dieses seltenen Fluches durch Juden gesichert.
ROBERT, Hellenica XI/XII 407 zitiert IG IX 2, 106 (Syll.^ 1237; Halus): el 8e TL? roX\ir\oei dvol^at TÖ8e TÖ |ivfi|J-a, daeßriari Td rrepl TOÜ? Oeoug Te K(di) Oed? rrdaag K(al) ripaiag rrdvTas, e^et Se Kol öpyriv peydXriy TOU peydXou Aiög. ROBERT zitiert SILVAGNI, IChrUrbRom I 4005; IG 11^ 13216; IG V 1, 821; vgl. noch S.P. NTANTES, ' AireuXriTLKal eKcjjpdaeL? eig rag 'EXXriviKog errLTuiißioug TTQXaioxpLOTLovLKd? eTri,ypa<j)ds, Athen 1983, llOff.
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Einen vergleichbaren Sinn hat die bei Heiden und Christen belegte Formel ( e ^ e i ) TOVS Qeovs/TÖv Qeov; zahlreiche Beispiele bei Strubbe 296ff.; aus Akmoneia e. g. Ramsay, Cities II 656 Nr. 592. 20f.: zur Erklärung des Doppelgrabes s. oben zu 4; wir haben hier einen schönen Beleg dafür, daß die Grabinschriften (in ihren verschiedenen Formen) als Markierung des eigentlichen Grabes verstanden werden; vgl. M A M A V 106 (Dorylaion): a r n i d v T o p a T Ö v S e T€ ßcofiöv a r r j a e v ; X 177 (Appia): KexwXo|ievov e x o t r o
ßtoiiöv a r f i a a s a r n i d u T O p a
Twßou.
178 Das Grab des P. Catilius Hermas aus Akmoneia in Rom Edd.: L. Moretti, R A C 50, 1974, 215ff. Nr. 2 (J.H.M. Strubbe, in: J.W. van Henten/P.W. van der Horst [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epigraphy, Lei den 1994, 126f. Nr. 14; Noy II 360). FO: Rom. „Nel 1915 furono inventariate ... (seil, im Museo Nazionale Ro mano, inv. 72932) ... alcune iscrizione di varia provenienza, in maggior parte perö provenienti dalla vigna Randanini ove era il noto cimitero giudaico" ( M o retti 215). Beschreibung: Marmorne Tafel, an der oberen linken Ecke gebrochen, H.: 0,32 m; B.: 0,345 m; T.: 0,02 m; litt.: 1,4-1,7 cm; später für eine lateinische Grabinschrift wiederverwendet. Abb.: Moretti. Ü: Moretti; P.W. van der Horst, Ancient Jewish Epitaphs, Kampen 1991, 58 (Z. 1 2 ^ ) ; Strubbe; Noy; Williams 9f. I 25. [ ...
KlariXta EÜTUXL-
[ ...
elTTuriaa e v i r p o -
[ a O e v (?) . . . ] M T Z
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[Tpo]ct)[Liiriv e T ] t o v 8' 5
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(|)LXLriv ()8e a o p ö s K a -
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CTopöv dy^T) K a i e r e p ö v T L v a 10
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yivos öpyri
12: OYKIN lapis.
r\ G e o ü
8e
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Ich, Catilia Eutychi... baute vor ... dieser Sarkophag bewahrt Hermione, das geliebte Ziehkind des Hermias von vier Jahren. Ich, Publis Catilis Hermias, Kaufmann, liege hier, 35 Jahre alt. Wenn aber jemand diesen Sarkophag öff nen und einen anderen darin begraben sollte, wird er dem fiscus 5.000 Denare zahlen. Wenn aber jemand das Grab kauft oder einen Buchstaben schändet, dann soll der Zorn Gottes dessen ganzes Geschlecht auslöschen. Datum: wegen der Buchstabenformen (Epsilon, Sigma u. Omega kursiv) wohl vom Ende des 2., Anfang des 3. Jh.s (Moretti); die sicher datierten Fluch inschriften aus Akmoneia stammen aus der ersten Hälfte des 3. Jhs. Moretti vermutete bereits, daß der tote' Händler aus Phrygien stamme; der einzige Ort, an dem wir eine praktisch wörtliche Parallele zu diesem Fluch kennen, ist Akmoneia, Strubbe 98f Daß gerade Phryger ihre heimatlichen Flü che auch in der Fremde verwendeten, zeigt Robert, Op. Min. V 697ff. Der Fundort dieser Inschrift spricht fast noch mehr als der Fluch dafür, daß es sich um einen jüdischen Text handelt.^^ Die Familie wird daher wohl aus Akmoneia Stammen. 3: ein Beispiel ftir Hermione bei Ilan 318. Das Ziehkind hat seinen Namen nach dem Ziehvater erhalten. 4ff.:'Ep|jLLd8os" ... KarexL bildet einen Pentameter. 4: 'EpiiidSos- ist eigentl. der Genitiv des Femininums, wenn man kein Hypokoristikon vermutet - wozu ich neige, um nicht zwei homonyme Per sonen in der Inschrift anzunehmen. 5:CTOpösist in Rom und Italien selten,^^ vsdrd in Kleinasien aber oft für den Sarkophag gebraucht - zu dem die Platte allerdings kaum gehört haben kann, falls sie nicht an der Wand über einem Sarkophag befestigt war. 7: zum Handel zwischen Rom und Kleinasien s. kurz D. Noy, Foreigners at Rome, London 2000,229; ibid. 230ff. zur Einwanderung mit einem relativ ho hen Anteil an Phrygern. 8: Die Altersangabe ist durch fünf teilbar, also vmtl. nur geschätzt. 10: zur Höhe der Strafsumme vgl. IG X I V 1452; 1815 (Rom). lOff: Zur öpyr) 9eoü im Fluch s. 177, 19 (Komm.); neben der Herkunft aus der Vigna Randanini-Katakombe (?) spricht v. a. der Fluch dafiir, daß Her mias Jude war. Der Tote war hinreichend an phrygische Lebensform gewohnt, daß er den Fluch auch in Rom verwendete, wo ein solcher Schutz des Grabes nicht üblich war. Ein anderes Beispiel für Einwanderer, die ihre vertraute Fluchformel mit nach Rom brachten, ist IGUrbRom II 2, 841.
FREY I p. 53f.; NOY II p. 173ff. zur Katakombe an der vigna Randanini. Zu Catilii in Bithynien s. TH. CORSTEN, EpAnat 6, 1985, 127ff. ^ Zum falschen Genus ö5e aopö? vgl. einige Parallelen bei 202, 1 (Komm.).
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Amorion Aus Amorion gibt es keine jüdische I n s c h r i f t , a b e r es gibt in den Stein brüchen jüdische Symbole,'*^' und m byzantinischer Zeit haben Juden in der Stadt gelebt, auch wenn die Überlieferung hierzu schlecht ist}^^
Apameia Eine jüdische Gemeinde in Apameia wird durch Ciceros Rede pro Flacco be zeugt (ca. Okt. 59 V. Chr. gehalten). L. Valerius Flaccus hatte während seiner Statthalterschaft i. J. 62 den Export der von den Juden gesammelten Tempel steuer verboten und das berehs gesammelte Gold in einigen Städten konfis ziert, darunter auch in Apameia (Cic. Flacc. 28, 68, s. p. 305 A . 2). Nach Or. Sib. 1, 26Iff strandete die Arche Noahs m Phrygien, und zwar nah den Quellen des Marsyas; lulius Afiricanus erklärte, der Ararat sei in der Nähe Kelainais (der Vorgängersiedlung von Apameia) zu s u c h e n . D a s ist der Hintergrund für die berühmte Darstellung der Arche Noahs auf den Münzen der Stadt, die unter verschiedenen Kaisem des 3. Jhs. geprägt wurden.'^"* Da
Gegen ROBERT, Op. Min. V 744 A . 9 ist M A M A I 437 nicht jüdisch, da es für den Fluch heidnische Parallelen gibt, STRUBBE, in: VAN KENTEN/ VAN DER HORST ( A . 12) 92 A . 67. M . CHRISTOL/TH. DREW-BEAR, in: B. REMY (Hrsg.), Anatolia Antiqua I, Istanbul 1987, 102 A . 141: „Nous reviendrons ä ce sujet ä propos de la presence d'ouvriers juifs dans une petite carriere döcouverte par DREW-BEAR au sud d'Amorion, ..." Allgemein festgestellt von BELKE ( A . 7) 86, der sich vmtl. auf Genesios p. l l f THURN und den continuator Theophanis beruft, PG 109, 56 (Ü in Auszügen: J. STARR, The Jews in the Byzantine Empire, Athen 1939, 109 Nr. 38): fiveyKe p e v ouv (seil. Micha el II.) aÜTÖv f] Kaxd xfiv d v w cl>puyLav TTÖXLS 'Apopiov oijxaj KaXoupevri, ev rj Kai 'lou8ai(x)V Koi 'A0Lvyydvcov nX-pOog d e l TTCÜ? eyKaxoiKtCexaL ... 8i8äoKa\ov 8e KOL OIOV e?apxov 6 xauxr) (seil, der Sekte der Athinganen) pepuoxaycoyripevos 'Eßpdlöv riva r\ 'EßpaiSa KeKXTjxai ... Kaxd x ö v eauxoü OLKOV; diesem sind anvertraut oü p ö v o v x d 4suxLK:d, dXXd 8f) KOI x d g Kax' OLKOV oLKOvoptag. Genesios wurde oft als Vorlage der ausschmückenden Darstellung des Cont. Theoph. an gesehen (e. g. J. STARR, HThR 29, 1936, 9 5 f ) , doch scheint sich inzwischen die Meinung durchzusetzen, daß die Berichte auf eine gemeinsame Quelle zurückgehen, vgl. T H U R N . Zum Problem der Athinganoi, um die es hier implizit geht, s. e. g. STARR 93flF.; I. ROCHOW, in: H.I. KÖPSTEIN/F. WINKELMANN (Hrsgg.), Studien zum 8. u. 9. Jh. in By zanz, Berlin 1983, 163ff '"^ Bei Georgios Synkellos, Ecl. Chronograph, p. 38 DINDORF (22 MOSSHAMMER): ojg 8e eXri^e x ö ij8cop r\ KLßwxög l8pü0Ti errl xö öpr| ' A p a p a x , dxiva l o p e v ev HapOLg, XLveg 8e ev KeXaLvalg xfjg puyLag elvaL (^aoiv. e l 8 o v 8e x ö v xörrov eKdxepov. DEN,
AusfiJhrliche Bibliographie bei SCHÜRER III 1, 28f; hervorzuheben sind F.W. M A D N C 1866, 173flf.; E.J. PILCHER, Proc. Soc. Biblical Literature 25, 1903, 225ff;
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Münzen mit dem Noah-Motiv immer wieder geprägt wurden, und da sie zu Emissionen gehören, in denen auch heidnische Bilder Verwendung fanden, kann die Arche auf den Münzen Apameias nicht auf die einsame Entscheidung eines dem Judentum nahestehenden Magistraten zurückzuführen sein.'°^ Die Stadt wollte sich offenbar anläßlich großer, überregionaler F e s t e m i t diesen Bildern selbst darstellen. Die Verbindung Noahs mit Apameia Kibotos/Kelaina['°^ muß also weithin bekarmt gewesen sein - ob man sie nun aus dem Buch Genesis oder mündlicher Überlieferung kannte.
250ff.; TREBILCO 86ff.; s. noch P. PRIGENT, Le judaisme et l'image, Tübingen 1990, SSflf.; R. HACHLILl, Ancient Jewish Art and Archaeology in the Diaspora, Leiden 1998, 255f. Ich notiere von jeder Prägung e. g. die am leichtesten zugänglichen Münzen: - unter Septimius Severus, HEAD, Historia Nummorum, Oxford ^1911, 667 fig. 313: e m dywyoeeTou 'Apreiid y' ' A-na\iecov. V g l . MIONNET IV 234f Nr. 251/2. Beschrei-bung von LECLERCQ, D A C I 2, Paris 1924, 2518: „L'arche avec le couvercle lev6, deux figures ä mi-corps. Deux figures debout devant l'arche, au-dessous deux oiseaux dont Tun perchö sur le couvercle, l'autre portant une brauche de feuillage." - unter Macrinus: s. LECLERCQ, D A C I 2, Paris 1924, 2518; Inschrift: ' Arrafiecov. - unter Severus Alexander SNG V . AULOCK 3506, Beschreibung: „Arche mit Mann und Frau, 1. davon Frau und Mann st. 1., auf dem Deckel der Arche zwei Vögel (Tauben), der r. s., der 1. mit Zweig sich niederlassend; e m ITo. ALX. Tpij(l)coyo? iTTm(Koü) datap. ' A T i a (lecov. Auf der Arche N w e . " - unter Gordian III. SNG V . AULOCK 8347, Beschreibung: „Arche mit geöflSietem Deckel und der Aufschrift NWTI, darin Mann und Frau sitzend, davor Frau und Mann mit erhobener Rechten stehend; 1. oben Taube mit Ölzweig auf die Arche zufliegend, eine zweite Taube auf dem Deckel sitzend; TTap. BaKxCou TTay(riyupLdpxou) ' ATrafietov." - unter Philippus Arabs B M C Phrygia 101 Nr. 182 mit interpretierender Beschreibung: „ehest or ark (KißcüTÖg) [inscribed NOE], with open lid, floating on waves; within it, the Upper parts of a draped man and woman to front, with heads tumed 1. upwards towards a Ay ing dove carrying an olive-branch; on the lid of the ehest sits another bird; on the ground 1. cf the ehest stand apparently the same two figures towards 1., each with r. raised, the woman in long Chiton, peplos and veil, the man in short chiton." Text: CTT. M . A ü p . ' A X e ^ d v ö p o u ß' d p x i . 'ATTafjLewy. S. auch SNG V . AULOCK 3510; 8348 (stempelgleich zu 3510). - unter Trebonianus Gallus SNG V . AULOCK 3513, Beschreibung: „Rs. Arche mit Marm und Frau, r. davor Frau und Mann st. r., auf dem Deckel der Arche Vogel (Taube) mit Zweig im Schnabel; rrap. KX. ' AiroXivapLou 'ATTOfiecov, auf der Arche Ncoe." '"^ E. g. SNG V . AULOCK 3507 (Zeus u. Tyche); 3508 (Artemis Ephesia, Maiandrios, Marsyas); 3509 (Athena mit Schale u. Lanze); 3511 (Löwe mit Thyrsosstab); 3516 (Homonoia mit Ephesos, Stadt von Zeus repräsentiert); 3517; 8350 (Homonoia mit Kaisareia; Ama zone als Stadtgöttin). '"^ R A M S A Y , Cities II 672 hält Artemas und Alexander ftir Juden und verweist darauf, daß diese Namen auch von Juden getragen wurden; er zieht darm weitere Konsequenzen aus der Tatsache, daß Alexander als dpxL(epeüs) amtierte. Cf. HEAD ( A . 104) p. xxxix. Der Beiname der Stadt, Kißcorög, wurde oft mit der Arche in Verbindung gebracht, da diese in der L X X so bezeichnet wird; auch Celsus hat den Ausdruck benutzt, Orig. c. Cels. 4, 41, ebenso Epiphanios im Ancoratus, PG 43, 189. Anders SCHÜRER III I , 29; TREBIL-CO 90f
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Die Verbindung Noahs mit Apameia und die Popularität des Motives am Ort, läßt sich nur vor dem Hintergrund der bekannten phrygischen Sintflut traditionen e r k l ä r e n : D i e Verbindung einheimischer mit jüdischen Tradi tionen ist m dieser Form bisher einmalig. Dargestelh ist auf den Münzen der Moment, in dem die Taube Noah den Ölzweig bringt, und der Moment, in dem Noah und seine Frau ein Dankopfer d a r b r i n g e n . D a die Darstellung immer gleich ist, wenn man einmal von einer spiegelverkehrten Variante absieht, hat man ein am Ort vorhandenes Bild als Vorlage gesehen und aus diesem Bild auf ein Beispiel jüdischer Bildkunst ge schlossen, das in Apameia frei zugänglich gewesen sei.^" Angesichts der Ar beitsweise der Münzateliers ist das keine notwendige Annahme: der erste Stempel oder aus dem ersten Stempel geschlagene Münzen wurden als Vorlage weiter verwendet. In Apameia ist die Diskrepanz zwischen der durch die Münzen sugge rierten starken Präsenz einer jüdischen Gemeinde und deren geringem epigra phischen Niederschlag besonders groß.
179 Das Grab des Aur. Rufus Edd.: Ramsay, Cities II 538 Nr. 399 bis (nach Abschrift von Hogarth; Oehler 298 Nr. 68; H. Leclercq, D A C I 2, Paris 1924, 2508; CIJ II 774; Trebilco 100 Nr. 5. 1; J.H.M. Stmbbe, m; J.W. van Henten/P.W. van der Horst [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epigraphy, Leiden 1994, 108 Nr. 3). Ü: W . M . Ramsay, The Expository Times 26, 1914/5, 172 Nr. IX; id., The Bearing of Recent Discovery on the Trustworthiness of the N T , London ^1920, 364 Nr. IX; Leclercq; Frey; Trebhco; Stmbbe; Williams 130 V 71.
Vgl. allgemein G.A. CADUFF, Antike Sintflutsagen, Göttingen 1986 (so weit ich se he, hat einzig E. BABELON, RHR 23, 1891, 174ff". versucht, die phrygischen Sintflutsagen auf den Einfluß der seit dem 2. Jh. v. dort siedelnden Juden zurückzufiihren). - TREBILCO 88 tritt gegen die von LENORMANT, BABELON und A . REINACH vertretene Verbindung der Sage von Naimakos mit dem biblischen Enoch ein; anders, ohne auf die Argumente TREBILCOs Rücksicht zu nehmen, jetzt wieder HENGEL/SCHWEMER ( A . 9) 254f " ° Manchmal glaubt man, hier nicht Noah und seine Frau, sondem Noah und die Sibylle sehen zu können, e. g. M . CACCAMO CALTABIANO, L I M C V I I I , 756f; zuletzt zum Pro blem SCOTT, Paul and the Nations, Tübingen 1995, 35f. RAMSAY, Cities II 432; 669; HEAD, B M C Phrygia p. xxxix; A . GRABAR, Cahier archeologiques 8, 1951, 13; KRAABEL ( A . 16) 123; M . PRICE, in: L. CASSON/ID. (Hrsgg.), Coins, Culture and History in the Ancient World, Detroit 1981, 69ff.; U. u. K . SCHUBERT, Jüdische Buchkunst I, Graz 1983, 62; contra: R. STICHEL, JbAC Suppl. 18, 1991, 106f: die Münzen sind bestenfalls ein indirektes Indiz fiir die Hypothese der Bildkunst - vgl. auch p. 496.
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Aüp. 'PouctJOS" 'louXLavou ß' eTTOL[Tiaa TÖ rjjpcüov e i i a u T w Ke [TT) auvßLcp |j.]ou Aüp. TaTLavT]- L? Ö erepo? oü Te0f), e i 8e TLS
emTr\8evoi,
TÖV vö[iov olSev [T]6SV ELouSewv'.
Ramsay bietet weder Beschreibung noch Zeilentrennung. Die Ergänzungen wurden von Oeh ler nicht notiert.
Ich, Aur. Rufus, Sohn (und Enkel) des lulianus, machte das Neroon für mich und meine Frau Aur. Tatiane. In es soll ein anderer nicht gelegt werden, wenn es aber jemand versuchen wird, kennt er das Gesetz der Juden. Datum: wg. der Namen nach 212. Zimi Namen Rufus vgl. p. 14. Die Häufigkeit, mit der r\p{^ov für den Grabbau in Phrygien gebraucht wur de, hob W . Schepelem, Der Montanismus und die phrygischen Kulte, Tübin gen 1929, 83 hervor; er sah hierin immer noch einen Überrest des hellenisti schen „Übermenschenkultus" - was natürlich falsch ist. Das Gesetz der Juden wurde von Ramsay zuerst als eine jüdische Charta in der Stadt Apameia verstanden,"^ aber nachdem die ersten Steine mit dem Ver weis auf die Flüche des Dtn in Akmoneia gefunden wurden, änderte er seine Meinung. Eine Verkürzung der Fluchformel'findet sich auch in 172 A , 15f Die Spezifizierung TÖV v6\iov TWV EiouSewv zeigt zum ersten, daß der Ver fasser selber nicht unbedingt Jude gewesen sein muß, zum zweiten, daß man wenigstens in Apameia von der allgemeinen Bekanntheit der Flüche ausging, was für Akmoneia ja nur postuliert werden konnte (Trebilco 100). Andere Inschriften aus Apameia benutzen die „Eumeneian formula","'* köimen also mangels anderer Kriterien nicht wirklich als jüdische Texte ver standen werden."^
So noch A . REINACH, REJ 66, 1914, 236. S. allerdings STRUBBE, in: VAN HENTEN/VAN DER HORST (A. 12) 85: „ I think it is not excluded that the law refers to the penal code of the Jews, which meted out the scourge as a punishment for offences". Mir scheint diese Vermutung aus 2wei Gründen doch ausge schlossen zu sein: a) es sollten nicht nur Juden von der Schändung des Grabes abgehalten werden; b) die jüdische Gemeindestrafe wäre nicht allgemein durchsetzbar gewesen. I. LEGRAND/CHAMONARD, BCH 17, 1893, 248 Nr. 19 ( R A M S A Y , Cities II 533 Nr. 385; OEHLER 298 Nr. 67; CIJ II 773); Ü: WILLIAMS 175 V I I 48: eroug TXTI' (253/4). AlXiog TlayxdpLO? 6 Kai ZCOTIKÖ? KOTeoKevaaev TÖ rjpwov ^cov eauTÜ KOI xfi yuveKi aÜToü AtXCg 'AxaXdyTT) KOI TCKVOLS. ä 8e TLS eiriTriöetiaei erepog, e a r a i auTw Tipös TÖv Geöv, Kol SwacL Ls xö xaiielov (Srjvdpia) (j)'. Vgl. die folgende Anmerkung. 2. LE BAS/WADDINGTON 1703; LEGRAND/CHAMONARD, BCH 17, 1893, 248 Nr. 20 (RAMSAY, Cities II 535 Nr. 389; H. LECLERCQ, D A C I 2, Paris 1924, 2520); M A M A VI 227: Aupt^XLos Au^dvcov 5ls erroiriaa xö tipwov i\i.avT& Kai xo) dSeX^jw |jiou Aa)''a\TUXT| 6cüpou xctPLV oiiy xf] ywaiKi aüxoO, elg ö exepog oü xeOpaexai" el XLJ exepo? eTTLxriSeiiaeL, eaxat aüxw irpö? xö''v"' Geöv x^^P^Te |J.OL <:t)LXö9eoL KOL KÜXOI feöOripoL.
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Apollonia 180 Das Grab der Debbora Edd.: J.R.S. Sterret, The Wolffe Expedition to Asia Minor, Boston 1888, 378 Nr. 550; Legrand/Chamonard, BCH 17, 1893, 257 Nr. 37 (Ramsay, Exposito ry Times 19, 1907, 79 A . 1; Oehler 538 nr. 75 b; CIJ II 772; Peek, Griechische Versmschriften aus Kiemasien, SB Wien 1980, 53 Nr. 39 [SEG 30, 1507]); M A M A IV 202 (Merkelbach/Stauber III 414 Nr. 16/62/02). FO: Uluborlu, von Sterrett in der byz. Festung gefunden, z. Zt. von Le grand/Chamonard m einem Waffenlager verbaut (identisch mit der von Buckler/Calder/Guthrie genannten Schule?). Beschreibung: Altar oder Stele aus rötlichem Kalkstein, Rahmung oben und unten abgeschlagen. H.: 1,33 m; B.: 0,45 m; litt.: 3-3,5 cm. Abb.: Sterrett (Majuskeltext); Legrand/Chamonard (Facs., danach Frey); M A M A T a f 46. Ü: Ramsay; id., The Cities of St. Paul, London 1906, 256; Frey; WUliams 101 27; Merkelbach/Stauber. [KXeLvfjs I ' A I v T L Ö x i a o a | -rrarpris, yovejcoy TToXuTeLfiaj[v],| o ü v o i i a A e ß ß ü ) | p d , d v 8 p l 8 o 9 e L | a a KXUTCO | na|i(t)üXco Z[L]|XueI cj)LXoT[e]|Kyü) [ . . . ] | [.]LTI T ' | Eü|if|X[cp]| Trap6evL[Kd)y] | XeKTpwy
[ d v ] | T L X a ß o i ) a [ a ] | xdpiv
Sterrett las nach Z. 5 nur noch einzelne Buchstaben; Oehlers Wiedergabe bricht nach dem An fang von V . 3 ab; Peeks Ergänzungen sind weitgehend hinfällig, da er die Lesungen von Buckler/Calder/Guthrie nicht kannte, JLR Bull. 1982, 394; V . 1 wurde, einzig auf der Basis von Legrand/Chamonard, sinngemäß richtig hergestellt von Gomperz, BCH 17, 1893, 639. 1: [KXeLvfjs Buckler/Calder/Guthrie, Peek, natürlich nur exempli gratia; [KdpLÖos Calder, M A M A VII p. X A . 1; ['A]yTLÖxiaaa [ y e v o s ] Ramsay; 3: Z [ . ] A Y F T A O T [ . ] K N Ü [ ... ] [ . . ] IHT [ ... ] E T M H A [ ... ] Legrand/Chamonard, [(j)L]\oT[e]Kva) Frey, gelesen und ergänzt von
BLOEDHORN ( A . 8) 67f vermißte diesen Text in der von SCHÜRER I I I 1 gebotenen Über sicht zur jüdischen Diaspora. 3. Vgl. noch R A M S A Y , Cities I I 472 Nr. 315; M A M A V I 187: Aiöct^avTos FXUKWVOS eiToiTiaev TÖ pvripeXov eauxw KOI TT) yuvaLKL OÜ-TOU 'IOUOTLXT) Kai el TLVL ouvx^'jp'ncret TüJ drrö TOÜ a i p a T o s aÜToü- et 8e TLS eTepog errLTriSeüoei, 9f|aeL Lg TÖ Tapeloy (8r|vdpLa) ,a (s. hier p. 348 A . 20). Für den ersten der in der vorhergehenden Anmerkung zitierten Texte verwiesen R A M SAY u. a. auf den Personennamen Pancharios, der auch in NOY II 321; 576; 443 vorkommt. Pancharios wurde allerdings auch von Heiden benutzt, s. e. g. M A M A V I 319 (Akmoneia); als christlicher Name M A M A IV 33 (Synnada). SOLIN ( A . 87) I 132f zeigt, daß der Name in Rom von Juden und Heiden etwa gleich oft getragen wurde, aber die weit überwiegende Mehrheit der Träger Christen waren. Vgl. schon STRUBBE, in: VAN HENTEN/VAN DER HORST ( A . 12) 84 A . 41 zum Ungenügen des onomastischen Kriteriums.
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Buckler/Calder/Guthrie, die noch notieren, daß der Stein in Z. 11 nach dem Tau be-schädigt ist und wahrscheinlich frei blieb; das wird auch durch die Metrik nahegelegt, aber die Hrsgg. wollen etwas wie T[e racj)!]!^] nicht ausschließen; in der zweiten Hälfte des Verses lasen sie 4>puy]Lri T ' eujifiXa); Eumelos als Eigenname wurde erkannt von Robert, Noms in-dig^nes 401 f.; cf. JLR Bull.'1982, 394.
Antiochierin, aus berühmtem Vaterland, von vielgeehrten Eltern, mit Namen Debbora, gegeben dem berühmten Mann Eumelos, Pamphyler aus Sillyon, dem kinderliebenden underhielt ich (dieses Grabmal) als Dank für meine jungfräuliche Heirat Datum: Ramsay imd Buckler/Calder/Guthrie setzen den Stein wg. der Schrift form ins 1./2. Jh.;ftirdie abweichende Ansicht von Frey (2./3. Jh.) gibt es kei nen Anhahspunkt. Mit der Inschrift sind zwei Fragen verknüpft: aus welchem Antiochia kam Debbora, imd handelte es sich um eine Jüdin oder nicht? Man geht meist da von aus, daß Debbora aus dem nächstgelegenen Antiochia, also aus Antiochia in Pisidien stammte, was fiir die Interpretation von Apg 13 nicht ohne Be deutung wäre. Dagegen wurde neuerdings mehrfach betont, daß eine solche Form der geographischen Angabe meist bei entfernter gelegenen Städten be nutzt worden sei, weshalb z. B. Antiochia am Mäander ins Spiel gebracht w u r d e . W e g e n des semitischen Namens, der für diese Zeit und diese Gegend ganz ungewöhnlich ist, dachte Mitchell an Herkunft aus Antiochia in Syrien, von wo wir vergleichbare Namen kennen.''^ Die enge Verbindung, die zwi schen Pamphylien und der syrischen Tetrapolis schon immer bestand, läßt diese Theorie noch etwas wahrscheinlicher erscheinen. Sollte Debbora aus dem syrischen Antiochia stammen, so lautet die Frage, ob wir hier einfach einen semitischen Namen vor uns haben, oder ob es sich um die bevmßte Nutzung des atl. Namens handelt, Debbora also eine Jüdin war. Der Name wurde von Jüdinnen nicht häufig getragen, aber Ilan 240 nennt emen Beleg aus dem Talmud und CIJ II 873 (Beimt).^'^ Zuversichtlich war Robert, Hellenica XI/XII 411 A . 6: „Les noms des Juifs n'apparaissent pas necessahement dans les inscriptions avec une qualification ethnique ou un titre juif; on les reconnah au nom seul; ainsi ... la Aeßßwpa d'Anüoche"; vgl. JLR Bull. 1982, 394: „qui est donc une Juive".
JUSTER I 192 A . 7; CALDER, M A M A VII p. x A . 1; B . M . LEVICK, Roman Colonies m Southem Asia Minor, Oxford 1967, 128 A . 1; SCHÜRER III 1, 32; I. LEVINS K A Y A , The Book of Acts in its Diaspora Setting, Grand Rapids 1996, 150. MITCHELL ( A . 43) II 8f A . 60 mit Verweis auf IG \f 8137; 8321; 8 2 3 2 ^ und die Diskussion bei L. ROBERT, BCH Suppl. I, Pans 1973, 444ff S. ansonsten H. WUTHNOW, Die semitischen Menschennamen in griechischen In schriften und Papyri des Vorderen Orients, Leipzig 1930, 43.
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1: Ramsay 257 sieht hier einen Beweis dafür, daß Juden in Antiochia hohe städtische Ämter erreichen kormten. Aber vielleicht handelt es sich nur um ei ne poetische Formel? 3: zur Häufigkeit des Namens Eumelos in Pamphylien s. Robert, Noms in digenes 399ff. 4: Frey vergleicht Eur. Tro. 675f: dKrjpaTov 8e j i ' eK Traxpö? Xaßwv 86-
\i(i)v TTpcoTO?
TÖ
TTapBeueLov
eCeü^co Xexo?.
Appia In Appia gab es vielleicht eine jüdische Gemeinde, ganz sicher aber einzelne Juden. Wie in Amorion und Dokimeion, so hat sich auch in den Steinbrüchen von Appia auf einer Wand eingeritzt eine Menorah gefunden."^ Im Dorf Cakirsaz wurde ein bearbeiteter Marmorblock gefunden, auf dem drei Menoroth eingeritzt sind.'^° Auf dem fixeren Friedhof des Dorfes Murathanlar gibt es ebenfalls eine weiße Marmorstele mit eingeritzter Menorah,'^' Angesichts die ser Belege kaim man vielleicht auch für die folgende Inschrift jüdische Her kunft erwägen'^^ (wohl nicht jüdisch ist M A M A X 197*^^).
M A M A X 28 mit Taf. III: „Incised menorah on one of the central quarry walls." H.: 0,295 m; B.: 0,25 m. '^^ M A M A X 27 mit Abb. p. 9: „slab of Docimian marble (pavonazetto) with slightly raised ledge below; the stone is decorated with three incised menorah." H.: 0,57 m; B.: 1,04 m; T.: 0,17 m. M A M A X 62 mit T a f V I ; H.: 0,7 m; B.: 0,235 m; T.: 0,34 m. '^^ Der Davidsstem als Schmuckmotiv auf der Ambonplatte M A M A X 211 (Appia) ist wohl kein jüdisches Symbol. BUCKLER, JRS 18, 1928, 26 Nr. 239 (SEG 6, 147; WAELKENS [ A . 12] I I 4 f Nr. 270); M A M A X 197 (Abb.: JRS T a f 2; WAELKENS T a f 37; M A M A T a f X X I ) ; aus stili stischen Gründen etwa in die Mitte des 2. Jhs. zu datieren: Mdvios: HaTrCou Tp6^i\iov TOV TiauToO TTevOepöv Kai MaOiag Trarpl ^iyrl^l<^^>g x^-P^^ ^<^^ ' A<^iag Ouydrrjp. Mathias ist zwar, wie die Edd. hervorheben, ein jüdischer Name, aber es gibt auch einen entsprechenden einheimischen Namenstyp (s. 164, 2ff. [Komm.]). WAELKENS 115: „Manios ist hier wohl einheimisch gleiches gilt für den Namen seines Vaters: Papios oder Papias"; Aphias ist ein in Kleinasien sehr häufiger Lallname. Angesichts der Häufiing indigener Namen ist wohl zu erwarten, daß Mathias hier ebenfalls als einheimischer Name verstanden wurde. - Aus den selben Gründen ist m. E. auch M A M A IX 430 (Aizanitis) kein jüdischer Mathias: Mriyocj)äs Kai Tpö<j)inos Kai MaQiag Kai Navas TaT[ei M-rjTpl Kai] Trarpl Mri[v']ä (11/%^? X'^P'-^'. Der Name erscheint noch einmal in einem streng paganen Kontext in T H . DREW-BEAR et al., Phrygian Votive Steles, Ankara 1999, 265 Nr. 413.
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181 Eine Stiftung (?) Ed.: M A M A X 145. FO: Karaagac, Herdstein der oda des Eyi Demir Han. Beschreibung: weiße Marmorplatte, von einem Ambon o. ä. (?); „indistinct relief in centre said by villagers to be a bird." H.: 0,8 m; B.: 0,495 m; litt.: 2 2,75 cm. Abb.: M A M A X p. 45 (Zeichnung); Taf. X V (Abklatsche). Tfis- au|ißL0u aÜToi) PE[...]
Tod Xaou Toov ETNKAIM N 2: ZuvKaprrwy von Cox erwogen, aber als Ethnikon sonst nicht bekannt.
... (und) seiner Frau Re... des Volkes der... Datum: byzantinisch (edd.). 1: Wenigstens eine Platte zur linken des erhaltenen Stückes fehlt, da ja in etwa zu verstehen ist: ÜTrep eüxf]? TOÜ Seivoü Kai Tfjs ouiißCou KTX. Ne ben der Form spricht auch diese schrankenartige Aneinanderreihung (wohl gleichartiger) Elemente für einen liturgischen Kontext; wie groß man sich diese Stiftimg vorstellen v^ll, läßt sich kaum sagen, aber TT(j5(8as') v' in Z. 3f. ist wohl ausgeschlossen. Der Name läßt sich leicht zu Rebeka, Regina o. ä. ergänzen. 2: Vielleicht ist auch hier nur ein Teil eines Textes erhalten, der auf einer links anschließenden Platte begann. Da Xaog fast ausschließlich von der jüdi schen Gemeinde gebraucht wird, könnte hier em Ausstattungsstück aus einer Synagoge erhalten sein, auf jeden Fall aber der Hinweis auf eine Gemeinde am Ort.'^"* Nach der Zeichnung ist TÜV ev KTX. nicht auszuschließen.
Diokleia 182 Das Grab des Aur. Alexander Edd.: Ramsay, Cities II 652 Nr. 562 (Oehler 298 Nr. 69; CIJ II 764; G.J. Johnson, Early Christian Epitaphs from Anatolia, Atlanta 1995, 28f. Nr. 1.19). Vgl. VERF., Gnomon 70, 1998, 536.
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FO:
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Aghar-Hissar, Territorium von Diokleia (heute: Ahir Hissar).
Ü: Frey; Johnson; M . H . Williams, Z P E 116,
1997,
260
Nr. 33; Williams
145 V I 11.
eroug T | i ß ' . A i ) [ p . ] ' AXe^ai^Slpo?] 'louSaLOs- C[wv] oe]
KareuKevla-
TO |ivri[|j.eL0v]
Vmtl. in vier oder fünf Zeilen, wie Johnson auch druckt, aber Ramsay gibt keine Zeilentrennimg. Oehler unterdrückte die Klammem. 1: r u ß ' Oehler. Möglich ist auch: KaTeoK€v[aoa. Jahr 342. Aur. Alexandros, Jude, erbaute das Grabmal zu Lebzeiten.
Datum: Jahr 342 der sullanischen Aera, 257/8 n. Chr. Zum Namen Alexander s. 14 B, 50. Zum Ausdruck' louSdLos s. Williams, ZPE.
Dokimeion Ramsay sah
im Dorf Seidilar einen Stein, der mit
einer Menorah verziert
war.'^^ In den berühmten Steinbrüchen der Stadt wurden inzwischen ebenfalls jüdische Symbole gefunden.
Christol und Drew-Bear bemerkten dazu: „des
recherches systematiques, sur le terrain, ont permis de reperer l'existence d'une communaute juive aux alentours de cette ville."*^' Eine Inschrift, die
die
„Eumeneian formula" verwendet,'^^ wurde als jüdischer Text reklamiert.
Cities II 746 Nr. 691; notiert von BLOEDHORN ( A . 8) 68. R A M S A Y gibt leider keine Maße des Steines, aber eine Abbildung: kein Grabstein, sondern eine hochrechteckige Stele, oben die Menorah, darunter weitere Schmuckformen: Rechteck, Rosette, Rechteck. Als außer 169 noch keine andere Darstellung einer Menorah aus Phrygien bekannt war, überlegte KRAABEL ( A . 16) 80 A . 3, ob es sich um ein Fragment aus der Synagoge handeln könne. J. RÖDER, Jdl 86, 1971, 293f mit 289 fig. 27; RÖDER steUt die von ihm bemerkte Menorah im Bruchgebiet von Bacakale „eher in christlichen als jüdischen Zusammenhang", da sie von vielen Kreuzen umgeben ist. „Die Zeichen in der Bacakale wurden wohl von Be suchern an einer der hervorragendsten Stellen dieses Bruches angebracht"; dagegen CHRISTOL/DREW-BEAR ( A . 101) 102 A . 141. - S. noch kurz T. DREW-BEAR, II Arastirma Sonuclari Toplantisi 1984, Izmir 1985, U l f CHRISTOL/DREW-BEAR ( A . 101) 102 A . 141. M A M A I V 31; WAELKENS ( A . 12) 195f Nr. 480 (Abb.: M A M A T a f 16; W A E L KENS Taf. 43): e l TLJ Se äWog dv'TLTTOLfiaeTai, eKTetaet e i g x ö lep(jjT[aTou] Ta|ieXov dTTLKdg x^i-^i^otS" T o l g YTipoKO|iriaaaiv e ^ e a r a t |J.ÖTOLS. r i g d v KaKwg TroCaeL TW [iVT||i.La) e a r a i amü Trpög TÖV Geöv. Zu diesem Text konkret APPLEBAUM ( A . 41) 483 („Jewish origin ... not completely established"); allerdings meint er 498, daß der Text keine christlichen Merkmale trage, wäh-
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183 Das Grab des lusua und Samoel Edd.: T. Drew-Bear, Arastirma Sonu9lari Toplantisi 11, 1993, 114 (SEG 44, 1033). Beschreibung: oben abgerundete Stele; über dem Inschriftenfeld ein Relief von guter Qualität: mittig eine dreifiißige Menorah, die am Stamm Voluten auf weist;rechts von der Menorah ein Shofar, links Lulab und Ethrog. Der un tere Teil der Stele fehlt. Abb.: Drew-Bear 121 Abb. 11. KU|J.riTf]pLV
'loUCTOÜa
Ke ZaiiofiX uL(3v 'laKwß Ruhestätte des lusua und des Samuel, der Söhne des Jakob. Datum: 4. Jh. u. später, nach der Benutzung der unflektierten Namensformen am ehesten 5.16. Jh. 1: zu KOL|j.riTf|pLov als Bezeichnung des Einzelgrabes vgl. A . Ferrua, Scritti vari, Bari 1991, 284ff.; E. Rebillard, MEFRA 105, 1993, 977ff. Der Ausdmck ist hauptsächlich christlich,'^' aber die Idee vom Tod als Schlaf und dem Grab als Ruhestätte wird auch in jüdischen Inschriften oft ausgedrückt (KOI^[111019, KOL(i.dv etc.).'^^ Vgl. zum Vorkommen in Phrygien Th. Drew-Bear, Glotta 50, 1972, 203.
184 Ein Rabbi aus Dokimeion oder Dorylaion? Edd.: F.-M. Abel, RevBib 34, 1925, 577f Nr. 2 (SEG 8, 204; CIJ II 1414; H. Bloedhom, JSS 35, 1990, 68; T. Rajak/D. Noy, JRS 83, 1993, 90 Nr. 16 [Ra jak 423 Nr. 16]); P. Thomsen, Z D P V 64, 1941, 227f Nr. 185 A (K. Bieber stein/H. Bloedhom, Jemsalem, Wiesbaden 1994, III 360f Nr. 3). cf S. Safrai, Zion 22, 1959, 192; id.. Scripta Hierosolymitana 23, 1972, 76; S.J.D. Cohen, JQR 72, 1981/2, 6 Nr. 53. FO: Ohne Angabe; Jemsalem selbst ist natürlich ausgeschlossen; Thomsen überlegte, ob der Stein aus der Nekropole von Jaffa stammt. Heute im M u seum des Griech.-Orthod. Patriarchats, Jemsalem.
rend es viele jüdische Belege für die Benutzung der „Eumeneian formula" gäbe. Dagegen s. 171 C,3ff. (Komm.). Vgl. das Relief in Priene, p. 173. U. VOLP, Tod und Ritual in den christlichen Gemeinden der Antike, Leiden 2002, ISlflf. ' " V g l . 160, 6ff (Komm.).
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Beschreibung: Fünfeckige Platte schlechten Marmors; H.: 0,265 m; B.: 0,26 m; T.: 0,04 m; litt.: 2 cm. „Inschrift zur Hälfte verwischt" (Thomsen). Abb.: Abel fig. 1 (Facs.); Vilnay, Beth Mikra 40/1, 1969/70, 116 (Facs.). Ü: Thomsen; Frey; Vilnay (hebr.); Rajak/Noy (Rajak); Bieberstein/Bloedhom; Williams 76f III 45. paßßl Zaiiou[riX,]
dpxTlcrCwdywyo? <$>-] pLiyiog, A 0 [
5
]
Sö^aat a[iJTÖv] QPKOT[ ]
3: Ao[KLfia"Los', Ao[KLp.r|v6s, Ao[pDXaeü? etc. edd.; 4: A O S A S I A lapis; 8ö^a a
Rabbi Samuel, phrygischer Archisynagogos,... ; ihn rühmt ... Friede deiner Ruhestätte. Datum: 3. Jh. (SEG); „uncertain date" (Cohen); nach den Buchstaben Alpha, Xi, Omega kommt auch das 4. Jh. in Frage. Wenigstens in Kleinasien ist die hebräische Z . 6 nicht vor der Spätantike zu erwarten, doch darf man dieses Kriterium nicht auf Palästina übertragen. In Jaffa und Beth She'arim haben wir Nekropolen, die auch von Juden aus der Diaspora benutzt wurden (2./4. Jh. resp. 3./4. Jh.). Da ein solches Be gräbnis in der Fremde nur den Angehörigen reicher Familien offenstand, ist es kaum verwunderlich, daß nur wenige kleinasiatische Juden in Israel begraben wurden. Sie wollten wohl meist gegen Ende ihres - in der Diaspora ver brachten - Lebens im Lande Israel sein, da das Wohnen dort ja alle Gebote der Torah aufwog.'•^•^ If: Wir können nicht sicher sagen, welche Bedeutung das Wort Rabbi an dieser Stelle hat. Lifshitz/Schwabe, Beth She'arim II p. 213 erklären: „This title is, of course, granted only to rabbinical scholars." Damit wird allerdings nicht erklärt, weshalb diese und andere Inschriften, die den Titel gebrauchen, in griechischer Sprache abgefaßt sind,''^'* ganz zu schweigen von der Tatsache,
H. LICHTENBERGER, in: R. FELDMEIER/U. HECKEL (Hrsgg.), Die Heiden, Tü bingen 1994, 92ff.; I. GAFNI, in: L.I. LEVINE (Hrsg.), The Jemsalem Cathedra I, Jerusalem 1981, 96ff. stellte bereits heraus, daß es sich um eine Entwicklung des 3. Jhs. handelt. S.J.D. COHEN, JQR 72, 1981/2, llf.: „why should Talmudic scholars be memorialized in Israel only in Greek? Can we believe that the Greek speaking Rabbi Hieronymus
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daß wir in Kleinasien sonst keine „klassischen" Rabbis oder Talmudgelehrte kennen. Die Kombination des religiösen Titels mit dem des eher weltlich aus gerichteten Archisynagogos wäre ebenfalls einmaüg.'^^ Es ist daher wahr scheinlicher, daß „Rabbi" hier in einfach ehrendem Sinn gebraucht ist, als Kennzeichnung emer bedeutenden Person, und daß diese Form der Kenn zeichnung, die wir aus Kleinasien nicht kennen, auf den Einfluß des Begräb nisortes zurückzuführen ist. 2f.: „The restoration dpxrioCuydycjoyo?'^^
^pvyiag}^^
Seltsam ist auch, daß die Worttrennung in so massiver Weise mißachtet wor den sein soll.''*^ Die Herausgeber schrieben in 3: AoCKLiiatos", Ao[KL(ir|vös', Ao[puXa€Üs etc.; sucht man hier eine Herkunftsangabe, so dürfte der Ortsname im Genitiv gestanden haben.''*' Ohnehin muß man sich fragen, weshalb diese doppelte Herkunftsangabe erfolgte: ]pi)yLos' machte jede weitere Bestimmung redun dant. Wahrscheinlicher erscheint nur daher eine Bemfsangabe'''^ (vgl. 249: T o d K L ? TTpeaßÜTepos Tfjs'
K a T r a 5 o K w v , Tapaoü,
XLVOTTOJXOU), auch wenn
Rabbi Samuel ben Gallus and Rabbi Samuel the Phrygian archisynagogue ... were Talmudic scholars who helped shape the course of'Rabbinic Judaism'?" COHEN ( A . 134) 14: „the only Rabbi known to have been an archisynagogue. ... It is most unfortunate that we do not know when Samuel became a rabbi. Was it while he was still an archisynagogue in Phrygia, or was it only after he came to Israel? Of course, if Sa muel died in Phrygia and received only secondary burial in Israel, our choice is clear. Perhaps a reexamination of the stone ... might determine what sort of burial Samuel received. Such a reexamination might also determine the date and the provenance of the inscription, both cf which are now unknown." Zur Schreibweise vgl. e. g. NOY I 70 (Venosa). Anders allerdings G.H.R. HORSLEY, New Documents Illustrating Early Christianity IV, Macquarie 1987, 217: „other restorations may be possible". LEVINE 423f hat diesen Text bei seiner Aufzählung der dpxLcruvdywyoi in Palästina ausgelassen; die meisten dieser Beamten stammen übrigens aus der Diaspora. '^^ Vgl. Beth She'arim II 164: dpxLouvdycoyog cßv BripiTCüly]; in 203 (hier: 217): 'laKwg KaLaapeü? dpxLouvdywyog, nar'c()uXLas und 221: dpxiouvaytoyou, 'ZiSovos wird der Geni tiv an Stelle des Ethnikons gebraucht. Zur Erklärung der Wortstellung übersetzen K . BIE BERSTEIN/H. BLOEDHORN, Jerusalem, Wiesbaden 1994, III 361: „der Phrygier aus Doki meion". ''"'s. SAFRAI, Scripta Hierosolymitana 23, 1972, 77 identifiert den Toten mit einem aus zwei rabbinischen Texten bekannten R. Samuel Phregrita (PRK 143; DtnR II 24) - doch löst er damit keine der oben genannten Schwierigkeiten - von dem Problem der Gleichung Phregrita-Phrygien einmal abgesehen. VgL A . 139. '"^ Das Lexikon bietet 8oypaToypd4)og, SoLÖUKorroiö?, SoKipaorrig, SOKOTTOLÖS (tigmrius), SopoTCKTCüV (valvarius), 8opu^öog, 8 o ü 6
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keine der Möglichkeiten zu passen scheint. Die geographische Einordnung der Inschrift innerhalb Phrygiens ist also nicht sicher. 4f.: So^aaia scheint sonst nicht belegt zu sein. Abel verglich zu seiner Er gänzung Sap 10, 14: Kai eScoKev aÜTco 8ö^ay aLOjyioy und übersetzte: „ä toi la gloire etemelle, promise avec serment". 6: vgl. die Formulierungen aus Venosa (v. a. 5./6. Jh.), Noy I 70? 75; 87; I I I ; dann CIJ II 1413. Lifshitz, Beth She'arim II p. 145 schlägt vor, hier ein Äquivalent für die Formel ev eipriyr] r\ K 0 L | i r i a i 9 aÜTOu zu sehen (vgl. 160, 6ff.), etwas anders J.S. Park, Conceptions of Afterlife in Jewish Inscriptions, Tübingen 2000, 104.
Dorylaion 185 Das Grab des Ignatios und der Dada Ed.: CIG 4129 („ex schedis Belsi"'^^). FO: „Inter Chouasdan et Karaly (Karajilar)" (Franz). Cox/Cameron, M A M A V p. 188 nehmen an, daß dieser u. a. Steine im Osten des Territo riums von Dorylaion gefimden wurden. Im Lemma zu C I G 4127 wird „Zoucshuran" als alternative Schreibung angegeben. Beschreibung: „Supra haec erat signum tale" (Zeichnung) „item botrus pendebat et aquila grandis" (Belsus). „Signum istud anaglypho expressum vide ne sit candelabrum saepius obvium in ludaicis ... titulus videtur ludaicus esse" (Franz). Abb.: Majuskelabdmck bei Franz.
9 K(al) MrivöGeiiLS' K(al) A n O N U M I O Z Ty''v"'dTLov T Ö V eauTGOv rraTepa
5
K(al) Aa8av
TTIV
eauTco-
V [iTiTepa |ivr||jLirig
xdpLV 1: TIQ, HZAYQ, 3: nONUMIOS, I F A I A T I O N Belsus; A[i)p.] ''EÜ^OVU^LO? ' lyvdTLOv wurde schon von Heusinger „in schedis" vorgeschlagen.
Frcinz;
'•'^ Belsus war einer der Begleiter Busbecq's auf der Gesandtschaftsreise von 1555 und ko pierte u. a. Teile der Res gestae; cf MOMMSEN, Res gestae divi Augusti, Berlin 1883, p. xviii, wo auch auf CIL III p. 4 verwiesen ist.
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Es ehrten die Kinder Esauos und Menothemis und Aponymios (?) den Igna tios, ihren Vater, und Dada, ihre Mutter, um der Erinnerung willen. Datum: 3. Jh.? 1: zu der postumen Ehrung vgl. M . Waelkens, Die kleinasiatischen Tür steine, Mainz 1986, 93: „Die als eine Ehrung formulierte Grabformel findet sich vor allem in Nordostlydien (Attaleia, Julia Gordos), Maionien und Nordwestphrygien, hier vor allem in Kotiaeion und der Altintasebene, und nur ver einzelt in den benachbarten Gebieten." 93f. A . 206 zählt er Beispiele aus den benachbarten Gebieten auf, darunter einige Steine aus der Tembris-Ebene nordöstlich von Dorylaion; vgl. weiter die Sammlung von Beispielen bei Ro bert, Op. Min. II 1344f. An dem Namen Esau und der Interpretation des Reliefs hängt die Ein ordnung der Inschrift unter die jüdischen Texte.''*'* Juster I 192 versieht diesen Text mit einem"?" und fügt A . 6 hinzu: „un juif aurait-il adopte ce nom abhorre?" Zur Ablehnung Esaus vgl. Mal 1, 2f. (positiver Alexander Polyhistor apud Euseb, PE 9, 25, 1). Tatsächlich finde ich keine Parallele; es gibt keinen Eintrag bei Ilan, die aber p. 6 erklärt: „names of biblical characters of doubtful credentials, are all quite well documented". Eine andere Erklärung des Namens in dieser schlecht gelesenen Inschrift hat sich noch nicht gefunden. 2f.: Franz's Ergänzung A [ ü p , ] '"EI)"'OVI3[ILO? ist eher unwahrscheinlich, da dieser Marm dann der einzige Träger des Aurelier-Namens in der Inschrift wä re. Vgl. SEG 49,
1645
(Umgebung von Saittai): MdpKOv TOV -rrarepa ulol
A n O M I O N I S KQL MüpKos OL ULOL KTX. 3: Ignatios ist als Name in vorchristlicher Zeit sehr selten; cf. ' lyvoTLS KdgiKOs in IG XIV 484 (Catania); in SEG 24, 476 (Illyrien) wird der Name vom lat. Egnatius abgeleitet sein. 5: Dada, cf. Zgusta, K P N 139f. § 244; Th. Drew-Bear/C. Naour, A N R W II 18, 3, Berlin 1990, 1928.
Eumeneia Eumeneia gilt neben Akmoneia als der Ort in Phrygien, an dem sich das Nebeneinander und die Interaktion von Juden, Christen, Häretikern und Hei den am besten studieren lassen.''*^ Es gibt eine Reihe von Inschriften, die jüdi sche Einflüsse zeigen, bei denen aber nicht sicher ist, ob sie tatsächlich auf Ju den zurückgehen: dieses caveat gilt auch für einige der unten folgenden Texte. Eine Verlesung aus einer Form des Namens Jesaja ( H a a i a ? ) darf wohl nicht angenom men werden. 145 SHEPPARD ( A . 4) 169ff; davor ausführlich ROBERT, Hellenica XI/XII 414ff
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Zweimal wird ein Rubes genannt, der sicher ein christlicher Priester,'''^ viel leicht sogar Bischof war, dessen Namen es allerdings nahelegt, daß er das Kind jüdischer Eltem war.''*'' Auch in Eumeneia findet sich der Fluch (eig) reKva reKVOiv}'^' der sich nicht als jüdisch erweisen ließ. Eine Erweiterung der ,JEumeneian formula" (eorai avrü -rrpös- TÖ [leya övo|ia TOU 9eoü) vmrde von emem Christen vorgenommen, ist aber jüdisch beeinflußt.Christlich ist auch eine andere Er-
1. P A R I S ( A . 7 6 ) 238ff. N r . 1; R A M S A Y , C i t i e s I I 386flf. N r . 232 ( O E H L E R 298 N r . 70; I G R I V 7 4 3 ) ; K . K O U R O N I O T E S , ' H f i e p o X ö y i o y B U C K L E R / C A L D E R , JRS
16,
r f i ? iieydAri? "EXXdSo?
1926, 61fif. N r . 183 ( S E G 6, 210;
PEEK,
1925,414;
GV
1905;
J.
P O U I L L O U X , N o u v e a u x c h o i x d'inscriptions grecques, Paris 1971, 177ff. N r . 3 6 ) ; S H E P P A R D ( A . 4 ) 176ff. ( G . J . J O H N S O N , Early Christian Epitaphs from A n a t o l i a , Atlanta
134fr. N r .
4.12; M E R K E L B A C H / S T A U B E R I I I 176f. N r . 16/06/01); A b b . b e i :
1995,
BUCKLER/
C A L D E R Taf. X ; S H E P P A R D T a f X X I I ; c f R O B E R T , H e l l e n i c a X I / X I I 4 1 4 f f ; der Stein be fmdet sich heute im Garten des Museums v o n H i e r a p o l i s : [ o ü v ö p a o L y oepvoXoLy] la64>r|(t)05 Suol TODT[O], f d i o s , ( i g d y i o s ,
erev^ev eauTcp M o ü a a i s Te
TToOriToIs- b(^pa rbv
dy[a]9ös r r p o X e y w C^bs
e w v TOÜTOV TÜpßov TL?
doKrjOels F d i o g rrpaypaTLKÖs f | 8 ' dXöxü) diÖLOv exwoL S ö p o v
avu
'Poußfi
^i\ir\
TaTiri TeKeoiv
p e y d X o i o 9 ( e o ) ü Oeparro^Ti
( R O B E R T 435 mit A . 4 zum Begräbnis des G a i o s und Rubes in demselben G r a b ) . D a ß es sich um einen christlichen T e x t handelt, w i r d klar durch Z . 47ff.: ol 8fi 8LKaL0L TTdyTo[T'] eig
dvdoTQOLV [TTp]o8e[i.Kyü]ouaL; in Z . 14 befmdet sich zwischen 0(eo)ü und OepdrroyTL
ein Christogramm 179).
in einer F o r m , w i e es sonst erst ab d e m 4. Jh.
üblich ist
(SHEPPARD
R O B E R T 429 w e i s t noch auf die Isopsephie als ein m ö g l i c h e s G e b i e t jüdischen Ein
flusses hin. 2. R O B E R T , Hellenica X I / X I I 429flf.; S H E P P A R D ( A . 4 ) 175f ( J O H N S O N 4.13); A b b . : ROBERT T a f
XXII;
XXIII
3. 4 ;
XXVI
1; S H E P P A R D
Taf
138fif. N r .
X X I b; Ü :
R O B E R T ; der Stein befmdet sich heute im Garten des Museums v o n Hierapolis: e l Tis e'Tepoy L.T.
Qr\aei, eoTe
aÜTcS rrpo?
TOU öeöy KOI TÖy
äuyeXov rbv
8e
' P o u ß f j 8 o ? . V g l , auch
S T U C K E N B R U C K , A n g e l Veneration and C h r i s t o l o g y , T ü b i n g e n 1995, 187f Z u der
Armifung des Engels einer Person gibt es durchaus Parallelen ( I G X I I 3, 455; 9 3 3 - 7 3 ;
1056f
[ T h e r a ] ) , aber die A n n a h m e liegt nahe, daß hier jüdische A n g e l o l o g i e v o n Einfluß war. R A M S A Y , Cities II 388; R O B E R T , Hellenica X I / X I I 423: „ R o u b e s pouvait etre un converti venu de la s y n a g o g u e " ; B e l e g e für den N a m e n bei R O B E R T 4 2 2 f
A . 7-9;
209f; s. auch R . L A N E F O X , Pagans and Christians in the Mediterranean W o r l d ,
ILAN
Harmonds
worth 1986, 2 9 4 f P A R I S ( A . 7 6 ) 2 3 3 f N r . 1; R A M S A Y , Cities II 385 N r . 231 ( C I J II 7 6 1 ; T R E B I L C O 70 N r . 4. 3 ) ; c f S H E P P A R D ( A . 4 ) 174f; S T R U B B E , in: V A N DER H O R S T / V A N ( A . 12) 76 N r . 8: AÜPTJXLOS F d i o g
HENTEN
'ATrLeXJXd ( R O B E R T , Hellenica X I / X I I 390 A . 6 hält
auch ' ATT[oX]Xd für m ö g l i c h , w a s um einiges an Wahrscheinlichkeit g e w i n n t , werm man den T e x t nicht mehr für jüdisch hält) KOTeoKeüaaev TÖ p v r i p e t o v
eauT[(o] Kai rr\
yuvaiKl
aÜT[oü] Kai TTj prjTpl Kai x[pTl]<7™ 4>LXCO 'OvrjOLpa) KOI TT] yuvalLJKi aÜToü. et 6e T i g eTTixeLpf]aeL dvaloJKeudoai
TÖV TÖTTOV, eoTco avTÜ KaT[d]pa TCKVCOV TeK[va] KOI TC^
aupßouXe[ü]aavTL. ö ßCog TOÜTO. S. p . 3 4 6 f F . V . J . A R U N D E L L , D i s c o v e r i e s in A s i a M i n o r I , L o n d o n 1834, 149 ( C I G 3 9 0 2 ) ; L E B A S / W A D D I N G T O N 740; P A R I S ( A . 7 6 ) 236 N r . 5; R A M S A Y , Cities I I 5 2 5 f N r . 369; S H E P P A R D ( A . 4 ) 1 7 2 f m i t T a f X X I a ( J O H N S O N [ A . 146] 36 N r . 1.24): e i 8e T i g e m -
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Weiterung
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der Formel ( e a r a i avrü Tipös" T Ö V C ^ V T a G e ö v Kai v ü v Kai e v
TTJ KpLOLiicü
fiiiepg).'^'
186 Ein Familiengrab Edd.: F.V.J. Arundell, A Visit to the Seven Churches of Asia, London 1828, Tafel; W.J. Hamilton, Researches in Asia Minor, London 1842, II 470 Nr. 353; CIG 3891 (nach Arundell imd einer Kopie von de Laborde); Ramsay, Ci ties II 520 Nr. 361; Robert, Hellenica XI/XII 436ff. (J.H.M. Strubbe, in: J.W. van Henten/P.W. van der Horst [Hrsgg.], Studies in Early Jewish Epigraphy, Leiden 1994, 109f. Nr. 4); vidi. FO: „Ishekli, in deversorio" (Franz), heute im Garten des Museums von Hierapolis. Beschreibung: großer Altar aus Marmor. Abb.: Arundell; Robert Taf. X X V I 2. Ü: A.R.R. Sheppard, A S 29, 1979, 175 (Z. 17ff.); Strubbe. [epJpwaOe. FeiieXXos M r | v d ßouXeuTT]?
Aüp.
TOLS' yXuKUTdTOLS' y o v e i j a i v Ai)pr)XL0Ls M i i v d ß ' TOV 4>LXLTrTT0u 5
ß o u X e u T T J , Kai
y e p a i c o
'ATT(j)Ca) ' A p T d T d
L8L(JOV. eis
iSia eK T W V
ö TTpoeKrjöeuaev
T[ÖV]
dSeXcjJÖv 4>LXLTTTrov Kai TTjv T r d T p a v K ü p i X X a v 10
Kai Tf]v e^a8eX(f)Tiv [ | i ] o u ITaüXav
KTi8ei;9ri-
a e T O L 8e eis
amb
f] T e a ü v T p o ( ) ) o g avTov 15
LXriTri
Kai ei Cüv
Tivi
eTepcü
aDvxüipfjaer
XeipT^aei, eLaoCaeL Lg Tr\v Eüfievetov ßouXf)v TTpoGTeifioi; (Srivdpia) ,a4>' KOI e a r a i aürw TTpog TO \ieya övo|ia r o ü 0eoö. SHEPPARD 173: „references to the Name of God are commonest in contexts suggestive of monotheism of the Jewish type or of syncretism strongly influenced by Judaism". Er verweist auf ROBERT, Hellenica X 85ff.; c f 86 A . 10: „il s'agit en fait d'une inscription chretienne". HAMILTON ( A . 12) II 472 Nr. 363 (CIG 3902 r; KAIBEL, Epigrammata 426; RAM SAY, Cities II 514flF. Nr. 353/4); christlich nach KAIBEL, R A M S A Y , ROBERT, Hellenica XI/XII 427 A . 2; vgl. auch SHEPPARD ( A . 4) 174.
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bs
8 ' ä v eTTLxeipri-
oei
e r e p o v eTrei-
oevejKelv, 20
\ry\}e-
TttL TTapd TOÜ dGav d r o i ) Geou |J.daT e i y a aicoviov.
Geringfügige Abweichungen jBrüherer Lesungen gebe ich nicht; vgl. bei lou(XLav) ITauXav Franz; Strubbe; [\i]ov Ramsay, Robert.
Strubbe.
11:
Seid gegrüßt. Aur. Gemellos, S. d. Menas, Ratsherr, für seine süßesten Eltern, die Aurelier Menas, (S. d. Menas) Enkel d. Philippos, Ratsherr, Altester, und Apphion, T. d. Artas, ihr Eigentum aus ihrem Besitz. In ihm hat er schon vor her begraben den Bruder Philippos und die Schwester d. Vaters Kyrilla und meine Cousine Paula. In ihm wird auch seine Ziehschwester Philete begraben werden, und wenn er es zu Lebzeiten einem anderen gestatten wird. Wer aber versuchen sollte, einen anderen zusätzlich hineinzulegen, der wird vom un sterblichen Gott die ewige Geißel erhalten. Datum: wg. der Namen nach 212. S. unten Z. 19ff. (Komm.) zu der Frage, ob es sich um eine jüdische Familie handelt. 1: Der Text begiimt mit einer üblichen Anrede an die potentiellen Leser. 5: die Ämter des Vaters sind deutlich abgesetzt; zum Aufbau unserer In schrift vgl. Buckler/Calder/Cox, JRS 16, 1926, 80ff. Nr. 204: A ü ] p . EmvXTi[?] ' E [ p | i o i ) ] , eiTLKXriv
"EXL^, E ü [ | i ] e y e ü ?
Kai dXiov TTÖX[€]wy TToXei-
TT[S, ^vkx\s [ ' A ] 8 p L a v L 8 o s , ßouX6[u]Tf]S" K a i yepeö? (ein Christ);'^^ y e p a t -
bs kann in beiden Fällen kaum mit Ramsay p. 520 als religiöses Amt verstan den w e r d e n . Z u r Gerusie s. J.A. van Rossum, De Gerousia in de Griekse Steden van het Romeinse Rijk, Leiden 1988; C. Roueche, Ktema 18, 1993, 162ff. Der Ausdruck y e p a i ö g wurde v. a. in Südwest-Kleinasien und Phry gien verwendet, van Rossum 3. 6: Zum Namen Apphion in Phrygien s. Zgusta, K P N 77f. § 66-23, wo auch weitere Belege für diesen Dativ gegeben werden; ' A p r a s - wird von Robert,
'^^ Andere Christen als Ratsherren in dieser Zeit: R A M S A Y , Cities II 519 Nr. 359; 526 Nr. 371; BUCKLER/CALDER ( A . 146) 70 Nr. 194. Daß Gemellos und sein Vater Ratsher ren waren, muß also kein Argument dafür sein, daß sie Juden, keine Christen waren (gegen TREBILCO 78). In der gerade zitierten hischrift JRS 16, 1926, 80ff. Nr. 204 hatte PARIS ( A . 76) 234 gelesen ßouXeurfig KOL lepeög, was GREGOIRE, Recueil 290 Nr. 141 bereits in '•y^pecg änderte; seine Gründe sind durchschlagend, und er wurde durch die Lesung von BUCKLER/ CALDER/COX blendend bestätigt.
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Noms indigenes 350f. zu dpTOs gestellt, doch überlegt er auch einen Zusam menhang mit den theophoren, von Artemis abgeleiteten Namen. 7f.: r d Idia ist das Grab als Eigentum der Toten; mit CK TWV iSiißv soll wohl gesagt werden, daß das Grab aus dem Vermächtnis der Toten gebaut wurde. 8: Philippos, Kyrilla und Paula sind entweder bereits vor 212 verstorben oder ihr nomen gentile wurde aus Platzgründen ausgelassen. Da die noch le bende Philete in Z. 13 ebenfalls nicht als Aurelia tituliert wird, ist es wahr scheinlicher, daß die dauernde Wiederholung vermieden werden sollte. 9: cf Ramsay, Cities II 394 Nr. 272 (Th. Drew-Bear, Nouvelles inscrip tions de Phrygie, Zutphen 1978, 83f Nr. 19): eau[Tw] Kai TT) y u v a t K L aü roü 'Api^lo-JTTi K l a l ] Guyarpl abrüv 'AptaTTi Kai 'ATrc})Lü) TTJ irarpa Tfjs' ' A p L O T T i s - . Zur Verbreitung des Namens Kyrilla in Phrygien s. Drew-Bear, Phrygian Votive Steles, Ankara 1999, 394. 11: „on the ph. one sees a vertical hasta, but there seems insufficient Space for a mu" Strubbe; ich meine, auf dem Photo noch den Imken Abstrich erken nen zu können. Die Lesung [ | i ] o u macht einen Wechsel von der 3. zur 1. Per son nötig, was allerdings häufig vorkommt; Bruder und Tante tragen kein gen tilicium, eine Cousine als lulia wäre dann doch überraschend.'^'* 13: o-üvTpO(j)09 des Gemellos, damit GpeirTÖ? des Menas, cf Robert, Hel lenica VI 95 A . 2. 16: M . Wörrle, in: J. Borchhardt (Hrsg.), Myra, Berlm 1975, 270f: „auyXwpetv/auyxwpriaLS (ouyxwprifia) ist vielerorts ... terminus technicus für die Überlassung von Rechten an emem Grab, sowohl des Rechts zur Mitbe nützung wie auch des Besitzes der ganzen Anlage"; 271 A . 595 stellt er das Cwu ouyxwpetv der testamentarischen Verfügung gegenüber. Vgl. auch Ju deich 176 Nr. 348: fj aopö? KTX. [elKXwpriGeXoa vvv Swpedg X'^P'-^ ^"TÖ K X . IToüXoD eariv Aüp. 'AKUXÖSOS'. 19ff: es gibt zu dieser Strafandrohung sonst keine Parallele. Sowohl der Gott der Christen wie auch der Gott der Juden ist dGdvajos", auch wenn Chri sten den Ausdruck eher selten gebrauchen, cf Bultmann, T h W N T III 22ff (rni N T nur eine varia lectio bei 1 Tim 1, 17); Bauer/Aland s. v. zitieren an jüdi schen Belegen Philo, aet. m. 44; Or. Sib. 3, 276; 582; TestAbr, rec. A 17 p. 98, 20.'^^ Nah ist aber die Erweiterung der „Eumeneian formula" in eaJTaL aürw
'^'' D e r Vater der Paula müßte dann ein lulius gewesen sein, was aber z u Verwicklungen führt: er kann nicht der Bruder des Mr|vds ß' rov
4>iXiTTTrou gewesen sein, da dieser dann
ebenfalls ein lulius hätte sein müssen; w a r aber ein Bruder der A p p h i o n der Vater der Paula, so müßte erklärt werden, weshalb A p p h i o n nicht ebenfalls eine lulia war. L I F S H I T Z ( A . 14) 5 3 6 f bezweifelte, daß es sich um einen jüdischen T e x t handelt, da die N a m e n nicht jüdisch seien und der „unsterbliche G o t t " nicht in der L X X v o r k o m m e ; ge gen beide A r g u m e n t e S T R U B B E , in: V A N H E N T E N / V A N DER H O R S T ( A . 12) 86.
398
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Tipö? TÖV d9dva[Tov G e ö v (Ramsay, Cities II 534 Nr. 388, Apameia); vgl. auch 227 (Laodikeia Lyk.). Zur Verbindung der Geißel mit Gott s. Jb 21, 9: [idoTi^ 8e i r a p d KUpi^OD oÜK eoTLV eir' a Ü T o I s ; Ps. 38 (39), 10: d-rröö-TTiö-ov d i r ' e i i o ö rag yag
iidoTL-
aov}^^
Geißelung als Strafe findet sich nicht nur im röm. Recht, sondern auch in den Synagogen, cf. e. g. Mt 10, 17; 23, 34; 2 Kor 11, 24f.'" Diese Strafe, so Robert, sei hier in einen eschatologischen Kontext versetzt worden. Da irgend eine typisch christliche Formulierung, wie wir sie auf den Grabsteinen von Eu meneia in dieser Epoche zuhauf finden, fehlt, handelt es sich bei Gemellos und seiner Familie eher um Juden als um Christen.
Hierapolis Die jüdische Gemeinde von Hierapolis ist uns fast nur durch Grabinschriften b e k a n n t . I n der Nekropole fand sich ein anepigrapher Block, der mit jüdi schen Symbolen geschmückt ist,'^^ und über dem Eingang eines Kammergrabes wurde eine Menorah angebracht. Einige Texte, die seit langem auf Grund der benutzten Namen mit der Ge meinde von Hierapolis in Verbindung gebracht wurden, sind wohl
auszu-
Vgl. 2 Macc 9, 11, wo Antiochos IV. von der göttlichen Geißel gestraft wird (ivravQa ovv fip^aro TÖ TTOXU Tfjs i)TTepr|(|)avLas Xr\yeiv TeGpauoiievos, Kai e i s emyviüoiv e p Xea9ai Qeiq |i.aaTLyi); konkreter 4 Macc 6, 3: erreLTa TTepLayKcovCaavTeg eKaTepcüöev, lidoTL^LV KaTrjKiCov. Zu den an dieser Stelle erwähnten Strafen s. etwa S. G A L L A S , Z N T W 81, 1990, 178ff. ROBERT 438: „peut-etre Juif ou un paien judaisant"; SHEPPARD ( A . 4) 175: „almost certainly Jewish". E. MIRANDA, Le iscrizioni giudaiche di Hierapolis di Frigia, Neapel 1999; E A D . , EpAnat 31, 1999, 109ff - MIRANDA verweist flir eine Karte, die eine grobe Orientierung gibt, auf D. DE BERNARDI FERRERO, in: Arslantepe, Hierapolis, lasos, Kyme. Scavi archeologici italiani in Turchia, Venedig 1993, 165; eine Karte mit Notierung der Gräber bei M I R A N D A , EpAnat 156. - MIRANDA ordnete die Inschriften nach der Lage der Gräber in der Nekropole, während ich eine Anordnung nach den Namen der Toten vorgezogen habe. Apollinarios, Bischof von Hierapolis in der 2. Hälfte des 2. Jhs., schrieb irpös 'louöaiovs a', ß', Euseb, HE 4, 27. MIRANDA, EpAnat ( A . 159) 132: „Abbiamo ... uno shofar, una menorah e un lulab SU un blocco di pietra caduto presse una tomba a camera, sita sul lato destro della strada, di fi-onte al nr. 11 (Tav. 9, fig. 1). Sempre sul lato destro, ma molto piü avanti, nel punto in cui la strada piega a ovest, un'altra tomba a camera, in posizione arretrata sul pendio, presenta una menorah suUa facciata." Der Block ist auch abgebildet in: Hierapolis di Frigia 1957-1987, Mailand 1987, 117 fig.
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schließen: die Namen Maria (fem. von Marius) und Theudas sind ohne weitere Hinweise keine hinreichenden Kriterien für den Einschluß dieser Inschriften.'^'
187 Ein Grab der Juden in Hierapolis Edd.: F. Pennacchietti, Atti Ac. Sc. Torino, Cl. Sc. Morali 101, 2, 1966/7, 300f. Nr. 14 (JLR Bull. 1971, 645); E. Miranda, Le iscrizioni giudaiche di Hie rapolis di Frigia, Neapel 1999, 30f. Nr. 6; ead., EpAnat 31, 1999, 119f. Nr. 6 (SEG 49,1819); vidi. FO: Vor dem Grab Nr. 75, in der Nähe von 206. Beschreibung: kleiner Sarkophagdeckel aus weißem Marmor. In der Mitte des Giebels eine grob eingeschlagene Menorah, links davon die Inschrift, litt.: 2 cm. Abb.: Pennacchietti, Facs. u. Taf. 3; H.A. Harris, Greek Athletics and the Jews, Cardiff 1976, Taf. 2; Hierapolis di Frigia 1957-1987, Mailand 1987, 117 flg.; Mhanda fig. 4; ead., EpAnat Taf 2; G. Koch, Frühchristliche Sarko phage, München 2000, Taf 214.
M I R A N D A , EpAnat ( A . 159) 112f. mit A.' 44 zum Ausschluß der drei folgenden Texte. OEHLER p. 299 zu den beiden ersten: „vielleicht". Für 100 Nr. 80 erklärte schon Judeich, daß Maria „hier wohl Gentilname von Marius" sei. JUDEICH 100 Nr. 80 (CIJ II 779): f| a o p ö ? KOL Ö rrepl avTv^v TÖTTO? [M(dpKou) Aüp(r)XLOu) ? ] NapKLoaou, er- T] Kr|8eu9TiaeTai aÜTÖg Kap.] T) ywr\ aüroü Mapia "OroioLs KOL, edv ßouXriOfj, rd reKua aüroü NapKLaaog Kai "Ovr|OLs, erepog Se oüSeig. el 8e pf|, dTTo8ojoeL TO) lepwTdTcp xapeici) 8r|mpia StaxeiXia rrevTaKÖaia KOI rfj Lepü)Tdri[] yepouolg Srimpta TrevTaKÖaia KOI T(5 privoirri SrivdpLO TpeiaKÖOLa. Tfjs' eTrLypa(()fjs raüxri? dvTLypa<})or' ÖTTXOÜV dTreraiOri el? rd dpxeXa. JUDEICH 141 Nr. 225 (CIJ II 780): ö oopö? Kai ö rrepl aüxfiv TÖTTO? TLßeplou KXau6LOU Maüpou, ev f) KriSeuOT^oerai aüxög KOI f] yvvr\ aüxoü AüpriXia MapCa KOI xd xeK v a aüxtov KxX. JUDEICH: „Mapia deutet auf Juden oder Christen als Besitzer des Grabes." F.A. PENNACCHIETTI, R A C 39, 1963, 136f Nr. 3; ID., Atti A c . Sc. Torino, Cl. Sc. Morali 101,2, 1966/7, 299f Nr. 11: r) aopög Kai ö rrepl aüxfiv xörrog Map. Aüp. Auaipdxou xoü ÄLOKXeoug, ev fj KeKT^SeuxaL aüxög, Kr|8eu9f|aeraL 6e Aüp. Mapia rj Kai Tpala (?). V. SCHULTZE, Altchristliche Städte und Landschaften II 1, Gütersloh 1922, 419f; KIT TEL ( A . 89) 12 A . 21 hielten CIG 3920 (nach SPON; RAMSAY, Cities II 553 Nr. 420); JU DEICH 92 Nr. 51 (IGR I V 841) wg. des Personennamens Theudas für jüdisch: XdouLog Zeü^ig epyaaxT^g, rrXeüoag ürrep MaXeav eig 'IxaXlav rrXöag eßSopr^Kovxa 8üo, Kax e o K e ü a a e v xö pvr)peiov eauxw Kai x o l g x c K v o i g
400
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Ü: M.H. Williams, ZPE 116, 1997, 259 Nr. 18; Miranda, EpAnat. 'louSewv (Eigentum) der Juden Datum: vmtl. 3. Jh., da die Nekropolen von Hierapolis in dieser Zeit am häufigsten benutzt vmrden. Da der Sarkophagdeckel sehr gut gearbeitet, die Inschrift und Menorah aber sehr grob sind, dachte Permacchietti an eine Wiederbenutzung des Sarkophags. Zu Gemeindegräbem vgl. 14 B, 8 (Komm.). cf. Williams zum Ausdruck ' louSdlo?.
188 Das Grab des Glykon Edd.: Judeich 160 Nr. 295 (nur A ) ; E. Miranda, Le iscrizioni giudaiche di HierapoHs di Frigia, Neapel 1999, 56f Nr. 22; ead., EpAnat 31, 1999, 130f Nr. 22 (SEG 49, 1835). FO: Ostnekropole; südlich vom Stadion, auf der Höhe über der Agora. Beschreibung: Sarkophag aus Kalkstein; links ein Stück ausgebrochen. Die beschriebene Seite im Südwesten, litt,: 5 cm ( A ) ; 3-5 cm (B). Abb.: Miranda, EpAnat Taf 8. Ü: Miranda. A
[f] aopög Kai 6 irepl] aÜTfjv TÖTTOS rXÜKCovo? T O U [
VaC. ?
vac.
B
] rXlIKCOVO? TOO ZtOKpdTOV [if] dviiyeTe [ i € { I }
vac.
fi aopös ovv TT) TTpoaKeL[ieyri [ ] eK SiaSoxfi? Möaxcovos Sia{A}ct)epL Xap[ie8Ti [ T O Ü ] 'ApTe|JLCoyo9
' louSetü A 3: N Y r E F E M Judeich; MEI Miranda, corr. Petzl apud Miranda, EpAnat; B 1: [aopto Mi randa, EpAnat, die auch orpcoaLS und e^eSpa überlegt; B 2: MöaKwvos Miranda, Iscrizioni; B 3: AOl/PlXAEMEAH lapis.
Der Sarkophag und der Platz um ihn (gehören) Glykon, dem S. d. Glykon, dem Enkel d. Sokrates. Öffnet mich nicht! Der Sarkophag mit der davorliegenden ... (gehört) Charmides, dem S. d. Artemon, Jude, nach der von Moschon ausgehenden Erbfolge.
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Datum: Judeich hielt B, das er nicht lesen kormte, für die ältere Inschrift; M i randa setzt A in das 2. Jh., B wg. der quadratischen Buchstaben, v. a. aber we gen der vornehmlich spätantik belegten Formel Siacj^epL KTX. ins 3./4. Jh. A 1: Der Hinweis auf das Grundstück, auf dem der Sarkophag steht, ist in Hierapolis überaus häufig; f) aopög KQL Ö Trepl avTf\v TÖTTOS" ist etliche dut zendmal belegt, s. J. Kubinska, Les moniraients fimeraires dans les inscrip tions grecques de l'Asie mineure, Warschau 1968, 129ff., bes. 130 A l f . : Der Name Glykon und seine Derivate sind in Hierapolis sehr häufig, cf. Judeich p. 190; Miranda 88; EpAnat 139f.; s. noch 213 (Laodikeia am L y A 3: Verbot des Öffnens auch in 202; 206. B 1: ein davorliegender Sarkophag wäre eher außergewöhnlich;'^^ was ge meint sein muß, zeigt Judeich 101 Nr. 84:6 ßcoiiös" KQL a l eTTLKeLiievaL a o pol Kai 6 irpoaKeLiievog TrepißoXos. Eine mögliche Ergänzung wäre [Ka|j.dpg, da dieses Wort auch die Bedeutung „espece de chapelle fimeraire ouverte" haben kann.'^'^ Wir hätten dann ein Aequivalent zu A 1. - Genus nach falscher Analogie (cf. Judeich p. 200) kaim natürlich nicht ausgeschlossen werden, i] TrepißoXos.
B 2: vgl. zum Ausdruck Judeich 100 Nr. 79: f| aopö? 'AXOXLOU ... EK irpoyovLKfis" SiaSoxfi?; die Inschrift der ursprgl. Besitzer 99f. Nr. 78. Zu SidSoxos" und seiner möglichen Unterscheidung von KXT]poyö|a.os' s. zu letzt V . Blondeau, in: Th. Drew-Bear et al. (Hrsgg.), Actes du ler Congr. Int. sur Antioche de Pisidie, Paris 2002, 233ff. In Formeln wie dieser dürfte der Unterschied längst verwischt sein. Ilan 322f. zu MöaxiS". B 3: zu Charmides vgl. Judeich 105 Nr. 98; SEG 34, 1299 (Territorium): XapjitSTi? Xap|iL8ou; zu Artemon Judeich HO Nr. 119; 147 Nr. 242; 160 Nr. 293; 110 Nr. 118 (Artemonianos); ein Artemon auch bei Ilan 268 und Horbury/Noy 20 (Alexandria).
W . M . RAMSAY, Expositor 1902, 103f. hält Glykon für eine Übersetzung von Naam, Naomi etc., doch ist diese Annahme angesichts der Häufigkeit des Namens in diesem Gebiet unwahrscheinlich. Beispiele könnten leicht vermehrt werden. Vgl. die etwas andere Formulierung in JUDEICH 151 Nr. 261: rj aopös f) XeuKf] Kai fi TTaXaid, f| TTapoKeLTaL KOI Ö ßwiiös, ec])' ou emKeivrai KTX. JLR Bull. 1971, 642: TÖ livrifietov Kai f) TTapaKeL|ievr) oopös; Judeich 176 Nr. 348: f) aopö? Kai al aufiTTapaK€LiJ.evaL aopol dXXa rpelg Kai ö Trepl avräg TÖirog. KUBINSKA ( A . 16) 94, die hierzu IK 36, 194 (Tralles) zitiert: rj aopög KOL f) irepl aü[T]fiv Ka|idpa KOL Ö TrapaKeLiievo? ßcü|iög Kai fj irapeaTwaa aTr|Xri XeuKÖXLGos. V g l . die beiden nicht sicher interpretierbaren Belege JUDEICH 153 Nr. 269: r\ oopbg KOL f) KOixdpa KOL ö ßaOpö? ö ürrö aÜTr^v; 167f Nr. 323: TÖ] [ivriiietov ovv Tri Ka|idpg KOI Ö ßü)|i.ö?, ecj)' ov KTX.
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B 4: Bei den meisten Inschriften aus Hierapolis steht hinter dem Namen des Toten der Zusatz 'louSatos.'^^ Ein ganz ähnlicher Brauch findet sich auf drei anderen Inschriften der Stadt, e. g. Judeich 175 Nr. 344: r) oopös NLKOiiriSus' ATTOXXOJULOU MoTaXtSos".'^^ Durch die Publikation emer Weihung Qeolg MoraXecov (SEG 33, 1138) und einer weiteren Weihung f) exaLpeta T) ' ApCiiivioiv ... Qeols MoraXetoy (SEG 34, 1298) konnte Robert in Ramsay, Cities I 144 Nr. 32 die präzise Bezeichnung ö 8f]|ios 6 Mo[TaXea)y f m d e n . D i e Motaleis sind die Bewohner eines Dorfes oder einer Gruppe von Dörfem, die zum Territorium von Hierapolis gehörten. Über ihre Rechtsstellimg ist damh erst einmal wenig gesagt, aber daß diese Demotika sogar beun Begräbnis m den Nekropolen der Stadt genanntt werden, zeigt die Wertschätzung einer Identi tät, die sich nicht in der Zugehörigkeit zur Stadt Hierapolis erschöpfte - und genau diesen Punkt betonen auch die Juden mit dem strukturell vergleichbaren Zusatz' louSatog.
189 Das Grab des Hikesios Edd.: E. Miranda, Le iscrizioni giudaiche di Hierapolis di Frigia, Neapel 1999, 19ff Nr. 1; ead., EpAnat 31, 1999, 114ff.Nr. 1 (SEG 49, 1814; A E 1999, 1579). FO: Nordnekropole, gerade außerhalb des Frontinus-Tors, links von der Straße. Beschreibung: Sarkophag aus Kalkstein, die beschriebene Seite nach Osten, litt.: 3,5 cm. Ü: Miranda; A E . f) aopös Kai TO fjpwov TrpoyovLKÖy ''T"'OU Oetovos [ey8]o[^-]
' k e a i o u TOÜ [ K a i ] 'loü8a
[o]TdTou lepovLKOu TrXLaTOVLKOu, e v fi Kri8eu9T^aeTaL ' k e a L o s Kai
Vgl. kurz die Überlegungen von MIRANDA, EpAnat ( A . 159) 135f. JUDEICH 97 Nr. 70: r\ aopög ... MdpKou AüprjXCou MevdvSpou 'AV[TL]ÖXOU MaLXou[L]8og; lOOf. Nr. 81: f] aopög ... 8ta4>epL Aü[p.] Nouvex^w Mapü)Xf|8og. Vgl. auch M A M A IV 276 A . III (Dionysopolis): ' lepaTToXe[i]TLg oÜKouaa e v MapaKcöpri; SEG 45, 1726: ' leparroXirrig, OLKWV e v MaaaKGjpr). '"ROBERT, Documents d'Asie mineure, Paris 1987, 51 Iff.; Op. Min. V I I 549ff.; 553f: „un groupement analogue ä la phratra des campagnes de Lydie et, dans la boucle meme du Meandre, des deux phratrai honorees par le peuple de Thiounta; phratra, symbiosis dans la Lydie et notre h^taireia temoignent d'une meme Institution" (die Inschriften aus Thiounta jetzt bei T. RITTl, EpAnat 34, 2002, 48ff, wo 57ff die Motaleis besprochen werden).
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'ÜXuiiTTLa? GuoKpLToi) T) yuvf) avrov-
e^ovai
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f\s e^ovaiav
'AuTwvLvos Kai 'iKeaios-, aXXw 8e OÜK e ^ e o r a i OtTTOTLaL
5
T [ f i ] yepovGia
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Kriöeüoe r i v a f]
TTpOOTLfiOU
(8r]vdpLa) ,ß. Tavrr\g
Tfjs eirLypac})!!? d v r i y p a c j j o v
K[etTaL ev] [TOL? dpxeioLS"] 1 1 0 T A A I 0 T 9 E Q N 0 S lapis, weshalb Miranda, app. crit., auch die Trennung 'louSaCou Qecavos überlegt; 3 eB,ovo[.r\s i^ovoiav Miranda, Iscrizioni, corr. Petzl apud Miranda, EpAnat.
Der Sarkophag und das ererbte Neroon (gehören) Hikesios, auch genannt ludas, dem S. d. Theon, dem berühmtesten Sieger in hl. Spielen, dem häufigen Sieger, in dem Hikesios begraben werden wird und Olympias, die T. d. Thyokritos, seine Frau. Ihre Kinder Antoninos und Hikesios werden die Vollmacht darüber haben, einem anderen aber ist es nicht erlaubt, jemanden zu begra ben, oder er wird als Strafe der Gerusia 2.000 Denare zahlen. Eine Abschrift dieser Inschrift liegt in den Archiven. Datum: etwa Mitte 2. Jh. (wg. des Namens Antoninus in Z. 4 wohl nach 138). 1: fipwov als Terminus für die Grabanlage findet sich in ganz Kleinasien und hat seine religiöse Bedeutung längst verloren, J. Kubinska, Les monuments funeraires dans les inscriptions grecques de l'Asie mineure, Warschau 1968, 27ff.; 31 zu Hierapolis speziell; E. Equini Schneider, RAL 1970, 476f.: „il termine ripwov ... puo indicare sia l'edificio funerario di proporzioni imponenti con ben curati dettagli architettonici, sia tutto il complesso sepolcrale." TrpoyovLKÖ? bezeichnet die testamentarische Erbfolge, vgl. 175 A , 14f. (Komm.) und aus Hierapolis etwa Judeich 93 Nr. 54: EK TrpoyJovLKf]? 8LaSoxfi? eTreXa[ß]ov; 161 Nr. 296 TÖ fipcüo[v] ... rrpoyoyLKÖv u. ö. (vgl. M A M A III 512 c [Korykos]: „ITeyGepiKÖv d. i. von den Schwiegereltern übemommen"). Sein zweiter Name identifiziert Hikesios als Juden, cf 14 A , 16 (Komm.); ein Hikesios auch in Ramsay, Cities I 143 Nr. 31 (Territorium v. Hierapolis). 2: Hikesios war Sieger in wenigstens einem der offiziell anerkannten tepol dy&ves, aber nicht in den großen Wettkämpfen der TrepioSos"; als Lepös galt ein Wettkampf, wenn die Preise (wie bei den großen Spielen der TTepLo8os) symbolischer Natur waren, s. Robert, Hellenica VII 97ff.; zu TrXeLaTOVLKri? s. R. Merkelbach, Philologica, Süittgart 1997, 499. Es ist nicht klar, ob Hikesios in gymnischen oder musischen Agonen siegte, aber die Probleme, die mit der Teilnahme an solchen Agonen für einen religiösen Juden verbunden waren (cf pT A Z 18 b), hingen nicht von dieser Frage ab. Vgl. 22 fin. (Komm.) zu jü discher Beteiligung am Gymnasion und an Agonen.
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J.W. van Henten, in: M . Lamberigts/P. van Deun (Hrsgg.), Martyrium, Louvain 1995, 317: „The simplex KTiSeüw with the praeposition ev is in Jew ish epitaphs only attested from Hierapolis in Phrygia". 3: zu 0uÖKpLTOs vgl. Permacchietti, Atti Ac. Sc. Torino, Cl. Sc. Morali 101, 2, 1966/7, 301 Nr. 16; Miranda 23 verweist auf OeÖKpLTO? in einem noch nicht publizierten Text;'^^ der Name auch in Ramsay, Cities I 143 Nr. 31 (Territorivmi v. Hierapolis). 4: vgl. 209:' AyTtüyivLavös.
5: die Grabmult bewegt sich im oberen Bereich der für Hierapolis über lieferten Summen. Die Gerusia war der am häufigsten bedachte städtische Em pfänger der Grabmult, Judeich p. 184.'^° 5f: eine andere Ergänzung wäre möglich, aber an der Sache, der Deponie rung der Abschrift in einem Archiv, ändert das nichts; das Verfahren war in Hierapolis sehr häufig; s. allgemein 43, 9ff. (Komm).^^' Zum Archiv in Hiera polis und den zuständigen Beamten s. T. Ritti, Mediterraneo antico IV 2, 2001, 523f
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Das Grab des lason
Edd.: E. Miranda, Le iscrizioni giudaiche di HierapoUs di Frigia, Neapel 1999, 25f Nr. 3; ead., EpAnat 31, 1999, 117 Nr. 3 (SEG 49, 1816; A E 1999, 1581). FO: an der rechten Seite der Straße, nicht weit von 198 entfernt. Beschreibung: Sarkophag aus Kalkstein, fast ganz im Boden; die beschrie bene Seite, oben links bebrochen, zeigt nach Süden, litt.: 5 cm. Abb.: Miranda fig. 1; EpAnat Taf 1. Er leitet daraus eine Lokalisierung von IV Macc in Kleinasien ab - was durch das Vor kommen des Ausdruckes außerhalb von Hierapolis nicht widerlegt wird; cf. VAN HENTEN, in ID./VAN DER HORST ( A . 12) 54ff. „This form is an indication of local pronunciation, unrelated to the Doric dialect", DREW-BEAR (A. 123) 394 zu Kleupatra, Laudike u. vgl. Beispielen. In Hierapolis finden wir in den jüdischen Inschriften besonders häufig die Bestim mung, daß die Grabmult an städtische oder staatliche Einrichtungen gehen soll, was för ein gutes Zusammenleben der verschiedenen Gruppen spricht - übrigens auch der Christen: Die Bischöfe ( ? ) Aberkios und Antonios in Hierapolis bestimmten beide gleichlautend, daß die Grabmuh an den Staat ging, und zwar an fiscus und Polis: 'Pcoiiaicov TajicLCp Onaei ö i a XeCXta x p w d KOI xP^lcrTfi TraTpLSi ' lepoTröXei x^LXia xpi^crd (Texte bei MERKELBACH/ STAUBER III 182ff. Nr. 16/07/0If). Zu den verschiedenen Bezeichnungen des Archivs als d p x e i o y , d p x e l a , ÖTHiöaia dpx e t a , TÖ e v
'lepairöXeL d p x e i a ,
TÖ h-nodr\\iöoiov, d p x e i a
TQ iroXiTLKd (JUDEICH
109
Nr. 116), s. JUDEICH p. 29. Zur Aufbewahrung dieser Urkunde bei der Kaufurkunde s. JU DEICH 139 Nr. 216: dfrÖKeiTaL e i ? TÖ d p x e i o v , ÖTTOU m l
r\ KTfjais'. Die Annahme, daß
es
sich in jedem Fall um das jüdische Archiv handelte (205, 6), ist nicht nötig (anders e. g. SCHULTZE [A. 161] I 420 A . 7).
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Ü: Miranda; AE. [f) oopös Kai ö TÖTTOS" ? ' ndaGCCrUvos" EiouSeou [ ev fj] KeKT^SeuTaL a Ü T Ö ? , [KT]-] SeuGrjaeTaL 8e Kai TJ aiiiiCßio]? a Ü T o O KXr|[ievTLavr|. (t)povTLCL 8e ai)T(Jou ' AiJ-iiLavö? 'Epiioyei^ov. 1 [f) aopög ... Miranda, suppl. Petzl apud Miranda, EpAnat; 3: [Kai] f) yvvri Miranda, corr. ead., EpAnat. Der Sarkophag und der Platz gehören dem S. d. Jason, Jude, ...An dem er selbst begraben worden ist; es wird aber auch seine Frau Clementiane darin begraben werden. Es kümmert sich um sie Ammianos, der S. d. Hermogenes. Datum: Nicht vor der Mitte des 2. Jhs. n. 1: lason, vgl. 14 B, 14 (Komm.); für HierapoUs s. aber auch Judeich 150 Nr. 259. Die Ergänzung als Vatersname ist nicht sicher: theoretisch könnte auch ein nomen gentile am Anfang gestanden haben, lason also cognomen ge-wesen sein. Da aber keine andere der genannten Personen die civitas Romana besitzt, wird es sich eher um einen Vatersnamen handeln. Die Qualifikation als 'Ioi)8aLOS gilt nur fiir den Ehemann, nicht für seine Gattin Olympias. Kann man daraus Folgerungen ziehen? 4: vgl. Judeich 151 Nr. 261: T O Ü T W V ^pavTiCovaiv Z e u ^ t a v T ) f) OuydTrip Kai f| eyyovos M o 8 e a T a ; was gemeint ist zeigt e. g. Judeich 128f Nr. 195: TrlpovorjaeL 8e TTJ? eTTL(ieXe[L]as TT^S" a o p o i ) [r\\ e [ p Y a a L a ] T w y ßacjjecov; 167f. Nr. 323: TTpovoriaouaiv 8e T O Ü |iyr||jLL0u ol dTTeXeüöepoL | i o u ol e v TT) 8La9TiKTi <j)epö|JLevoL K T X , (noch ausführHcher e. g. Judeich 171 Nr. 336, 19-26). Der letzte Beleg zeigt sehr schön, daß auch für eine so allgemeine Be stimmung Vorsorge resp. vorherige Verabredung getroffen werden mußte; die Publikation ist ein Weg, für die Einhaltung der Verabredung zu sorgen. Ammianos ist in Hierapolis ein häufiger Name (Judeich p. 187; Pennacchietti, Atti Ac. Sc. Torino, Cl. Sc. Morali 101, 2, 1966/7, 297 Nr. 6), und auch Hermogenes ist einige Male belegt'^^ (zu Hermogenes s. sonst 98, 1 [Komm.]).
'^^ JUDEICH 126 Nr. 183: TÖTTog 'AXe^dvSpou 'Epjioyevou? TOO 'A[j.a[yTiou KTX.; vielleicht Toi) ' k\i.\i\\.avovl
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191 Das Grab des Nikotimos Edd.: E. Miranda, Le iscrizioni giudaiche di Hierapohs di Frigia, Neapel 1999, 39ff. Nr. 14; ead., EpAnat 31, 1999, 124f. Nr. 14 (B 5-7 nach Lesung von T. Ritti [1989]; SEG 49, 1827; A E 1999, 1585 a/b). FO: auf der rechten Straßenseite, neben einem Kammergrab. Beschreibung: Sarkophag aus Kalkstein, die Schriftseite nach Norden; B 57 sind heute von Erde bedeckt, litt.: 3,5-4,5 cm ( A ) , 5 cm (B). Ü: Miranda; AE. A
f) aopö? Kai TO ÜTTÖ aÜTTiv Gejia Kai ö rrepl aÜTTiv TÖTFOS N e L K O T e L j i o u A u K i S a T O Ü ' A p T e f i L O L O u , ev f\ KeKf|8euTai
'ATT^Jidg, r) yvvx] a ü r o ü . r a ü r r i s dvTLypacjJOV dTrereOr)
eLg r ö dpxetov. B
'lou8ariKr|.
f| a o p ö g Kai ö Trepl aürfjv rörrog A ü p . 'EopraoCou 'louXiavoü TpLiToXeCrou 'Iou8eou, volv
oLKO<ü>yT[og]
ev EleparröXL, ev f\ Kr|8euGriCTeraL a ü r ö g Kai f| yvvr\ a ü r o ü FXuKwvLg, KiiSeüwyraL 8e Kai r d 5
r e K v a a ü r w v , erepo) 8e o ü 8 e v l e ^ e o r a t KTi8euGfjvaL, errel ö rrapd r a ü r a TTOLr|aag Swaei r f ] dyLcord-
TT] avvaybiyr\ dpyüpou Xtrpag 8üo. Der Sarkophag und der Boden (?) unter ihm und der Platz um ihn (gehören) Neikotimos Lykidas, dem S. d. Artemisios; in ihm ist Apphias, seine Frau, be graben worden. Davon eine Abschrift wurde im Archiv deponiert. Jüdisch. Der Sarkophag und der Platz um ihn (gehören) Aur. Heortasios lulianos, Bürger von Tripolis, Jude, jetzt in Hierapolis wohnend. In ihm wird er selbst begraben werden und seine Frau Glykonis; begraben werden sollen auch ihre Kinder; keinem anderen ist es erlaubt, begraben zu werden, da der Zuwider handelnde derallerheiligsten Synagoge zwei Pfund Silber geben wird. Datum: A stammt vom Ende des 2./Anfang des 3. Jhs. (vor 212); nach M i randa ist B paläographisch kaum vor der 2. Hälfte des 3. Jhs. anzusetzen, kann aber später sein; vgl. zu B 7 (Komm.). A 1: vgl. 191: f] aopög K a i ö Trepl a ü r f i v rörrog a ü v r w G e i i a r i , ecj)' w eTTLKeLrai; 196; 206: fj aopög K a i r ö ÜTTÖ a ü r f ) [ v G e ] i i a a ü v r w ßaGpiKco;
Judeich 133 Nr. 208: fj aopög K a i r ö ß a G p i K Ö v K a i r ö ÜTTOKeL|ievov Qe|j.a; zur Bedeutung s. E. Equini Schneider, R A L 1970, 479f., 480: „terreno sepol crale posto al di sotto del sepolcro"; Miranda, EpAnat 118f. erklärt allerdmgs, eine unedierte Inschrift beweise, „come la parola thema designasse un ulteriore
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spazio per le deposizioni. Nel testo infatti si dice che la defünta giace in un 0e|ia KXetcTTÖv posto sotto la KXLVTI del marito".'^-' A 2: vgl. eine Artemisia in Judeich 107 Nr. 110. A 3: Namen dieses Stammes sind weit verbreitet (Zgusta, K P N 70ff. § 66), in Hierapolis allerdings eher selten. ^^"^ raÜTTis (seil. Tf\s
eTTLypa(j)fis).
A 4: ' louöaTiKT) kann sich auf a o p ö s " beziehen, aber ebenso auf die Tote (Petzl, apud Miranda, EpAnat). Da es für das Adjektiv und seine Stellung kei ne Parallele in Hierapolis gibt, ist es kaum ausschlaggebend, daß man eigentlich ' l o u S a l a erwartet. Obwohl das Dokument, das die Belegung des Sarkophags begrenzen sollte, im Archiv niedergelegt wurde, fehlt eine Grabmult als zu sätzliche Sicherheit. Das letzte Wort der Inschrift soll nun wohl dafür sorgen, daß Fehlbelegungen von interessierten Gemeindemitgliedem gemeldet werden; ich möchte daher einen Bezug auf a o p ö s vorziehen. B: die Grabstelle ist mindestens drei Generationen später in anderen Besitz übergegangen; die neuen Besitzer sind wieder Juden. B 1: zu ' E o p T d o L o s s. 14, B 7 (Komm.). Der Name und seine Bildung sprechen für eine Datierung in das 4. Jh. oder später. B 2: Die Qualifikation als' l o u S a l o s gilt nur für den Ehemann, nicht für sei ne Gattin Glykonis. Kann man daraus Folgerungen ziehen? Tripolis am Maiandros ist die nw. Nachbarstadt von Hierapolis, sie vmrde in der Antike zu Lydien oder Karlen gerechnet; Heortasios wird das dortige Bürgerrecht besessen haben, doch geht es hier eher um die Betonung seiner Herkunft, wie die Folge zeigt. Ein anderer Bürger aus Tripolis, der in Hiera polis begraben wurde, bei Permacchietti, Atti Ac. Sc. Torino, Cl. Sc. Morali 101,2, 1966/7, 304 Nr. 22. B 4: die Häufigkeit dieses und verwandter Namen in Hierapolis (s. 186 A , If [Komm.]) legt die Vermutung nahe, daß Glykonis aus dieser Stadt stamm te; eine weitere Glykonis in SEG 41, 1200. B 6f: zur Grabmult an die Synagoge vgl. 154; 157f; zur äyiißräry] GVVayooyri vgl. 20, 4 (Komm.). Hier wird auvaywyrj als Titel der Gemeinde ver wendet; vgl. andere Ausdrücke in 205: KaroiKi^a TWV ev 'leparröXeL KÜTOLKOÜvTwv 'louSaioov, 206: ö Xaös TWV 'louSaicov. Es ist nicht ganz aus geschlossen, daß die unterschiedliche zeitliche Stellung der Inschriften für die unterschiedlichen Bezeichnungen der Gemeinde verantwortlich ist, vgl. 43, 8 (Komm.).
'^^ Anders TH. DREW-BEAR, Glotta 50, 1972, 75: „low flat platform serving as base for the higher portions of the monument". " ' G . C A R R E T O N I , A S A A 41/2, 1963/4, 427 ( ' Acjjc^id?); J U D E I C H 131 Nr. 200 (Ap phion); hier 193, 2 (Apphia). CHR.