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24.08.2010 17:30:33 Uhr
Ronny Galczynski Frauenfußball von A – Z
Ronny Galczynski
Frauenfußball von A – Z Das Lexikon des deutschen Frauenfußballs Spielerinnen, Vereine und Rekorde Viele Hintergrundgeschichten
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar. ISBN 978-3-86910-169-9 Dieses Buch gibt es auch als E-Book: ISBN PDF 978-3-86910-813-1 ISBN EPUB 978-3-86910-938-1
Der Autor: Ronny Galczynski ist ein erfahrener Journalist und Buchautor. Er veröffentlichte die „FC St. Pauli Vereinsenzyklopädie“, schreibt für „DIE WELT Hamburg“, Spiegel Online, „11 Freunde“ und ist seit 1993 Redakteur des mehrfach preisgekrönten Fanmagazins „Übersteiger“.
Originalausgabe © 2010 humboldt Eine Marke der Schlüterschen Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hans-Böckler-Allee 7, 30173 Hannover www.schluetersche.de www.humboldt.de Autor und Verlag haben dieses Buch sorgfältig geprüft. Für eventuelle Fehler kann dennoch keine Gewähr übernommen werden. Alle Rechte vorbehalten. Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der gesetzlich geregelten Fälle muss vom Verlag schriftlich genehmigt werden. Lektorat: Anne Büntig-Blietzsch, Erfurt Covergestaltung: DSP Zeitgeist GmbH, Ettlingen Innengestaltung: akuSatz Andrea Kunkel, Stuttgart Titelfoto: picture-alliance/dpa Satz: PER Medien+Marketing GmbH, Braunschweig Druck: Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG, Calbe Hergestellt in Deutschland. Gedruckt auf Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft.
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Inhalt Zu diesem Buch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Vorwort von Birgit Prinz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Von den British Ladies zu den German Girls – eine kurze Geschichte des Frauenfußballs . . . . . . . 10 Lexikon von A–Z . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Statistiken zum Frauenfußball . . . . . . . . . . . . . . . . 338 Danksagungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 390 Quellenangaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 391
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Zu diesem Buch Natürlich kann eine Enzyklopädie die real existierende Welt niemals eins zu eins abbilden – und natürlich auch kleinere Teilbereiche davon nicht. Was ein Lexikon aber kann und können muss, ist einen verständlichen und übersichtlichen Einblick in das zu verschaffen, worüber sich die Leserin oder der Leser schnell und präzise informieren möchte. Mit diesem Buch über den Frauenfußball in Deutschland und der Welt wird nun erstmals ein Nachschlagewerk veröffentlicht, das alles Wissenswerte über den immer beliebter werdenden Sport beinhaltet. Wer also in Erfahrung bringen möchte, wie oft Birgit Prinz mit dem 1. FFC Frankfurt Deutscher Meister geworden ist oder wer weltweit die meisten Länderspiele absolviert hat, findet hier ebenso schnelle und exakte Antworten, wie beispielsweise nach Fragen über den Frauenfußball in der DDR, alle Länderspiele der deutschen Nationalelf und wer das erste Tor in der Geschichte der Frauenbundesliga erzielte. Von A bis Z werden alle 175 Nationalspielerinnen mit einer Kurzbiografie und statistischen Daten porträtiert, die seit dem ersten offiziellen Länderspiel im November 1982 eingesetzt wurden. Alle Vereine, die jemals in der 1. Bundesliga gespielt haben oder in einem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, den DFB-Pokal, den DDR-Pokal oder die DDR-Meisterschaft gestanden haben, werden mit einer Vereinshistorie gewürdigt. Alle Meistertrainer seit 1974 finden sich in diesem Buch ebenso wie die besten Nationalspielerinnen der Welt, wichtige Persönlichkeiten der deut-
Zu diesem Buch
schen Frauenfußballgeschichte, Erklärungen von Fachbegriffen sowie viele Rekordergebnisse und -zahlen. Abgerundet wird dieses Frauenfußball-Lexikon durch einen umfangreichen Statistikteil, der unter anderem alle Bundesliga-Abschlusstabellen seit 1990, die Rekordspielerinnen und -torschützinnen national und international sowie alle Zahlen und Daten zu den internationalen Wettbewerben Weltmeisterschaft, Europameisterschaft und Olympische Spiele zeigt. Stand aller Fakten und Zahlen sowohl im lexikalischen wie auch im statistischen Teil dieses Buches ist der 30. Juni 2010. Die bei den Spielerinnen angegebene Anzahl der Bundsligaspiele und -tore bezieht sich ausschließlich auf die eingleisige Bundesliga ab der Saison 1997/98. Leider liegen für die Spielzeiten zwischen 1997 und 2003 teilweise nur ungenaue Daten vor, sodass bei den Bundesligadaten – und nur dort – in Einzelfällen durchaus auch fehlerhafte Angaben vorkommen können.
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Vorwort von Birgit Prinz Es freut mich sehr, dass es nun dieses umfassende Lexikon des deutschen Frauenfußballs gibt. Hier kann alles blitzschnell nachgeschlagen werden, was das Frauenfußballherz begehrt und interessiert. Nachdem ich gefragt wurde, ob ich ein paar einleitende Sätze für dieses Lexikon schreiben würde, habe ich erst einmal einen Blick in das umfangreiche Manuskript geworfen und wirklich eine Fülle von spannenden und erhellenden Informationen – von den Anfangstagen des Frauenfußballs Ende des 19. Jahrhunderts bis heute – vorgefunden. Besonders hilfreich für die Orientierung in der sehr gut aufbereiteten Lektüre sind die sporadisch gesetzten Hinweispfeile vor einigen Wörtern. Sie verweisen auf andere Einträge im Lexikon, wie beispielsweise „Weltfußballerin des Jahres“, „DDR“ oder auch „Erstes Länderspiel“, wo die Leser dann weitere vertiefende Informationen zum Thema finden. Über eine Million Frauen und Mädchen spielen heute in Deutschland organisiert Fußball und es werden ständig mehr. Ich denke, dass insbesondere die deutsche Nationalmannschaft mit ihren Leistungen und Erfolgen in den vergangenen 20 Jahren dazu beigetragen hat, dass der deutsche Frauenfußball so populär geworden ist. Mit diesem Lexikon wird seine ganze Geschichte noch einmal übersichtlich und lesenswert dokumentiert. So können
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Vorwort von Birgit Prinz
auch ganz junge Fans und Spielerinnen etwas über die Pioniere unseres Sports und über die spannende Entwicklung des Frauenund Mädchenfußballs erfahren. Doch auch erfahrene Frauenfußballexperten werden auf den folgenden Seiten noch einiges Neues und Überraschendes entdecken können.
© picture-alliance /dpa
Viel Spaß beim Lesen wünscht Birgit Prinz
Die Frankfurter Stürmerin zählt zu den erfolgreichsten Fußballspielerinnen der Welt. Sie wurde drei Mal zur „Weltfußballerin“ (2003–2005) gewählt und gewann mit der deutschen Nationalmannschaft 2003 und 2007 zwei WMTitel, vier Mal die Europameisterschaft sowie drei olympische Bronzemedaillen.
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Von den British Ladies zu den German Girls – eine kurze Geschichte des Frauenfußballs Es war ein langer und bisweilen beschwerlicher Weg, den viele enthusiastische Fußballspielerinnen gehen mussten, um die Anerkennung zu finden, den dieser Sport heute genießt. Als mit den British Ladies 1894 in London weltweit die erste Mannschaft im Frauenfußball gegründet wurde, war dies auch noch ein allgemeines Aufbegehren gegen die patriarchalen Strukturen der Gesellschaft. Das Ende der 1910er Jahre auf den Weg gebrachte und später weltberühmte Team „Dick, Kerr’s Ladies“ aus dem britischen Preston hatte bereits ganz konkrete Ambitionen: Benefizspiele für einen guten Zweck. Der englische Verband FA verbot den Damen 1921 dennoch die Benutzung der Stadien. Ein Verbot, das erst 1970 wieder aufgehoben wurde. Auch in Deutschland wurde die Entwicklung des Frauenfußballs zunächst durch Verbote bestimmt: Nachdem bereits 1930 Lotte Specht in Frankfurt am Main den ersten deutschen Frauenfußballverein initiiert hatte – der aber schon nach gut einem Jahr wieder in der Versenkung verschwand –, war das selbstbestimmte Kicken für emanzipierte Frauen ab 1933 im nationalsozialistischen Deutschland natürlich verpönt. Erste zarte Pflänzchen fußballerischer Betätigung durch
Eine kurze Geschichte des Frauenfußballs
Frauen sprossen in Deutschland wieder nach der gewonnenen Männerfußball-WM 1954, als viele sportbegeisterte Damen die Lust verspürten, auch gegen den Ball zu treten. Doch dem schob umgehend der DFB einen Riegel vor, als er 1955 kurzerhand den Frauenfußball in den Vereinen verbot, die ihm angeschlossen waren – und das waren die meisten. Trotzdem ließen sich viele Frauen und auch Clubs das Recht nicht nehmen, weiterhin ihrem Sport nachzugehen. Sogar zu einem ersten inoffiziellen Länderspiel zwischen Deutschland und Holland kam es 1956 – und zu mehr als 150 in den nächsten Jahren. Als der DFB seine Felle davonschwimmen sah und die Bildung eines eigenen Verbandes für den Frauenfußball befürchtete, hob er 1970 das Verbot auf. Schon 1971 wurde in Berlin der erste Verbandsmeister ermittelt, 1974 die erste Deutsche Meisterschaft ausgefochten. Und nachdem 1977 Hannelore Ratzeburg beim DFB als Frauenreferentin begann, entwickelte sich die Sache auch organisatorisch permanent fort. 1981 wurde erstmals um den Gewinn des DFB-Pokals gespielt, im November 1982 fand das erste offizielle Länderspiel gegen die Schweiz statt, 1990 wurde die zweigleisige Bundesliga eingerichtet und 1997 zur eingleisigen zusammengeführt. Mit dem EM- Titel 1989 gelang Deutschland international der Durchbruch und seither gewannen die „German Girls“ zwei Mal den Weltmeistertitel und wurden weitere sechs Mal Europameister. Auch im europäischen Vereinsfußball dominierten die deutschen Mädels die Konkurrenz und gewannen zwischen 2002 und 2010 sechs von neun möglichen Titeln.
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Lexikon von A–Z 1. Bundesliga J Bundesliga 1. Damen-Fußball-Club Frankfurt J Specht, Lotte 1. DFC Frankfurt J Specht, Lotte 1. FC Neukölln
© 1. FC Neukölln
Das erste Damenteam des bereits 1895 gegründeten Berliner Vereins qualifizierte sich 1990 durch den Gewinn der Berliner Meisterschaft in der Saison 1990/91 für die Bundesliga Nord. Die Neuköllnerinnen zählten somit, neben 19 weiteren Mannschaften, zu den Pionieren der ersten Spielzeit in der damals noch zweigeteilten 1. Liga in Deutschland. Allerdings stieg der 1. FC Neukölln ohne einen einzigen Punktgewinn und mit 8 : 102 Toren sofort wieder ab und ging somit, noch knapp hinter dem FFC Brauweiler Pulheim 2006/07 (0 Punkte, 15 : 100 Tore), als bis heute erfolglosester Bundesligist aller Zeiten in die Annalen des deutschen Frauenfußballs ein. Momentan nimmt keine Neuköllner Frauenelf am Ligabetrieb teil.
1. FC Saarbrücken
1. FC Nürnberg Ihren größten Erfolg feierten die Fußballerinnen des 1. FC Nürnberg 1999, als der Aufstieg in die eingleisige 1. Bundesliga gelang. Der Höhenflug der 1988 im 1. FC Nürnberg gegründeten und 1995 unter dem Namen 1. FC Nürnberg Frauen- und Mädchenfußball e. V. eigenständig gewordenen Damen sollte allerdings nur eine Saison anhalten, und die Süddeutschen mussten im Jahr 2000 das Oberhaus als Tabellenletzter schon wieder verlassen. Bekannteste ehemalige Spielerin der heute in der Regionalliga Süd kickenden Franken ist Nationaltorfrau J Nadine Angerer, die von 1995–1996 für die Schwarz-Roten auflief. www.fcn-frauenfussball.de 1. FC Saarbrücken Auch wenn die ganz großen sportlichen Highlights bislang ausblieben, dürfen die Saarländerinnen durchaus zu den Urgesteinen des bundesdeutschen Frauenfußballs hinzugezählt werden. Schon als VfR 09 Saarbrücken zählten sie bei der Bundesligagründung 1990 nicht zu den Schlechtesten in ihrer Südstaffel. Und auch mit dem Übertritt der kompletten Frauenfußballabteilung des VfR zum 1. FC Saarbrücken 1997 sowie dem Erreichen der eingleisigen Bundesliga im gleichen Jahr blieben die Damen von der Saar noch einige Jahre erstklassig. Entsprechend brachten die Saarländerinnen auch einige Nationalspielrinnen hervor. Nach der Jahrtausendwende entwickelte sich der 1. FC Saarbrücken dann allerdings zur wahren Fahrstuhlmannschaft und stieg zuletzt 2009 in die Beletage auf. Kleinere Erfolge konnte Saarbrücken im DFBPokal feiern, wo drei Mal das Halbfinale (1994, 2000, 2007) sowie einmal das Endspiel (2008 1 : 5 gegen den 1. FFC Frankfurt) erreicht wurden. Nationalspielerinnen: J Patrizia Brocker, J Susanne Messner, J Eva Minor, J Nicole Müller, J Miriam Scheib Größte Erfolge: DFB-Pokal-Vizemeister 2008 www.fc-saarbruecken.de
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1. FC Union Berlin
1. FC Union Berlin J Union Berlin 1. FFC 08 Niederkirchen Die Dorfmannschaft des TuS Niederkirchen zählte 1990 zu den Gründungsteams der Süd-Bundesliga und erspielte sich 1993 in einem denkwürdigen Endspiel gegen den Nord-Vizemeister TSV Siegen die bisher einzige Meisterschaft. Durch zwei Tore von Heidi Mohr (Gegentreffer: Silvia Neid) obsiegte man mit Trainer J Edgar Hoffmann nach Verlängerung 2 : 1. Auch bei der Einführung der eingleisigen Ligastaffel 1997 war der Club gleich dabei und konnte sich dort zunächst auch drei Spielzeiten halten. Nach dem Wiederaufstieg 2002 mussten sich die Rheinland-Pfälzerinnen dann allerdings gleich wieder mit mageren zwei Pünktchen in die Zweitklassigkeit verabschieden. Doch Tradition hin oder her – die bereits 1969 im TuS Niederkirchen (von 1900) gegründeten Fußballfrauen, wo zeitweise auch die späteren Nationalspielerinnen J Steffi Jones und J Conny Pohlers ihre Fußballschuhe schnürten, mussten 2008 einen unrühmlichen Abschied aus der 2. Bundesliga Süd nehmen: Gegen den Willen der kickenden Damen verzichtete der Vereinsvorstand des TuS seinerzeit mitten in der Spielzeit 2007/08 auf die Beantragung einer neuen Lizenz. Die Zweitligistinnen beendeten dennoch tapfer die Saison, konnten sich zumindest sportlich auch vor dem Abstieg retten, gründeten danach einen neuen Verein und begannen unter dem Namen 1. FFC 08 Niederkirchen einen Neuanfang in der Regionalliga Südwest. A-Nationalspielerinnen: J Patrizia Brocker, J Heidi Mohr Größter Erfolg: Deutscher Meister 1993 www.ffc-niederkirchen.de 1. FFC Frankfurt Bereits seit 1971 wurde im 1908 gegründeten Frankfurter Stadtteilclub SG Praunheim, dem Vorläufer des heutigen 1. FFC Frank-
1. FFC Frankfurt
furt, Frauenfußball in einer eigenen Abteilung gespielt. Als Ta bellenzweiter der Oberliga Hessen (hinter FSV Frankfurt) gelang es den Praunheimerinnen mit Torjägerin J Steffi Jones 1990 über die Relegation einen Platz in der Südgruppe der neu geschaffenen zweiteiligen Bundesliga zu ergattern. Sie schrieben dort in den Jahren 1996 bis 1998 die erfolgreichste Vereinsgeschichte unter altem Namen: Zwei Mal wurde der Vizetitel der Südstaffel eingefahren, dadurch drang der Verein 1996 erst- und letztmalig ins Meisterschaftsendspiel vor (0 : 1 gegen den TSV Siegen), qualifizierte sich 1997 problemlos für die neu geschaffene eingleisige Bundesliga, wurde prompt Vizemeister – und gewann 1997 wie 1998 den DFB-Hallenpokal. Damit hatte es sich dann allerdings auch schon mit der SG Praunheim, denn am 27. August 1998 wagte die Frauenfußballabteilung der SG den Schritt in die Unabhängigkeit und gründete den selbstständigen „1. Frauen-Fußball-Club Frankfurt“. Zum 1. Januar 1999 übernahm man außerdem die Praunheimer Bundesligalizenz. Die seit 1984 im Verein tätige J Monika Staab (zunächst als Spielerin, dann als Abteilungsleiterin und Cheftrainerin mit vier Titeln) als neue Präsidentin sowie der 1993 als Manager in den Club eingetretene J Siegfried Dietrich stellten ihren FFC nun moderner und professioneller auf, und zudem war mit dem Transfer J Birgit Prinz’ vom FSV Frankfurt 1998 ein entscheidender sportlicher Coup gelungen. Gleich die erste Saison 1998/99 unter neuem Namen, die allerdings noch als SG Praunheim begann, konnte erfolgreich mit der ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte abgeschlossen werden. Nebenbei gewann der 1. FFC Frankfurt erstmals auch den DFBPokal und begann fortan mit einer Erfolgsgeschichte, die die Frankfurterinnen zeitweise zum nahezu unbesiegbaren Vorzeigeclub und über Jahre zur besten Vereinsmannschaft Europas, vielleicht der Welt machte. Auch bildeten Spielerinnen über einige WM-, EM- und Olympiaturniere hinweg das Rückgrat der deutschen Nationalelf, und so war es keine riesige Überraschung, als
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1. FFC Frankfurt
die Mainstädterinnen 2002 auch international mit dem Gewinn des erstmals für Frauen ausgetragenen UEFA-Pokals eine weitere Duftmarke setzten. 2006 sowie 2008 wiederholten sie diesen Erfolg unter Coach J Hans-Jürgen Tritschocks und stellten dabei 2008 beim Final-Rückspiel gegen Schwedens Meister Umea IK im Stadion der Frankfurter Eintracht mit 27640 Besuchern auch noch einen J Zuschauerrekord für Vereinsmannschaften auf. Es war außerdem das Jahr, in dem Frankfurt als erster deutscher Verein einen Jahresetat in Höhe von mehr als einer Million Euro aufstellte. Nach dem Triple-Erfolg 2008 folgte dann allerdings ein herber Dämpfer in 2009, als der 1. FFC Frankfurt, auch verletzungsbedingt, erstmals seit 2004 nicht nur keinen einzigen Titel gewinnen konnte, sondern in der Meisterschaft am Ende nur auf dem vierten Tabellenplatz landete. Die Spielzeit 2009/10 beendeten die Frankfurtinnen als Tabellendritte. Der bis heute erfolgreichste Verein im deutschen Frauenfußball bleibt Frankfurt mit jeweils sieben Meisterschaften und DFB-Pokalsiegen, drei UEFA-Cupgewinnen sowie sechs Siegen im DFB-Hallenpokal aber weiterhin. A-Nationalspielerinnen: J Nadine Angerer, J Saskia Bartusiak, J Doris Fitschen, J Kerstin Garefrekes, J Sarah Günther, J Ariane Hingst, J Ursula Holl, J Steffi Jones, J Katrin Kliehm, J Nia Künzer, J Renate Lingor, J Jennifer Meier, J Monika Meyer, J Sandra Minnert, J Claudia Müller, J Conny Pohlers, J Birgit Prinz, J Bianca Rech, J Silke Rottenberg, J Sandra Smisek, J Petra Wimbersky, J Pia Wunderlich, J Tina Wunderlich, J Christina Zerbe Größte Erfolge: Deutscher Meister 1999, 2001–2003, 2005, 2007, 2008; DFB-Pokalsieger 1999–2003, 2007, 2008; UEFA-Cup-Gewinner 2002, 2006, 2008; DFB-Hallenpokalsieger 1997–1999, 2002, 2006, 2007 www.ffc-frankfurt.de
1. FFC Turbine Potsdam
1. FFC Turbine Potsdam Das Wohl und Wehe des brandenburgischen Vereins wird heute stets auch mit dem Namen des aktuellen Trainers J Bernd Schröder in Verbindung gebracht. Und das kommt nicht von ungefähr, denn seit sich am 5. März 1971 die Frauenfußballabteilung in der 1955 gegründeten BSG Turbine Potsdam formierte, war Schröder entweder meist als Trainer oder seltener in der Managerposition leitend aktiv. Ihre ersten größeren Erfolge feierte die Turbine bei der sogenannten Bestenermittlung, die quasi die J DDR-Meisterschaft darstellte und 1979 erstmals ausgespielt wurde. Die ersten beiden Male scheiterten die Potsdamerinnen zwar noch trotz Favoritenrolle, aber seit dem Gewinn 1981 manifestierte sich endgültig ihre Ausnahmestellung im Frauenfußball der DDR: Insgesamt sechs Mal gewannen sie bis 1991 den Titel, wurden zwei facher Vizemeister sowie drei Mal Dritter. Zum 1. Januar 1990 wurde der Club nach dem Mauerfall von der BSG in den SSV Turbine Potsdam überführt, verpasste im gleichen Jahr als Tabellendritter der J Oberliga Nordost aber knapp den Sprung in die 1. Bundesliga. 1994 schließlich gelang der Aufstieg in die Nordstaffel der damals noch zweigeteilten gesamtdeutschen Bundesliga, wo in den nachfolgenden drei Spielzeiten Mittelfeldplätze heraussprangen. Auch für die 1997 neu geschaffene eingleisige Bundesliga konnte Potsdam sich schließlich qualifizieren und mauserte sich, auch wegen der vorbildlichen Nachwuchs arbeit, stetig zu einer Spitzenmannschaft in Deutschlands höchster Liga. Belohnt wurde diese Entwicklung – inzwischen hatte sich die Frauenfußballabteilung zum 1. April 1999 vom SSV losgelöst und den neuen Verein 1. FFC Turbine Potsdam gegründet – erstmals in der Saison 2000/01, als die Potsdamerinnen sich hinter dem 1. FFC Frankfurt die Vizemeisterschaft erspielten. In den beiden Folgejahren gelang ihnen das ebenfalls – wobei das „Finale“ 2003 mit der letzten Spieltagspaarung Potsdam (Zweiter) gegen Frankfurt (Erster) einen besonderen Leckerbissen bot: Vor 7900 Fans im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion (bis heute gültiger J Zuschau-
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1. FFC Wacker München
errekord in der Bundesliga) musste Potsdam gewinnen, um die Hessinnen noch abzufangen, erreichte aber nur ein 0 : 0. 2004 war es dann so weit: Dauer-Vizechamp Turbine Potsdam wurde nicht nur erstmals Deutscher Meister, sondern feierte zudem Premieren mit dem Gewinn des DFB-Pokals sowie der Hallenmeisterschaft. Ein Jahr später wurden die „Torbienen“ zwar nur Dritter in der Meisterschaft, gewannen aber den UEFA-Cup sowie zum zweiten Mal den Pokal – gemeinsam übrigens mit dem brasilianischen Weltstar J Cristiane, die in der Rückrunde zu den Potsdamerinnen stieß. Nun waren die Brandenburgerinnen endgültig im Kreis der absoluten Topteams Deutschlands und Europas angekommen. Nach zwei eher erfolglosen Spielzeiten schlugen sie dann 2009 sowie 2010 gleich im Doppelpack wieder zu und wurden jeweils Deutscher Meister. 2010 wurden die Potsdamerinnen zudem in einem dramatischen Finale Champions-LeagueTitelträger. A-Nationalspielerinnen: J Nadine Angerer, J Fatmire Bajramaj, J Inken Becher, J Britta Carlson, J Sonja Fuss, J A riane Hingst, J Isabel Kerschowski, J Anja Mittag, J Viola Odebrecht, J Navina Omilade, J Babett Peter, J Conny Pohlers, J Jana Schadrack, J Bianca Schmidt, J Karolin Thomas, J Madleen Wilder, J Petra Wimbersky, J Jennifer Zietz Größte Erfolge: DDR-Meister 1981–1983, 1985, 1986 und 1989; Deutscher Meister 2004, 2006, 2009, 2010; DFB-Pokalsieger 2004–2006; UEFA-Cup-Gewinner 2005; Champions-LeagueGewinner 2010; DFB-Hallenpokalsieger 2004, 2005, 2008–2010 www.ffc-turbine.de 1. FFC Wacker München J FFC Wacker München 11 Freundinnen J Frauenfußballmagazine
Akers, Michelle
2. Bundesliga J Zweite Liga A-Länderspiele J Deutschland J Erstes Länderspiel Afrikameisterschaft Seit 1991 spielt auch der afrikanische Fußballverband CAF seinen kontinentalen Champion aus – im Oktober 2010 in Südafrika bereits zum neunten Mal. Das erst seit 1998 im Zweijahresrhythmus ausgespielte Turnier – vorher gab es 1991 und 1995 jeweils ein Hin- und Rückspiel der beiden besten Teams – wurde die ersten sieben Male ohne Unterbrechung stets von Nigeria gewonnen. Erst beim Championat 2008 in Äquatorialguinea konnte sich überraschend die gastgebende Elf behaupten. Der CAF-Cup dient zugleich als Qualifikation für die jeweils folgende Weltmeisterschaft, sodass Nigeria 1991 und 1995 als einziges afrikanisches Land sowie 1999, 2003 und 2007 neben Ghana an der WM teilnehmen durfte. Eine Anekdote am Rande: Das Endspiel der Afrikameisterschaft 2000 in Südafrika musste nach dem 2 : 0 für Nigeria in der 72. Spielminute gegen die gastgebende Heimelf unterbrochen werden, weil es zu Ausschreitungen etlicher Fans kam, die vor dem Treffer eine Abseitsposition gesehen haben wollten. Da mehrmalige Versuche, die Partie wieder anzupfeifen, scheiterten, wurde Nigeria zum Sieger erklärt. Akers, Michelle * 1. Februar 1966 Zwischen 1985 und 2000 bestritt die gebürtige Kalifornierin 153 Länderspiele für die USA und schoss dabei 105 Tore. Ihr erstes am 21. August 1985 gegen Dänemark (2 : 2) – erst das zweite Länderspiel der Amerikanerinnen überhaupt – war gleichzeitig der erste Treffer, den die US-Nationalelf in ihrer Geschichte erzielte.
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Aktive
In der ewigen Länderspieltor-Statistik rangiert die Offensive mit ihren insgesamt 105 Treffern noch immer in den Top 10. Auch bei den Rekordtorschützinnen der WM-Historie liegt Michelle Anne Akers mit zwölf Toren (zehn davon allein 1991 bei der Premiere in China) ganz vorn und konnte bislang nur von Birgit Prinz (14 Treffer) überholt werden. Von 1991 bis 2000 nahm die seinerzeit oft als „beste Fußballerin der Welt“ titulierte Spielerin an drei Weltmeisterschaften und zwei Olympiaden teil, wurde in den USA zwei Mal zur „Fußballerin des Jahres“, von der FIFA zur „Fußballerin des Jahrhunderts“ gekürt und in ihrem Heimatland mit der Aufnahme in die „National Soccer Hall of Fame“ geadelt. Aktive J DFB Algarve-Cup Das stets im Vorfrühling in Portugal ausgetragene Turnier lockt seit 1994 eine stets illustre Schar Nationalteams (aktuell zwölf) an die Südwestspitze Europas und gilt nach der Weltmeisterschaft und der Europameisterschaft, zumindest in der Alten Welt, als wichtigste sportliche Herausforderung im Frauenfußball. Als Rekordgewinner konnte sich die Mannschaft der USA bislang sieben Mal in die Gewinnerliste eintragen. Es folgen Norwegen mit vier Siegen, Schweden und China mit jeweils zwei sowie die deutsche Elf mit einem Turniersieg. Deutschland war allerdings erstmals 2002 dabei, und nimmt auch erst seit 2005 alljährlich teil – zuletzt im März 2010 zum siebten Mal und als Cup-Zweiter (2 : 3 im Endspiel gegen die USA). Den einzigen Sieg fuhr Deutschland 2006 durch ein 4 : 3 im Elfmeterschießen gegen die USA ein und wurde zudem 2005 Zweiter. Alter, Sandra * 10. Januar 1972 Die bei den beiden Duisburger Clubs KBC und FCR als Torfrau agierende Spielerin absolvierte 1991, kurz nach Deutschlands EM-
Älteste Länderspieltorschützin
Gewinn in Dänemark, bei dem Alter im Kader stand, ihre beiden einzigen Länderspiele. Gegen die Schweiz sowie Ungarn vertrat die ehemalige U19-Nationalkeeperin Stammkraft Marion Isbert durch jeweils eine Ein- und eine Auswechslung. 2 A-Länderspiele Älteste DFB-Nationalelfdebütantin Als es am 10. November 1982 beim J ersten Länderspiel Deutschlands offizieller Natur gegen die Schweiz ging, war auch J Gaby Dlugi-Winterberg dabei und stellte gleich zu Beginn der Nationalmannschaftshistorie einen bis heute gültigen Rekord auf: Die Spielerin ist die älteste Nationalspielerin bei einem Premierenauftritt. 33 Jahre und 340 Tage war damals ihr stolzes Alter. Nur knapp um 28 Tage verfehlte J Anne Trabant diese Marke – kurioserweise beim selben Länderspiel. Älteste DFB-Nationalspielerin Die mit Abstand älteste jemals in einem deutschen Länderspiel seit 1982 eingesetzte Akteurin ist die ehemalige Nationalkeeperin Silke Rottenberg. Bei ihrem letzten von 126 Auftritten am 29. Mai 2008 gegen Wales war sie 36 Jahre und 125 Tage alt. Es folgt Feldspielerin Gaby Dlugi-Winterberg, die am 22. Oktober 1983 gegen Belgien beim Abschiedsmatch 34 Jahre und 321 Tage zählte. Dlugi-Winterberg ist übrigens auch die J „Älteste DFB-Nationalelfdebütantin“. Auf dem dritten Rang landet Anne Trabant, die in der gleichen Begegnung noch mit 34 Jahren und 293 Tagen gegen den Ball trat. Älteste Länderspieltorschützin Bereits 34 Jahre und 203 Tage war Sandra Minnert alt, als sie am 28. Oktober 2007 in der EM-Qualifikation gegen Belgien (3 : 0) in der zehnten Spielminute ihren letzten Treffer zum 2 : 0 für die Nationalelf markierte. Damit ist sie die bis heute älteste Torschützin im Nationaltrikot. Auf immerhin 32 Jahre und 325 Tage brachte es Steffi Jones als Zweitplatzierte beim 1 : 0-Treffer im WM-Qualif ikationsspiel
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Älteste Nationalspielerin der Welt
am 12. November 2005 gegen die Schweiz (4 : 0). Und Renate Lingor war am 7. März 2008 bei ihrem Elfmetertor zum 3 : 0-Endstand gegen Finnland auch bereits 32 Jahre und 149 Tage alt. Älteste Nationalspielerin der Welt Als Ungarn am 9. April 1985 in Siofok das erste Länderspiel seiner Geschichte bestritt – Ungarn gewann damals 1 : 0 gegen Deutschland –, war auf ungarischer Seite auch die seinerzeit bereits 34-jährige Katalin Kiss Lászlóné dabei. Bis 1996 hatte Ungarns „Fußballerin des Jahres“ von 1990 weitere 79 Einsätze für die Nationalelf ihres Landes und schoss dabei zehn Tore. Lászlóné gilt somit weltweit als älteste jemals aktive Nationalspielerin. Älteste Torhüterin der Welt Sie stand sogar schon mal im „Guiness Buch der Rekorde“, sodass der Titel „älteste aktive Torfrau weltweit“ somit auch einen offiziellen Charakter bekam. Tatsächlich war die nur 1,49 Meter kleine Renate Bengen noch bis 2006 bei TuS Holtriem in der Kreisklasse aktiv, um dort ihr Tor sauber zu halten. Somit beendete die im März 1938 geborene Ostfriesin und reaktionsschnelle Elfmeter killerin ihre fußballerische Laufbahn im stolzen Alter von 69 und nach fast 35 Jahren als aktive Fußballerin. www.fussballoma.de Amorim, Patricia J Funktionärinnen Andersson, Malin * 4. Mai 1973 Die ehemalige schwedische Mittelfeldspielerin ist eine der knapp 50 Spielerinnen weltweit, die mehr als 150 Länderspiele absolviert haben. Zwischen 1994 und 2005 spielte „Schwedens Fußballerin des Jahres 1995“ 151 Mal für ihr Land und nahm dabei an drei WMs sowie drei Olympischen Spielen teil. Lediglich J Victoria
Angerer, Nadine
Svensson und J Therese Sjögran liefen häufiger für die Skandinavierinnen auf. Angerer, Nadine * 10. November 1978 Nadine Marejke Angerer begann bereits als junges Mädchen mit dem Fußballspielen – allerdings zunächst in einer Jungenmannschaft des ESV Gemünden. 1988 wechselte die in Lohr am Main geborene Sportlerin zum ASV Hofstetten in eine reine Mädchenelf, lief dort aber zunächst als Feldspielerin auf. Nur wegen einer Verletzung der Torhüterin stellte man sie schließlich zwischen die Pfosten, um dort schnell ihr großes Talent zu entdecken. 1995 folgte für nur ein Jahr der Wechsel zum 1. FC Nürnberg, anschließend zu Wacker München und 1999 zum damaligen Oberligisten Bayern München, mit dem die Torfrau unmittelbar in die Bundesliga aufsteigen konnte. Ihr erstes Länderspiel absolvierte Angerer allerdings noch als Wacker-Angestellte, als die neue Bundestrainerin TheuneMayer sie im Freundschaftsspiel gegen die Niederlande (3 : 0) am 27. August 1996 erstmals in die Startelf berief. Es folgten zwar weitere fünf Nationalelfeinsätze am Stück, doch anschließend stand sie nur noch gelegentlich im Tor, weil J Silke Rottenberg über Jahre die unumstrittene Nummer eins im Gehäuse blieb. Erst als sich Rottenberg Anfang 2007 einen Kreuzbandriss zuzog, kam die oft als etwas „flippig“ titulierte Angerer, die inzwischen seit 2001 beim 1. FFC Turbine Potsdam angestellt war, wieder zu regelmäßigen Einsätzen und wurde bei der WM in China 2007 prompt zur besten Torhüterin gewählt: In keiner Partie ließ sie einen Gegentreffer zu. Sie hält seither den inoffiziellen WM-Rekord (540 Minuten) für Frauen und Männer. Mit der letzten Partie ihrer Konkurrentin Mitte 2008 avancierte die Hobbyfotografin endgültig zur ersten Torfrau Deutschlands, just zu dem Zeitpunkt, als die gelernte Physiotherapeutin gerade für ein Jahr im Ausland beim schwedischen Spitzenclub Djurgar-
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Arnadottir, Asta
dens IF im Tor stand. Seit Januar 2009 schnürt Nadine Angerer ihre Fußballschuhe für den 1. FFC Frankfurt. Die Titel, die „Natze“, so ihr Spitzname, bislang in ihrer Karriere sammeln konnte, werden in Deutschland nur von wenigen anderen Spielerinnen übertroffen: Zwei Weltmeistertitel 2003 (ohne Einsatz) und 2007, vier EM-Gewinne von 1997 bis 2009 (1997– 2005 ohne Einsatz), ein UEFA-Cup-Sieg 2005, zwei Deutsche Meistertitel 2004 und 2006 sowie von 2004 bis 2006 drei Mal der Gewinn des DFB-Pokals. 92 A-Länderspiele 177 Bundesligaspiele www.angerer-nadine.de Arnadottir, Asta J Salto-Einwürfe Asienmeisterschaft Bereits seit 1975 wird die kontinentale Meisterschaft im zwei-, bisweilen auch dreijährigen Rhythmus ausgetragen. Allererster Gewinner war seinerzeit Neuseeland, das damals noch, so wie heute wieder Australien, dem asiatischen Fußballverband angeschlossen war. Rekordsieger allerdings ist mit Abstand China, das acht Mal obsiegte – davon von 1986 bis 1999 sieben Mal in Folge. Drei Titel sicherten sich jeweils Taiwan und Nordkorea sowie einmal Thailand und zuletzt 2010 Australien. Der „AFC Women’s Asian Cup“, so der offizielle Name des Wettbewerbs, dient auch als Qualifikation für die WM. Dabei wurde Asien von der FIFA anlässlich der Weltmeisterschaft in Deutschland 2011 ein fester dritter Startplatz (bislang 2,5 mit Qualifikationsspiel des Dritten gegen den Dritten der CONCACAF-Runde) zugestanden. Ausländische Spielerinnen Die Jamaikanerin J Beverly Ranger war Mitte der 1970er Jahre die Erste. In der Saison 2006/07 kickten bereits 25 Spielerinnen aus
Austermühl, Birgitt
dem Ausland in Deutschlands Eliteliga, und im Laufe der Saison 2009/10 tummelten sich insgesamt in der hiesigen Frauenbundesliga über 50 Spielerinnen aus Europa und Übersee. Doch nicht immer waren solche Transfers von sportlichem Erfolg gekrönt, und ausgerechnet der Fall der wohl bekanntesten ausländischen Spielerin in der hiesigen höchsten Liga ist ein gutes Beispiel für bisweilen schwierige Integrationsbemühungen: Die brasilianische Weltklassespielerin J Cristiane konnte zwischen 2005 und 2007 weder bei Turbine Potsdam noch beim VfL Wolfsburg regelmäßig die von ihr gewohnten und erwarteten Leistungen abrufen. Austermühl, Birgitt * 8. Oktober 1965 Der VfB Kassel, FSC Lohfelden, FSV Frankfurt und erneut Lohfelden waren die sportlichen Stationen der gebürtigen Kasselerin, ehe die Abwehrfrau 1991 zum Zweitligisten TSV Battenberg wechselte, mit dem sie ein Jahr später in die 1. Bundesliga Süd aufstieg. Die Battenbergerinnen hielten sich zwar knapp in der höchsten deutschen Staffel, aber Austermühl wechselte dennoch 1993 zu Jahn Calden und schloss sich dann 1994 erneut dem FSV Frankfurt an. Das sportlich eindeutig erfolgreichste Jahr für Austermühl war 1995, als sie Europameisterin, Vize-Weltmeisterin, Deutsche Meisterin, DFB-Pokal-Gewinnerin und Supercup-Siegerin wurde sowie das Hallenmasters gewann. Ihr erstes A-Länderspiel absolvierte die Defensivfrau aber bereits am 25. September 1991 beim 2 : 0-Erfolg gegen Ungarn – knapp fünf Jahre später verabschiedete sich Austermühl bei der Olympiade in den USA mit ihrem Einsatz im Gruppenspiel gegen Brasilien (1 : 1). Noch in der Saison 2009/10 half Austermühl sporadisch in der ersten Mannschaft der TSG Sandershausen (Gruppenliga Hessen) aus. 58 A-Länderspiele/2 Tore
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Baaske, Kathrin
Baaske, Kathrin * 10. Januar 1969 Die Stürmerin der J BSG Post Rostock war am 9. Mai 1990 eine von insgesamt 14 Spielerinnen, die beim einzigen J DDR-Länderspiel gegen die CSFR (0 : 3) eingesetzt wurden. Baaske spielte in dieser legendären Partie von Anfang an und wurde in der 60. Spielminute durch J Sabine Berger ersetzt.
© FC Bayern München
Bachor, Isabell * 10. Juli 1983 Viele Experten bezeichnen die gebürtige Triererin als schnellste Spielerin, die jemals in der Nationalelf gespielt hat. Bereits mit sieben Jahren begann die offensive Sprinterin mit dem Kicken beim SV Erbach in einer Jungenmannschaft und landete über TuS Dehrn im Jahr 2000 schließlich beim damaligen Bundesligisten FSV Frankfurt. Hier gelang es ihr gleich in der ersten Saison mit dem Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals ein erstes Ausrufezeichen zu setzen. Zur Saison 2003/04 wechselte die vielfache Jugendnationalspielerin zum SC 07 Bad Neuenahr und schaffte es dort nach langer Pause wieder zur A-Internationalen und wurde so bei Olympia 2004 Deutschlands jüngste Spielerin im Kader. Das Team gewann die Bronzemedaille, was für Bachor neben dem U19-Europameistertitel 2002, dem dritten Platz bei der U19-WM 2004 sowie dem Gewinn des Nordic Cups für U23-Spielerinnen 2006 zu den größten Erfolgen zählte. Zu Beginn der Spielzeit 2009/10 unterschrieb sie bis Juni 2011 einen Kontrakt beim FC Bayern München. Ihren allerersten Einsatz in der A-Nationalelf bestritt die Abiturientin am 6. März 2001, als sie in der zweiten Halbzeit in der Partie gegen China eingewechselt wurde. Das erste Länderspieltor erzielte Bachor am 28. April 2004 beim 6 : 0 gegen die Ukraine
Bajramaj, Fatmire
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Bajramaj, Fatmire * 1. April 1988 Die eigentlich nur unter ihrem Kosevornamen „Lira“ bekannte Fußballerin wurde in Gjurakovc im Kosovo geboren, aus dem die Eltern samt Tochter sowie zwei Söhnen nach Deutschland flohen, als Lira vier Jahre alt war. Zunächst noch ohne Wissen des Vaters – heute ist er einer ihrer größten Fans – kickte das Mädchen zunächst bei DJK/VfL Giesenkirchen, einem Vorortverein von Mönchengladbach, und wechselte danach zum FSC Mönchengladbach. 2004 erfolgte der Transfer zum Erstligisten FCR 2001 Duisburg, wo ihr bereits als 16-Jährige gleich der Sprung in den Bundesligakader gelang. Dort kam sie auf immerhin 19 Einsätze und mit ihren Kolleginnen holte sie die Vizemeisterschaft. Auch in den folgenden drei Jah ren reichte es zwar stets „nur“ zum zweiten Meisterschaftsplatz – 2007 stand die offensiv auf allen Positionen einsetzbare Spielerin aber bereits im DFB-Pokalfinale (Niederlage nach Elfmeterschießen gegen den 1. FFC Frankfurt) und 2009 überrollte man Turbine Potsdam im Pokalendspiel mit 7 : 0. Auch in-
© 1. FFC Turbine Potsdam
zum 2 : 0. Als dauerhafte Stammspielerin konnte sich die gelernte Bankkauffrau allerdings nicht behaupten, sodass sie in ihren insgesamt 30 Länderpartien 16 Mal ein- sowie zwölf Mal ausgewechselt wurde. 30 A-Länderspiele/3 Tore 188 Bundesligaspiele/80 Tore
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Ballweg, Ulrike
ternational sahnten der FCR und Bajramaj nun gemeinsam ab: Wenige Tage nach dem Pokalerfolg holte das Team zusätzlich die UEFA-Cup-Trophäe. Dennoch wechselte die Zeitsoldatin mit Fachabitur zur Saison 2009/10 zur Konkurrenz nach Potsdam und holte dort prompt ihren ersten nationalen Meistertitel sowie die Champions-League-Trophäe. Nach Erteilung der deutschen Staatsbürgerschaft durchlief die schnelle und spielintelligente Akteurin seit der U15 alle DFB-Auswahlteams und gewann 2006 mit der U19 die Europameisterschaft. Das erste A-Länderspiel absolvierte die damals erst 17-Jährige am 20. Oktober 2005 im WM-Qualifikationsspiel gegen Schottland, als sie in der 84. Minute für Célia Okoyino da Mbabi eingewechselt wurde. Ihren ersten Treffer im A-Nationaldress erzielte sie am 29. Juli 2007 zum 3 : 0 gegen Dänemark (Endstand 4 : 0). Zwei Monate später hatte sie in China auch gleich ihre ersten WMEinsätze. 2008 bei der Olympiade in Peking war Bajramaj ebenfalls dabei und sorgte dort im Spiel um Platz 3 gegen Japan mit zwei Treffern für den 2 : 0-Endstand, nachdem Trainerin Neid sie erst in der 59. Minute eingewechselt hatte. Auch bei der erfolgreichen EM-Titelverteidigung in Finnland 2009 war der kleine und trickreiche Wirbelwind dabei. Im gleichen Jahr veröffentlichte Bajramaj ihr autobiografisches Buch „Mein Tor ins Leben. Vom Flüchtling zur Weltmeisterin“. 40 A-Länderspiele/7 Tore 104 Bundesligaspiele/46 Tore www.lirab.com Ballweg, Ulrike * 17. September 1965 Erst als dritte Frau in Deutschland nach J Tina Theune-Meyer und J Margret Kratz erwarb die heutige Co-Trainerin der deutschen Nationalelf und in Buchen-Hainstadt geborene Ballweg 1993 die DFB-Fußballlehrerlizenz – die höchste Stufe der hiesigen Trainerausbildung überhaupt. Mit dem Fußballspielen
Ballweg, Ulrike
begann sie aber bereits 1975 bei der SpVgg Hainstadt, ging 1978 zum SV Schlierstadt, wurde badische Auswahlspielerin und landete schließlich beim J SC Klinge Seckach, der sich 1981 aus der von Schlierstadt abgespaltenen Frauenfußballabteilung gründete. Einige Jahre kickte Ballweg hier und auch schon in Schlierstadt gemeinsam mit der heutigen Bundestrainerin J Silvia Neid – was sich später als nicht nachteilig für die sportliche Karriere der ausgebildeten Industriekauffrau erweisen sollte. Mitte der 1980er Jahre übernahm sie das Training im Mädchenbereich und bald darauf als Spielertrainerin auch das der ersten Mannschaft – von 1990 an in der 1. Bundesliga Süd und in der Saison 1997/98 in der eingleisigen Eliteliga. Sie avancierte zur absoluten Leistungsträgerin. Zu einer Berufung in die Nationalelf sollte es für die Mittelfeldstrategin aber dennoch nie kommen, sodass ihr größter Erfolg bis dahin der Einzug ins DFB-Pokalfinale 1996 gegen den FSV Frankfurt (1 : 2) bleiben sollte. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga 1998 beendete Ballweg ihr Engagement beim Verein und widmete sich nur noch ausschließlich ihrer Trainertätigkeit. Bereits seit 1990 war die Odenwälderin parallel Angestellte beim Badischen Fußballverband und wechselte von dort 1998 als Verbandssportlehrerin zum Hamburger Fußballverband. Schon 2002 schließlich holte sie der DFB in seine Reihen, als Silvia Neid, damals Chefcoach der deutschen U19-Elf, die alte Weggefährtin zu ihrer Co-Trainerin machte. Gemeinsam führten sie die jungen Frauen 2004 zur Vize-Europameisterschaft und zum WM-Gewinn. Als Neid 2005 Theune-Mayer als Trainerin der A-Nationalmannschaft ablöste, übernahm Ballweg auch diese Assistenz und kann sich seither mit dem Gewinn der WM 2007, Olympia-Bronze 2008 sowie dem EM-Titel 2009 schmücken. Seit dem 1. Januar 2008 ist Ulrike Ballweg zusätzlich Cheftrainerin der U23-Nationalelf.
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Banecki, Nicole
Banecki, Nicole * 3. September 1988 Die in Berlin als Tochter einer Kamerunerin und eines Deutschen geborene Banecki verbrachte ihre fußballerische Jugend bei den Reinickendorfer Füchsen, dem SC Tegel und dem MSV Normannia 08 Berlin, ehe sie zum Zweitligisten Tennis Borussia Berlin wechselte, wo sie gemeinsam mit der um 15 Minuten jüngeren Zwillingsschwester Sylvie kickte. 2006 erfolgte ihr Wechsel zu Bayern München, wo die U19-Europameisterin von 2007 sich zur A-Nationalspielerin mauserte. Ihre erste Partie in der A-Elf absolvierte die Linksfüßerin am 7. März 2008 gegen Finnland. Im gleichen Jahr belegte die Stürmerin mit dem deutschen U20-Team den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft. Nicole Baneckis drei Jahre älterer Bruder Francis brachte es übrigens auf immerhin zwei Erstliga- und neun Zweitligapartien für Werder Bremen und Eintracht Braunschweig. 5 A-Länderspiele 65 Bundesligaspiele/9 Tore Bank, Fritz Als die Damen des FC Bayern München 1976 ihre bislang einzige Deutsche Meisterschaft feiern konnten, war Fritz Bank ihr Trainer. Bank coachte später die Herren von Wacker München, fungierte zudem als Manager beim TSV 1860 München und gehörte Mitte der 1990er Jahre zum Notvorstand des damals maroden WackerClubs. Bartelmann, Petra * 11. März 1962 Die Stürmerin Bartelmann gehörte am 10. November 1982 zu jenen 16 Nationalspielerinnen, die das erste offizielle DFB-Länderspiel gegen die Schweiz bestreiten durften, das sie mit 5 : 1 gewannen. Bartelmann spielte da noch für den SC Klinge Seckach. Als sie am 7. September 1983 ihren ersten Länderspieltreffer erzielen
Bartusiak, Saskia
konnte – wieder ging es gegen die Eidgenossinnen – war sie bereits Angestellte bei Rekordmeister SSG 09 Bergisch Gladbach, wo prompt das Double aus Meisterschaft und Pokalgewinn gelang. 1985 stellte sich die Spielerin in die Dienste des TSV Siegen, wo sie 1987 erneut das Double schaffte. Nach drei Spielzeiten in der Rubensstadt kehrte Bartelmann Deutschland den Rücken zu und emigrierte in die norwegische erste Liga, wo sie sich dem erfolgreichen Hauptstadtclub Asker SK anschloss – als erste deutsche J Spielerin im Ausland. Drei Pokalsiege, zwei Meisterschaften und zwei Mal der Gewinn der Krone als nationale Torschützenkönigin ist die sehenswerte Norwegen-Bilanz bis 1993 – ihrem letzten Jahr in der dortigen Beletage. Ihr abschließendes Match im deutschen Nationaldress bestritt Petra Bartelmann beim 1 : 0-Erfolg am 29. April 1990 in der EM-Qualifikation in der Tschechoslowakei. 25 A-Länderspiele/4 Tore Bartusiak, Saskia * 9. September 1982 Als die in Frankfurt am Main geborene Bartusiak am 12. April 2007 in Wattenscheid ihr Debüt in der A-Nationalelf beim 5 : 1 gegen die Niederlande in der EM-Qualifikation bestritt, zählte sie mit bereits 24 Lenzen eher zu den Spätzündern im internationalen Frauenfußball. Auch sonst verlief die Karriere eher ungewöhnlich, zumal nach fußballerischem Start beim FV 09 Eschersheim im zarten Alter von zehn eine dreijährige Kickpause folgte, in der die Spielerin zum Tennis wechselte. Als 13-Jährige kam 1996 mit dem Probetraining beim damaligen Spitzenclub FSV Frankfurt jedoch die Kehrtwende. Bereits in der Saison 1997/98 als erst 15-Jährige gehörte die Hessin zum Erstligakader des FSV, wurde so 1998 ohne Einsatz Deutsche Meisterin und konnte schon am 23. August 1998 ihren ersten zweiminütigen Kurzauftritt in der Bundesliga hinlegen. Bartusiaks größter Erfolg war während dieser Zeit der Gewinn der U18-Europameisterschaft 2000.
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Baudzus, Vanessa
2005 wechselte sie zum Lokalrivalen 1. FFC Frankfurt, wo die beidfüßig agierende Mittelfelddefensive schnell zur Stammspielerin wurde, 2006 den UEFA-Cup eroberte, 2007 das Double aus Meisterschaft und Pokalgewinn erspielte und 2008 sogar das sogenannte Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und UEFA-Cup holte. Auch mit der Nationalelf konnte die Studentin der Sportwissenschaften einiges bewegen: 2007 wurde die Weltmeisterschaft gewonnen, 2008 bei der Olympiade die Bronzemedaille (ohne Einsatz) und 2009 verteidigte Deutschland seinen Europameistertitel – auch unter der Mithilfe von Saskia Bartusiak in vier von sechs Partien. 34 A-Länderspiele 202 Bundesligaspiele/31 Tore www.saskia-bartusiak.de Baudzus, Vanessa * 15. Januar 1978 Nur eine einzige Spielminute trennt die Defensivspielerin vom vielleicht kuriosesten Nationalmannschaftsrekord. Gäbe es da nämlich nicht noch J Sylvia Michel, wäre Baudzus diejenige Nationalspielerin gewesen, die die wenigsten Minuten für Deutschland im Einsatz war. Am 5. Februar 1998 beim 1 : 0-Erfolg in Italien kam sie in der 85. Spielminute für Monika Meyer in die Partie – und es sollte ihr einziger internationaler Einsatz bleiben. Bis 1998 spielte die gebürtige Essenerin beim SC 07 Bad Neuenahr, ging dann zum FFC Brauweiler-Pulheim, kehrte 2001 zurück zum SC und schloss sich 2008 dem Zweitligisten Bayer 04 Leverkusen an, mit dem der Polizeikommissarin 2010 der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelang. 1 A-Länderspiel 104 Bundesligaspiele/2 Tore Bauer, Gerhild J Binder, Gerhild
Becher, Inken
Baunach, Katharina * 18. Januar 1989 Ihre bislang beiden einzigen Einsätze in der A-Nationalelf hatte Katharina Baunach 2009 beim Algarve-Cup in Portugal: Am 4. März ersetzte sie in der 76. Minute Babett Peter beim 2 : 0-Erfolg gegen Finnland. Zwei Tage später gegen China (3 : 0) übernahm sie in der zweiten Hälfte die Defensivaufgaben Isabell Bachors. Zuvor legte die in Würzburg geborene Spielerin, deren Oma bereits gegen den Ball trat, eine geradezu fußballerische Bilderbuchkarriere hin: Mit fünf Jahren ging es los beim Post SV Sieboldshöhe Würzburg, 2003 dann der Wechsel zum damaligen Drittligisten SV 67 Weinberg, 2004 Gewinn der bayerischen und süddeutschen B-Jugendmeisterschaft sowie erstes U15- und U17-Länderspiel, 2006 U19-Nationalelf und der Wechsel zu Bayern München, 2007 EM-Gewinn mit der U19, 2008 U20-Debüt für Deutschland. Nach der Doppelpremiere im A-Team 2009 warfen allerdings immer wieder Verletzungen und eine temporäre Osteoporose die beidfüßig veranlagte und technisch versierte Defensivkraft für Abwehr und Mittelfeld weit zurück. Deshalb musste die halbtags als Kauffrau für Bürokommunikation tätige Baunach zwangsweise kürzertreten – im Verein, wie auch international. 2 A-Länderspiele 68 Bundesligaspiele/4 Tore www.katharinabaunach.com Bayern München J FC Bayern München Becher, Inken * 2. September 1978 Der Berliner SV 1892 war Mitte der 1980er Jahre der Verein, bei dem die gebürtige Westberlinerin mit dem Fußballspielen begann. Nach einer zweijährigen Episode bei Hertha 03 Zehlendorf sowie zwei weiteren Spielzeiten beim BSV 92 ging es 1995 erneut
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Beck, Christine
zu den Zehlendorferinnen, wo sie erste größere Regionalerfolge feiern konnte. Obwohl Becher noch keine Erstligaspielerin war – allerdings bereits für die U16- und die U20-Nationalelf mehrfach im Einsatz war – nominierte Bundestrainerin Theune-Meyer sie für die Partie gegen Norwegen am 28. Mai 1997 und ließ sie beim 0 : 3 90 Minuten durchspielen. Auch am anschließenden EM-Gewinn war Becher mit zwei Einsätzen beteiligt. Berufsbedingt musste die Polizeibeamtin nun zunächst kürzertreten und spielte von 1998 bis 2000 nur noch unterklassig beim SC Siemensstadt. Nachdem der Sport mit dem Job wieder besser zu vereinbaren war, ging die im Mittelfeld sowie in der Abwehr einsetzbare Spielerin zu Tennis Borussia Berlin, mit der sie 2002 in die Bundesliga aufstieg – aber auch gleich wieder ab. Deshalb wagte die nun wieder ambitionierte Beamtin 2003 den Sprung zum Erstliga-Spitzenteam 1. FFC Turbine Potsdam. Dort feierte sie nicht nur zwei Meistertitel (2004, 2006), drei Pokalsiege (2004–2006) und den Gewinn des UEFA-Cups 2006, sondern nach über sechs Jahren Unterbrechung gelang zudem 2004 die Rückkehr in die Nationalmannschaft. Nach zwei Kreuzbandrissen und mehreren Knieoperationen musste die zweikampfstarke Strategin den Turbinen dann aber Adieu sagen. Am 3. Juni 2007 bestritt sie ihre letzte Erstligapartie für die Brandenburgerinnen. Nach halbjähriger Auszeit ging Inken Becher zur Rückrunde 2007/08 noch einmal zurück zu TeBe, wo sie allerdings verletzungsbedingt zum Saisonende endgültig ihre Karriere beenden musste. 13 A-Länderspiele 60 Bundesligaspiele/2 Tore Beck, Christine * 2. März 1974 Die Anfang der 1990er Jahre in der Bundesliga für den VfL Sindelfingen aktive Sportlerin ist heute eine von nur vier aktiven deutschen J FIFA-Schiedsrichterinnen. Seit 1999 pfiff sie in der
Becker, Susanne
Frauenbundesliga und durfte seit 2004 zudem internationale Be gegnungen leiten – seit 2007 auch A-Länderspiele. Sportliche Schiri-Höhepunkte in der Vita der Württembergerin waren unter anderem das DFB-Pokalendspiel 2001, das UEFA-Cup-Finale 2007 sowie einige Partien bei der WM 2007 und Olympia 2008. Für die Spielzeiten 2005/06 und 2007/08 wurde Beck in Deutschland zur J Schiedsrichterin des Jahres gewählt – 2008 gemeinsam mit J Bibiana Steinhaus. Becker, Stefanie * 5. April 1982 Begonnen hatte für die in Fulda geborene Spielerin alles im Osthessischen bei der Sportvereinigung Hosenfeld sowie anschließend beim J FSV Schwarzbach. 2001 wechselte die vornehmlich im Mittelfeld und in der Abwehr eingesetzte Becker zum FSV Frankfurt, wo sie umgehend zur Nationalspielerin avancierte. Auf insgesamt drei A-Länderspiele brachte sie es 2001 – das erste Match davon, als Deutschland am 9. September 2001 1 : 4 gegen die USA verlor. Es folgten zwei EM-Qualifikationsspiele gegen Portugal und die Niederlande – dann war die internationale Karriere der früheren U16- und U18-Nationalspielerin (U18-Vizeeuropameisterin) auch schon wieder vorbei. Ihr einziges Bundesligator erzielte die Arzthelferin Stefanie Becker am 25. November 2001 gegen Wolfsburg in der 80. Minute zum 4 : 2-Endstand. Nach der Saison 2003/04 gehörte Becker nicht mehr zum Erstligakader des FSV. 3 A-Länderspiele 28 Bundesligaspiele/1 Tor Becker, Susanne J Dienstälteste Fußballerin
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Beckmann, Lotti
Beckmann, Lotti Mittelstürmerin Lotti Beckmann vom gerade zuvor neu gegründeten Club „Gruga Essen“ war 1956 bereits 30 Jahre alt, als sie am 23. September mit der deutschen Damenfußballmannschaft das historische J erste Länderspiel bestritt. Im Essener „Stadion Mathias Stinnes“ ging es mit dem damals noch inoffiziellen Team – es gab seinerzeit ein DFB-Verbot für den Frauenfußball – gegen die Niederlande. Die Deutschen gewannen 2 : 1 und Markthelferin Beckmann, die eigentlich Feldhandballerin war, schoss dabei mit dem 1 : 0 das J erste Länderspieltor in der Geschichte des deutschen Frauenfußballs. Lotti Beckmann starb 1995.
© FC Bayern München
Behringer, Melanie * 18. November 1985 Die ersten Kickversuche im Verein unternahm die in Lörrach geborene Behringer von der E- bis zur D-Jugend bei der SpVgg Utzenfeld – erfolgreich und gemeinsam mit Jungs. Da ab der C-Jugend Mädchen nicht mehr gemeinsam mit Jungen in einem Team spielen dürfen, musste sie mangels Alternative zwei Jahre pausieren und konnte erst wieder in der B-Jugend mit dem Vereinssport beginnen – jetzt allerdings beim Landesligisten FC Hausen, wo sie mit der ersten Mannschaft 2001 den Gewinn der Meisterschaft feiern konnte. 2003 wechselte die durchsetzungsfähige Mittelfeldspielerin zum Erstligisten SC Freiburg. Bereits im Oktober 2002 gab die Schwarzwälderin ihr Debüt im Nationaldress der U19, mit der sie 2004 mit dem Vize-EM-Titel und dem WM-Gewinn die ersten großen internationalen Erfolge verbuchen konnte. Nur wenige Wochen nach dem WM-Titel gelang Behringer am 28. Januar 2005 mit dem ersten A-Länderspiel-Einsatz beim Vier-Nationen-Turnier
Bengen, Renate
in China gegen Australien (0 : 1) der nächste Karriereschritt. Ihr erstes A-Länderspieltor erzielte die gelernte Bürokauffrau gut ein Jahr später, als sie am 9. März 2006 beim Algarve-Cup in der 80. Minute zum 4 : 0 gegen Finnland traf – Endstand 5 : 0. 2007 folgte mit der WM in China ein weiteres sportliches Glanzlicht für die Akteurin: Hier konnten die Deutschen nicht nur ihren Titel verteidigen, sondern Behringer selbst, die dort immer in der Startformation stand, trug mit ihren Leistungen maßgeblich zum Erfolg bei. Nachdem Melanie Behringer (Spitznamen Mel oder Melli) 2008 mit Olympiabronze aus Peking zurückgekehrt war, vollzog sie den bereits vorher angekündigten Vereinswechsel: Weil die laufund schussstarke Spielerin bei den Freiburgerinnen nicht mehr die Möglichkeit einer sportlichen Weiterentwicklung für sich sah, ging sie zur Spielzeit 2008/09 zum FC Bayern München. Trotz Riesensaison holten Behringer und der FC am Ende „nur“ die Vizemeisterschaft – ein einziges Tor fehlte den Bayern zum Gewinn der Meisterschale. Meisterlich präsentierten sich dann allerdings kurz darauf Akteurin und Nationalelf, als die deutsche Mannschaft bei der EM in Finnland zum fünften Mal hintereinander das oberste Treppchen besteigen konnte. Dabei erzielte Behringer im Endspiel gegen England (6 : 2) in der 22. Minute zum 2 : 0 einen fulminanten 35Meter-Treffer in den Torwinkel, der von den ARD-Zuschauern prompt zum J „Tor des Monats“ im September 2009 gewählt wurde. Im März 2010 gab die Inhaberin der Trainer-B-Lizenz überraschend ihren Transfer zum 1. FFC Frankfurt zum Saisonende bekannt. 59 A-Länderspiele/16 Tore 132 Bundesligaspiele/39 Tore www.melbehringer.com Bengen, Renate J Älteste Torhüterin der Welt
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Bengtsson, Kristin
Bengtsson, Kristin * 12. Januar 1970 Die Schwedin gehört zu den wenigen Frauenfußballerinnen weltweit, die es auf mehr als 150 Länderspiele gebracht haben. Noch bis zum 9. März 2009 war sie mit ihren 157 Einsätzen für das schwedische Nationalteam Rekordhalterin ihres Landes, dann wurde die gebürtige Stockholmerin von J Victoria Svensson ein- und zwei Tage später überholt. Kristin Bengtsson nahm mit Schweden an jeweils drei Welt- und Europameisterschaften sowie an zwei Olympiaden teil – 2003 wurde sie dabei in den USA Vizeweltmeisterin. Berens, Bettina * 2. September 1973 Die Anfang und Mitte der 1990er Jahre beim Süd-Erstligisten TuS Ahrbach kickende Spielerin feierte ihr einziges A-Länderspiel am 18. April 1992 bei der 1 : 1-Freundschaftspartie in Rom gegen Italien. Berens stand in der Anfangsformation, wurde jedoch bereits in der 38. Spielminute durch Judith Roth ersetzt, die damals kurioserweise ebenfalls ihr einziges Match im Nationaldress bestritt. Der größte sportliche Erfolg mit dem Verein stellte sich für Bettina Berens 1995 ein, als man hinter dem FSV Frankfurt die Vizemeisterschaft holte. Nachdem Ahrbach 1997 abgestiegen war, beendete die Mittelfeldspielerin ihre Laufbahn. 1 A-Länderspiel Berger, Sabine * 21. Januar 1966 Die seinerzeit bei Turbine Potsdam spielende Sabine Berger gehört zu jenem erlauchten Kreis von Fußballerinnen, die am 9. Mai 1990 im einzigen J DDR-Länderspiel (0 : 3 gegen die CSFR) zum Einsatz kamen. Berger wurde in der 60. Minute von Trainer Bernd Schröder für J Kathrin Baaske eingewechselt.
Bernhard, Anouschka
Berglund, Asa J Frauen in Männerteams Bernhard, Anouschka * 5. Oktober 1970 TSV Neustadt hieß der erste Verein, in dem die in Waiblingen geborene Bernhard als Sechsjährige gegen den Ball trat. Es folgte ein Jahr beim VfL Schorndorf und 1989 der Wechsel zum VfL Sindelfingen. Mit Sindelfingen gelang der zweikampfstarken Defensivspielerin 1990 der Gewinn der Württembergischen Meisterschaft, was zur Aufnahme in die neu geschaffene, aber damals noch zweigeteilte Bundesliga berechtigte. Erster größerer Lohn war dann der erste Länderspieleinsatz ihrer Karriere am 30. Juni 1991, als sie in der Partie gegen China (2 : 0) in der 52. Minute für Silvia Neid eingewechselt wurde. Für ein großes Turnier berücksichtigte Trainer Gero Bisanz Bernhard allerdings erst anlässlich der EM 1993. Weil mit Sindelfingen in der Südstaffel der Bundesliga nie mehr als ein Mittelfeldplatz heraussprang, ging sie im gleichen Jahr zum Spitzenteam FSV Frankfurt, mit dem sich jedoch erst zwei Jahre später mit der Meisterschaft sowie dem DFB-Pokalgewinn die großen Siege einstellten. Ohnehin war 1995 das für Bernhard mit Abstand erfolgreichste Jahr, als sie neben Europameister- und Vize-WM-Titel auch noch das Hallenmasters sowie den DFB-Länderpokal gewann. Im WM-Turnier in Schweden erzielte die gute Technikerin zudem ihren einzigen Länderspieltreffer: Beim 6 : 1 gegen Brasilien am 9. Juni 1995 traf sie in der 89. Minute zum Endstand. Nach der Olympiateilnahme 1996 sowie ihrem letzten Länderspiel am 23. März 1997 gegen China beendete Anouschka Bernhard zunächst ihre aktive Laufbahn zum Ende der Saison 1997/98, nachdem sie mit Frankfurt noch einmal Deutscher Meister geworden war. Zum Saisonstart 1998/99 übernahm sie den Trainerjob in Frankfurt, trat aber schon im Februar 1999 aus persönlichen
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Bestenermittlung
Gründen zurück. In der Rückrunde der Spielzeit 1999/2000 wurde Bernhard noch einmal für den FSV als Spielerin aktiv, um im unmittelbaren Anschluss für zwei Jahre hier als Cheftrainerin zu amtieren. Im Sommer 2001 begann sie als Projektleiterin beim NOK und seit 2003 ist sie als Jugendkoordinatorin bei Hertha BSC beschäftigt. Nebenher trainierte sie Anfang bis Mitte der 2000er Jahre die deutsche Studentinnennationalelf. 47 A-Länderspiele/1 Tor 11 Bundesligaspiele/6 Tore Bestenermittlung J DDR-Meisterschaften Bestes Torverhältnis in einer Saison Die bislang beste Tordifferenz am Ende einer Saison konnte, seit Einführung der eingleisigen 1. Bundesliga 1997, in der Spielzeit 2005/06 Meister 1. FFC Turbine Potsdam vorweisen: Mit 115 : 13 Toren hatte man sich ein sattes Trefferplus von 102 erballert. In der gleichen Saison musste übrigens auch das J schlechteste Torverhältnis einer Mannschaft notiert werden. Bi Yan * 17. Februar 1984 Für die chinesische Nationalmannschaft kommt die noch aktive Spielerin und Kapitänin der Nationalauswahl seit 2002 auf 150 Länderspiele. Die im Verein in Dalian kickende Mittelfeld- und Offensivakteurin war 2004 und 2008 bei den Olympischen Spielen sowie 2003 und 2007 bei der WM dabei. Bindl, Roswitha * 14. Januar 1965 Ehe Roswitha Bindl 1984 erstmals zum FC Bayern München ging, schnürte sie von 1978 bis 1984 beim TSV Pfersee Augsburg ihre Fußballschuhe und wurde dort 1984 Bayerischer Vizemeister.
Bisanz, Gero
Nach dem Wechsel zum Platzhirsch stand die beidfüßig veranlagte Kickerin gleich 1985 gegen den KBC Duisburg erstmals im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, das mit 0 : 1 verloren ging. Ebenso erging es Bindl und ihrem Team 1988 und 1990, als sie jeweils im Pokalfinale dem TSV Siegen (0 : 4) sowie dem FSV Frankfurt (0 : 1) unterlagen. Zum ersten Länderspieleinsatz kam die Verwaltungsangestellte am 30. Oktober 1988 im EM-Qualifikationsspiel gegen Ungarn (4 : 0), als Bindl in der 70. Minute für Doris Fitschen ins Spiel kam. Über ihr erstes internationales Tor konnte sie am 26. November 1988 jubeln, als der Ball im EM-Viertelfinalhinspiel im heutigen Bratislava gegen die Tschechoslowakei zum 1 : 1-Endstand im Gehäuse landete. Nachdem 1989 der Europameistertitel gewonnen wurde, beging die Abwehrspielerin ihre letzte Partie im Nationaldress am 29. November 1991 bei der WM im Spiel um Platz 3. Beim 0 : 4 gegen Norwegen wurde Bindl allerdings beim Stand von 0 : 3 schon in der 39. Minute vom Platz geholt. Bereits 1990 hatte die Spielerin zwischendrin beim Zweitligisten Wacker München unterschrieben, um mit Bayerns Nummer zwei 1992 in die Bundesliga-Südstaffel aufzusteigen. 1993 verließ Bindl Wacker wieder in Richtung VfL Kaufering, wechselte aber schon ein Jahr später erneut zu Bayern München, wo sie ihr letztes Bundesligamatch am 21. April 2003 absolvierte. Roswitha Bindl blieb dem FC treu und coacht dort heute erfolgreich die B-Juniorinnen. 22 A-Länderspiele/3 Tore 32 Bundesligaspiele/5 Tore Bisanz, Gero * 3. November 1935 Insgesamt 127 Mal von 1982 bis 1996 betreute der im westpreußischen Koppelgrund geborene Diplom-Sportlehrer die deutsche A-Nationalmannschaft der Frauen. Als erster von bislang insgesamt nur drei Trainern für die Nationalelf feierte er sein Debüt als Übungsleiter am 10. November 1982 in Koblenz, als Deutschland
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Bisanz, Gero
bei der offiziellen Länderspielpremiere mit 5 : 1 gegen die Schweiz obsiegte. Das letzte Mal saß Bisanz am 25. Juli 1996 auf der Bank, als im letzten Gruppenspiel der Olympiade in den USA 1 : 1 gegen Brasilien gespielt wurde. Als 10-Jähriger landete Bisanz 1945 auf der Flucht mit seiner Familie im niedersächsischen Neugnadenfeld, wo er sich 18-jährig dem dortigen SV anschloss, um endlich auch im Verein Fußball spielen zu können. 1957 holte ihn Hennes Weisweiler zum 1. FC Köln, 1960 erfolgte der Wechsel des Mittelfeld- und Abwehrspielers zu Victoria Köln, bevor er nach neun Jahren Victoria 1970 ins Trainermetier einstieg und parallel als Dozent an der Sporthochschule Köln aktiv wurde. SC Ford Niehl, FC-Köln-Amateure, Bayer Leverkusen, TuS Lindlar und erneut Köln-Amateure hießen die Trainerstationen bis 1980, als ihm der DFB einen Vertrag anbot. Gero Bisanz wurde nun Leiter der Trainerausbildung an der Sporthochschule, übernahm 1981 die B-Nationalelf der Herren. 1982 bestellte ihn sein neuer Arbeitgeber zum Trainer der neu zu schaffenden Frauennationalmannschaft – damit kam er „wie die Jungfrau zum Kinde“, wie es Bisanz einmal selbst formulierte. Zunächst mussten vermeintliche Rückschläge eingesteckt werden, denn weder 1984 noch 1987 konnte sich Deutschland für die EM-Endrunde qualifizieren. Allerdings setzte Bisanz mit seiner Arbeit – seit 1986 übrigens mit Co-Trainerin J Tina TheuneMeyer – auch eher auf Nachhaltigkeit. Und so war es keine wirkliche Überraschung, dass sich nach und nach die Erfolge einstellten: 1989 Europameister, WM-Vierter und Europameister 1991, EM-Vierter 1993, Vizeweltmeister sowie Europameister 1995. Das letzte große internationale Turnier wurde für Gero Bisanz, der entscheidend für den Aufbau und Erfolg des deutschen Frauenfußballs tätig war, die Olympiade 1996, bei der erstmals auch der Damenfußball zugelassen war. Nach dem Turnier übernahm Tina Theune-Meyer den Chefposten bei Deutschlands Fußballfrauen.
Bonner SC
Blissenbach, Claudia J Erste Auswechslung Boll, Monika * 25. Oktober 1971 Egal, ob der Club VfB, FC Eintracht oder FFC Heike hieß – Monika Boll (heute Monika Denker) blieb ihrem Club aus Rheine stets treu: Schon als sie ihr erstes Länderspiel für Deutschland am 2. Juni 1994 in der EM-Qualifikation gegen Kroatien (7 : 0) bestritt (80. Minute für Heidi Mohr), hieß der Stammverein VfB Rheine. Bei ihrer letzten Partie im Nationaltrikot am 23. März 1997 gegen China (1 : 1) spielte sie im Verein für Eintracht Rheine. Und als die Spielerin am 16. April 2002 ihr letztes Bundesligaspiel absolvierte, hieß der Arbeitgeber FFC Heike Rheine. Dazwischen lagen mit dem Aufstieg 1990 in die Bundesliga Nord, dem jeweils dritten Meisterschaftsrang und dem Halbfinalplatz im DFB-Pokal 1992 und 1993 sowie der Finalteilnahme im DFB-Pokal 1997 (1 : 3 gegen Grün-Weiß Brauweiler) Monika Bolls größte sportliche Erfolge. 7 A-Länderspiele 29 Bundesligaspiele/8 Tore Bonner SC Der Auftritt des Bonner SC auf der Bühne des deutschen Frauenfußballs war kurz, aber heftig. Zwar wurde bereits 1957 über den Aufbau einer Frauenfußballabteilung entschieden, doch erst nach der Verbotsaufhebung durch den DFB 1971 kam die Sparte rasant in Fahrt: Nachdem der Bonner SC 1974 durch ein 1 : 0 gegen den SC 07 Bad Neuenahr Mittelrheinmeister geworden war, berechtigte dieser Titel zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft, wo die Bonnerinnen erst im Halbfinale mit 1 : 3 am späteren Meister TuS Wörrstadt scheiterten. Zur neuen Spielzeit rüstete der Bonner SC massiv auf und holte mit J Anne Trabant als Spielertrainerin, Karin Pätzold – beide
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Bormann, Birgit
aus Wörrstadt – sowie der Jamaikanerin J Beverly Ranger drei Schlüsselspielerinnen in die Hauptstadt. Dieses Mal stießen die Bonnerinnen nach dem 4 : 0-Halbfinaltriumph gegen den amtierenden Titelträger ins Endspiel vor, wo sie am 15. Juni 1975 den FC Bayern München mit 4 : 2 schlagen konnten und zum ersten und einzigen Mal Deutscher Meister wurden. Fortan ging es nun allerdings stetig bergab und nach einem enttäuschenden Vorrunden-Aus 1976 sank der BSC in immer tiefere Ligen ab. In den frühen 1980er Jahren wurde die Abteilung schließlich aufgelöst. Bormann, Birgit * 14. März 1965 SV Prüm und Mehlentaler SV hießen die beiden ersten Vereine der hoch talentierten Bormann, ehe sie 1981 zum SC 07 Bad Neuen ahr wechselte. Schon mit 17 Jahren feierte die Prümerin ihr Debüt in der Nationalelf, als sie Bundestrainer Gero Bisanz zum ersten offiziellen Länderspiel der deutschen Frauennationalmannschaft überhaupt berief: Am 10. November 1982 ging es gegen die Schweiz, und die Stürmerin spielte beim 5 : 1-Erfolg nicht nur 90 Minuten durch, sondern erzielte in der 46. Minute außerdem auch gleich ihr erstes Länderspieltor zum 4 : 0. Zum letzten Mal wurde Birgit Bormann am 22. Oktober 1983 im Nationalteam eingesetzt, als es beim 1 : 1 gegen Belgien ging. Im Zusammenhang mit dem Leistungsdruck entstandene psychische Probleme zwangen die junge Frau, die von Fachleuten damals als beste deutsche Fußballerin bewertet wurde, zum Rückzug aus dem internationalen Geschäft. 8 A-Länderspiele/2 Tore Bornschein, Katja * 16. März 1972 Im rheinland-pfälzischen Jugenheim geboren trat die sportlich vorgeprägte Katja Bornschein bereits fünfjährig gegen den Ball – sowohl Mutter als auch Vater waren selbst aktive Kicker. SVS
Box, Shannon
Griesheim, TuS Griesheim und 1. FCA Darmstadt lauteten die ersten Vereinsstationen, bevor sie 1988 16-jährig zum FSV Frankfurt ging. Mit den Hessinnen gewann sie 1990 den DFB-Pokal und wurde ein Jahr später Nationalspielerin, als die U19-Internationale am 30. Juni ihren Einsatz beim 2 : 0-Erfolg gegen China bekam. Auch bei der gewonnenen EM kurz darauf war sie gleich dabei und wurde in der Verlängerung des Finales gegen Norwegen gebracht. 1992 gewann sie erneut den Pokal mit dem FSV. Nach einem einjährigen Intermezzo bei der SG Praunheim in der Saison 1993/94 kehrte sie an den Main zurück und holte mit ihren alten/neuen Kolleginnen 1995 gleich das Double aus Meisterschaft und Pokal. 1996 konnten die Bornheimerinnen den DFBPokal verteidigen. Auch international war die Beamtin nun regelmäßig dabei und schoss beim 8 : 0-Sieg gegen Island am 28. Juni 1996 mit dem 7 : 0 ihr erstes Länderspieltor. Ihren letzten Auftritt im Nationaldress hatte Bornschein am 20. März 1997 beim 2 : 2 gegen China. 1998 konnte die Fußballerin mit dem erneuten Gewinn der Deutschen Meisterschaft den letzten ganz großen Erfolg erringen und wechselte 1999 schließlich zum Zweitligisten SC Freiburg, mit dem 2001 der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelang. Im Sommer 2007 beendete Katja Bornschein ihre aktive Laufbahn beim SC und stieg hauptamtlich als Koordinatorin für den Mädchenfußball ein. Im Oktober 2007 übernahm sie, nach der Demission von Trainer Dietmar Sehrig, neben Elke Walter kurz interimsweise dort das Traineramt und mit Saisonbeginn 2009/10 arbeitete sie für ein knappes halbes Jahr als Co-Trainerin. 37 A-Länderspiele/2 Tore 123 Bundesligaspiele/35 Tore Box, Shannon * 29. Juni 1977 Die US-amerikanische Mittelfeldspielerin brachte es für ihr Land seit ihrer ersten Partie am 1. September 2003 gegen Costa Rica, wo
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Brandebusemeyer, Nicole
sie auch gleich ihren ersten Treffer erzielte, bislang auf 124 Länderspiele. Erfolgreich war Box mit ihrem amerikanischen Team nicht nur bei den Weltmeisterschaften 2003 und 2007, wo man jeweils Dritter wurde, sondern auch bei den Olympischen Spielen 2004 und 2008, als jeweils die Goldmedaille gewonnen werden konnte. Zur Belohnung für ihre Leistungen wurde Shannon Box 2005 bei der Wahl zur J Weltfußballerin des Jahres hinter Siegerin Birgit Prinz und der Brasilianerin Marta auf den dritten Rang gewählt. 1999 spielte Box übrigens kurzzeitig auch in Deutschland für den 1. FC Saarbrücken (11 Spiele/1 Tor) in der Bundesliga. Brandebusemeyer, Nicole * 9. Oktober 1974 Anfang der 1980er Jahre begann die in Georgsmarienhütte geborene Brandebusemeyer beim Hagener SV als junge Schülerin mit dem Fußballspielen. Nach einigen weiteren Vereinen im Jugend alter landete sie 1992 beim Nord-Bundesligisten VfB Rheine (heute FFC Heike Rheine). 1996 schließlich zog es sie zum Liga konkurrenten Grün-Weiß Brauweiler (später FFC Brauweiler-Pulheim), wo sie ihre größten Erfolge feiern sollte. Dabei wurde 1997 zum Highlight der Vereinskarriere: Deutsche Meisterschaft, DFBPokalsieg und Gewinn des Supercups standen zu Buche. Am 5. Februar 1998 betrat die Defensivspielerin für Abwehr und Mittelfeld erstmals auch die internationale Bühne, als sie beim 1 : 0-Auswärtssieg der deutschen Nationalelf gegen Italien in der 66. Minute für Sonja Fuss gebracht wurde. Im selben Jahr gehörte Brandebusemeyer zwar zum WM-Kader in den USA, kam dort aber nicht zum Einsatz. Die letzte Partie im Nationaldress bestritt die Akteurin am 19. September 2000 beim Olympia-Gruppenspiel gegen Schweden (1 : 0), wo sie fünf Minuten vor Schluss für Maren Meinert ins Spiel kam. Am Ende gewann die deutsche Mannschaft die Bronzemedaille. Bei den Brauweilerinnen blieb die Diplom-Sportlehrerin noch bis zum Saisonende 2003/04 und beendete dann ihre aktive Fußball-
Bresonik, Linda
karriere. Zuvor gab es allerdings noch eine kurze Liaison mit dem FSV Frankfurt, als Nicole Brandebusemeyer dort in der Rückrunde der Spielzeit 2002/03 als Spielertrainerin aktiv war – danach jedoch nach Brauweiler zurückkehrte. 8 A-Länderspiele 97 Bundesligaspiele/23 Tore Brasilien Das südamerikanische Land zählt auch im Frauenfußball zu den herausragenden Nationen. Weltturniere wie Weltmeisterschaft oder Olympia hat Brasilien zwar noch nie gewonnen, doch der WM-Vizetitel 2007 sowie der dritte Platz 1999 belegen das Niveau. Außerdem holte Brasilien bei Olympischen Spielen jeweils zwei Mal den zweiten und den vierten Platz und gewann vier von fünf Malen die südamerikanische J CONMEBOL-Meisterschaft, die der Europameisterschaft vergleichbar ist. In der Bilanz gegen das deutsche Team konnte Brasilien von insgesamt neun Partien zwischen 1995 und 2009 erst eine gewinnen. Jeweils vier Spiele wurden verloren oder gingen remis aus (Torverhältnis 11 : 18). In der FIFA-Weltrangliste rangiert Brasilien seit einiger Zeit konstant auf Rang 3. Brauweiler-Pulheim J FFC Brauweiler-Pulheim Bresonik, Linda * 7. Dezember 1983 Schon früh und dann bis zur D-Jugend spielte die gebürtige Essenerin in ihrer Heimatstadt beim TuS 84/10, ehe sie 1995 zu GrünWeiß Schönebeck (heute SG Essen-Schönebeck) ging, wo sie sich zunächst in der Jugend und bald auch in der Regionalligaelf durchzusetzen wusste. Noch 16-jährig wechselte Bresonik im Jahr 2000 zum Bundesligisten FCR Duisburg – und auch dort konnte sie sich schnell einen Stammplatz sichern. Beim Länderspiel gegen
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Bresonik, Linda
© FCR 2001 Duisburg
Italien am 10. Mai 2001 setzte Nationaltrainerin Theune-Meyer die U16- bis U19-Internationale erstmals im A-Kader ein, wo die 17-Jährige beim 1 : 0-Erfolg gleich über 90 Minuten ihr Können beweisen durfte. Im gleichen Jahr wurde die Mittelfeld- und Defensiv-Allrounderin nicht nur U19-Europameisterin, sondern gewann mit der A-Nationalmannschaft ebenfalls den EM-Titel. 2002 errang sie mit der deutschen U19-Elf WM-Bronze, ihr erstes Tor in einem A-Länderspiel erzielte Bresonik mit dem 3 : 0 gegen Russland (Endstand 4 : 0) am 14. November 2002. Vorläufiger Höhepunkt der Karriere sollte dann eigentlich die WM 2003 in den USA werden, doch im Vorrundenspiel gegen Japan erlitt die Ruhrpottlerin einen Bänderriss und reiste frustriert vorzeitig ab. Auch auf Vereinsebene lief nicht alles rund, denn aus persönlichen Gründen verließ die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau den FCR Duisburg mehr oder minder freiwillig zu Beginn der neuen Saison 2005/06 – offiziell war es eine Suspendierung. Nach zwei Monaten ohne Verein konnte die schnelle und beidfüßig agierende Nationalspielerin mit dem SC 07 Bad Neuenahr aber schon im Oktober einen neuen Arbeitgeber vermelden. Nach lediglich fünf Ligaspielen im NeuenahrDress wechselte sie 2006 zur SG Essen-Schönebeck, wo Bresonik zu alter Leistungsstärke zurückfand und mit der Nationalmannschaft 2007 Weltmeisterin wurde. Zur Saison 2008/09 kehrte die torgefährliche Kickerin zu den Wurzeln ihrer Karriere zurück – zum FCR 2001 Duisburg. Und nun ging es Schlag auf Schlag: 2008 Olympiabronze mit der Nationalelf, 2009 Europameisterin, DFB-Pokalsiegerin und UEFA-
Brocker, Patrizia
Cup-Gewinnerin, 2010 Vizemeisterin und Pokalsiegerin mit dem FCR. 61 A-Länderspiele/5 Tore 165 Bundesligaspiele/55 Tore Breuer, Maria * 7. März 1953 Die in Nohn in der Eifel auf die Welt gekommene Spielerin schloss sich 1970 dem SC Bad Neuenahr an, mit dem 1978 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft der einzige große Vereinserfolg gelang. Auch bei der ersten inoffiziellen Weltmeisterschaft 1970 in Italien war Breuer mit der Stadtauswahl Bad Neuenahr/Ahrweiler dabei. Ihren einzigen Länderspieleinsatz in der Nationalelf hatte die als Maria Nelles geborene Torhüterin am 7. September 1983: In der 55. Spielminute brachte sie Trainer Bisanz beim 2 : 0-Auswärtserfolg gegen die Schweiz für die damalige unumstrittene Nummer eins Marion Isbert. Zur Saison 1987/88 wechselte die ehemalige Leichtathletin zum TuS Wörrstadt, wo sie bis 1989 im Tor der ersten Mannschaft und bis 2005 in dem der zweiten stand. 1991 übernahm sie den Posten der Cheftrainerin und mit dem Aufstieg in die Südstaffel der zweigeteilten 1. Bundesliga 1993 gelang der schönste sportliche Coup mit den Südwestdeutschen. Nach dem Abstieg 1996 war Maria Breuer nur noch als Torwarttrainerin aktiv und übernahm 2005 die Abteilungsleitung für Frauen- und Mädchenfußball. 1 A-Länderspiel British Ladies J Honeyball, Nettie Brocker, Patrizia * 7. April 1966 Die Nationalelfkarriere Brockers ist insofern kurios, als dass sie in ihrem ersten A-Länderspiel ihr erstes Tor erzielte und bei
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Brocker, Patrizia
ihren letzten Einsatz vier Jahre später zugleich ihren letzten Treffer im Nationaldress setzte. Das Debüt feierte die in Bruchmühlbach geborene Spielerin am 18. April 1992 beim 1 : 1 in Rom ausgerechnet gegen Italien – damals noch unter ihrem Mädchennamen Grigoli. Ihr Vater ist nämlich Italiener und vor der ersten Partie für Deutschland musste die Fußballerin zur deutschen Staatsbürgerschaft wechseln. Ihren letzten Einsatz hatte die torhungrige Vollblutstürmerin am 28. Juni 1996, als das deutsche Team 8 : 0 gegen Island gewann und Brocker zum 6 : 0 einnetzte. Begonnen hatte für Brocker alles beim FSV Jägersburg, wo sie seit ihrem achten Lebensjahr kickte. Erst 15 Jahre später wechselte sie zum höherklassigen VfR 09 Saarbrücken (heute 1. FC Saarbrücken). Zur Saison 1992/93 schloss sie sich TuS Niederkirchen (heute 1. FFC 08 Niederkirchen) an und gewann hier 1993 die Meisterschaft der Bundesliga-Südgruppe und durch ein 2 : 1 im Finalspiel gegen TSV Siegen auch die Deutsche Meisterschaft. Nach der Verteidigung des Süd-Titels 1994 nahm die dribbelstarke und schnelle Torjägerin 1995 sowohl an der EM wie auch der WM teil, und durfte sich fortan Europameisterin und Vizeweltmeisterin nennen. Ein Höhepunkt war in diesem Jahr auch der vierfache Torerfolg beim 12 : 0 gegen Wales, als ihr zugleich der erste Hattrick in der Nationalelfhistorie gelang. Danach ging es für die gelernte Bürokauffrau 1997 zurück nach Saarbrücken, wo Patrizia Brocker für die Saarländerinnen in der frisch gegründeten eingleisigen Bundesliga auflief. 2001 kehrte sie schließlich als Spielertrainerin nach Jägersburg zurück, sorgte mit vielen Toren für den Aufstieg in die Regionalliga und coachte Saarbrücken schwangerschaftsbedingt in die 2. Liga – danach ging es auf und ab mit dem FSV. Aus familiären Gründen legte sie ihr Traineramt nach der Spielzeit 2009/10 nieder. 46 A-Länderspiele/30 Tore 21 Bundesligaspiele/15 Tore
BSG Chemie Wolfen
Brüdgam, Sybille * 4. Dezember 1965 Die aus Kleinmachnow stammende Brüdgam gehört zu jenen wenigen Spielerinnen, von denen man auch nach ihrem einzigen J DDR-Länderspiel am 9. Mai 1990 noch hören sollte. Die Mittel feldspielerin, die zwischen 1983 und 1989 vier Mal mit Turbine Postdam die J DDR-Meisterschaft – Bestenermittlung genannt – gewann, lief beim 0 : 3 gegen die CSFR als Kapitänin auf. Eine Rolle, die die gelernte Köchin auch schon in Potsdam innehatte – vor und nach dem sogenannten Mauerfall. Nach dem Bundesligaaufstieg 1994 ging die schon als Siebenjährige bei der BSG Elektronik Teltow gegen den Ball tretende Spielerin 1995 zu Tennis Borussia Berlin, wo sie von der Erstligaelf damals bis zur dritten Mannschaft in der Verbandsliga mit viel Einsatzwillen überzeugen konnte. Sybille Brüdgam ist bei TeBe als Zeugwartin angestellt. BSG Aufbau Dresden-Ost J SV Johannstadt 90 BSG Chemie PCK Schwedt Nach der Gründung des Urvereins 1946 gab es zahlreiche Umstrukturierungen und Umbenennungen, ehe der Schwedter Club im August 1977 seinen Namen in BSG Chemie PCK Schwedt umtaufte. Unter dieser Vereinsbezeichnung nahm das Brandenburger Frauenteam auch an den Bestenermittlung genannten J DDR-Meisterschaften teil. Im Jahr 1982 erreichten die Schwedter Damen den zweiten Platz – sprich die DDR-Vizemeisterschaft – dieses Wettbewerbs, 1983 wurden sie Dritter. Der heutige Nachfolgeverein FC Schwedt 02 beherbergt kein Fußballerinnenteam unter seinem Dach. BSG Chemie Wolfen Ursprünglich als Wolfener Ballspielclub nach dem 1. Weltkrieg gegründet, wurde der Verein nach der Auflösung aller Sportver-
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BSG Empor Dresden-Mitte
eine 1945 am 15. Dezember 1948 neu als BSG Chemie Agfa Wolfen aus der Taufe gehoben. 1957 tilgte man den Zusatz Agfa aus dem Namen der Bitterfelder. Als BSG Chemie Wolfen nahm die Frauenmannschaft von 1979 bis 1982 an der J DDR-Meisterschaft namens Bestenermittlung teil und feierte hier 1981 mit dem zweiten Rang den größten Erfolg, nachdem im Jahr zuvor bereits der dritte Platz erspielt wurde. Im heutigen Nachfolgeclub FC GrünWeiß Wolfen existiert keine Frauenelf mehr. BSG Empor Dresden-Mitte 1968 wurde in der Elbstadt durch den bulgarischen Studenten Wladimir Zwetkow das erste Frauenteam der J DDR gegründet. Zwetkow, der 1963 in die DDR gekommen war und einige Jahre in der zweiten Mannschaft von Dynamo Dresden gegen den Ball trat, überredete damals einige Handballspielerinnen, die nur als Ausgleich ein wenig Fußball spielten, dies doch regelmäßiger zu tun. So war die Betriebssportgemeinschaft Empor Dresden-Mitte geboren und gilt seither als Keimzelle des DDR-Frauenfußballs. Logischerweise bestritten die Damen aus Elbflorenz auch das erste Frauenfußballspiel der DDR, als es anlässlich der Feier „50 Jahre Fußball in Possendorf“ am 4. August 1969 gegen BSG Empor Possendorf ging. Vor 1600 Zuschauern endete die Partie 2 : 0 für die Pioniere aus Dresden. Der heute in Gelsenkirchen lebende Zwetkow trainierte später noch einige Herrenmannschaften und siedelte 1988 nach Westdeutschland über. Aus BSG Empor Dresden-Mitte wurde nach etlichen Fusionen, Namensänderungen und Vereinslöschungen der heutige Dresdner SC, dessen erste Frauenmannschaft nach dem Abstieg aus der Landesliga Sachsen 2010 nur noch fünftklassig spielt. BSG Fortschritt Erfurt Der am 14. Mai 1951 gegründete Verein spielte in jenem Jahr in der eingleisigen J Oberliga Nordost, als im Zuge des politischen
BSG Post Rostock
Umbruchs in Deutschland diese Staffel in der Saison 1990/91 als Nachfolgeliga für die bis dahin zweigleisige höchste Liga der J DDR zur Meisterschaftsermittlung eingerichtet wurde. Diese Staffel war somit in einem Übergangsjahr – parallel zur zweigleisigen Bundesliga in Westdeutschland – die höchste Frauenliga auf dem Gebiet der neuen Bundesländer. Fortschritt Erfurt belegte am Ende den vorletzten Platz unter zehn ehemaligen DDR-Teams. Der Nachfolgeverein SV Concordia Erfurt besitzt keine Damenmannschaft. BSG Motor Halle Mit dem Titel 1984 in der Bestenermittlung mit Coach J Jürgen Utzlert sowie dem zweiten Platz bei den J DDR-Meisterschaften 1986 zählen die Hallenserinnen zu den erfolgreicheren Vereinen in der ehemaligen DDR. Zudem belegte Halle in der Übergangssaison 1990/91 in der J Oberliga Nordost den sechsten Rang. Der Verein hat seine Wurzeln im 1950 gegründeten Club BSG Nagema, bildete 1970 erstmals ein Frauenteam und bietet heute unter dem Namen SG Motor Halle weiterhin Frauenfußball an. Die erste Mannschaft kickt in der dortigen Kreisliga. BSG Motor Mitte Karl-Marx-Stadt Bereits seit 1969 traten die Frauen für die BSG gegen den Ball. Der einzige große Erfolg stellte sich 1979 unter Trainer J Rolf Mothes ein, als der BSG als Erster Gewinner der in der J DDR gerade neu geschaffenen Bestenermittlung wurde – und somit erster inoffizieller J DDR-Meister. Es ist unklar, was aus dem Verein geworden ist. Möglicherweise wurde er 1980 in BSG Numerik Karl-Marx-Stadt und schließlich 1994 in SV Bernsdorf Chemnitz umbenannt. BSG Post Rostock 1970 wurde im Ostseeclub eine Abteilung für Frauenfußball gegründet, die zu den erfolgreichsten zu Zeiten der J DDR wer-
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BSG Rotation Schlema
den sollte. Den ersten größeren Erfolg feierte die BSG 1979 mit dem dritten Platz bei der erstmals ausgetragenen Bestenermittlung. Den nächsten Coup landeten die Rostockerinnen zwar erst 1990, da aber auch gleich doppelt: Durch ein 6 : 1 und 4 : 2 gegen BSG Wismut Chemnitz wurde Rostock unter Trainer J Manfred Draheim letzter J DDR-Meister und holte im selben Jahr zudem gegen Wismut Chemnitz den J DDR-Pokal. In der zur Spielzeit 1990/91 eingerichteten J Oberliga Nordost konnte der Double-Gewinner die Saison allerdings nur als Tabellenvierter abschließen, sodass den inzwischen unter dem Banner des Polizei SV Rostock kickenden Damen zunächst der Sprung in die Nordstaffel der Bundesliga verwehrt blieb. Nach einem einjährigen Intermezzo unter dem Dach Hansa Rostocks kehrte man 1993 zurück zum PSV und schaffte zwei Jahre später endlich als Meister der Regionalliga Nordost den Aufstieg in die 1. Bundesliga Gruppe Nord. Als Tabellenvorletzter mit nur einem Sieg und sechs Punkten folgte jedoch 1996 der sofortige Wiederabstieg. 2005 wechselte die Frauenfußballabteilung geschlossen zum SV Hafen Rostock 61, wo sie heute erfolgreich in der Verbandsliga antritt. BSG Rotation Schlema J FC Erzgebirge Aue BSG Turbine Potsdam J 1. FFC Turbine Potsdam BSG Wismut Aue J FC Erzgebirge Aue BSG Wismut Karl-Marx-Stadt Die BSGlerinnen aus dem heutigen Chemnitz können mit einer wahren Erfolgsstory im Frauenfußball der J DDR aufwarten: 1980 gewannen sie die sogenannte Bestenermittlung, wurden drei
Bundesliga
Jahre später in diesem Wettbewerb Zweiter, holten 1985, 1987 sowie 1990 den Vizetitel in der nun offiziellen J DDR-Meisterschaft und gewannen 1988 zudem den J DDR-Pokal. Nach der Vizemeisterschaft 1990 gelang in der anschließenden Saison der J Oberliga Nordost allerdings nur ein fünfter Platz, sodass der Traum vom Start in der ersten gesamtdeutschen Bundesliga 1991 platzte. Nach der Saison übernahm der Chemnitzer FC den Verein und seit ein paar Jahren kicken die ersten Damen in der Landesliga. Bundesliga Gab es im Männerfußball bereits seit 1963 mit der 1. Bundesliga eine bundesweit gemeinsame höchste Spielklasse, so musste man für den Frauenfußball auf diesen Entwicklungsschritt noch bis 1997 warten, als zwölf Vereine erstmals in die erste Spielzeit der Beletage starteten, um die J Meisterschaft gegeneinander auszuspielen. Vorläufer dieser Liga waren von 1990 an die beiden Bundesligastaffeln Nord und Süd, wo jeweils zehn Frauenteams (in der Saison 1991/92 jeweils elf, weil zwei Clubs aus der ehemaligen DDR dazustießen) zunächst den regionalen Meister und den Vizemeister kürten. Jeweils Meister und Vizemeister der beiden Ligen ermittelten dann in zwei Halbfinalen (Hin- und Rückspiel im Überkreuzverfahren) und in einem Endspiel den Deutschen Meister. Die beiden Staffeln setzten sich 1990 wie folgt zusammen: Für die Südgruppe qualifizierten sich Bayern München (Bayernliga), SC 07 Bad Neuenahr (Verbandsliga Rheinland), TuS Binzen (Verbandsliga Südbaden), VfR 09 Saarbrücken (Verbandsliga Saarland), TuS Niederkirchen (Verbandsliga Südwest), SC Klinge Seckach (Verbandsliga Baden), VfL Sindelfingen und VfL Ulm/Neu-Ulm (beide Verbandsliga Württemberg) sowie FSV Frankfurt und SG Praunheim (beide Oberliga Hessen). Die Nordgruppe setzte sich wie folgt zusammen: 1. FC Neukölln (Oberliga Berlin), SC Poppenbüttel, Schmalfelder SV, SV Wilhelmshaven, Fortuna Sachsen-
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Bundesliga-Rangliste
roß Hannover und VfR Eintracht Wolfsburg (alle aus der Oberliga Nord) und TSV Siegen, SSG Bergisch Gladbach, KBC Duisburg, VfB Rheine (alle Regionalliga West). Erster Deutscher Meister nach diesem Verfahren wurde 1991 der TSV Siegen. Die erste eingleisige Bundesliga 1997 setzte sich aus den jeweils vier erstplatzierten der Vorsaison in der Nord- und Südstaffel sowie aus den vier Gruppensiegern einer Relegationsrunde zusammen, in der die fünft- bis achtplatzierten der beiden ersten Ligen sowie die acht besten Teams aus den zweiten Ligen gegeneinander antreten mussten. So startete man 1997 mit folgenden zwölf Clubs: SC Klinge Seckach, SC 07 Bad Neuenahr, TuS Nieder kirchen, 1. FC Saarbrücken, FC Eintracht Rheine, SSV Turbine Potsdam, Sportfreunde Siegen, Grün-Weiß Brauweiler, FCR Duisburg, SG Praunheim, FSV Frankfurt und dem sportlich eigentlich nicht qualifizierten Hamburger SV. Weil aber Fortuna Sachsenroß Hannover aus finanziellen Erwägungen zurückzog, rückte der HSV nach. Den ersten Titel in dieser eingleisigen Bundesliga sicherte sich 1998 der FSV Frankfurt vor Praunheim – die Hamburgerinnen und Klinge Seckach stiegen ab. Bundesliga-Rangliste J Ewige Bundesligatabelle Bundesliga-Torschützenköniginnen J Torschützenköniginnen Bundestrainer J Nationaltrainer Butscher, Brigitte * 18. April 1957 Ihren ersten und einzigen Einsatz in der Deutschen Nationalelf hatte die Torwächterin am 27. Juli 1986. Beim 4 : 1 in Island wechselte Trainer Gero Bisanz die bei der SG Aulendorf in Baden-Würt-
Carlson, Britta
temberg angestellte Butscher zur zweiten Halbzeit für Rosemarie Neuser ein. 1 A-Länderspiel Carlson, Britta * 3. März 1978 Bereits im Alter von fünf begann die gebürtige Kielerin beim TSV Altenholz mit dem Fußballspielen und kickte dort bis zur D-Jugend in Jungsteams. Als sie zwölf war, erfolgte für drei Jahre der Wechsel zum SV Friedrichsort, ehe sie 1996 zurück nach Altenholz kehrte und hier bereits als B-Jugendliche im Frauenteam eingesetzt wurde. Zwei Jahre später schloss sie sich dem Zweitligisten Schmalfelder SV an, mit dem prompt der Aufstieg in die Nordgruppe der zweigeteilten Bundesliga gelang. Nachdem sich Schmalfeld 1997 nicht für die eingleisige 1. Bundesliga qualifizieren konnte, zog es Carlson 1998 zum Ligakonkurrenten HSV. 2001 stieg dieser in die Eliteliga auf und auch gleich wieder ab. Immerhin schafften es die Hamburgerinnen 2002 bis ins Finale des DFB-Pokals, wo sie allerdings Seriensieger 1. FFC Frankfurt mit 0 : 5 unterlagen. 2003 gelang erneut der Satz nach oben und dank einer formidablen Vorstellung der Schleswig-Holsteinerin beendete der Hamburger SV die Saison als Sechster. Am 4. März 2004 feierte Carlson ihr Länderspieldebüt, als sie beim 0 : 1 gegen China in der 68. Minute für Ariane Hingst den Platz betrat. Für die zweikampfstarke und lauffreudige DefensivAllrounderin hieß es nun aber dennoch Abschied nehmen von Hamburg, denn mit Beginn der Saison 2004/05 streifte sie sich das Trikot von Double-Gewinner 1. FFC Turbine Potsdam über. Nun gelang ihr am 25. September 2004 nicht nur ihr erster Treffer im Nationaldress (im EM-Qualifikationsspiel in Tschechien zum 4 : 0; Endstand 5 : 0), sondern als Stammspielerin holte sie 2005 zudem den DFB-Pokal sowie den UEFA-Cup – und mit der Nationalmannschaft den EM-Titel. 2006 folgten Pokal und Meisterschaft.
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Chaladyniak, Christine
Trotzdem verließ die gelernte Bankkauffrau in der Winterpause 2006/07 die Brandenburgerinnen vorzeitig, weil sie mit Trainer Bernd Schröder nicht mehr klarkam, und unterschrieb beim Aufsteiger VfL Wolfsburg. Wegen einer Knieverletzung hatte Britta Carlson im Vorfeld der WM 2007 nun ihren Stammplatz im Nationalteam verloren und wurde deshalb nicht für das Turnier nominiert. Weil sie auch nach der WM keine Berücksichtigung mehr fand, trat die Kielerin im Oktober 2007 enttäuscht von der Nationalelf zurück. So blieb ihr Einsatz beim Algarve-Cup am 12. März 2007 beim 3 : 0 gegen Dänemark ihr letzter Auftritt für Deutschland. Verletzungsbedingt beendete Carlson auch ihre aktive Vereinslaufbahn am 22. Oktober 2008 – ausgerechnet im Spiel gegen den 1. FFC Turbine Potsdam. Seither ist die „WM-Botschafterin“ als Co-Trainerin bei den Wölfen aktiv und heute zudem Medien beauftragte des Clubs. 31 A-Länderspiele/4 Tore 125 Bundesligaspiele/5 Tore www.britta-carlson.de Chaladyniak, Christine * 15. Juni 1968 Die ehemalige A-Nationalspielerin ist insofern ein Phänomen, weil zwischen ihrem ersten Länderspiel am 15. April 1986 gegen Ungarn und ihrem zweiten und letzten internationalen Match am 30. Juni 1996 gegen Island sage und schreibe zehn Jahre und 77 Tage lagen. Das ist die längste Zeitspanne, die jemals eine deutsche Nationalspielerin zwischen zwei Länderspielen hat ausharren müssen. Ihre sportliche Laufbahn begann Chaladyniak im erst 1979 ins Leben gerufenen Verein FC Finnentrop, von dem die Mittelfeldspielerin 1984 zum TSV Siegen wechselte. Bereits 1986 gewann Siegen den DFB-Pokal, 1987 Pokal und Meisterschaft, und 1994 sowie 1996 erneut die Meisterschaft. 2 A-Länderspiele 1 Bundesligaspiel
Champions League
Champions League Die „UEFA Women’s Champions League“ ist der reformierte Nachfolgewettbewerb des J UEFA-Cups für Frauen. Erstmals zur Saison 2009/10 galten bei dieser Veranstaltung für Vereinsmannschaften neue Modalitäten. Den acht Top-Nationen wird beispielsweise seither ein zweiter Startplatz zugestanden, sodass die jeweiligen Landesmeister und Vizemeister teilnehmen dürfen. Für Deutschland bedeutete dies im ersten Jahr sogar einen dritten Teilnehmer, weil auch der Titelverteidiger automatisch gesetzt ist. Und weil der FCR Duisburg der letzte UEFA-Cup-Gewinner war und Turbine Potsdam und Bayern München die Plätze eins und zwei der deutschen Schlusstabelle 2009 belegten, ging es mit drei deutschen Clubs ins Rennen. Neu ist außerdem die nun fehlende Gruppenphase. Allerdings haben die UEFA-Planer der K.o.-Runde mit 32 Teams in Hin- und Rückspielen eine Qualifikationsrunde mit 28 Equipen vorgeschaltet, nach der die sieben Gruppensieger zum Hauptfeld – in dem 25 Clubs gesetzt sind – dazustoßen. Insgesamt nahmen bei der Premiere somit 53 Mannschaften teil. Gewinner des ersten Endspiels um den neuen Champions-League-Titel, das am 20. Mai im Madrider Vorort Getafe ausgetragen wurde, war der 1. FFC Turbine Potsdam. Die Brandenburgerinnen, die im Halbfinale Vorjahresgewinner Duisburg ausgeschaltet hatten, gewannen nach dramatischem Verlauf gegen den französischen Meister Olympique Lyon vor gut 10000 Zuschauern mit 7 : 6 nach Elfmeterschießen (0 : 0 nach 120 Minuten). Stattliche 300.000 Euro kassierte Potsdam für diesen Sieg. Die erste Torjägerkanone des Wettbewerbs holte sich Vanessa Bürgi mit elf Treffern vom FC Bayern München, der in der Runde der letzten 16 Mannschaften ausgeschieden war.
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Chastain, Brandi
Chastain, Brandi * 21. Juli 1968 Die 192-fache amerikanische Nationalspielerin war von 1988 bis 2005 im Team der USA aktiv und mit ihren fast 200 Einsätzen für die US-Equipe hat sie auf lange, wenn nicht ewige Zeit einen Ehrenplatz in den „Top 15“ der internationalen J Rekordnationalspielerinnen sicher. Chastain wurde 1991 und 1999 Weltmeisterin und gewann 1996 sowie 2004 Olympia-Gold. Aufsehen erregte die Kalifornierin aber auch, als sie 1999 nach ihrem entscheidenden WM-Endspiel-Elfmeter gegen China den legendären J Trikot-Lupfer zelebrierte – das Foto zum Erfolg ist die bis heute wohl meistpublizierte Frauenfußballaufnahme der Welt. China Den größten Erfolg im Frauenfußball konnte das bevölkerungsreichste Land der Erde 1999 feiern, als es bei der WM in den USA im Endspiel dem Gastgeber erst nach Elfmeterschießen mit 4 : 5 unterlag. Zuvor hatte der achtfache Asienmeister schon einmal 1996 Olympiasilber in den Vereinigten Staaten geholt und ein Jahr zuvor den vierten Platz bei der Weltmeisterschaft in Schweden belegt. In der Länderspielbilanz gegen Deutschland, gegen das die Chinesinnen erstmals am 30. Juni 1991 in Lüdenscheid (0 : 2) angetreten waren, stehen zwölf Niederlagen, acht Siege und sechs Unentschieden zu Buche. Die höchste Niederlage gegen die deutsche Elf fuhr China bei Olympia 2004 mit einem 0 : 8 ein, der deutlichste Sieg gelang 1999 mit einem 3 : 0. Das Torverhältnis der insgesamt 26 Partien gegeneinander beträgt 30 : 50. In der FIFAWeltrangliste, wo China 2003 schon einmal auf Rang 5 platziert war, rangiert das Land seit einigen Jahren zwischen dem zwölften und dreizehnten Platz. CONCACAF-Meisterschaft Der „CONCACAF Women’s Gold Cup“ ist die für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Kontinentalmeisterschaft,
CONMEBOL-Meisterschaft
die gleichzeitig zur Qualifikation für die Frauenfußball-WM dient. Dem Verband stehen dabei 2,5 Startplätze zu, wobei der Drittplatzierte in der Relegation neuerdings gegen den Fünften der Europaqualifikation antreten muss. Seit 1991 wird der Wettbewerb ausgetragen, bei der Premiere in Haiti, 1993 in den USA und 1994 sowie 1998 in Kanada – damals noch unter dem Namen „Women’s Championship“. Mit der Namensänderung wurden die USA 2000, 2002 und 2006 zum festen Gastgeberland des Turniers. Acht Mannschaften nehmen jeweils an der Endrunde teil – Kanada, Mexiko sowie die USA sind dabei gesetzt. Hinzu kommen zwei Teams aus der Mittelamerika-Qualifikation und drei aus der Karibik. Rekordsieger sind die USA mit sechs Titeln, Kanada gewann ein Mal 1998, als die US-Frauen wegen bereits erfolgter WM-Qualifikation gar nicht teilnahmen. Eine Besonderheit ist der Umstand, dass ab und an auch Gastmannschaften von anderen Kontinenten am Turnier teilgenommen haben: 1993 Neuseeland und im Jahr 2000 Brasilien und China. Das achte Goldcup-Turnier fand nach Redaktionsschluss im Oktober und November 2010 statt. CONMEBOL-Meisterschaft Der sich eigentlich „Sudamericano Femenino“ nennende Wettbewerb ermittelt seit 1991 den Südamerika-Champion für Frauennationalmannschaften und wird alle drei bis fünf Jahre vom kontinentalen Fußballverband CONMEBOL durchgeführt. Die Gewinner und Zweitplatzierten nehmen jeweils automatisch an der folgenden Weltmeisterschaft teil, die Sieger zudem an den Olympischen Spielen. Beim Start 1991 nahmen mit Brasilien, Chile und Venezuela lediglich drei Teams teil, die in einem kleinen Turnier den ersten Gewinner ermittelten. Wie auch in den Jahren 1995, 1998 und 2003 hieß der Südamerikameister Brasilien. Lediglich 2006 gewann überraschend Argentinien, das drei Mal zuvor Zweiter wurde – Brasilien wurde Vizemeister. Der sechste Titelträger wurde nach Redaktionsschluss im September und Oktober 2010 ausgespielt.
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Cristiane
Cristiane * 15. Mai 1985 Cristiane Rozeira de Souza Silva spielt seit 2003 für die A-Nationalmannschaft Brasiliens und machte erstmals 2004 international auf sich aufmerksam: Bei der Olympiade in Athen holte sie sich neben Birgit Prinz die Torjägerkanone mit fünf Treffern und wurde mit dem Team Silbermedaillengewinnerin. Als Cristiane in der Winterpause der Saison 2004/05 als erste Südamerikanerin von „Clube Atlético Juventus“ nach Deutschland wechselte, um zum 1. Februar bei Turbine Potsdam einzusteigen, kam dies einer kleinen Sensation gleich. Zwar gewann sie mit den Brandenburgerinnen dann 2006 die Meisterschaft und den Pokal, doch richtig angekommen war die Stürmerin in Potsdam nie und ging nach Saisonende für ein Jahr zum VfL Wolfsburg. Enttäuscht kehrte Cristiane 2007 schließlich nach Brasilien zurück. Nach dem Gewinn der Vizeweltmeisterschaft 2007 unterschrieb sie im Februar 2008 einen Fünfmonatsvertrag beim schwedischen Erstligisten Linköpings FC, um hinterher mit Brasilien erneut Zweiter bei den Olympischen Spielen und erneut mit fünf Treffern Torschützenkönigin zu werden. Nun schloss sich die 44-fache Nationalspielerin (31 Tore) Corinthians Sao Paulo an, ging in die amerikanische Profiliga WPS zu den Chicago Redstars, kickte beim FC Santos und wechselte 2010 erneut nach Chikago. Bei der Wahl zur J Weltfußballerin der Jahre 2007 und 2008 belegte Cristiane jeweils den dritten Platz. Cyprus Cup Seit 2008 wird der „alternative Algarve-Cup“ auf der Mittelmeerinsel Zypern ausgetragen. Nicht mit den ganz großen Clubs der Welt, denn die spielen ja in Portugal, aber doch mit achtbaren Vertretern mehrerer Kontinente. Kanada schaffte es von Beginn an jedes Jahr ins Endspiel und konnte sowohl 2008 als auch 2010 die Trophäe mit nach Hause nehmen. Lediglich 2009 mussten die Nordamerikanerinnen England den Vortritt lassen.
Damm, Petra
Da Mbabi, Célia Okoyino J Okoyino da Mbabi, Célia Dänemark Die größeren internationalen Erfolge liegen für das kleine Land schon einige Jahre zurück. Vier Mal errang es seinerzeit bei Europameisterschaften den dritten Platz: 1984, 1991, 1993 und 2001. In der erst 2003 eingeführten FIFA-Weltrangliste rangierte Dänemark stets zwischen Rang 7 und 11 – Tendenz nach unten. Gegen Deutschland ging es recht früh, erstmals am 1. Mai 1983, als die Nordeuropäerinnen in Sonderborg mit 1 : 0 gewannen. Insgesamt fällt die Bilanz allerdings negativ aus: In 20 Spielen verlor Dänemark ein dutzend Mal, gewann fünf Partien und drei Begegnungen blieben ohne Sieger (Torverhältnis 17 : 44). Die höchste Niederlage kassierte Dänemark mit einem 0 : 7 am 27. August 2000, den höchsten Sieg feierten die Dänen mit 3 : 0 am 1. Mai 1985. Damm, Petra * 20. März 1961 Begonnen hat Petra Damm mit dem Fußballspielen als Zwölfjährige beim SSV Vorfelde vor den Toren Wolfsburgs. Kurz danach ging es zum VfR Eintracht Wolfsburg (heute VfL Wolfsburg), wo die Niedersächsin 19 Jahre lang ihre Fußballschuhe schnürte und mit dem sie 1990 zu den Gründungsmitgliedern der Bundesliga gehörte. 1984 gelang der Vorstoß ins Endspiel des DFB-Pokals. Wolfsburg musste sich dort allerdings der SSG 09 Bergisch Gladbach mit 0 : 2 geschlagen geben. Zu ihrem ersten Länderspiel kam es dann am 21. November 1984 (1 : 1 in Holland), wo die technisch versierte Mittelfeldspielerin in der zweiten Halbzeit für Rosi Eichenlaub ins Spiel gebracht wurde. Den ersten von insgesamt zwei Länderspieltreffern erzielte sie am 15. April 1986 zum 1 : 0 gegen Ungarn (Endergebnis 2 : 1). An Deutschlands beiden Europameistertiteln 1989 und 1991 war Petra Damm maßgeblich als Spielgestalterin beteiligt, bei der ers-
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Danner, Karin
ten offiziellen Frauenfußball-WM in China 1991 wurden Damm und ihre Mitspielerinnen Vierte. Ihren letzten Einsatz im Nationaltrikot hatte die VW-Arbeiterin am 29. November 1991, als es im Spiel um Platz 3 beim 0 : 4 gegen Schweden ging. Prompt wählte man die VW-Arbeiterin anschließend zum Fußballer des Jahres Niedersachsens 1992 – ein Wettbewerb für Frauen und Männer, der erst seit 1991 existierte. 1993 übernahm Damm, die lange Zeit wegen ihrer geringen Körpergröße von nur 1,61 Meter „Krümel“ genannt wurde, das Traineramt beim Wolfenbüttler SV, betreute VfL-Vorgänger WSV Wendschott und coacht seit 2004 die Damen von VfL Wolfsburg II. 46 A-Länderspiele/2 Tore Danner, Karin * 22. Januar 1959 Die in München geborene Danner begann ab ihrem zwölften Lebensjahr im Verein Fußball zu spielen. Vier Jahren beim SV Worms-Horchheim folgten zwei Spielzeiten TuS Wörrstadt und als 18-Jährige wechselte sie 1977 zum FC Bayern München. Mit den Bajuwarinnen wurde die bayerische Auswahlspielerin 1979 und 1982 Deutsche Vizemeisterin, und am 2. Mai 1984 beim 1 : 4 gegen Norwegen absolvierte sie ihr einziges Länderspiel. Da sie aus privaten Gründen zur Saison 1985/86 zum TSV Obertaufkirchen ging, geriet sie aus dem Fokus von Bundestrainer Gero Bisanz und wurde nicht mehr berücksichtigt. Anschließend schloss sich Karin Danner erneut den Bayern an, beendete 1993 ihre aktive Laufbahn und übernahm 1995 die Abteilungsleitung für Frauenfußball. Bis heute ist die gelernte Bürokauffrau dort als Koordinatorin und Managerin tätig. 1 A-Länderspiel DDFC J Specht, Lotte
DDR-Länderspiel
DDR Da der Frauenfußball – anders als der Männerfußball – erst 1996 olympische Sportart wurde, sahen es die auf internationales Renommee schielenden DDR-Funktionäre lange Zeit nicht unbedingt als ihre Hauptaufgabe an, die kickenden Frauen in ihrem Land angemessen zu fördern. Ein Verbot, wie in Westdeutschland, gab es in der DDR allerdings nie. So war es zunächst der Initiative eines Einzelnen vorbehalten, den Frauenfußball in der DDR anzuschieben. Wladimir Zwetkow hieß ein aus Bulgarien stammender Student, der 1968 mit der J BSG Empor Dresden-Mitte das erste Frauenteam des Landes gründete, das 1969 gegen Possendorf auch das erste Frauenfußballspiel in der DDR überhaupt bestritt. 1971 existierten, als es dann auch schon eine spezielle Spielordnung für die Damen gab, ohne echte staatliche Unterstützung, rund 150 Frauenmannschaften in Ostdeutschland. Doch erst ab 1979 wurde erlaubt, einen über den Spielbetrieb der Bezirksebenen hinausgehenden Wettbewerb durchzuführen. „Bestenermittlung“ nannte sich das und war quasi die J DDR-Meisterschaft für den Frauenfußball, die jedoch nicht so bezeichnet werden durfte. 1987 kam der „Pokal des demokratischen Frauenbundes“, der J DDR-Pokal, hinzu. Die Pokaltitelträger wurden bis 1991 ermittelt, die Besten bis 1990 – danach richtete man im Zuge des Mauerfalls für die Saison 1990/91 die J Oberliga Nordost ein. Einen letzten Höhepunkt des DDR-Frauenfußballs bildete schließlich das einzige J DDR-Länderspiel am 9. Mai 1990, das mit 0 : 3 gegen die CSFR verloren ging. DDR-Länderspiel Nur ein einziges Mal durften die Frauenfußballerinnen der DDR offiziell auf internationalem Parkett antreten: Am 9. Mai 1990 ging es vor rund 800 Zuschauern im Postdam-Babelsberger KarlLiebknecht-Stadion gegen die international sehr erfahrene CSFR, die kurz zuvor in der EM-Qualifikation nur knapp gegen die bundesdeutsche Auswahl verloren hatte. So hatten die DDR-Damen auch kaum eine Chance gegen die Nachbarn und verloren die
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© Doreen Meier (privat)
DDR-Meisterschaften
Partie glatt mit 0:3. Bulirova (FE 22.), Paolettova (65.) und Hutterova (71.) hießen die Torschützinnen. Dennoch war es für alle 14 eingesetzten Spielerinnen – und wohl auch für Schiedsrichter Dr. K. Scheurell aus Wusterhausen – ein unvergessliches Erlebnis. Das DDR-Ensemble spielte wie folgt: Anett Viertel (Tor), Katrin Hecker, Petra Weschenfelder (70. Heidi Vater), Heike Hoffmann, Sybille Lange, Carmen Weiß (46. Heike Ulmer), Katrin Prühs, Sybille Brüdgam, Katrin Baaske (60. Sabine Berger), Dana Krumbiegel und Doreen Meier. DDR-Meisterschaften Erstmals wurde 1979 in der J DDR eine „Bestenermittlung“ genannte Meisterschaft im Frauenfußball ausgetragen, bei der ein überregionaler Spielbetrieb ins Leben gerufen wurde. Die besten Teams aus den Bezirken ermittelten zunächst in Ausscheidungsturnieren die vier (1979) und ab 1980 dann die fünf besten Teams für ein Entscheidungsturnier. Das ging bis 1984 so, dann wurde 1985 für zunächst zwei Jahre der Modus geändert: Kein Entscheidungsturnier mehr, sondern zwei Halbfinalspiele mit Hin- und Rückspiel und einem echten Endspiel. 1987 schließlich führten die Verantwortlichen eine zweigleisige Liga (Nord und Süd) ein, deren jeweilige Gewinner das Endspiel bestritten – 1987 ein einziges, 1988–1990 im Hin- und Rückspielverfahren. 1990 ermittelte man so zum letzten Mal seine Besten und startete mit der Saison 1990/91 die J Oberliga Nordost, in der erstmals ein „richtiger“ Meister über eine ganze Saison hinweg ausgespielt wurde. Die erste „Meisterschaft“ holte 1979 die BSG Motor Mitte KarlMarx-Stadt. Rekordgewinner bis 1991 aber ist die BSG Turbine Potsdam, die insgesamt sechs Mal den Titel holen konnte. Zwei-
Demler, Uschi
facher Titelträger ist BSG Rotation Schlema und jeweils einmal kamen BSG Wismut Karl-Marx-Stadt, BSG Motor Halle, BSG Post Rostock und Uni SV Jena (1991) zum Zuge. DDR-Nationalmannschaft J DDR-Länderspiel DDR-Nationalspielerinnen J DDR-Länderspiel DDR-Pokal Um den vom „Demokratischen Frauenbund Deutschland“ gestifteten Pokal wurde von 1987 bis 1991 fünf Mal gespielt. Erster Gewinner dieses Wettbewerbs wurde die BSG Rotation Schlema, die ihren Erfolg sogar doppelt wiederholen konnte: 1989 unter gleichem Namen sowie 1991 als Wismut Aue. 1988 holte sich die BSG Wismut Karl-Marx-Stadt den Pott, 1990 konnte sich die BSG Post Rostock als letzter Verein zu Zeiten der J DDR in die Siegerliste eintragen. Degwitz, Monika J Steinmetz, Monika Demler, Uschi Die beim TuS Wörrstadt agierende Torjägerin war in der Frühzeit des deutschen Damenfußballs, als es noch keine Nationalmannschaft gab, eine der besten deutschen Spielerinnen. Sie gehörte auch zu der Elf, die im überhaupt ersten Endspiel um die Deutsche Meisterschaft am 8. September 1974 4 : 0 gegen DJK Eintracht Erle gewann. Auch den Vorläufer-Wettbewerb, den J Goldpokal, gewann Wörrstadt am 29. September 1973 im Endspiel mit einem 3 : 1 gegen Bayern München. Und 1981 gelang der Vorstoß ins Endspiel um den DFB-Pokal, wo der TuS Wörrstadt allerdings mit 0 : 5 gegen die SSG 09 Bergisch Gladbach unterging.
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Denoncourt, Sonia
Denoncourt, Sonia * 25. Juni 1964 Die Kanadierin Denoncourt war 1994 die erste J Schiedsrichterin, die zur offiziellen J FIFA-Schiedsrichterin ernannt wurde. Bis dahin hatten ausschließlich Männer die internationalen Spiele im Frauenfußball gepfiffen. Bereits 1978 hatte sie ihre Laufbahn begonnen. Höhepunkte ihres Wirkens waren unter anderem ihre Auftritte bei den Frauen-Weltmeisterschaften 1995, 1999 und 2003 – in dem letztgenannten Turnier wurde sie im Halbfinale USA-Deutschland eingesetzt. Außerdem pfiff sie das 2000erOlympiafinale und war auch 1996 bei der Olympiade dabei. Auch im Männerbereich war sie die erste, die in einer Profiliga Spiele leitete. Nach mehr als 100 internationalen Begegnungen sowie über 1000 anderen Partien beendete Sonia Denoncourt 2004 ihre aktive Karriere. Ende 2005 begann sie in der FIFA-Zentrale in Zürich als Leiterein eines neuen Projekts zur Förderung des Schiedsrichterwesens. Deutsche Meisterschaften J Meisterschaften Deutsche Rekord-WM-Spielerinnen J Rekord-WM-Spielerinnen Deutsche Spielerinnen im Ausland J Spielerinnen im Ausland Deutscher Fußball-Bund J DFB Deutschland Seit im November 1982 auch Deutschland mit einer offiziellen Nationalmannschaft an internationalen Vergleichen teilnahm, ackerte es sich Stück für Stück auf der Erfolgsleiter hoch. Die erste
DFB
große Ernte konnte überraschend 1989 eingefahren werden, als das deutsche Team erstmals J Europameister wurde. Beim nächsten Turnier, zwei Jahre später, konnte dieser Coup wiederholt werden, außerdem belegte die Nationalelf bei der J Weltmeisterschaft im selben Jahr den vierten Platz. 1993 ging Deutschland als EM-Vierter weiter, danach folgten von 1995 bis 2009 fünf EMTitel in Folge. Nach der WM-Vizemeisterschaft 1995 sowie dem frühen Ausscheiden 1999 holte sich die deutsche Elf 2003 und 2007 die WMTrophäe. Lediglich bei den J Olympischen Spielen waren die erfolgsverwöhnten Deutschen nie ganz oben dabei. 2000, 2004 und 2008 errangen sie jeweils die Bronzemedaille. In der FIFAWeltrangliste rangierte die deutsche Elf zwischen 2003 und 2007 im Jahresschnitt stets auf Platz 1. Seit 2008 hat die ewige Widersacherin USA ihren Rang 2 mit Deutschland getauscht. Auf insgesamt 339 Länderspiele gegen 40 verschiedene Nationen hat es die deutsche Nationalmannschaft bis heute (inklusive USASpiel Ende Mai 2010) gebracht. Davon wurden 230 gewonnen, 64 verloren und 45 gingen unentschieden aus. Die Torbilanz beträgt, ohne Treffer bei Elfmeterschießen, 933 : 283. Am häufigsten traf die Nationalelf bisher auf Norwegen, nämlich 33 Mal. Die meisten Siege gelangen gegen England (17), gegen die USA ging Deutschland in 28 Partien 19 Mal als Verlierer vom Platz – Negativrekord. Und Italien durfte sich acht Mal über ein Remis freuen – auch das der Spitzenwert. Die meisten Treffer für Deutschland erzielte Birgit Prinz, die 126 Mal ins gegnerische Gehäuse traf und damit J Rekordtorschützin ist. Prinz führt zudem die Tabelle der J Rekordnationalspielerinnen an: 205 Einsätze im Nationaltrikot bislang. DFB Mit Ruhm bekleckert hatte sich der Deutsche Fußball-Bund wahrlich nicht, als in den 1950er Jahren immer mehr Frauen in Deutschland ihre Liebe zum Fußballspiel entdeckt hatten. Denn
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DFB-Hallenpokal
weil den Herren im Verband das Vorpreschen der Damen gehörig missfiel, kam man 1955 auf die kluge Idee, den Tretsport für die Frauen doch ganz einfach zu verbieten. Erst mit Beschluss vom 30. Oktober 1970 wurde das Verbot dann wieder aufgehoben. Allerdings nicht aus besserer Einsicht, sondern weil zu befürchten war, dass die Kickerinnen einen eigenen Konkurrenzverband gründen würden. Umso intensiver kümmert sich der DFB heute um das Wohl und Wehe des deutschen Frauen- und Mädchenfußballs. Und das Engagement, insbesondere J Hannelore Ratzeburg muss an dieser Stelle genannt werden, schlug besonders auch bei der Mitgliederentwicklung voll zu. Waren beispielsweise im Jahr 2000 insgesamt rund 825 000 Frauen und Mädchen in gut 3800 Mannschaften unter dem Dach des DFB aktiv, so sind dies zehn Jahre später rund 1050 000 Kickerinnen in 12 000 Frauenteams – davon gut 8500 Mädchenmannschaften. DFB-Hallenpokal J Hallenfußball DFB-Länderpokal J Länderpokal DFB-Pokal Seit 1981 wird auch im Frauenfußball neben der Meisterschaft ein Pokalsieger ermittelt. Mit nur einer Ausnahme wurden alle Begegnungen bis 2009 immer direkt vor dem Endspiel des Herrenfinales ausgetragen. 1983 nämlich spielten die Männer in Köln und die Frauen in Frankfurt am Main beim dortigen FSV. Seit 1985 fanden dann alle DFB-Pokalendspiele immer gemeinsam in Berlin statt. 2010 schließlich wagte der DFB die Verselbstständigung und das Damen-Pokalfinale, getrennt von der Herrenbegegnung, wurde im Stadion des 1. FC Köln ausgetragen. Und das mit großem Erfolg, denn bei der Partie zwischen dem FCR 2001 Duisburg
DFC Allendorf/Eder
und FF USV Jena (1 : 0) strömten 26282 Menschen in die Arena und sorgten damit für einen neuen J Zuschauerrekord für Spiele von Vereinsmannschaften in Europa. Erster Titelträger des DFB-Pokals der Frauen wurde am 2. Mai 1981 im Stuttgarter Neckarstadion SSG 09 Bergisch Gladbach mit einem 5 : 0 gegen TuS Wörrstadt. Allein drei Treffer erzielte J Doris Kresimon, darunter auch in der 17. Minute das erste Tor in der Geschichte des DFB-Pokals. Rekordtitelträger ist bei zehn Finalteilnahmen und mit sieben Pokalsiegen der 1. FFC Frankfurt. Jeweils fünf Mal gewannen TSV Siegen und der FSV Frankfurt, gefolgt von Turbine Potsdam mit vier Siegen sowie Bergisch Gladbach, Brauweiler und FCR Duisburg mit je drei Titeln. Den höchsten Endspielsieg der Pokalhistorie gab es 2009, als Duisburg 7 : 0 gegen Potsdam gewann. Drei Partien wurden erst im Elfmeterschießen entschieden. DFB-Schiedsrichterin des Jahres J Schiedsrichterin des Jahres DFB-Supercup J Supercup DFC Allendorf/Eder Seit 1970 spielte man im 1912 gegründeten TSV Battenberg Frauenfußball und brauchte gut zwei Jahrzehnte, um sich in die höchste deutsche Frauenfußballliga hochzuspielen: Von der Oberliga Hessen stieg der Verein 1992 in die Südgruppe der Bundesliga auf. Zwei Spielzeiten konnte er sich dort halten, dann ging es zurück in die Zweitklassigkeit. Anschließend gründete die Battenberger Frauenfußballabteilung in der Nachbargemeinde Allendorf einen eigenen Verein, der heute in der Verbandsliga Nord spielt. A-Nationalspielerinnen: J Birgitt Austermühl, J Pia Wunderlich, J Tina Wunderlich www.dfc-allendorf.de
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Dick, Kerr’s Ladies
© Archiv Ronny Galczynski
Dick, Kerr’s Ladies Das von der Arbeiterin Grace Sibbert initiierte Werksteam der englischen Maschinen- und Munitionsfabrik „Dick, Kerr & Co.“ in Preston war weltweit das allererste Frauenteam, das nicht nur im eigenen Land für Furore sorgte, sondern zudem in der ganzen westlichen Hemisphäre Kultstatus genoss. Seine erste offizielle Begegnung bestritt das Charity-Team Weihnachten 1917, als es vor 10 000 Zuschauern sein Können zeigte. Spielerin und Teammanagerin Sibbert konnte nach der Partie 600 Pfund an ein Militärhospital übergeben. Im März 1920 bestritten die Ladies vor 61000 Zuschauern gegen „Femina Paris“ das erste internationale Frauenfußballspiel (2 : 1) überhaupt. Noch im gleichen Jahr gingen sie für den guten Zweck erstmals auch ins Ausland und spielten zunächst vier Partien in Frankreich. Danach war die spielstarke Mannschaft bereits so populär, dass auch beim 4 : 0-Erfolg gegen die St. Helen’s Ladies am 26. Dezember in Liverpool wieder 53000 zahlende Zuschauer das Spiel verfolgten – 10 000 weitere Interessierte mussten wieder nach Hause gehen. Allerdings wollten die Verbandsherren dem
Dienstälteste Fußballerin
Spuk nun ein Ende bereiten und verboten Ende 1921 den Damen offiziell das Fußballspielen. Das Team gab jedoch nicht auf und spielte nun notgedrungen nur noch auf Plätzen, die nicht dem Verband unterstanden. 1922 ging es schließlich auf fußballerische Nordamerika-Tour, wo die „Dick, Kerr’s Ladies“ auf die besten Männermannschaften Kanadas und der USA trafen. Bilanz nach neun Spielen: drei Siege, drei Niederlagen und drei Unentschieden. Sehr viel später benannte man sich in „Preston Ladies F.C.“ um und spielte noch bis 1965 weiter für karitative Zwecke. Am Ende hatten es die kickenden Ladys und Frauenfußballpionierinnen auf weit mehr als 800 Spiele gebracht, von denen sie über 750 gewonnen hatten. Die Elf J Frauenfußballmagazine DieDa J Frauenfußballmagazine Dienstälteste Fußballerin Seit 1991 ist die am 4. September 1971 geborene Hessin Susanne „Susi“ Becker in der ersten und zweiten Liga als Torhüterin aktiv und ist damit nach fast 20 Jahren Leistungsfußball die dienstälteste noch aktive Spielerin Deutschlands. In der Jugend begann sie beim TSV Auerbach und landete über SF Heppenheim 1991 beim Süd-Bundesligisten SG Praunheim (heute 1. FFC Frankfurt). Nach drei Saisons erfolgte der Wechsel zum Ligakonkurrenten SC Klinge Seckach, mit der Becker 1996 im DFB-Pokalfinale 1 : 2 gegen den hohen Favoriten FSV Frankfurt unterlag. Zwischenzeitlich war die Torfrau 1995 sogar in den Kader der Nationalelf berufen worden, kam aber nie zum Einsatz. 1998 landete sie schließlich beim SC Sand, mit dem Susi Becker heute in der 2. Bundesliga Süd spielt.
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Dietmayr, Doris
Dietmayr, Doris J Funktionärinnen Dietrich, Helene * 8. Dezember 1960 Nur ein einziges Mal lief die seinerzeit beim rheinland-pfälzischen Club TuS Ahrbach spielende Dietrich für die deutsche Nationalmannschaft auf. Das war am 22. Oktober 1983, als Bundestrainer Gero Bisanz sie beim 1 : 1 gegen Belgien in Brüssel beim sogenannten UEFA-Wettbewerb – einer Art frühen Europameisterschaft – 90 Minuten auf dem Platz ließ. 1 A-Länderspiel Dietrich, Siegfried * 10. Juni 1957 Es gibt in Deutschland derzeit wohl nur zwei im Frauenfußball aktive Männer, die man als Wegbereiter, Pioniere oder Visionäre dieser Szene bezeichnen darf. Der eine ist Potsdams Coach J Bernd Schröder, der andere der Manager und Pressesprecher des 1. FFC Frankfurt – Siegfried Dietrich, Eigentümer der Agentur „SIDI Sportmanagement“. Dietrich stieg 1993 als Manager in Frankfurt ein, als der Club noch als SG Praunheim in der Südstaffel der Bundesliga eher Mitläufer war. Peu à peu hat er für eine Professionalisierung der Strukturen und eine bessere Vermarktung des Vereins gesorgt und somit anderen Clubs vorgemacht, dass man auch im Frauenfußball erfolgreich auf eigenen Füßen stehen kann. Seit Jahren garantiert der Event-Promoter mit seiner Agentur dem 1. FFC per Vertrag jede Saison einen sehr hohen sechsstelligen Eurobetrag zur Deckung des Clubetats. Als Gegenleistung hält Dietrich die kompletten Vermarktungsrechte des Vereins. Außerdem berät und vermarktet er einige bekannte Nationalspielerinnen – unter anderem Nadine Angerer und Birgit Prinz.
Dlugi-Winterberg, Gaby
DJK Eintracht Erle Als 1974 die erste Deutsche Meisterschaft ausgespielt wurde, stand DJK Eintracht Erle am 8. September 1974 im Mainzer Stadion am Bruchweg im Finale gegen TuS Wörrstadt. Vor 3800 Zuschauern – Schiedsrichter war Walter Eschweiler – unterlag der 1928 gegründete Club aus dem Regionalverband West deutlich mit 0 : 4. Dennoch war die Vizemeisterschaft für den Gelsenkirchener Verein ein großer Erfolg, und in Erinnerung blieb Erle vor allem auch dem deutschen TV-Publikum, weil in jenem Endspiel die Wörrstädterin Bärbel Wohlleben als erste Frau das J Tor des Monats erzielt hatte. Ein Jahr später scheiterte die DJK in der Vorrunde deutlich gegen den späteren Meister Bonner SC. Danach verschwand das Erle-Damenteam von der bundesweiten Bildf läche. DJK FSV Schwarzbach J FSV Schwarzbach Dlugi-Winterberg, Gaby * 4. Dezember 1948 Die in Wuppertal als Gaby Dlugi geborene Defensivspielerin absolvierte zwischen 1982 und 1983 acht der neun möglichen Länderspiele für Deutschland – darunter auch fast 34-jährig die erste offizielle internationale Partie gegen die Schweiz am 10. November 1982, als sie und ihr Team 4 : 1 gewannen. Dlugi-Winterberg ist damit bis heute die J älteste DFB-Nationalelfdebütantin. Ihr letztes Spiel im Nationaldress machte sie beim 1 : 1 gegen Belgien am 22. Oktober 1983. Auf Vereinsebene war die Spielerin bereits zuvor ungemein erfolgreich. Schon 1977 holte sie mit ihrem Club SSG 09 Bergisch Gladbach ihre erste Deutsche Meisterschaft, von 1979 bis 1984 folgten sechs weitere Titel. Auch im DFB-Pokal ging der Club von Anfang an in die Vollen: Bei den beiden ersten Pokalfinalen 1981 und 1982 sowie auch 1984 holten Bergisch Gladbach und Gaby Dlugi-Winterberg jeweils den Cup. 8 A-Länderspiele
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Doll, Cornelia
Doll, Cornelia * 30. Juni 1958 Die waschechte Münchnerin kickte seit ihrem 13. Lebensjahr beim FC Bayern München und spielte schon mit 16 in der ersten Damenmannschaft. Bereits zwei Jahre später konnte sie mit ihren Teamkolleginnen die Deutsche Meisterschaft feiern, nachdem sie am 20. Juni 1976 mit 4 : 2 nach Verlängerung gegen Tennis Borussia Berlin gewonnen hatten. 1979, 1982 und 1985 standen sie zwar erneut im Finale, mussten sich allerdings jeweils geschlagen geben. Zwischendrin avancierte die meist als Libero eingesetzte Doll zur Nationalspielerin: Vom 24. September 1983, als es in Dänemark ein 0 : 1 setzte, bis zum 0 : 2 gegen Belgien am 23. August 1984 absolvierte sie vier Partien – davon drei über die volle Distanz. Ab 1987 saß die gelernte Versicherungskauffrau bei den Bayern auf der Trainerbank und drang 1988 und 1990 mit ihrer Mannschaft bis ins DFB-Pokalfinale vor, allerdings ohne den Pokal zu gewinnen. 4 A-Länderspiele Double Das sogenannte Double, also der doppelte Titelgewinn von Deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal im selben Jahr, gelang 1981 als erstem Verein der SSG Bergisch Gladbach. Das konnte der Club gleich im folgenden und überübernächsten Jahr wiederholen, sodass Bergisch Gladbach mit drei solchen Erfolgen hinter dem 1. FFC Frankfurt rangiert, der das immerhin sechs Mal vollbracht hat: 1999, 2001–2003, 2007 und 2008 – davon waren sogar zwei Triples dabei, nämlich 2002 und 2008. Zwei Double-Gewinne erreichte 2004 sowie 2006 Turbine Potsdam; der TSV Siegen (1987), FSV Frankfurt (1995) und Grün-Weiß Brauweiler (1997) schafften das je ein Mal.
Eigentore
Draheim, Manfred * 24. Oktober 1952 Trainer Draheim war 1990 der letzte DDR-Meistertrainer, als er mit der BSG Post Rostock in zwei Endspielen mit 6 : 1 und 4 : 2 gegen die BSG Wismut Chemnitz obsiegte. Heute trainiert er die erste Damenmannschaft des Nachfolgevereins SV Hafen Rostock 61 in der viertklassigen Verbandsliga. Ehrenspielführerin Nach Fritz Walter, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus wurde mit J Bettina Wiegmann 2004 erstmals auch eine Frauenfußballerin zum Ehrenspielführer gekürt – eine 1954 eingeführte Auszeichnung, die jene Fußballkapitäne würdigen soll, die sich durch ihr Amt im Laufe vieler Jahre besondere Verdienste erworben haben. Seither wurden keine weiteren Akteure mehr geehrt. Eigentore Seit von 1997 an entsprechende Statistiken geführt werden, hat die Spielerin Melanie Klein vom 1. FC Saarbrücken in der Bundesliga die meisten Eigentore erzielt – vier Mal bugsierte sie den Ball in die eigenen Maschen. Es folgen gut ein Dutzend weitere Kickerinnen mit jeweils zwei Selbsttreffern. Saarbrücken ist in der Historie der 1. Bundesliga mit acht Eigentoren übrigens auch bei den Vereinen ganz vorn. Allerdings nicht allein, denn mit dem FSV Frankfurt und dem SC 07 Bad Neuenahr weisen zwei weitere Vereine diesen Negativrekord auf. Auch in der Deutschen Nationalelf wurde ein einziges Mal ins eigene Netz getroffen – und zwar am 24. September 2000 durch Tina Wunderlich, als sie im Olympia-Halbfinale gegen Norwegen in der 80. Spielminute den einzigen Treffer setzte. Und dass ausgerechnet Ausnahmespielerin Martina Voss ihre Karriere durch das entscheidende Eigentor – ihr erstes in ihrer Laufbahn – in der 89. Minute im DFB-Pokalfinale 2003 zwischen dem FCR 2001
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Eichenlaub, Rosi
Duisburg und dem 1. FFC Frankfurt (0 : 1) beenden musste, ist Ironie des Schicksals. Eichenlaub, Rosi * 16. Juli 1958 Beim SV Victoria Herxheim ging es sehr früh los mit dem Fußball – und zwar stets mangels Alternative bei den Jungs. Erst als die Angreiferin zum SC Freiburg wechselte, spielte sie als junge Frau das erste Mal in einem reinen Damenteam. 1977 und 1978 drang Freiburg jeweils bis ins Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft vor. Im Jahr darauf scheiterte der Verein bereits im Achtelfinale deutlich an Bayern München, zu dem Eichenlaub zur Saison 1978/79 wechselte. Zwei Mal, 1982 und 1985, gelang gemeinsam der Weg bis ins Meisterschaftsfinale, wo Bayern München allerdings jeweils den Kürzeren ziehen musste. Zwischenzeitlich hatte es die Pfälzerin auch in die Nationalmannschaft geschafft: Am 19. März 1983 wurde sie beim 2 : 2 gegen Holland erstmals in der 63. Minute für Silvia Neid aufs Feld geschickt. Der erste Treffer im Nationaldress gelang ihr am 7. September 1983 zum 2 : 0-Endstand in Basel gegen die Schweiz. Ihr letztes Länderspiel ist auf den 5. Oktober 1985 datiert, als Deutschland in der EM-Qualifikation 0 : 1 in Finnland verlor. Nach sieben Jahren in der bayerischen Metropole wechselte die schnelle Stürmerin nach Bergisch Gladbach und schloss sich hinterher dem TSV Siegen an. Mit 31 Jahren beendete Rosi Eichenlaub den Leistungsfußball. Heute betreibt die gelernte Speditionskauffrau ein Logistikunternehmen in Herxheim. 12 A-Länderspiele/4 Tore Eintracht Erle J DJK Eintracht Erle
EM-Torschützinnen
Eintracht Rheine J FFC Heike Rheine Elfmetertore Seit 1997 die einteilige Bundesliga eingeführt wurde, gab es nur sechs Spielerinnen, die mehr als zehn Elfmetertore erzielt haben. Rekordhalterin mit 19 verwandelten Strafstößen ist Renate Lingor vor Birgit Prinz mit 16 Treffern sowie Petra Unterbrink von der SG Essen-Schönebeck mit 15 Erfolgen. Den ersten Elfmeter seit Einführung der eingleisigen Bundesliga verwandelte Melanie Hoffmann vom FCR Duisburg am ersten Spieltag, am 17. August 1997, in der 60. Minute. Es war das 4 : 1 beim 6 : 1 gegen den HSV. Den ersten Elfmeter in dieser Liga verschossen hat am gleichen Tag Tünde Nagy, als sie in der 65. Spielminute in Saarbrücken scheiterte. Brauweiler gewann dennoch 2 : 1. Für die Nationalelf traf Bettina Wiegmann mit 14 Toren am häufigsten vom Kreidepunkt, Renate Lingor versenkte die Kugel acht Mal und Linda Bresonik sowie Birgit Prinz trafen jeweils dreifach. Insgesamt verwandelten neun verschiedene Nationalspielerinnen 35 Elfmeter. Am 30. Oktober 1988 beim 4 : 0 gegen Ungarn fiel das erste Länderspieltor durch einen Elfmeter. Britta Unsleber verwandelte in der 44. Minute zum 2 : 0. Das erste Gegentor per Foulelfmeter war bereits am 19. März 1983 beim 2 : 2 gegen Holland in der 56. Minute durch de Vissier gefallen. EM J Europameisterschaften EM-Rangliste J Ewige EM-Rangliste EM-Torschützinnen Erste Torschützenkönigin einer Europameisterschafts-Endrunde wurde die Deutsche Heidi Mohr, als sie 1991 vier Treffer erzielte.
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Engel, Heidi
Zwei Jahre darauf reichten der Dänin Susan Mackensie zwei Tore für diesen Titel. 1997 teilten sich gleich drei Spielerinnen mit jeweils vier Treffern die Torjägerkrone: Carolina Morace aus Italien, die Norwegerin Marianne Pettersen sowie Angélique Rouhas aus Frankreich. Fortan schlug dann wieder ausschließlich die Stunde der Deutschen: 2001 teilten sich Claudia Müller und Sandra Smisek mit je drei Treffern den Titel, 2005 schlug Inka Grings vier Mal zu, und 2009 traf erneut Grings gleich sechsfach. Da sich die Modalitäten seit der Vergabe des ersten Europameisterschaftstitels 1984 mehrmals geändert haben, werden hier nur jene genannt, die ihre Treffer bei einem echten Abschlussturnier erzielen konnten. Bei den im Folgenden genannten Torschützinnen für die Deutsche Nationalelf im EM-Wettbewerb wurden zudem auch jene Treffer aus den Vorrundenspielen wie Achtel- und Viertelfinals – aber nicht Qualifikationsspiele – mit aufgenommen, die nicht in einem Endturnier geschossen wurden. So traf Deutschland bei allen Entscheidungsspielen einer J Europameisterschaft insgesamt 96 Mal ins Schwarze (ohne Elfmetertore nach Verlängerung). Am häufigsten 2009 in Finnland mit 21 Toren. Dabei haben sich bisher insgesamt 29 Spielerinnen in der Torjägerliste verewigt. Rekordschützin ist Heidi Mohr mit 16 Treffern, vor Birgit Prinz und Inka Grings mit je zehn. Maren Meinert, Bettina Wiegmann und Silvia Neid trafen alle fünf Mal. Engel, Heidi * 5. August 1968 Heidi Engel von der SSG 09 Bergisch Gladbach bestritt ihr einziges Länderspiel am 20. Juli 1988. In der zweiten Halbzeit brachte sie Trainer Gero Bisanz beim 0 : 1 in Italien für Doris Fitschen. 1 A-Länderspiel England Bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften konnte die englische Mannschaft bislang zwar noch keinen Blumentopf gewin-
Erste Auswechslung
nen, doch auf europäischer Ebene gab es immer mal wieder größere Erfolge. Der letzte datiert aus 2009, als England bei der EM in Finnland nach der 2 : 6-Endspielniederlage gegen die deutsche Nationalelf Vizeeuropameister wurde. Zuvor wurde England beim gleichen Wettbewerb 1984 ebenfalls Zweiter, 1987 Vierter und 1995 Dritter. In der Länderspielbilanz gegen Deutschland sieht es allerdings trübe aus, denn in 19 Partien hagelte es gleich 17 Niederlagen, die durch zwei Unentschieden ergänzt werden. Die Tordifferenz beträgt 12 : 55. Die deutlichsten Niederlagen musste England, neben dem genannten EM-Finale, im Oktober 2006 mit 1 : 5 sowie im September 2003 mit einem 0 : 4 einstecken. Die meisten Tore in einem Spiel fielen am 27. Februar 1997 beim 4 : 6 in Preston. In der FIFA-Weltrangliste haben sich die Engländerinnen seit 2003 kontinuierlich vom 13. Platz auf den achten 2010 vorge arbeitet. Erhardt, Nicole * 4. April 1971 Grün-Weiß Selm und Sportfreunde Werne-West hießen die Clubs, die Erhardt durchlaufen hatte, als sie am 5. Mai 1993 beim 1 : 0 in der Schweiz in ihrem einzigen Länderspiel in der 77. Spielminute für Birgitt Austermühl eingewechselt wurde. Später spielte sie bei Eintracht Rheine auch in der Bundesliga und schaffte 1997 den Einzug ins DFB-Pokalfinale, wo Rheine am 14. Juni mit 1 : 2 gegen Grün-Weiß Brauweiler unterlag. Es folgten SV Bad Laer, TSG 07 Burg Gretesch sowie 2003 der Regionalligist Victoria Gersten. Nach der Saison 2006/07 mit Gersten in der 2. Bundesliga Nord beendete Nicole Erhardt ihre aktive Laufbahn. 1 A-Länderspiel 3 Bundesligaspiele Erste Auswechslung Claudia Blissenbach für Dunja Fischer – so hieß der erste Spielerwechsel in der Geschichte der eingleisigen Bundesliga. Am
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Erste Gelb-Rote Karte
17. August 1997 musste Fischer vom SC 07 Bad Neuenahr beim 5 : 1 gegen Klinge Seckach den Platz in der 30. Minute für Blissenbach beim Stand von 1 : 0 räumen. Erste Gelb-Rote Karte J Erster Platzverweis Erste Liga J Bundesliga Erste Rote Karte J Erster Platzverweis Erste Spielertrainerin der Bundesliga J Klein, Claudia Erster DDR-Fußballclub J BSG Empor Dresden-Mitte Erster Elfmeter J Elfmetertore Erster Frauenfußballverein J Specht, Lotte J FFC Heike Rheine J FFC Erster Platzverweis Es dauerte in der ersten eingleisigen Bundesligasaison 1997 nicht lange, bis die ersten Sünderinnen vom Platz gestellt werden mussten. Gleich am ersten Spieltag am 17. August wurden die DebütHinausstellungen vollzogen: Franziska Nickel von Turbine Potsdam sah in der Heimpartie gegen den 1. FFC Frankfurt (2 : 4) in der 32. Minute die erste Gelb-Rote Karte der Geschichte. 28 Minu-
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Erstes Bundesligator
ten später erwischte es in der Paarung Duisburg-HSV (6 : 1) Mandy Schulze mit der ersten Roten Karte. Erster Strafstoß J Elfmetertore Erster vergebener Strafstoß J Elfmetertore
© Iris Taaken (privat)
Erstes Bundesligator Das erste Bundesligator gibt es eigentlich gar nicht – vielmehr existieren jeweils Premieren-Torschützinnen in der eingleisigen Bundesliga ab 1997 sowie zuvor in der 1990 eingeführten zweigleisigen Staffel. Wer die erste Goalgetterin 1997 war, ist einigen fußballinteressierten Zeitgenossen durchaus bekannt. Doch bei der Frage nach der ersten Schützin 1990 müssen selbst viele Experten passen. Iris Taaken heißt die am 9. Januar 1970 geborene Mittelfeldspielerin, die am 2. September 1990, am ersten Spieltag der neuen Liga in der Nordstaffel, gleich zu Beginn für Furore sorgte: Schon in der ersten Spielminute versenkte sie den Ball für den SV Wilhelmshaven gegen den 1. FC Neukölln aus Berlin. Rund 500 Zuschauer waren Zeugen eines 6 : 1-Spektakels. Tragischerweise waren es genau diese beiden Clubs, die nach der Saison gleich wieder Abschied nehmen mussten – Neukölln sogar mit null Punkten. Für Wilhelmshaven und Taaken, die immerhin 11 der 25 Treffer für ihr Team erzielte, blieb es die einzige Saison im Oberhaus. Das erste Bundesligator seit Einführung der eingleisigen Staffel zur Spielzeit 1997/98 markierte am 17. August 1997 die spätere Nationalspielerin J Thekla Krause von den Sportfreunden Sie-
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Erstes DDR-Fußballspiel
gen. Beim 1 : 1 beim späteren Vizemeister SG Praunheim vor rund 800 Zuschauern traf sie bereits in der 2. Spielminute zum 0 : 1. Erstes DDR-Fußballspiel J BSG Empor Dresden-Mitte Erstes DFB-Pokaltor J Kresimon, Doris Erstes Fußballspiel J Honeyball, Nettie Erstes internationales Fußballspiel J Dick, Kerr’s Ladies Erstes Länderspiel Zwar wurde das erste von der FIFA anerkannte Frauenfußball-Länderspiel erst am 17. April 1971 zwischen Frankreich und Holland (4 : 0 in Hazebrouck) durchgeführt, doch sowohl in Deutschland, als auch schon sehr viel früher weltweit in anderen Ländern gab es bereits internationale Begegnungen zwischen Nationalmannschaften. In Deutschland beispielsweise begann die Chronik schon über ein viertel Jahrhundert vor der offiziellen Premiere 1982. Man schrieb das Jahr 1955 und der DFB hatte gerade den Frauenfußball in seinem Einflussbereich verboten. Das kümmerte viele Vereine und enthusiastische Kickerinnen allerdings nicht und sie spielten dennoch heimlich oder auf privaten Plätzen gegeneinander. So traf man sich dann auch erstmals international, als am 23. September 1956 im „Stadion Mathias Stinnes“ in Essen eine deutsche gegen die holländische Auswahl antrat. Vor rund 18 000 Zuschauern liefen die Mannschaften in ihren Landesfarben ein und die Nationalhymnen wurden gespielt. Am Ende hieß es 2 : 1 für Deutschland und J Lotti Beckmann schoss mit dem 1 : 0 das erste Tor in der – wenn auch inoffiziellen – Geschichte des
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Erstes Länderspiel
© Imago Sportfotodienst / WEREK
deutschen Frauenfußballs. Zum 2 : 0 traf seinerzeit die Dortmunderin Nieberich. Das erste offizielle Länderspiel wurde am 10. November 1982 in Koblenz gegen die Schweiz angepfiffen – ein Land, das bereits 1970 internationale Begegnungen bestritten hatte. Vor rund 5500 Zuschauern an einem Mittwochabend siegte die deutsche Mannschaft mit Trainer Gero Bisanz in Koblenz mit 5 : 1 und J Doris Kresimon markierte in der 25. Minute das J erste Länderspieltor der offiziellen Zählung. Deutschland begann über zwei Mal 35 Minuten mit der Aufstellung Feiden (Tor; später unter dem Namen Isbert bekannt), Dlugi-Winterberg, Degwitz, Landers, Klinz, Koekkoek, Trabant, Krug, Bormann (4 : 0), Kresimon, Gebauer (2 : 0). Ins Spiel kamen noch Torfrau Reichler, Klinzmann, Neid (3 : 0, 5 : 1), Offermann und Bartelmann. Den Gegentreffer zum 1 : 4 erzielte Willi.
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Erstes Länderspieltor
Erstes Länderspieltor Den ersten Treffer im deutschen Nationaltrikot seit der offiziellen DFB-Länderspielstatistik 1982 erzielte J Doris Kresimon. Beim 5 : 1 gegen die Schweiz am 10. November 1982 begann sie mit dem Torreigen in der 25. Spielminute. Es war das J erste Länderspiel Deutschlands überhaupt und für Kresimon blieb es das einzige Tor ihrer kurzen Karriere in der Nationalelf. Berücksichtigt man in dieser Statistik allerdings auch die inoffiziellen Länderspiele, so war es bereits über ein viertel Jahrhundert zuvor J Lotti Beckmann, die bei einer Partie der Nationalelf das allererste Mal ins Gehäuse traf. Am 23. September 1956 schoss die Mittelstürmerin das 1 : 0 beim 2 : 0-Erfolg gegen Holland. Erstes Meisterschaftstor J Israel, Regine Erstes Olympia-Tor J Olympische Spiele Erzgebirge Aue J FC Erzgebirge Aue Europameisterschaften 1969 und 1979 gab es zwar bereits zwei inoffizielle Europameister schaften in Italien, die vom Gastgeber und von Dänemark gewonnen wurden, doch mit dem offiziellen Wettbewerb ging es erst 1982 los. Der erste Sieger dieser damals noch UEFA-Wettbewerb genannten Meisterschaft mit 16 Ländern wurde aber erst 1984 ermittelt, weil sich vorgeschobene Gruppenspiele und Endrundenpartien mit Hinund Rückbegegnungen lange hinzogen. Erster Titelträger wurde Schweden, allerdings erst in einem dritten Finalspiel durch ein 4 : 3 nach Elfmeterschießen. Bei der folgenden EM gab es in Norwegen erstmals eine Endrunde mit vier Mannschaften, wo der Gastgeber den Titelverteidiger im Finale mit 2 : 1 schlagen konnte.
© Archiv Ronny Galczynski
Ewige Bundesligatabelle
1989 war erstmals auch Deutschland dabei und startete hier seine legendäre EM-Historie mit sieben Titelgewinnen – davon von 1995 bis 2009 fünf in Folge. Lediglich 1993 in Italien konnte sich Norwegen noch einmal dazwischenschieben und erneut Europameister werden. Beste J EM-Torschützin der Deutschen ist mit 16 Toren Heidi Mohr, die meisten Tore bei einer einzigen EM erzielte 2009 mit sechs Treffern Inka Grings. Heidi Mohr bestritt bisher mit 25 Einsätzen die meisten EM-Spiele im deutschen Nationaltrikot. Bei den zehn bislang ausgetragenen Europameisterschaften nahmen 13 Länder teil – Deutschland, Norwegen sowie Italien mit jeweils acht Turnierteilnahmen am häufigsten. In der J ewigen EM-Tabelle führt Deutschland vor Norwegen und Schweden. Europas Fußballerin des Jahrhunderts Bei den Männern holte sich 1999 Johan Cruyff den Titel, bei den Damen siegte im Dezember 1998 – nur knapp mit drei respektive fünf Punkten Vorsprung vor der Italienerin Carolina Morace und Pia Sundhage aus Schweden – die Deutsche Heidi Mohr. 159 Punkte erhielt Mohr von den stimmberechtigten Sportjournalisten, Trainern und weiteren Fußballexperten. Silvia Neid landete mit 146 Punkten auf Rang sechs, Martina Voss und Bettina Wiegmann kamen gleichauf mit 51 Zählern auf den elften Platz. Ewige Bundesligatabelle Seit Einführung der zweigeteilten Bundesliga zur Saison 1990/91 haben insgesamt 45 verschiedene Vereine in der höchsten Liga gespielt – der 1. FFC Frankfurt (bis 1998 als SG Praunheim) als einziger in allen Jahren. So überrascht es auch nicht, dass die
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Ewige EM-Rangliste
Erfolgsmannschaft im Ewigen-Ranking aller Bundesligaclubs klar die Nase vorn hat. Mit 933 erzielten Punkten bei einem Torverhältnis von 1249 : 381 liegen die Hessinnen deutlich vor dem FCR 2001 Duisburg (bis 2001 FCR Duisburg 55), der in 17 Saisons 792 Punkte einsammeln konnte und auf eine Tordifferenz von 1123 : 397 kommt. Letzter und 45. in dieser Tabelle ist der 1. FC Neukölln aus Berlin, der in seiner einzigen Spielzeit im Oberhaus in der Bundesliga-Debütsaison 1990/91 keinen einzigen Punkt holen konnte. Ewige EM-Rangliste In der 13 Länder umfassenden Rangliste, die all jene J Europameisterschaften berücksichtigt, bei denen es auch eine Endrunde gab (also ohne 1984 und 1995), steht Deutschland auf der Berechnungsgrundlage der verbliebenen acht Turniere (3-Punkte-Regelung) bei sieben Teilnahmen mit 70 Punkten (Torverhältnis 69 : 16) klar auf dem Siegertreppchen. Mit einigem Abstand schließt sich Norwegen, das bei allen Turnieren mitgespielt hat, mit 36 Zählern (35 : 33 Tore) an und wird knapp von Schweden mit 34 Punkten verfolgt, das bei lediglich sechs Europameisterschaften dabei war. Island, das nur ein Mal EM-Teilnehmer war, bildet als einziges Team ohne Punktgewinn das Schlusslicht der Tabelle. Ewige WM-Rangliste Rechnet man die bei den bisherigen fünf J Weltmeisterschaften zwischen 1991 und 2007 erreichten Punktzahlen (3-PunkteRegelung) der einzelnen Nationen zusammen, so liegen die USA hier mit 77 Punkten (Torverhältnis 85 : 25) deutlich vor Deutschland mit 63 Zählern (84 : 27). Den dritten Rang belegt Norwegen mit 58 Punkten, vierter ist China (45), fünfter Brasilien (41) und sechster Schweden mit 40 Punkten. Alle diese Länder nahmen an bisher allen WMs teil. Mit großem Abstand folgt auf Platz 7 (15 Punkte) Kanada, das bei vier Turnieren dabei war. Mit Süd-
Fawcett, Joy
korea und Mexiko (jeweils eine Teilnahme) sowie Neuseeland und Argentinien (zwei Mal dabei) finden sich am Ende der ewigen WM-Tabelle auch vier von insgesamt 22 Nationen, die bislang noch ohne jeden Punktgewinn blieben. Ewige Zweitligatabelle Seit der Einführung der zweigeteilten 2. Bundesliga für Frauenmannschaften 2004 haben inklusive der Saison 2009/10 bislang 46 Vereine diese Staffel durchlaufen. Führender Verein in der ewigen Tabelle der 2. Liga ist der VfL Sindelfingen, der in fünf Spielzeiten 259 Punkte (318 : 83 Tore) sammeln konnte und damit die zweite Mannschaft Turbine Potsdams, die alle sechs Saisons dabei war, um zehn Zähler Differenz auf den zweiten Rang verweist. Mit knappem Abstand verfolgt wird dieses Duo von Tennis Borussia Berlin (235 Punkte) sowie dem FSV Gütersloh (234 Punkte). Ganz am Ende der Tabelle rangiert die SpVgg Oberaußem-Fortuna, die in ihrer einzigen Zweitligasaison nur vier Punkte einfuhr. Fan Yunjie * 29. April 1972 Zwischen 1994 und 2004 brachte es die chinesische Nationalspielerin auf 192 Länderspiele. Sie steht damit noch immer in den Top 15 der ewigen J Rekordnationalspielerinnen. Die Zentralverteidigerin galt seinerzeit als eine der allerbesten ihres Faches und landete darum nicht zufällig in der US-Profiliga WUSA, wo sie für San Diego Spirit auflief. 1996 gewann sie bei Olympia die Silbermedaille, 1999 wurde sie Vizeweltmeisterin. Fawcett, Joy * 8. Februar 1968 Außergewöhnliche 239 Einsätze (27 Tore) im US-Nationaltrikot kann die in Kalifornien geborene Abwehrspielerin zwischen 1987 und 2004 vorweisen. Sie liegt damit weltweit an vierter Stelle in der Liste der ewigen J Rekordnationalspielerinnen. Zwei Welt-
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FC Bayern München
meistertitel (1991 und 1999), zwei Olympiasiege (1996 und 2004) sowie eine olympische Silbermedaille (2000) und zwei dritte WM-Plätze (1995 und 2003) ist die nicht eben bescheidene Bilanz, die Fawcett am Ende ihrer Karriere vorweisen konnte. 2001 zählte sie zudem zu den Gründerinnen und Miteignerinnen der USFrauenprofiliga J WUSA.
© FC Bayern München
FC Bayern München Die Frauenfußballabteilung im FC Bayern existiert seit 1970 und zählt seither zu den wichtigsten Vereinen in Deutschland – der nachhaltigste Club der Frauenfußballhistorie soll der FC nach Expertenmeinung ohnehin sein. Nachdem man bei der ersten Ausspielung der Deutschen Meisterschaft 1974 noch in der Vorrunde scheiterte, wurde 1975 bereits das Finale erreicht, wo die Münchnerinnen 2 : 4 gegen den Bonner SC unterlagen. Ein Jahr darauf traf München am 20. Juni im Endspiel auf Tennis Borussia Berlin und holte sich durch ein 4 : 2 nach Verlängerung den bis heute einzigen Meistertitel – mit Trainer J Fritz Bank und Spielerlegende sowie späterer Trainerin J Sissy Raith. 1979, 1982
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sowie 1985 holten sich die Bayern-Damen abermals die Vizemeisterschaft und erreichten 1988 und 1990 das Endspiel um den DFBPokal. 1990 gehörte Bayern München zu den Gründungsmitgliedern der neuen zweigeteilten Bundesliga, musste aber nach zwei Saisons in die Bayernliga absteigen. Erst nach acht Jahren gelang die Rückkehr ins Oberhaus, wo der FC seither nie wieder etwas mit dem Abstieg zu tun hatte. Im Gegenteil: In der Spielzeit 2008/09 schrammten die FC-Frauen bei Punktgleichheit mit Titelträger Turbine Potsdam nur wegen eines einzigen zu wenig geschossenen Tores am Meistertitel vorbei. Dieser Erfolg ist auch der guten Nachwuchsarbeit im Club geschuldet, die immer wieder Spielerinnen hervorbrachte, die später von „großen“ Vereinen abgeworben wurden. Und so blieben Transfers wie 2009 der von National spielerin J Isabell Bachor zum FC Bayern die seltene Ausnahme. A-Nationalspielerinnen: J Nadine Angerer, J Nicole Banecki, J Katharina Baunach, J Melanie Behringer, J Roswitha Bindl, J Karin Danner, J Cornelia Doll, J Rosi Eichenlaub, J Niobe Friedrich, J Christine Paul, J Bianca Rech, J Ulrike Schmetz, J Dagmar Uebelhör, J Petra Wimbersky, J Tanja Wörle Größte Erfolge: Deutscher Meister 1976, Deutscher Vizemeister 1974, 1975, 1979, 1982, 1985, 2009; DFB-Pokal-Finalist 1988, 1990; Champions-League-Teilnehmer 2009/10 www.fcbayern-frauenfussball.de FC Eintracht Rheine J FFC Heike Rheine FC Erzgebirge Aue Unter dem Namen „Erzgebirge Aue“ hat die heute in der Regionalliga Nordost kickende Frauenelf noch nicht die ganz großen Erfolge einfahren können. Die Vorgängerclubs allerdings zählten im Frauenfußball der J DDR zu den Allerbesten. Schon 1984 wurde man unter dem Namen „BSG Rotation Schlema“ Dritter bei
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FC Hellas Marpingen
der Bestenermittlung genannten J DDR-Meisterschaft. 1987 holte die BSG das Double aus Pokal und Meisterschaft, 1988 folgte erneut der Meistertitel unter Trainer J Dietmar Männel und im Jahr darauf wurde Schlema abermals Pokalsieger. Als Wismut Aue wiederholten die Damen diesen Erfolg 1991 und in der ersten Saison der J Oberliga Nordost holte Wismut die Vizemeisterschaft, die zum Aufstieg in die Südstaffel der Bundesliga berechtigte. Sportlich war Aue am Ende der Saison als Drittletzter eigentlich abgestiegen, doch nach dem Rückzug des VfL Ulm/Neu-Ulm hätte der FC in der Liga verweilen können. Allerdings verzichteten die Erzgebirgler aus finanziellen Gründen auf den Verbleib im Oberhaus. Bekannteste Akteurin aus den Reihen von Erzgebirge Aue ist Nationalspielerin J Anja Mittag, die 2002 zum 1. FFC Turbine Potsdam wechselte. www.fc-erzgebirge.de FC Hellas Marpingen Er kam, sah und siegte – fast jedenfalls. Eine Saison immerhin durfte der saarländische Club aus dem Regionalverband Südwest im Konzert der ganz Großen mächtig mitmusizieren. Nur knapp nämlich unterlag Marpingen 1978 in zwei Endspielen um die Deutsche Meisterschaft dem SC Bad Neuenahr – ein 0 : 2 im Hinspiel und ein 1 : 0 im Rückspiel vor 4000 Zuschauern reichten jedoch „nur“ für die Vizemeisterschaft. Auch einige Jahre vor und nach diesem größten Vereinserfolg konnte Marpingen im Kampf um Meisterschaft und Pokal ein paar Akzente setzen, sich letztlich aber nie entscheidend behaupten. Heute existiert kein Frauenteam mehr im Verein. FC Rumeln-Kaldenhausen J FCR 2001 Duisburg FC Wacker München J FFC Wacker München
FCR 2001 Duisburg
FC Wismut Aue J FC Erzgebirge Aue
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FCR 2001 Duisburg Erst 1977 wurde im 1955 gegründeten Verein FC Rumeln-Kaldenhausen auch eine Frauenfußballabteilung gegründet. 1990 glückte den Damen dann der Aufstieg in die Regionalliga West – der damals zweithöchsten Spielklasse. Schon 1993 gelang der Sprung in die damals höchste Liga und ab 1996 stellten sich für den NordBundesligisten die ersten größeren Erfolge ein: DFB-Hallenpokal, 1997 Vizemeisterschaft und somit Qualifikation für die eingleisige Bundesliga. 1998 gewannen die „Löwinnen“ den DFB-Pokal, 1999 erneut die Vizemeisterschaft und im Jahr 2000 holten sie unter Trainer J Jürgen Krust zum ersten und bislang einzigen Mal die Deutsche Meisterschaft. Zur Meisterschaft trug nicht zuletzt entscheidend auch die überragende Torschützenkönigin Inka Grings mit ihren 38 Treffern bei. Hatten die Ruhrgebietlerinnen seit der Saison 1996/97 als „FCR Duisburg 55“ am Spielbetrieb teilgenommen, so änderten sie ihren Clubnamen mit der Verselbstständigung der Frauenfußballabteilung am 8. Juni 2001 erneut in ihren heutigen Namen. Ärger um einen Rasenplatz, der zwar von den Männern, aber nicht
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Fehrmann, Angelika
den Frauen genutzt werden durfte, war der Auslöser der Trennung vom Hauptverein. Ab der Saison 2002/03 begann die Ära der Vizetitel für die Damen. 2003 und 2007 unterlagen sie jeweils im Endspiel um den DFB-Pokal und von 2005 bis 2008 beendete Duisburg die Meisterschaftsrunden stets als Zweiter. Erst mit dem Gewinn des UEFA-Cups 2009 unter Trainerin J Martina Voss, bei dessen Finalrückspiel mit über 28000 Zuschauern ein neuer J Zuschauerrekord aufgestellt wurde, sowie dem zweiten und dritten Gewinn des DFB-Pokals 2009 und 2010 wurde diese Serie durchbrochen. Und auch wenn es im Kampf um die Deutsche Meisterschaft 2010 wieder nur zum Vizetitel langte und Duisburg im Champions-League-Wettbewerb im Halbfinale gegen Turbine Potsdam den Kürzeren zog, zählt der „Fußballclub Rumeln 2001 Duisburg“ heute zu den absoluten Spitzenvereinen in Europa. A-Nationalspielerinnen: J Fatmire Bajramaj, J Linda Bresonik, J Nicole Ferber (Rumeln), J Sonja Fuss, J Jeanette Götte, J Inka Grings, J Melanie Hoffmann, J Ursula Holl, J Annike Krahn, J Simone Laudehr, J Claudia Mandrysch (Rumeln), J Maren Meinert, J Alexandra Popp, J Silke Rottenberg, J Sandra Smisek (FCR 55), J Kerstin Stegemann (FCR 55), J Shelley Thompson, J Martina Voss Größte Erfolge: Deutscher Meister 2000; UEFA-Cup-Gewinner 2009; DFB-Pokalsieger 1998, 2009, 2010; DFB-Hallenpokalsieger 1996 und 2000 www.fcr-01.de Fehrmann, Angelika * 26. Januar 1964 Die offensiv im Mittelfeld und im Sturm eingesetzte Spielerin wurde in der Frauenfußballabteilung von BS Vörden groß. Über den VfL Wildeshausen landete sie schließlich 1986 bei der SSG 09 Bergisch Gladbach, mit der sie 1988 und 1989 Deutscher Meister sowie 1990 Vizemeister wurde. Ihr erstes Match im Nationaltrikot
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bestritt Fehrmann am 20. Juli 1988 beim 0 : 1 in Italien. Ein letztes Mal wurde sie am 2. Juli 1989 im EM-Finale gegen Norwegen eingesetzt, als sie in Osnabrück in der 62. Minute für Doris Fitschen ins Spiel kam. Elf Minuten später gelang ihr zudem mit ihrem einzigen Länderspieltor der 4 : 1-Endstand. Somit war Deutschlands erster Europameistertitel gesichert. 9 A-Länderspiele/1 Tor Feiden, Marion J Isbert, Marion Ferber, Nicole * 19. Oktober 1977 Von der SpVgg Bendorf wechselte Ferber als Jugendliche zum TuS Ahrbach, wo sie sich zur Jugendnationalspielerin entwickelte und bereits in der Bundesliga spielte. 1996 ging die Abwehrspielerin jedoch gemeinsam mit Jutta Nardenbach zum FC Rumeln-Kaldenhausen, der sich später in FCR 2001 Duisburg umbenennen sollte. Nun bekam sie auch ihre Chance in der A-Nationalelf: Am 28. August 1996 beim 3 : 0 in Holland wechselte Neubundestrainerin Tina Theune-Meyer sie zur zweiten Halbzeit für Sandra Minnert ein – es sollte ihr einziger Auftritt im Nationaltrikot bleiben. Mit der Vizemeisterschaft 1997 sowie dem DFB-Pokalsieg (allerdings ohne Endspieleinsatz) 1998 in der Tasche verabschiedete sich Nicole Ferber 2004 zum VfR Niederfell, mit dem sie 2010 aus der Regionalliga abstieg. 1 A-Länderspiel FF Magazin J Frauenfußballmagazine FF USV Jena J USV Jena
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FFC
FFC Seit Ende der 1990er Jahre begannen sich in Deutschland etliche Frauenfußballabteilungen in oft vom Männerfußball domin ierten Vereinen als eigenständige Clubs zu organisieren, indem sie sich vom Hauptverein abspalteten. Der erste reine Frauen- und Mädchenfußballverein, der so entstand, war der J FFC Heike Rheine, der im März 1998 gegründet wurde. Weitere bekannte Clubs dieser Gattung aus der Vergangenheit sind unter anderem der FFC Flaesheim-Hillen oder auch der FFC Brauweiler-Pulheim. Allerdings gab es bereits lange zuvor, seit 1981, einen später prominenten reinen Frauenfußballclub, den J SC Klinge Seckach, der sich zwar nicht FFC nannte, sich aber seinerzeit auch schon vom Hauptclub SV Schlierstadt abgespalten hatte. Die bekanntesten Vereine der Gegenwart sind der 1. FFC Frankfurt sowie der 1. FFC Turbine Potsdam. Mittlerweile hat sich der Frauenfußball in Deutschland derart etabliert, dass nun, nach dem FC Bayern München und dem Hamburger SV, auch verstärkt andere große Clubs der Republik in den Frauenfußball investieren und in die Spitze, sprich die ersten beiden Ligen drängen und so den rein weiblichen Vereinen gehörig auf den Pelz rücken. FFC Brauweiler-Pulheim Die Ursprünge des Kölner Vorortvereins, der für in jeder Hinsicht bemerkenswerte sportliche Ergebnisse steht, finden sich Mitte der 1970er Jahre, als der später langjährige Coach Thomas Meyer ein Frauenteam gründete, das später für Grün-Weiß Brauweiler, den Vorgängerclub des FFC, auflaufen sollte. Von Beginn an spielte die Mannschaft in der seinerzeit höchsten Liga, der Verbandsliga Mittelrhein, aus der Brauweiler 1980 und 1986 jeweils ab-, aber auch gleich wieder aufstieg. An der Qualifikation für die 1990 eingeführte zweigleisige Bundesliga scheiterte der Club allerdings und musste sich mit dem Aufstieg in die Nordstaffel der Bundesliga im Jahr darauf begnügen.
FFC Brauweiler-Pulheim
Parallel hierzu schaffte der FFC im DFB-Pokal die große Sensation: Als bis heute einziger Zweitligist stieß Brauweiler bis ins Finale vor und besiegte dort den amtierenden Meister TSV Siegen am 22. Juni 1991 mit 1 : 0 durch einen Treffer von Michaela Kubat. Schon ein Jahr darauf konnte die Mannschaft mit einem weiteren Rekord aufwarten, als sie die Saison 1991/92 als bester Aufsteiger aller Zeiten abschloss. Erst im Finale musste sich Brauweiler dem ewigen Konkurrenten Siegen mit 0 : 1 geschlagen geben. In den folgenden Jahren prägte der Club dann seinen Ruf als ewiger Zweiter im Meisterschaftsrennen und erst mit Neutrainer J Hans-Jürgen Tritschoks gelang 1997 der große Meistercoup: 6 : 4 hieß es im Endspiel gegen den FC Rumeln-Kaldenhausen (heute FCR Duisburg) nach Elfmeterschießen. Am 1. Juli 2000 trennte sich die Frauenfußballabteilung vom SV Grün-Weiß Brauweiler und gründete den FFC Brauweiler-Pulheim. 2004 musste der FFC dann jedoch in den sauren Apfel beißen und als Tabellenvorletzter nach 13 Jahren Oberhaus den Weg in die Zweitklassigkeit antreten. Nach einem kurzen Aufbäumen ein Jahr später, als der sofortige Wiederaufstieg gelang und nach zwei Spielzeiten erste Liga verabschiedete sich Brauweiler 2007 endgültig in untere Gefilde. Und das mit der geringsten Punktzahl, die je ein Erstligist am Ende der Saison vorweisen konnte – nämlich null Zähler. Auch aus der 2. Bundesliga Süd stieg Brauweiler gleich wieder als Tabellenletzter ab und landete in der drittklassigen Regionalliga. Hier wurde zwar umgehend die Meisterschaft gewonnen, aber die Ära Brauweiler im deutschen Frauenfußball war damit beendet. Zum 1. Juli 2009 nämlich erfolgten Auflösung des FFC und sofortiger Übertritt in den 1. FC Köln, der nun die Lizenz Brauweilers übernahm und somit gleich in der 2. Bundesliga starten konnte. A-Nationalspielerinnen: J Nicole Brandebusemeyer, J Sonja Fuss, J Manuela Goller, J Gudrun Gottschlich, J Claudia Klein, J Michaela Kubat, J Ursula Lohn, J Maren Meinert, J Navina
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FFC Flaesheim-Hillen
Omilade, J Silke Rottenberg, J Christa Schäpertöns, J Antonia Schmale, J Kerstin Wasems, J Bettina Wiegmann, J Christina Zerbe Größte Erfolge: Deutscher Meister 1997; DFB-Pokalsieger 1991, 1994, 1997; Supercup-Gewinner 1994 und 1997; DFB-HallenpokalSieger 1994 FFC Flaesheim-Hillen Als SG Rot-Weiß Hillen stieg der Regionalligist 1995 in die 1. Bundesliga Nord auf, die allerdings als Tabellenletzter mit lediglich drei Unentschieden gleich wieder verlassen werden musste. Nachdem sich die SG mit den Damen von Concordia Hillen zu einem reinen Frauenfußballclub zusammengeschlossen hatte, gelang als FFC 1999 erneut der Aufstieg in die Beletage. 2001 erreichte die Mannschaft sogar das Finale im DFB-Pokal, unterlag dort aber mit 1 : 2 gegen den 1. FFC Frankfurt. Zwei Saisons konnte sich Hillen sportlich in der Liga halten, dann stellte der Club 2001 einen Insolvenzantrag und zog das Frauenteam vom Spielbetrieb zurück. Nach einer Neugründung der Frauenfußballabteilung bei Concordia Hillen spielen die Damen heute in der Westfalenliga. A-Nationalspielerinnen: J Jeanette Götte, J Kerstin Stegemann Größter Erfolg: DFB-Pokalfinale 2001 FFC Heike Rheine Der Club aus dem Münsterland mit dem ungewöhnlichen Namen ist der zweite in Deutschland, der sich als reiner Frauenfußballverein gegründet hat. Das war am 10. März 1998, als sich die Frauenfußballabteilung des FC Eintracht Rheine vom Stammverein verabschiedete. Den Teilnamen „Heike“ gab man sich seinerzeit, weil die damalige Trainerin Heike Kinder hieß. Die Anfänge des Rheiner Frauenfußballs wurzeln beim VfB Rheine, der 1988 in die drittklassige Verbandsliga und gleich 1989 in die Regionalliga West aufstieg. Als dortiger Tabellenzweiter qualifizierte sich Rheine für die zweigeteilte Bundesliga, die 1990 an den Start ging.
FFC Wacker München
1994 fusionierte der VfB mit der SG Eintracht Rheine zum FC Eintracht Rheine. Auch als 1997 die eingleisige Bundesliga ihren Spielbetrieb aufnahm war Rheine als Tabellenvierter der Nordstaffel qualifiziert. Nach dem Abstieg 1999 und dem sofortigen Wiederaufstieg hielt sich der FFC bis 2007 im Oberhaus, womit dann aber der freie Fall wieder zurück in die Regionalliga begann. Die größten sportlichen Erfolge der Vereinsgeschichte waren das Erreichen des Pokalfinales 1997 (1 : 3 gegen Grün-Weiß Brauweiler), die dritten Plätze in der Meisterschaft 1992, 1993 und 2004 – hier wurde Kerstin Garefrekes sogar Torschützenkönigin – sowie der Gewinn des Hallenpokals 2003. A-Nationalspielerinnen: J Kerstin Garefrekes, J Kerstin Stegemann Größte Erfolge: Gewinner DFB-Hallenpokal 2003, DFB-Pokalvizetitel 1997 www.ffc-heike-rheine.de FFC Turbine Potsdam J 1. FFC Turbine Potsdam FFC Wacker München Genauso wie beim FC Bayern München wurde auch bei Wacker bereits 1970 von den Damen gegen den Ball getreten. Bis zum Jahr 1992 taten sie dies unter dem Namen „Wacker München“ meistens in der Zweitklassigkeit – dann gelang den Sendlingerinnen der Aufstieg in die Beletage. Aus der mussten sie allerdings auch gleich wieder absteigen, schafften aber 1994 den erneuten Sprung in die 1. Liga – jedoch wieder nur für ein Jahr. Nach einigen Spielzeiten in der Verbandsliga und in der Oberliga gelang 2004 die Qualifikation für die Südstaffel der 2. Bundesliga. Zwischenzeitlich hatte sich 1999 die Frauenfußballabteilung selbstständig gemacht und ist seither als reiner Frauenfußballclub (FFC) aufgestellt. Heute zählt Wacker München in Sachen Frauenfußball zu
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FIFA-Fairplay-Preis
den mitgliederstärksten Vereinen in Deutschland und wurde bereits für vorbildliche Jugendarbeit ausgezeichnet. Dennoch stieg der Club 2010 nach verlorener Relegation gegen Holstein Kiel in die 3. Liga ab. A-Nationalspielerinnen: J Nadine Angerer, J Roswitha Bindl, J Christine Paul, J Sissy Raith, J Bärbel Weimar www.ffc-wacker.de FIFA-Fairplay-Preis Seit 1991 auch Weltmeisterschaften im Frauenfußball ausgetragen werden, vergibt die FIFA jeweils nach dem WM-Turnier ihren Preis für besonders sportliches Verhalten auch an Länderteams der Damen. Erster Titelträger dieser prestigeträchtigen Auszeichnung war bei der Weltmeisterschaft in China Deutschland. 1995 holte sich Schweden den Preis, 1999 und 2003 China und bei der letzten WM 2007 Norwegen. FIFA-Schiedsrichterinnen Die Kanadierin J Sonia Denoncourt war 1994 die erste J Schiedsrichterin in der Welt, die zur offiziellen FIFA-Schiedsrichterin ernannt wurde und somit nicht mehr nur kanadische Ligaspiele, sondern auch Länderspiele, internationale Vereinswettbewerbe und Partien in anderen Profiligen leiten durfte – und das sowohl bei den Damen, wie auch bei den Herren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten in der Regel Männer die internationalen Spiele im Frauenfußball gepfiffen. Aus Deutschland war es J Gertrud Gebhard, die ab 1991 als Erste internationale Spiele pfeifen durfte – allerdings noch ohne offizielles Prädikat. Momentan gibt es hierzulande vier aktive Unparteiische, die den Titel FIFA-Schiedsrichterin tragen: J Christine Beck, die seit 2004 internationale Spiele leiten darf, J Bibiana Steinhaus, die seit 2005 FIFA-Schiri ist, Anja Kunick (seit 2007) sowie Dr. Riem Hussein (seit 2009).
Fischer, Nicole
FIFA-Weltrangliste USA vor Deutschland und Brasilien – so lautet seit 2008 das offizielle FIFA-Ranking für Frauennationalmannschaften. Zwischen 2003, dem Beginn dieser statistischen Erhebung, und 2008 hatten die Deutschen noch die Nase vorn und die USA lauerten auf dem Verfolgerrang. Brasilien hingegen changierte seinerzeit zwischen dem sechsten und dem vierten Platz der Weltrangliste; 2007 war Schweden Dritter, von 2003 bis 2006 Norwegen. Finnland Als 2009 die Europameisterschaft im skandinavischen Land abgehalten wurde, war es erst das zweite Mal, dass sich die Finnen ein wenig in den Fokus des europäischen Frauenfußballs rücken konnten. Vier Jahre zuvor bei der EM in England holten sie sich nämlich überraschend den dritten Platz. Das ist der bis heute größte Erfolg in der Geschichte des finnischen Frauenfußballs – und das gleich bei der ersten Teilnahme. Bei einer WM war das Land bislang noch niemals dabei und in der FIFA-Weltrangliste war Finnland seit 2003 immer zwischen den Plätzen 16 und 19 zu finden. In der Länderspielbilanz gegen Deutschland steht neun Niederlagen immerhin ein Sieg gegenüber und der stammt vom 5. Oktober 1985, als die deutsche Elf in der WM-Qualifikation in Finnland mit 0 : 1 unterlag. Die höchste Niederlage gegen die deutsche Nationalmannschaft mussten die Finninnen am 26. Februar 2010 mit 0 : 7 beim Algarve-Cup einstecken. Fischer, Dunja J Erste Auswechslung Fischer, Nicole * 2. September 1961 Vor dem Fußballspielen hat die in Lörrach geborene Fischer Leistungsturnen betrieben. Erst mit dem 16. Lebensjahr begann sie
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Fitschen, Doris
bei Sportfreunde Schliengen mit dem Fußballspielen. Dort hielt es sie immerhin 14 Jahre, ehe Fischer für zwei Jahre zur „Vereinigung Wehr“ wechselte. Es folgten zwei Sabbat-Jahre und schließlich die Rückkehr nach Schliengen. Mit 38 Jahren beendete sie ihre aktive Laufbahn und es folgte von 2003 bis 2010 das Traineramt im Jugendbereich beim FC Schönau. Ihre ersten beiden von drei Länderspielen absolvierte Fischer im September und Oktober 1983 – das Debüt dabei am 7. September beim 2 : 0-Sieg in der Schweiz: Trainer Bisanz brachte sie zur zweiten Hälfte für Rosi Eichenlaub ins Spiel. Erst viereinhalb Jahre später kam sie zum letzten Mal zum Einsatz, als es in der EM-Qualifikation ein 0 : 0 gegen die Schweiz gab. 3 A-Länderspiele Fitschen, Doris * 25. Oktober 1968 Doris Fitschen zählt zu den wichtigsten, erfolgreichsten und besten Spielerinnen in der Geschichte des deutschen Frauenfußballs – sowohl auf Vereins-, als auch auf internationaler Ebene. Oft verglich man die vierfache Europameisterin mit Lothar Matthäus oder auch Franz Beckenbauer. Als Neunjährige begann die in Zeven geborene Fitschen 1978 beim FC Hesedorf mit dem Vereinsfußball, im Nachfolgeclub TuS Westerholz blieb sie bis 1988, ehe sie dann zum VfR Eintracht Wolfsburg wechselte. Zuvor hatte sie aber bereits als 17-Jährige ihren ersten Auftritt in der Nationalelf: Am 4. Oktober 1986 beim 2 : 0 in der EM-Qualifikation gegen Dänemark, wo sie auch gleich ihren ersten Treffer zum Endstand erzielte. Im Nationaltrikot feierte die Allrounderin 1989 mit dem Gewinn des Europameistertitels den ersten großen Erfolg, im Jahr darauf konnte sie sich mit den Wolfsburgerinnen für die neue zweigeteilte Bundesliga qualifizieren. 1991 wurde das Kunststück der EM-Titelverteidigung fertiggebracht und bei der ersten WM im gleichen Jahr (4. Platz) wurde Fitschen, die inzwischen souverän
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Fitschen, Doris
© Imago Sportfotodienst/Sven Simon
die Liberoposition besetzte, von Experten als beste Akteurin des Turniers gesehen. 1992 wechselte die gelernte Industriekauffrau und studierte Betriebswirtin zum TSV Siegen, um dort bis 1996 zwei Meistertitel, einen Pokalsieg und den Supercup-Gewinn einzufahren. In diese Zeit fällt zudem, wegen eines Kreuzbandrisses Anfang 1995 und den damit verpassten EM- und WM-Turnieren, nur ein auch für Fitschen etwas enttäuschender vierter Platz bei der WM an. 1996 schloss sie sich der SG Praunheim an, die sich später in 1. FFC Frankfurt umbenennen sollte. 1997 holten Fitschen & Co. bei der EM in Norwegen und Schweden ihre dritte Trophäe, 1998 wird Praunheim im Ligabetrieb Vizemeister. Als FFC Frankfurt wurde 1999 das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg gewonnen, bei der WM in den USA schnitten Fitschen und ihre Nationalelfkolleginnen als Sechste unterdurchschnittlich ab. In der Saison darauf holten die Mainstädterinnen erneut den Pokal, wurden aber nur Vizemeister, und bei der Olympiade in Sydney war die Bronzemedaille mit der Nationalmannschaft ein kleiner Erfolg. Im März 2001, zum Ende der erneut siegreichen Meisterschaftsrunde mit Frankfurt, zog es Doris Fitschen, die insbesondere immer von ihrer Dy namik bei Offensivvorstößen, ihrer Spielintelligenz und der Kopfballstärke profitierte, in die neue US-Profiliga WUSA, wo sie bei Philadelphia Charge unterkam. Ihre letzten fünf Länderspiele absolvierte die Ausnahmespielerin mit Fußballlehrerlizenz bei der EM in Deutschland 2001 – und unterbrach hierfür für einige Wochen ihr US-Engagement. Ihre finale Partie im Nationaldress bildete dabei der 1 : 0-Endspielsieg gegen Schweden am 7. Juli 2001. Die letzte Partie in Vereinsfarben fand drei Wochen später statt, als Fitschen sich in der WUSA-Begeg-
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Fleeting, Julie
nung gegen „New York Power“ am 31. Juli das linke Handgelenk brach. Ohne Unterbrechung widmete sich Fitschen dennoch weiterhin dem Frauenfußball: Von 2001 bis 2005 arbeitete sie als Frauenfußballexpertin für die ARD, übernahm Ende 2001 einen Job beim DFB im Marketingbereich, wechselte 2008 ins Frauen-WM-Organisationskomitee für 2011 und schlüpfte im August 2009 zusätzlich in die neu geschaffene Position der Managerin für die deutsche Frauennationalelf. 144 A-Länderspiele/16 Tore 63 Bundesligaspiele/29 Tore www.dorisfitschen.de Fleeting, Julie * 18. Dezember 1980 Die schottische Nationalspielerin gehört zu jenen nur elf Kickerinnen in der Welt, die mindestens 100 Tore in Länderspielen erzielt haben. Mit 113 Treffern in 111 Spielen für ihr Land belegt Fleeting damit den fünften Rang in der Liste der internationalen J Rekordtorschützinnen. Betrachtet man ihren Torquotienten von 1,0 Treffern pro Partie, so liegt sie hier sogar an der Spitze. Erwähnt werden muss allerdings, dass der schottische Verband auch jene Spiele berücksichtigt, die gegen Verbände geführt werden, die nicht der FIFA angehören. So flossen beispielsweise auch jene 16 Tore in die Statistik ein, die Fleeting beim 27 : 0 gegen die Isle of Man erzielt hatte. Julie Fleeting, die im November 1996 als 15-Jährige im Nationaldress debütierte, spielte bis 2001 bei Ross County, 2002 und 2003 in der US-Profiliga WUSA bei San Diego Spirit und ist seit 2004 bei Arsenal London angestellt. Flickflack-Einwürfe J Salto-Einwürfe
Foudy, Julie
Fortuna Dortmund J Kleinhans, Christa Fortuna Sachsenroß Hannover Die Frauenfußballabteilung des niedersächsischen Clubs gibt es zwar schon einige Jahre nicht mehr, aber Ende der 1980er und bis Mitte der 1990er Jahre spielte der Verein im hiesigen Frauenfußball eine durchaus gute Rolle. Die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft beispielsweise enterte Hannover erstmals 1988 und unterlag erst im Halbfinale gegen KBC Duisburg. In der Nachfolgesaison war im Viertelfinale Endstation. Im DFB-Pokal kam Fortuna zwei Mal ins Viertel- sowie einmal ins Achtelfinale. 1990 zählten die Hannoveranerinnen zu den Gründungsmitgliedern der damals noch zweigeteilten Bundesliga und waren bis zum Schluss ununterbrochen in der Nordstaffel dabei. Auch für die einteilige Beletage, die 1997 an den Start ging, hatte sich die Fortuna sportlich qualifiziert. Allerdings verzichtete sie aus wirtschaftlichen und sportlichen Gründen auf eine Teilnahme. Wichtige Leistungsträger – unter anderem Hannovers seinerzeit einzige aktuelle Nationalspielerin Claudia Müller – hatten den Club zum Saisonende verlassen. Einige Jahre später wurde die Abteilung aufgelöst. A-Nationalspielerinnen: J Anja Hümme, J Thekla Krause, J Claudia Müller Fortune, Leah Lynn Gabriela J Salto-Einwürfe Foudy, Julie * 23. Januar 1971 Die US-amerikanische Nationalspielerin hat zwar schon 2004 ihre internationale Karriere beendet, doch bis heute hat keine andere Spielerin weltweit sie von ihrem dritten Platz in der Liste der J Rekordnationalspielerinnen verdrängen können. Auf 272 Länderbegegnungen (45 Tore) brachte es die Mittelfeld- und Abwehr-
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Frai, Christine
spielerin zwischen 1988 und 2004 für ihr Land. Dabei gewann sie jeweils zweifach den WM-Titel (1991 und 1999) sowie die olympische Goldmedaille (1996 und 2004). Bei Olympia 2000 wurde Silber geholt und bei den Weltmeisterschaftsturnieren 1995 und 2003 jeweils der dritte Rang. 2001 zählte Foudy zu den Gründerinnen und Miteigentümerinnen der US-Profiliga J WUSA. Frai, Christine J Schiedsrichterin des Jahres Francke, Christine * 12. Juni 1974 Francke kann eine besondere Bilanz vorweisen: Zwei Mal wurde Torfrau Francke zur zweiten Halbzeit für Manuela Goller eingewechselt und zwei Mal gewann die deutsche Nationalelf ihre Spiele mit 8 : 0 – am 13. April 1995 gegen Polen sowie am 23. Mai 1995 in der Schweiz. Es sollten die beiden einzigen Einsätze Franckes im Nationaldress bleiben, auch wenn sie im selben Jahr ohne Turniereinsatz Vizeweltmeisterin wurde. In der Vereinsvita ging es bunter zu: Nach dem 1. FC Godesberg, dem SSV Plittersdorf und Fortuna Bonn im Mädchenbereich ging es anschließend zum SC 07 Bad Neuenahr, zum TuS Ahrbach, zum FSV Frankfurt, 2002 zum FC Bayern München, 2004 zum SC Freiburg und abschließend bis 2006 zum 1. FFC Frankfurt. Mit den Hessinnen holte sie kurz vor ihrem Karriereende ihren einzigen Titel: Deutscher Meister 2005. 2 A-Länderspiele 69 Bundesligaspiele/1 Tor Frauen in Männerteams Der Vertrag mit dem mexikanischen Zweitligisten Celaya war im Dezember 2004 bereits unterschrieben, das Trikot bereits geschneidert, und es fehlte nur noch die Genehmigung durch die FIFA. Mexikos erfolgreichste Nationalspielerin Maribel
Frauenbundesliga-Olympiaturnier
Dominguez wäre die erste Frau im Team einer männlichen Profimannschaft gewesen. Die FIFA untersagte den Deal jedoch rigoros. Fast genau ein Jahr zuvor hatte schon einmal ein Profiverein versucht, Frauenfußballerinnen zu engagieren. Damals war es der italienische Erstligist AC Perugia, der Birgit Prinz sowie den beiden Schwedinnen Hanna Ljungberg und Victoria Svensson Angebote unterbreitet hatte. Knapp eine Million Euro soll Perugia-Boss Luciano Gaucci Prinz für einen Eineinhalbjahresvertrag geboten haben. Aus sportlichen Gründen lehnten alle drei Spielerinnen die Offerten ab. Und so bleibt es der schwedischen Torfrau Asa Berglund vom damaligen Erstligisten Sunnana SK sowie der amerikanischen Rekordnationalspielerin Kristine Lilly vorbehalten, als einzige bekannte Fußballspielerinnen in einem Männerteam gekickt zu haben. Berglund allerdings für nur eine Partie, als sie im Juni 2005 dem Herrenteam ihres Vereins verletzungsbedingt in der 4. Liga beim 0 : 2 gegen Burea IK über 90 Minuten aushalf. Lilly spielte ab August 1995 immerhin eine ganze Saison in der professionellen US-Hallenliga für die Washington Warthogs. Dass Frauen auch Männerteams trainieren, kommt zwar ebenfalls selten vor, doch das hat es gegeben – unter anderem in Deutschland. Ex-Nationalspielerin J Sissy Raith war es, die im Januar 2009 die erste Männermannschaft des bayerischen Bezirksoberligisten TSV Eching übernahm. Und tatsächlich führte Raith das Team zum Aufstieg in die Landesliga. Im Oktober 2009 war das Experiment allerdings schon wieder beendet, als Eching auf dem vorletzten Tabellenplatz lag und Raith gekündigt wurde. Noch kürzer war die Amtszeit von Italiens Ex-Nationalspielerin J Carolina Morace, die 1999 das drittklassige Profiteam von ASC Viterbo übernahm. Nur zwei Spiele hielt sie dem medialen Druck stand, dann trat sie von ihrem Posten zurück. Frauenbundesliga-Olympiaturnier J Olympiaturnier
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Frauenfußball Bundesliga-Magazin
Frauenfußball Bundesliga-Magazin J Frauenfußballmagazine
© Archiv Ronny Galczynski
Frauenfußballclubs J FFC Frauenfußballmagazine Selbstverständlich finden sich auch im J Internet etliche Homepages, die sich dem Thema Frauenfußball widmen. So richtig in die Tiefe mit den Informationen gehen aber oft eher die gedruckten Publikationen, die seit nunmehr über 20 Jahren das Geschehen rund um den Damenkick begleiten. Begonnen hatte alles 1990, als der legendäre „Kicker“ sich herabließ, anlässlich der Einführung der zweigeteilten Frauenbundesliga zur Saison 1990/91 ein bis heu te einmaliges Sonderheft auf den Markt zu bringen. 1993 schickte sich das Magazin „DieDa“ mit der Herausgeberin J Monika KochEmsermann an, sich dem Thema zu nähern; nach 20 Ausgaben war dann allerdings 1998 schon wieder Schluss. Ab der Saison 2000/01 be lebte ein Saisonmagazin namens „Frauenfußball Bundesliga-Magazin“ als legitimer „Kicker“-Sonderheft-Erbe die Szene, für das Frankfurt-Manager J Siegfried Dietrich verantwortlich zeichnete. Nach sieben Ausgaben und sieben Saisons wurden allerdings auch hier die Segel gestrichen. Dazwischen versuchten sich auch noch die beiden Hefte „Soccer“ von 2003 bis 2004 sowie das Nachfolgeblatt „Die Elf“ von 2004 bis 2006. Anfang 2004 ging das ambitionierte „FF Magazin“ an den Start – wieder unter der Regie Koch-Emsermanns. Mit der
Friz, Sandy
Ausgabe Nummer 21 im Juni 2007 übernahm J Martina Voss die Leitung des Blattes, das sie bis heute erfolgreich führt. Seit dem Februar 2010 liegt das Magazin mit seinem neuen Namen „Frauenfußballmagazin“ an den Kiosken. Inzwischen ist auch das Fußball-Monatsheft „11 Freunde“ mit einem extra Frauenheft namens „11 Freundinnen“ am Markt, das seit Oktober 2009 in mehrmonatigen Abständen der Hauptpublikation beiliegt. Friedrich, Niobe * 27. August 1964 Ihre beiden größten sportlichen Erfolge auf Vereinsebene feierte die Torfrau jeweils im DFB-Pokal: Am 28. Mai 1988 stand sie mit Bayern München im Pokalfinale gegen den TSV Siegen (0 : 4) und zwei Jahre später am 19. Mai 1990 erreichte ihre Mannschaft erneut das Pokalendspiel – dieses Mal unterlag sie nur knapp mit 0 : 1 gegen den FSV Frankfurt. Im selben Jahr gab Friedrich ihr Debüt im Nationaltrikot, als sie am 7. August im NordamerikaPokal gegen die Sowjetunion 90 Minuten im Tor stand. Zwei Tage später wurde sie beim 3 : 2-Sieg gegen die USA im gleichen Turnier das zweite und letzte Mal in einem Länderspiel eingesetzt – zur zweiten Halbzeit für Manuela Goller. 2 A-Länderspiele Friz, Sandy Nach J Petra Bartelmann war 1990 die eher unbekannte Sandy Friz Deutschlands zweite J Spielerin im Ausland. Die nur 155 Zentimeter messende Mittelstürmerin hatte sich mit ihrem Verein SC Klinge Seckach zwar gerade für die in Deutschland neu eingeführte zweigeteilte Bundesliga qualifiziert – und ihre 25 Treffer in den letzten 17 Spielen trugen dazu maßgeblich bei – aber die damals 21-jährige Friz wollte Veränderung. Also unterschrieb sie beim italienischen Erstligisten „Fiamma Monza“ einen Vertrag als Halbprofi und arbeitete nebenher als Kinderbetreuerin.
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FSV Frankfurt
FSV Frankfurt Im September 1970 legte man in Frankfurt-Bornheim den Grundstein für eine Erfolgsstory im hiesigen Frauenfußball, die 35 Jahre später abrupt enden sollte – die Installierung einer Frauenfußballabteilung im bereits 1899 gegründeten FSV. Von Anfang an war J Monika Koch-Emsermann für mehr als zwei Jahrzehnte dabei, die zunächst als Spielerin und Abteilungsleiterin und ab 1974 als Trainerin beim Club angestellt war. Nachdem sich 1980 die besten Spielerinnen der J SG Oberst Schiel – dem bis dahin jahrelang nahezu unbezwingbaren Lokalrivalen – dem FSV angeschlossen hatten, ging es sportlich stetig bergauf und einen ersten Höhepunkt bildete 1982 der Gewinn des inoffiziellen Europacups für Vereinsmannschaften im holländischen Delft. Als die deutsche Nationalelf am 10. November 1982 ihr erstes Länderspiel der Geschichte gegen die Schweiz austrug, stand mit Rieke Koekkoek auch eine FSV-Spielerin auf dem Platz. 1983 drangen die Frankfurterinnen erstmals bis ins Finale des DFB-Pokals vor, verloren dort aber gegen KBC Duisburg. Zwei Jahre später gelang gegen denselben Gegner die Revanche nach Elfmeterschießen. Das erste Mal in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft kam der FSV 1984, musste sich aber Serienmeister Bergisch Gladbach mit 1 : 3 geschlagen geben. Auch hier allerdings gelang zwei Jahre später die Revanche, indem Frankfurt die Bergisch Gladbacherinnen mit 5 : 0 auseinandernahm und somit 1986 die erste Meisterschaft feiern konnte. Zu Beginn der Saison 1987/88 gab Koch-Emsermann kurzzeitig ihren Trainerposten ab, kehrte aber schon im Mai 1988 zurück auf die Bank. Auch beim Start der zweigeteilten Bundesliga war Frankfurt 1990 in der Südstaffel dabei und holte im gleichen Jahr zum zweiten Mal den DFB-Pokal. Als Südmeister gelang gleich in der Premierensaison der Bundesliga der Sprung ins Finale, das jedoch gegen den TSV Siegen verloren wurde. Dafür holten die Damen 1992 wiederum den DFB-Pokal, den sie der scheidenden Koch-Emsermann als Abschiedsgeschenk versprochen hatten.
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FSV Frankfurt
© FSV Frankfurt
Auf dem Trainerstuhl nahm 1993, nachdem Peter Walz vorzeitig gescheitert war, J Jürgen Strödter Platz. Nach zwei Spielzeiten ohne irgendeine Endspielteilnahme wurde das Jahr 1995 zum Schaulaufen für die Bornheimerinnen – alle vier möglichen Titel holten sie sich: Meisterschaft, DFB-Pokal, Supercup und DFB-Hallenpokal. Den DFB-Pokalsieg konnte die Mannschaft im Jahr darauf wiederholen, 1997 hingegen blieb sie erfolglos. Nach der Einführung der eingleisigen Bundesliga zur Saison 1997/98 sollte der FSV 1998 der erste Titelträger dieser Meisterrunde werden. Es blieb das letzte große Erfolgserlebnis des Vereins und mit dem 1. FFC Frankfurt war in direkter Nachbarschaft ein übergroßer Konkurrent erwachsen. Coach Strödter übergab den Staffelstab jetzt an Ex-Spielerin Anouschka Bernhard. Nach großem Aderlass an überragenden Spielerinnen versank der FSV nun im Mittelmaß der Bundesliga und beendete die Saisons nie mehr besser als auf dem fünften Rang. Negativer Höhepunkt des Niedergangs war schließlich die Spielzeit 2005/06, als die Hessinnen mit nur einem Unentschieden und einem Torverhältnis von 5 : 142 als Tabellenletzter absteigen mussten. Die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte handelte man sich mit dem J Rekordergebnis von 0 : 17 ausgerechnet gegen den 1. FFC Frankfurt ein. Nach der Saison 2005/06 wurde die Frauenfußballabteilung beim FSV Frankfurt umgehend aufgelöst. A-Nationalspielerinnen: J Birgitt Austermühl, J Isabell Bachor, J Stefanie Becker, J Anouschka Bernhard, J Katja Bornschein, J Sonja Fuss, J Andrea Heinrich, J Susanne Jahn, J Steffi Jones, J Rike Koekkoek, J Gaby König, J Katja Kraus, J Petra Melka, J Sandra Minnert, J Dagmar Pohlmann, J Birgit Prinz, J Sissy Raith, J Sandra Smisek, J Daniela Stumpf, J Britta Unsleber, J Ingrid Zimmermann
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FSV Schwarzbach
Größte Erfolge: Deutscher Meister 1986, 1995 und 1998; DFB-Pokalsieger 1985, 1990, 1992, 1995 und 1996; Supercup-Sieger 1995; DFBHallenpokalgewinner 1995 FSV Schwarzbach „DJK FSV Schwarzbach 1928 e. V.“ ist der sperrige, aber eigentlich korrekte Name des Clubs aus der hessischen Gemeinde Hofbieber. Eine Frauenfußballabteilung gibt es im 500-Seelen-Ortsteil seit 1977 und den ersten großen Erfolg landete der Dorfverein 1994, als er sich sensationell in der Aufstiegsrunde durchsetzten konnte und damit in der Bundesliga-Südgruppe landete. Mit nur vier Punkten im Gepäck folgte dann jedoch als Tabellenschlusslicht der sofortige Wiederabstieg, ein Jahr später aber die überraschende Rückkehr ins Oberhaus. Dieses Mal wurde Schwarzbach zwar nur Drittletzter, musste aber, aufgrund der Einführung der eingleisigen Liga 1997, dennoch nach Relegationsspielen zurück in die Zweitklassigkeit. Heute spielen die Schwarzbach-Frauen in der Hessenliga. www.frauenfussball-schwarzbach.de Funktionärinnen Nicht viele Frauen haben es in der Vergangenheit in der Fußballszene zu Ämtern mit besonders großem Einfluss gebracht. Bei reinen Frauenfußballvereinen funktioniert das schon eher, und da amtierte und amtiert durchaus auch die eine oder andere Präsidentin. So beispielsweise bis Mai 2010 beim 1. FFC Frankfurt Doris Dietmayr, J Monika Staab beim 1. FFC Frankfurt oder bis heute beim Zweitligisten FFC Oldesloe Anja Völker. Und von 2008 bis 2009 saß Zinet Karagöz beim FFC Wacker München auf dem Präsidentinnenstuhl. Oder eben auch DFB-Frau J Hannelore Ratzeburg, die maßgeblich an der Entwicklung des deutschen Frauenfußballs beteiligt war. Frauen in verantwortlichen Positionen im Männerfußball muss man hingegen mit der Lupe suchen – doch es gab und gibt sie. Die
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Fuss, Sonja
Fuss, Sonja * 5. November 1978 Bereits mit sechs Jahren traf Fuss gegen den Ball, im Verein seit Anfang 1986 beim VfR Flamersheim, 1991 ging es bei Grün-Weiß Brauweiler (ab 2000 FFC Brauweiler-Pulheim) weiter. Schon in der Saison 1994/95 spielte sie dort im ersten Frauenteam, das 1995 die Vizemeisterschaft holte. Auch bei ihrem ersten Länderspieleinsatz am 27. August 1996 beim 3 : 0 in Holland, als sie zur zweiten Halbzeit für Pia Wunderlich ins Spiel kam, war sie erst 17 Jahre alt.
© FCR 2001 Duisburg
aktuell wohl bekanntesten Vertreterinnen sind Patricia Amorim als Präsidentin des brasilianischen Vereins „Flamengo Rio de Janeiro“, Rosella Sensi, die dem AS Rom als Präsidentin vorsteht, Gisela Oeri, Präsidentin des FC Basel, FC-Bologna-Präsidentin Francesca Menarini sowie seit Juni 2010 Clemence Ross-van Dorp beim holländischen Erstligisten De Graafschap. Aber auch in Deutschland findet sich aktuell mit Ex-Nationalspielerin J Katja Kraus im Vorstand des Hamburger SV eine durchaus einflussreiche Frau. Auch in der Vergangenheit fanden sich in Deutschland gelegentlich fußballbegeisterte Damen in Funktionärsrollen wieder. Gisela Schwerdt beispielsweise, die als erste Präsidentin eines deutschen Proficlubs in die Annalen einging. Allerdings dauerte ihre Amtszeit bei Arminia Bielefeld 1986 lediglich acht Monate. Immerhin von 1988 bis 1992 präsidierte beim TSV 1860 München die legendäre Liselotte Knecht. Als erste Managerin in einem Profiverein und als Vizepräsidentin amtierte von Anfang 1994 bis Mitte 1995 Britta Steilmann bei der SG Wattenscheid 09 und als erste Aufsichtsratsvorsitzende eines Clubs im bezahlten Fußball fungierte 1999 beim FC St. Pauli für einige Monate Tatjana Groeteke.
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Fuss, Sonja
Auf ihr erstes von drei Länderspieltoren musste die gebürtige Bonnerin allerdings noch bis zum 15. November 2003 warten: In der EM-Qualifikation gegen Portugal markierte sie beim 13 : 0 den ersten Treffer der Partie. Den ersten großen Vereinserfolg landete die U16- bis U21-Natio nalspielerin 1997 mit dem Double aus Meisterschaft und Pokal, und auch international gelang im gleichen Jahr mit dem EM-Gewinn ein Meisterstück. 1998 wechselte Fuss studienbedingt in die USA zum Collegeclub „Hartford Hawks“, mit dem sie die US-Collegemeisterschaft gewann. Allerdings sorgte dieser Auslandsaufenthalt auch mit dafür, dass die schnelle und technisch starke Mittelfeld- und Abwehrspielerin von Mai 1999 bis August 2003 nicht mehr für die Nationalelf berücksichtigt wurde. Im Januar 2000 kehrte Sonja Fuss nach Brauweiler zurück und nach zweieinhalb mittelprächtigen Spielzeiten dort rauschte sie mit dem FFC in der Saison 2003/04 als Tabellenvorletzter in die Zweitklassigkeit. Zuvor jedoch holte sie sich mit der Nationalmannschaft noch den Weltmeistertitel 2003. Das Jahr 2004 konnte Fuss aber nicht nur mit dem Abstieg verbinden, sondern auch mit der bei Olympia gewonnenen Bronzemedaille sowie dem Clubwechsel zum FSV Frankfurt. Weil sich alle Erwartungen dort nicht annähernd erfüllten, schloss sie sich bereits Anfang 2005 dem 1. FFC Turbine Potsdam an, mit dem sie prompt den DFB-Pokal sowie den UEFA-Cup gewann. Auch zum zweiten Mal Europameisterin wurde Fuss 2005 und kehrte aus Potsdam zu ihren Brauweilerinnen zurück, die es gerade wieder ins Oberhaus geschafft hatten. Nach nur einer Saison in der alten Heimat wechselte die selbstständige Architektin zum FCR 2001 Duisburg, mit dem sie 2007 ins DFB-Pokalfinale vorstieß (1 : 4 nach Elfmeterschießen gegen 1. FFC Frankfurt) und 2007 wie 2008 Vizemeister wurde. Auch bei der WM 2007 war Fuss dabei, blieb aber ohne Einsatz. Ihr erfolgreichstes Jahr sollte allerdings 2009 werden: Zwar gelang in der Meisterschaft nur der dritte Platz, aber ihre Mannschaft holte den DFB-Pokal sowie den
Fütterer, Christine
UEFA-Cup. Außerdem wurde sie in diesem Jahr zum dritten Mal Europameisterin. Zu Beginn der Spielzeit 2009/10 wechselte Sonja Fuss überraschend von der Wedau an den Rhein zum Zweitligisten 1. FC Köln, um dessen frisch aus dem FFC Brauweiler hervorgegangene Frauenfußballabteilung zu unterstützen. 66 A-Länderspiele/3 Tore 196 Bundesligaspiele/19 Tore Fußballerin des Jahres 36 Jahre nachdem man in Deutschland erstmals den Titel „Fußballer des Jahres“ im Männerfußball vergeben hatte, wurde dieser 1996 erstmals auch im Frauenfußball ausgelobt. Experten des „Verbandes Deutscher Sportjournalisten“ kürten in Zusammenarbeit mit dem „Kicker“ Martina Voss zur ersten Spielerin mit dieser jährlich zu vergebenden Auszeichnung. Es folgten Bettina Wiegmann, Silke Rottenberg, Inka Grings und im Jahr 2000 erneut Martina Voss. Dann begann die Ära Birgit Prinz: Von 2001 bis 2008 gewann sie acht Mal am Stück – von 2003 bis 2005 parallel auch noch den Titel J „Weltfußballerin des Jahres“. Erst 2009 wurde Prinz durch Inka Grings abgelöst, die auch 2010 gewann. Fütterer, Christine * 14. Juli 1963 Ihre ersten fußballerischen Schritte unternahm Fütterer bei der FVgg Graben-Neudorf. Als die in Besigheim geborene Spielerin 1991 vom Zweitligisten DFC Spöck zum Süd-Bundesligisten TuS Niederkirchen wechselte, hatte die Mittelfeldspielerin bereits alle ihre drei Länderspiele absolviert. Erstmals wurde sie am 2. April 1988 beim 0 : 0 in Italien im EM-Qualifikationsspiel in der 41. Spielminute für Claudia Richter gebracht. Ihre letzte Partie bestritt sie drei Jahre später am 28. März 1991 beim 2 : 0-Sieg in Frankreich. 1993 wurde Fütterer mit TuS Niederkirchen Deutscher Meister, als ihr Team im Endspiel gegen den TSV Siegen 2 : 1 nach
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Garefrekes, Kerstin
Verlängerung gewann. 1995 schloss sie sich SC Klinge Seckach an, mit dem ein Jahr später der Vorstoß bis ins Finale des DFB-Pokals gegen den FSV Frankfurt gelang, wo Seckach jedoch 1 : 2 verlor. Nach diesem Endspiel beendete die Wirtschaftswissenschaftlerin aus beruflichen Gründen ihre sportliche Karriere. 3 A-Länderspiele Garefrekes, Kerstin * 4. September 1979 Die gebürtige Ibbenbürenerin zählt zu den erfolgreichsten Fußballspielerinnen in Deutschland – und das sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft. Kaum ein Titel, den sie nicht schon mindestens einmal gewonnen hat. Begonnen hatte sie mit dem Kicken Mitte der 1980er Jahre bei Grün-Weiß Steinbeck und anschließend bei der DJK Arminia Ibbenbühren. 1998 schloss sie sich dem FFC Heike Rheine an. Nach der ersten Saison ging es zwar gleich eine Ligaetage tiefer, doch nach dem Wiederaufstieg im Jahr 2000 etablierte sich der FFC in der Beletage und die vielseitig einsetzbare Etat-Mittelfeldspielerin war in jeder Spielzeit beste Torschützin im Team. So kam auch der erste Einsatz in der Nationalelf am 17. November 2001 nicht so ganz überraschend, als Bundestrainerin TheuneMayer die mehrfache Juniorennationalspielerin beim 3 : 0 in der WM-Qualifikation in Holland in der 84. Minute für Martina Müller in die Partie warf. Der erste Länderspieltreffer gelang der schnellen und torgefährlichen Garefrekes am 27. Januar 2002 beim 3 : 1 in Norwegen zum 1 : 0 in der 50. Minute. Nationale wie internationale Titel folgten nun Schlag auf Schlag: 2003 Weltmeister und Sieger beim DFB-Hallenpokal (konnte sie 2006 und 2007 wiederholen), Bundesligatorschützenkönigin 2004 mit 26 Treffern, Bronzemedaille bei Olympia im selben Jahr. Um auch auf Vereinsebene bei den ganz großen Titeln ein Wörtchen mitreden zu können, wechselte die Diplom-Verwaltungswir tin 2004 zum 1. FFC Frankfurt. Prompt holte sie mit den Hes-
Gebauer, Ingrid
sinnen 2005 die Meisterschaftstrophäe und wurde erstmals Europameisterin. 2006 folgte der Gewinn des UEFA-Cups und 2007 wurde zum bis dahin erfolgreichsten Jahr für Kerstin Garefrekes: erneut Weltmeister und das Double aus Pokal und Meisterschaft. 2008 konnte der Double-Gewinn wiederholt werden, und außerdem gewann sie mit Frankfurt abermals den UEFA-Cup und mit der Nationalelf wiederum Olympia-Bronze. Mit dem FFC blieb Garefrekes 2009 und 2010 zwar gänzlich ohne Titel, doch mit der EM-Titelverteidigung in Finnland 2009 setzte sie zumindest international noch einmal ein Ausrufezeichen, als sie in fünf von sechs Begegnungen dabei war. 119 A-Länderspiele/38 Tore 226 Bundesligaspiele/159 Tore Gebauer, Ingrid * 13. Februar 1959 Die Stürmerin der SSG 09 Bergisch Gladbach in den 1970er und 1980er Jahren darf getrost zu den erfolgreichsten Fußballspielerinnen Deutschlands gezählt werden. Zwischen 1977 und 1984 gewann sie mit der SSG nicht nur sieben Deutsche Meisterschaften (1977 sowie 1979 bis 1984), sondern zudem drei Mal den DFBPokal (1981, 1982 und 1984) sowie 1981 und 1984 den Weltcup in Taiwan – einen der Vorläufer der WM-Turniere. Zur Meisterschaft 1977 trug Gebauer insofern wesentlich bei, dass sie am 25. Juni im Rückspiel gegen „Oberst Schiel“ (nach einem 0 : 0) das einzige und entscheidende Tor erzielte. Im Trikot der offiziellen Nationalmannschaft durfte sich Gebauer insgesamt nur drei Mal präsentieren. Erstmals bei Deutschlands erstem Länderspiel überhaupt am 10. November 1982 gegen die Schweiz (5 : 1), wo sie zudem auch ihren ersten Treffer zum 2 : 0 erzielte. Gleich im zweiten Einsatz am 5. März gegen Belgien (1 : 1) traf die Angreiferin erneut und ihre letzte Partie bestritt sie am 1. Mai 1983 beim 1 : 1 gegen Dänemark – hier allerdings ohne Treffer. 3 A-Länderspiele/2 Tore
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Gebhard, Gertrud
Gebhard, Gertrud Als Schiedsrichterin Gertrud Gebhard aus Hallstadt am 28. August 1991 mit der Partie Deutschland gegen Schweiz (3 : 1) als erste Frau ein Frauenländerspiel leitete, tat sie dies noch unter ihrem Mädchennamen Regus. Der FIFA muss der Auftritt gefallen haben, denn für die im November des gleichen Jahres erstmalig ausgetragene Frauenfußball-WM in China nominierte man sie prompt als Linienrichterin. Dort stand sie auch im Endspiel zwischen USA und Norwegen (2 : 1) am Kreidestrich. Am 23. Mai 1992 war sie zudem die erste Schiedsrichtern, die ein DFB-Pokalendspiel der Frauen leiten durfte: FSV Frankfurt und TSV Siegen hießen die Finalgegner beim 1 : 0 für die Hessinnen. Seit 1993 stand sie in der 2. Bundesliga der Männer an der Linie. Ab der Saison 1995/96 leitete Gebhard, die seit Dezember 1994 so hieß, bereits Spiele der Herren-Regionalliga, und am 13. Oktober 1995 wurde sie bei der Begegnung zwischen Schalke 04 und dem 1. FC Kaiserslautern (1 : 1) sogar erstmals in der Bundesliga als Schiedsrichterassistentin eingesetzt. Am 19. März 1996 stand sie beim Match Bayer Leverkusen gegen Hansa Rostock (2 : 0) zum zweiten und letzten Mal an der Linie und beendete ihre Karri ere im Profibereich der Männer anschließend aus persönlichen Motiven. Gehlen, Marie-Luise * 23. Juni 1961 Als „Mary“ Gehlen am 22. August 1984 ihren ersten Länderspieleinsatz beim Vierländerturnier in Italien hatte, spielte sie mit dem STV Lövenich in der Regionalliga West – der damals höchsten Spielklasse. Beim Vier-Länder-Turnier in Italien ging es gegen England und Gehlen wurde beim 2 : 0-Sieg zur zweiten Halbzeit für Rike Koekkoek gebracht. Auch die beiden nächsten Auftritte im Nationaldress absolvierte die Spielerin bei diesem Turnier, den vierten und letzten Einsatz in der Länderelf bestritt sie am 9. April 1985 beim 0 : 1 in Ungarn. Den größten Erfolg im Vereinsdress
Goeßling, Lena
hatte Gehlen 1987, als Lövenich am 20. Juni im Finale des DFB-Pokals mit 2 : 5 gegen den TSV Siegen unterlag. 1992 gelang dem STV der Aufstieg in die Nordstaffel der Bundesliga, wo er sich aber nur ein Jahr halten konnte. Marie-Luise Gehlen trainierte später die Damen von Teutonia Weiden, zwischenzeitlich den TuS Köln rrh. sowie erneut die Weidenerinnen. 4 A-Länderspiele Gelbe Karten Seit Einführung der eingleisigen Bundesliga 1997 sicherte sich Carmen Roth mit insgesamt 40 gelben Karten die Krone der Gelbsünderinnen. Zugutehalten muss man der Abwehrspielerin, dass sich die Karten auf immerhin 13 Spielzeiten (für Nieder kirchen, Bad Neuenahr und Bayern München) beziehen und sich so der Schnitt auf lediglich rund drei Verwarnungen pro Saison beschränkt. In der Spielzeit 2007/08 waren es aber immerhin acht Gelbe. Den zweiten Platz in dieser Rangliste belegt Mittelfeld spielerin Aferdita Kameraj, die im Dress des HSV und von Turbine Potsdam in acht Saisons 36 gelbe Kartons sammelte – neun davon allein in der Spielzeit 2004/05. Gelb-Rote Karten J Platzverweise Goeßling, Lena * 8. März 1986 Die gebürtige Bielefelderin begann 1992 beim SV Löhne-Obernbeck mit dem Fußballspielen und ging nach einer Saison beim SV Sundern 2001 zum „FC Gütersloh 2000“. 2004 gewann die U17bis U23-Nationalspielerin mit der U19 die Weltmeisterschaft in Thailand und bei der EM in Finnland wurde Gütersloh einige Monate zuvor Zweiter. 2006 wechselte Goeßling vom Zweitligisten Gütersloh zum SC 07 Bad Neuenahr in die 1. Bundesliga. Im Jahr darauf holte sie mit der U23-Nationalelf beim Nordic
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Golden Goal
Cup den zweiten Platz. Seit 2009 trägt sie in Bad Neuenahr die Kapitänsbinde. Ihren ersten Kurzeinsatz in einem Länderspiel bekam die Ostwestfälin am 28. Februar 2008 beim 2 : 0 gegen China, als sie in der 86. Minute für Simone Laudehr eingewechselt wurde. Danach wurde die Mittelfeldspielerin hauptsächlich beim Algarve-Cup eingesetzt, wo sie von 2008 bis 2010 bei allen drei Turnieren dabei war. Bei den Olympischen Spielen 2008 und der Europameisterschaft 2009 zählte die Sportsoldatin hingegen nicht zum Kader. 16 A-Länderspiele 75 Bundesligaspiele/11 Tore Golden Goal Einige Jahre meinte die FIFA mit dieser Regelung mehr Spannung in das internationale Fußballgeschehen bringen zu müssen. Ging ein Spiel in die Verlängerung, so entschied der erste geschossene Treffer – das goldene Tor – über den Sieg. Auch im Frauenfußball kam diese Regelung zur Anwendung und erstmals 1996 zum Tragen, als J Shannon MacMillan im Olympia-Halbfinale gegen Norwegen zum 2 : 1 traf. Die Brasilianerin Sissi erzielte bei der WM 1999 in den USA im Viertelfinale gegen Nigeria das entscheidende 4 : 3 in der 104. Minute. Zwei Mal waren Deutschland und Schweden gemeinsam am Golden-Goal-Reigen beteiligt – und beide Male fiel der entscheidende Treffer in der 98. Minute. Am 7. Juli 2001 bei der Europameisterschaft in Deutschland war es im Endspiel gegen die Skandinavierinnen Claudia Müller die den entscheidenden Treffer zum 1 : 0 markierte. Auch ihr J Trikot-Lupfer hinterher sorgte für mediale Aufmerksamkeit. Bei der WM in den Vereinigten Staaten 2003 gelang Nia Künzer, die erst in der 88. Spielminute eingewechselt worden war, am 12. Oktober mit einem Kopfball zum 2 : 1 das Siegtor gegen die Schwedinnen. Der Treffer wurde von den Zuschauern der ARD-Sportschau zum J „Tor des Monats“ Oktober und später sogar zum J „Tor des Jah-
Goldpokal
res“ gewählt. Es blieb das letzte Golden Goal in der Fußballgeschichte. Goldener Ball Die von einem deutschen Sportschuhhersteller seit 1991 vergebene Auszeichnung ehrt anlässlich der WM jeweils die beste Spielerin des Turniers. Bei der ersten Weltmeisterschaft in China gewann US-Spielerin Carin Jennings, 1995 in Schweden die Norwegerin Hege Riise. Bei der WM in den USA 1999 wurde der Preis der Chinesin Sun Wen zuteil, 2003 gewann Birgit Prinz und 2007 wiederum in China zeichnete man die Brasilianerin Marta aus. Goldener Schuh Mit diesem von einem deutschen Sportschuhhersteller ausgelobten Preis wird jeweils nach einer Weltmeisterschaft die Torschützen königin des Turniers geehrt. Bei Treffergleichstand entscheidet zusätzlich die Anzahl der Assists. 1991 gewann erstmals Michelle Akers aus den USA mit zehn Toren, 1995 siegte die Schwedin K ristin Aarones mit sechs Abschlüssen. 1999 mussten sich die Brasilianerin Sissi sowie die Chinesin Sun Wen die güldene Fußbekleidung mit je sieben Treffern teilen. 2003 holte sich Birgit Prinz die Auszeichnung und 2007 Marta aus Brasilien – beide ebenfalls mit sieben Toren. Goldpokal Heute gilt dieser einmalige Wettbewerb als entscheidender Wegbereiter für die Durchführung einer offiziellen Meisterschaft im Frauenfußball. Die vom Hamburger Heinrich-Bauer-Verlag gestiftete Trophäe war eine Idee des TuS-Wörrstadt-Managers Philipp „Fips“ Scheidt, der 1973 eine Art inoffizielle Deutsche Meisterschaft mit den Meistern der Landesverbände unter dem Namen „Deutschlandpokal“ organisiert hatte. Der DFB stellte sich zunächst quer, lenkte dann aber ein, nachdem Scheidt mit einer Titelstory in der „Bild“ à la „DFB verbietet Frauenfußball“ gedroht
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Goller, Manuela
© TuS Wörrstadt
hatte und erlaubte das Turnier unter dem Kompromissnamen „Goldpokal“. Die Vorrundenpartien wurden in Hin- und Rückspielen durchgeführt und am 29. September fanden in Rüsselsheim das Endspiel sowie die Partie um Platz 3 statt. TuS Wörrstadt mit Trainer J Erwin Hartmann traf, nachdem im Halbfinale der SC 07 Bad Neuenahr mit zwei Mal 1 : 0 ausgeschaltet worden war, im Finale auf den FC Bayern München, der dort mit 3 : 1 besiegt wurde. Im kleinen Finale standen sich Bad Neuenahr und der TSV Bremer haven-Wulsdorf gegenüber. Im Jahr darauf startete der DFB mit den 16 Landesmeistern die erste offizielle Deutsche J Meisterschaft.
Goller, Manuela * 5. Januar 1971 Die in Wipperfürth bei Köln geborene Torhüterin begann bereits als Fünfjährige beim TuS Egen mit dem Fußballspielen – damals allerdings noch als Mittelstürmerin und gemeinsam mit Jungs. 1983 wechselte sie in eine reine Mädchenelf zum DJK Wipperfeld. Nachdem sie zwischendurch eine Saison bei Rot-Weiß Olpe
Götte, Jeannette
auflief, holte Anne Trabant sie 1988 zur SSG 09 Bergisch Gladbach, wo Goller zunächst im Reserveteam zwischen den Pfosten stand. 1989 gewann die SSG noch ohne Goller im Tor das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, aber bis zur erneuten Finalteilnahme Bergisch Gladbachs um die Deutsche Meisterschaft 1990 (0 : 3 gegen TSV Siegen) hatte sie sich als Nummer eins etabliert. Am 5. August 1990 beim 3 : 1 gegen England im NordamerikaPokal feierte Manuela Goller dann ihr Debüt im Nationaltrikot. 1992 erfolgte schließlich der Wechsel zu Grün-Weiß Brauweiler, mit dem sie 1994 DFB-Pokalsiegerin, Vizemeisterin und Supercup-Gewinnerin wurde. Ihr sportlich bestes Jahr aber wurde 1995, als neben der Wiederholung des Pokalsieges und der Vizemeisterschaft auch auf internationaler Ebene etwas heraussprang: Als Stammtorhüterin gewann sie mit der Nationalelf durch ein 3 : 2 im Endspiel gegen Schweden den Europameistertitel und bei der WM im gleichen Jahr unterlag die deutsche Mannschaft erst im Finale mit 1 : 2 gegen Norwegen. Ihr letztes Länderspiel bestritt Goller am 25. Juli 1996 beim 1 : 1 im Olympia-Gruppenspiel gegen Brasilien in den USA. Bis 1997 blieb die staatlich geprüfte Landwirtin schließlich noch in Brauweiler, dann beendete sie ihre Karriere. Sie kehrte dann allerdings im November 2000 völlig überraschend auf die Fußballbühne zurück, als sie dem Erstligisten Sportfreunde Siegen bis zum Saisonende aushalf. Manuela Goller leitet heute den elterlichen Hof in Wipperfürth und war bis zum Sommer 2010 als Spielertrainerin einer Hobbyelf beim Heimatverein TuS Egen aktiv. 45 A-Länderspiele 20 BL-Spiele Götte, Jeannette * 13. März 1979 „Sportfreunde Westfalia Hagen“ hieß Göttes erster Club, von dem sie 1996 zum zweitklassigen SG Rot-Weiß Hillen wechselte. 1999 schaffte sie mit der SG den Aufstieg in die Bundesliga und blieb
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Gottschlich, Gudrun
dort mit dem gerade frisch fusionierten FFC Flaesheim-Hillen zwei Jahre sportlich im Geschäft. Am 16. März 2000 absolvierte Götte zudem beim Freundschafts-0 : 2 in Holland ihr erstes Länderspiel, als sie in den zweiten 45 Minuten für Ariane Hingst auf dem Rasen stand. Und weil Trainerin Tina Theune-Meyer Jeannette Götte beim Spiel um Platz 3 gegen Brasilien bei Olympia 2000 in Sydney in der letzten Minute für Inka Grings ins Spiel brachte, darf sie sich jetzt Bronzemedaillengewinnerin nennen. 2001 folgte ein Insolvenzantrag des FFC und der damit einhergehende Rückzug des Frauenteams vom Spielbetrieb. Zum Abschluss gewannen Götte und ihre Mannschaft mit einem 1 : 2 gegen den 1. FFC Frankfurt am 26. Mai 2001 aber noch den Vizetitel im DFBPokal. Danach ging es für sie zum FCR 2001 Duisburg. Während ihrer ersten Saison dort wurde sie zum letzten Mal in der Nationalmannschaft eingesetzt: am 25. Oktober 2001 beim 9 : 0 gegen Portugal in einem WM-Qualifikationsspiel. Auch mit den Damen aus dem Ruhrgebiet gelang 2003 der Sprung ins DFB-Pokalfinale: Wieder gegen den 1. FFC Frankfurt setzte es mit 0 : 1 erneut eine Niederlage – Götte selbst wurde im Finale aber gar nicht eingesetzt. Stattdessen schloss sie sich zur Spielzeit 2003/04 Wattenscheid 09 an, mit der die Informatikerin 2007 in die Bundesliga aufstieg. Nur ein Jahr konnten sich die Bochumerinnen dort halten, dann ging es wieder runter. In der Winter pause 2008/09 trennte Jeannette Götte sich aus beruflichen Gründen von der SG, heuerte aber im Sommer 2009 beim Westfalenligisten SV Herbede an. 8 A-Länderspiele 67 Bundesligaspiele/15 Tore Gottschlich, Gudrun * 23. Mai 1970 Elfjährig begann Gottschlich ihre sportliche Laufbahn im Herbst 1981 beim SV Affstätt, wo sie bis 1985 gegen den Ball trat. Anschließend ging es zum VfL Sindelfingen, 1988 zum KBC Duis-
Gottschlich, Stefanie
burg und zunächst wieder zurück zum VfL. Ihr erster Länderspieleinsatz datiert vom 10. Mai 1989 beim 1 : 0 gegen Dänemark, wo die Stürmerin in der 58. Spielminute für Petra Bartelmann ins Spiel gebracht wurde. Sowohl bei der EM 1991 in Dänemark, wo Deutschland mit einem 3 : 1 im Finale gegen Norwegen Europameister wurde, als auch im November des gleichen Jahres bei der ersten WM in China, wo die deutsche Mannschaft im Halbfinale gegen die USA ausschied, war Gottschlich aktiv dabei. Bei diesem Turnier erzielte sie zudem beim 4 : 0-Gruppenspiel gegen Nigeria ihr erstes Tor für die Nationalelf. Vom KBC Duisburg wechselte die Angreiferin schließlich zu GrünWeiß Brauweiler, mit dem 1994 der Pokalsieg eingefahren und die Vizemeisterschaft geholt wurde. 1995 unterlag Brauweiler in der Meisterschaft zwar erneut im Endspiel, aber 1997 gelang mit dem Double der große Coup: Am 8. Juni gewann Brauweiler im Endspiel mit 6 : 4 nach Elfmeterschießen gegen den FC RumelnKaldenhausen die Meisterschaft und eine Woche später wurde im DFB-Pokalfinale der FC Eintracht Rheine mit 3 : 1 geschlagen. International hatte sich Gudrun Gottschlich inzwischen mit ihrem letzten Einsatz im Nationaltrikot am 2. Mai 1996 in der EM-Qualifikation gegen Norwegen (1 : 3) von der Länderspielbühne verabschiedet. Seit 2008 spielt Gottschlich in der zweiten Mannschaft des FC Bitburg. 33 A-Länderspiele/2 Tore 10 Bundesligaspiele/5 Tore Gottschlich, Stefanie * 5. August 1978 Schon als Vierjährige trat Stefanie Gottschlich beim SV Eischott gegen den Ball und erst zehn Jahre später verließ die in Wolfsburg geborene Spielerin den Club in Richtung VfR Eintracht Wolfs burg, wo sie in der zweiten Mannschaft spielte. Nach zwei Saisons rückte sie 1994 16-jährig in die erste Mannschaft in der Bundesliga-Nordstaffel auf. Mit Einführung der eingleisigen Bundesliga
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Griffon, Annemieke
1997 musste sich Wolfsburg zunächst in die Zweitklassigkeit verabschieden, Gottschlich wurde dennoch am 12. Oktober 1997 beim 0 : 3 gegen die USA erstmals in der Nationalelf eingesetzt. Bundestrainerin Theune-Mayer brachte die mehrfache Juniorennationalspielerin zur zweiten Halbzeit für Sonja Fuss. Der inzwischen zum WSV Wendschott transformierte Verein schaffte den sofortigen Wiederaufstieg ins Oberhaus. Gottschlich entwickelte sich in Wolfsburg zur Leistungsträgerin, zum Stammpersonal in der Nationalmannschaft zählte die Allround-Spielerin in den folgenden Jahren auch verletzungsbedingt nicht – obwohl sie regelmäßig zum Kader gehörte. Ihr erstes Tor für Deutschland gelang ihr im WM-Qualifikationsspiel gegen England am 19. Mai 2002, als sie zum 1 : 0-Endstand traf. Nachdem sie bereits bei Olympia 2000 in Sydney dabei war, glückte der Kauffrau für Bürokommunikation mit dem EM-Titel 2003 ihr größter Erfolg, als sie in allen sechs Begegnungen eingesetzt wurde. Ihr letztes Länderspiel bestritt sie am 31. März 2004 beim 1 : 0-Sieg in Italien und mit dem inzwischen in VfL Wolfsburg umbenannten Verein musste Stefanie Gottschlich 2005 erneut absteigen. Nachdem abermals die unmittelbare Rückkehr in die 1. Bundesliga gelang, verletzte sich Gottschlich am Meniskus und beendete ihre aktive Laufbahn nach insgesamt drei Kreuzbandrissen und acht Knie-OPs im August 2006. Heute ist die B-Lizenz-Trainerin beim Niedersächsischen Fußballverband als Stützpunktcoach für Mädchenfußball aktiv. 45 A-Länderspiele/3 Tore 69 Bundesligaspiele/24 Tore Griffon, Annemieke J Kiesel, Annemieke Grigoli, Patrizia J Brocker, Patrizia
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Grings, Inka
© FCR 2001 Duisburg
Grings, Inka * 31. Oktober 1978 Die Laufbahn der in Düsseldorf geborenen Ausnahmespielerin und bis dato erfolgreichsten Bundesligatorschützin war ein einziges Auf und Ab, wobei wohl nur Verletzungspech sowie ab und an kleine „Aussetzer“ das Erklimmen der Karriereleiter zum ganz großen Weltstar verhindern konnten. Bereits mit vier Jahren spielte Inka Grings Fußball, 1984 trat sie dem TSV Eller 04 bei und wechselte 1990 als Zwölfjährige zum Garather SV – beides Clubs aus Düsseldorf. 1995 schließlich schloss sie sich dem FC Rumeln-Kaldenhausen an, bei dem sie seither ununterbrochen – heute als FCR 2001 Duisburg – in der Bundesliga spielt. Gleich in der ersten Saison wurde nicht nur der DFB-Hallenpokal gewonnen, sondern Grings debütierte außerdem in der A-Nationalmannschaft: Am 5. Mai 1996 beim 6 : 0 über Finnland in der EM-Qualifi kation wurde sie in der 72. Minute für Patrizia Brocker in die Partie gebracht. Am Ende der Spielzeit 1996/97 stand Duisburg im Finale um die Deutsche Meisterschaft, wo allerdings GrünWeiß Brauweiler nach Elfmeterschie ßen den Titel holte. 1997 war die An greiferin zwar im EM-Kader, kam aber nicht zum Einsatz. 1998 sprang dann erstmals – sowohl für Grings, als auch für Duisburg – ein größerer Erfolg heraus: Gegen den FSV Frankfurt steuerte die Stürmerin beim 6 : 2-Erfolg im DFB-Pokalfinale allein drei Tore bei. Zwischenzeitlich hatte sie auch ihren ersten Treffer im Nationaltrikot erzielt, als sie am 28. Mai 1998 beim 8 : 0 über Neuseeland nicht nur in der 34. Spielminute zum 2 : 0 traf, sondern im gleichen Spiel mit zwei weiteren Treffern auch gleich ihren ersten Länderspiel-Hattrick komplettierte. In der Saison darauf
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Grings, Inka
wurde der FCR zwar „nur“ Vizemeister, aber Grings holte sich mit 25 Treffern das erste Mal die Trophäe als J Torschützenkönigin. Das konnte die beidfüßig veranlagte Spielerin übrigens in den Jahren 2000, 2003, 2008, 2009 und 2010 wiederholen, und in der Spielzeit 1999/2000 überbot sie dabei mit bis heute unerreichten 38 Treffern die alte Bestmarke von Heidi Mohr aus dem Jahr 1991 um zwei Tore. Nachdem die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation 1999 bei der WM in den USA dabei war – beim 6 : 0 dort gegen Mexiko schaffte sie erneut einen Hattrick – und erstmals zur J „Fußballerin des Jahres“ gewählt wurde, sollte das Jahr 2000 das vorerst erfolgreichste für das Team von der Ruhr und die Knipserin vom Rhein werden: Das erste Mal wurde die Deutsche Meisterschaft eingefahren, und zudem holten Grings und ihre Mannschaft den DFB-Hallenpokal. Mit den Olympischen Spielen 2000 begann für Inka Grings allerdings eine längere Leidenszeit, in der sie mehrere Verletzungen davontrug und unter anderem nicht an der EM im eigenen Land und an der WM teilnehmen konnte. Immer wieder jedoch bewies sie hinterher ihren Torinstinkt und traf beispielsweise in der Saison 2004/05 beim 8 : 0 gegen Bad Neuenahr sechsfach. Davon erzielte sie drei Tore innerhalb von vier Minuten – der schnellste Hattrick in der Bundesligageschichte bei Frauen und Männern. Nach Olympiabronze 2004 (verletzungsbedingt ohne E insatz) sowie dem EM-Titel 2005, wo sie auch Torschützenkönigin wurde, und einer für Grings längeren länderspielfreien Phase kam es in der Spielzeit 2006/07 beim FCR zu erheblichen Unstimmigkeiten zwischen der Düsseldorferin und Trainer Dietmar Herhaus. In diesem Zusammenhang wurde die Spielerin im Oktober 2006 zunächst suspendiert, kehrte nach dem Rücktritt des Übungsleiters jedoch im Dezember wieder zurück in den Kader. Im März 2007 erwies sich die schnelle und torhungrige Spielerin abermals als echte J Rekordtorschützin, als sie gegen Brauweiler erneut sechs Tore in einer Begegnung markierte.
Grün-Weiß Brauweiler
Nachdem Grings auch die Olympiade 2008 verpasste, weil sie unter anderem mehrfach vergessen hatte, ihre Unterlagen für die Visaerteilung in China rechtzeitig einzureichen, feierte sie ihre Rückkehr in die Nationalmannschaft nach fast dreieinhalb Jahren Pause im Februar 2009. Und dieses Jahr erwies sich als absolut erfolgreichstes für die Dauer-Vizemeisterin von 2004–2007: UEFA-Cup-Gewinn, Europameistertitel, DFB-Pokalsieg und „Fußballerin des Jahres“. 2010 kamen schließlich ein weiterer Sieg im DFB-Pokal, die abermalige Vizemeisterschaft sowie erneut die Wahl zur „Fußballerin des Jahres“ hinzu. 84 A-Länderspiele/57 Tore 229 Bundesligaspiele/291 Tore Groeteke, Tatjana J Funktionärinnen Gröpper, Astrid * 12. April 1977 In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren spielte Gröpper noch außerordentlich erfolgreich Tischtennis beim ASV Haage. Bis 1999 stand sie dann beim TSV Schwaben Augsburg im Tor, um sich anschließend dem Bundesligisten 1. FC Nürnberg anzuschließen. Als sie am 27. August 1996 beim 3 : 0 in Holland (zur zweiten Halbzeit für Nadine Angerer) ihren einzigen Einsatz im Nationaltrikot hatte, war die mehrfache U19-Nationalkeeperin Angestellte beim SV Kempten. 1 A-Länderspiel 10 Bundesligaspiele Grün-Weiß Brauweiler J FFC Brauweiler-Pulheim
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Günther, Sarah
Günther, Sarah * 25. Januar 1983 Die gebürtige Bremerin schnürte ihre ersten Vereinsfußballschuhe 1993 beim VfB Komet Bremen, wo sie gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester angemeldet wurde. Als 15-Jährige erfolgte 1998 der Wechsel zum TSV Buntentor, wo sie schon bald im ersten Frauenteam in der dritten Liga zum Zug kam. Im selben Jahr feierte sie ihr U16-Länderspieldebüt und durchlief das ganze Programm der Nachwuchs-Auswahlmannschaften bis zur U21. Auf über 50 Einsätze brachte Günther es hier seit 1998 und wurde mit den Jugendteams unter anderem drei Mal Europameisterin. Ihren ersten Länderspieleinsatz hatte die im Mittelfeld und in der Abwehr variabel einsetzbare Spielerin am 6. März 2001 beim 1 : 0 gegen China, wo sie in der 66. Spielminute für Renate Lingor gebracht wurde. Günther war seinerzeit die einzige Drittligaspielerin im Kader. Ihren nächsten Auftritt auf internationaler Bühne hatte sie dann allerdings erst wieder gut zwei Jahre später im Vorfeld der WM, kurz bevor sie zum Hamburger SV wechselte. Allerdings wurde sie für das Turnier in den USA nicht berücksichtigt. Bei Olympia 2004 in Athen war die schnelle und exzellente Technikerin dann aber dabei und holte mit der Mannschaft die Bronzemedaille. Und auch beim EM-Gewinn 2005 mischte Günther im Halbfinale und im Endspiel mit. Dennoch bestritt die Physiotherapeutin bereits am 20. Oktober 2005 beim 4 : 0 gegen Schottland ihr bislang letztes Länderspiel. Auf Vereinsebene lief es nun aber besser. Nachdem sie zur Saison 2005/06 zum 1. FFC Frankfurt gewechselt war, holte sie mit ihren hessischen Kolleginnen Titel um Titel: 2006 den UEFA-Cup, 2007 das Double aus Meisterschaft und Pokal, 2008 das Triple aus UEFA-Cup, Meisterschaft und DFB-Pokal – dazu noch die Hallentitel 2006 und 2007. 27 A-Länderspiele 84 Bundesligaspiele/8 Tore
Haberlass, Andrea
Günthner, Elke * 14. Juli 1964 Elke Günthner zählt zu den profiliertesten Unparteiischen Deutschlands. Unter anderem setzte sie die FIFA bei der Frauenfußballweltmeisterschaft 1999 in den USA und in vielen weiteren Länderspielen und UEFA-Cup-Begegnungen ein. Seit 1991 leitete die 1995 als J FIFA-Schiedsrichterin Geadelte auf Geheiß des DFB mehr als 100 Bundesligaspiele der Damen – bei den Männern pfiff sie bis zur Oberliga. 2005 wurde Günthner zur J Schiedsrichterin des Jahres gewählt und beendete im Jahr darauf ihre internationale Karriere. Haarbach, Anne J Trabant-Haarbach, Anne Haberlass, Andrea * 16. November 1963 Vom Heimatverein FV Salia Sechtem ging es 1981 zum Serienmeister SSG Bergisch Gladbach, mit dem Haberlass dann gleich schon als 17-Jährige im Pokalfinale gegen TuS Wörrstadt wie auch im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft gegen Tennis Borussia Berlin stand – beide Titel wurden gewonnen. 1984 holten die Mittelfelddefensive und ihre Mannschaft mit einem 3 : 1 über den FSV Frankfurt erneut den Meistertitel. Ein Jahr später wurde die gebürtige Bonnerin zum ersten Mal in einem Länderspiel eingesetzt, als am 1. Mai 1985 in der EM-Qualifikation in Dänemark mit 0 : 3 verloren wurde. 1986 wechselte Haberlass, die zudem 1981 und 1984 mit der SSG den Weltpokal in Taiwan gewonnen hatte, zum TSV Siegen. Nachdem sie am 15. April 1986 beim 2 : 1 gegen Ungarn ihr einziges Länderspieltor zum 2 : 0 markiert hatte, gelang gut zwei Wochen später mit dem TSV im DFB-Pokalfinale ein 2 : 0-Sieg gegen ihre alten SSG-Kolleginnen. Im Jahr darauf wurde sie durch einen 2 : 1-Erfolg im Meisterschaftsendspiel gegen den FSV Frank-
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Hagedorn, Verena
furt erstmals auch mit Siegen Meisterin. Am 24. Juni 1989 standen Haberlass und der TSV erneut im Pokalfinale, das sie deutlich 5 : 1 gegen den FSV Frankfurt gewinnen konnten. Jetzt ging es zur Europameisterschaft und am 2. Juli 1989 absolvierte die Verteidigerin beim 4 : 1-Finalsieg gegen Norwegen ihre letzte Partie im Nationaldress. 1990 beendete sie ihre aktive Laufbahn und trainierte danach erfolgreich die Mädchen beim TSV. 10 A-Länderspiele/1 Tor Hagedorn, Verena * 2. Juli 1982 FC Geistingen, TuRa Hennef und FC St. Augustin hießen die ersten Vereinsstationen in der Fußballkarriere der gebürtigen Henneferin. 1999 wechselte Hagedorn zum erstklassigen SC 07 Bad Neuenahr, mit dem sie bis 2005 in der höchsten deutschen Spielklasse mitmischte. Besondere Erfolge waren ihr mit dem SC allerdings nicht beschieden, dafür aber mit verschiedenen deutschen Auswahlmannschaften: In den Jahren 2000 und 2001 wurde sie mit der U18- und der U19-Nationalelf jeweils Europameister, und mit der A-Nationalmannschaft holte sie im gleichen Jahr den EMTitel im eigenen Land. Zuvor hatte sie am 8. September 2001 beim 1 : 0 gegen Japan ihr Debüt im A-Team gefeiert, als sie zur zweiten Halbzeit für Christina Zerbe eingewechselt wurde. Hier schoss sie in der 78. Minute auch gleich ihr einziges Tor im Nationaldress. Ihren letzten internationalen Auftritt hatte sie dann beim 1 : 1 gegen Dänemark am 22. Mai 2003. Nach zwei weiteren Spielzeiten in Bad Neuenahr unterschrieb sie 2005 beim FCR 2001 Duisburg, wo die DiplomSportlehrerin in ihren drei letzten aktiven Jahren noch vier Vizetitel holen konnte: 2006, 2007 und 2008 in der Meisterschaft sowie 2007 im DFB-Pokal. Heute arbeitet Verena Hagedorn als Verbandssportlehrerin beim Fußball-Verband Mittelrhein und kümmert sich dort um den weiblichen Nachwuchs.
Hamburger SV
13 A-Länderspiele/1 Tor 144 Bundesligaspiele/18 Tore Hallenfußball Seit 1994 wird das heute als „DFB-Hallenpokal der Frauen“ bekannte Turnier jeweils zu Beginn eines Jahres inszeniert. Bei der allerersten Austragung in Koblenz war es noch eine inoffizielle Veranstaltung, ab 1995 eine mit dem Segen des DFB. Stets die zwölf deutschen Bundesligisten der laufenden Saison sind heute automatisch für dieses Wochenend-Event qualifiziert. War bis 1996 Koblenz der Austragungsort, fand das Turnier dann zwei Mal in Frankfurt am Main, 1999 in Dessau sowie ab 2000 fest in Bonn statt. Erst seit 2009 hat der DFB mit Magdeburg einen neuen Veranstaltungsort fest gebucht. 2011 wird das Turnier aufgrund der WM-Terminprobleme allerdings erstmals gar nicht ausgetragen. Rekordsieger „unter dem Dach“ mit sechs Erfolgen ist der 1. FFC Frankfurt knapp vor dem 1. FFC Turbine Potsdam mit fünf Titeln. Zu erwähnen wäre in diesem Zusammenhang auch noch, dass kurioserweise die beiden EM-Halbfinale zwischen Schweden und Norwegen im Februar und März 1995 mit Genehmigung der UEFA witterungsbedingt tatsächlich in einer Halle ausgetragen wurden – allerdings mit einem Spielfeld in den Maßen eines normalen Außenfeldplatzes. Hamburger SV Seit Januar 1971 traten beim HSV auch die Frauen gegen die Lederkugel. Zunächst gab es in Hamburg zwar noch die Frauenteams von FTSV Lorbeer Rothenburgsort, FSV Harburg, SC Poppenbüttel und dem Farmsener TV, die dem großen HSV noch einige Zeit das Wasser reichen konnten, doch nach und nach entwickelten sich die Damen im Rauten-Trikot zur Nummer eins in der Hansestadt und später auch im gesamten Norden. 1976 wurden sie erstmals Hamburger Meister, konnten dies aber erst 1990 wiederholen.
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Hamm, Mia
Seitdem spielte die Mannschaft in der zweitklassigen Oberliga und ereichte so als Vizemeister 1997 die Relegationsspiele für den Aufstieg in die neu geschaffene Bundesliga, bei der die Hamburgerinnen hinter Fortuna Sachsenroß Hannover den zweiten Rang belegten. Weil die Niedersachsen aber auf ihren sportlich errungenen Aufstieg verzichteten, rückte der HSV für Hannover in die 1. Bundesliga nach. Wie im Fahrstuhl ging es nun einige Jahre rauf und runter zwischen Erst- und Zweitklassigkeit: 1998 Abstieg in die Regionalliga, 2001 Aufstieg in die Bundesliga, 2002 Abstieg in die Regionalliga, 2003 sofortiger Wiederaufstieg ins Oberhaus. Seither kann sich der HSV dort halten und belegte in der Saison 2005/06 mit dem fünften Rang seine beste Platzierung. Der größte Vereinserfolg war allerdings 2002 der Einzug ins DFB-Pokalfinale, wo Hamburg jedoch mit 0 : 5 gegen den 1. FFC Frankfurt unterlag. A-Nationalspielerinnen: J Britta Carlson, J Sarah Günther, J Kim Kulig, J Antonia Schmale, J Tanja Vreden Größter Erfolg: DFB-Pokalvizemeister 2002 www.hsv-frauen.de Hamm, Mia * 17. März 1972 Die ehemalige US-amerikanische Nationalspielerin ist auch einige Jahre nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn 2004 noch immer die bekannteste Frauenfußballerin der Welt. In den Vereinigten Staaten war und ist Hamm, die seit ihrem 15. Lebensjahr in der Nationalelf gespielt hat, bei den Mädchen ein echter Popstar. Von ihr wurde sogar eine eigene Barbie-Spielzeugpuppe auf den Markt gebracht. Auf insgesamt 275 Länderspiele und 158 Tore brachte es die Stürmerin, die damit bei den besten J Rekordtorschützinnen aller Zeiten auf Rang 1 liegt und bei den J Rekordnationalspielerinnen nur von J Kristine Lilly überflügelt wird. Mia Hamm wurde 1991 und 1999 Weltmeisterin, holte 1996 und 2004 Olympiagold, gewann 2000 Silber bei Olympia und wurde
Häufigste Länderspielergebnisse
1995 und 2003 mit dem US-Team jeweils Dritte. Außerdem wählte eine Jury sie 2001 und 2002 zur J „Weltfußballerin des Jahres“ – 2003 und 2004 sprang in diesem Wettbewerb der zweite Platz heraus. Han Duan * 15. Juni 1983 Die noch aktive chinesische Mittelfeldakteurin rangiert mit ihren 182 Länderspieleinsätzen seit 2000 weit oben in der Rangliste der internationalen J Rekordnationalspielerinnen. Auch ihre 101 Tore hat sie in die Top 15 der J Rekordtorschützinnen schnellen lassen. 2009 spielte sie in der US-Profiliga WPS für „Los Angeles Sol“. Handwerk Magdeburg J Magdeburger FFC Hartmann, Erwin Mit dem TuS Wörrstadt sicherte sich der Coach, der seit November 1971 die Rheinhessinnen trainiert hatte, nicht nur 1974 die erste offizielle Deutsche Meisterschaft, sondern hatte schon im Jahr zuvor mit seinem Damenteam den J Goldpokal gewonnen. Nach dem Abschied im Oktober 1974 folgten noch jeweils 1975 und 1979 wenige Wochen lange Trainer-Kurzeinsätze bei den Wörrstädterinnen. Hattricks J Torrekorde Häufigste Länderspielergebnisse Man mag es kaum glauben, aber das meist erzielte Endergebnis in der Geschichte der Frauennationalmannschaft seit 1982 ist ein 3 : 0-Sieg – 36 Mal bisher gewannen die Deutschen in dieser Höhe. Eine 0 : 3-Niederlage hingegen rangiert im Ranking recht weit
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Hecker, Katrin
hinten. Das am zweithäufigsten eingefahrene Resultat, 31 Mal wurde es erzielt, ist das 1 : 0. 27 Partien beendete die Nationalelf mit einem 2 : 0, 25 Begegnungen gingen 3 : 1 aus. Jeweils 19 Mal spielte man 1 : 1 oder verlor 0 : 1. Immerhin noch 18 Länderspiele gingen 0 : 0 oder 4 : 0 aus, 15 Partien 5 : 0 und 14 2 : 1. Hecker, Katrin * 11. Juli 1963 Die Abwehrspielerin von der BSG Rotation Schlema (heute FC Erzgebirge Aue) zählte am 9. Mai 1990 zu jenen 14 Auswahlspielerinnen der J DDR, die bei der 0 : 3-Freundschaftsbegegnung gegen die CSFR das einzige J DDR-Länderspiel bestritten. Hecker spielte die komplette Partie. Heidecke, Astrid * 14. September 1959 Einen einzigen 45-minütigen Auftritt hatte die seinerzeit schon 25-jährige Torfrau im deutschen Nationalteam: am 21. November 1984, als sie beim 1 : 1 gegen Holland zur zweiten Halbzeit für Marion Feiden (später Isbert) im Tor stand. Der Verein der mehr fachen schleswig-holsteinischen Auswahlspielerin hieß damals ABC Wesseln – ein auch heute noch in Heide existenter Club. 1 A-Länderspiel Heike Rheine J FFC Heike Rheine Heinrich, Andrea * 17. Februar 1972 Nachdem im Juni 1989 noch das Pokalfinale gegen den damals großen TSV Siegen deutlich mit 1 : 5 verloren ging, konnte Heinrich bereits im darauffolgenden Jahr mit dem 1 : 0 über den FC Bayern München im Endspiel um den DFB-Pokal mit ihren Mitspielerinnen vom FSV Frankfurt ihren ersten großen Erfolg fei-
Hengst, Sandra
ern. 1990 war auch das Jahr, in dem sie ihre vier einzigen Länderspieleinsätze hatte – alle zwischen dem 5. und 11. August beim Nordamerika-Pokal. Beim Debüt am 16. Juni ging es gegen England (3 : 1), und Heinrich wurde zur zweiten Halbzeit für Petra Damm eingewechselt. Mit dem FSV gelang der nächste Erfolg 1991, als die Frankfurterinnen Deutscher Vizemeister wurden – im Endspiel mussten sie sich dem TSV Siegen mit 2 : 4 geschlagen geben. Am 23. Juni 1992 gelang dann, mit dem 1 : 0 im DFB-Pokalfinale, der erste große Sieg gegen die Siegenerinnen. Zuletzt spielte Heinrich, nachdem sie 2008 vom FC Großen-Buseck gewechselt war, bis 2010 beim hessischen Verbandsligisten SG Bornheim Grün-Weiß als Goalgetterin vom Dienst. 4 A-Länderspiele Heinrichs, April * 27. Februar 1964 Die ehemalige nordamerikanische Nationalspielerin aus Denver ist die erste Fußballerin, die 1998 in die „National Soccer Hall of Fame“ der USA aufgenommen wurde. Heinrichs absolvierte von 1985 bis 1991 47 Länderspiele für ihr Land und schoss dabei 38 Tore. Außerdem war sie 1991 Kapitänin der ersten Weltmeistermannschaft. Von 1995 bis 2000 war sie Co-Trainerin der US-Nationalelf, von 2000 bis 2005 ihre Cheftrainerin. Hellas Marpingen J FC Hellas Marpingen Hengst, Sandra * 12. April 1973 Von der „DJK Franz Sales Haus“, wo Hengst als 11-Jährige in Essen mit dem Fußballspielen begann, wechselte sie mit 16 Jahren zum KBC Duisburg, mit dem sie sich 1990 für die neu eingeführte Nordstaffel der zweigeteilten Bundesliga qualifizierte. Am 14. Okto-
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Henkel, Beate
ber 1990, beim 4 : 0-EM-Qualifikationsspiel in Ungarn, wurde sie in ihrem ersten Länderspiel in der 65. Spielminute für Heidi Mohr eingewechselt. Ein Jahr später wurde sie mit dem Nationalteam Europameisterin und auch bei der WM in China im selben Jahr war sie dabei. Ihren letzten Auftritt im Nationaltrikot hatte sie am 28. Mai 1992 beim 3 : 0 in Jugoslawien, als es erneut um die Qualifikation für die Europameisterschaft ging. Hier erzielte Hengst auch ihren einzigen Treffer für die Nationalmannschaft. Zur Saison 1993/94 schloss sie sich Grün-Weiß Brauweiler an, mit dem 1994 der Gewinn des DFB-Pokals glückte und die Vizemeisterschaft gelang – beide Male war der TSV Siegen der direkte Gegner. Nach ihrem Brauweiler-Engagement ließ Sandra Hengst ihre Karriere beim FC Rumeln-Kaldenhausen ausklingen. 1999 und 2004 bei den „Special Olympics“ für geistig behinderte Menschen in den USA und Irland war sie Bundestrainerin der Fußballerinnen. 7 A-Länderspiele/1 Tor Henkel, Beate * 30. Juli 1960 Bevor die Offensivspielerin 1981 zum TSV Siegen ging, kickte sie schon als Sechsjährige in einer Knabenelf des SV Frömern, von 1970 bis 1975 beim SV Langschede, anschließend bei der SG Eintracht Ergste sowie ab 1979 für zwei Jahre bei Arminia Ickern. Bei ihrer ersten Nominierung für die Nationalmannschaft spielte sie längst in den Farben des TSV: Es war am 8. Oktober 1983, als sie im sogenannten UEFA-Wettbewerb beim 1 : 1 gegen Holland in der 63. Minute für Birgit Bormann ins Spiel kam. Alle zehn internationalen Einsätze Henkels verteilten sich über ungewöhnlich lange viereinhalb Jahre und das letzte Mal schlüpfte sie am 14. Mai 1988 beim 0 : 0 gegen die Schweiz ins Nationaltrikot. Mit dem TSV Siegen eilte sie national von Erfolg zu Erfolg: 1986 war sie im DFB-Pokalendspiel gegen Bergisch Gladbach dabei, 1987 holte Siegen das Double, in den beiden Jahren darauf gelang
Herforder SV Borussia Friedenstal
erneut der Pokalgewinn. 1990 und 1991 wurde Beate Henkel, die 1975/76 für UTG Witten eine Saison in der Handballbundesliga gespielt hatte, mit dem TSV Deutscher Meister. Ihr letztes Pflichtspiel für Siegen absolvierte sie am 22. Juni 1991 beim 0 : 1 im DFBPokalfinale gegen Grün-Weiß Brauweiler. Von 1992 bis 1995 fungierte die Trainer-B-Lizeninhaberin als Spielertrainerin beim Verbandsligisten Sportfreunde Werne, von 1995 bis 1997 war sie in gleicher Funktion bei Westfalia Hagen aktiv und für ein Jahr coachte sie anschließend den SV Brackel 06. Danach beendete die Justizangestellte ihre Trainerlaufbahn. 10 A-Länderspiele Hennen, Martina * 24. August 1972 Als 17-Jährige stieß die schleswig-holsteinische Landesauswahlspielerin 1990 von der SG Thumby zum Schmalfelder SV, als es in die erste Saison der neu gegründeten zweiteiligen Bundesliga ging. Zwei Jahren Erstklassigkeit folgte ein Jahr Oberliga und nach dem Wiederaufstieg erneut zwei Spielzeiten Bundesliga. Ihr erstes Länderspiel beging Hennen am 5. Mai 1993 beim 1 : 0 in der Schweiz, als sie in der 73. Spielminute für Sandra Minnert auf den Platz geschickt wurde. Ihren letzten Einsatz im Nationaldress hatte sie am 27. Juli 1994 beim 2 : 1 in Kanada. 9 A-Länderspiele Herforder SV Borussia Friedenstal Erstmals Frauenfußball sah man im Herforder Stadtteil Friedenstal 1969, als ein paar Damen aus reiner Gaudi unter dem Dach des 1953 gegründeten Clubs ein Damenteam ins Leben riefen. Ein regelmäßiger Spielbetrieb wurde aber erst 1973 aufgenommen. Bei Einführung der 2. Bundesliga 2004 war der Regionalli gist zwar noch nicht dabei, doch zwei Spielzeiten später gelang der Sprung ins Unterhaus. Nach der Saison 2007/08 erklomm der SV sogar die Beletage des deutschen Frauenfußballs, musste aller-
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Hermes-Cup
dings als Tabellenvorletzter gleich wieder zurück ins zweite Glied. Nur zwei Jahre mussten die Anhänger der HSV Borussia warten, dann fanden sie sich erneut in Liga eins wieder – ohne eine einzige Niederlage hatten sich die Damen aus Ostwestfalen 2010 aus der Nordstaffel der 2. Liga nach oben verabschiedet. www.herfordersv.de Hermes-Cup J Saisoneröffnungsturniere Hetke, Michaela J Schnellstes Bundesligator
© Imago Sportfotodienst/Sportnah
Hingst, Ariane * 25. Juli 1979 Die in Berlin geborene Spielerin mit den drittmeisten Länderspieleinsätzen für Deutschland begann als Siebenjährige bei Hertha 03 Zehlendorf mit dem Kicken. Als Elfjährige übersprang sie zwei Altersklassen und spielte bereits in der B-Jugend. Zwei Jahren VfB Lichterfelde von 1992 bis 1994 folgten bis 1997 weitere drei Spielzeiten in Zehlendorf. Dann schloss sie sich schließlich, nach langem Ringen und sanftem Druck von Nationaltrainerin Silvia Neid, Turbine Potsdam an. Ihr erstes Länderspiel hatte sie da aber schon absolviert: Am 27. August 1996 beim 3 : 0 in Holland brachte sie Neid zur zweiten Halbzeit für Martina Voss. Einen Monat später, am 29. September, schoss sie im EM-Relegationsspiel gegen Island auch schon ihr erstes Tor im Nationaldress. Ihrem Treffer zum 2 : 0 folgte zudem ein weiteres Tor zum 4 : 0-Endstand.
Höchste Zuschauerzahlen
Hingst gehörte auch zum EM-Kader, der 1997 den Titel holte. Ihren ganz großen Durchbruch hatte sie schließlich bei der WM 1999 in den USA, wo die Spielerin als jüngste Deutsche ein überragendes Turnier spielte. Auch bei Olympia 2000 in Sydney brillierte Hingst mit ihren dynamischen Flankenläufen und trug zum Bronzemedaillengewinn wesentlich bei. 2001 war die Berlinerin außerdem Mitglied im Europameisterteam. Im Verein, wo Hingst zur absoluten Führungsspielerin gereift war, stellten sich die Erfolge nun ebenfalls ein: 2001–2003 Deutscher Vizemeister, 2004 das Double aus Meisterschaft und Pokal, 2005 erneut der Pokalsieg und der Gewinn des UEFA-Cups, 2006 Meisterschaft und abermals DFB-Pokalgewinner. Auch international ging es mit dem dritten Platz bei Olympia 2004, dem EM-Gewinn 2005 sowie dem WM-Titel 2007 erfolgreich weiter. Inzwischen hatte sich Ariane Hingst von Turbine Potsdam getrennt und sich zum 1. April 2007 dem schwedischen Erstligisten Djurgarden angeschlossen, um Auslandserfahrung zu sammeln. Nach der gewonnenen Vizemeisterschaft mit den Schwedinnen kehrte die gelernte Bankkauffrau und Physiotherapeutin aber schon Ende 2008 nach Deutschland zurück, wo sie zum 1. Januar 2009 beim 1. FFC Frankfurt einen Vertrag unterschrieb. Nachdem Hingst und das deutsche Team auch bei Olympia 2008 wieder Bronze geholt hatten, verteidigten sie bei der EM in Finnland 2009 ihren Titel. 166 A-Länderspiele/10 Tore 197 Bundesligaspiele/57 Tore Höchste Ergebnisse J Rekordergebnisse Höchste Zuschauerzahlen J Zuschauerrekorde
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Hoffmann, Edgar
Hoffmann, Edgar Nachdem der TuS Niederkirchen mehrfach das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft schon im Vorfeld als Meister des Regionalverbandes Südwest meist deutlich verpasst hatte, löste im September 1991 Neutrainer Hoffmann seinen Vorgänger Jürgen Heimann beim TuS Niederkirchen ab. 1993 holte der Lehrer dann die einzige Meisterschaft der Vereinsgeschichte. 1995 verließ Hoffmann Niederkirchen. Er ist heute Präsident des VfB Iggelheim. Hoffman, Heike * 7. September 1963 Abwehrspielerin und Lehrerin Heike Hoffmann von Turbine Potsdam zählte am 9. Mai 1990 zu jenen wenigen Auserwählten, die das einzige J DDR-Länderspiel der Geschichte bestreiten durften. Hoffmann, ehemalige J DDR-Meisterin, mehrfache J DDRPokalgewinnerin und DFB-Hallenpokalsiegerin, spielt noch heute in der Brandenburgliga beim SV Rot-Weiß Flatow. Hoffmann, Melanie * 29. November 1974 Schon mit sechs Jahres spielte Hoffmann Fußball und über die Jugendstationen Garather SV, TuS Xanten sowie Fortuna Düsseldorf landete sie schließlich als Erwachsene beim Nord-Bundesligisten KBC Duisburg, von dem die vielseitig einsetzbare Mittelfeldspielerin 1994 nach dem KBC-Abstieg zum FC Rumeln-Kaldenhausen – heute FCR 2001 Duisburg – wechselte. Am 23. Mai 1995, beim 8 : 0 in der Schweiz, bestritt Hoffmann dann ihr erstes Länderspiel und wurde zur zweiten Halbzeit durch Ursula Lohn ersetzt. Auch beim Gewinn des Vizeweltmeistertitels im selben Jahr war sie mit einem Einsatz aktiv dabei. Ihr nächstes Länderspiel absolvierte Hoffmann erst knapp zwei Jahre später – immerhin früh genug, um auch bei der EM 1997 mit einem Auftritt zum Gewinn des Titels beizutragen. Nach der Vizemeisterschaft 1997 stellten sich dann 1998 mit dem Double
Holl, Ursula
aus Meisterschaft und Pokal die größeren Vereinserfolge ein und auch international gab es nun mit dem ersten Länderspieltor am 25. Juni 1998 beim 1 : 1 in den USA eine kleine Belohnung. 1999 folgten die Vizemeisterschaft und der zweite Platz im DFB-Pokal, am Ende der Saison 1999/2000 die Meisterschaft, und mit ihrer letzten erfolgreichen Partie im Nationaldress am 28. September 2000 gegen Brasilien um Olympiabronze beendete die gelernte Hotelfachfrau ihre internationale Karriere. In der Saison 2001/02 wurde Melanie Hoffmann mit 19 Toren für Duisburg hinter Conny Pohlers Vize-Torschützenkönigin, 2003 mit den Mannschaftskolleginnen erneut DFB-Pokal-Zweiter und 2005 wiederum Vizemeister. Zwischenzeitlich war die im hessischen Haan geborene Spielerin 2003 einige Monate in der US-Profilga WUSA für „Philadelphia Charge“ aufgelaufen. Zur Spielzeit 2005/06 unterschrieb Hoffmann bei der SG Essen-Schönebeck, wo sie bis heute in der 1. Liga am Ball bleibt. 36 A-Länderspiele/2 Tore 191 Bundesligaspiele/78 Tore Holl, Ursula * 26. Juni 1982 Beim SV Geroldshausen begann die gebürtige Würzburgerin 1987 mit dem Fußballspielen. Kickte die Torfrau anfänglich noch in Jungenteams, so wechselte sie 1993 erstmals in eine reine Mädchenmannschaft zum TSV Uengershausen. Sechs Jahre später schloss sich Holl für ein Jahr dem FSV Frankfurt an, um zur Saison 2000/01 beim Lokalrivalen 1. FFC Frankfurt zu unterschreiben. Zwar wurde hier 2001 und 2003 mit der Meisterschaft und dem Pokalsieg jeweils das Double sowie 2002 mit dem zusätzlichen UEFA-Cupgewinn sogar das Triple geholt, doch Holls eigener Anteil an diesen Erfolgen war zwangsläufig eher gering. Zu sehr stand die vielfache Juniorennationalspielerin und zweifache U18/U19-Europameisterin beim FFC im Schatten der holländischen Nationalkeeperin Marleen Wissink.
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Holland
Um mehr Spielpraxis zu bekommen, ging die Torhüterin 2003 zurück zum FSV, kehrte diesem jedoch nach zwei Jahren erneut den Rücken, um 2005 abermals beim FFC zu landen. Hier rückte Wissink nun zwar ins zweite Glied und auch beim UEFA-CupGewinn war „Uschi“ Holl nun aktiv dabei, doch mit der 2006 neu verpflichteten Silke Rottenberg setzte man ihr, die 2005 ohne Einsatz Europameisterin geworden war, Deutschlands Nummer eins vor die Nase. Erst als sich Rottenberg im Januar 2007 schwer verletzte, avancierte sie zur Stammtorhüterin. Nun feierte Holl auch ihr Debüt im Nationaltrikot, als sie am 9. März 2007 beim 0 : 1 gegen Frankreich beim Algarve-Cup im Tor stand. Den vorläufigen Höhepunkt der Karriere bildete das DFB-Pokalendspiel 2007, wo die gelernte Bankkauffrau gegen den FCR Duisburg grandios hielt und Frankfurt am Ende mit 4 : 1 nach Elfmeterschießen den Cup holte. Nachdem Holl neben dem Pokal auch noch die Meisterschaft mit Frankfurt gewonnen sowie mit der Nationalelf den WM-Titel (erneut ohne Einsatz) geholt hatte, wechselte die reaktionsschnelle und sprungstarke Keeperin 2007 zum SC 07 Bad Neuenahr. Während ihrer Zeit beim SC konnte sie sich hauptsächlich über Olympiabronze 2008 und den EM-Titel 2009 freuen, wo sie als Ersatztorfrau aber jeweils wieder nur eine Statistenrolle spielen durfte. 2009 ging Ursula Holl zum FCR 2001 Duisburg und gewann mit ihm 2010 den DFB-Pokal. Ihr vorerst letztes Länderspiel bestritt sie am 1. März 2010 beim 5 : 0 gegen China beim Algarve-Cup. 4 A-Länderspiele 150 Bundesligaspiele www.ursula-holl.de Holland J Niederlande
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HSV
© Archiv Ronny Galczynski
Honeyball, Nettie Im Herbst 1894 wurde unter entscheidender Mithilfe von Nettie Honeyball der erste Frauenfußballclub der Welt unter dem Namen „British Ladies’ Football Club“ in London gegründet. Honeyball begriff diese Maßnahme ausdrücklich als emanzipatorischen Akt in einer auf allen Ebenen patriarchalisch geprägten Gesellschaft. Als erste Präsidentin amtierte die Journalistin, Autorin und Feministin Lady Florence Dixie. Für das Training ihrer Damen engagierte Honeyball den Stürmer J. W. Julian von Tottenham Hotspur, der die rund 30, meist jungen Frauen zwei Mal wöchentlich coachte. Am 23. März 1895 kam es schließlich zur ersten öffentlichen Partie, als vor rund 10 000 Zuschauern im Nordlondo ner Revier „Crouch End“ „North“ gegen „South“ antraten. Nicht hundertprozentig überliefert ist, ob dies ein Vergleich zwischen zwei Teams aus dem Süden und dem Norden der Stadt war, oder ob sich beide Mannschaften aus den „British Ladies“ rekrutierten. Die zweite Variante ist die wahrscheinlichere. Auf jeden Fall gewann der Norden mit 7 : 1 gegen den Süden und Nettie Honeyball kickte auf Seiten der Siegerinnen mit. Anschließend gingen die Ladies für den guten Zweck auf Großbritannien-Tournee und hatten bis zum 23. Mai 1896, als die letzte Begegnung in Dublin stattfand, knapp 50 Spiele absolviert. HSG Uni Jena J USV Jena HSV J Hamburger SV
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HSV Borussia Friedenstal
HSV Borussia Friedenstal J Herforder SV Borussia Friedenstal Hümme, Anja * 24. November 1967 Vom SV Sportfreunde Anderten kam die Mittelfeldspielerin 1978 zu Fortuna Sachsenroß Hannnover und blieb sehr viele Jahre bei den damals recht erfolgreichen Niedersachsen. Ihr erstes Länderspiel bestritt Hümme am 19. November 86 beim 3 : 1 gegen Holland, als sie nach der Halbzeitpause für Petra Bartelmann ins Spiel kam. Im Verein gelang 1988 erstmals durch den Meistertitel in Niedersachsen der Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, wo Hannover bis ins Halbfinale vorstieß – dort aber am KBC Duisburg scheiterte. Ihr letztes Match in den deutschen Farben absolvierte Anja Hümme am 28. März 1991 beim 2 : 0 in Paris gegen Frankreich. 4 A-Länderspiele Hunderterclub J Rekordnationalspielerinnen Hussein, Riem J FIFA-Schiedsrichterinnen Inoffizielle Weltmeisterschaften J Weltmeisterschaften Internet Inzwischen gibt es auch für Anhänger des hiesigen Frauenfußballs einige sehr interessante und informative Homepages, wo nicht nur aktuelle Meldungen, sondern auch diverse Statistiken abrufbar sind. Exemplarisch für Deutschland sollen hier zuvorderst womensoccer.de für journalistisch klug aufbereitete Informationen und framba.de für statistische Analysen des weiblichen
Isbert, Marion
Tretsports genannt werden. Die Seiten dfb.de und fifa.com sind in diesem Zusammenhang unverzichtbare Ergänzungen zur Thematik. Auch einige wenige Spielerinnen pflegen eigene Homepages oder lassen sie pflegen. Doch lässt die Aktualität, von lobenswerten Ausnahmen abgesehen, sehr oft zu wünschen übrig. Isbert, Marion * 25. Februar 1964 Als junges Mädchen spielte die damals noch unter dem Namen Feiden registrierte und in Vallendar am Rhein geborene Spielerin beim SV Niederwerth. Von Niederwirth zog es die Aktive zum TuS Ahrbach. Bereits als 18-Jährige hütete sie am 10. November 1982 beim 5 : 1 gegen die Schweiz erstmals das deutsche Tor – es war das erste Länderspiel Deutschlands überhaupt – und sollte einige Jahre die unangefochtene Nummer eins bleiben. Eine gewisse Berühmtheit erlangte Isbert 1989, als sie im Halbfinale der Europameisterschaft in Deutschland im Elfmeterschießen drei Strafstöße halten konnte und den entscheidenden zum 4 : 3 selbst verwandelte. Deutschland holte dann bekanntlich auch den Titel ebenso wie zwei Jahre darauf. Ihr letztes Länderspiel bestritt die reaktionsschnelle und sprunggewaltige Torfrau am 29. November 1991 im WM-Spiel um Platz 3, als Deutschland 0 : 4 gegen Schweden verlor. Auch im Verein gelang der eine oder andere Erfolg, nur wurde Isbert dort zumindest beim TuS Ahrbach oft als torgefährliche Feldspielerin eingesetzt. 1989 war sie dabei sogar so erfolgreich, dass sie in der Verbandsliga Rheinland Torschützenkönigin wurde. Im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft am 8. Juli 1989 gegen Bergisch Gladbach (0 : 2) stand die gelernte Konditorin dann allerdings wieder zwischen den Pfosten. Nachdem Ahrbach 1990 die Qualifikation für die neu geschaffene zweiteilige Bundesliga verpasst hatte, wechselte Isbert gemeinsam mit ihrer Kollegin Jutta Nardenbach zum TSV Siegen, mit dem 1991 prompt Meisterschaft und Vizepokalsieg eingefahren wurden. Beides wurde in der Folgesaison wiederholt.
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Israel, Regine
Als die Ahrbacherinnen, inzwischen auch im Oberhaus gelandet, in der Saison 1992/93 in Abstiegsnöte gerieten, wechselte Marion Isbert in der laufenden Saison zurück zur TuS. Zumal sie in Siegen mittlerweile auch von Silke Rottenberg vom Stammplatz verdrängt worden war. In jüngerer Zeit trainierte die als Elektromonteurin arbeitende Isbert die Mädchen beim SV Niederwerth, stand beim FC Urbar im Tor und kickte als einzige Frau bei den Ü40Herren Niederwerths mit. 58 A-Länderspiele Israel, Regine * 10. Dezember 1958 Mit ihrem Verein TuS Wörrstadt gewann die Mittelfeldspielerin 1983 den J Goldpokal, den inoffiziellen Vorläuferwettbewerb für die Deutsche Meisterschaft. Damals schlug Wörrstadt den FC Bayern München im Finale mit 3 : 1. Und auch das erste offiziell ausgetragene Meisterschaftsendspiel am 8. September 1974 gewann die erst 15-Jährige mit ihren Teamkolleginnen deutlich mit 4 : 0 gegen DJK Eintracht Erle. Israel schoss allein drei Tore und mit dem 1 : 0 in der 25. Minute zudem den ersten Treffer in der Geschichte der Meisterschaftsendspiele. Auch beim ersten DFBPokalfinale der Geschichte war Wörrstadt dabei, unterlag jedoch Bergisch Gladbach mit 0 : 5. Ihr erstes Länderspiel absolvierte Israel am 21. November 1984 beim 1 : 1 in Holland, wo sie in der zweiten Halbzeit von Bundestrainer Bisanz für Silvia Neid gebracht wurde. Der zweite und letzte Einsatz im Nationaldress erfolgte in der EM-Qualifikationspartie in Dänemark: Deutschland verlor am 1. Mai 1985 0 : 3 und Regine Israel betrat zur zweiten Halbzeit den Platz für Sissy Raith. 2 A-Länderspiele Italien Vize-Europameister 1993 und 1997, Dritter bei der EM 1984 und 1987 sowie EM-Platz 4 1989 und 1991 – das sind die bescheide-
Jahn, Susanne
nen, aber durchaus auch respektablen Erfolge Italiens in internationalen Wettbewerben. In der Länderbilanz gegen Deutschland wurde in insgesamt 24 Partien zwischen 1984 und 2009 zwölf Mal verloren, vier Mal gewonnen und acht Mal unentschieden gespielt (40 : 18 Tore). Den höchsten Sieg gegen Deutschland fuhren die Italienerinnen am 26. August 1984 mit einem 3 : 1 beim Vier-Länder-Turnier in Italien ein. Die höchste Niederlage setzte es mit 0 : 5 am 3. August 2006 in Krefeld. Die FIFA-Weltrangliste notiert die Italienerinnen seit 2003 immer irgendwo zwischen Rang 10 und 13 – Tendenz fallend. Jägermeister J Jahn Delmenhorst Jahn, Susanne * 3. Oktober 1960 Schon als 14-Jährige kickte Jahn in der zweiten Mannschaft des FSV Frankfurt. Als 22-Jährige zählte sie im November 1982 zum Aufgebot für das erste Länderspiel der deutschen Nationalelf, konnte aber verletzungsbedingt nicht eingesetzt werden. So bestritt sie ihre einzige Partie für Deutschland am 25. Januar 1984 beim 1 : 2 in Italien, als sie in der 36. Minute Elke Richter ersetzte. Von 1983 an feierte die Mittelfeldspielerin und Freistoßspezialistin mit den Frankfurterinnen einige Erfolge: DFB-Pokalfinale 1983 (0 : 3 gegen KBC Duisburg), Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1984 gegen Bergisch Gladbach (1 : 3 mit dem einzigen FSV-Treffer durch Jahn), 1985 Pokalsieger (ohne Jahn im Endspiel), 1986 5 : 0 gegen Bergisch Gladbach im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft (ein Treffer durch Jahn) sowie die erneute Teilnahme am Meisterschaftsendspiel 1987 beim 1 : 2 gegen den TSV Siegen. Als der FSV sich 1990 für die zweigeteilte Bundesliga qualifizierte, war Susanne Jahn nicht mehr dabei. 1 A-Länderspiel
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Jahn Delmenhorst
Jahn Delmenhorst Der in Niedersachsen ansässige „Turnverein Jahn Delmenhorst“ existiert seit 1909 und seit dem 1. August 1970 besitzt der Club auch eine Frauenfußballabteilung. 1975 und 1979 wurde er Niedersachsenmeister und nach dem Aufstieg 1986 in die neu gegründete zweitklassige Oberliga Nord holten die Jahn-Kickerinnen den Titel dort 1991, 1992, 1995 und 1997. Die einzige Saison in der 1. Bundesliga (Staffel Nord) 1992/93 endete ernüchternd mit keinem Sieg und lediglich vier Punkten auf dem letzten Platz. Heute spielt das Frauenteam in der Regionalliga Nord (3. Liga). Bundesweit bekannt wurden die Delmenhorster Damen 1978, als sie trotz Verbots von Trikotwerbung im Frauenfußball – bei den Herren war dies inzwischen erlaubt – einen Sponsorenvertrag mit Günter Mast und seiner Firma Jägermeister abschlossen. Mit jenem Unternehmen also, dass einige Jahre zuvor bereits mit seiner Trikotwerbung bei Eintracht Braunschweig für Unruhe gesorgt hatte. Bei den offiziellen Spielen durften Dress und Trainingsanzüge zwar noch nicht getragen werden, doch bewirkte der TV Jahn beim DFB ein Umdenken und Delmenhorst lief nach der Verbotsaufhebung noch einige Jahre mit Likör-Geweih auf dem Dress auf. A-Nationalspielerin: J Marion Wagner www.tvjahn-damen.de Japan Stetig nach oben ging es für die japanische Frauennationalelf seit 2003 in der FIFA-Weltrangliste – von Platz 14 damals auf einen heutigen fünften Rang. Große Erfolge blieben bislang dennoch aus und der vierte Platz bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in China (nach einem 0 : 2 im Spiel um Platz 3 gegen Deutschland) ist der bis dato größte Erfolg Japans. In der kleinen Länderspielbilanz gegen Deutschland mit acht Begegnungen unterlagen die Asiatinnen in sieben Partien und holten einmal ein Remis – Torverhältnis 5 : 18. Der höchste Sieg gelang Deutschland am 23. November 2006 mit 6 : 3.
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Jones, Steffi
© DFB
Jones, Steffi * 22. Dezember 1972 Stephanie Ann Jones-Field, so ihr ursprünglicher Name, begann schon vierjäh rig damit, gegen einen Fußball zu treten. Zunächst tat das die Tochter eines amerikanischen Soldaten und einer deutschen Mutter bis zur C-Jugend beim SV Bonames, dann holte sie 1986 Praunheim-Trainerin Monika Staab zur SG in eine Mädchen elf. Jones spielte dort bald in der ersten Mannschaft. 1990 gelang dem Oberligisten, auch dank der 15 Jones-Saisontore, die Qualifikation für die Südgruppe der neu eingerichteten Bundesliga. Die U20-Nationalspielerin selbst wechselte mit dem Aufstieg allerdings zum FSV Frankfurt und eine vieljährige Vereinsodyssee begann, die Steffi Jones zur „Wechselkönigin“ der Bundesliga werden ließ. 1992 ging es zurück zur SG Praunheim, bereits 1994 schloss sich die ballgewandte Defensivspielerin für eine Saison TuS Niederkirchen an, ehe es erneut zur SG ging. 1997 war es abermals der FSV Frankfurt, an den sie sich vertraglich band, nach einem Jahr wechselte Jones aber zum SC 07 Bad Neuenahr. Im Jahr 2000 schließlich fand sie im 1. FFC Frankfurt (vormals SG Praunheim) endlich den Club, wo sie sich, mit kurzer Unterbrechung, länger heimisch fühlte und 2007 auch ihre aktive Laufbahn beendete. Die Unterbrechung war ein Abstecher in die US-Profiliga WUSA, wo sie in zwei Spielzeiten ab Juli 2002 gemeinsam mit Mia Hamm für Washington Freedom auflief und dabei einen Titel und eine Vizemeisterschaft holte. Aber auch in Deutschland und mit der Nationalelf sammelte Rechtsfuß Jones reichlich Trophäen: Hallenmeister 1996 und 1997
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Jüngste DFB-Nationalspielerin
mit Praunheim, Deutsche Meisterschaft 1998 mit Bad Neuenahr, 2001–2003, 2005 und 2007 mit dem 1. FFC Frankfurt, DFB-Pokalgewinn 2001–2003 und 2007 ebenfalls mit Frankfurt und 2002 sowie 2006 jeweils der UEFA-Cupsieg mit den Hessinnen. Mit der Nationalmannschaft gelang Jones, die am 3. Juli 1993 beim 1 : 3 in Italien im EM-Spiel um Platz 3 gegen Dänemark debütiert hatte, 1997, 2001 und 2005 der Sprung aufs Siegertreppchen der Europameisterschaft, 2003 wurde der WM-Titel geholt, und 2000 und 2004 gewann sie mit dem deutschen Team jeweils Olympia bronze. Ihr erstes Länderspieltor schoss sie am 31. März 1994 beim 12 : 0 in der EM-Qualifikation gegen Wales. Sie war außerdem noch bei der WM 1999 dabei. Ihren letzten Auftritt im Nationaldress hatte die von ihren Mitspielerinnen seinerzeit auch „Schoko“ genannte Jones am 14. März 2007 beim 0 : 1 gegen Italien beim Algarve-Cup, den letzten Einsatz für Frankfurt am 19. Dezember 2007, als sie beim 1 : 1 in Wolfsburg zudem noch einmal ins gegnerische Tor traf. Dann verabschiedete sich die langjährige Leistungsträgerin, die spielerisch häufig mit dem jungen Franz Beckenbauer verglichen wurde, vom aktiven Fußball, blieb aber ihrem Genre treu. Seit dem 1. Januar 2008 agiert die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau für den DFB als Präsidentin des Organisationskomitees für die Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland. Nach diesem Turnier möchte die mit Fußballlehrerlizenz ausgestattete Jones auf jeden Fall als Trainerin aktiv werden, eventuell sogar im Männerbereich. 111 A-Länderspiele/9 Tore 162 Bundesligaspiele/28 Tore www.steffi-jones.de Jüngste DFB-Nationalspielerin J Lübbers, Claudia Jüngste Länderspieltorschützin J Lübbers, Claudia
Karagöz, Zinet
Kaffeeservice Was denn wohl kann sich eine Frau mehr wünschen, als ein anständiges Geschirrservice, dachten sich möglicherweise die DFB-Verantwortlichen, als sie allen Spielerinnen der Frauennationalelf 1989 nach dem Gewinn des EM-Titels in Deutschland ein solches zur Belohnung schenkten. Statt einer stattlichen Summe Geld also ein 40-teiliges Kaffee- und Tafelservice in 1b-Qualität, aber wenigstens von „Villeroy & Boch“. Hannelore Ratzeburg begründete das hausfrauenfreundliche Präsent später damit, dass man den Europameisterinnen aus steuerrechtlichen Gründen keine Siegprämie zahlen konnte. Und der damalige DFB-Sponsor war halt der erste, der das damals angeblich moderne Service zur Verfügung stellte. Man kann es aber natürlich auch so sehen wie DFB-Managerin Doris Fitschen, die einige Zeit nachdem die deutschen Frauen den WM-Titel 2007 gewonnen hatten und dafür jeweils 50.000 Euro erhielten, anmerkte: „Die Weltmeisterinnen haben ihr Geld schon ausgegeben, ich habe mein Kaffeeservice noch immer.“ Kanada Ihren einzigen einigermaßen großen internationalen Erfolg konnten die Nordamerikanerinnen bei der Weltmeisterschaft 2003 beim Nachbarn USA feiern, als sie im Spiel um Platz 3 dem Gastgeber mit 1 : 3 unterlagen und somit den vierten Rang eroberten. In der FIFA-Weltrangliste changiert Kanada, seit Beginn dieser statistischen Erhebung 2003, stets zwischen Platz 9 und 13. Im Ländervergleich mit Deutschland stehen in acht Partien zwischen 1994 und 2005 10 : 29 Tore bei acht Niederlagen zu Buche. Der höchste Sieg war das 7 : 1 am 17. Juni 2001 in Oberhausen. Karagöz, Zinet J Funktionärinnen
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KBC Duisburg
KBC Duisburg Der am 2. September 1888 gegründete „Kaßlerfelder Ballsportclub Duisburg 1888“ gründete schon sehr früh (1970) eine eigene Frauenfußballabteilung. Vereinswirtin Paula Schmitz und Trainer Gregor Grillemeier, Vater des gleichnamigen späteren Bundesligaspielers, waren die Initiatoren. Seit 1975 holte der Club 13 Mal die Niederrheinmeisterschaft und wurde seit 1977 elf Mal Niederrheinpokalsieger. Die größten Erfolge feierte Duisburg allerdings zwischen 1980 und 1988, als der Club Deutscher Meister, DFBPokalsieger und zwei Mal Vizemeister (1980 und 1988) wurde. Im Endspiel um den DFB-Pokal am 8. Mai 1983, das der KBC mit 3 : 0 gegen FSV Frankfurt gewann, stand bereits die damals erst 16-jährige Martina Voss für die Kickerinnen aus dem Ruhrgebiet auf dem Platz. Die Deutsche Meisterschaft holte Duisburg unter Trainer J Jürgen Krust am 30. Juni 1985 durch einen 1 : 0-Final sieg über Bayern München. Als 1990 die zweigeteilte Bundesliga eingeführt wurde, war der KBC Duisburg in der Nordgruppe dabei. Bis 1994 hielt sich das Team im Oberhaus, doch dann ging es nach dem Abstieg stetig bergab und die Frauenfußballabteilung wurde nach einigen Jahren aufgelöst. A-Nationalspielerinnen: J Sandra Alter, J Gudrun Gottschlich, J Sandra Hengst, J Andrea Limper, J Birgit Offermann, J Claudia Reichler, J Martina Voss Größte Erfolge: Deutsche Meisterschaft 1985, DFB-Pokalsieg 1983 Kerschowski, Isabel * 22. Januar 1988 Die gebürtige Ostberlinerin begann recht spät mit dem Vereinsfußball, denn erst im Jahr 2000 schloss sie sich dem BSC Marzahn an. Schnell erkannte man allerdings ihr Talent und ab 2003 wurde Kerschowski regelmäßig und oft in Juniorinnen-Nationalteams eingesetzt. 2005 entdeckten die Späher vom 1. FFC Turbine Potsdam die Stürmerin und holten sie nach Babelsberg. Gleich nach der ersten Saison holte Kerschowski mit Potsdam das
Keßler, Nadine
Double aus Meisterschaft und Pokal. Mit der U19-Nationalmannschaft gewann sie im selben Jahr sowie im Jahr darauf die Europameisterschaft und auch Bundestrainerin Silvia Neid wurde auf sie aufmerksam: Am 10. Mai 2007 beim 6 : 0-EM-Qualifikationssieg in Wales wurde sie zur zweiten Halbzeit für Fatmire Bajramaj gebracht. Dies sollte bis heute zwar der bislang einzige Auftritt im A-Nationaltrikot bleiben, doch im Verein und mit dem Nachwuchs gelang weiterhin einiges: 2008 und 2009 Sieger im DFB-Hallenpokal, Deutsche Meisterschaft 2009, Dritter bei der U20-WM 2008. Im September 2009 erlitt die Angreiferin einen Kreuzbandriss, sodass sie erst spät in der Saison wieder aktiv zum erneuten Meistertitel und dem Gewinn der Champions-League 2010 beitragen konnte. Auch Kerschowskis eineiige Zwillingsschwester Monique gehört übrigens zum Kader Turbine Potsdams. 1 A-Länderspiel 88 Bundesligaspiele/22 Tore Keßler, Nadine * 4. April 1988 Die in Landstuhl am Pfälzer Wald geborene Kessler startete ihre Karriere beim SV Herschberg und landete über die Stationen SV Hermersberg und SC Weselberg schließlich 2004 beim 1. FC Saarbrücken, der gerade aus der 1. Bundesliga abgestiegen war. 2006 und 2007 wurde die etatmäßige Mittelfeldspielerin Torschützenkönigin in der Südstaffel der 2. Bundesliga und im zweiten Anlauf gelang 2007 auch der Aufstieg in die Beletage des Frauenfußballs. Am Saisonende stieg Saarbrücken zwar gleich wieder ab, doch mit dem Einzug in das Endspiel um den DFB-Pokal (1 : 5 gegen den 1. FFC Frankfurt) hatten die 50-fache Juniorennationalspielerin und der FC eine kleine Duftmarke gesetzt. 2009 gelang zwar die Rückkehr ins Oberhaus, doch Nadine Kessler wechselte dennoch zum 1. FFC Turbine Potsdam. Hier gewann sie nun nicht nur 2010 sofort den DFB-Hallencup, die Meister-
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Kicker-Sonderheft Damen-Fußball-Bundesliga
schaft und die erstmals ausgespielte Champions-League-Trophäe, sondern schaffte auch den Sprung in die A-Nationalmannschaft, als sie erstmals am 26. Februar 2010 beim 7 : 0 gegen Finnland eingesetzt wurde. Beim Algarve-Cup in Portugal kam sie zur zweiten Halbzeit für Lena Goeßling und erzielte zudem gleich auch ihren ersten Treffer zum 6 : 0. 2 A-Länderspiele/1 Tor 36 Bundesligaspiele/16 Tore Kicker-Sonderheft Damen-Fußball-Bundesliga J Frauenfußballmagazine Kiesel, Annemieke * 30. November 1979 Die seit 2005 beim FCR 2001 Duisburg unter Vertrag stehende Holländerin ist mit 151 Länderspieleinsätzen (18 Tore) die Rekordna tionalspielerin ihres Landes. In ihrem Heimatland wurde sie zwischen 1996 und 2002 sechs Mal Meisterin und holte von 1997 bis 2004 drei Mal den Pokalsieg. Mit den Duisburgerinnen wurde sie 2006, 2007, 2008 und 2010 Vizemeister, 2009 und 2010 Pokalsieger sowie 2009 UEFA-Cupgewinner. Mit der niederländischen Nationalelf nahm die Mittelfeldspielerin 2009 erstmals an einer EM teil, wo die Holländerinnen erst im Halbfinale an England scheiterten. 83 Bundesligaspiele/7 Tore Klein, Claudia * 24. September 1971 Mit sechs Jahren begann Klein beim Siegburger TV mit dem Fußballspiel, ging 1983 zum FC St. Augustin und schloss sich 1990 Grün-Weiß Brauweiler an. Gleich im ersten Jahr gewann sie mit ihren Teamkolleginnen durch ein 1 : 0 überraschend den DFBPokal gegen den amtierenden Meister TSV Siegen. Außerdem gelang der Aufstieg in die Nordgruppe der Bundesliga. Nachdem
Kleinhans, Christa
1994 erneut der Pokalgewinn gegen Siegen klargemacht werden konnte, kam sie am 31. Juli 1994 beim 1 : 2 in den USA zu ihrem ersten Länderspieleinsatz, als Jutta Nardenbach in der 83. Minute für sie den Platz verlassen musste. Die nächste Etappe auf Kleins Erfolgsweg war dann erst 1997 erreicht. Im dritten Anlauf um die Deutsche Meisterschaft besiegte Brauweiler den FC Rumeln-Kaldenhausen im Endspiel am 8. Juni nach Elfmeterschießen und Klein versenkte den entscheidenden Treffer zum 6 : 4. Mit dem Gewinn des Pokals wurde das Double komplett gemacht und auch mit der Nationalelf war im gleichen Jahr Jubeln angesagt: In Oslo gewann Deutschland am 12. Juli mit 2 : 0 gegen Italien das Finale der Europameisterschaft – Claudia Klein wurde in der 87. Minute für Maren Meinert eingewechselt. Es war gleichzeitig ihr letzter Auftritt auf internationaler Bühne. 1998 ging die Defensivspielerin zu den Sportfreunden Siegen, wo sie als erste Spielertrainerin der Bundesliga auf und neben dem Platz Einsatz zeigte. Weil Siegen für die Saison 2001/02 keine Lizenz mehr erteilt bekam, schloss sich Klein dem 1. FFC Frankfurt an, mit dem sie zum Karriereende 2002 noch mal das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokalsieg einfuhr – im Pokal allerdings ohne Endspielteilnahme. 6 A-Länderspiele 52 Bundesligaspiele/14 Tore Kleinhans, Christa * 22. Juli 1937 Christa Kleinhans gehört zu den absoluten Pionierinnen des Frauenfußballs in Deutschland und hat von 1957 bis 1965 um die 150 inoffizielle Länderspiele absolviert. Bei der Länderspiel premiere am 23. September 1956 gegen Holland in Essen, als Deutschland 2 : 1 gewann und J Lotti Beckmann das erste Länderspieltor der Geschichte beisteuerte, war die gebürtige Dortmunderin zwar noch nicht dabei, doch beim zweiten Ländermatch am 17. März 1957 in München gegen Westholland vor rund
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Klinge Seckach
15000 Zuschauern zeigte sie bereits ihr Können: 4 : 2 gewann die im Kern aus Spielerinnen von Fortuna Dortmund zusammengesetzte Elf, und die schnelle und torgefährliche Stürmerin Kleinhans erzielte gleich zwei Treffer. Bereits 1955, in jenem Jahr also, als der DFB den Frauenfußball in Deutschland im Sommer verbieten sollte, begann Christa Kleinhans bei Grün-Weiß Dortmund mit dem Fußballspielen im Verein – zuvor hatte sie schon jahrelang als einziges Mädchen mit den Jungs auf der Straße gekickt. Schnell jedoch warb Lokalrivale Fortuna die Spielerin ab und so startete eine einzigartige und eine ein Jahrzehnt lang dauernde Erfolgsstory für Kleinhans, Fortuna und für den Frauenfußball in Deutschland. Die letzte Begegnung für Christa Kleinhans fand am 30. August 1965 in Schwerte statt: Vor