[Chalisti] Inhaltsverzeichnis
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[Chalisti] Inhaltsverzeichnis
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[Chalisti] [01] Inhaltsverzeichnis
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Ausgabe 1
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Chalisti - Was ist den das ? Computher-Ethik - oder die Berufsethik von Informatikern Journalisten und Ethik EUnet - European Unix network DECnet FIDO - weltweite Kommunikation im Namen des Hundes Pressematerial gewaehrt keine inhaltliche Richtigkeit Sozialversicherungsausweis fuer alle? GALACTIC HACKER PARTY - Amsterdam Die 7 Stufen eines Hackers Ein schweizer Traum ? Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen ISDN erwogen Crackertreffen in Stuttgart Wissenschaftliches Hochschulnetz Zweifel an Ted-Zuschauerbefragung CREN - eine andere Fusion Hacker sollen Computersystem in Japan knacken Geonet->Zerberus Gateway IMPRESSUM
Erlaeuterungen:
DS RC MK NE FA
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Datenschleuder Redaktion Chalisti Mik-Magazin Uebernommen aus einem Netzwerk Freier Artikel (Autorenangabe am Anfang oder Ende des Artikels)
Die Artikelkennung (ADS1,AMK2,etc) dient zum suchen der Artikel mit Editoren und Textverarbeitungssystemen. Mit der Marke 'NEXT' kann gleich zum naechsten Artikel gesprungen werden. -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01] Inhaltsverzeichnis
[Chalisti] [01] Chalisti - Was ist den das ?
Chalisti - Was ist den das ? Jetzt haltet ihr also die erste Ausgabe der 'Chalisti' in den Haenden bzw. auf eurem Rechner. Einige werden sich vielleicht Fragen, was das soll. Schon wieder ein E-Mail Magazin. In den letzten Jahren sind ja auch auch in Deutschland diese elektronischen Magazine aufgekommen, dabei handelte es sich aber in der Regel um normale Magazin mit neuer Verbreitungsform. Die Chalisti soll aber eher einen Magazin sein, welches nicht nur auf den Netzen verbreitet wird, sondern die Beitraege primaer auch aus den Netzen erhaelt. Die Netze sind voll von Informationen, aber die meisten Leute haben nicht das Geld und nicht die Moeglichkeit sich aus allen die Informationen zu beschaffen. Deswegen ist Teil der Inhalte der Chalisti nichts weiter, als die Sammlung, Zusammenfassung und Uebersetzung von Artikel aus Netzen wie EARN/Bitnet, Arpanet, UUCP, Zerberus, Fido, etc. Dies stellt aber nur eine 'Saeule' der Chalisti dar. Die zweite ist ein Informationsverbund mit der Redaktion Datenschleuder und der Redaktion MIK-Magazin. Bei der Datenschleuder handelt es sich, um die regelmaessig unregemaessig erscheinende Clubzeitschrift des Chaos Computer Club's. Das MIK-Magazin ist der emp (E-Mail Press) zugeordnet und stellt ein AgenturSonderdienst dar. Nachrichten aus dem MIK Magazin kann man meistens daran erkennen, dass es sich eben um Agenturmeldungen (die von Natur aus relativ trocken in ihrem Stil sind) handelt. Dieser Informationsverbund soll dazu dienen, auch in 'schlechten' Tagen ein mindestmass an Informationen und Artikeln zur Vefuegung zu stellen und ein regelmaessiges Erscheinen der Chalisti zu garantieren. Den 'Nachteil' der trockenden Meldungen nehmen wir dafuer in Kauf, denn dieser Stil wird auch sicher paar Freunde finden. Das dritte 'Bein' der Chalisti sollen die Artikel werden, die explizit Leute fuer die Chalisti schreiben. In dieser Ausgabe (und vermutlich auch noch in der naechsten) sind diese gar nicht oder nur kaum vertreten, da in der Anfangszeit jedes Magazin auf Autorensuche ist. Da seit ihr gefordert !!! :-) Also: Wer zu Themen wie Computer in allen Erscheinungsformen, Uni, Politik, Wissenschaft, etc. etwas schreiben will oder schon geschrieben hat, kann uns ueber eine Vielzahl von Adressen (die im Impressum stehen) erreichen. Nicht nur 'Artikel mit Informationen' sind erwuenscht, gegen Kurzgeschichten zum Beispiel haben wir auch nix. Natuerlich sind wir auch an eurer Meinung, Kritik und Anregungen zur Chalisti interessiert ... nur hoffen wir, nicht nur von Leuten eines auf's Dach zu bekommen, sondern auch tatkraeftige Hilfe angeboten zu bekommen. Derzeit sind wir nur zwei Leute, die fest die Chalisti bearbeiten. Das sind Volker Eggeling und ich (Frank Simon). Allerdings kann jeder beim Redaktionsschluss mitarbeiten, soweit er Lust hat, in Oldenburg wohnt oder Zugang zum EARN/Bitnet hat. Einfach bescheid sagen. So ... lange Rede kurzer Sinn: Erstmal viel Spass. Die naechste Chalisti wird vermutlich Anfang November verschickt werden. gruss Terra
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[Chalisti] [01] Chalisti - Was ist den das ?
[Chalisti] [01] Computher-Ethik - oder die Berufsethik von Informatikern
Computher-Ethik - oder die Berufsethik von Informatikern Wenn man von Computer-Ethik (oder der fehlenden) spricht, so assoziiert jeder Zuhoerer voellig unterschiedliche Bereiche mit dem Begriff: Daten-Klau und Rechenzeit-Klau, Software-Klau und Kopierschutz-Knacken, Hacken in Netzen, Viren, Wuermer, trojanische Pferde und anderes Getier, Computersabotage, Ab"hoeren" von Leitungen und Terminals, Verletzung des Datenschutzes usw. Das sind alles Erscheinungen, bei denen geschriebene oder (noch) ungeschriebene Gesetze verletzt werden. Es wird wirtschaftlicher Schaden angerichtet, es wird das "informationelle Selbstbestimmungsrecht" von Menschen verletzt. Aber trotzdem will ich jetzt nicht darueber schreiben, denn unsere Gesellschaft hat laengst Mechanismen und Sanktionen entwickelt, um den Schaden einzudaemmen. Ich will auch nichts ueber die Sinnhaftigkeit mancher Regelungen und ihre Wirksamkeit sagen. Vielmehr will ich von der sehr ernst gefuehrten Diskussion ueber die Berufsethik von Informatikern berichten. Arbeitsorganisation ------------------Computersysteme werden prinzipiell entwickelt und gebaut, um menschliche Arbeit zu ersetzen (oder Arbeit zu leisten, fuer die Menschen viel zu lange brauchen wuerden, nicht praezise und zuverlaessig genug sind, oder die zu gefaehrlich ist). Die Association for Computing Machinery definiert die grundlegende Frage der Informatik ("Computing") kurz und buendig mit "Was kann (effizient) automatisiert werden?" Genauer betrachtet, setzt man Computer ein, um menschliche Arbeit von Automaten ausfuehren zu lassen, um menschliche Arbeit zu organisieren (Arbeitsplanung, Arbeitskontrolle) und um menschliche Arbeit und ihre Kosten von einer Instanz auf eine andere zu verlagern (z.B. Bankauftraege ueber Kreditkartenterminals oder BTX statt ueber das Bankpersonal). Anders ausgedrueckt soll der Computer vor allem die Arbeitsorganisation veraendern - vom speilerischen und kuenstlerischen Anwendungen einmal abgesehen. Die gegenwaertige DV-Ausbildung und das Informatikstudium vernachlaessigen aber den arbeitsorganisatorischen Teil, so dass sowohl Maschinen als auch Programme entstehen, die katastrophale Auswirkungen auf die Beschaeftigten und fuer die Organisation haben. (Die Frage der Verantwortung fuer die Wegrationalisierung von Arbeitsplaetzen gehoert natuerlich auch in diesen Zusammenhang und laeuft - rein oekonomisch betrachtet - auf die Abwaegung hinaus, ob die gesamtwirtschaftlichen Kosten einer Rationalisierung (also auch mit den sozialen Folgekosten)
nicht hoeher sind als die einzelnen Betriebs.)
betriebswirtschaftlichen Vorteile eines
Immerhin gibt es jetzt aber kraeftig wachsende Bestrebungen, das Informatikstudium in diese Richtung zu erweitern: die Wirtschaftsinformatiker haben ein natuerliches Interesse daran, dass die oekonomischen Wirkungen der Umorganisation von Arbeit durch die Automatisierung vollstaendig planbar gemacht werden koennen, und eine Fachgruppe in der Gesellschaft fuer Informatik entwirft ein Curriculum fuer das Gebiet Software-Ergonomie, also der Wissenschaft von der menschengerechten Gestaltung von Software, so dass bei der Erfuellung der Arbeitsaufgabe nervliche und intelektuelle Belastungen so gering wie moeglich gehalten und gesundheitliche Schaeden vermieden werden. Darueberhinaus soll ein gut gestaltetes Programm zur Weiterentwicklung der Persoenlichkeit beitragen und soziale Beziehungen zumindest nicht behindern. Anwendungsrisiken ----------------Ein drittes grosses Diskussionsfeld ist sehr aktuell: die Frage nach der Verantwortung fuer den Einsatz von Systemen. Gemeint ist nicht nur die juristische Haftung, sondern auch die moralische und politsche Verantwortung. In Bremen wird dazu eine Tagung im Oktober zum Thema "Riskante Systeme" laufen. SDI und das Versagen grosser technischer Systeme (z.B. Tschernobyl) kennzeichnen die zwei Hauptthemen der Diskussion: Planung, Entwurf und Einsatz erstens von Waffensystemen, also Systemen, die per se zerstoeren sollen - auch wenn sie politisch durch Abschreckung die Zerstoerung verhindern sollen - und zweitens von Systemen, bei denen katastrophale Wirkungen durch Fehlkonstruktion, -programmierung oder durch Fehlbedienung auftreten koennen. Juristisch gesprochen laeuft das auf die Frage hinaus, ob es so etwas wie Produkt- und Produzentenhaftung fuer Computer und Software geben kann (Der Hersteller haftet auch fuer indirekte Folgeschaeden: kleines Loch im Pflaster, Fuss gebrochen, Termin verpasst, grosser Auftrag geplatzt, den Millionenschaden zahlt die Stadt...) Die Technologiefolgen-Kommission des Bundestages hat das Thema untersucht und in Hamburg hat im Juli die Tagung "Opportunities and Riscs of Artificial Intelligence Systems" - ORAIS '89 stattgefunden, bei der die beiden Auspekte ausfuehrlich duskutiert wurden. In einer Arbeitsgruppe entstand die Empfehlung, wissensbasierte Systeme fuer Einsatz- bereiche zu verbeiten, in denen lebens- oder gesundheitsbedrohende Wirkungen durch Fehler eintreten koennen. Es soll also nicht erlaubt sein, ein medizinisches Expertensystem dem Pflegepersonal in die Hand zu geben, um es - ohne Beisein von aerzten - bei der Apparatesteuerung in der Intensivstation zu beraten. Noch weniger soll es zulaessig sein, ein "imbedded system" zu verwenden, also ein Expertensystem, bei dem das "eingebettete" Expertenwissen automatisch - ohne menschlichen Eingriff - irgendwelche technischen Funktionen ausloest. Dass selbst ohne diese Automatik schwerwiegende
Fehlentscheidungen aufgrund von, wohl gemerkt, korrekt laufenden Programmen zustande kommen koennen, zeigt der Abschuss des iranischen Airbus mit einigen hundert Passagieren vor einem Jahr. Damals hat das Expertensystem-aehnliche Radarauswertungsprogamm dem Kapitaen der amerikanischen Fregatte den Eindruck suggeriert, es handele sich um ein angreifendes Flugzeug und er hat daraufhin - unter Zeitdruck und aus fehlender Kenntnis ueber die Grenzen des Expertenwissens - auf den Roten Knopf gedrueckt! Der Kapitaen traegt zwar die direkte Verantwortung, aber diejenigen, die ihm dieses Expertensystem vorgesetzt haben, tragen nach meiner Meinung die groessere Schuld. Konsequenzen fuer den Informatiker ---------------------------------Die Forderung an die Berufsethik jeden Informatikers muss natuerlich sein: wenn von Dir der Entwurf, der Bau oder der Einsatz von risikotraechtigen Systemen verlangt wird, verweigere Dich! Wenn es dann nicht gelingt, den Auftraggeber umzustimmen, verlangen die zu erwartenden Sanktionen viel Staerke und manches Opfer, und sie treffen auch die Familienangehoerigen. Erst wenn viele Informatiker etwa dem Beipiel der nicht wenigen SDI- Verweigerer in den USA folgen, wird der Druck auf den Einzelnen ertraeglicher werden. Was insgesamt fehlt, ist eine Art Hippokratischer Eid fuer Informatiker. Ansaetze dazu gibt es in England und in den USA. Auch bei uns wird in der GI (Gesellschaft fuer Informatik) im FIFF (Forum Informatiker fuer Frieden und gesellschaftliche Verantwortung) darueber diskutiert. Prof. P. Gorny (Angewandte Informatik,Uni Oldenburg) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01] Computher-Ethik - oder die Berufsethik von Informatikern
[Chalisti] [01] Journalisten und Ethik
Journalisten und Ethik Fuer eine staerkere Beachtung ehtischer Massstaebe im Journalismus haben sich fuehrende Vertreter waehrend des christlichen Medientages in Stuttgart ausgesprochen. Der Chefredakteur von ARD-aktuell, Hennig Roehl, plaedierte fuer mehr Fairnis in der Berichterstattung. Viel zu haeufig werde gegen das biblische Gebot verstossen, "du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Naechsten". Peter Hahne, Mitglied der ZDF- Hauptredaktion "Aktuelles" forderte eine "neue Sensibilitaet" im Journalismus. Redakteure muessten die Folgen ihrer Berichterstattung im Blick haben. Hahne, der auch Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (ekd) ist, kritisierte ferner, dass manche Journalisten im Zuge eines "Missionsjournalismus" ihr politisches Weltbild ueber die Medien an den Mann bzw. die Frau bringen wollten. Der Leiter der Oeffentlichkeitsarbeit des Axel-Springer- Verlages, Heiner Bremer, widersprach der Auffassung, dass ein Journalist auch ueber die Folgen seiner Arbeit nachdenken muesse. Die Berichterstattung wuerde sonst "langweilig, traege und betulich". Bremer beklagte die Unterwuerfigkeit und den mangelnden Mut vieler Journalisten: "Es wird viel zu viel nach dem Munde geredet." Zugleich verteidigte er den Enthuellungsjournalismus. Ohne ihn waere die Demokratie in der Bundesrepublik heute nicht so gefestigt, sagte Bremer. Der evangelische Medientag wurde von der Konferenz Evangelikaler Publizisten (KEP) veranstaltet. Die KEP vertritt die medienpolitischen Interessen der rund eine Million Evangelikalen aus Landes- und Freikirchen, die sich zur Deutschen Evangelischen Allianz zaehlen. der Medientag fand aus Anlass des 70jaehrigen Jubilaeums des Haenssler-Verlages (Neuhausen bei stuttgart) statt, einem der groessten protestantischen Verlage in der Bundesrepublik Deutschland. E-Mail Press/Mik Magazin -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01] Journalisten und Ethik
[Chalisti] [01] EUnet - European Unix network
EUnet - European Unix network "Das EUnet ist ein kooperatives, nichtkommerzielles Netz von Unixrechnern in Europa, das seinen Teilnehmern eine schnelle und guenstige Kommunikation per Electronic Mail - national und international - sowie Informationen ueber das weltweite Computerkonferenzsystem der "News" ermoeglichen will. Technisch baut das Rechnernetz auf dem Kommunikationsprotokoll UUCP (Unix-to-Unix-Copy) bzw. TCP/IP, sowie einem Mail-Programm auf. Zur Verbindung der Rechner werden je nach den Erfordernissen entweder Standleitungen, Datex-P oder Telefonleitungen benutzt. Organisatorisch steht das EUnet zum einen unter dem Verwaltungs-Dach der European Unix systems Users Group und deren nationalen Vertretungen. Andererseits laeuft der groesste Teil der Organisation, Beratung und Hilfe fuer die Teilnehmer an den nationalen Zentralstellen der sogenannten "Backbone-Rechner" zusammen. In Deutschland wird dieser Backbone-Rechner "unido.uucp" an der Informatik Rechnerbetriebsgruppe der Universitaet Dortmund von einem Team von Studenten aufrechterhalten. History - weit weit zurueck in den 83ern ---------------------------------------Damit waere im Prinzip das Wichtigste ueber das EUnet schon festgestellt. Bliebe noch zu sagen, dass die Philosophie des Unix-Netzes historisch einen gewissen Benutzereinfluss, Pragmatismus, Unabhaengigkeit wo noetig und Kooperation, wo moeglich, fuer sich beansprucht. Historisch war diese Entwicklung deshalb so, weil das Netz aus der Initiative von europaeischen Unix-Anwendern hervorgegangen ist, die etwa 1983 eigentlich nur ihre Arbeit am allgemein wenig bekannten Unix-System verbessern wollten. Man sah hinueber in das Unix-Stammland USA und wollte untereinander und mit dem amerikanischen Unix-Netz Informationen und Programme austauschen. Der pragmatische Ansatz lag nun darin, das zu benutzen, was an Kommunikationsmoeglichkeiten im Unix-System schon existierte naemlich UUCP und mail - und so einige Rechner an den wenigen europaeischen Forschungsinstituten mit Unixabteilungen zu verbinden. Von den Unternehmen waren nur wenige gewillt, Unix oder gar ein Rechner offen zu unterstuetzen. So konnte man sich die eigene Unabhaengigkeit von Unternehmen bewahren. Gleichzeitig muessen alle Leistungen des Netzes durch die Gelder der Benutzer selbst finanziert und durch Kooperation mit anderen Netzen so effizient wie moeglich
gestaltet. Im amerikanischen Usenet dagegen wird die Infrastruktur fuer grosee Weitverkehrsstrecken stark durch die Backbones bei einigen Firmen wie DEC, HP, AT&T oder finanziell starken Forschungsinstitutionen getragen, wenn auch nicht verwaltet, so dass dort die Struktur nur chaotisch zu nennen ist. Bis heute wird das nichtkommerzielle EUet in seiner Struktur und Verwaltung mit viel ideellem Einsatz an den Backbone- Institutionen eher "nebenbei" aufrecht erhalten. Gewachsene Strukturen und Organisation: ---------------------------------------Datenfernverbindungen innerhalb Europas waren und sind teuer, so dass in jedem Land moeglichst nur ein Rechner zentral die entsprechende technische Infrastruktur fuer groessere Datenmengen aufbauen sollte, um diese dann kostenguenstig an mehrere Organisationen im Land zu verteilen. Diese sternfoermige Struktur des Netzes wird besonders durch die hohen Kosten fuer die Megabyte an "News"-Artikeln bedingt. Diese kommen zentral beim Centrum voor Wiskunde en Informatica (CWI) in Amsterdam an, um dann mehrfach kopiert und an die nationalen Backbone-Rechner verteilt zu werden. Dieses Prinzip der moeglichst kostenguenstigen Teilung von Kosten setzt sich in den nationalen Netzen weiter fort. Fuer die E-Mailverbindungen sieht die Struktur anders aus, dezentraler. Die Backbone-Rechner der 19 beteiligten Laendern tauschen etwa alle halbe Stunde anfallende E-Mail aus und bilden damit ein eng vermaschtes Netz. Gateways und schnelle Verbindungen in nationale oder internationale Forschungsnetze laufen wenn moeglich von den einzelnen Backbone-Rechnern direkt. So koennen EUnetter heute ihre elektronische Post ueber ihren Backbone-Rechner etwa ins EARN/Bitnet, das amerikanische Arpa/Internet oder das ehemalige CSnet, japanischen "Junet"tern, australischen "ACSnet"tern oder auch in X.400-Netze wie das DFN schicken. Allein im amerikanischen Unix-Mutternetz umfasst die Zahl der erreichbaren Endbenutzer etwa 1 Million ... Damit sind ueber das EUnet heute die meisten Teilnehmer an den wichtigsten internationalen Forschungsnetzen erreichbar. Ganz nebenbei ist das EUnet durch seine Unabhaengigkeit von Forschung und Unternehmen auch eines der wenigen Computernetze, die Organisationen aus Forschung *und* Unternehmen teilnehmen lassen. Warum eigentlich nur Organisationen? koennte man an dieser Stelle fragen. Warum keine Privatpersonen? Verschiedene Gruende spielen da eine Rolle: Zum einen sind die urspruenglichen Teilnehmer des EUnet die Mitglieder"organisationen" der Unix User Groups. Zum anderen gehoerten Unixrechner bis vor kurzem noch nicht gerade zum Privatbesitz einer einzelnen Person, sondern standen ueblicherweise in den Raeumen irgendeiner Organisation. Nicht zuletzt verlangt die Aufrechterhaltung des Netzanschluseses fuer eine Einzelperson allein einen nicht unerheblichen Aufwand. In einer Firma oder Universitaet lohnt sich diese Muehe eher, weil der lokale Systemadministrator, im Unix-Netz der "Postmaster", mit seinem Wissen
und der technischen Infrastruktur dient.
einer groeseeren Gruppe von Nutzern
Auseerdem wuerde eine Vielzahl von einzelnen kleinen Rechnern, die sich direkt am Service-Rechner ihres Backbones anschlieseen wollten, den Zentralrechner und das dortige Postmaster-Team uebermaeseig belasten. Die optimale Netzstruktur musste die Last nach unten auf die Zwischenrechner oder T-Bone-Rechner verteilen, die wiederum mehrere Endknoten bedienen koennen. In einigen Teilen des EUnets, wie in Holland oder England, laeuft eine solche Dezentralisierung relativ gut, in anderen - wie in Deutschland - laeuft dies ziemlich schlecht. Offiziell gibt es nur in Berlin mit der Technischen Universitaet Berlin und der Siemens AG fuer den Muenchner Raum Zwischenrechner, die sowohl Rechnerkapazitaet als auch Verwaltungs- und Beratungsarbeit fuer das Netz uebernehmen. Was sind die News? -----------------Sinnvoll wird eine Dezentralisierung insbesondere, um grosee Datenmengen wie die "News" nur *ein* Mal vom zentralen Backbone in einen Grossraum, wie etwa Frankfurt, zu uebertragen und diese zum lokalen Telefontarif dann an mehrere Interessierte weiter zu verteilen. Was sind denn nun diese imaginaeren "News", denen im EUnet so grosse Aufmerksamkeit und so viel Datenvolumen gewidmet wird? Die News kann man sich als ein Schwarzes-Brett- System von ueber 350 Themengruppen vorstellen, auf denen Fragen und Antworten der Teilnehmer ein intensives Diskussions- und Informationsforum in einem weltweiten Netz ermoeglichen. Die nach Europa transferierten internationalen Gruppen sind ueberwiegend aus dem Umfeld der Computer, Wissenschaft und Technik. Die Spannbreite geht da von "alt.aquaria" fuer die alternative Gruppe der Aquariums-Fischfreunde unter uns, ueber die Bionet- Informationen zum Public-Domain-Vertrieb z.B. in comp.unix.sources (GNU, PC-Software, etc.) oder in die auf Europa oder Deutschland begrenzten EUnet- bzw. Dnet-Hierarchien. Der Informationen werden jedoch auch ueber wissenschaftlichen Felder wie etwa sci.med.aids ausgetauscht. Oder es gibt die gesellschaftlichen Foren wie soc.culture.china oder Freizeitthemen a la rec.arts.books, oder nicht endenwollenden Diskussionen ueber Computerspiele, oder, oder. Also an Themen ist kein Mangel. Der prinzipielle Vorteile des Newssystems gegenueber aehnlich aussehenden Mailboxen ist das Vorhandensein der Daten auf dem eigenen Rechner, so dass man ohne zusaetzliche Kosten die "eigenen" abonnierten Newsgruppen auf dem eigenen Rechner in aller Gemuetsruhe lesen kann. Das Newssystem setzt mit dem Programm "Readnews" in der Gestaltung der News-Artikel und deren Verwaltung unmittelbar auf dem Mail-System auf. Der News-Leser hat es durch die News-Oberflaeche einfach, Texte oder Dateien in und aus seinem Homedirectory aus direkt zu speichern, auszudrucken oder automatisch auf Anfragen zu antworten. Entweder erfolgt dies fuer die Gruppe sichtbar, wenn es von allgemeinem Interesse ist, oder direkt an den Anfrager. Das News-Programm selbst, derzeit Version 2.11, ist ein Public Domain Produkt. Ab Sommer 1989 wird es in der Version 3.0 auch
vom Unido-Backbone zu
erhalten sein.
Wie laeuft das in Deutschland ----------------------------- Ach ja, dieser Unido-Backbone. Ein halbes Dutzend Studenten der Informatik Rechnerbetriebsgruppe der Universitaet Dortmund pflegen den Zentralrechner Unido, ein MX500 und die notwendigen Peripheriegeraete. Mehr Zeit als fuer die Technik wird jedoch fuer die Beratung und Information der angeschlossenen ueber 180 Teilnehmerorganisationen und deren Systemadministratoren und Benutzer verwandt. Nachdem die Rechner mit ihrem UUCP-Namen in die weltweite Adressdatenbank der "Maps" aufgenommen worden ist, muss eine funktionierende UUCP-Verbindung zu Unido hergestellt werden, um die Daten austauschen zu koennen. Danach kommt die Hilfestellung bei der Konfiguration des notwendigen "Message Transport Agents" als dem Programm, das lokal die Post der Benutzer weiterleiten muse. Die genaue Versendung wird den Teilnehmerorganisationen vom nationalen Backbone-Rechner abgenommen, der jede Mail nach seinem letzten aktuellen Informationen auf den richtigen Weg routet. Dies schlieset ein aktives Routing durch den einzelnen Benutzer aus, der sich im Normalfall nicht um den genauen Weg kuemmern kann und kuemmern muse. (Zur Erklaerung fuer Nicht-Unix-Kenner: Das Unix-to-Unix-CoPy verlangte urspruenglich eine Adressierung ueber jeden Rechner, der Uebertragung beitrag. Also ungefaehr so : !Rechner1!Rechner2!Rechner3!Endrechner!Empfaenger
zur
Man kann sich vorstellen, dase dies bei einer Mail nach Kalifornien zum Beispiel einige Zeilen fuellen kann, die anfaellig fuer Tippfehler und unnoetige Umwege sind. Deshalb koennen heute alle in der "Map" mit ihren Zugangsmoeglichkeiten registrierten Unix-Rechner ueber eine Adresse wie
[email protected] erreicht werden. Darueberhinaus gibt es noch so etwas wie eine netzunabhaengige, sogenannte Domainadresse, die in Deutschland zum Beispiel in der Form
[email protected] eine logische Adressierung entsprechend der Organisationsaufbau ermoeglichen soll. Dies erfordert jedoch nicht weniger, sondern Mehraufwand und wird fuer Deutschland vom EUnet-Backbone koordiniert.) Die Vereinfachung der Rechneradressierung erfordert jedoch natuerlich einen gewissen Verwaltungsaufwand beim Backbone und von der Benutzerorganisation einen gewissen Beitrag, um vom EUnet-Backbone registriert zu werden. Letzeres fuehrt immer wieder zu einem gewissen Unmut bei den Benutzern, die diese Kostenbeitraege fuer zu hoch halten. Nun denn, so sieht die Beitragstabelle im deutschen EUnet im Juni 1989 aus: Grundbeitrag fuer Mailanschluse inklusive europaeischer News und unbegrenzt Mail innerhalb Deutschlands: 70,- DM Ein Kilobyte Mail weltweit: 0,60 DM Ein Kilobyte innerhalb Europas: 0,20 DM Von dem pauschalen News-Gebuehren ist das Unido-Team im April 89
angegangen, um auch Interessenten fuer nur wenige Gruppen einen Zugang zu den internationalen News zu ermoeglichen. Seitdem wird entsprechend dem Anteil an den Gesamtkosten der News volumenmaessig abgerechnet. Die monatlichen Beitraege fuer die internationalen News fangen mit zusaetzlichen 35,- DM bei bis zu 10 Prozent des Gesamtvolumens an und reichen bis zu 260,- DM fuer das gesamte Volumen der internationalen News (Juni 89 etwa 100 Mb monatlich). Schoene "Zukunfts"-Aussichten ----------------------------Mit dem weiteren Wachstum des EUnet ist eine weitere Verringerung der Beitraege zu erwarten, weil die gemeinsame Infrastruktur durch mehr Teilnehmer getragen wird. Im deutschen EUnet ist mit dem Uebergang auf eine Standleitung zur europaeischen Zentrale in Amsterdam auch mit einer weiteren Kostendaempfung zu rechnen. Weitere zukuenftige Projekte im EUnet sind etwa ein Netz von dezentralisierten Archivservern ueber ganz Europa hinweg, die Moeglichkeit, ISO-Anwendungen ueber das EUnet hinweg zu benutzen oder der Aufbau eines europaeischen IP-Netzes (Internet- Protocol). Alle diese Dienste haengen jedoch noch vom Interesse und der Beteiligung der EUnetter ab. Wie bei allen anderen Services muessen auch hier jeweils die Benutzer entsprechend finanziell und inhaltlich beteiligt sein. Wer jetzt immer noch am EUnet interessiert ist, kann sich an das Postmaster-Team an der Uni Dortmund wenden. EUnet Postmaster-Office Universitaet Dortmund - IRB Postfach 500 500 4600 Dortmund 50 Tel.: 0231 / 755 - 24 44
[email protected] Anke Goos (
[email protected]) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01] EUnet - European Unix network
[Chalisti] [01] DECnet
DECnet DECnet ist ein Netz fuer Rechner von Digital Equipment Corporation (:= DEC), bzw fuer Rechner, die die DECnet-software besitzen. DECnet gibt's fuer die Betriebsysteme VMS (1), RSX (2), ULTRIX (3), und mit Einschraenkungen fuer DECnet-DOS, das eine DEC-Variante von MS-DOS darstellt und auf IBM-kompatiblen Muehlen laeuft. Die physikalische Grundlage von DECnet ist Ethernet, sowohl als Koax als auch neuerdings vermehrt Glasfaser. Die kleinste Uebertragungsge- schwindigkeit betraegt 9600 kBaud, die Groesste 10 MBaud. Es gibt aber nicht nur ein DECnet, so wie es zb nur ein FIDOnet gibt, sondern sehr viele in der ganzen Welt mit sehr unterschiedlichen Groessen. Diese diversen DECnets sind teilweise miteinander verbunden und haben Gateways zu anderen Netzen. Betrieben werden die DECnets meistens von Unis, Instituten und aehnlichem, aber auch Firmen haben welche, bzw lassen sich dran anschliessen. Die meisten DECnet-Installationen enthalten zu 90% VAXen unter VMS und haben damit eine sehr homogene Benutzeroberflaeche. Adressierung -----------Die Adresse eines Rechners im DECnet lautet 'nodename::username', wobei node:OB 1) ein logical (4) ist 2) eine Zahl zwischen 2.1) 1 und 1024 ist; damit werden lokale Rechner angesprochen. 2.2) zwischen 1025 und 64512 (= 2**16-2**10) ist. Die Zahlenadressierung wird oft in der Form x.y angezeigt. Die eigentliche Adresse kann dann mit x*1024 + y berechnet werden. Diese 2. Adressierungsart muss dann verwendet werden, wenn kein logical verfuegbar ist, d.h. der Systemmanager es nicht fuer implemantationswuerdig angesehen hat. In den folgenden Ausfuehrungen werde ich mich auf VMS beschraenken. Moeglichkeiten -------------DECnet bietet eine ganze Reihe von Netzwerkdiensten an: Remote Login:
mit dem Befehl 'set host <node>' kann man sich auf einem weiteren Rechner einloggen. Beispiel: set host netvax
Remote command:
einen Befehl an einen anderen node schicken.
Beispiel: NETDCL.COM
(siehe unten)
Remote job entry: einen task auf einem anderen node starten. Beispiel: NETDCL.COM (siehe unten) File Transfer:
ein Filetransfer ist in beiden Richtungen mglich. Entweder mit: copy source node"user password"::destination oder: copy node"user password"::source destination Beispiel: copy test.txt netvax"framstag geheim"::disk3:<users.framstag>
Mail:
Jeder User hat in VMS seine eigene mailbox. Wobei mailbox woertlich zu nehmen ist: ein Briefkasten in den der Postbote (:= DECnet) Briefe einwirft oder man selbst Briefe an andere User aufgibt. Angekommene mails werden innerhalb der mailbox gespeichert und beim einloggen wird angezeigt, ob und wieviel mail man bekommen hat. Diese mails koennen dann in normale files umkopiert werden. Beim mail-Aufruf kann entweder ein vorher erstelltes (Text-) File angegeben und abgeschickt werden, oder mail fragt nach dem Text interaktiv. Ist der Adressent eingeloggt, bekommt er die Nachricht, dass er soeben post erhalten hat. Beispiel: mail/subject="neues vom CCC!" test.txt netvax::framstag
Phone:
Das ist die Facility zum chatten! PHONE ist eine interaktive Kommunikation zwischen Usern und entspricht dem TALK bei UNIX oder einem "deluxe-"CHAT bei VM/CMS. Der Bildschirm wird in 2 Teile gesplittet, wobei die oberen Haelfte einem selber gehoert, die untere dem Telefonpartner. Nun kann munter drauflosgetippt werden, wobei jeder Buchstabe sofort uebermittelt wird und nicht erst der ganze Satz nach
. Bei Bedarf kann auch ein Konferenzphone geschaltet werden: der Bildschirm wird dann in x User aufgesplittet... und alle koennen gleichzeitig tippen (*wahnsinnschaos*). Um sich vor einem moeglichen Telefonterror zu schuetzen gibt's die Moeglichkeit sein phone abzuklemmen: set broadcast=nophone Beispiel: phone 45152::framstag
Wie weiss ich nun welche VAXen in meinem DECnet drin sind? Da gibt's die schoene Utility mcr ncp, die einem mit 'mcr ncp show known nodes' ... was wohl zeigt? Tja, und wie komm ich nun an die User? -------------------------------------1. Man kennt diesen kommunikationswilligen User. prima, alles paletti 3. Mit 'phone dir node' bekommt man eine Liste der user auf der 'node'-VAX 2. Falls 2. nicht klappen sollte: NETDCL.COM (7)
'NETDCL.COM' muss im aktuellen Directory gespeichert sein. Der Aufruf erfolgt dann mit: @netdcl Vorausgesetzt die ZielVAX laesst einen herein, ist man als User DECNET drin. Nun schauen wir uns mit 'show user' um, ob jemand bekanntes da ist und phonen oder mailen ihn an (nach logout vom netdcl). Aber Vorsicht: es koennte auch ein Prof oder Sysop dahinter stecken, der gerade beschaeftigt ist. Aber da kann man sich ja noch herausreden mit: "Ihr phone war nicht abgestellt und da dachte ich mir, ruf doch mal an...." Wie komme ich nun in's DECnet? -----------------------------1. login 1.1 Man ist schon drin. Die meisten Unirechenzentren vergeben Accounts auch an Studenten. 1.2 Ueber einen oeffentlichen Account; leider gibt's da sehr sehr wenige...und es werden immer weniger. Das liegt an dem unkollegialen Verhalten einiger 'Mithacker', die solange keine Ruhe geben, bis sie Systemprivilegien besitzen und die VAX zum Absturz bringen. Spaetestens dann gibt's einen oeffentlichen Account weniger. Also, liebe Leut, diese oeffentliche Accounts sind extra FUER UNS eingerichtet worden! Die Uni braucht so was nicht! Missbraucht diese Gastfreundschaft nicht! Einen Tip habe ich: die VAX der FH der Post in Berlin laesst guest herein, erlaubt ihm aber dann keinen set host (:= remote login). NUA: 45300090864 ...und wenn jemand mal im BELWUE ist: 50177::boerse ist eine offene Mailbox 2. mail geht eigentlich nur, wenn der Betreffende node noch andere mail-software faehrt. zB: JNET fuer EARN/bitnet-mail oder EAN fuer x.400-mail Direkt DECnet zu adressieren geht von aussen nicht. Was kann ich mit DECnet anfangen? --------------------------------Im allgemeinen: fast gar nichts, wenn ich vom User ausgehe, der von aussen ins DECnet moechte. Der Grund: DECnets sind im Prinzip nicht fuer den oeffentlichen Zugang ausgelegt. DECnet lohnt sich eigentlich nur fuer den authorisierten User, sei es nun Universitaetsangehoeriger, Student, Betreiber etc... und latuernich fuer den Hacker :-) Es gibt keine Standard-mailboxen, -server, oder andere nuetzliche Dinge. Der Betreiber des jeweiligen DECnets muss das schon selber einrichten - und die meisten tun es leider nicht. Gateways aus DECnet heraus zu anderen Netzen: Mit FTP oder TELNET ueber TCP/IP in andere Uni-Netze, wie das BELWUE (6), mit JNET ins EARN/bitnet, mit gMAIL ins uucp/sub-net, mit EAN ins DFN oder mit psi ins datex-p. Beispiel eines DECnet(8): Das DECnet im BELWUE ---------------------------------------------Es enthaelt zur Zeit ca 300 nodes und ist noch im Aufbau begriffen. Vernetzt
sind alle Unis in Baden-Wuertemberg, viele Institute und einige Firmen. Zum Schluss noch eine Story, direkt aus dem Leben eines DECnet-Users gegriffen: Es war einmal ... ----------------Es folgt nun die unblaubliche Maer wie man aus User Hacker macht: Auf jeder VAX gibt es einen Standard-Account DECNET mit pw:= DECNET, der aber NICHT mit remote login erreicht werden kann. Dieser Account ist fuer verschiedene DECnet-Utilities und als Pseudo-Gast-Account vorgesehen. Dieser DECNET-Account hat sehr eingeschraenkte Rechte, so ist zb ein editieren oder ein weiterer Netzwerkzugriff nicht moeglich. Das HELP-Menue wird vom System eingerichtet und entspricht dem MAN bei UNIX. Hier an der Uni Ulm gibt es ein *unglaublich* unwissendes Rechenzentrum, mit einem noch groesseren Mangel an Literatur (mal abgesehen von den 80 kg VAX/VMSManuals). Der aktive User darf sich seine Information, die ueber "run", "FORTRAN" oder "logout" hinausgehen, selbst suchen. Gut, dass ich im BELWUEDECnet noch andere Accounts besitze, wo mehr Informationen fuer den User angeboten werden. In einem Tuebinger Rechner fand ich im HELP-Menue die Erklaerung zur Prozedur NETDCL.COM, die Kommandos an den DECNET-Account anderer VAXen schickt und dort ausfuehren laesst (remote command). Die Anleitung im HELPMenue war Idiotensicher - also auch fuer mich :-) Mit "$ mcr ncp show known nodes" bekommt man ja bekanntlich die aktiven VAXen im DECnet und so probierte ich mal der Reihe nach alle durch, um zu sehen, wo es noch mehr Infos fuer einen wissensdurstigen User gibt. Mit "help", "dir" und aehnlichen Befehlen schaute ich mich dann um. Leider haben 2/3 aller VAXen den DECNET-Account fuer das NETDCL.COM gesperrt , wahrscheinlich aus Angst vor unberechtigten Zugriff, wie auch immer der aussehen mag. Von manchen Systemmanagern kam dann auch ab und zu eine mail an mich, in der sie sich bei mir erkundigten, ob sie mir weiter helfen koennten bzw einer schickte mir eine NETDCL.COM -Version fuer ULTRIX. Dann, nach einem Monat kam das G R A U E N in Form folgender mail von meinem Systemmanager: ------From: TUEBINGEN::SYSTEM 31-MAY-1989 15:31:11.38 To: FRAMSTAG CC: Subj: mach bloss kein scheiss sonst fliegst du raus From: To: Subj:
ITTGPX::SYSTEM 29-MAY-1989 16:46 TUEBINGEN::SYSTEM Systemeinbruch am 01-May-1989
An den Systemmanager des Rechners TUEBINGEN, wir hatten am 01-May-1989 ueber den DECnet-Account einen Systemeinbruch, der von Ihrer Maschine ausging. Ueber unser Accounting konnten wir feststellen, dass Ihr User mit dem Namen FRAMSTAG ueber das "trojanische Pferd" NETDCL.COM auf unserem Brueckenrechner und auf jedem Rechner unseres VAXclusters einen interaktiven Login emuliert hat. Nennen Sie uns Namen und Adresse dieses Users und klaeren Sie den Vorgang vollstaendig auf. Wir weisen Sie darauf hin, dass
sich der User durch diesen Vorgang strafbar gemacht hat. Sollte sich dies wiederholen, so sehen wir uns gezwungen entsprechende Gegenmassnahmen einzuleiten. Wir werden ueberpruefen, ob an unserem System Schaden entstanden ist. Sollte dies nicht der Fall sein, so werden wir von Massnahmen diesmal absehen. Teilen Sie uns ueber DECnet die Ergebnisse Ihrer Recherchen mit - wir sind ueber die Knotennummer 1084::System zu erreichen. Dipl.-Ing. Michael Hager --------Mein Systemmanager drohte mir meinen Account zu loeschen, falls ich nicht augenblicklich die Sache klaeren wuerde. *schluck* Ich war mir meiner Unschuld absolut gewiss; nur - wie sag ich's den anderen? Ich erklaerte klitzeklein alles meinem Systemmanager, was er dann auch geblickt hat, aber die Strafandrohung schwebte immer noch .... Also schnell zur Tastatur gegriffen, eine Erklaerungsfile verfasst und abgeschickt an diesen wuetenden Systemmanager in Stuttgart. Leider war's nichts damit: Er hatte keinen Speicherplatz mehr und meine Erklaerungsmail landete im Nirwana: $ mail erklaerung To: 1084::system %MAIL-E, error sending to user SYSTEM at 1084 %MAIL-E-OPENOUT, error opening SYS$SYSROOT:[SYSMGR]MAIL$00040092594FD194.MAI; as output -RMS-E-CRE, ACP file create failed -SYSTEM-F-EXDISKQUOTA, disk quota exceeded Auch der Versuch ihn ueber PHONE zu erreichen lief schief: er hatte in seiner Hacker-Paranoia auch noch sein PHONE abgklemmt...und nirgenwo gibt's eine Liste in der die REAL-Adressen von den DECnet-Adressen stehen. Nun stand ich mit dem Brandzeichen "GEFAEHRLICHER HACKER" da und konnte mich nicht rechtfertigen. Ich klagte mein Leid bei einem Bekannten, der Sysop im RZ in Freiburg ist - der fragte bei weiteren ihm bekannten Sysops in Stuttgart nach. Irgendjemand hatte dann 3 Telefonnummern gefunden. Eine davon war tatsaechlich richtig. Ich bekam auch dann diesen Hager ans Telefon und erzaehlte ihm, was ich denn auf seinem DECnet-Account gemacht hatte. Er nahm dann auch prompt seine Vorwuerfe zurueck (von Entschuldigung aber keine Spur). Ich bat ihn schnellstmoeglichst meinen Systemmanager in Tuebingen Entwarnung zu geben, sonst wuerde mir noch mein Account geloescht, wie es in einem aehnlichen Fall einem Komilitonen von mir schon passiert war (auch hier war Hager dran schuld). Er sagte mir zu, dass er sofort seine Vorwuerfe offiziell zurueckziehen wuerde. Nach ueber einer Woche ist dies immer noch nicht geschehen (Ich durfte trotzdem meinen Account behalten); dafuer kam folgende mail an mich (an einen dritten Account von mir): --------From: 1084::HAGER 1-JUN-1989 12:51 To: 50180::STUD_11 Subj: Systemeinbruch An den User STUD_11 des Rechners mit der Knotennummer 50180, Sie haben am 01-Jun-1989 ab 12:29 auf mindestens einem unserer institutseigenen VAXen einen Systemeinbruch begangen. Wir konnten diesen Vorgang mitprotokollieren. Wir fordern Sie hiermit auf, Rechenschaft ueber diesen
Vorgang abzulegen. Sollten wir bis zum 09-Jun-1989 keine lueckenlose Aufklaerung ueber den Vorfall von Ihnen erhalten sehen wir uns gezwungen, weitere Massnahmen zu ergreifen. Die dadurch entstehenden Kosten wuerden wir selbstverstaendlich Ihnen auferlegen. Eine Aufklaerung ist somit in Ihrem eigenen Interesse. Sie koennen uns ueber DECnet-Mail mit der Adresse 1084::HAGER oder ueber unten folgende Adresse erreichen. Institut fuer Technische Thermodynamik und Thermische Verfahrenstechnik Dipl.-Ing. M. Hager Tel.: 0711/685-6109 Dipl.-Ing. M. Mrzyglod Tel.: 0711/685-3398 Pfaffenwaldring 9/10-1 7000 Stuttgart-80 M. Hager M. Mrzyglod ---------Das war, weil ich "$ PHONE 1084::SYSTEM" gemacht hatte. Auf diese Mail habe ich nicht mehr geantwortet. Ich hab keine Lust mehr. Anhang: NETDCL.COM -----------------$ IF f$mode() .EQS. "NETWORK" THEN GOTO network $ IF p1 .EQS. "" THEN READ/PROMPT="_Node: " sys$command p1 $ nodespec = p1 - "::" $ nodename = f$extract(0,f$locate("""",nodespec),nodespec) $ nodespec = nodespec+"""decnet decnet""" $ ON WARNING THEN CONTINUE $ CLOSE/ERR=open_server dcl_server $open_server: $ OPEN/READ/WRITE dcl_server 'nodespec'::"TASK=NETDCL"/ERROR=open_failure $ ON WARNING THEN GOTO exit $flush_output: $ READ dcl_server record $ IF record .EQS. "SEND_ME_A_COMMAND" THEN GOTO send_command $ WRITE sys$output record $ GOTO flush_output $send_command: $ IF p2 .NES. "" THEN GOTO single_command $ READ sys$command record /PROMPT="''nodename'> " /END=exit $ record := 'record $ IF record .EQS. "EXIT" THEN GOTO exit $ WRITE dcl_server record $ GOTO flush_output $single_command: $ command := 'p2' 'p3' 'p4' 'p5' 'p6' 'p7' 'p8' $ WRITE dcl_server command $single_flush: $ READ dcl_server record $ IF record .EQS. "SEND_ME_A_COMMAND"-
THEN GOTO exit $ WRITE sys$output record $ GOTO single_flush $open_failure: $ ON WARNING THEN EXIT $ ON error then copy/log netdcl.com 'nodespec':: $ COPY/LOG Netdcl.Com 'nodespec':: $ WAIT 0:0:1 $ OPEN/READ/WRITE dcl_server 'nodespec'::"TASK=NETDCL" $ ON WARNING THEN GOTO exit $ GOTO flush_output $exit: $ CLOSE dcl_server $ EXIT $network: $ OPEN/READ/WRITE dcl_link sys$net $ SET NOON $ dcl_verify = 'f$verify(0)' $ DEFINE sys$output dcl_link: $server_loop: $ WRITE dcl_link "SEND_ME_A_COMMAND" $ READ dcl_link dcl_string /END_OF_FILE=server_exit /ERROR=server_exit $ 'dcl_string' $ GOTO server_loop $server_exit: $ IF dcl_verify THEN set verify $ CLOSE dcl_link $ DEASSIGN sys$output $ EXIT Erklaerungen: ------------(1) VMS ist das Standardbetriebsystem fuer die VAX (2) RSX ist das Echtzeitbetriebsystem fuer die PDP 11 (3) ULTRIX ist UNIX fuer VAX (4) ein logical ist eine (System- oder Prozess-weit verfuegbare) Variable (5) source und destination sind VMS-Pfad und -Filebezeichnungen, allgemeine Form: disk:name.extension wobei es latuernich mehrere verschachtelte subdirs geben kann. (6) BELWUE := Baden-Wuerttembergs Extended LAN (7) Vorsicht mit NETDCL.COM! Ich hafte nicht fuer die Anwendung (8) siehe auch der SPAN-Artikel von Stephan Stahl im "Das Chaos Computer Buch" Als weiterfuehrende Literatur kann eigentlich nur das DECnet Manual von DEC empfohlen werden. Framstag
[email protected] [email protected] 50177::asta (im BELWUE) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01] DECnet
[Chalisti] [01] FIDO - weltweite Kommunikation im Namen des Hundes
FIDO - weltweite Kommunikation im Namen des Hundes 1. Allgemeines -------------Als freakige Alternative zu den damals gerade entstehenden kommerziellen Rechnerverbunden enstand FidoNet aus der Unzufriedenheit der Standalone-Mailboxuser in den USA Anfang der 80er Jahre. Mittlerweile sind weltweit ueber 5000 Systeme dem Netzwerk angeschlossen. Sie stehen in den USA, in Europa und Asien, sowie Australien. In der Bundesrepublik Deutschland sind ueber 50 Mailboxen angeschlossen. Die International FidoNet Association (IFNA) wurde vor einigen Jahren gegruendet. Ihre Aufgabe ist die Koordinierung allgemeiner Netzwerkangelegenheiten. Die IFNA gibt eine Gazette heraus, schlaegt Normen fuer Uebertragungsprotokolle vor und sorgt fuer ein woechentliches Update der 'World-Nodelist', dem Verzeichnis aller Netzknoten. Benutzt und betrieben wird das Netz von Privatleuten. Kommerz gibt es in der Fido-Philosophie nicht. Wer als Systembetreiber etwas an seiner Mailbox verdient, ist angewiesen, einen bestimmten Geldbetrag dem 'Shanty-Project', einer AIDS-Initiative in San Franzisko, zu spenden. Firmen haben aus Prinzip keinen Zugang zu FidoNet. Gebuehren, die von den Usern gezahlt werden, um die Betriebskosten zu decken, sind aber erlaubt. Den Benutzern ist nicht gestattet, Pseudonyme zu benutzen. Eingetragen werden duerfen nur die Realnamen, und obligatorischerweise ist es verboten, 'Raubkopien' anzubieten, oder hochzuladen. Ansonsten wird immer wieder betont, dass jeder SysOp die Regeln seiner Mailbox selbst bestimmen kann. Der Service besteht im FidoNet aus E-Mail (persoenliche Nachrichten) und die 'Echomail Conference' - lokale oder regionale Diskussionsforen zu verschiedenen, auch nichttechnischen Themen. Zwischen den Nodes werden die Nachrichten waehrend des 'Mailslots' (Briefschlitz) ausgetauscht. Der 'Mailslot' ist eine weltweit einheitliche Uhrzeit, die mit 02:30 Uhr bis 03:30 Uhr GMT angegeben wird. In Deutschland ist das bei mitteleuropaeischer Sommerzeit von 04:30 Uhr bis 05:30 Uhr MEZ, in der Winterzeit verschiebt es sich auf 03:30 Uhr bis 04:30 Uhr MEZ. Eine besondere Option in FidoNet ist der 'Point'. Ein User kann dabei eine Point-Nummer bekommen und bildet so einen eigenen Privat-
Node. Anders als normale User laesst dieser seinen Computer selber 'pollen', um die neuen Nachrichten als Paket abzuholen. Offline koennen diese dann in Ruhe gelesen und ggf. kommentiert werden. Auf diese Weise lassen sich Telefoneinheiten sparen, die online sonst durch Nachdenken oder Einfinger-Adler-Suchstrategie verloren gehen. Die Moeglichkeit kann auch von FidoNet-Mailboxen genutzt werden, die sich nicht an den regulaeren Mailslot halten koennen oder wollen. 2. Netzstruktur --------------Einzelne Nodes sind zu Unter-Netzwerken zusammengeschlossen, die von einem Koordinator betreut werden. Diese 'Netzwerke' ergeben zusammen mit unabhaengigen Nodes 'Regionen', die wiederum zusammengefasst 'Zonen' bilden. Zur Zeit existieren drei Zonen, die auch geographisch auseinander gehalten werden koennen: Zone 1 bedeutet USA, Zone 2 Europa, Zone 3 ist der asiatische und australische Raum. Europa USA Australien/Asien +-----+ +-----+ +-----+ !Zone2+----+Zone1+----+Zone3! +--+--+ +--+--+ +--+--+ I I I I +-----... +----... I I Region20, Schweden Region21, Norwegen Region22, Finnland Region23, Daenemark Region24, BRD----------------Region-Koordinator 24 Region25, Brit. Inseln Region28, Niederlande Netz 509 'TechNet', L}beck Region29, Belgien Netz 507 'Kraut's_Inn', Duisburg Region30, Schweiz Netz 241 'European HST-NET', Mainz Region31, Oestereich Netz 242 'AltiPlex_Net', Aachen Region32, Frankreich Netz 243 'Big_Science_Net', Mermuth Region33, Italien Netz 244 'RHEIN-Area-Net', Ratingen Region34, Spanien Netz 245 'MUG_Net', Essen Region40, Israel Netz 246 'Fine_Bavarian_Net', Bayreuth Zone 2 (Europa) besteht aus 13 zusammengefassten Regionen. Die Bundesrepublik ist mit Region Nr.24 vertreten. Diese wird aus acht 'Netzwerken' gebildet, an denen jeweils unterschiedlich viele Einzelsysteme angeschlossen sind. Die Staedtenamen hinter den Netzwerkbezeichnungen geben den Standort der einzelnen NetzwerkKoordinatoren an. Koordinator der gesamten Region Nr.24 ist der Netzwerk-Koordinator von Nr.509 (Snoopy's BBS, Luebeck).
Alle Klarheiten beseitigt? Adressiert werden E-Mails mit dem Empfaengernamen, sowie der Netzadresse, die sich wie folgt zusammensetzt: zone:netzwerk/node z.B.: 2:509/1 ('Snoopy's BBS', Luebeck) er 3:700/88 ('Executive Board', Hongkong) 3. Ich will Fido... ------------------Wer mit seiner Mailbox an das FidoNet gehen will, sollte am besten einen 16Bit-Rechner mit Festplatte und als Betriebssystem wenigstens MS-DOS benutzen. Implementationen gibt es auch schon auf Atari ST. Ein schnelles Modem von mindestens 1200bps ist natuerlich wichtig. Ausserhalb Europas sind Geschwindigkeiten von 9600bps ja schon lange keine Seltenheit mehr. Eine FidoNet-Mailbox sollte in der Lage sein, sowohl Anrufe von anderen Systemen zur Datenuebertragung anzunehmen ('PICK UP'), als auch selber anzurufen ('POLL'). In der Praxis sollte das allerdings mit dem SysOp des naechst gelegenen Fido-Nodes abgesprochen werden k|nnen. Welche Netz-Software? --------------------Es gibt zwei Programmpakete, die voll auf FidoNet ausgerichtet sind. Das eine heisst - man glaubt es nicht - 'FIDO' und kann fuer Geld gekauft werden. Das andere heisst OPUS, ist inklusive einiger Zusatzprogramme und Dokumentation Public Domain und am meisten verbreitet. Die Benutzeroberflaeche ist amerikanisch-menueorientiert. Wer auf seine gewohnte Shell nicht verzichten will oder eine andere fuer sinnvoller haelt und ausserdem nicht schlecht programmieren kann, hat auch die Moeglichkeit, seine eigene Implementation zu bauen. Zur Hilfe kann dazu die Fido-Dokumentation 'FSC001 A Basic FidoNet(tm) Technical Standart' genommen werden, in dem die FidoNetDatenformate und Protokolle definiert sind. Ausserdem sollte auch das Dokument 'FSC002' besorgt werden. Darin wird das Format der IFNA -Nodelist beschrieben. Ist es irgendwann endlich geschafft, kann der erste Testbetrieb am Netz stattfinden. Die endgueltige 'Aufnahmepruefung' eines werdenden Fido-Nodes besteht darin, eine Nachricht an den jeweiligen Netzwerk-Koordinator zu senden. Wenn das gut geht und eine Antwort zurueckkommt, wird die Mailbox in die Nodelist aufgenommen. Soweit eine oberflaechige Beschreibung von FidoNet.
Weitere Informationen: ---------------------'FSC001 A Basic FidoNet (tm) Technical Standart' 'FSC002' Nodelist-Dokumentation 'FidoNet Policy' Grunds{tzliche Rgeln des Netzes Diese Files koennen in der Regel von den Netzwerk-Koordinatoren bezogen werden. Z.B. Netzwerk 509: Snoopy's BBS, Luebeck, 0451/493920 Bo-Chen Lo ([email protected], [email protected]) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01] FIDO - weltweite Kommunikation im Namen des Hundes
[Chalisti] [01] Pressematerial gewaehrt keine inhaltliche Richtigkeit
Pressematerial gewaehrt keine inhaltliche Richtigkeit Hamburg (emp/mik) - Die Pressestelle der Apple Computer GmbH in Muenchen hat verschiedenen Fachredaktionen in der Bundesrepublik umfangreiches Informationsmaterial mit dem Hinweis zugestellt, dass das Unternehmen "keine Gewaehr fuer die Vollstaendigkeit und Richtigkeit des Inhalts" einer selbst herausgegebenen Broschuere uebernimmt. Diese Informationsschrift soll ueber die Apple Systemarchitektur OASIS informieren. OASIS steht fuer Open Architecture System Integration Strategy. In einem Schreiben an die Apple Geschaeftsfuehrung teilte die Redaktion MIK-Magazin mit, sie habe auf einen Hintergrundbericht verzichten muessen, weil das Unternehmen nichteinmal selbst fuer die Richtigkeit der verbreiteter Informationen Garantien abgeben will. Man habe allerdings positiv zur Kenntnis genommen, dass darauf verwiesen werde, moeglicherweise nicht ganz richtige Informationen zu verbreiten. Anlass der Presseaktion war die von der Fachpresse lang erwartete Praesentation eines tragbaren Macintosh-Computer. Das Geraet kostet rund 14.000 Mark und wiegt sieben Kilo, mit einer 40 MB Festplatte fast acht Kilo. Der Bildschirm soll kontrastreicher sein als herk|mmliche LCD-Bildschirme. Die Cursor-Steuerung erfolgt ueber einen in die Tastatur integrierten Trackball, der mit dem Handballen benutzt werden kann. Weiterhin ist das Geraet mit einem 1,44 Megabyte Laufwerk ausgestattet. Es hat nach Herstellerangaben 75 Prozent mehr Speicherkapazitaet als die bisher eingesetzten 800 Kilobyte Laufwerke. Eine besondere Elektronik soll zudem fuer einen energiesparenden Betrieb sorgen. Laut Apple kann das Geraet, je nach Intensitaet der Beanspruchung, bis zu zwoelf Stunden im netzunabhaengigen Betrieb laufen. Ueblich sind zwischen drei und vier Stunden. Das Gehaeuse ist aus stossfestem Polycarbonat, ein Produkt aus der Fertigung von Motorradhelmen. Hervorgehoben wird die Benutzerfreundlichkeit, die auch "Portabel-Neulingen" den Einstieg in die Computertechnik schmackhaft machen soll. Kaeuferzielgruppe sind unter anderem Aussendiensmitarbeiter in den Bereich Verkauf und Marketing sowie Forschungsabteilungen der Universitaeten. Apple rechnet damit, ab Oktober im ersten Jahr ueber 100.000 Einheiten verkaufen zu koennen. Dies wird von amerikanischen Marktbeobachtern allerdings bezweifelt. Sie meinen, das Geraet sei zu gross, zu schwer und zu teuer.
Weitere Informationen erteilt: Pressestelle Apple Computer GmbH Ingolstaedter Str.20: 8000 Muenchen 45; Tel.: 089/350340 E-Mail Press/MIK Magazin -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01] Pressematerial gewaehrt keine inhaltliche Richtigkeit
[Chalisti] [01] Sozialversicherungsausweis fuer alle?
Sozialversicherungsausweis fuer alle? Im Zeitraum vom 01.01.1991 bis zum 31.12.1995 erhaelt ein Teil der Bundesbuerger einen neuen Ausweis: den Sozialversicherungsausweis, kurz SVA genannt. Die entsprechenden Bestimmungen (Gesetz zur Einfuehrung des SVA's oder GES) sind dieser Tage verabschiedet worden und treten ab 1.1.1990 in Kraft. Offizieller Hintergrund dieses Gesetzes ist die Aufdeckung von Sozialleistungsmissbrauch und die Aufdeckung illegaler Beschaeftigungsverhaeltnisse. Mit dem SVA und den entsprechenden Bestimmungen wird den Traegern der Sozialleisungen und den Ordnungsbehoerden eine weitrechende Kontrollmoeglichkeit ueber die Betroffenen ermoeglicht. Einige im GES aufgefuehrte Berufsgruppen sind verpflichtet, den SVA am Arbeitsplatz mitzufuehren. Darunter fallen Arbeitnehmer aus Bau-, Schausteller-, Gebaeudereinigergewerbe und Messebau. Andere Bereiche koennen durch den BMA per Rechtsverordnung ebenfalls dazu verpflichtet werden. Generell muss sich der Arbeitgeber bei der Einstellung den SVA vorlegen lassen. Bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall kann der Krankengeldtraeger eine Hinterlegung des SVA verlangen. Gleiches gilt, wenn der Betroffene Sozialleistungen wie Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld bezieht. Da der Arbeitgeber die Einstellung umgehend weiterzumelden hat besteht hier kaum die Moeglichkeit, ohne SVA eine Anstellung zu bekommen. Da auch geringfuegig Beschaeftigte der Einzugsstelle zu melden sind hat hier die Kontrolle enge Maschen. Zentrale Datenstelle -------------------Eine zentrale Einzugsstelle wird im Namen der entsprechenden Sozialleistungstraeger die SVA einziehen und die entsprechenden Daten verwalten und bei Bedarf weitergeben. Verwaltet werden so z.B. die Daten der geringfuegig Beschaeftigten in der privat organisierten Datenstelle der Versicherungstraeger, die durch das GES eine neue Aufgabe erhaelt. Hier soll in erster Linie abgeglichen werden, ob mehrere geringfuegige Beschaeftigungsverhaeltnisse vorliegen, die dann evtl. eine Versicherungspflicht begruenden. SVA nicht fuer alle ------------------Durch den SVA kontrolliert werden alle versicherungspflichtigen Beschaeftigten, sonstigen Versicherungspflichtigen und Sozialleistungsbezieher. Ausdruecklich vom GES ausgeklammert sind alle von der Versicherungspflicht befreiten Personen, im Haushalt
Beschaeftigte, sofern sie die Geringfuegigkeitsgrenze nicht ueberschreiten usw. Von der strengen Meldepflicht ausgenommen sind Arbeitgeber im Schaustellergewerbe und im Messebau sowie in Land-und Forstwirtschaft, wo die Beschaeftigung auf bestimmte Zeitraeume begrenzt ist. Starke Kontrolle ---------------Der SVA kann nur sinnvoll sein, wenn die Massnahmen der Ueberwachung wesentlich erweitert werden. Kontrollen beim Arbeitgeber, Pruefung der Lohnunterlagen, Pruefung der Beschaeftigten mittels ihres SVA's. Vorausstezung hierfuer ist ein hoher technischer Standard der Kontrollierenden: Rueckfragen bei der Einzugsstelle muessen sofort abgewickelt werden. Durchfuehrende Organe sind hier unter anderem BfA, Polizei, Ornungs-, Gewerbeaufsichtsund Auslaenderamt. Diese Institutionen durefen Kontrollen ohne vorherige Ankuendigung durchfuehren. Eine weitgehende Regelung zum Datentausch ermoeglicht hierbei die Aufdeckung von Verstoessen. Das Netz wird enger ------------------Die bisherige Regelung ermoeglichte den Austausch von Daten der BfA, der Einzugsstellen und der Rentenversicherungstraeger nur im Einzelfall bei konkreten Anhaltspunkten fuer Verstoesse gegen das SGB, AFG, SchwArbG oder bei einem gerichtlichen Verfahren. (@113 ABS. 1 S.2 SGB IV), Krankenversicherungen durften selbst dann ihre Daten nicht freigeben. Das GES ermoeglicht nun den Behoerden, die ja die Ueberpruefung durch das Arbeitsamt unterstuetzen sollen, die erforderlichen Daten auszutauschen. (@107 Abs.1 SGB IV). Hier ist nun nicht mehr ein konkreter Anhaltspunkt fuer die Uebermittlung der Sozialdaten notwendig, es wird nur noch durch den Erforderlichkeitsmaszstab beschraenkt. Universeller Ausweis -------------------Den SVA im privaten Bereich zu verwenden ist gesetlich unzulaessig. In der Praxis stellt der SVA jedoch einen staendig verfuegbaren Beschaeftigungs- bzw. Einkommensnachweis dar, dessen Verwendbarkeit in Bezug auf Miet-, Kredit- und Verleihgeschaefte fuer die eine Sicherheit bedeutsam ist, denkbar erscheint. Bei flaechendeckender Verbreitung sind die sich aus dem SVA ergebenden Moeglichkeiten fuer solche und aehnliche Geschaefte fuer die Wirtschaft zu guenstig, als das seine Verwendung in diesem Bereich ausgeschlossen werden kann. Betroffene ---------Vom GES in erster Linie betroffen sind
die
Sozialleistungsempfaenger,
die neben der systematischen Kontrolle, neuen Diskriminierungen ausgesetzt sind. Die Nicht-Einfuehrung des SVA liegt in ihrem unmittelbaren Interesse. Bei der im Sozialbereich vorliegenden Verdatung betrifft das GES amsonsten alle Bundesbuerger, wenn auch mit verschiedenen Auswirkungen. Der als blosse Modernisierungsmassmahme des Sozialversicherungsnachweisheftes verkaufte SVA birgt wesentlich weitergehende Kontrollmoeglichkeiten in sich, die in Verbindung mit seiner Maschinenlesbarkeit in der Zukunft ungeahnte Moeglichkeiten auftun. In engem Zusammenhang hierzu steht der Datenbestand der Rentenversicherungstraeger in Wuerzburg, der wohl zu den umfassendsten in der Republik gehoert, der von der Oeffentlichkeit jedoch zu den am wenigsten beachteten zaehlt. Soziale Diskriminierung ----------------------Fraglich ist, inwieweit die Vorlage und Hinterlegungspflicht des SVA bei den Leistungstraegern und auf Verlangen des Arbeitgebers mit dem Recht auf freie Menschenwuerde und dem Recht auf freie Entfaltung der Persoenlichkeit harmoniert. Der SVA erhaelt den Charakter eines 'Arbeits-Erlaubnis-Ausweises' dessen Nichtbesitz zum Sozialleitstungsbezieher abstempelt. Die zur Hinterlegung berechtigten Stellen sind nur verpflichtet, den Ausweis wieder auszuhaendigen, wenn der Leistungsbezug wegfaellt, obwohl fuer eine Vielzahl von Sozialleistungen kein Beschaeftigungsverbot besteht. Der Sozialleistungsempfaenger muss sich seine Beschaeftigung lediglich anrechnen lassen. Zudem bewerben sich eine Vielzahl von Leistungsempfaengern naturgemaess waehrend ihres Leistungsbezuges um eine neue Stelle. Hier liegt es im Ermessen der verwahrenden Stelle, ob die Sozialleistungsbezieher hierfuer ihren Ausweis zurueckerhalten. Der Besitz des SVA koennte zum Statussymbol einer 'Zwei Drittel Gesellschaft' werden, der Nichtbesitz zum Stigma des beschaeftigungslosen Drittels. Einem besonderen Stigma koennten die unterworfen sein, die in den Wirtschaftsbereichen beschaeftigt sind, die der Mitfuehrungspflicht des SVA unterliegen. Schon durch das Auessere des Ausweises mit einem Lichtbild werden sie als Beschaeftigte teilweise stigmatisierter Berufsgruppen erkennbar. Zusammenfassung des Scripts 'Sozialversicherungsausweis: Statussymbol der Zwei-Drittel-Gesellschaft' von Hartmut Friedrich und Joachim Riess, Bremen Istitut fuer Informations- und Kommunikationsoekelogie (IKOe) Resumee (in eigener Sache) -------------------------Es sei in Frage gestellt, ob die Einfuehrung des SVA gesellschaftlich groesseres Unheil anrichtet, als sein Nutzen, naemlich die Aufdeckung illegaler Beschaeftigungsverhaeltnisse ist. Bei dem Einsatz derartiger Kontrolltechniken ist ein sensibles Umgehen hiermit erforderlich, um den enthaltenen sozialen Sprengstoff nicht zum Explodieren zu bringen.
Leider kann man von einem derartigen Verhalten der Institutionen nicht grundsaetzlich ausgehen. Ausserdem ist fraglich, ob der SVA seinen Aufwand rechtfertigt, es muesste fuer alle Sozialleistungstraeger eigentlich wesentlich interessanter sein, ihre Leistungsempfaenger auf eigenen Beinen stehen zu sehen als sie zu stigmatisieren. Eine weitgehende Aufklaerung um die mit dem SVA und GES verbundenen Rechte und Pflichten seitens der Leistungstraeger und auch durch andere Stellen ist zu fordern, genau wie weitergehende Eingliederungsmassnahmen der Sozialleistungsempfaenger. Die Entwicklung der mit dem GES verbundenen Massnahmen sollte aufmerksam verfolgt werden. Schliesslich ist - von wenigen Aussnahmen abgesehen - niemand vor dem Los der Arbeitslosigkeit gefeit. Ulrich Tiemann ([email protected]) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01] Sozialversicherungsausweis fuer alle?
[Chalisti] [01] GALACTIC HACKER PARTY - Amsterdam
GALACTIC HACKER PARTY - Amsterdam Bevor wir zu einer vernichtenden Kritik ausschweifen, loben wir erst einmal die Veranstaltung. Das muss so sein, denn sonst waere es einfach ungerecht. Das Paradiso - eine ehemalige Kirche und heutigen Computerladenbesitzern bestens als 'Kiffer-Paradies' bekannt - gab den Rahmen (Thomas Vogler fing auch sofort mit Bibel-Zitaten an...). Die Organisation ist professionell daneben. Nicht verstanden ist, dass Computer auch eine komplett neue Veranstaltungsstruktur (eben den Kongress - nicht die Party) erfordern. Hier kommt nun nicht eine Musikgruppe mit irrsinnig teurer Technik her um sich auf eine Buehne zu stellen und etwas vorzufuehren - sondern es kommen (im Besten Fall) hunderte von Hauptdarstellern (die alle Eintritt bezahlen) und haben etwas vorzustellen. Aehnlich wie im Film 'Fahrenheit 840': Jeder hat ein Buch - ein Manuel - gelesen und kann anderen weiterhelfen. "Teach me PC-TOOLS and I will teach you NORTON ULTILITIES" - Gibst Du mir Steine - geb ich Dir Sand... In Amsterdam, der Hauptstadt der kiffenden Hippies - mitten im "PARADIES(O)" wird die Struktur Angst(!) vergangener Zeiten (die Schublade) verwendet. Bodyguards an der Tuer, Abschottungen der "ernsthaft" arbeitenden Menschen - die Abschlisserklaerung seit drei Tagen vor Beginn bereits fertiggeschrieben. Im Grunde also eine erzkonservative Veranstaltung. Nicht zu unterscheiden von herkoemmlichen Parteitagen mit vorgefertigten Statements und gemeinsamer Abschlusserklaerung. Aber wir wollten loben: Die Veranstalter flogen "Stars" aus Amerika (Mutterland der Vatermoerder ein. John Draper alias Captain Crunch (in Amsterdam in Captain Smoke umbenannt) mit Tabakphobie und "Stretching-Fimmel". Lee Felsenstein fragte auf der Fahrt vom Flughafen erst einmal nach Captain Smoke: Wenn der wieder mit seinen "fucking exercises" ankommen wuerde, wuerde er ihm eine Portion Rauch ins Gesicht blasen. (Der Schlingel ist auch Nichtraucher...). Lee Felsenstein kolportierte an sonsten sein Konzept des Barbie-Puppen-Computers. Zum Geburtstag gibt's erst einmal das Grundgehaeuse, und zu Weihnachten dann die erste Speichererweiterung und naechstens Jahr die serielle Schnittstelle - und alles zu Preisen, dass es die Tanten und Onkels (zaehneknirschend zwar immerhin) bezahlen... Das Ganze nennt er dann "Cyberpunk" - Computer fuer die Kid's. William Gibson wuerde sich im Grab umdrehen - wenn er schon gestorben waere. Interessant war, dass er den Chaos Computer Club bei seiner Antrittsrede als das lobte, was er auch ist: Ein kulturelles Ereignis, ein Medium. Also ganz dumm kann er nicht sein. Nuechtern machte er auch nicht diesen Eindruck. Aber. Na ja.
Abends war mit ihm nicht mehr zu reden. Nicht wahr, Andy... Die Vorstellung eines Computer-Links nach Moskau: "Hallo hier Moskau - Was wollt ihr wissen?" Ein bedeutsamer Satz im Spitzelzeitalter. Captain Smoke war permament am telefonieren und Leute am anschreien und versuchte jeden von der Wichtigkeit seiner Mission und Person und seiner Stretching-Uebungen zu ueberzeugen. Zumindest von Letzterem hat er absolut keine Ahnung. Ansonsten ist ein typisch amerikanischer Irrer: Quick, fast and heavy. Ausserdem redet er amerikanisch. Igitt. Also im Grossen und Ganzen eigentlich nicht unsympathisch. Ein Georg Ladanyi der Hacker. Die Diskussion zwischen Pengo und Wau wurde von den Veranstaltern (wie so vieles), an dem Punkt wo's spannend wurde, abgebrochen. (Die Zeit draengte). Auch hier: Die hollandischen Veranstalter versuchten mit typisch deutsch/amerikanischer Effektivitt eine Veranstaltung ueber die Buehne zu bringen. Na ja, wir leben noch. In weiten Kreisen freut man sich nun auf die nette, unkommerzielle Arbeits-Atmosphoere beim CCC-Kongress dieses Jahr. Amsterdam dient als abschreckendes Beispiel. Mit vielleicht der Ausnahme, dass man auch darueber nachdenkt, mehr Wert noch auf die Internationalitaet und internationale Gaeste zu legen. Na ja. Und falls die dass naechstes Jahr wieder eine Veranstaltung machen - fahren wir natuerlich auch wieder hin... ...und jetzt habe ich den Artikel noch einmal durchgelesen und stelle fest, daa er einfach nicht boese genug ist. Klar war es lustig. Und Menschen wie wir, finden immer die Suppe zwischen den Haaren. Aber es sollte nicht ungesagt bleiben, dass sich ein Grossteil der Gaeste (und eingeladenen Akteure) schlichtweg verarscht vorgekommen sind. Tatsaechliches Arbeiten war komplett unmoeglich. Ein Modem zu finden ebenso. Lediglich ueber die installierte Sun war ein Zugang nach aussen zu bekommen. Das reicht zwar fuer's Hacken, nicht aber um relativ sicher seine ZERBERUS-Poll-Versuche via Terminalversion zu starten. Zumal alle Datenstroeme ueber die Sun - wie der Veranstalter nach einer netten Bloeffaktion seitens des CCC zugab - mitgeschnitten wurden. Als die Herausgabe der Daten verlangt wurde, behauptete Rob, dass die Sun dauernd abgestuerzt sei und deswegen das mit dem Mitschnitt nicht geklappt haette. Was Rob nicht weiss, ist, dass zwei Leute sich im kleinen Buero (wo einige der Modems standen) ein wenig umgesehen haben... (Wo die Tuer nicht abgeschlossen ist, geht man rein zufaellig schon ein und aus...). Ansonsten hatten alle Amsterdamer die unangenehme Art bei Anfragen stets nur ausweichende Antworten zu geben. Ein WDR-Team war stendig genervt, weil Jan (Mitinhaber des Paradiesos) staendig noergelte, dass sie nicht filmen durften, dann doch wieder, dann wieder nicht - also eher DDR-maessig. Erst nach Stunden liess er dann raus, dass er schlicht und einfach Geld wollte. Nervig, diese Amsterdamer. Ansonsten muss man an dieser Stelle noch den Amsterdamern danken, die nervigen Deutschen Schlafplaetze zur Verfuegung stellten. Wie halten die das bloss aus? Das ganze Jahr. Immer dasselbe. Wir sehen uns im Hamburg im Dezember. Glaubt bloss nicht, dass das ein Vergnuegen wird. Da wird gearbeitet.
//padeluun ([email protected]) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01] GALACTIC HACKER PARTY - Amsterdam
[Chalisti] [01] Die 7 Stufen eines Hackers
Die 7 Stufen eines Hackers -------------------------Anfaenger
- schreibt "#include <stdio.h>" in seine Programme, aber wiess nicht, warum - hat von Zeigern gehoert, aber nie welche gesehen
Benutzer
- benutzt folgende Macros: #define BEGIN #define END ; - hat schlechte Erfahrungen mit Zeigern gemacht - kennt den Unterschied zwischen ' und "
Erfahrener Benutzer
- benutzt: if(a==b) c = 1; else c = 0; - benutzt Zeiger, aber nur als Ersatz fuer Felder - liebt es, Programme unter VMS zu schreiben
Experte
- benutzt: c = (a==b) ? 1 : 0; - benutzt Zeiger fehlerfrei - flippt aus, wenn er einen Fehler im Compiler gefunden hat, nur weil er ihn gefunden hat - hat herausgefunden, wofuer && und || gut sind - lehnt es ab, C-Programme unter VMS zu schreiben
Hacker
- benutzt: c = (a==b); - schreibt Programme, die Zeiger auf Funktionen benutzen - schreibt Macros anstelle von einfachen Funktionen - benutzt bitmanipulierende Operatoren, weil sie assembleraehnlich sind - schreibt einfache Programme mit "cat >" und compiliert sie mit "!cc" - benutzt argv und argc
Guru
- vermeidet bitmanipulierende Operatoren aus Portabilitaetsgruenden - aergert sich ueber Compilerfehler - schreibt Programme portabel genug um es auf VMS zu portieren, findet aber keinen Geschmack daran - schreibt Bibliotheken die seine Juenger benutzen - kann alle Fragen ueber C nach kurzem Nachdenken beantworten
Wizard
- schreibt Compiler mit "cat >" (und sie funktionieren!) - liest Geraetetreiberquellcode waehrend des Fruehstuecks - weiss, welche Frage man gerade stellen will und beantwortet sie - duzt Dennis, Bill und Ken
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[Chalisti] [01] Die 7 Stufen eines Hackers
[Chalisti] [01] Ein schweizer Traum ?
Ein schweizer Traum ? Mitte September fand in Zuerich (das liegt in den Alpen. :-) ) die Weltpapiertagung 89 statt. Das bedeutet, dass sich verschiedene Leute aus dem Bankenwesen, Polizei, Staatsanwaltschaft und Firmen trafen. Die Tagung stand dieses Jahr unter dem Motto: 'Scenario 2000 - Wunschtraum oder Alptraum'. Insgesamt waren 5 Referate angesetzt, sowie ein mittelgrosses Essen mit mehreren Gaengen. Das letzte Referat sollte von Steffen Wenery gehalten werden. Die Firma Orell Fuessli hatte zu dieser Tagung eingeladen, um natuerlich auch ihren neuen maschinenlesbaren Ausweis vorzustellen. Deswegen beschaeftigten wir uns erstmal mit den aufgestellten Rechnern. Als erstes wurden wir vor einen Digitizer gesetzt, digitalisert, nach Namen und Organisation/Firma gefragt und ab gings. Danach hatte man einen Ausweis, der sogar noch ein wenig handlicher als der neue deutsche Perso war. Natuerlich duerften die Fragen zur Sicherheit des Ausweises, der verwendeten Rechner, etc. nicht fehlen. Bei Orell Fuessli (die stellen uebrigens das schweizer Papiergeld her) hat man wohl inzwischen eingesehen, dass die meisten Sicherheitsprobleme nicht von Hackern, sondern von undichten Stellen innerhalb einer Firma verursacht werden. Als Konsequenz hat OF die Herstellung und Entwicklung der einzelnen Komponenten (Transputer, PAL's, Software,etc.) auf verschiedene Tochterfirmen in der Welt verteilt. Derzeit hofft die Firma Verhandlungen mit der indischen Regierung zum Abschluss bringen zu koennen. Damit koennte OF ca. 500 Millionen ihrer Ausweise an den Menschen bringen. Auf die Frage nach Einzelheiten ueber den Ausweis, war zu erfahren, dass ueber die absichtliche Veraenderung von Farbdaten im digitalisierten Foto die Faelschungssicherheit gewaehrleistet werden soll. Allerdings scheint es mit dem innerbetrieblichen Datenschutz bei OF nicht weit her zu sein. Zitat eines Technikers: "Datenschutz koennen Sie bei uns vergessen." Jetzt zu den Vortraegen. Den Anfang machte Prof. Pietschmann von der Uni Wien mit dem Vortrag 'Digitalisierung und Freiheit'. Der Mensch ist eigentlich Physiker, aber nach seinem Vortrag zu urteilen, hat er seinen Beruf verfehlt. Er haette Philosoph werden sollen. Erstmal betrachtet er eben die philosophischen Aspekte der Freiheit. Er erklaert kurz ,dass Demokratie eigentlich keine Freiheit ist, da man sich entscheiden MUSS. Da der Mensch mit der Demokratie nicht umgehen kann, neigt er dazu Entscheidungen zu delegieren. Da der Computer angeblich alles weiss, werden viele Entscheidungen - ob dies nun sinnvoll ist oder nicht - dem Computer uebertragen. Allerdings liegt darin eine grosse Gefahr. Entscheidungen die der Computer faellen kann, muessen (wie z.B. auch Naturgesetze) mit 'wahr' oder 'falsch' beantwortbar sein. Ein 'jein' oder ein 'mu (wie im chinesischen) gibt es in der Informatik nicht. Entscheidungen die aber den Menschen betrefen, sind viel differenzierter.
Prof. Pietschmann tritt abschliessend dafuer ein, jedesmal die Entscheidung des Computereinsatzes in der Gesellschaft (Autobahn, Medizin,etc.) auszustreiten, da es die Freiheit des Menschen betrifft und beim falschen Einsatze diese einschraenkt. Auf die naechsten Beitraege will ich nicht weiter eingehen, da sie spezielle Bereiche des Banken- und Boersengeschaeftes betreffen. Die vierte Vortrag befasste sich mit dem maschinenlesbaren Ausweis und aehnlichen unangenehmen Zeugs. Speziell ging es um die technischen Probleme anhand eines Fotos auf einem solchen Ausweis, einen Menschen wiederzuerkennen (z.B. durch eine Kamera beim Werkseingang). Mit der heutigen Computertechnik ist es nicht moeglich, in Echtzeit ein Passfoto mit einer Kameraaufnahme zu vergleichen. Die herkoemmliche Technik wird das auch in Zukunft nicht ermoeglichen koennen. Der Vortragende (Prof. Stucki, Uni Zuerich) sah die Loesung in der Weiterentwicklung in der Sicherheitstechnik und dem Teil der kuenstlichen Intelligenz, die sich mit neuronalen Netzwerken beschaeftigt, da diese ihre Anwendung in der Mustererkennung von komplexen Bildern haben wird und dafuer auch am besten geeignet ist. Der letzte Vortrag war, wie oben erwaehnt, von Steffen. Seinen Vortrag hatte den Titel: 'Das Titanic-Syndrom: Plauderstunde eines Insiders'. Der Inhalt zog sich von den CCC-Anfaengen, ueber BTX, Nasa-Hack zu den KGB-Hackern. Es hat wenig Sinn, den Sinn jetzt wiederzugeben. (Ausserdem tun mir langsame die Finger weh. :-) ). Bei der anschliessenden Diskussion wurden hauptsaechlich an Steffen und Prof. Pietschmann Fragen gestellt. Die Fragen waren aber allgemeiner Natur (Was halten sie von ISDN, wie sehen sie den Begriff Freiheit, etc.). Terra -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01] Ein schweizer Traum ?
[Chalisti] [01]
Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen ISDN erwogen
Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen ISDN erwogen Bremen (emp/mik) - Das Institut fuer Informationsoekologie (IKOE) in Bremen hat angekuendigt, Buerger zu unterstuetzen, die gegen den Einzelgebuehrennachweis bei Telefongespraechen gerichtlich vorgehen wollen. Man werde, so eine IKOEPressemitteilung, notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht gehen. Seit dem 1. Juli 1989 bietet die Post im Zusammenhang mit der bundesweiten Einfuehrung eines digitalen Fernsprechnetzes (ISDN) ihren Kunden auf Antrag eine detaillierte Fernsprechrechnung an, in der fuer jede abgehende Verbindung Zielnummer, Datum, Uhrzeit, Dauer und Gebuehreneinheiten aufgelistet sind. Die dazu erforderlichen Daten werden 80 Tage in Rechenzentren der Post aufbewahrt. Rechtliche Basis ist der Paragraph 272 a der Telekommunikationsordnung. Ueber eine solche Auflistung koennen sich nach Auffassung des IKOE Eltern, Ehegatten oder Mitglieder von Wohngemeinschaften gegenseitig in ihrem Kommunikationsverhalten kontrollieren. Auf Draengen des Bundesbeauftragten fuer den Datenschutz verlange die Post zwar eine schriftliche Einverstaendniserklaerung aller Mitbenutzer des betreffenden Anschlusses, es sei jedoch voellig unklar, wie die Fernmeldeaemter in der Praxis pruefen wollen, ob wirklich alle Betroffenen eingewilligt haben. Zudem koennten so neue und sensible Daten dar}ber entstehen, wer mit wem zusammenlebt. Das IKOE kritisierte, dass die Zielnummer als personenbezogenes Datum ohne Wissen und Einverstaendnis der Telefonteilnehmer an die Empfaenger des Einzelgebuehrennachweises herausgegeben werde. Die gelte auch dann, wenn sich jemand nur verwaehlt hat. Darueber hinaus habe die Post die Fernsprechteilnehmer ueber diese Neuerung nicht informiert, obwohl es sich dabei um eine Aenderung des Fernsprechverkehrs und damit der Teilnahmebedingungen handele. Das IKOE befuerchtet weiter, dass die Speicherung der Daten, wer wen wan angerufen hat und wer von wem angerufen worden ist, Begehrlichkeiten nach diesen Daten wecken werde. Insbesondere Staatsanwaltschaften und Nachrichtendienste werden nach Auffassung des IKOE im Zuge von Ermittlungsverfahren die Herausgabe dieser Daten verlangen. Dies bedeute, dass jeder, der mit jemandem telefoniert hat der Ziel eines solchen Verfahrens ist, selbst zum Ziel von Umfeldermittlungen werden kann. Fuer
Journalisten, Rechtsanwaelte oder Beratungsstellen k|nne dies dazu fuehren, dass der Vertrauensschutz von Informanten oder Mandanten nicht mehr garantiert werden koenne. Das Institut stellte bei seiner Kritik nicht das Recht des einzelnen Fernsprechteilnehmers auf eine detailierte Fernmelderechung in Frage. Allerdings seien dabei die datenschutzrechtlichen Bestimmungen zu beachten. Beispiele aus dem Ausland wuerden zeigen, dass dies prinzipiell moeglich ist. So duerfe nach dem neuen Fernmeldegesetz in der Schweiz nur die Ortsnetzkennzahl (Vorwahl) der angerufenen Anschluesse gespeichert und herausgegeben werden. In Frankreich muessten die letzten vier Nummer des angerufenen Anschlusses getilgt werden. Der Einzelgebuehrennachweis in den USA werde in Regel nur fuer Ferngespraeche, nicht jedoch fuer Ortsgespraeche erstellt. Weitere Informationen erteilt: IKOE-Buero; Wittinger Strasse 139; 4600 Dortmund E-Mail Press/MIK-Magazin -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01]
Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen ISDN erwogen
[Chalisti] [01] Crackertreffen in Stuttgart
Crackertreffen in Stuttgart Seit 5 Jahren findet in Stuttgart nun der CSS Summer Convention statt. Dabei handelt es sich nicht um ein Raubkopierertreffen (wie man vielleicht beim Begriff 'Cracker' vermuten koennte), sondern um ein Erfahrungsaustausch von ca. 40 Leuten ueber diverse Themen. Programmierung, DFUE, neue technische, aber auch persoenliche Entwicklungen werden angesprochen. Natuerlich wird auch kopiert ... wer wolle das bestreiten, aber im Vergleich zu den vorherigen Jahren, hielt sich das doch in Grenzen. Ausserdem waren (wie immer) von allen Programmen, an den 'man' sich versuchte, die Originale vorhanden. Dieses Jahr war ein wesentliches Diskussionsthema die Programmierarbeit bei oder fuer Softwarefirmen. Erstmal stritt man sich darueber, ob es sinnvoll sei (von den Anforderungen, von den zukuenftigen Chancen und vom finanziellen) Spiele zu programmieren. Auf der einen Seite versucht man nur bei der Spieleprogrammierung, den Rechner bis zum letzten auszunutzen. Auf der anderen Seite, hat 'Spieleprogrammierung' nur wenig praktische Bedeutung, wenn man spaeter bei einer Firma wie DEC oder IBM unterkommen will. Es scheint trotzdem so, das sich viele Cracker nicht trauen, sich mit anderen Betriebssystemen wie Unix, VMS oder VM/CMS zu beschaeftigen. Diese Systeme sind um ein wesentliches groesser und komplexer, als das OS eines Atari ST's. Ein cracker ist es aber eben gewohnt, das Betriebssystem auf dem er arbeitet, in- und auswendig zu kennen. Die 'Spieleprogrammierung' hat aber auch ihre Schattenseiten. Viele Programmierer haben mit einigen Softwarefirmen arge Probleme. Eine Firma, die z.B. koenigliche Weichware herstellt, versucht ihre Programmier meistens ueber das Ohr zuhauen. Spiele werden zu schlecht bezahlt. Die Cracker koennen sich bei ihren 'Kollegen' ueber Erfahrungen mit bestimmten Firmen unterrichten. Der 'Jungprogrammierer' kommt zu einer Firma, bekommt 2000 DM. Findet das toll und verzieht sich wieder. In der Regel sind die Programme aber viel mehr Wert. Dazu kommt noch, das einige Firmen, die Zahlungen ellenlang hinziehen. Es kann ohne weiteres vorkommen, das die angegebenen verkauften Stueckzahlen nicht mit der Realitaet uebereinstimmen. Sollte tatsaechlich das Wunder geschehen, das ein Programmierer das bemerkt, muss er auch nich genug Beweise fuer ein Gerichtsverfahren finden. Einige meinten, dass man eben eine Softwarefirma von Programmierern fuer Programmierer gruenden muesste. Allerdings ist das leicht getan, nur ohne STartkapital laesst sich da natuerlich auch nix machen. Von den organisatorischen Problemen garnicht zu reden. Nachts kam dann wieder die DFUE auf. Zur Zeit des Conventions war es in Stuttgart moeglich, dank einen fehlgeschalteten Ports des dortigen PAD's, umsonst Datex-P zu nutzen. Alledings beschraenkte man sich auf Anrufe in der Schweiz und einem hollaendischen Chat-System. Auch die technischen Themen kamen nicht zu kurz. Ein wenig Minix, ein wenig PC-Speed getestet, ein wenig Demo's der anderen Cracker angesehen ...
Eine sollte man davon erwaehnen. Eine Demo von Union zeigte, die Moeglichkeit des Atari ST (nicht STE) doch hardwaremaessig zu scrollen. Man erklaerte mir nur in Kurzform, dass der Atari die Moeglichkeit hat die phyisikalische Bildschirmadresse zu aendern. Normalerweise geht aber nur das High- und Med-Byte. Durch einen Trick, kann man aber auch das Low-Byte aendern und damit den Bildschirm in 2-Byte Schritten verschieben. Den Rest macht die Atarihardware. Allerdings weiss atari vermutlich selbst noch nix davon. Jetzt bleibt noch abzuwarten, was der naechste Convention bringen wird ... Terra -----------------------------------------------------------------------------
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[Chalisti] [01] Wissenschaftliches Hochschulnetz
Wissenschaftliches Hochschulnetz Die deutschen Universitaeten und Forschungsinstitute sind derzeit ueber das EARN (European Academic Resaerch Network) zusammengeschlossen. Allerdings hat IBM Ende 1988 die Finanzierung des EARN eingestellt. Daraufhin hat das BMFT das Geld zugeschossen. Leider werden Ende 1989 diese Zahlungen auf Druck der Bundespost ebenfalls eingestellt. Schon vor Jahren hat sich der DFN Verein gegruendet, um ein deutsches Forschungsnetz aufzubauen. Dieses sollte 1990 das EARN grossflaechig ersetzen. Jetzt sind aber verschiedene Probleme aufgetaucht; weder sind die Implementationen fuer die verschiedenen Betriebsysteme wie VMS, VM/CMS, UNIX, etc abgeschlossen, noch koennen die derzeit moeglichen Dienstleistungen das EARN ersetzen. Deswegen sind die Universitaeten der Post auf's Dach gestiegen. Das hat zur Folge, dass die Telecom dem DFN angeboten hat, dass der DFN Verein ihren Mitgliedern fuer 10 Jahre ein wissenschaftliches Hochschulnetz (WHN) zur Verfuegung stellt. Dabei handelt es sich praktisch um die Nutzungsrechte fuer Datex-P, allerdings pauschal tarifiert. Die Uebertragungsgeschwindigkeiten sind entweder 9600 Bps (dann kostet ein Anschluss 1.500 DM) oder 64KBps (fuer 5.000 DM). Bis Ende 1990 soll sogar eine Uebertragungsgeschwindigkeit von 2 MBps moeglich sein. Gerade solche Geschwindigkeiten sind fuer den Forschungsbereich zum Austausch von grossen Grafiken und zur Installation von verteilten Rechnersystemen noetig. In den USA sind Geschwindigkeiten von 1,5 MBps schon auf NSF-Forschungsnetzen ueblich und sollen bis 1996 auf 3 GBps aufgeruestet werden. Das WHN wird seit Herbst 1989 installiert und sollen bis Sommer 1990 abgeschlossen sein. In Niedersachsen ist es geplant, auf Basis des WHN einen niedersaechsischen Rechnerverbund (NRV) aufzubauen. Die Niedersaechsischen Universitaeten, sowie Kiel und Berlin sollen dann gemeinsam die Rechenzeit von Supercomputern in Kiel und Hannover nutzen koennen. Ebenfalls wurde im August 1989 in Gespraechen zwischen Universitaeten und der GMD (Betreiber vom deutschen EARN) besprochen, auch ueber 1989 hinaus den Anschluss am Bitnet (EARN ist ein organisatorisch abgetrennter Teil vom Bitnet) bestehen zu lassen. Dieses wird ebenfalls ueber das WHV geschehen. Bei der zentralen Stelle fuer UUCP und InterEunet (Uni Dortmund) wurde ebenfalls auf dem diesjaehrigen EuNet-Treffen darueber geredet, den Teilnehmern die an Unido angeschlossen sind und am WHV teilnehmen koennen, UUCP und InterEunet ebenfalls ueber WHV anzubieten. Da es sich beim WHV um ein pauschaltarifiertes und nicht ein volumentarifiertes Netz handelt, kann man abschliessend hoffen, dass in Zukunft mehr Studenten auf diese Netze Zugriff haben werden, da dieser meistens ziemlich restriktiv gehandhabt wird, obwohl Netzbenutzung eine wichtige Aufgabe der zukuenftigen Akademiker sein wird. Quelle: MIK Magazin / Redaktion Chalisti -----------------------------------------------------------------------------
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[Chalisti] [01] Zweifel an Ted-Zuschauerbefragung
Zweifel an Ted-Zuschauerbefragung In Berlin wurde waehrend einer Live-Sendung von der Funkaustellung eine Zuschauerbefragung durchgefuehrt. Gefragt wurde nach der Meinung der Zuschauer, ob in oeffentlichen Gebaeuden ein generelles Rauchverbot gelten soll. Computerfreaks versuchten mit Hilfe von 83 Modems die Abstimmung zu beeinflussen. Sie liessen ihre Computer alle 15 sec. den entsprechenden Anschluss anwaehlen, stiessen aber staendig auf Besetztsituationen. Die permanennte Besetztsituation sei laut ZDF-Sprecher als "nicht-normal" zu bezeichnen. Das ZDF habe 52.000 Anrufer gezaehlt, dabei seien aussergewoehnliche Ereignisse nicht aufgetreten. Normalerweise wuerden, durch massive Beschwerden der Zuschauer eine ueberdurchschnitliche Besetztsituation sofort in der Redaktion registriert werden. Dies war hier nicht der Fall. An dieser Stelle sollte gesagt werden, dass es einen Bericht von Prof. Brunnstein (Uni Hamburg) gibt, der besagt, dass dieser 'Hack' funktionierte. Bei Rueckfrage beim MIK-Magazin war zu erfahren, dass das ZDF, die deutsche Bundespost, sowie die betroffenen Hacker bestaetigten, dass das verfaelschen von TED-Ergebnissen bei der Vorfuehrung in Berlin nicht erfolgreich war. Die Computerfreaks wollten mit dieser Aktion die Qualitaet solcher TedUmfragen in Frage stellen. Sie vermuten, dass die Redaktion die Umfrageergebnisse entweder gefaelscht oder, dass der Ted von irgendeiner Stelle lahmgelegt wurde. Zu anderer Zeit hatten die Computerfreaks, nach eigenen Angaben das Ted-System schon oefter dazu benutzt sich bestimmte Aussenseiterfilme aus dem sommerlichen Wunschfilmangebot zu bestellen. Bei den (laut ZDF) hunderttausende abgegebenen Stimmen, muesste dieses verfaelschen der Abstimmungsergebnisse eine Menge Anrufe gekostet haben. Ted basiert auf einem System von 11 Leitrechnern. Ein Anrufer wird zunaechst mit dem ihm am naechsten liegenden Leitrechner verbunden. Ist hier eine Besetztsituation, wird der Anrufer automatisch nacheinander mit den uebrigen Leitrechnern verbunden. Erst, wenn bei allen 11 Systemen eine Besetztsituation vorgefunden wird, hoert der Anrufer das Besetzt-Zeichen. MIK-Magazin/RISK-L/Redaktion Chalisti -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [01] Zweifel an Ted-Zuschauerbefragung
[Chalisti] [01] CREN - eine andere Fusion
CREN - eine andere Fusion Am 18. August 1989 gaben zwei der fuehrenden Netzwerke CSNET und BITNET ihren zukuenftigen Zusammenschluss bekannt. Zusammen werden sie die Corporation for Research and Education Network, CREN, bilden. Bernhard Galler, Chairman of CSNET und Professor of Electrical Engeneering and Computer science an der Universitaet von Michigan sagte, dass sich im Laufe der Zeit die Ziele von CSNET und BITNET immer mehr angenaehert haetten."... Zusammen werden wir unsere Network user besser unterstuetzen koennen. .." CREN vereinigt nach dem Zusammenschluss mehr als 600 Colleges, Universitaeten, Regierungsstellen und private Foirschungsorganisationen. Ira Fuchs, Praesident von BITNET und Vize Praesident fuer Computing and Information Technologie an der Princeton Universitaet beschreibt den Zusammenschluss als staerkenden Faktor. Durch das Ausschliessen von Parallelentwicklungen zwischen den beiden Organisationen koennte effizienter und kostenguenstiger gearbeitet werden. Ausserdem wuerden sie ein wichtigere Rolle in der Bildung des Nationalen Forschungsund Ausbildungsnetzwerkes spielen. Eine Gruppe aus Repraesentanten beider Organisationen hatte den Zusammenschluss schon seit einem Jahr geplant. CREN verbindet die gesammte USA und 36 weitere Laender. Die Mitglieder beider Netzwerke erhielten in dieser Woche ein Informationspaket ueber den Zusammenschluss. BITNET Miglieder werden mit hilfe eines Stimmzettels ueber den Zusamenschluss abstimmen. Im letzten Winter ergab eine Probeumfrage eine Zustimmung von mehr als 90%. Das Bitnet (Because it's time Network) ist 1981 von der University of New York und den Yale Universitaet mit Unterstuezung von IBM gegrundet worden. In der Anfangszeit war es nur als Testnetz zwischen diesen beiden Universitaeten geplant. Nach und nach schlossen sich aber immer mehr Universitaeten an, so das heute ca. 3000 Rechner im Bitnet zusammengeschlossen sind. Die Verwaltung des Bitnet liegt heute beim Bitnic Center in Ney York. Am Bitnet sind auch andere Bitnet-aehnliche Netze angeschlossen wie z.B das NetNorth (Canada) und das EARN (European Academic Research Network). Das CSNET ist ein Zusammenschluss von Netzwerken (Meta Networks), welches aus dem NSFnet (NSF=National Science Foundation) hervorgegangen ist. Seit 1984 liegt das CSNet unter der Verwaltung vom OASC (Office of Advanced Scientific Computing. fly -----------------------------------------------------------------------------
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[Chalisti] [01] Hacker sollen Computersystem in Japan knacken
Hacker sollen Computersystem in Japan knacken Tokyo (mik) - Der japanische Telekommunikations-Konzern Nippon Telegraph und Telephone hat ueber die internationale Presse Hacker aufgefordert, ein von Nippon entwickeltes Kommunikationssystem zu knacken. Dies berichten die Luebecker Nachrichten in ihrer Ausgabe vom Mittwoch (30.8.1989). Wer es schafft in das System einzudringen, soll eine Praemie in H|he von einer Million Yen, umgerechnet 13.000 Mark, erhalten. Der Konzern will auf diese Weise Fehler im Computersystem herausfinden. Mitglieder des Chaos Computer Club kommentierten die Meldung mit der Frage, ob die Praemie nur fuer den ersten oder fuer alle Rechner gilt. Bereits 1984 hatten bundesdeutsche Hacker reihenweise Grosscomputer an japanischen Universitaeten "zerlegt". In den USA ist es seit Jahren gaengige Praxis, sogenannte TigerTeams zu engagieren - qualifizierte Hacker die fuer ihre Einbruchsversuche bezahlt werden. In der deutschen Hackerszene sind Tiger-Teams umstritten. E-Mail Press/MIK-Magazin -----------------------------------------------------------------------------
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[Chalisti] [01] Geonet->Zerberus Gateway
Geonet->Zerberus Gateway (aus dem Geo1 System) Seit gestern nacht sind Geonet und Z-Netz miteinander vernetzt. Die Schnittstelle ist Saarbruecken, die beteiligten Boxen sind: Z-Netz: User Mail System (@UMS.ZER) 06806/3978 Zerberus-Netz ist das Netzwerk der GeoNet-kompatiblen Zerberus-Boxen. Die Informationen aus diesem Netzwerk sind z.T. auch politischer Natur, da die LINKS und alle ihre Filialen dranhaengen. LINKS ist ein Mailbox-Projekt von Joachim Graf mit dem Ziel, "die Computerscene zu politisieren und die Politszene zu computerisieren". Geonet:
Deutsche Mailbox (DM2) NUA: 45400091120 Geonet ist das Netzwerk der professionellen Geonet kompatiblen DATEX-P Mailbox. Die meisten Geonet aehnlichen Systeme, die ueber Datex-P ereichbar sind, haengen an diesem Netz.
Post von Geonet an Z-Netz: Schreiben DM2:DMB-SAAR03 Erste Textzeile (nicht Betreff!) lautet: Z-NETZ [email protected] Post von Z-Netz an Geonet: Senden [email protected] Erste Textzeile (nicht Betreff!) lautet: GEONET System:Username Diese Information kann so an alle Benutzer weitergegeben werden. Es existiert keine Gebuehrenabrechnung: Das System auf dem eine Nachricht eingegeben wird berechnet dem Benutzer dafuer die Gebuehren fuer die Weiterleitung INNERHALB DES EIGENEN NETZES zum entsprechenden Gateway, ab da wird die Nachricht kostenlos weitergeleitet. Wir hoffen, das dies nicht zu einem Missbrauch dieser Funktion fuehrt. Dieses Gateway ist in erster Linie zum Verschicken von Privatpost gedacht, es koennen jedoch auch Nachrichten in Bretter anderer Systeme gesetzt werden. Verschicken an ein Brett in PC-Net:
Brief an [email protected]. Als erste Zeile (nicht Betreff!) 'GEONET System:Brettname'. Als System ist DM2: voreingestellt! Verschicken an ein Brett in Z-Netz: Brief an DM2:DMB-SAAR03 (Erste Zeile: Z-NETZ Brettname) Gueltige Brettnamen sind z.B. PRESSE und DISKUSSION. Brettnamen koennen abgekuerzt werden. Diese Bretter sind in allen Zerberus Mailboxen vorhanden und werden inerhalb von 24h von allen in Deutschland vorhandenen Mailboxen empfaengen. Ansprechpartner bei Probleme ist: DM2:DMB-SAAR oder [email protected] -----------------------------------------------------------------------------
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[Chalisti] [01] IMPRESSUM
IMPRESSUM --------"Die gesamte Menschheit bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit des globalen Dorfes zu vollenden." Herausgeber: Chaos Computer Club e.V./Redaktion Chalisti V.i.S.d.P. : F.Simon Redaktion:
Volker Eggeling, Frank Simon
Mitwirkende an dieser Ausgabe: Peter Gorny, Ulli Horlacher, Bo-Chen Lo, Anke Goos, Padeluun, Henne Amprosius, Ulrich Tiemann, Herwig Henseler. Redaktionen: Chalisti, c/o Frank Simon, Kennedystr. 12, 2900 Oldenburg Tel. 0441/592607 Datenschleuder, c/o Henne Ambrosius, Goerdelstr. 29, 2400 Luebeck 1, Tel. 0451/32615 MIK-Magazin, c/o J. Wieckmann, Barmbeker Str.22, 2000 HH 60 Tel. 040/275186 Verbreitung: Zerberus UUCP(dnet) UUCP(sub) EARN/CREN GeoNet
: : : : :
Adressen:
: 151133@DOLUNI1 : eggeling@uniol (eunet) chalisti@olis (subnet) : terra@mafia : mbk1: chaos-team
EARN/CREN UUCP Zerberus GeoNet
/Z-NETZ/ARTIKEL dnet.and.sub.general sub.org.ccc 107633@DOLUNI1, Brett chamas.chalisti mbk1: brett ccc-presse
Teilnehmer aus diversen anderen Netzen wie z.B. ArpaNet, DFN, etc. nutzen bitte die Bitnet Adresse ueber das entsprechende Gateway. Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht umbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Alle Artikel und Beitraege koennen mit Quellenangabe weiterverwendet werden. Artikel aus dem MIK-Magazin bitte mit Quelle: (emp/mik) MIK Magazin, (c/o) J. Wieckmann, Barmbecker Str. 24, 2000 HH 60 angeben. Die Verbreitung der Chalisti auf anderen Netzen wird ausdruecklich er-
wuenscht.
[Chalisti] [01] IMPRESSUM
[Chalisti] [02] Inhaltsverzeichnis
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Ausgabe 2
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Das Vorwort zum Sonntag Frauen und die neuen Nazis Schwarze Magie, weisse Magie, Netzmagie ? EARN - Ein aussirdisches Rechner Netz Das Z-NETZ Andere Netze, andere Sitten Hipparcos - Ein Satellit auf abwegen INFORMATION - Ein oeffentliches Gut ? ::UNIX - Eine Ultra-Kurzeinfuehrung:: : von Peter Funk Vom Magnetismus der Befreiung dpa-Virenwarnung loeste heftige Debatten unter den Experten aus Atari auf Dummdos-Wegen SYSTEMS - Schneller, hoeher, weiter... ! K u r z m e l d u n g e n ! IMPRESSUM
Erlaeuterungen:
DS RC MK NE FA
-
Datenschleuder Redaktion Chalisti Mik-Magazin Uebernommen aus einem Netzwerk Freier Artikel (Autorenangabe am Anfang oder Ende des Artikels)
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[Chalisti] [02] Inhaltsverzeichnis
[Chalisti] [02] Das Vorwort zum Sonntag
Das Vorwort zum Sonntag Wie jedes unanstaendige Magazin, hat auch die Chalisti ein Editorial. Erstmal zur ersten Ausgabe: Wir waren angenehm ueberrascht ueber die millionen von positiven Mails (waren irgendwo 30) und natuerlich auch ueber die sachliche Kritik (war irgendwie eine). Auf jeden Fall haben wir vor, euch doch weiter mit der Chalisti zu begluecken. Ein wenig enttaeuscht sind wir ueber die nur wenige Kritik. Noch wissen wir selbst nicht, wohin sich die Chalisti entwickeln wird und deswegen sind wir eigentlich auf Kritik von euch angewiesen. Am interessantesten ist eure Meinung ueber einzelne Artikel. In dieser Chalisti haben wir u.A. etwas ueber Politik (Frauen+republikaner), ueber Wissenschaft (Hipparco) und eine Art Testbericht (Atari auf Dummdos Wegen). Uns wuerde interessieren, ob auch an Artikel dieser Art in Zukunft Interesse besteht. Jede Ausgabe bezieht ihre Informationen aus bestimmten Stellen. Die erste Ausgabe hatte als Schwerpunkt sich das Material von der Datenschleuder, sowie dem Geonet bezogen. Diese Ausgabe hat sehr viel Material aus dem UUCP. Deswegen sind diese diesesmal benachteiligt. Mal sehen, was bei der naechsten Ausgabe ist. Ach ja, die naechste Ausgabe kommt Anfang Dezember. Allerdings wird sie wohl vermutlich keine 100 KB gross sein (diesmal haben wir ja nur 4 Wochen). Uebrigens wird die Redaktion Chalisti vorraussichtlich auf dem Congress zwei Tage vertreten sein, um die Chalisti 4 zu basteln. Wer Lust hat und auf dem Chaos Communication Congress ist, kann ja mitwirken. Auf dem UUCP lief dann noch eine Diskussion um die Form der Chalisti. Wir tendierten immer dazu, sie moeglichst als ein Block oder aber nur in 4-5 Teilen zu posten. Auf dem UUCP hat man vorgeschlagen, die Chalisti im sogenannten Digest-Format zu verteilen. Leider hat dies nicht noch nicht geklappt. Aber auf jeden Fall verteilen wir die Chalisti jetzt in einzelnen Artikeln. Wir raten den Lesern aber, doch die einzelnen Teile wieder zusammenzufuegen und dann in Ruhe zuhaus mit einer Textverarbeitung zu lesen. Wir suchen uebrigens immer noch Leute, die Artikel schreiben. Zum Beispiel ueber Themen wie `Einfuehrung in VMS, VM/CMS, RTOS, etc`. Diese Ausgabe haben wir ja schon eine Einfuehrung in Unix dabei. Dann sind noch Themen wie TCP/IP und X.400 aus dem Netzwerkbereich gesucht. Kurzgeschichten, politische und wissenschaftliche Artikel fehlen auch. Im Technikbereich waeren Artikel ueber V.32,MNP,PEP,etc nicht uninteressant. In dieser Chalisti haben wir einen Messebericht ueber die Systems, dank der Berichterstattung der MBK1-Mailbox im Geonet. Dies soll aber ein einmaliger Fall sein. Wir moechten daher euch bitten: wenn ihr eine Messe besucht, waere es nett uns kurz zu schreiben, was es dort interessantes zu sehen gab. Wir fassen das dann zusammen. (Noch besser waere ein fertiger Artikel. *grins*).
Auch wurde uns interessieren wie in verschiedenen gesellschaftigen Gruppen wie z.B. Parteien, Umweltgruppen, etc mit dem Computer und der DFUE umgegangen wird. Also: Auf auf ... zu neuen Taten. Redaktion Chalisti ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02] Das Vorwort zum Sonntag
[Chalisti] [02] Frauen und die neuen Nazis
Frauen und die neuen Nazis Vor einiger Zeit lief im SubNet eine Diskussion ueber Frau in der heutigen Zeit.
die
Rolle
der
Am Anfang der Auseinandersetzung stand ein Vergleich von Abituraufsaetzen eines Berliner Maedchengymnasiums im Jahre 1938 zum Thema "Sinn und Ziel der deutschen weiblichen Erziehung im Hinblick auf den nationalsozialistischen Staat ist an eigenen Erlebnissen und Erfahrungen deutlich zu machen" und Auszuegen aus dem Wahlprogramm der `Republikaner' zum Schwerpunktthema "Frau und Familie". einige Zitate Aus den Aufsaetzen: Das deutsche Maedchen soll wissen, dass der eigentliche Beruf der deutschen Frau der der Mutter ist, die ihrem Volk gesunde Kinder schenkt. Es soll erfahren, dass die deutsche Frau Traegerin eines ewigen Volkes ist, und sich innerlich darauf einstellen, es soll bereit werden, einst das Wunder des Muttertums an sich selbst zu erleben. "Mutter und Kind sind das Unterpfand fuer die Unsterblichkeit eines Volkes" dieser Ausspruch Dr. Goebbels` wurde uns langsam in seiner grossen Bedeutung klar. Die deutsche Frau braucht nicht nur waschen, kochen und stricken zu koennen. Es ist noetig fuer das Geistesleben jeder denkenden, auf Intelligenz Anspruch erhebenden Frau, orientiert zu sein und teilzuhaben an allem, was das eigene Volk angeht. Als Kamerad ihres Mannes muss sie ihn verstehen koennen und darf ihm nie ein Hindernis sein, gesunden und noetigen Vergnuegungen nachzugehen. Die wichtigste Aufgabe jeder Frau ist aber die Erziehung ihrer Kinder. soweit das Abi-Thema Hier nun ein Auszug aus dem Parteiprogramm Schwerpunkt- thema "Frau und Familie":
der
Republikaner
zum
( man bedenke hierbei, dass die Republikaner staendig und immer wieder behaupten nichts mit den Nazis gemeinsam zu haben ) Frau und Mann Anforderungen
sind im trotz
Falle gleicher Bedingungen ihrer Wesensunterschiede
und von
gleichwertiger Tuechtigkeit im Leben und Beruf. Es ist jedoch insbesondere der Frau gegeben, durch Waerme und Hingabe ein Klima der Geborgenheit zu schaffen, in welchen Familie und Kinder gedeihen koennen. Hier liegt die besondere und von keinem 'Hausmann' oder Kollektiv erfuellbare Berufung der Frau Nach Vorstellung der REP's soll der Lebenslauf einer deutschen Frau in Zukunft so aussehen: ein "praktisches Jahr" fuer jedes "schulentlassene Maedchen" mit Kursen, "welche Aufgaben als Frau, Mutter und Hausfrau betreffen". Berufsausbildung Familiengruendung und -bewahrung ohne "Selbstueberforderung" im Beruf Berufstaetigkeit erst "nach ihrem Einsatz fuer Familie und Kinder" und auch nur "falls erwuenscht". - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Im Laufe der Diskussion wurde haeufig betont, dass die sogenannten Republikaner zwar behaupten, keine Nazis zu sein, dennoch niemanden gerichtlich verfolgen, der gegenteiliges behauptet. Auch ueber das Selbstverstaendnis von Frauen heutzutage wurde gestritten. Allgemein wurde es bedauert, dass viele Frauen es heute immer noch - oder auch wieder - unwichtig finden, einen Beruf zu erlernen und auszuueben. Vielmehr steht die Gruendung einer Familie und die Rolle als Hausfrau und Mutter bei vielen im Vordergrund. Da die Auseinandersetzung (mit einer Ausnahme) von Maennern gefuehrt wurde, nahm das Thema soziales Jahr und Wehr- bzw. Ersatzdienst einen breiten Raum ein. Es ist nicht einsehbar, dass Maenner ihren Dienst am Staate leisten muessen, Frauen aber mit dem Argument des Kinderkriegens aber nicht. Hier zwei Statements aus der Diskussion: (1) Die Argumente der Frauen gegen ein soziales Jahr oder aehnliches sind haeufig billig vorgeschoben (ich wuerde es umgekehrt allerdings genauso machen :-). (2) Frauen sind definitiv benachteiligt in unserer Gesellschaft; Ausgleich kann aber nur mit plausiblen und thematisch jeweils zusammenhaengenden Massnahmen geschaffen werden. (3) "Die Frauen" gibt es nicht; viele Rollenklischee voellig zufrieden.
sind
mit
dem
traditionellen
Konsequenter waere Gleichbehandlung: 1. 2. 3. 4.
Abschaffung der Benachteiligung der Frauen Vaterschutz (analog Mutterschutz) obligatorisch Erziehungs(urlaubs)pflicht fuer Maenner Abschaffung der Wehrpflicht fuer Maenner und Frauen
Hiermit konnten sich alle einverstanden erklaeren.
Die Anhaenger
der
Parteien am rechten Rand sind zu rund 70 Prozent unter 30 Jahre alt, in der Mehrzahl allerdings Maenner. Diese Leute beteiligten sich offensichtlich nicht an der Debatte. Dennoch bleibt zu hoffen, dass sich die Frauen endlich (wieder) auf die eigene Kraft besinnen und ihre Ansprueche und Wuensche formulieren und durchsetzen. Uta Wilms Quelle: Eine Diskussion in sub.politik (UUCP) ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02] Frauen und die neuen Nazis
[Chalisti] [02] Schwarze Magie, weisse Magie, Netzmagie ?
Schwarze Magie, weisse Magie, Netzmagie ? Irgendwo in den Tiefen Nordrhein-Westfalens, hinter dem sieben Bergen, bei den sieben Zwergen, gibt es Netz. Allerdings nicht fuer die Zwerge, sondern fuer den normalen Menschen. Das MagicNet ist ein kleines, derzeit weitgehend noch auf NW begrenztes Netz. Allerdings gibt es auch die ersten MagicnetBoxen in Hamburg und Paderborn. Aehnlich wie im Zerberusnetz gibt es eine Serverstruktur, derzeit sind dies die MILLIWAYS und die LOS. Die (derzeit) restlichen 31 Rechner sind an einem dieser beider Server angeschlossen. Die verwendete Software wurde von Ingo Richards entwickelt. Dabei handelt es sich um ein compiliertes Basic- programm. Allerdings gibt es die Software nur fuer PC's unter MS-DOS. Eine ST-Version soll geplant sein, wer genaueres wissen will, muss schon fragen. Genaueres muesste man erfragen. Fuer einen vernueftigen Betrieb sollte man schon einen PC mit 8Mhz haben. Der Vertrieb wurde inzwischen von einer Firma uebernommen das eigentliche Mailboxprogramm, muss man sich fuer 350 DM kaufen. Eine Singe-User-Version fuer den Terminalbetrieb (Point genannt) kostet 30 DM. Zusaetzlich gibt es eine Demoversion. Wegen Software kann man sich an MILLIWAYS:SPHINKS wenden. Bei der Installation soll es wenig Probleme geben und ausserdem ist die Software voll fernwartungsfaehig, also braucht die Mailbox nicht umbedingt zuhause stehen. Nachdem ein Benutzer in der Box war, wird der Rechner resetet. Das hat den Vorteil das die Box nicht nach stundenlangen Betrieb eventuell in einem desolaten Zustand ist. Dafuer braucht der Rechner aber eine Weile, bis die Box wieder online ist. Bei der Benutzungsoberflaeche handelt es sich um eine geo-aehnliche Shell. Zusaetzliche Features sind das Austragen aus bestehende Gruppen, damit man sich auf die Gruppen beschraenken kann, die einem interessieren. Neben den lokalen Brettern gibt es Netzbretter, z.B. zu Themen wie Musik, Programmiersprachen und Private Kleinanzeigen. Durchschnittlich werden taeglich 50 Nachrichten in den Netzbrettern ausgetauscht. Ausserdem gibt es geschlossene Benutzergruppen. Diese sind entweder: - vom Benutzerlevel abhaengig - von einem Brettpasswort abhaengig oder - werden durch eine Zugangsliste unterschieden. Die Zugangskontrollevel fuer ein Brett kann fuer Lesen, Schreiben und Inhalt verschiedenen gegeben werden. Neben den Brettern gibt es noch
eine PD-Softwarebank. Diese sind wie Bretter in den MagicNet Mailboxen orientiert. Zum uploaded kann man X-,Y- und Z-Modem verwenden. Unter anderem sind 10-15 MB an IBM Software abrufbar. Allerdings kann man keine Binaernachrichten Ueber das Netz verschicken. Der Level wird von 0 bis 9 unterschieden, wobei 3 der Normalzustand sein sollte. Zeitlimit ist 30 Minuten. Kosten fuer verschickte Nachrichten entstehen in der Regel nicht. Nur fuer Eilnachrichten werden Gebuehren erhoben. Da aber bei der derzeit geringen Ausbreitung des Netzes jede normale Nachricht innerhalb von 24 Std. ankommt, sind diese auch nicht notwendig. Vom MagicNet aus gibt es praktisch keine Verbindungen (Gateways) in andere Netzwerke. Es gab zwar mal ein Zerberus-Gateway, aber irgendwie kam man mit der Verwaltung durch die verschiedenen Kostenstrukturen nicht klar. Aber inzwischen gibt es wieder einen Bretteraustausch zwischen Zerberus und MagicNet. Fuer die Zukunft sind andere Gateways geplant. Probleme gibt es auch, wenn man eigene MagicNet Software programmieren will. An die Spezifikationen z.B. der Protokolle oder Einloggsequenzen ist nicht ranzukommen. Aehnlich wie beim Zerberus wird dadurch (in Verbindung mit dem Mailbox-Preis) eine staerkere Verbreitung, wie z.B. bei UUCP, verhindert. Eventuelle Fragen koennen an LOS:ROLAND gestellt ist 0214/94738 8N1.
werden.
Die
Nummer
Quelle: Benutzer und SysOp's von MagicNet-Sites ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02] Schwarze Magie, weisse Magie, Netzmagie ?
[Chalisti] [02] EARN - Ein aussirdisches Rechner Netz
EARN - Ein aussirdisches Rechner Netz Die Entdeckung Vor einigen Wochen (Herbst 1987)(..jaja,immer die neuesten Nachrichten auf dem Netz:-)) (Anm. d. Red.)) entdeckte ich, dass an meiner Universitaet ein Anschluss an EARN (European Academic Reseach Network) existiert. Ein Bekannter lieh mir sein Login samt Passwort und los ging es. Als erstes stuerzte ich mich auf das Terminal unserer Mainframe, eine Siemensanlage unter dem VM/CMS Betriebssystem von IBM.. Nach dem Einloggen tippte ich erstmal SETUP NETZE (=ENVIROMENT EARN) um das Netz zu aktivieren. Ab da begannen die Schwierigkeiten. Mein erster Befehl, den ich an RELAY@DEARN (eine Art Konferenzschaltung auf dem Netz) absendete war /SIGNUP . Damit meldet man sich auf dem Relay als Benuzter an. Laut Handbuch haette jetzt eine Meldung kommen muessen, das man sich freut mich bei InterChat/Relay begruessen zu duerfen. Darauf seelisch eingestellt, war die Meldung 'You banned from this Relay' ein Schock. Nach Anfragen beim Operator bekam ich zu hoeren, dass ich wohl gegen die EARN-Richtlinien verstossen habe. Mit diesem Aha-Erlebnis wurde ich bei dem Besitzer des Accounts vorstellig. Dieser erzaehlte das er genau einmal auf dem Relay war, und da hatte er nix getan. Eine suspekte Angelegenheit. Gluecklicherweise bekam ich zwei Tage spaeter durch eine Vorlesung ein eigenes Account fuer unsere Siemens. Ein weiterer Versuch, mich auf das Relay@DEARN einzuloggen brachte den gewuenschten Erfolg. Auch der naechste Befehl - /SIGNON klappte hervorragend. Dann brach das Chaos auf meinen Bildschirm aus. Irgendwie sah es auch, als wuerden Hunderte von Leuten gleichzeitig in einer Mailbox miteinander reden. Nun, es waren etwa 30 Leute, die sich eingeloggt hatten. Das nur als Anreiz und Warnung vor seelischen Schaden. Something about EARN EARN ist ein europaeisches Datennetz zum Austausch von Informationen und Programmen. Praktisch heisst das, man kein auf dem Netz direkt mit anderen Leuten chatten. Nicht nur mit Leuten, die sich bei EARN-Relays einloggen, sondern mit jeden der an einem EARN-Node sitzt. EARN hat viele Namen. In Europa heisst es EARN. In USA heisst es BITNET, in Canada heisst es USENET und in Skandinavien heisst es NORTHNET. Insgesamt gibt es ca. 1300 Nodes , also Knoten Rechner die an EARN/Bitnet angeschlossen sind. Neben den westlichen Industrienationen sind auch Laender wie Mexiko,Israel,Japan,Elfenbeinkueste(!) und Chile angeschlossen. Die Verbindungsaufnahme mit einem User an EARN ist denkbar einfach. Man braucht keine langen Pfadnamen wie bei Eunet/UUCP, sondern es genuegen die angaben <userid><nodeid>. EARN ist auch schnell. Mails,Files und Messages erreichen den Zieluser innerhalb von Minuten. Allerdings ist das zu einem gewissen Masse Theorie, da die Verbindungen zwischen den Nodes eine nette Eigenschaft haben: Sie brechen gern zusammen. Zwischen den Nodes liegen Kabel
bzw. Satellitenverbindungen, die allseitig beliebten Links, und die beliebteste Fehlermeldung lautet: 'Link Failure on xxxxx to yyyyy path (Kurz LF). Die Nodes im EARN haben meistens ein System in ihrem Namen. Zum Beispiel bedeutet DOLUNI1 nichts weiteres als: D - Deutschland (Land), OL - Oldenburg (Fahrzeugkenntzeichnen), UNI Universitaet (Organisation), 1 - VM/CMS (Betriebsystem). Ist also ziemlich klar. Andere Kennzahlen fuer das Betriebssystem sind unter anderem: 0 - Cypher, 4 - BS3000, 5 - VAX/VMS, 6 - Unix. Leider wird diese sinnvolle Einteilung nur in Europa eingesetzt. Namen wie WEIZMANN, SUNRISE, etc wird man aber nach laengerer Nutzung vom EARN/Bitnet von selbst kennenlernen. Relay-Benutzung Die wohl wichtigste Einrichtung sind die Relays auf EARN. Das sind InterChat Systeme die das Gespraech von mehreren User zulassen. Auf diesem Relays gibt es 10000 Channels. Auf jedem Channel koennen sich bis zu 50 User einloggen. Die ersten 100 Channels sind oeffentlich und koennen von jedem benutzt werden. Die Channels 100-999 sind privat. Das heisst man kann sich mit mehreren Leuten auf diese Channels zurueckziehen und ist damit unauffindbar. Die restlichen Channels sind fuer den wissenschaftlichen Datenaustausch zwischen Instituten und Universitaeten. Jedes Land hat sein eigenes Relay. In Deutschland ist das RelayDEARN. In USA ist das z.B. RelayBitnic. Man kann sich immer nur an den Relay einloggen in dessen Land der Node steht. Wichtige Befehle fuer das Relay sind z.B. /SIGNUP - Anmelden beim Relay. /SIGNON - Auf relay einloggen. /WHO - Wer ist da und wo ist er. /HELP - Helpliste /CHANNEL - Kanal wechseln. Die Angabe bei /WHO ist sehr aufschlussreich. Man bekommt eine Meldung, wo jeder User herkommt. Germany heisst z.B. Deutschland. TAURelay heisst z.B. Israel und Geneva heisst Irland oder was anderes (selten Schweiz). Die Anstandregeln Es gibt auch Richtlinien zur Benutzung von EARN: - man darf nicht auf einen privaten Channel wechseln, wenn dieser besetzt ist. - man darf das Netz nicht unnoetig belasten (mit Charset-Pics' z.B.). - man darf nicht hart fluchen. - man sollte Englisch reden. - Man darf nicht kommerziell nutzen. - man darf nicht hacken. Das letzte ist sowieso nicht moeglich, da EARN ein passives (interaktives) Netz ist. Es ist also kein Remotelogin in andere Computer moeglich. Messages werden immer von einem Node zum naechsten geschickt. Neben dem Relay gibt es noch die Moeglichkeit mit User direkt zu chatten bzw. Notes (Mails) zu verschicken. Je nach Computer geht das mit dem NOTE oder MAIL Befehl. Wenn ich z.B. mit jemand mit mir chatten will und er an einer VM/CMSKiste sitzt, braucht er nur TELL 151133 AT DOLUNI1 tippen. Das klappt.
Es sei den, es ist wieder ein LF zwischen DHVRRZN1 und DOLUNI1. Informationssysteme auf EARN Jedes Zentralnode eines Landes bitten zwei Informationsdienste an. Das eine ist der NETSERV. Das andere ist der LISTSERV. Beim Netserver kann man sich Hilfsprogramme zum chatten (z.B. CHAT fuer VM/SP oder XYZZY fuer VAX/VMS) schicken lassen. Ausserdem bekommt man dort verschiedene Information ueber die einzelnen Nodes bzw. User. Der Listserver ist da etwas anders. Man kann sich in Listen fuer bestimmte Themen eintragen: UNIX , ATARI XL , Psychologie des Hundes, usw. Dann bekommt man immer etwas zugeschickt, wenn es zu diesem Themen etwas neues gibt. Man kann sich das so vorstellen, wie auch NEWS von UNIDO und SUBNET auf NETMBX auf Eunet/UUCP funkioniert. Dann gibt es noch private Server wie UHINFO oder SIMTEL. Diese werden von Firmen oder Universitaeten betrieben. Von dieser Art von Server gibt es etwa 200 auf EARN. Dann gibt es auch noch Mailboxen Systeme. Da aber auf EARN selten Computerfreaks sich befinden, sind diese eine Seltenheit. Es gibt auf der ganzen Welt nur drei EARN-Mailboxen. CSNEWSMAINE COMSERVERPICGIGE 107633DOLUNI1
- Mailbox fuer Informatiker - Ableger von CompuServ - Name: CHAMAS Moechte nicht viel dazu sagen, da es Werbung waere: Ist naemlich meine eigene.
Ein anderer Dienst von EARN sind die Gateways auf andere Netze. Hauptsaechlich sind das Eunet/UUCP, Janet/UUCP, DFN/X.400, Arpa-Internet, Atarinet, usw. Natuerlich kann man auch von anderen Netzen aus ins Bitnet senden. Das geht z.B. vom UUCP aus mit dem Path: ..!tmpmbx!<node>.BITNET!<userid> oder auch ..!unido!<node>.BITNET!<user>. Man sollte aber immer dran denken, dass das senden in andere Netze Probleme bringen kann, da es auf diesen Netzen vielleicht andere Topologien, Organisationen und Kostenstrukturen gibt. Im Zweifelsfall sollte man immer einen SysOp oder Postmaster fragen. GAV In der zweiten Dezemberwoche kam es auf dem EARN zum ersten GAV (Groesster Anzunehmender Vireneinsatz). An einem kalten Donnerstagmorgen bekam ich ein File namens XMAS. In meinem jugendlichen Leichtsinn startete ich es, Erst sah ich einen Weihnachtsbaum und dann zirka 300 Filesendebefehle. Das Programm ging meine Nameslist (diese existiert auf allen VM/CMS Rechner und kann erweitert werden) durch und sendete sich selbst an die Leute. Das XMAS EXEC war in REXX programmiert. Der 'angebliche' Virusteil sah so aus: ADDRESS CMS ; CMS Ebene 'execio * diskr <userid> NAMES A (STACK LIFO' ; Lade Nameslist i = 0 DO UNTIL i = queued() ; ...bis Stack leer pull nickname userid nodeid ; Hole vom Stack 'sendf XMAS EXEC 'userid nodeid ; Sende an... END Exit 0 ; Programm verlassen
Das war schon praktisch alles. Wo ist das ein Virus ? Jeder User der ihn startet ist selbst Schuld. Das ist hoechstens ein Bakterium. Allerdings hat dieses Bakterium die naechstens drei Tage EARN blockiert. Auf den Mailboxsystem CSNEWS wurde nur ueber diesen Virus geredet und dem Programmierer wurde wenig nettes gewuenscht. Es war ein Informatikstudent an der Universitaet Clausthal-Zellerfeld. Interessant bleibt anzumerken, das eine Warnung in die USA von dem Operatoren beachtet wurde und zur einer Warnmeldung beim einloggen in die dortigen Systeme zu folge hatte. Eine Warnung an die deutschen Operator brachte keine Reaktion. RSCS - Was ist das ? Das verwendete Protokoll auf den EARN/Bitnet ist NJE. Dies steht fuer Network Job Entry und ist ein Produkt von IBM. Bis heute habe ich noch keine vernueftige Beschreibung fuer dieses Protokoll gefunden, da es sich um restrikted documents handelt. Ein beliebtes Hobby von Firmen wie IBM und DEC. Die Verbindung unter dem Nodes wird mit einem Softwareprogramm namens RSCS aufrecht gehalten. Dieses RSCS ist meistens eine Art Pseudo-User und ist daher auch erreichbar. Man kann ihm also auch direkt benutzten (Bsp.: TELL RSCS CMD DOLUNI1 CPQ N). Wichtige Befehle der RSCS sind z.B. CMD <node1> q <node2> s CMD CMD CMD
CMD
- Welcher Status hat der Link zwischen Node1 und Node2 (Aktiv?, Files queued, usw.) <node> CPQ N - Wer ist alles am Node1 eingeloggt. <node> <userid> CPQ T - Text an User Userid in Node schicken. <node2> CMD <node3> - Es wird nicht der vorgegebene Link von Startnode ueber Node1 nach Node3 genommen, sondern ein Umweg ueber Node2. Bei LF sehr sinnvoll. <node> CPQ U <userid> - Ist User Userid eingeloggt ?
Leider haben viele RSCS eine Sperre drin, die die Befehl CPQ N und CPQ U, oder sogar noch mehr sperren. RSCS gibt es an sich nur auf VM/CMS Maschinen. Allerdings werden diese Kommandos in der Regel auf von JNET (VAX/VMS) und aehnlichen Kommunikationsservern verstanden. Unterschiede gibt es zum Beispiel bei JES3 (fuer BS3000) den Befehl $D,u "<userid>" mit dem Befehl CPQ U <user> auf RSCS gleichzusetzen ist. Auf UREP (fuer UNIX) lautet der Befehl finger <userid>. Wer gEARN moechte Der Zugang wird in Deutschland ziemlich unterschiedlich gehandhabt. In Hannover und Hamburg wird dieser Zugang generell nicht erlaubt. In Heidelberg und Oldenburg kann jeder Student ans Netz. Bei den restlichen Universitaeten ist es von der Laune des Rechenzentrumsleiters oder von den Professoren abhaengig, ob man die Berechtigung braucht, oder nicht. Das Backbonenetz von EARN wurde bis Ende 1987 von IBM finanziert. Seit dem wird es vom Bundesministerium fuer Forschung und Technologie bezahlt. Das laeuft Ende 1988 aus. Das haette normalerweise das Ende von EARN in Deutschland bedeutet, wenn nicht IBM gesagt haette, das sie die Finanzierung eventuell
wieder uebernehmen. Man koennte jetzt meinen, das die Universitaeten dahinterher sein muessten, EARN attraktiv zumachen, um durch hohe Benutzerzahlen IBM endgueltig eine Zusage abzuringen. Im Gegenteil in letzter Zeit wird der Zugang immer schwieriger. Stattdessen will man sich an das DFN (Deutsche Forschungsnetz) haengen. Dieses (auch X.400 genannte) Netz laeuft ueber Pattex (X.25). Als Begruendung wird angefuehrt, das man nicht von einer Firma abhaengig sein will. Das hoert sich gut an. Bei DFN waere man ja nur von der Bundespest abhaengig. Und...DFN muesste sicher fuer die Allgemeinheit gesperrt werden. Es ist ja Datex-P. Es ist teuer und ziemlich unsicher (wenigstens im Vergleich zu EARN). Ausserdem bietet DFN weder Server, noch Messages, noch Relays. Allerdings ist das Thema Netze fuer Universitaeten noch nicht entschieden. Das letzten Reste von EARN werden wohl im naechsten Jahr in das AGFNet integriert. Das AGFNet ist das Netz der Arbeitsgemeinschaft Grossforschungseinrichtungen. An dieses AGFNet wollen sich jetzt auch paar Universitaeten anschliessen, um die Leistungen vom Bitnet weiter direkt nutzen zu koennen. AGFNet bietet sogar weitergehende Leistungen wie Remote Login. Ausserdem hat die Post angeboten ein wissenschaftliches Datennetz fuer die Universitaeten einzurichten. Dieses ist praktisch Datex-P wird aber von den Universitaeten pauschal bezahlt. Also nicht nach Volumen. In wie weit Studenten diese Netze nutzen koennen, werden die einzelnen Rechenzentren entscheiden muessen. Inzwischen hat sich unter anderem die Universitaeten in Niedersachsen entschlossen auch ueber das Jahr 1990 hinaus am EARN/Bitnet angeschlossen zu bleiben. Als Uebertragungsmedium wird das wissenschaftliche Hochschulnetz dienen. Auch in den USA tut sich was in Sachen Bitnet. Dort wird das Bitnet 2 entwickelt. Dieses Netz soll mehr Dienstleistungen (z.B. RJE), sowie hoehere Leitungsgeschwindigkeiten ermoeglichen. Dazu kommt, das sich die beiden grossen Wissenschaftsnetze in den USA, naemlich das Bitnet sowie das CSNet zum CREN (Computer Research and Educational Network) zusammengeschlossen haben. Das zum Thema EARN. Es duerften jetzt alle Klarheiten beseitigt sein, und die Leute die EARN nicht kennen, aber die Moeglichkeit haben, ran zu kommen, sollten jetzt wissen, was sie machen koennen und was sie machen duerfen. In Deutschland kann man weitergehende Informationen ueber EARN/Bitnet von IBM Heidelberg , von der GMD in Darmstadt oder Bonn oder aber von mir bekommen. Terra (151133]DOLUNI1.Bitnet) ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02] EARN - Ein aussirdisches Rechner Netz
[Chalisti] [02] Das Z-NETZ
Das Z-NETZ Das Z-NETZ besteht aus mehreren vernetzten Mailboxen, die hauptssaechlich mit dem Zerberus-Mailboxprogramm betrieben werden. Im Gegensatz zu anderen Netzwerken liegt im Z-NETZ der Schwerpunkt eher auf den inhaltlichen Bereichen wie z.B. Politik, Umweltschutz, usw., obwohl es auch viele Rechnerbretter fuer Amiga, Atari, IBM, Mac, usw. gibt. Sehr interessant fuer Datenreisende sind die Spionage-, Telecom- und G10-Bretter. Diese und viele andere Bretter gehoeren zum Stammbestand des Z-NETZes, den jede angeschlossene Box fuehren sollte. Entgegen vielen anderslautenden Stimmen ist das Z-NETZ nicht rechtsradikal. Wenn es auch einige rechte, ziemlich laute Stimmen gibt, die auch nach 100 flames nicht aufgeben, ueberwiegt doch das das bunte Gemisch der Meinungsvielfalt, wie es in einem richtigen "Buergernetz" auch sein sollte. Die Bedienung einer Z-NETZ Mailbox ist denkbar einfach. Schliesslich sollte sie auch von Nicht-Computerfreaks (z.B. Umweltgruppen, Parteien, usw.) genutzt werden. Daher wird der recht schnell zu lernende und effektive GeoNet-Standard (BRETT, LESEN, INHALT, SENDEN, usw.) in einer erweiterten Version (mit Unterverzeichnissen wie z.B. /Z-NETZ/ATARI/PROGRAMMIEREN) verwendet. Mit "HILFE *" bekommt man eine ellenlange Anleitung. Auch fuer Profis bietet die Mailbox Entfaltungsmoeglichkeiten: Die Box ist mittels Batch-Dateien programmierbar, so dass sich jeder selbst seine Mini-Shell fuer die Box basteln kann oder automatisch alle neuen, fuer ihn interessanten, Nachrichten absaugen kann. Auch die Editoren sind recht komfortabel: Neben einem Zeileneditor, der in einigen Boxen sogar DES-Verschluesselung erlaubt, steht der populaere MicroEmacs zu Verfuegung. Vergleich zu anderen Netzwerken Im Z-Netz muss man nicht in allen Boxen seinen richtigen Namen verwenden. Im Z-NETZ sind Eilmails moeglich. Das heisst, dass eine eilige Nachricht zu einer anderen Box nicht, wie sonst bei anderen Netzwerken ueblich, einen vereinbarten Pfad von Box zu Box bis zum Empfaenger weitergereicht (geroutet) wird, sondern dass die Stammbox des Absenders direkt die Box des Empfaengers anruft. Der Nachteil dieses Systems ist, dass jede Z-Netz Box mit jeder anderen Z-NETZ Box ein Passwort und ein Uebertragungsprotokoll (X- oder Z-Modem) abmachen muss, was manchmal zu etwas Chaoas fuehrt. Chaos ist sowieso Trumpf im Z-NETZ: Im Gegensatz zu z.B. Fido kann man bei Zerberus die Serverstruktur komplett selbst bestimmen (nach Absprache mit dem Z-NETZ Koordinator, wenn man es nicht vergisst). In der Praxis heisst das: von Box A holt man sich drei Bretter, von Box B sechs andere, usw. Auch die persoenlichen Nachrichten koennen je nach Lage des Empfaengersystems und nach bestehenden Routwegen in alle Himmelsrichtungen verschickt werden. Um dabei Rekursionen zu vermeiden, hat jede Nachricht eine Message-ID.
Wenn eine Message-ID doppelt auftaucht, wandert die Datei in Ablage "P". Die selbst regelbare Serverstruktur erlaubt es auch, neue Subnetze aufzubauen. So gibt es z.B. auf der Basis des Z-NETZes Subnetze wie das "LINKSYS" des Sozialistischen Computerclubs oder das C-NET des uns wohlbekannten Chaos Computer Clubs. Dort werden alle Clubaktivit organisiert, Infos herausgegeben und die neue Datenschleuder geplant. Wel sich das Z-Netz immer groesserer Beliebtheit erfreut, sind schon achtzig Mailboxen in Deutschland, der Schweiz, Oesterreich und Luxenburg angeschlossen. Eine aktuelle Mailboxliste aller Z-NETZ Systeme findet man in jeder Z-NETZ Box im Brett /Z-NETZ/SYSTEMINFO. Bestimmt ist auch eine in Deiner Naehe dabei. Inzwischen wurden von diverse Gateways zu anderen Netzwerken programmiert, um die Kommunikation perfekt zu machen. Man kann Nachrichten an MagicNetSysteme, Fido und Geonet schicken. Ueber das neue BtxNet, das von Steffen und Hacko entwickelt wurde, kann man Nachrichten an Btx-Teilnehmer, BtxNet-Teilnehmer, Geo, Bitnet, uucp und sogar Telex- und Telefaxteilnehmer schicken. Wenn man sich eine Terminalversion (Mailboxprogramm fuer eine Person, das auf dem heimischen Rechner laeuft) bei sich installiert, hat man somit eine komplette Nachrichtenzentrale auf dem Tisch stehen. Da kann die gute alte Briefpost nicht mithalten. Es gibt das Zerberus-Programm als Atari ST- und als MS-DOS Version. Aber auch eine unabhaengige entwickelte Amiga-Version gibt es bereits. Fuer die Zukunft ist eine neue Version des Zerberus-Programms vorgesehen, die ganz in C geschrieben (bisher noch Turbo Basic), multiuserfaehig (echt notwendig, einige Boxen sind generell besetzt, weil zu gut besucht) und erheblich komfortabler sein soll. Wer nun gleich eine Z-NETZ Box besuchen will, kann eine der folgenden Nummern anrufen. Ich habe eine Box aus je einem Vorwahlbereich ausgewaehlt, die erfahrungsgemaess sehr stabit laeuft und daher leicht erreichbar ist: 0202/473086 TTB 030/4926643 TELEMAIL 040/7019502 ANM 0521/171188 BIONIC 06103/45287 BITMAIL 07144/38898 CACHE 089/656632 INFINET 0911/764441 ASN Alle bieten 300/1200/2400 bps, 8n1 - Henne ([email protected]) ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02] Das Z-NETZ
[Chalisti] [02] Andere Netze, andere Sitten
Andere Netze, andere Sitten Auf dem Chaos Communication Congress 1989 fand eine Diskussion zum Thema 'Nettiqette' statt. Unter der Nettiqette bzw. Net Guidelines versteht man die Anstandsregeln fuer die Benutzung eines Netzes. Damals machte man sich Gedanken darum, was eigentlich in eine solche Nettiqette reingehoert. Eine befriedigende Antwort wurde nicht gefunden. Vermutlich kann auch keine gefunden werden. Die meisten Netze wie UUCP, Bitnet, Zerberus, etc. haben alle IHRE Guidelines. Diese unterscheiden sich an manchen Stellen doch ziemlich. Man darf naemlich nicht vergessen, dass die Nettiqette in der Regel von der Geschichte, der Struktur des Netzes, den Teilnehmern, sowie der Verwaltung eines Netzes abhaengt. Etwas, was auf einem Netz gegen die Nettiqette verstoesst, ist auf einem anderen Netz normal. Im folgenen will ich mal verschiedene Punkte als Beispiel bringen: Auf dem UUCP z.B. ist es ueblich, dass man seinen richtigen Namen verwendet. Diese Realname-Pflicht gibt es in aehnlicher Form auf dem Bitnet. Aber schon zwischen den beiden gibt es Unterschiede. Waehrend der Verstoss auf dem UUCP hoechstens ein paar Flames (gehaessige Mails) zur Folge hat, wird man auf den EARN/Bitnet-Relays von der Benutzer dieser Konferenzserver ausgeschlossen. Ganz anders sieht es auf dem Zerberus aus. Dort herrscht keine Realname-Pflicht. Im Gegenteil scheint die Mehrheit fuer das Pseudonym zu sein. Die Pseudonyme sind ja dadurch entstanden, dass in der Anfangszeit der Computer die Benutzerkennungen nicht laenger als 8 Buchstaben sein sollten. Damit diese eindeutig waren, verwendete man die Pseudonyme. Aus dieser Zeit stammt also noch der Trend sich einen Nickname zu geben. Deswegen ist daran noch nichts verwerfliches. Ein anderer Punkt sind die sogenannten Signatures. Dabei handelt es sich um einen kleinen Text, der Auskunft ueber den Sender einer Mail bzw. Artikels geben soll. Auf dem UUCP sind das in der Regel 4 Zeilen, mit Realname, Nickname, Ort, Netzadresse, Telefonnumer und einem kleinen Spruch. Im Gegensatz dazu das EARN/Bitnet: Bei diesem Netz handelt es sich um ein Forschungsnetz. Ein Netzteilnehmer moechte vom anderen nicht nur den Namen und den Ort wissen, sondern auch der Ort wo er arbeitet (in der Regel die Uni und die Abteilung), seine Arbeitsadresse, seine Netzadressen, etc. Daher kommt es haeufig dazu, dass Bitnet Signature ueber 10 Zeilen gross sind. Andere Netze wie Zerberus kennen wiederum kaum Signatures. Beim Zerberus handelt es sich eben um ein Mailboxnetz, waehrend UUCP eher ein Technikernetz und Bitnet ein Forschungsnetz ist. Auf letzteren kommt es viel haeufiger vor, dass man eben wissen will, mit wem man redet - aeh - mailt. Auf allen Netzen gilt der Grundsatz, dass man nicht vergessen soll, dass auf der anderen Seite AUCH ein Mensch sitzt. Dies vergisst man naemlich relativ leicht. Es faellt eben viel leichter einen Text zu schreiben, als jemand direkt etwas ins Gesicht zu sagen. Man kennt sein Gegenueber nur
nur als 'Netzwerkadresse' und in den seltensten Faellen persoenlich. Auf dem Zerberus ist 'Anmache' stark verbreitet und fuehrt in der Regel nur zu einer kleinen Schlammschlacht. Auf dem Bitnet wieder, ist dies fast gar nicht ueblich. Vielleicht liegt es daran, dass die EARNies (EARN=Europaeischer Teil des Bitnet) sich regelmaessig auf Relay-Parties treffen. Man lernt sich kennen, albert und trinkt miteinander, etc. Danach faellt es schwerer, den anderern 'runterzumachen'. Dazu kommt, das der persoenliche Angriff auf den EARN-Relay - wie auch auf dem Zerberus und dem UUCP - verboten ist. Die Verwaltung eines Netzes bestimmt natuerlich auch Teil der Nettiqette. Bei UUCP kann sich jeder selbst anschliessen ohne gross sich irgendwo anzumelden oder um Erlaubnis zu bitten (dies gilt nicht fuer das UUCP-Eunet). Auf dem Zerberus muss man sich bei der NetzwerkoordinatorIn anmelden. Bevor dieses nicht geschehen ist, sollen Nachrichten von nicht angemeldeten Sites ignoriert werden. Auf Netzen wie EARN/Bitnet muss man verschiedene Vorraussetzungen erfuellen um ueberhaupt am Netzwerkbetrieb teilnehmen zu koennen. Was ist mit gesetzlichen Bestimmungen ? Leider ist es bis heute nicht ganz klar, ob Mailboxen - wie meistens angegeben - unter das Presserecht fallen. Wenn ja, waere der Betreiber fuer den Inhalt seiner Box verantwortlich, solange er den Namen eines Senders nicht nennen kann. Er waere verpflichtet, Artikel mit Nazistischen Gedankengut, Auslaenderhetze, etc zu loeschen. Diese Einstellung ist wieder auf dem Zerberus und dem Subnet (hauptsaechliche Verbreitung: Deutschland) zu finden. Also eben auf die weitgehend national begrenzten Netze. Auf den internationalen Netzen, werden die gesetzlichen Regelungen garnicht erwaehnt. Schliesslich waere es absolut unklar, welche Bestimmungen zu gelten haetten. Gelten die Gesetze des Landes, von dem der Artikel abgeschickt wurde oder die des Landes, wo der Artikel hingeschickt wurde ? Und was ist mit den Laendern, wo der Artikel nur transportiert wird ? Ein weiterer Knackpunkt ist das Senden von kommerzieller Werbung. Auf den Netzen wie UUCP und EARN darf man dies in der Regel garnicht. Auf dem Zerberus muss ein Anbieter dafuer 5 DM pro KB und erreichbarer Site bezahlen. Auf dem Geonet ist dies natuerlich - als kommerzieles Mailboxsystem - verstaendlichweise wieder anders. Grundsaetzliche Probleme entstehen ich durch die verschiedenen Kostenstrukturen auf den Netzen. EARN wird von dem BMFT und ab naechstes Jahr primaer von der Universitaeten pauschal (unabhaengig von den Datenmengen) bezahlt. Bei GeoNet sind es die Benutzer in Form von Gebuehren. Auf dem UUCP die Systembetreiber, auf dem Zerberus die Benutzer oder die Betreiber. Man geht natuerlich mit einem Netz ganz anders um, wenn 'sinnloser' Traffic sich direkt in der eigenen Brieftasche bemerkbar macht. Umso weniger man mit der Finanzierung zu tun hat, desto eher wird man einfach grosse Datenmengen ueber die Netze verschicken - wobei in der Regel die Aufregung ueber den Sender grosser Datenmengen, mehr Traffic verursacht, als der 'Ausloeser' selbst. :-)
Was bleibt ?
Man sollte auf jeden Fall tolerant gegen jeden Netzteilnehmer sein. Man sollte 'Neulinge' nicht gleich fertig machen, wenn sie etwas falsch machen. Wenn ein Benutzer z.B. auf dem Bitnet immer gearbeitet hat und zum ersten mal sich auf dem UUCP bewegt, wird er sich erstmal so benehmen wie auf dem Bitnet. Eine Eingewoehnungszeit sollte jedem zugestanden werden. Ein Anfaenger auf dem UUCP braucht ja noch kein Netzwerkanfaenger sein. Man darf nicht vergessen, dass das Netz auf dem man sich selbst befindet, nicht das Non-Plus-Ultra und das Mass aller Dinge ist. Andere Netze - andere Sitten. An der Stelle kommt es z.B. immer wieder zu Problemen mit der Struktur der verschiedenen Netze. Beispiel(Achtung ! Kompliziert !): 1) Ein Betreiber auf dem UUCP bekommt mit, dass ein Benutzer aus dem Bitnet immer wieder grosse Datenmengen an einen Benutzer auf seiner UUCP-Site sendet. 2) Da dies dem Betreiber (UUCP) Kosten verursacht bittet, er den Bitnet Benutzer dieses einzustellen. Dieser denkt aber nicht daran. 3) Daraufhin sendet der Betreiber (UUCP) eine Nachricht an den Verantwortlichen der Bitnet-Node, diesen Benutzer doch zu verwarnen. 4) Der Betreiber (UUCP) bekommt eine Mail vom Betreiber (Bitnet), dass dies ihm nix angehe und das dies ein Problem der Betreiber (UUCP) sei. Dies kommt zwar selten vor, aber unmoeglich ist es nicht. Probleme dieser Art sind sogar wahrscheinlich, wenn es sich um technisch gleiche Netze, aber um verschiedene Strukturen und Konzepte wie z.B. Dnet und Subnet (beide UUCP) handelt. Grundsaetzlich sollte man immer auf die andere Seite Ruecksicht nehmen. Im Zweifelsfall diplomatisch handeln - andere Netze sind im weitesten Sinne nix anderes als andere Laender mit Grenzuebergaengen. Durch die verschiedenen Netze wird der Aufbau dieser Grenzuebergaenge (Gateway) erschwert. Wenn z.B. auf dem Zerberus fuer Persoenliche Mails gezahlt werden muss, auf dem MagicNet jedoch nicht, entstehen prompt Probleme. Genauso sieht es aus, wenn ein Netz wie Zerberus ein Uebergang zum UUCP aufmachen will. Zerberus ohne Realnamen. UUCP mit Realnamen. Dann entstehen auch Widerstaende. Meiner Meinung nach haben sich die Netze zu ihren heutigen Strukturen entwickelt. Sie koennen sich jedoch nicht also isolierte Welten betrachten und brauchen auch die Verbindung in andere Netze. Wenn solche Verbindungen existieren und intensiviert werden, werden sich die Nettiqetten schon von selbst langsam anpassen. Terra Quellen: Nettiqette des Zerberus ([email protected]) UseNet Netiqette (UUCP) Subnet Nettiqette ([email protected]) Conduct of Code (EARN/Bitnet) Relay Guidelines (EARN/Bitnet) ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02] Andere Netze, andere Sitten
[Chalisti] [02] Hipparcos - Ein Satellit auf abwegen
Hipparcos - Ein Satellit auf abwegen Am 9. August hat die ESA ist neustes Projekt in den Himmel, genauer in den Weltraum geschossen. Dabei handelt es sich um den Forschungssatelliten Hipparcos; dieser ist nach einem griechischen Astronomen benannt, der ungefaehr von 190 bis 120 v. Chr lebte. Jetzt steht Hipparcos allerdings fuer HIgh Precision PARallax COllecting Satellite. Seine Aufgabe ist ueber 120.000 Sterne zu vermessen. Leider ist Hipparcos ziemlich eigenwillig. Damit der Satellit vernueftig arbeiten kann, muss er sich auf einer geostaetionaeren Bahn befinden. Die geostationaere Bahn liegt in 36000 KM Hoehe. Bei dieser Entfernung entsteht der Eindruck, dass sich der Satellit ueber einem festen Punkt der Erdoberflaeche befindet, so das er genau 24 Std fuer einen Umlauf braucht. Satelliten koennen nicht direkt in diese Umlaufbahn geschossen werden. Sie werden erst in eine vorlaeufige Umlaufbahn geschossen. Bei Hipparcos war das eine Umlaufbahn mit einer minimalen Erdentfernung von 210 KM und einer maximalen Entfernung von 36000 KM. Am 10.August nun sollte der Zusatzmotor (ABM) den Satelliten in seine endgueltige Umlaufbahn bringen. Leider hat der Motor der ESA nicht den Gefallen getan zu funktionieren. Weitere Versuche den Motor zu zuenden wurdem am 11.8., 13.8. und 17.8. unternommen. Keiner klappte. Da nunmal im Orbit die Werkstaetten noch nicht weit verbreiten sind, musste sich die ESA etwas neues ausdenken. Die erste Loesung ist klar. Man schickt einen neuen Satelliten mit Namen Hipparcos 2 hoch. Hipparcos 2 soll auch nur noch ein drittel soviel Kosten wie Hipparcos 1. Das Projekt hat bis jetzt 350 Millionen Dollar gekostet. Die andere Moeglichkeit ist, den Satellit auf seiner derzeitigen Bahn zu verwenden. Allerdings treten nun viele Probleme auf. Die Software des Satelliten muss auf die neuen Erfordernisse angepasst werden. Die Daten koennen nun nicht mehr - wie geplant - von der Empfangsstelle der ESOC in der Naehe von Darmstadt empfangen werden. Die Hipparcos umkreist die Erde in 10,5 Stunden einmal, daher sind weitere Empfangsanlagen notwendig, die ueber den Globus verteilt sein muessen. Allerdings wird die Leistungsfaehigkeit des Hipparcos Satelliten dadurch veringert, er kann also nicht so genau Daten liefern wie geplant. Bis vor kurzen gab es an der ESTEC das Hipparco Bulletin Board System (HBBS), welches als geschlossene Mailbox fuer die Wissenschaftler den Zugriff auf aktuelle Entwicklungen gab. Diese Box wird jetzt leider eingestellt, da der SysOp zu einem anderen Projekt wechselt.
Aber mal sehen was daraus nun wird ... Quellen: HBBS - Hipparco Bulletin Board System ESA Pressemitteilungen Sergio Varghi (ESTEC) ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02] Hipparcos - Ein Satellit auf abwegen
[Chalisti] [02] INFORMATION - Ein oeffentliches Gut ?
INFORMATION - Ein oeffentliches Gut ? Guenter Ropohl Tausende und Abertausende von Fernsehteilnehmern muessen sich allabendlich darueber aergern, dass die Filmbilder mit eingeblendeten Senderkennzeichnungen, den Logogrammen, verunstaltet werden. Der ausschlaggebende Grund dafuer: Die Sender wollen den Video-Piraten das Handwerk legen, Raubkopien illegal zu vermarkten. Solche Perversion des Urheberschutzes, die den Teufel mit Beelzebub austreiben will - indem sie die zu schuezenden Werke ihrerseits optisch-aesthetisch beschaedigt -, ist freilich nur das auffaelligste Symptom einer sehr grundlegenden Problematik, die sich aus dem Missverhaeltnis zwischen technischer Entwicklung und gesellschaftlicher Rechtsordnung ergibt. Solange die Reproduktion von Informationstraegern technisch und wirtschaftlich hinreichend aufwendig war, konnten die Urheberrechte an der Information mit den stofflichen Informationstraegern verknuepft und auf diese Weise an das Sachenrecht gebunden werden: Wer ein Buch, eine Schallplatte oder eine Filmkopie erwarb, hatte mit dem Kaufpreis zugleich die Urheberansprueche zu entgelten; sonst erhielt er keine Verfuegungsm|glichkeit ueber die betreffende Information. Seit Mitte des Jahrhunderts jedoch hat die Informationstechnik mit neuen Fotokopierverfahren und den magnetischen Speichermedien immense Fortschritte in der Reproduzierbarkeit von Information gemacht, so dass nun jeder mit geringem Aufwand Druckwerke, Tonwerke und Filme duplizieren kann. Selbst zwischenzeitliche Qualitaetsminderungen bei Kopien gehoeren bald der Vergangenheit an; digitale Kopien digitaler Orginale erweisen sich als identische Replikate. Damit aber hat die informationstechnische Entwicklung dem traditionellen Urheberrecht den Boden entzogen. Angesichts der ubiquitaeren Reproduzierbarkeit von Information lassen sich Urheberansprueche, die an die Anzahl realisierter Informationstraeger geknuepft werden, faktisch, da nicht kontrollierbar, auch nicht mehr durchsetzen. Alle Versuche, die beliebige Verfielfaeltigung von Information mit rechtlichen, organisatorischen oder gar technischen Mitteln zu verhindern Strafverfolgung von Raubkopierern, Senderkennungen bei Fernsehausstrahlungen, Aufnahmesperren bei digitalen
Tonkassetten-Geraeten usw. - sind, genau betrachtet, verzweifelte Rueckzugsgefechte an einer unhaltbar gewordenen Rechtsposition, die Eigentumsrechte an einem immateriellen, beliebig reproduzierbaren Gut verteidigen will. Das haette man schon vor 30 Jahren begreifen koennen, als sich die Spulentonband-Geraete zu verbreiten begannen und als ein Interessenverband zum Schutz musikalischer Auffuehrungsrechte noch ernsthaft Schnueffler in die Wohnungen ausschwaermen lassen wollte, um jeden privaten Mitschnitt von Rundfunksendungen oder Schallplatten mit Tantiemen belegen zu koennen. Man fand schliesslich eine Kompromissloesung darin, dass bereits die Hersteller eine Pauschale je Geraet bzw. je Tontraeger abzufuehren haben - ein Modell, dass spaeter auch auf andere Reproduktionstechniken angewandt wurde. Und vor fast zwei Jahrzehnten schon hatte der Nestor der bundesdeutschen Technikphilosophie Hans Sachsse das Problem auf den Begriff gebracht: Unsere klassische, an der Substanzkategorie orientierte, rechtliche und moralische Vorstellung von Eigentum sei auf Information nicht mehr ohne weiteres anwendbar. Die Frage, ob Information vielleicht eher als oeffentliches Gut zu betrachten waere, wirft Sachsse wohl auf, ohne freilich, wie er einraeumt, eine fertige Antwort dafuer zu haben. Nach wie vor aber ist unsere Gesellschaft gegenueber dieser Frage, theoretisch wie praktisch hilflos geblieben. Seit einem halben Jahrhundert entwickeln wir neue Informationstechniken, die Teile unserer Rechtsordnung sprengen, doch wir ueberlassen es immer noch hemdsaermeliger Flickschusterei, mit diesen Technikfolgen fertig zu werden. Konsequenterweise haette man von Anfang an die neuen Techniken der Informationsreproduktion verhindern muessen, wenn man das herkoemmliche Urheberrecht bewahren wollte; oder man haette sich gleich darueber klar sein muessen, dass die Zulassung dieser Techniken eine voellig neue Rechtsgrundlage erfordert. Es ist dies ein Paradebeispiel dafuer, wie wenig bislang ueber die gesellschaftsveraendernde Kraft neuer Techniken nachgedacht wurde. Eine vorausschauende Technikbewertung haette laengst die Vor- und Nachteile dieser Informationstechniken aufdecken und Loesungen vorschlagen k|nnen. Damit kein Missverstaendnis aufkommt: Im vorliegenden Fall scheint mir der Nutzen der neuen Techniken fuer das Gros der Menschen ueber jeden Zweifel erhaben. Nachteile entstehen nur fuer die Produzenten von Information, soweit ihre oekonomische Existenz von der Vermarktung stofflicher Informationstraeger abhaengt. Es ist ja wohl ueberhaupt erst eine Erfindung der buergerlichen Gesellschaft gewesen, Information zur Ware zu machen, und die morderne Informationstechnik der "nachbuergerlichen" Gesellschaft
entlarvt dies als oekonomistische Fiktion. Wenn aber die Vervielfaeltigungstechniken Information faktisch zu einem oeffentlichen Gut gemacht haben, muss man auch entsprechende Modelle entwickeln, wie man Leistung der Informationsproduzenten verguetet. Wenn man die neuen Techniken wirklich will, darf man sie jedenfalls nicht mit einem antiquierten Urheberrecht sabotieren - wie das heute eine Mafia von Informationsagenturen (Fernsehanstalten, Plattenfirmen usw.) tut, die, vorgeblich im Interesse der Urheber und in Wirklichkeit aus eigenem Interesse, die Verfuegbarkeit von Information entgegen dem Stand der Technik erschwert oder gar die Information selbst entstellt. Vielmehr muessen Politiker und Juristen die gleiche Erfindungskraft fuer die gesellschaftlichen Verhaeltnisse entfalten, mit der die Ingenieure die gesellschaftsveraendernden technischen Realitaeten geschaffen haben. Und dies sollten sie bei jeder neuen Entwicklung von Anfang an gemeinsam tun, damit nicht immer wieder neue Missverhaeltnisse zwischen Technik und Gesellschaft aufreissen. Nachsatz: Laut VDI-Impressum ist der Beitrag urheberrechtlich geschuetzt. "Fuer gewerblich hergestellte oder benutzte Kopien ist eine Gebuehr an die VG-Wort zu zahlen", heisst es im Impressum. Bin ich froh, dass wir nicht gewerblich sind. *grins* Quelle: MBK1: CCC-PRESSE, VDI-Nachrichten ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02] INFORMATION - Ein oeffentliches Gut ?
[Chalisti] [02] ::UNIX - Eine Ultra-Kurzeinfuehrung:: : von Peter Funk
::UNIX - Eine Ultra-Kurzeinfuehrung:: : von Peter Funk :::...............................::: : ::::::::::::::::::::::::::::::::::::: : :...................................:
voice 042226018 (08:00-18:00) email pf@artcom0 (Sub-Netz)
1. Allgemeines : - Shell : Nach der Eingabe von Benutzername und Passwort meldet sich in allgemeinen der 'shell' mit einem Prompt : Oft ein '$'- oder ein '%'-Zeichen. Dieser Prompt kann aber beliebig umdefiniert werden und z.B. so aussehen : 'pf, tty01> '. Hinter dem Prompt koennen Kommandos eingegeben werden, die in der Regel mit ENTER abegeschickt werden. - Gross-/Kleinschreibung ist unter UNIX signifkant. Das heisst 'CP' und 'cp' sind zwei verschiedene Dinge. - Dateinamen duerfen insgesamt 14 Zeichen lang sein, wobei grosse, kleine Buchstaben, Ziffern und diverse Sonderzeichen beliebig gemischt werden koennen. Insbesondere gibt es keine Position die fuer einen Punkt reserviert ist, wie z.B. unter MS-DOS. (Bei BSD Unix koennen sie bis zu 256 Zeichen lang sein). Beispiele : 'demo.c', 'HugoMeier', 'Hugo-Meier', '.profile', 'x.Y.z' - Verzeichnisse sind Baumartig aufgebaut. Durch sogenannte Pfadnamen, die sich aus den Namen von Verzeichnissen und dem Dateinamen zusammensetzen, lassen sich alle Dateien im "Dateibaum" erreichen. Als Trennzeichen zwischen den einzelnen Namen wird ein '/' verwendet. So bedeutet '/usr/peter/demo.c', dass die Datei 'demo.c' im Unterverzeichnis 'peter' im Verzeichnis 'usr' gemeint ist. Pfadnamen, die mit einem '/' beginnen, werden vom Wurzelverzeichnis ausgehend aufgefasst. Andere Pfadnamen gehen von dem Unterverzeichnis aus, in dem man sich gerade befindet. - Wildcards : Der Shell erkennt einige Sonderzeichen, die sich zum Abkuerzen der Eingabe von Dateinamen verwenden lassen. Das wichtigste davon ist der '*', der auf alle denkbaren Teilzeichenketten passt. z.B. kann man mit '*.c' alle Dateien ansprechen, deren Name mit '.c' aufhoert. - Optionen : Viele Kommandos lassen sich durch sogenannte Optionen in ihrer Wirkung beeinflussen. Optionen sind in der Regel einzelne Buchstaben, die hinter dem Namen des Kommandos beginnend mit einem '-' angegeben werden. - Ein-/Ausgabe Umlenkung : Durch die Zeichen '<' bzw. '>' kann die Einbzw. Ausgabe von Kommandos in Dateien umgelenkt werden. So lenkt z.B. 'ls >inhalt.txt' die Ausgabe des Kommandos 'ls' in die Datei 'inhalt.txt' um, die sonst auf dem Bildschrirm erscheinen wuerde.
- Peripherie-Geraete : Alle an einen UNIX-Rechner angeschlossenen Geraete (wie z.B. Drucker etc.) werden wie Dateien angesprochen. Dazu gibt es ein besonderes Verzeichnis : '/dev' in dem alle Geraete mit meist etwas schwer verstaendlichen Namen eingetragen sind. Beispiele : '/dev/lp' ist der Lineprinter und '/dev/fd096ds15' koennte z.B. eine doppelseitige 96 tpi Floppy-Disk mit 15 Sektoren pro Spur sein. 2. Zugriffsrechte auf Dateien und Verzeichnisse : UNIX unterscheidet alle Benutzer, wobei jeder Benutzer automatisch einer oder mehreren Benutzergruppen angehoeren kann. Jeder Datei und jedem Verzeichnis ist ein Benutzer und eine Gruppe als Eigentuemer zugeordnet. Die Zugriffsrechte, die ein Benutzer auf irgendeine Datei bzw. Verzeichnis hat, haengen davon ab, ob ihm die Datei selbst gehoert ('u'ser Rechte), er der gleichen Gruppe angehoert wie die Datei ('g'roup Rechte) oder ob er keine Gemeinsamkeit mit der Datei hat ('o'thers Rechte). Fuer jede dieser 3 Moeglichkeiten ist festgelegt, ob die Datei gelesen ('r'ead access), geaendert ('w'rite access) oder ausgefuehrt (e'x'ecute access) werden darf. Aus den vorgenannten 3 mal 3 Moeglichkeiten ergeben sich neun unabhaengig festlegbare Zugriffsrechte, die an jeder Datei festgehalten sind. Im Inhaltsverzeichnislisting sehen die Rechte dann z.B. so aus : (man bekommt es mit dem Kommando 'll' oder 'ls -l') -rwxr-x--x 1 peter hackers 5648 Jan 24 17:26 trick Diese Zeile bedeutet, dass die Datei 'trick' dem Benutzer 'peter' und der Gruppe 'hackers' gehoert und das sie vom Eigentuemer gelesen, geaendert und ausgefuehrt werden darf, waehrend sie von den Mitglieder der Gruppe 'hackers' nicht geaendert werden darf. Alle uebrigen Benutzer (die nicht der Gruppe 'hackers' angehoeren) duerfen diese Datei nur ausfuehren und nicht lesen oder aendern. 3. Kommandos - Ausloggen : Das Ausloggen (Beenden einer Terminalsitzung) kann auf verschiedene Weisen geschehen. Die Eingabe von 'exit' funktioniert immer (auf allen mir bekannten UNIX-Versionen). - Dateien : Anlisten : Das Kommando 'ls' listet das momentane oder ein angegebenes Verzeichnis an. Beispiele : 'ls' 'ls -als' 'ls /usr/peter/demo' Kopieren : Das Kommando 'cp' kopiert eine oder mehrere Dateien. Beispiele : 'cp Datei1 Datei2' 'cp Datei1 Datei2 /usr/peter' Loeschen : Das Kommando 'rm' loescht eine oder mehrere Dateien. Beispiele : 'rm Datei1 Datei2' 'rm /usr/peter/demo.c' Umbenennen : Das Kommando 'mv' benennt eine Datei um oder verschiebt eine oder mehrere Dateien in ein anderes Verzeichnis. Beispiele : 'mv Datei1 Datei3' 'mv Datei* /usr/peter' - Verzeichnisse : Wechseln : Jeder Benutzer hat ein eigenes "Heimat"-Verzeichnis, in dem er steht, nach er sich im System angemeldet hat. z.B. '/usr/peter'. Das Kommando 'cd' wechselt in dieses Verzeichnis oder in ein als Parameter angegebenes Verzeichnis. Beispiele : 'cd' 'cd /usr/peter' 'cd /' Erzeugen : Mit dem Kommando 'mkdir' kann ein neues Unterverzeichnis erzeugt werden. Beispiele : 'mkdir /usr/peter/demo' 'mkdir demo'
Loeschen : Mit dem Kommando 'rmdir' kann ein (leeres) Unterverzeichnis geloescht werden. Beispiele : 'rmdir /usr/peter/trash' - Zugriffsrechte : Verschenken : Das Kommando 'chown', dient dazu, den Besitzer einer Datei zu aendern. Da dies nur der jeweilige Eigentuemer kann, kann man damit Dateien nur "verschenken". Beispiele : 'chown hugo Datei1 Datei2 demo.c' 'chown rudi *' Gruppe aendern : Das Kommando 'chgrp' dient zum Aendern der EigentuemerGruppe einer Datei. Es kann auch nur vom Besitzer der Datei angewendet werden. Beispiele : 'chgrp hackers Datei1' 'chgrp kunden Datei2' Rechte aendern : Das Kommando 'chmod' aendert die Zugriffsrechte auf eine Datei. Es kann ebenfalls nur vom Eigentuemer benutzt werden. Als ersten Parameter kann man die Zugriffsrechte entweder als 3-stellige Oktalzahl oder als Kombination der Zeichen 'ugo' gefolgt von einem '+' oder '-' und dann gefolgt von einer Kombination aus 'rwx' angegeben. Beispiele : 'chmod 750 /usr/peter' 'chmod ug+w Datei1' 'chmod o-w *' - Online-Hilfen : Mit dem Kommando 'man' bekommt man zu einem beleibigen anderen Kommando Hilfestellung. Leider nur in English und fuer Anfaenger oft schwer zu verstehen, aber wenn man sonst niemanden Fragen kann ist das besser als nichts. Beispiele : 'man man' 'man ls' - Sonstiges : Mail : Das Kommando 'mail' oeffnet (wenn nicht leer) das persoenliche Postfach des Benutzers. Es hat eine kleine Hilfsfunktion (natuerlich in englisch), die auf '?' und ENTER hin erscheint. Durch das Kommando 'mail' gefolgt von einem Benutzernamen kann man Nachrichten an andere Benutzer verschicken. Chatten : Das Kommando 'write' erlaubt es, einen Dialog mit einem anderen Benutzer auf einem anderen Terminal zu fuehren. Sortieren : Das Kommando 'sort' sortiert eine Textdatei alphabetisch. Durch diverse Optionen koennen Sortierschluessel angegeben werden. Suchen : Mit 'grep' kann ein bestimmtes Text-Muster in einer oder mehreren Dateiein gesucht werden. 4. Editoren Unter UNIX gibt es viele Editoren. Fast ueberall erhaeltlich sind die Zeileneditoren 'ex' und 'ed', sowie der Bildschirmeditor 'vi'. Obwohl die Meinungen ueber diese Editoren sicher sehr geteilt sind, .... !!?!?! .... ist es fuer UNIX-Benutzer sinnvoll, sich z.B. mit dem 'vi' auszukennen. Eine Kommando-Uebersicht ueber den 'vi' wuerde natuerlich den Rahmen dieses Textes sprengen, aber als Einleitung trotzdem folgende Hinweise : Wird der 'vi' mit einem Dateinamen als Parameter aufgerufen, erscheint normalerweise die (Bildschirm)-Seite des Textes und der 'vi' befindet sich im sogenannten 'Commandmode'. Ausser diesem Modus kennt der 'vi' noch einen Einfuege- oder Ueberschreibmodus, sowie einen sogenannten 'ex'-Modus, indem Zeileneditor-Kommandos eingegeben werden koennen. Im Kommandomodus wirken (fast) alle Buchstaben als Kommandos : z.B. betritt 'i' den Einfuegemodus, ':' betritt den 'ex'-Modus. Der Einfuegemodus kann mit
ESC wieder verlassen werden. Der 'ex'-Modus wird im allgemeinen durch die ENTER-Taste verlassen. Im Kommandomodus kann der Cursor durch den Text bewegt werden. Das Verlassen des Editors erfolgt mit ':x', wobei der Text automatisch gesichert wird. 5. Weiterfuehrende Literatur ueber UNIX S.R.Bourne : The UNIX System. Addison Wessley Publishing Company. (englisch, aber ausfuehrlich und leicht verstaendlich geschrieben, viele Beispiele) Kernighan, Ritchie : Programmieren in C. Hanser Verlag. (gute Uebersetzung des amerikanischen Originals. Das Standardwerk ueber die Programmiersprache C. Enthaelt ausserdem eine Beschreibung der UNIX-Systemschnittstelle) ---------------------------------------------------------------------------
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[Chalisti] [02] Vom Magnetismus der Befreiung
Vom Magnetismus der Befreiung Der Befreiungswille ist propotional zur Fesselungskraft multipliziert mit dem durchschnittlichen Freiheitsgrad fremder Gruppen, gewichtet mit der informationellen Entfernung zu diesen Gruppen und verunsichert durch Zufallsereignisse wie Phantasie. Als praktisches Beispiel dienen in diesen Tagen die grundlegenden Veraenderungen in dem oestlichen Teil Deutschlands. Leider gibt es viele Leute, die sich damit begnuegen, mit rechthaberischen Grinsen 'rueberzuschauen, anstatt die aus der Ferne erfahrenen Zusamenhaenge auf die eigene Umgebung zu uebertragen. Gerade diesen Personen wird mein Vergleich unpassend erscheinen, da sie unbequeme Vorstellungen naturgemaess meiden. Um so passender muss er mir jedoch erscheinen, denn genau diese distingierte Ablehnung ist die Reaktion sozialistischer Medienrepraesentanten auf Anschuldigungen dieser Art gewesen. Angesichts der Tatsache, dass die Finanzgewalt vieler groesserer Unternehmen bereits die der DDR bei weitem ueberschreitet, halte ich den Vergleich von Firmenleitung und Regierung nicht unangemessen. Informationelle Blockierung hat eine lange Tradition. Schon vor dem Mittelalter gab es eine Reihe von kirchlichen Einrichtungen, die es bestens verstanden, der arbeitenden Bevoelkerung Mehrausgaben plausibel zu machen. Im Zeitalter der Hochtechnologie (dieses Wort hat zwei voellig gegensaetzliche Geschmacksrichtungen, deshalb nehme ich es gerne in den Mund) werden die Hilfsmittel kirchlicher Verdummung nicht mehr gebraucht und verkuemmern in vernachlaessigten sozialen Diensten. Stattdessen haelt die Technik der automatischen Arbeitsverrichtung fuer Arbeitslosigkeit und soziale Ungerechtigkeit her. So sehr die Industrie sich auch gegen die Anschuldigungen wehrt, die Methoden der Informationsverhuellung sind kein Stueck besser als der antifaschistische Schutzwall in Berlin. Sobald eine Gruppe wie der CCC Schaden anzurichten droht, wird eine naherstehende Person verhaftet, um Namen Beteiligter herauszupressen. Wie stark der Druck auch auf Personen im Bundesdeutschen Inland mit der Freilassung Steffen Wernerys verknuepft war, ist der Oeffentlichkeit verschwiegen worden. Die Inkraftsetzung des 4.WEKG ('Wirtschaftskriminalitaetsgesetz', eigentlich WiKG, Anm. d. Red) ist ein weiterer Beweis dafuer, wie unwichtig doch der Schutz der persoenlichen Daten im Gegensatz zu dem der Industriegeheimnisse fueur den Gesetzgeber ist. Da wird ein Datennetz wie ISDN geplant, das die Erfassung des Medienverhaltens einer ganzen Bevoelkerung ermoeglicht. Wo jedoch die Luecken im System des persoenlichen Datenschutzes sind, darf nicht erforscht werden. Nach dem 4.WEKG steht auf sogenannten ,,Computerbetrug'' das gleiche Strafmass wie auf Vergewaltigung.
Dass diese Zusammenhaenge peinlich sind, ist auch in juristischen Kreisen zu spueren, der erste Exemplarfall steht noch aus. Dass viele der ehemaligen CCC-Mitglieder inzwischen in die Arbeitswelt eingegliedert sind oder selbst an den Hebeln stehen, sollte nicht allzusehr beruhigen. Auch wenn die relevanten Studiengaenge auf den Universitaeten auf das Mindestmass an Wissen eingeschraenkt werden (z.B. BerlHG), so kann das dennoch nicht daran hindern, die noch verfuegbare Phantasie gegen die Einreihung in die Datasellschaft einzusetzen. Und wehe den westlichen Industrien, wenn in der nahen bis mittleren Zukunft eine Gewalt wie die IRA sich auf die Datenwege stuerzt. Dann kommt sie nicht mehr mit Schrammen davon, wie schon mehrfach die vom CCC aufgeschreckte Bundespost. Wer ein so hohes Risiko eingeht, auf dem roten Platz der Finanzriesen zu landen, der wird den Weg sorgfaeltig planen und sicherstellen, dass mindestens so viel Schaden angerichtet wird, dass sich der Einsatz lohnt. Dass dabei Fehler geschehen oder die Stabilitaet der Regierung gefaehrdet wird, ist nicht immer auszuschliessen. Genau das hat auch heute Morgen der rechthaberisch grinsende Herr bei den Nachrichten festgestellt. Leider hat er dabei nicht viel weiter gedacht, als bis zu seiner Kaffeetasse, sonst haette er heute morgen vielleicht fuenf Minuten laenger fuer den Weg zur Arbeit benoetigt. 29.10.1989 marion/masys/bln (ACHTUNG ! Anm. d. Red.: Der gelesende Beitrag kann evntl. fuer Aussenstehende nicht alzu klar sein. Es wird dann die Lektuere: Das CCC-Buch empfohlen) ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02] Vom Magnetismus der Befreiung
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dpa-Virenwarnung loeste heftige Debatten unter den Experten aus
dpa-Virenwarnung loeste heftige Debatten unter den Experten aus Computerhandel mit Kundenanfragen ueberfordert Hamburg/Frankfurt/Berlin (emp/mik) - Grossen Wirbel loeste vergangenen Freitag eine dpa-Meldung ueber einen Computervirus aus, der Daten auf Personal-Computern (PC's) mit dem Betriebssystem MS-DOS zerstoeren kann. Nachdem das USVerteidigungsministerium vergangenen Monat bekannt gab, auf den Systemen der Ministeriums sei ein besonders gefaehrlicher Computervirus entdeckt worden, loeste diese Nachrichten vor allem in den USA panikartige Reaktionen unter EDV-Anwendern aus. Als schliesslich auch IBM in Europa die Kunden schriftlich vor dem Virus warnte, stieg dpa ein und die "Virenpanik" schwappte auf Europa ueber. Zusaetzliche Verwirrung stiftete die Tatsache, dass gleich zwei Viren zur Diskussionen standen. Zum einen der "Datacrime" dessen Ausloese-Datum der 12. Oktober war, sowie der Jerusalem oder Israel-Virus, dessen Ausloese-Datum auf Freitag den 13. programmiert sein soll. "Entsetzt" zeigte sich Prof. Klaus Brunnstein aus Hamburg ueber die Nachrichtengebung in der Presse. Gegenueber Journalisten, die Mitglieder des Chaos Computer Club zu Stellungnahmen baten, sagte Brunnstein, der CCC sei keine serioese Quelle fuer dieses Thema. Brunnstein forderte den Hamburger Chaos Computer Club auf, waehrend des naechsten Hackerkongress in Hamburg das Thema Viren unter dem Aspekt einer zunehmend kriminellen Entwicklung aufzugreifen. Anlaesslich einer Podiumsdiskussion zum Thema Datensicherheit waehrend der Buerodata in Berlin sagte Steven T. Blythe von der EDV-Sicherheitsfirma IBD in Frankfurt, die Presseberichte seien positiv zu bewerten. Indem sie ein heisses Thema aufgreifen, werde in OEffentlichkeit ein Bewusstsein fuer die Gefahren geschaffen. Sybille Ehlers, Verkaufsleiterin der North American Software in Muenchen vertrat dagegen die Auffassung, dass die Virenberichte zu einer starken Verunsicherung bei den Anwendern fuehren und eher schaedlich seien. Sie erlebe immer wieder, dass Kunden Kaufentscheidungen nach derartigen Presseberichten zuruecknehmen. Ansgar Detlefs, Verkaufsleiter der Asthon Tate Nord meinte,
das Thema Viren werde kuenstlich aufgebauscht. Anwender, die Viren auf dem System haben seien selbst schuld. Computerviren koennten sich nur dort verbreiten, wo mit nicht lizensierter Software und Programmen unklarer Herkunft gearbeitet wird. Mitglieder des Chaos Computer Club erklaerten, die Presseberichte wuerden derzeit vor allem von Software-Herstellern genutzt, um gegen das unerlaubte Kopieren von Programmen vorzugehen. Betroffen seien Privatleute oder kleine und mittlere Unternehmen, die sich aus ihrem jeweiligen sozialen Umfeld Programme besorgen. Die Computerexperten seien aufgefordert, ihre "Facharroganz" aufzugeben und das Thema fuer jedermann verstaendlich darzulegen. In einer Studie des Bundesforschungsministeriums (BMFT), die in Kuerze veroeffentlicht wird, heisst es unter anderem, viele Anwender seien sich der Gefahren durch Computerviren nicht bewusst. Nach BMFT-Informationen soll die bislang nur Institutionen der Bundesverwaltung zugaengige bundeseigene "Zentralstelle fuer Sicherheit in der Informationstechnik" (ZST) ab 1991 auch privaten Anwendern zur Pruefung der Sicherheit ihrer Systeme zugaenglich sein. Aus aktuellem Anlass verschickte der Chaos Computer Club eine Ausgabe der Zeitschrift "Labor" vom Maerz 1989. Die Redaktion hatte Steckbriefe und Kurzbeschreibungen von ueber 200 bekannten Virenprogrammen zusammengestellt. Darueber hinaus berichtete die Zeitschrift ueber verschiedene Programme, mit denen Viren aufgespuert oder unschaedlich gemacht werden koennen. (Bezugsquelle: Labor; Hospitalstrasse 61; 2000 Hamburg 50). In einem weiteren Bericht griff Labor die Geschaeftspraxis der amerikanischen Softwarefirma Brain Computer Services auf. Bis 1987 verkaufte das Unternehmen virenverseuchte Programme. Der Computervirus zerstoerte Daten, wenn von den Programmen des Unternehmens illegale Kopien angefertigt wurden. emp: E-Mail-Press Tel: 040/27 51 86, MIK-Magazin ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02]
dpa-Virenwarnung loeste heftige Debatten unter den Experten aus
[Chalisti] [02] Atari auf Dummdos-Wegen
Atari auf Dummdos-Wegen Diesmal gehts um die lang erwarteten (von wem eigentlich?) MS-DOS Emulatoren. Da der PC-Ditto II. wieder ins Computernirwana abgedriftet ist, stehen im Moment nur der PC-Speed und der legendaere Super-Charger zur Wahl. Da in den diversen "Fach"-Zeitschriften schon genuegend ueber die beiden Kontrahenden geschrieben wurde, erspare ich mir Zeitangaben ueber Norton, Landmark und wie sie alle heissen. In der reinen Rechengeschwindigkeit tun sich die beiden nicht viel, da beide mit dem gleichen Prozessor (NEC V30) und mit der gleichen Taktfrequenz laufen. Nun eine tabellarische Uebersicht der Vor- und Nachteile der beiden Systeme: SuperCharger -----------Vorteile: Einbau ohne Eingriff in den Rechner Verwendung des 8087 moeglich DOS 4.01 wird mitgeliefert Etwas kompatibler bei kopiergeschuetzter Software Gute Mausunterstuetzung Nachteile: Quaelend langsames Scrolling Kein Zugriff mehr auf die MS-DOS Partition unter TOS Nur 512KB RAM im Lieferumfang In der getesteten Version sehr absturzgefaehrdet Serielle Schnittstelle nicht nutzbar Keine Hercules Aufloesung PC-Speed -------Vorteile: Sehr schnelles Scrolling Nutzt den Speicher des ST Serielle Schnittstelle nutzbar Absturzfreies Arbeiten Hercules, Olivetti und CGA Modi nutzbar Freier Zugriff unter TOS auf die MS-DOS Partition Nachteile:
Zum Einbau muss der Rechner geoeffnet werden Es wird kein DOS mitgeliefert Schlechte Unterstuetzung der Atari-Maus Uninformative und lueckenhafte Dokumentation Aus dieser Aufzaehlung muss nun jeder entscheiden, welche Nachteile Er akzeptieren kann und welche nicht. Ich habe mich nach dem Test beider Geraete fuer den PC-Speed entschieden, da dessen Nachteile fuer mich akzeptabel sind bzw relativ leicht behoben werden koennen. Eine serielle Maus ist zwar aergerlich, behebt aber den Mangel. Allerdings ist es dann ja ebenso wie beim SuperCharger geloest, vielleicht sollte sich der Herr Sack ueberlegen, ob die Umsetzung der Maus auf COM1 nicht besser waere. Der Supercharger reizt meines Erachtens seine Moeglichkeiten nicht aus. Wenn schon ein externer Rechner, warum dann keine Slots? Damit haette er sicher unbestreitbare Vorteile gegenueber dem PC-Speed, dies waere vor allem wegen der fehlenden Hercules Unterstuetzung noetig. Der Satz im Handbuch ist ja wohl ein Witz, dass es deswegen nicht geht, weil der Atari nur 640 Punkte in der Horizontalen darstellt. Ferner ist beim SuperCharger unbedingt die Aufruestung auf 1MB noetig, um ueberhaupt vernuenftig arbeiten zu koennen. Es ist schon frustrierend, wenn man in seinem Atari 2MB zur Verfuegung hat, von den MS-DOS Programmen aber die Meldung "Not enough Memory" bekommt. Was ich an beiden gleichermassen kritisiere ist der zu hohe Preis. Besonders der PC-Speed mit der Nacht- und Nebelpreiserhoehung um 100.-DM tut sich hier hervor. Die Materialkosten des PC-Speed duerften bei etwa 43.95 DM liegen, beim SuperCharger kommt man auf etwa 112.85 DM. Witzigerweise wird aus Insiderkreisen berichtet, dass der Herr Sack mit im Entwicklerteam des SuperChargers gearbeitet hat und sich fruehzeitig mit den Rechten am PC-Speed abgeseilt hat. Offenbar hielt die Firma BetaSystems das Konzept fuer eine Sackgasse und liess ihn deshalb gehen. (c) by Yodasoft Inc. 10/89 Quelle und Autor: YODA@IUS (Zerberus) ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02] Atari auf Dummdos-Wegen
[Chalisti] [02] SYSTEMS - Schneller, hoeher, weiter...
SYSTEMS - Schneller, hoeher, weiter... Im September diesen Jahres war es mal wieder soweit, die SYSTEMS in Muenchen oeffnete wieder Ihre Pforten. Was gab's neues ? Kurz zusammengefasst kann man sagen das jede Firma DEN Rechner ueberhaupt anboete. Die meissten Firmen praesentierten eine Neuheit, auch wenn der Unterschied zwischen den einzelnen Firmen nicht so gravierend war. Apple stellte den langerwarteten MacIntosh Portable vor. Dieser 68000 / 16 Mhz Rechner mit einer Leistung etwa doppelt so gross wie die seines Bruders des Mac SE, ist in der Lage 8 - 10 Std. netzunabhaengig zu arbeiten. Dies wird durch eine spezielle Version des 68000 von Motorola gewaehrleistet. Er wiegt inclusive der Zentraleinheit, Bildschirm, Tastatur, Batterie, Speichereinheit und Maus ( auch wenn diese nicht so gewichtig ist,...), ca. 7Kg. Kosten soll dieser, mit Absicht nicht Laptop genannte Rechner DM 12.719.- netto in einer Konfiguration mit 1Mb Hauptspeicher und einem Apple Superdrive. Moechte man noch eine 40Mb Festplatte durch die Gegend tragen, so muss man dafuer DM 15.000.netto bezahlen. Das besondere an dem Apple Portable ist sein neuartiger Bildschirm, ein sogenannter Aktivmatrix LCD-Bildschirm, der ebenso schnell arbeitet, wie die Monitore der uebrigen Mac Familie. Das zweite neu Familienmitglied ist der Apple Mac IIci, der neben althergebrachtem eine 25 Mhz 68030 CPU plus eine Cache Speicherkarte aufzuweisen hat. Als einziger Mac hat dieses neue Flagschiff einen integrierten Videoanschluss, so dass auf einem Apple Monitor 256 Farben bzw. Grauschattierungen, ohne zusaetzliche Hardware dargestellt werden koennen. Auch aus diesem Grund ist der MAc IIci mit 512K ROM ausgestattet. Kosten soll er DM 17.982.- netto. Erhaeltlich ist er ab sofort in der deutschen Version bei den Apple Vertragshaendlern. Bei COMPAQ zeiget man bewaehrtes. Der DESCPRO 386/33 mit 264kB Cachespeicher und Cache-Controller verfuegt ueber die COMPAQ FLEX- und Interleaved Memory Architektur, 2MB RAM Acht Erweiterungsplaetze im Industriestandart, VGA Controller und Platz fuer fuenf Massenspeichereinheiten. Er wird in drei Version ausgeliefert, mit 84, 320 oder 650Mb Festplatte (Preise von DM 23.490.- bis DM 38.990.- zuzgl. Mehrwertsteuer). Den ein Jahr alten Laptop SLT/286, erhaelt man mit Batterie, VGA-Bildschirm, 80C286 / 12 Mhz, 640Kb RAM (erweiterbar auf 3,64 Mbyte), 3,5 Zoll Disk-Laufwerk (1,44 Mb), je einer seriellen und parallelen Schnittstelle und einer Festplatte (je nach Modell 20 oder 40Mb) zum
Preis von DM 10.830.- bzw DM 12.490.- (netto). Erweitern laesst sich dieser hoechstleistungs Rechner durch eine separate Box, die sich von hinten an den Rechner anstecken laesst. UEber diese Box kann man eine erweiterte Tastatur und einen externen VGA-Bildschirm anschliessen. Sie besitzt zusaetzlich zwei Steckplaetze fuer z.B. eine Netzwerkkarte, o.ae.. SIEMENS zeigte unter anderem das Software Packet Siline 100, welches auf SINIX Rechnern MX 300 und MX 500 lauffaehig ist. Dieses Packet deckt durch Schittstellen zu Software von Informix, Ocis-Desk und Sitplan die ganze Palette der betriebswirtschaftlichen Funktionen (Finanzbuchhaltung, Einkauf, Lager, Vertrieb, etc.) ab. Auch der Datenschutz findet in diesem Produkt eine besondere Beachtung. Die Digital Equipment GmbH Muenchen, die in diesem Jahr ihr 25 Jaehriges Jubilaeum feierte, zeigte auf der SYSTEMS gleich mehrere Neuheiten. Zum einen fuehrte DEC die neue Familie der DECstations vor. Hierbei handelt es sich um 286, 386SX und 386 Systeme. Die Preise liegen zwischen DM 6.000,und DM 16.000.-. Zum ersten mal konnte man auch eine Integrationsoberflaeche anbieten, die mit kuenstlicher Inteligenz ausgestattet ist. DECwindows basiert auf dem "X-Window-System" und bietet eine gemeinsame Oberflaeche fuer Workstations, PC's und Terminal's. Toshiba, bekannt durch seine leistungsfaehigen Laptop-Computer kuendigte eine Version T3200SX an, die (wer haette es gedacht,...) mit einem Intel 80386SX Microprocessor ausgestattet ist. Dieser Laptop bietet mit seinem 1-13MB grossen Arbeitspeicher schon einiges. Eine 40Mb Festplatte, interne Erweiterungssteckplaetze, VGA Bildschirm mit 16 Graustufen, mehrere Schnittstellen (darunter auch zwei serielle), einer Tastatur mit separatem Zehnerblock und ein Gewicht, von ca. 7,9 Kg auf einer Raum von nichteimal 38 x 40 x 10 cm^3. Gedacht ist dieser Schnelle Rechner fuer die Betriebssysteme OS/2 oder UNIX. Auch die deutsche Bull AG praesentierte auf der SYSTEMS mehrere Neuheiten. Durch den Einkauf der Firma Zenith Electronics Corp. bietet BULL nun auch auf dem Markt fuer Schreibtisch- und tragbare Computer eine grosse Zahl an Systemen an. UNIX wird bei BULL eine immer groessere Rolle spielen. Bis 1993 so Friedrich W. Bock, Marketingchef von BULL Koeln, werden sie ihren Anteil am deutschen UNIX-Markt mehr als verdoppeln. Auch will BULL den Verkauf von Unix-Systemen gegenueber dem des BULL-eigenen Betriebssystems auf ueber 50% ansteigen lassen. Die Firma NCR Deutschland GmbH aus Augsburg hatte eine besondere Premiere zur SYSTEMS vorbereitet. Sie stellte als erste Firma einen PC 486 vor. Dieses neue Flaggschiff arbeitet mit einer 80486 CPU und dem Microchannel und entstand, so Rainer Liebich, Vorsitzender der Geschaeftsfuehrung der deutschen NCR in enger zusammenarbeit mit dem Prozessorhersteller Intel. Die wesentlichen Entwicklungsarbeiten seien in Augsburg "gelaufen", wo alle Systeme, auch neue 80386 / 25 Mhz und 80386 mit Microchanel, produziert werden. Kosten wird der 80486 ca. DM 28.000.-. "Wir wollen uns in der Oberklassen positionieren und uns nicht in den Schleuderpreis-Wettbewerb begeben", sagte Liebig zu dem Preis des neuen Flaggschiffes. Auch die Firma /M/A/I Deutschland GmbH hatte eine Weltpremiere zu bieten, wenn auch auf einem ganz anderen Sektor. Sie stellte die GRIFFIN JUNIOR
vor mit einem neuartige Betriebssystem namens BOSS/VX Dual Universe. Es handlt sich hierbei um ein Betriebssystem, welches das gleichzeitige verwenden von Business-Basic-Programmen und UNIX-Anwendungen auf einer Hardware bietet. BOSS als auch UNIX nutzen das selbe Dateisystem. Das Business Basic Betriebssystem ist direkt in einem von AT&T freigegebenen Release V. 3.2 UNIX-Kernel integriert. Somit entspricht BOSS/VX Dual Universe allen X/OPEN- und POSIX-Standards (was ist POSIX ueberhaupt?). Von der Hardware Seite erhaelt der Anwender einen 80386 Rechner mit Zero Waitstates bei 25 Mhz Taktfrequenz. Die GRIFFIN JUNIOR besitzt ausserdem ueber einen schnellen 32-Bit Speicherbus, einen PC/AT-Bus und einen SCSIBus. An Speicherplatz bietet diese Maschine 4 - 16MByte. Ausserdem bietet /M/A/I fuer dieses System Festplatten mit einer Kapazitaet bis zu 600Mb und bis zu 32 serielle Schnittstellen an. Fuer die Datenfernuebertragung sind die Standarts BSD und ATP realisiert. Auch in der AS-xx Serie von /M/A/I hat sich einiges getan. Auf der SYSTEMS wurden so z.B. die Modelle AS-21, AS-41 und AS-42 erstmals vorgestellt. Hierbei handelt es sich um 32-Bit RISC-Maschinen, die auch fuer gehobene Ansprueche einiges zu bieten haben. Das Spitzenmodell dieser Serie, der AS-63, dringt mit seinen drei Prozessoren, 24Mb Hauptspeicher und bis zu 16 mal 364 oder 690Mbyte Festplatten sogar in die Klasse der Grossrechner vor. Auch Branchensoftware war von /M/A/I auf der SYSTEMS zu sehen. Besondere Aufmerksamkeit aber ist wohl dem branchenunabhaengigen TECO-System von /M/A/I zu zollen. Es handelt sich hierbei um ein System fuer die Buerokomunikation. Es integriert eine Textverarbeitung und mehrere Module fuer die interne und externe Kommunikation. Es existieren hierfuer derzeit beispielsweise Electronic-Mail, Telex/Telefax, BTX und Telebox. Aber auch der "Cityruf/Eurocall"-Dienst der deutschen Bundespost kann direkt ueber TECO genutzt werden. So kann man einem Aussendienst Mitarbeiter bis zu 80 Zeichen uebermitteln. Als weiteres Teilsystem wird TECO-Archive angeboten. Dieses Archivierungssystem nutzt Speicherplatten die nach dem WORM (Write Once Read Multiple) Prinzip arbeiten. Die Firma ALTOS Conmputer Systems, die nahe Muenchen ansaessig ist, stellte in einer Europa Premiere ihr neues "Flaggschiff", einen UNIXRechner an dem mehr als 100 Benutzer gleichzeitig arbeiten koennen, vor. ALTOS, einer Firma die durch die Bank 32-Bit-Rechner mit ALTOS System V und kompletten UNIX-Anwendungen ueber Haendler zu verkaufen sucht, praesentierte die allerorts geforderte Offenheit der Systeme schon auf dieser SYSTEMS. Hierzu ist sicherlich auch die Integration von MS-DOS Anwendungen zu zaehlen. Die Systeme unterstuetzen synchrone und asynchrone Ubertragungsprotokolle einschliesslich IBM/3270 und 3276, sowie Cluster Terminal Controller Emulation sowie bisynchrone Datenuebertragung und Telex, Teletex und BTX. Auf dem Bereich der Betriebssoftware bietet ALTOS ein integriertes Komplettpaket mit Standartloesungen und Schnittstellen zu Profi-Branchenloesungen der ALTOS Vertirebspartner. Bis zu 250 Softwarepakete bieten die ALTOS Vertriebspartner fuer die unterschiedlichsten Branchen an. Fuer Interessierte erscheint jaehrlich der "ALTOS/Partner-Loesungskatalog".
Last but not least kommen wir zu der Fira SUN. Sie stellte den jetzt lieferbaren SPARCserver 4/390 vor. Dieser auf einem RISC-Prozessor basierende UNIX-Server kann sowohl PC's als auch Workstations und "X/11"-Terminals bedienen. Bis zu 66 Terminals und einer Speichplattenkapazitaet von bis zu 32 Gigabyte, die ueber inteligente IPI-Controller bedient werden, bietet dieses System. Bezahlen muss man fuer den SPARCserver zwischen DM 200.000.- und DM 250.000.-. Ein anderer Schwerpunkt bilden die Grafikarbeitsplaetze, mit neuen Grafikbeschleunigern und Grafik-Prozessoren. Herauszuheben ist dabei z.B. eine IBM 5080-Grafik-Terminal-Emulation, welche dirkten Zugriff auf IBM-spezifische Grafikanwendungen erlaubt. Alle SPARC- und Sun-3-Systeme werden mit der neun Benutzeroberflaeche "OPEN LOOK" ausgeliefert. Zusammegefasst: Volger Eggeling Quelle: BRETT MESSTREFF der MBK1 ---------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [02] SYSTEMS - Schneller, hoeher, weiter...
[Chalisti] [02] ! K u r z m e l d u n g e n !
!Kurzmeldungen! ----------------------------1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1 2600-Magazin in Deutschland 2600, das groesste US-amerikanische Hacker- und Phone Phreakmagazin gibt es jetzt auch in der BRD. 2600 erscheint viermal im Jahr und ist so etwas wie die Nachfolgezeitschrift fuer die legendaere TAP (siehe Hackerbibel 1). 2600 bringt interessante Leserbriefe, Einfuehrungen in Betriebssysteme, und viele Tips und Infos zum Telefonhacken (in den USA). 2600 gibt es in West-Berlin im Buchladen Kommedia, Potsdamer Str. 131, 1 Berlin 30. Kostet pro Stueck 10.-, hat etwa Taschenbuchformat und ist ca. 50 Seiten stark. Wer keine Gelegenheit hat, in den Buchladen reinzuschauen, kann auch direkt in New York abonnieren: 2600, P.O.Box 752 Middle Island NY 11953 - 0752 USA Tel.:USA 516-751-2600 Fax.:USA 516-751-2608 Ein Overseas-Abo kostet $30 im Jahr, die Knete direkt beilegen. Alte Ausgaben ab 1984 sind auch zu kriegen, auch hier $30 pro Jahr. Quelle: Zerberus Urquelle: Computermagazin auf Radio 100 Berlin UKW 103,4 Mhz, den 16.9.89 2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2 Postgiroamt vom Virus befallen - Wichtige EDV-Programme betroffen von Henrik Denta Das Postgiroamt Kopenhagen entdeckte am spaeten Freitag nachmittag (15.9.) dass der Verwaltungsrechner von einem sogenannten Virus befallen war. Ein umfassender Einsatz im Laufe des Wochenendes verhinderte, dass lebenswichtige Postgiro-Programme geloescht wurden. Der entsprechende Virus hat den Namen "Friday the 13th Virus", nach einem Horrorfilm benannt. Das Postgiroamt hat nun vorgezogen, seine Erfahrungen zu veroeffentlichen, um andere Betriebe vor dem Virus zu warnen. "Soweit bekannt ist dies das erste Mal, dass dieser Virus eine daenische EDVAnlage betroffen hat. Ein vergleichbarer Angriff betraf die Hebrew University in Isreal im Mai letzten Jahres," aeusserte Bjarne Wind, Verwaltungsdirektor
im Postgiroamt. Der Virus haette beim naechsten Freitag den 13. zugeschlagen, und das waere im naechsten Monat gewesen! Alle Software waere geloescht worden, waehrend die Daten unberuehrt geblieben worden waeren. "Das haette keine besonders grossen Folgen fuer uns gehabt, weil wir natuerlich Sicherungskopien von allen Programmen haben," sagt Bjarne Wind. Trotzdem waren die Leute vom Postgiroamt, von Control Data und von IBM das ganze Wochenende in Ueberstunden damit beschaefigt, den Virus zu entfernen. Die Erfahrungen werden anderen Unternehmen zur Verfuegung gestellt. Uebersetzungen: P. Gorny Quelle: POLITIKEN 19.9.1989 3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3 50 Jahre spaeter - Erinnerungen Wie euch bewusst ist markiert der Freitag, 1. September 1989, den 50. Jahrestag der deutschen Invasion in Polen. An diesem Tag im Jahre 1939 begann der 2.Weltkrieg. Gefuehle ueber den Krieg variieren, aber alle muessen zustimmen, dass dieser Konflikt, mehr denn irgendein anderes Ereignis, die Welt geformt hat in der wir heute leben. Um dies zu markieren ist so etwas wie ein Experiment in sci.military eingerichtet worden. Jeden Tag wird eine Zusammenfassung der Schlagzeilen-Ereignisse des selben Tages vor fuenfzig Jahren verbreitet werden. Leser werden den Krieg Tag fuer Tag fortschreiten sehen, fast so wie jene, die es erlebt haben. Die Darstellung wird versuchen kurz, sachlich und neutral zu sein; keine editoriale Bearbeitung oder Philosophierung. Interpretation wird dem Leser ueberlassen. Zu diesem Zeitpunkt ist es unmoeglich zu sagen wie genau das benutzte Format sein wird; ohne Zweifel wird es sich mit der Zeit und dem Feedback der Leser entwickeln. Wenn Du interessiert bist, kannst Du Dich in sci.military einschreiben und ein paar Ausgaben pruefen. Jede Ausgabe wird die Zeile "Thema: vor 50 Jahren" beinhalten. Uebersetzung: Michael Niermann Quelle: Bill Thacker ([email protected]) 4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4 Chaos Communication Congress 1989 Im beruehmten hamburgischen und weneryschen Chaos, waren leider nicht viele Infos ueber den naechsten Congress zu bekommen. Deswegen erstmal die bekannten Daten. Das wichtigste: Er findet tatsaechlich statt.
Der Chaos Communication Congress wird dieses Jahr vom 27.12. - 29.12. stattfinden. Einlass am 27.12. gegen 10 Uhr. Ende am 29.12. gegen 15 Uhr. Aufbau ist am 25.12. und am 26.12. (fuer die arbeitende Bevoelkerung.) Ort des Geschehens: Eidelstaedter Buergerhaus wie jedes Jahr. Eintrittspreise:
Mitglieder und gleichgestellte Normale,Verrueckte und -"Presse
18,23,50,-
Dieses Jahr werden vermutlich KEINE Passfotos benoetigt. Wenn jemand sich beteiligen will in Form von Aufbau, Vortraegen, Workshops, etc. bitte wendet euch an Steffen Wenery. Alternativ Mail an [email protected], [email protected] oder geo1:chaos-team. 5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5 NDR-Fernsehen: Neue Dokumentation zur Computerkriminalitaet Hamburg (emp/mik) - "Tatwaffe Computer" heisst eine neue Fernsehproduktion des Norddeutschen Rundfunks (NDR), die derzeit von Thomas Ammann und Matthias Lehnhardt in Stuttgart, Frankfurt, Muenchen und Hamburg produziert wird. Beide Autoren, bekanntgeworden durch mehrere Buecher und Filmberichte zum Thema Computerkriminalitaet, rekonstruieren verschiedene Faelle und versuchen den Taetern auf die Spur zu kommen. Der Bericht enthaelt Interviews mit Fahndern, Taetern, Juristen, Sicherheitsfachleuten, Psychologen und Hackern. Computerkriminalitaet, so der NDR in einer Pressemitteilung, sei das Verbrechen der Zukunft, begangen von ansonsten eher unauffaelligen und unbescholtenen Buergern. Keine andere Deliktsparte der bundesdeutschen Kriminalstatistik weise hoehere Schadensummen und eine hoehere Dunkelziffer auf. Vorgesehenes Sendedatum ist der 23. November 1989 um 20:15 Uhr im Ersten Programm. 6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6 Ein Kuckuck im Netz Nachdem uns ja schon einige Buecher in letzter Zeit beschehrt wurden, ist hier wieder ein neues. Das Kuckucksei von Clifford Stoll. Das Thema dieses Buches: Die Geschichte von Clifford Stoll, von seinen Anfaengen als System Manager bei Berkeley, ueber die Verfolgung von deutschen Hackern, bis zum InterNet Wurm. Schwerpunkt des Buches ist die Verfolgung der sogenannten Computer-Spione und des Dschungels von Behoerden, Polizei und Geheimdiensten in den USA. In romanaehnlicher Form wird die ganze Geschichte auf mehreren hundert Seiten beschrieben. Mir persoenlich gefiel das Buch ganz gut, insbesondere da Stoll versucht seine Meinungsbildung und Einstellung zu Datennetzen, Hackern und Geheimdiensten zu erklaeren. Die deutsche Uebersetzung ist gut gelungen. Technische Begriffe und Feinheiten wurden richtig uebersetzt und verstaendlich gemacht. Gerade da happert es ja meistens bei Uebersetzungen. Allerdings ist das Buch sehr
dick geraten und daher natuerlich auch teuer. Englische Originalausgabe: The Cuckoo's Egg: Tracking a Spy Through the Maze of Computer Espionage, by Cliff Stoll, Doubleday, 1989, ISBN 0-385-24946-2 $19.95 Deutsche Uebersetzung: Kuckucksei: Die Jagd auf die deutschen Hacker, die das Pentagon knackten, von Clifford Stoll, Krueger, 1989, ISBN 3-8105-1862-X 39,80 DM Quellen: Book Review by Louise Bernikow, Cosmopolitan, Oct. 1989 (RISK-L) Das Buch bei mir zuhaus. :-) 7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7-7 MIK-Magazin Ab 1. November 1989 zahlt die E-Mail-Press (emp) einmalig 100.Mark Provision fuer die Vermittlung eines Abonnements MIKMagazin. MIK-Magazin ist ein woechentlich erscheinender Agenturdienst mit Kurzmeldungen, Hintergrundberichten und Features zum Themenkreis Medien, Information und Kommunikation. Das Themenspektrum umfasst: - Computertechnik, Telekommunikation, Rundfunk und Fernsehen, Kommunikationsforschung, Zeitungs- und Verlagswesen, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Hackerszene, Bibliothekswesen, Datenbanken, Video, Phono, Rechtswesen, sowie jede Woche mehrere Namens- oder Hintergrundberichte von Fachkorrespondenten zu den einzelnen Themen DIN-A-4 mit bis zu 25 Berichten, Meldungen und Features pro Woche. Erscheint jeweils am Montag. Bezugspreis fuer vier Ausgaben pro Monat 80.- Mark zuzueglich MwSt. Mit dem Bezug des MIK-Magazin erhalten die Abonnenten die Verwertungsrechte fuer die im MIK-Magazin enthaltenen Meldungen. Dieses Angebot richtet sich also vor allem an Redaktionen, Pressestellen, Parteien, Verbaende, Institutionen und andere Nachrichtenverwerter, die die MIK-Meldungen fuer ihre eigenen Publikationen nutzen oder als Themenanregung verwenden wollen. Ein Ansichtsexemplar wird auf Wunsch zugeschickt. Weitere Informationen erteilt: E-Mail-Press z.Hd. Herrn Wieckmann Barmbeker Strasse 24 2000 Hamburg 60 Tel.: 040/27 51 86 (Anm. der Redaktion: Wir uebernehmen diese Meldung im Rahmen des Informationsverbundes DS-MIK-Chalisti)
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[Chalisti] [02] ! K u r z m e l d u n g e n !
[Chalisti] [02] IMPRESSUM
IMPRESSUM --------"Die gesamte Menschheit bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit des globalen Dorfes zu vollenden." Herausgeber: Chaos Computer Club e.V./Redaktion Chalisti V.i.S.d.P. : F.Simon Redaktion:
Volker Eggeling, Frank Simon
Mitwirkende an dieser Ausgabe: Uta Wilms, Marion (Klaus), Henne Ambrosius, Herwig Henseler, Peter Funk, Michael Niermann, u.a. Redaktionen: Chalisti,
c/o Frank Simon, Kennedystr. 12, 2900 Oldenburg Tel. 0441/592607 Datenschleuder, Lachswehrallee 31, 2400 Luebeck MIK-Magazin, c/o J. Wieckmann, Barmbeker Str.22, 2000 HH 60 Tel. 040/275186
Verbreitung: Zerberus : UUCP(dnet) : UUCP(sub) : EARN/Bitnet: GeoNet : FidoNet : Adressen:
/T-NETZ/CHALISTI dnet.and.sub.general sub.org.ccc CHAMAS@DOLUNI1, Brett CHALISTI mbk1: brett ccc-presse ccc.ger
EARN/Bitnet: CHAMAINT@DOLUNI1 UUCP : eggeling@uniol (eunet) chalisti@olis (subnet) Zerberus : terra@mafia GeoNet : geo1: chaos-team FidoNet : Volker Wieners on 2:241/2.1205 Teilnehmer aus diversen anderen Netzen wie z.B. ArpaNet, DFN, etc. nutzen bitte die Bitnet Adresse ueber das entsprechende Gateway.
Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht umbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Alle Artikel und Beitraege koennen mit Quellenangabe weiterverwendet werden. Artikel aus dem MIK-Magazin bitte mit Quelle: (emp/mik) MIK Magazin, (c/o) J. Wieckmann, Barmbecker Str. 24, 2000 HH 60 angeben. Die Verbreitung der Chalisti auf anderen Netzen wird ausdruecklich erwuenscht.
[Chalisti] [02] IMPRESSUM
[Chalisti] [03] Inhaltsverzeichnis
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Ausgabe 3
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Editorial Wir Ignoranten ! Moeglichkeiten des Umweltschutzes G10 - Die Gesetze G10: Mailboxen unter Kontrolle der Geheimdienste G10: Mik Magazin schreibt dazu ... Parteien und Behoerden zum G-10 G10 - Nur neu aufgewaermt ? Verschluesseln mit Schwerpunkt DES IBM VM/SP: CMS Release 5 - Eine Einfuehrung Die 17.5 te KIF in Oldenburg ! K u r z m e l d u n g e n ! IMPRESSUM
Erlaeuterungen:
DS RC MK NE FA
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Datenschleuder Redaktion Chalisti Mik-Magazin Uebernommen aus einem Netzwerk Freier Artikel (Autorenangabe am Anfang oder Ende des Artikels)
Die Artikelkennung (CDS1,CMK2,etc) dient zum suchen der Artikel mit Editoren und Textverarbeitungssystemen. Mit der Marke 'NEXT' kann gleich zum naechsten Artikel gesprungen werden. --------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [03] Inhaltsverzeichnis
[Chalisti] [03] Editorial
Editorial Einige fanden sie gut. Einige fanden sie schlecht. Nun ist sie weg. Nein. Ich rede nicht von der Chalisti. Gemeint ist das zu Stein gewordene Monument von Hilflosigkeit, Unfreiheit und Teilung einer Welt. Geboren: 13. August 1961, Gestorben: 9.Novemer 1989. Die Mauer. Wie viele habe ich in der Nacht vom 9. auf den 10. November vor dem Fernsehen gesehen und konnte kaum glauben was da in Berlin geschah. Am 9.11.1989 wurde nicht die Teilung Deutschlands beendet. Darauf ist weder Deutschland, noch Europa vorbereitet. Es ist viel wichtiger. Man hat angefangen die Teilung der Welt zu beenden. Wenigstens zwischen Ost und West. Noch ist in dieser Welt viel Konfrontationsdenken angesagt. West vs Ost. Schwarz vs Weiss. Links vs Rechts. CCC vs Post. SW vs RS. Subnet vs Unido. Techniker vs Inhaltler. Die geistige Mauer existiert bei vielen weiter und wird nicht abgerissen. Neues Denken muss ueberall angesagt sein. Nicht einzelne, sondern ganze Gruppen muessen ueber Mauern - auch geistige Mauern springen. Die meisten der Leser werden im Jahre 2030 noch Leben. Einige vielleicht auch noch 2050. Auf jeden Fall werden sie von den Zeiten erzaehlen koennen, wo ein Mann in Moskau der Welt die Angst nahm, die Zeit wo die Grossmaechte anfingen die schrecklichsten Waffen die Menschen je ersonnen haben zu vernichten, die Zeit wo die Voelker Europas zusammenwuchsen, die Zeit wo Menschen entdeckten das man die Umwelt und Leben jeglicher Form achten muss, wenn nicht eben diese Umwelt uns vernichten soll. Wir wissen nicht, ob wir in 40 oder 50 Jahren so ueber diese Zeit reden koennen. Solange uns Menschen wie Lobi im Artikel 'Ignoranten' einen Spiegel vorhalten koennen, solange koennen wir nicht sicher sein, dass sich Einsicht ueberall durchsetzt. Wir haben keine Sicherheit - nicht mal eine hohe Wahrscheinlichkeit - das unsere Welt und unsere Zivilisation weiterbestehen wird. Wir haben aber die Hoffnung. Und das ist schon mehr als in den Jahrzehnten zuvor. Irgendwo hies es mal: 'Was kann der Mensch auf Erden besseres tun, als Mensch zu sein.'. Vielleicht kommt ja wirklich noch die Zeit, dass wir genau das sein koennen: Menschen. Das Ende der Mauer in Berlin hat Hoffnung gebracht, viellecht kommen mir daher diese Gedanken gerade in diesen Tagen , obwohl - oder vielleicht gerade weil - wir um das Leben eines Weggefaehrten und Freundes bangen. Den auch uns bleibt nix weiter als die Hoffnung. Frank Simon 16.11.89 --------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [03] Editorial
[Chalisti] [03] Wir Ignoranten !
Wir Ignoranten ! Vorwort Was nun folgt, ist der nackte Wahnsinn der heutigen Zeit. Was folgt ist keineswegs eine Erzaehlung aus meinem Leben. Dennoch betrifft das Folgende auch mich zum Teil. In der Hauptsache aber ist das was folgt EIN Resultat der Beobachtung meiner Umwelt. Eine erschreckende Beobachtung. Der reale Wahnsinn, von Ignoranz getragen. Nun geht es los ... Es wird Zeit, zu sehen wie der mehr oder weniger typische Deutsche seine Umwelt behandelt. Ignorieren wir es einfach,so schlimm kann es nicht werden. Es ist kaum ein paar Tage her, da fuhr ich mit meinem Buss durch die Innenstadt. Ein Plakat mit der Werbung :"Nicht alles was rot ist, ist Ketchup" ignoriere ich. Das, was fuer den Mann am besten ist, weiss ich selbst am besten ! Ich ignorier es also. (Bilett oder so). Die alte Dame, die mit einem Fahrschein von anno Domini zu mir kommt, lach ich aus, was gehen mich auch deren Sorgen an ? Dass mein Wagen 12 Jahre alt ist, und streng genommen eine "Dreckschleuder" ist ignorier ich. Wer mir mit nem "Kat" kommt, lach ich aus. Dass ich im Winter zum Skifahren stundenlang fahren muss, wegen des dummen Staus ignorier ich. Stundenlanges anstehen am Skilift geniesse ich als "Ruhepause". Im Herbst gehe ich Bergwandern, aber nicht auf den Berg wo ich Skifahre, der iss ja im Sommer kahl, braun und haesslich. Dass ich im Sommer mit tausenden von Leuten im gleichen See baade stoert mich schon seit meiner Kindheit nicht. Dass das Gras an den Seen heute laengst nicht mehr nach Grass riecht, sondern nach Kokosoel wiedert mich an. Aber was solls, da fahr ich eben wo anders hin, breite mein Handtuch am Ufer aus, und reibe mich mit Tiroler Nussoel ein. Na klar, wegen der gefaehrlichen Sonnenstrahlung von wegen dem Ozonloch. Gegen Abend mach ich mit tausend anderen mein Lagerfeuer an der Isar. Das Holz dazu hol ich wie die anderen aus dem umliegenden Gebuesch, es gibt eh genug kaputte Waelder ! Und ausserdem, all die anderen machen es ja genauso. Dass ich in der Isar seit Jahrzenten schon nicht mehr baden darf braucht mich nicht zu stoeren, das war schon so, seit ich denken kann. Letztes Wochenende bin ich mal nicht zu einem der ueberlaufenen Seen gefahren, hab da nen Tip von nem Freund bekommen, ganz abgelegen, "den See kennt keiner", so nach dem Motto. Und das hatt ich dann auch davon, die letzten Kilometer zum See waren dann auch Sandstrasse. Sauerei sowas,
wende da mehr als 40 faehrst, kannste deinen Wagen waschen lassen. Wird Zeit, dass die da mal teeren ! Haehae, ein gutes hatte die Sache allerdings. Auf der Sandstrasse sind mir ein paar "gruene" Oekofreaks auf ihren Fahrraedern begegnet. hihi, kurz Gas gegeben, und die Staubwolke war perfekt ! Dachte schon, die bruellen gar nicht mehr. Der See selber war nicht gerade gastfreundlich, lauter Muecken, Schilf (hab mir die Fuesse aufgeschnitten) und total lackes Wasser. Das Auto schnell im Gebusch versteckt, zwecks Hitze, (waere fast in dem sch... Dickicht steckengeblieben) und dann flugs die Autobatterie ausgebaut. Schliesslich braucht die Stereoanlage bei den Liegestuehlen richtig "Saft" ! ( Auf die Dauer hilft nur Power ! Hab "Van Halen" aufgelegt, und den Lautstaerkeregeler auf Anschlag gestellt !) Am Nachmittag hab ich dann gemerkt, dass ich den Traeger Bier fuer mich und meine Frau Daheim vergessen hatte. Mist, und in dieser oeden Wildnis gabs ja nicht mal nen Kiosk ! Schon schwach sowas. Gegen Abend wurden dann die Muecken all zu laestig, also hab ich hurtig mein Zeug ins Auto gepackt. Musste nur noch schnell meinen Muell im Unterholz verstecken, braucht ja keiner zu wissen, dass ich hier war. Laut Schild wars'n Biotop oder so. Bloedsinn, hab ausser Insekten kein Tier gesehen. Nur noch schnell gucken, wo die naechste Autobahn laeuft, und dann schnell nach Hause. Mensch hab ich mich geargert, beim Heimfahren. Hab doch glatt meinen Sperrmuell Daheim vergessen. Hmm, und wohin mit den alten Farbresten vom Malern ? Hatt ich die nicht vor 2 Jahren einfach in die Muelltonne geworfen ? Nee, hab'se vorher im Kloo ausgeleert. Sonst schimpft der Hausmeister wieder, weil der Tonnenraum von Farbresten versaut ist. Einfach ignorieren, den bloeden Tuerken ! Ueberhaupt, fragt mich doch letztens das halbwuechsige tuerkische Freuchtchen ( Sohn vom Hausmeister ) in der Garage nach 'ner Zigarette. Der soll doch Zuhause in der Tuerkei rauchen, wenn er's sich leisten kann. Alles Arbeitsscheue, diese Tuerken, und dann noch brave deutsche Buerger anschnorren. Das Letzte ist das ! Und stinken tuts bei denen in der Wohnung ! Grauenhaft. Meine Frau hat mir mal erzaehlt, dass es bei denen in der Wohnung aussieht wie bei Hempels unterm Sofa. Ist schon ein schlampiges Volk, diese Auslaender ! Meine Frau war damals zu dem tuerkischen Hausmeister gegangen, weil bei uns ein Hahn tropfte, und dieser faule Gastarbeiter hielt es erst nach 3 Tagen fuer noetig, bei uns vorbeizuschaun. Solange haben wir aber erst gar nicht gewartet, war ja klar dass der nicht kommt. Gleich wie meine Frau von dem Schlamper zurueckkam, hatt sie den Brief an die Hausverwaltung aufgesetzt, mit ner saftigen Beschwerde ueber den Hausmeister natuerlich. Und die haben auch prompt reagiert. Genau als der Tuerke kam um den Hahn zu reparieren, rief uns die Hausverwaltung an, entschuldigte sich, ( faselten irgendwas von personellem Notstand ) und versprachen, den Auslaender zum naechsten 1. zu kuendigen. Alles Kinkerlitzchen sag ich, fristlos waere die einzig richtige Massnahme, und dann auch gleich das
ganze Pack, mit Kind und Kegel dahin zurueckschicken, woher sie gekommen sind ! Na jedenfalls, als der Muselman dann kam, hab ich ihn gleich wieder rausgeworfen, sowas kommt mir doch nicht in die Wohnung. Wer weiss, wenn die Nachbarn mitbekommen haetten, dass ich nen Tuerken reinlass, haette es gleich wieder ein Gerede gegeben. Vonwegen Tuerken-Freund und so. Nee, das passiert mir nicht ! Mann stelle sich das vor, als ich dem faulen Tuerken dann im Hausgang so richtig die Meinung gesagt habe, wollte er sich auch noch aufregen. Er, er der Gastarbeiter will mich vor meiner Wohnungstuer, in meinem Land einen krummen Hund und scheiss Deutscher heissen ! Na ja, gesagt hat er es nicht, aber er wollte ! Meine Frau jedenfalls wird bezeugen sie haette es gehoert. Die Anzeige wegen uebler Nachrede hatt er auf alle Faelle bekommen. Waer ja noch schoener. Der soll erstmal richtig blechen, bevor er in die Tuerkei abgeschoben wird ! Fuer was hab ich denn sonst eine Rechtsschutzversicherung ? Meine Frau und ich haben uns entschieden, in Zukunft fremdlaendische Lokale zu meiden. Der "Grieche" hat uns damals ja einen unzumutbaren Frass vorgesetzt. Wir gehen, wenn ueberhaupt nur noch zu "Francesco". Das ist zwar auch ein Italiener, aber die Kinder moegen halt so gern die Spaghetti. ( ich moecht ja nix sagen, aber das ist ein richtiger Papagello. Wie der sich seine Lizenz fuer die Wirtschaft ergaunert hat wuerd mich auch interessieren. Wahrscheinlich ueber die Maffia.) Vor 2 Jahren ist sein Lokal abgebrannt, klarer Fall von Schutzgeldern. Ich glaub nicht, dass der das Lokal noch lange hat. Aber das ist uns wurscht. Dieses Jahr wollten wir uebrigens nach Jesolo fahren. Das haben wir aber abgesagt, da solls ja auch die Algenpest haben. Das ist auch wieder typisch fuer diese Auslaender, die lassen das Meer einfach verschmutzen, und muten dann uns Deutschen zu, das wir da reingehen. Jetzt warten wir halt, bis das grosse Schwimmbad bei Jesolo oder so fertig ist. Das ist auch ganz gut so, dann brauchen unsere Kinder nicht immer dieses Salzwasser beim baden verschlucken. Jetzt bleiben wie dieses Jahr halt in Deutschland, im Urlaub. Ist auch nicht schlecht, da sparen wir eine Menge Geld. Das koennen wir naechstes Jahr ganz gut fuer die neuen Moebel gebrauchen. Wir ziehen in eine Sozialwohnung. Das hoert sich zwar schlimm an, ist aber eine Super Sache. Das ist ein Neubau, 105 qm in guestiger Lage, und fuer nur 645,- DM. Ja, ich bin ja nicht bloed, und zahl die Wahnsinnssummen auf dem freien Wohnungsmarkt. Ich verdien ja nicht schlecht, meine Frau arbeitet auch halbtags (schwarz natuerlich), aber bei 1400,- Mark Miete + Nebenkosten koennten wir uns dann nicht mehr 3 Urlaube im Jahr leisten. Ausserdem wollen wir ja unseren Kindern was bieten. Wir haben damals zur Ueberpruefung vom Sozialamt meine Schwiegeroma fuer ein viertel Jahr zu uns aus dem Altersheim geholt. Mit unseren 2 Kindern, war das dann auch gar kein Problem, dass wir die neue Wohnung bekommen. Aber das viertel Jahr war schon ekelhaft. Immer die alte Person bei uns in der Wohnung, das ist schon eine Belastung. Und stinken tut so ein alter Mensch, das glaubt man gar nicht. Die alten Leut waschen sich ja auch nicht.
Aber uns war das nur recht, grad wegen der Frau vom Sozialamt. Natuerlich hab ich die alte Oma nicht gewaschen, meine Frau erst recht nicht. Der hat es ja noch mehr davor geekelt. Wir haben halt recht drauf geschaut, das die Omo schoen in ihrem Zimmer bleibt, das sie nicht so stoert. Sie hat das Zimmer mit unserem Kleinen gehabt, dem hat der Gestank nix ausgemacht, der macht ja selber noch in die Hosen. Es war eine harte Zeit, aber jetzt ist die Alte ja wieder im Heim. Da ist sie gut aufgehoben und stoert niemanden. Das klingt vieleicht hart, aber so ist die Realitaet. In der heutigen Zeit geht's eben nicht mehr anders, da muessen die alten Leute ins Heim, weil man einfach nicht die Zeit hat sich drum zu kuemmern, und es auch laestig wird. Besucht haben wir sie seither nicht. Das bringt auch nichts, weil entweder erinnern sich die alten Leute durch den Besuch an fruehere Zeiten, und sie erzaehlen irgend einen alten Schmarrn, meisst aber erkennen sie einem nicht einmahl mehr, oder kriegen den Besuch gar nicht mit. Dann war die ganze Plagerei ja eh umsonst. Schad ums Benzin. Wir schicken der alten Dame alle Weihnacht einfach eine Glueckwunschkarte, die bekommt sie dann vorgelesen, und freut sich dann genauso. Ich weiss jetzt gar nicht wann die alte Frau eigentlich Geburtstag hat. Ist auch wurscht, Sie kriegts ja eh nicht mehr mit, und ich glaube die Feiern sind auch ganz nett im Altersheim. Ab und zu schicken wir auch der betreuenden Schwester im Heim einen 20,- Markschein, dann gibt sie sich ein wenig mehr mit der alten Frau ab, und man muss sich spaeter einmal, am Grab keine Vorwuerfe machen. Jetzt muss ich erstmal zu meinem grossen Sohn ins Zimmer und ihn beruhigen. Der ist noch ein rechter Weichling. Heute ist sein Hund ueberfahren worden. Der heult jetzt Rotz und Wasser. Jetzt geh ich schnell und sag ihm dass er Morgen einen neuen bekommt. Ich muss mich beeilen, weil in 5 Minuten legt meine Frau "Freitag der 13." in den Video ein. Den Film muss ich unbedingt sehen. Und ein paar Flaschen Bier brauch ich auch noch. Eigenlich ist die Welt schon grausam, aber mit ein wenig Ignoranz zur rechten Zeit kommt man ganz gut durch. Mann muss sich ja auch nicht ueber alles Gedanken machen, oder ? Lobi /
Peter Lobenstein
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[Chalisti] [03] Wir Ignoranten !
[Chalisti] [03] Moeglichkeiten des Umweltschutzes
Moeglichkeiten des Umweltschutzes Vor ein paar Tagen habe ich einen sehr interessanten Vortrag von Professor Prosi (Wirschaftswissenschaftler an der Uni Kiel) ueber Umweltschutz in der Marktwirtschaft gehoert und da ich finde, dass seine Ideen so manches der heutigen Probleme loesen koennten, schreibe ich nun einen kleinen Artikel; vielleicht findet ja der eine oder andere Gefallen an den Ideen. Im Moment sieht es so aus, als waere unsere Marktwirtschaft alleine nicht in der Lage, die Probleme der Umweltverschmutzung zu loesen. Im Gegenteil, sie verschaerft sie sogar. Massnahmen, die zwar gesamtwirtschaftlich aeusserst schaedlich sind, bringen privatwirtschaftlich Vorteile. An einem Beispiel verdeutlicht: Ein Fischer faengt mehr Fische, als das Meer verkraftet -> der Fischbestand kann sich nicht regenerieren. Fuer die Gemeinschaft ist das katastrophal, denn woher soll man jetzt den Fisch nehmen? Ganz abgesehen von den Folgen fuer die Natur ... Der Fischer hingegen hat privatwirtschaftlich voellig richtig gehandelt. Haette er nur den halben Schwarm gefangen, so haette er befuerchten muessen, dass andere Fischer die restliche Haelfte fangen und er so nur den halben Verdienst haette. Genauso steht es bei der Meeresverschmutzung: "Wozu sollen wir aufhoeren, wenn die anderen weitermachen?" Wir handeln also immer so, wie wir es von anderen befuerchten; auf diese Weise geht die Natur zwangslaeufig zu Grunde. Diesen Teufelskreis der Marktwirtschaft nennt man 'Rationalitaetenfalle'. Wie kann man nun aus dieser Falle entkommen, wenn man die Marktwirtschaft nicht aufgeben will? Es gibt folgende Loesungen: - Die Nutzungsrechte (bzw. Verschmutzungsrechte) bleiben kostenlos, der Staat begrenzt aber die Hoechstmenge der Verschmutzung. Vorteil: Die Verschmutzung waechst nicht ins Grenzenlose, die Politiker brauchen kaum Erpressungsversuche der Industrie zu befuerchten (teurer Umweltschutz -> Arbeitplatzvernichtung) Nachteil: Es besteht kein Anreiz fuer die Industrie (und die Privatleute), die Verschmutzungsmenge zu verringern, wenn man mal von der Verantwortung gegenueber der Natur absieht. Aber wie wirkungsvoll diese Motivation ist, sieht man ja heute. - Die Nutzungsrechte werden exklusiv zugeteilt. Bsp.: Einem Fischer wird ein Gebiet zugeteilt, in dem nur er fischen darf. Vorteil: Der Eigentuemer pflegt 'sein' Stueck Natur, damit er es auch in Zukunft nutzen kann. Nachteil: Praktisch wenn ueberhaupt nur schwer zu realisieren. - Das Recht auf Umweltverschmutzung wird frei handelbar gemacht, kostet also Geld. Vorteile:
Durch die Kosten, die nun fuer die Verschmutzung entstehen, bildet sich ein Anreiz fuer die Firmen, die Verschmutzung zu begrenzen. Der Prozess wird aehnlich wie beim Einsatz von menschlicher Arbeitskraft ablaufen: In den letzten Jahrhunderten wurde der Einsatz menschlicher Arbeitskraefte immer teurer, so dass im Vergleich zum Bruttosozialprodukt deren Einsatz sank. Den gleichen Effekt muesste eine Verteuerung des Einsatzes von Umwelt haben. Im Gegensatz zum jetzigen System (Hoechstmengen) haette dieses Verfahren auch zur Folge, dass 'freiwillig' Geld in die Forschung nach effektiveren Reinigungsverfahren investiert wird. Durch die freie Handelbarkeit der 'Anrechtsscheine auf Umweltverschmutzung' wuerden sich die Preise der Nachfrage anpassen, die Umweltnutzung wird also umso teurer, je mehr Unternehmen die Umwelt verschmutzen wollen. Ausserdem kann der Staat weiterhin eine Hoechstmenge festlegen, nun aber insgesamt und nicht pro Unternehmen (die Suche nach besseren Reinigungs-Methoden wird also nicht gebremst). Was haltet Ihr von der dritten Moeglichkeit? Meiner Meinung nach ist sie einfach ideal, sie waere die Loesung unserer Umweltprobleme. Einen Haken hat die Sache allerdings: die Politiker. Leider wird bei uns im Umweltschutz (noch) zuviel Politik gemacht. Die einen wollen lieber Arbeitsplaetze statt Umwelt, die anderen wollen ihre Steinkohle verbrennen und wieder andere wollen die Gewinne der Industrie nicht sinken sehen. Zur Rettung unserer Umwelt muesste eine unabhaengige Behoerde ueber den Handel mit Umweltnutzungsrechten wachen, so wie die Bundesbank ueber den Geldverkehr wacht. Wer kaeme schon auf die Idee, die Politiker das machen zu lassen? Die wuerden doch nur die Geldmenge steigern und damit in kuerzester Zeit eine Inflation verursachen. Warum aber lassen wir die Politiker ueber so etwas wichtiges wie die Umwelt entscheiden? Wir haben nur eine Umwelt, die duerfen wir nicht der Ruecksichtnahme auf parteipolitische Interessen opfern! Wir brauchen also ein unabhaengiges Bundesumweltamt, keine Umweltministerien. Natuerlich haben wir nicht nur hier in Deutschland umweltpolitische Probleme, in der Dritten Welt sind die Probleme noch viel groesser. Der Bundestag meint, Brasilien durch ein Einfuhrverbot fuer Tropenhoelzer vom Abholzen der Regenwaelder abhalten zu koennen. Diese Massnahme ist zwar eine Moeglichkeit, dass Abholzen unattraktver zu machen, aber das eigentliche Problem beruehrt sie nicht. Warum werden denn die Regenwaelder abgeholzt? Nur aus purer Raffgier? Wieso vernichten die Menschen in Afrika die letzten Waelder? - Es bleibt ihnen gar nichts anderes uebrig, wenn sie nicht verhungern wollen. Um die Umweltprobleme dort zu loesen, muessen wir die wirtschaftliche Entwicklung dort foerdern und bei uns neue Energieformen entwickeln, die dann spaeter in der Dritten Welt genutzt werden koennen. Es gibt aber noch eine radikale Massnahme: Wenn wir in den Industriestaaten bestimmte Industriezweige wie z.B. die Stahlindustrie stillegten, so koennten die unterentwickelten Laender mit der Stahlproduktion Geld verdienen, anstatt ihre Regenwaelder abzuholzen. Aber wer von uns will schon auf seinen Videorekorder, seinen Zweitcomputer :-) oder den Farbfernseher verzichten? Wie soll man dann das (psychologische) Problem der Arbeitslosigkeit loesen? Ausserdem kommt dann wieder das Motto "Wir handeln so, wie wir es von anderen befuerchten." zum tragen. Woher wollen wir wissen, ob dann nicht die Industrielaender in die entstandene Luecke draengen?
Es gaebe also Loesungsmoeglichkeiten, aber leider hat sich das menschliche Bewusstsein noch nicht so weit entwickelt. Ob das ueberhaupt moeglich ist? / /karus (IKARUS@MAFIA) --------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [03] Moeglichkeiten des Umweltschutzes
[Chalisti] [03] G10 - Die Gesetze
G10 - Die Gesetze Ueber das Gesetz hat es bei seiner Einfuehrung bereits erbitterte Debatten gegeben. Das war 1968. Das mit gutem Grund, da sehr gravierende Einschnitte in Grundrechte vorgenommen wurden, die ausserdem weitgehend der richterlichen Ueberpruefung entzogen wurden. Neu ist im wesentlichen, dass nun neben den trationellen Postdiensten, auch Telekomunikationsdienste von Drittanbietern erfasst werden. Insoweit eine konsequente Anpassung an veraenderte technische und rechtliche Gegebenheiten (teilweise Aufhebung des Postmonopols). Was bedeutet das fuer die Mailbox? Sie wird gleichbehandelt, wie andere Telekommunikationsmedien. Endlich wird sie vom Gesetzgeber nicht nur zur Kenntnis, sondern sogar ernst genommen! Warum freut sich da keiner??? ;-) Die Mailbox, ihre Benutzer und Betreiber werden weder besser noch schlechter behandelt, als das bei anderen Kommunikationsmededien der Fall ist. Warum sollte sie auch? Nur weil Ihr davon betroffen seid?? Macht Euch doch nicht laecherlich... Von daher ist gegen die Einbeziehung von Mailboxen in das "G10" nichts einzuwenden. An dem "G10" als solches gibt es allerdings viel zu noergeln! Das aber schon seit seiner Einfuehrung. Ihr seid mit Eurer Kritik also da, wo andere schon 1968 waren. Vielleicht waren sogar Eure Eltern damals deswegen auf der Strasse... Und nun werden auch allmaehlich, mit einer Verspaetung von gut 20 Jahren, ein paar Computerkids wach. Naja, besser spaet als gar nicht. Aber wundert Euch nicht, wenn Euch mit dem Schnee von gestern keiner recht ernst nehmen will. Guten Morgen, Ihr Blitzmerker!!! Andy Doch nun endlich der Gesetzestext: G10 Gesetz zur Beschraenkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses Gesetz zu Artikel 10 Grundgesetz Fassung: BGBl I 1968, 949 G10 @ 1 Fassung: 1989-06-08 (1) Zur Abwehr von drohenden Gefahren fuer die freiheitliche
demokratische Grundordnung oder den Bestand oder die Sicherheit des Bundes oder eines Landes einschliesslich der Sicherheit der in der Bundesrepublik Deutschland stationierten Truppen der nichtdeutschen Vertragsstaaten des Nordatlantikvertrages oder der im Land Berlin anwesenden Truppen einer der Drei Maechte sind die Verfassungsschutzbehoerden des Bundes und der Laender, das Amt fuer den militaerischen Abschirmdienst und der Bundesnachrichtendienst berechtigt, dem Brief-, Post- oder Fernmeldegeheimnis unterliegende Sendungen zu oeffnen und einzusehen sowie den Fernmeldeverkehr zu ueberwachen und aufzuzeichnen. (2) Die Deutsche Bundespost hat der berechtigten Stelle auf Anordnung Auskunft ueber den Postverkehr zu erteilen und Sendungen, die ihr zur Uebermittlung auf dem Postweg anvertraut sind, auszuhaendigen. Die Deutsche Bundespost und jeder andere Betreiber von Fernmeldeanlagen, die fuer den oeffentlichen Verkehr bestimmt sind, haben der berechtigten Stelle auf Anordnung Auskunft ueber den nach Wirksamwerden der Anordnung durchgefuehrten Fernmeldeverkehr zu erteilen, Sendungen, die ihnen zur Uebermittlung auf dem Fernmeldeweg anvertraut sind, auszuhaendigen sowie die Ueberwachung und Aufzeichnung des Fernmeldeverkehrs zu ermoeglichen. Sie haben fuer die Durchfuehrung der vorstehend genannten Anordnungen das erforderliche Personal bereitzuhalten, das gemaess @ 3 Abs. 2 Nr. 1 des Gesetzes ueber die Zusammenarbeit des Bundes und der Laender in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes ueberprueft und zum Zugang zu Verschlusssachen des jeweiligen Geheimhaltungsgrades ermaechtigt ist. G10 @ 2 Fassung: 1978-09-13 (1) Beschraenkungen nach @ 1 duerfen unter den dort bezeichneten Voraussetzungen angeordnet werden, wenn tatsaechliche Anhaltspunkte fuer den Verdacht bestehen, dass jemand 1. Straftaten des Friedensverrats oder des Hochverrats (@@ 80, 80a, 81, 82 und 83 des Strafgesetzbuches), 2. Straftaten der Gefaehrdung des demokratischen Rechtsstaates (@ 84, 85, 86, 87, 88, 89 des Strafgesetzbuches, @@ 20 Abs. 1 Nr. 1, 2, 3 und 4 des Vereinsgesetzes), 3. Straftaten des Landesverrats und der Gefaehrdung der aeusseren Sicherheit (@@ 94, 95, 96, 97a, 97b, 98, 99, 100, 100a des Strafgesetzbuches), 4. Straftaten gegen die Landesverteidigung (@@ 109e, 109f, 109g des Strafgesetzbuches), 5. Straftaten gegen die Sicherheit der in der Bundesrepublik Deutschland stationierten Truppen der nichtdeutschen Vertragsstaaten des Nordatlantik-Vertrages oder der im Land Berlin anwesenden Truppen einer der Drei Maechte (@@ 87, 89, 94, 95, 96, 98, 99, 100, 109e, 109f, 109g des Strafgesetzbuches in Verbindung mit Artikel 7 des Vierten Strafrechtsaenderungsgesetzes vom 11. Juni 1957 in der Fassung des Achten Strafrechtsaenderungsgesetzes), 6. Straftaten nach @ 129a des Strafgesetzbuches oder 7. Straftaten nach @ 47 Abs. 1 Nr. 7 des Auslaendergesetzes plant, begeht oder begangen hat. (2) Eine Anordnung nach Absatz 1 ist nur zulaessig, wenn die Erforschung des Sachverhalts auf andere Weise aussichtslos oder wesentlich erschwert waere. Sie darf sich nur gegen den Verdaechtigen oder gegen Personen
richten, von denen auf Grund bestimmter Tatsachen anzunehmen ist, dass sie fuer den Verdaechtigen bestimmte oder von ihm herruehrende Mitteilungen entgegennehmen oder weitergeben oder dass der Verdaechtige ihren Anschluss benutzt. G10 @ 3 Fassung: 1968-08-13 (1) Ausser in den Faellen des @ 2 duerfen Beschraenkungen nach @ 1 fuer Postund Fernmeldeverkehrsbeziehungen angeordnet werden, die der nach @ 5 zustaendige Bundesminister mit Zustimmung des Abgeordnetengremiums gemaess @ 9 bestimmt. Sie sind nur zulaessig zur Sammlung von Nachrichten ueber Sachverhalte, deren Kenntnis notwendig ist, um die Gefahr eines bewaffneten Angriffs auf die Bundesrepublik Deutschland rechtzeitig zu erkennen und einer solchen Gefahr zu begegnen. (2) Die durch Massnahmen nach Absatz 1 erlangten Kenntnisse und Unterlagen duerfen nicht zum Nachteil von Personen verwendet werden. Dies gilt nicht, wenn gegen die Person eine Beschraenkung nach @ 2 angeordnet ist oder wenn tatsaechliche Anhaltspunkte fuer den Verdacht bestehen, dass jemand eine der in @ 2 dieses Gesetzes oder eine andere in @ 138 des Strafgesetzbuches genannte Handlung plant, begeht oder begangen hat. G10 @ 4 Fassung: 1989-06-08 (1) Beschraenkungen nach @ 1 duerfen nur auf Antrag angeordnet werden. (2) Antragsberechtigt sind im Rahmen ihres Geschaeftsbereichs 1. in den Faellen des @ 2 a) das Bundesamt fuer Verfassungsschutz durch seinen Praesidenten oder dessen Stellvertreter, b) die Verfassungsschutzbehoerden der Laender durch ihre Leiter oder deren Stellvertreter, c) bei Handlungen gegen die Bundeswehr das Amt fuer den militaerischen Abschirmdienst durch seinen Leiter oder dessen Stellvertreter, d) bei Handlungen gegen den Bundesnachrichtendienst dieser durch seinen Praesidenten oder dessen Stellvertreter, 2. in den Faellen des @ 3 der Bundesnachrichtendienst durch seinen Praesidenten oder dessen Stellvertreter. (3) Der Antrag ist unter Angabe von Art, Umfang und Dauer der beantragten Beschraenkungsmassnahme schriftlich zu stellen und zu begruenden. Der Antragsteller hat darin darzulegen, dass die Erforschung des Sachverhalts auf andere Weise aussichtslos oder wesentlich erschwert waere. G10 @ 5 Fassung: 1989-06-08 (1) Zustaendig fuer die Anordnung nach @ 1 ist bei Antraegen der Verfassungsschutzbehoerden der Laender die zustaendige oberste Landesbehoerde, im uebrigen ein vom Bundeskanzler beauftragter Bundesminister. (2) Die Anordnung ergeht schriftlich; sie ist dem Antragsteller und der Deutschen Bundespost oder dem anderen Betreiber von Fernmeldeanlagen, die fuer den oeffentlichen Verkehr bestimmt sind, mitzuteilen. In ihr sind Art, Umfang und Dauer der Massnahme zu bestimmen und die zur Ueberwachung berechtigte Stelle anzugeben. (3) Die Anordnung ist auf hoechstens drei Monate zu befristen. Verlaengerungen um jeweils nicht mehr als drei weitere Monate sind auf
Antrag zulaessig, soweit die Voraussetzungen der Anordnung fortbestehen. (4) Das Bundesamt fuer Verfassungsschutz unterrichtet das jeweilige Landesamt fuer Verfassungsschutz ueber die in dessen Bereich getroffenen Beschraenkungsanordnungen. Die Landesaemter fuer Verfassungsschutz teilen dem Bundesamt fuer Verfassungsschutz die ihnen uebertragenen Beschraenkungsmassnahmen mit. (5) Beschraenkungsmassnahmen sind den Betroffenen nach ihrer Einstellung mitzuteilen, wenn eine Gefaehrdung des Zwecks der Beschraenkung ausgeschlossen werden kann. Laesst sich in diesem Zeitpunkt noch nicht abschliessend beurteilen, ob diese Voraussetzung vorliegt, ist die Mitteilung vorzunehmen, sobald eine Gefaehrdung des Zwecks der Beschraenkung ausgeschlossen werden kann. Einer Mitteilung bedarf es nicht, wenn diese Voraussetzung auch nach fuenf Jahren noch nicht eingetreten ist. Nach der Mitteilung steht den Betroffenen der Rechtsweg offen; @ 9 Abs. 6 findet keine Anwendung. G10 @ 6 Fassung: 1968-08-13 (1) In den Faellen des @ 2 muss die Anordnung denjenigen bezeichnen, gegen den sich die Beschraenkungsmassnahme richtet. (2) Soweit sich in diesen Faellen Massnahmen nach @ 1 auf Sendungen beziehen, sind sie nur hinsichtlich solcher Sendungen zulaessig, bei denen Tatsachen vorliegen, aus welchen zu schliessen ist, dass sie von dem, gegen den sich die Anordnung richtet, herruehren oder fuer ihn bestimmt sind. G10 @ 7 Fassung: 1989-06-08 (1) Die aus der Anordnung sich ergebenden Massnahmen nach @ 1 Abs. 1 sind unter Verantwortung der antragsberechtigten Stelle und unter Aufsicht eines Bediensteten vorzunehmen, der die Befaehigung zum Richteramt hat. (2) Liegen die Voraussetzungen der Anordnung nicht mehr vor oder sind die sich aus der Anordnung ergebenden Massnahmen nicht mehr erforderlich, so sind sie unverzueglich zu beenden. Die Beendigung ist der Stelle, die die Anordnung getroffen hat, und der Deutschen Bundespost oder dem anderen Betreiber von Fernmeldeanlagen, die fuer den oeffentlichen Verkehr bestimmt sind, mitzuteilen. (3) Die durch die Massnahmen erlangten Kenntnisse und Unterlagen duerfen nicht zur Erforschung und Verfolgung anderer als der in @ 2 genannten Handlungen benutzt werden, es sei denn, dass sich aus ihnen tatsaechliche Anhaltspunkte ergeben, dass jemand eine andere in @ 138 des Strafgesetzbuches genannte Straftat zu begehen vorhat, begeht oder begangen hat. (4) Sind die durch die Massnahmen erlangten Unterlagen ueber einen am Post- und Fernmeldeverkehr Beteiligten zu dem in Absatz 3 genannten Zweck nicht mehr erforderlich, so sind sie unter Aufsicht eines der in Absatz 1 genannten Bediensteten zu vernichten. Ueber die Vernichtung ist eine Niederschrift anzufertigen. G10 @ 8 Fassung: 1968-08-13 (1) Sendungen des Postverkehrs, die zur Oeffnung und Einsichtnahme der berechtigten Stelle ausgehaendigt worden sind, sind unverzueglich dem Postverkehr wieder zuzufuehren. Telegramme duerfen dem Postverkehr nicht
entzogen werden. Der zur Einsichtnahme berechtigten Stelle ist eine Abschrift des Telegramms zu uebergeben. (2) Die Vorschriften der Strafprozessordnung ueber die Beschlagnahme von Sendungen des Postverkehrs bleiben unberuehrt. G10 @ 9 Fassung: 1978-09-13 (1) Der nach @ 5 Abs. 1 fuer die Anordnung von Beschraenkungsmassnahmen zustaendige Bundesminister unterrichtet in Abstaenden von hoechstens sechs Monaten ein Gremium, das aus fuenf vom Bundestag bestimmten Abgeordneten besteht, ueber die Durchfuehrung dieses Gesetzes. (2) Der zustaendige Bundesminister unterrichtet monatlich eine Kommission ueber die von ihm angeordneten Beschraenkungsmassnahmen vor deren Vollzug. Bei Gefahr im Verzug kann er den Vollzug der Beschraenkungsmassnahmen auch bereits vor der Unterrichtung der Kommission anordnen. Die Kommission entscheidet von Amts wegen oder auf Grund von Beschwerden ueber die Zulaessigkeit und Notwendigkeit von Beschraenkungsmassnahmen. Anordnungen, die die Kommission fuer unzulaessig oder nicht notwendig erklaert, hat der zustaendige Bundesminister unverzueglich aufzuheben. (3) Der zustaendige Bundesminister unterrichtet monatlich die Kommission ueber von ihm vorgenommene Mitteilungen an Betroffene (@ 5 Abs. 5) oder ueber die Gruende, die einer Mitteilung entgegenstehen. In den Faellen des @ 5 Abs. 5 Satz 3 unterrichtet er die Kommission spaetestens fuenf Jahre nach Einstellung der Beschraenkungsmassnahmen ueber seine abschliessende Entscheidung. Haelt die Kommission eine Mitteilung fuer geboten, hat der zustaendige Bundesminister diese unverzueglich zu veranlassen. (4) Die Kommission besteht aus dem Vorsitzenden, der die Befaehigung zum Richteramt besitzen muss, und zwei Beisitzern. Die Mitglieder der Kommission sind in ihrer Amtsfuehrung unabhaengig und Weisungen nicht unterworfen. Sie werden von dem in Absatz 1 genannten Gremium nach Anhoerung der Bundesregierung fuer die Dauer einer Wahlperiode des Bundestages mit der Massgabe bestellt, dass ihre Amtszeit erst mit der Neubestimmung der Mitglieder der Kommission, spaetestens jedoch drei Monate nach Ablauf der Wahlperiode endet. Die Kommission gibt sich eine Geschaeftsordnung, die der Zustimmung des in Absatz 1 genannten Gremiums bedarf. Vor der Zustimmung ist die Bundesregierung zu hoeren. (5) Durch den Landesgesetzgeber wird die parlamentarische Kontrolle der nach @ 5 Abs.1 fuer die Anordnung von Beschraenkungsmassnahmen zustaendigen obersten Landesbehoerden und die Ueberpruefung der von ihnen angeordneten Beschraenkungsmassnahmen geregelt. (6) Im uebrigen ist gegen die Anordnung von Beschraenkungsmassnahmen und ihren Vollzug der Rechtsweg nicht zulaessig. G10 @ 10 Fassung: 1968-08-13 (1) Das Grundrecht des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10 des Grundgesetzes) wird durch dieses Gesetz eingeschraenkt. (2) Die auf Grund anderer Gesetze zulaessigen Beschraenkungen dieses Grundrechts bleiben unberuehrt. G10 @ 11 Fassung: 1968-08-13 Die nach diesem Gesetz berechtigten Stellen haben die Leistungen der Deutschen Bundespost abzugelten.
G10 @ 12 Fassung: 1989-06-08 (1) Das Grundrecht des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses (Artikel 10 des Grundgesetzes) wird durch dieses Gesetz eingeschraenkt. (2) Die auf Grund anderer Gesetze zulaessigen Beschraenkungen dieses Grundrechts bleiben unberuehrt. G10 @ 13 Fassung: 1989-06-08 Die nach diesem Gesetz berechtigten Stellen haben die Leistungen der Deutschen Bundespost oder anderer Betreiber von Fernmeldeanlagen, die fuer den oeffentlichen Verkehr bestimmt sind, abzugelten. G10 @ 14 Fassung: 1989-06-08 Artikel 2 und 3 dieses Gesetzes mit Ausnahme des Artikels 2 Nr. 2, @ 100a Nr. 1 Buchstaben b und d, gelten nach Massgabe des @ 13 Abs. 1 des Dritten Ueberleitungsgesetzes vom 4. Januar 1952 (Bundesgesetzbl. I S. 1) auch im Land Berlin. G10 @ 15 Fassung: 1989-06-08 Dieses Gesetz tritt mit Ausnahme des @ 9 Abs. 4, der am Tage nach der Verkuendung in Kraft tritt, am ersten Tag des auf die Verkuendung folgenden dritten Kalendermonats in Kraft. Das waren jetzt erstmal nur die G10-Gesetze. Jetzt noch die Aenderungen des Gesetzes uebe Fernmeldeanlagen. Quelle: Bundesgesetzblatt Nr. 25 14.6.1989 @ 1 (4) Jedemann ist berechtigt, Telekommunikationsdienstleistungen fuer andere ueber Fest- und Waehlverbindungen, die von der Deutschen Bundespost TELEKOM bereitgestellt werden, zu erbringen. Dies gilt nicht fuer das Betreiben von Fernmeldeanlangen, soweit es der Vermittlung von Sprache fuer andere dient; dieses Recht steht ausschliesslich dem Bund zu (Telefondienstmonopol). @ 1a (1) Betreiber von Fernmeldeanlagen, die Telekommunikationsdienstleistungen gemaess @ 1 Abs.4 fuer andere erbringen, muessen die Aufnahme des Betriebes sowie Aenderungen und Aufgabe desselben innerhalb eines Monats dem Bundesminister fuer Post und Telekommunikation schriftlich anzeigen. Der Bundesminister fuer Post und Telekommunikation veroeffentlich diese Anzeigen halbjaehrlich in seinem Amtsblatt. @ 25 Das ausschliessliche Recht des Bundes, einfache Endeinrichtungen des Telefondienstes zu errichten und zu betreiben, bleibt bis zum 1.7.1990 bestehen. @ 26 Betreiber von Fernmeldeanlagen, die Telekommunikationsdienstleistungen gemaess @ 1 Abs. 4 fuer andere am 1.7.1989 erbringen, muessen den Betrieb
bis zum 1.1.1990 beim Bundesminister fuer Post und Telekommunikation schriftlich anzeigen. --------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [03] G10 - Die Gesetze
[Chalisti] [03] G10: Mailboxen unter Kontrolle der Geheimdienste
G10: Mailboxen unter Kontrolle der Geheimdienste Die Telekommunikationsanbieter sollen zum verlaengerten Arm von Polizei und Geheimdiensten gemacht werden. Mit der Verabschiedung des Poststrukturgesetzes wurden - von der Oeffentlichkeit kaum bemerkt - die Ueberwachungsmoeglichkeiten durch Polizei und Geheimdienste bei Telekommunikationsdiensten erheblich erweitert. Zur Abwehr von drohenden Gefahren fuer die freiheitlich demokratische Grundordnung duerfen die Verfassungsschutzbehoerden (VS), der Militaerische Abschirmdienst (MAD) und der Bundesnachrichtendienst (BND) den Telekommunikationsverkehr ueberwachen und in beliebiger Form mit beliebigen Medien aufzeichnen und in beliebiger Form mit beliebigen Medien aufzeichnen (1). Dasselbe duerfen jetzt die Strafverfolgungsbehoerden im strafrechtlicher Ermillungen gem. Par. 100 a und 100 b StPO. Bislang durften der Fernmeldeverkehr nur auf Tontraeger aufgenommen werden. Damit sind die rechtlichen Voraussetzungen zur Anwendung jeder beliebigen Speicherungs- und Auswertungstechnik von Sprache und Daten durch die Geheimdienste und Strafverfolgungsbehoerden geschaffen worden. Diese Techniken sind fuer die effektivere Ueberwachung digitalisierter Netze, insbesondere der Kommunikation im ISDN fuer die Geheimdienste von besonderem Interesse. Bestimmte Ueberwachungsmethoden koennen eine neue Qualitaet erreichen. Bereits 1978 hat der Bundesnachrichtendienst einen bestimmten Prozentsatz des Post- und Fernmeldeverkehrs in die DDR mit folgendem Verfahren ueberwacht (2). Es werden regelmaessig computergesteuert Gespraeche mitgeschnitten, in denen bestimmte Begriffe oder Silben enthalten sind. Diese Auswertungen sind nach einem Urteil des BVerfG von 1985 (3) nur verfassungsmaessig, weil es sich gem. $ 3 G 10 um eine strategische Ueberwachung handele, die Sach- und nicht personenbezogen sei. Die Partner der Gespraeche blieben unbekannt, weil es im Fernsprechverkehr in der Regel technisch nicht moeglich sei, die Gespraechspartner zu identifizieren, wenn sie nicht selbst, was selten genug der Fall sei, sich im Verlauf des Gespraeches ueber ihre Identitaet aeussern (4), so das BVerfG. Im ISDN ist dies vermutlich nicht mehr der Fall, falls die Geheimdienste ihre Ueberwachungsmassnahmen in den Vermittlungstellen durchfuehren. Zumindest sind ueber das Gespraechsende die Vermittlungsdaten rekonstruierbar. Die Gespraechspartner lassen sich ueber die Verbindungsdaten in den Vermittlungstellen identifizieren. Die strategische Ueberwachung gem. $ 3 G 10 waere im ISDN personenbeziehbar. Mit den neuen Dienstleistungsangeboten wie TEMEX, Mailboxen, Pressedienste, elektronischen Bestellungen usw. auf der einen Seite und der Speicherung der Verbindungsdaten im Netz selbst durch die Post auf der anderen Seite, entstehen fuer automatisierte Ueberwachungsverfahren ganz neue Moeglichkeiten.
Zudem muss jeder Telekommunikationsanbieter jetzt fuer die Geheimdienste taetig werden. Auf Anordnung des Innenminsters oder der zustaendigen Laenderbehoerden muessen Telekommunikationsanbieter den Geheimdiensten und Strafverfolgungsbehoerden Auskunft ueber den durchgefuehrten Fernmelde- und Datenverkehr erteilen, Sendungen die ihnen zur Uebermittlung auf Telekommunikationsnetzen anvertraut worden sind, aushaendigen und die Ueberwachung und Aufzeichnung des Telekommunikationsverkehrs ermoeglichen (5). Fuer die Durchfuehrung muss jeder Telekommunikationsanbieter derartiger Massnahmen Personal bereithalten, dass nach den Bestimmungen des Gesetzes ueber die Zusammenarbeit des Bundes und der Laender in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes vom Verfassungschutz ueberprueft ist und zum Zugang zu Verschlussachen des jeweiligen Geheimhaltungsgrades ermaechtigt ist (6). Damit muss jeder Telekommunikationsanbieter (z.B. Mailboxbetreiber) dem Verfassungsschutz mindestens eine Person zu nennen, die vom Verfassungsschutz sicherheitsueberprueft wird und aufgrund dieser Ueberpruefung die Berechtigung zum Zugang zu Verschlussachen hat. Wer derartiges Personal nicht bereitstellt, kann mit einer Geldbusse bis zu 30.000,- DM bestraft werden (7). Jeder Telekommunikationsanbieter ist verpflichtet, dem Verfassungschutz MitarbeiterInnen zu nennen, die dieser im Rahmen einer Sicherheitsueberpruefung ausschnueffeln darf und die fuer die Ueberwachungsmassnahmen der Geheimdienste zur Verfuegung stehen. Bei Anbietern, die Telekommunikationsdienstleistungen alleine oder zu zweit anbieten, kommt dies einer generellen Sicherheitsueberpruefung von Telekommunikationsanbietern durch den Verfassungschutz gleich. Zudem koennen die zustaendigen Stellen natuerlich jederzeit die Ueberwachungsmassnahmen mit eigenen Mitarbeitern durchfuehren. Nach dieser Aenderung des G 10 muss jeder Telekommunikationsanbieter und jeder Nutzer damit rechnen, dass die Geheimdienste auch rueckwirkend sowohl die Herausgabe von Daten ueber Verbindungen, als auch den Inhalt z.B. von elektronischen Faechern in Mailboxen, verlangen koennen. Massgeblich fuer die rueckwirkende Herausgabe, ist der Zeitpunkt der Anordnung. Sie ergeht schriftlich und ist dem Telekommunikationsanbieter mitzuteilen. Sie sollte sich jeder Betroffene vorlegen lassen. Andernfalls ist weder Herausgabe noch Ueberwachung zulaessig. Weiterhin muss jeder Telekommunikationsanbieter Ueberwachungsmassnahmen fuer die Zukunft bei Vorliegen einer Anordnung dulden. Diese ist auf hoechstens drei Monate befristet und darf jeweils nur um drei Monate verlaengert werden, falls die Vorraussetzungen der Anordnung fortbestehen. Die vom Gesetz intendierten Ueberwachungsmassnahmen richten sich dabei nicht primaer gegen den Telekommunikationsanbieter, sondern gegen die Nutzer der Telekommunikationsdienste. Der Telekommunikationsanbieter wird im Falle von Ueberwachungsmaanahmen einer besonderen Schweigepflicht unterworfen (8). Teilt er einem anderen die Tatsache der Ueberwachung mit, so kann mit Freiheitstrafe bis zu zwei Jahren bestraft werden. Ein zynischer Wermutstropfen: Die Geheimdienste bezahlen alle Leistungen, die fuer sie im Rahmen von 8 $ 10 Abs.1 G 10. 9 $ 13 G 10. Jochen Riess / Institut fuer Informatios- und Kommunikationsoekologie Uni Bremen/Prof. Kubiczek --------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [03] G10: Mailboxen unter Kontrolle der Geheimdienste
[Chalisti] [03] G10: Mik Magazin schreibt dazu ...
G10: Mik Magazin schreibt dazu ... Hamburg/Bonn (emp/mik) - Die im Zuge der Postreform auf private Betreiber von Vermittlungseinrichtungen ausgedehnten Beschraenkungen des Fernmeldegeheimnisses gelten nach Auskunft des Bundespostministeriums nicht fuer Mailbox-Systeme. Dies teilte das Ministerium der Oberpostdirektion Bremen auf Anfrage mit, nachdem verschiedene Bremer Mailbox-Betreiber ihr zustaendiges Fernmeldeamt ueber die neue Rechtslage befragt hatten. Nach der Neufassung des Gesetzes zur Beschraenkung des Fernmeldegeheimnisses, die seit dem 1. Juli 1989 gilt, ist nicht nur die Deutsche Bundespost, sondern auch jeder andere Betreiber oeffentlicher Vermittlungseinrichtungen gesetzlich verpflichtet, den staatlichen Sicherheitsorganen die ihm anvertrauten Briefsendungen auszuhaendigen und die Ueberwachung des Fernmeldeverkehrs zuzulassen. Private Kommunikations-Dienstleister muessen zudem Mitarbeiter benennen, die mit den Sicherheitsbehoerden zusammenarbeiten und Verschlusssachen auf Anordnungen aushaendigen. Nach allem was man weiss, so das Ministerium, fallen die Mailboxen nicht unter die Anmeldepflicht. Man habe weder Formulare fuer Mailboxen, noch gehe man davon aus, dass man die vielen Mailbox-Systeme ueberhaupt verwaltungstechnisch registrieren koennte - selbst wenn man wollte. Ferner sei der Begriff "Fernmeldeanlage" im Gesetz technisch und formal zu verstehen. Gemeint seien Vermittlungseinrichtungen. Zwar fallen Mailboxen auch unter Fernmeldeanlagen oder Fernmeldedienstleistungen, nicht aber unter den technischen Begriff der "Vermittlungseinrichtung". Dies gelte auch fuer vernetzte Mailbox-Systeme. Sollte sich an dieser Interpretation etwas aendern, werde das Ministerium darueber umgehend informieren. Nach dem Gesetz droht dem Betreiber einer Vermittlungseinrichtung ein Bussgeld bis zu dreissigtausend Mark, wenn er sich weigert, mit Geheimdiensten und staatlichen Sicherheitsbehoerden zusammenzuarbeiten. Als Weigerung wird angesehen, wenn Sendungen nicht aushaendigt oder das Ueberwachen%Uedes Fernmeldeverkehrs nicht ermoeglicht werden. Gleiches gilt fuer Betreiber, die keine Mitarbeiter stellen, die mit staatlichen Geheimdiensten zusammenarbeiten. Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe werden dem angedroht, der eine angeordnete Ueberwachung des Fernmeldeverkehrs anderen mitteilt.
Als "masslose Selbstueberschaetzung" bezeichneten Bonner Rechtsexperten die Auffassung politischer Beobachter, die in der Neufassung des Gesetzes einen gezielten Seitenhieb auf den EMail-Bereich oder gar einzelne Nutzergruppen wie Umweltschuetzer oder linke Gruppen sehen wollen. In diesem Sinne hatte die Illustrierte Stern das Thema aufgegriffen. Das Blatt sprach von "Spitzeln in der Mailbox" und einer Reaktion bundesdeutscher Geheimdienste, denen die Mailbox-Szene "schon lange ein Dorn im Auge" gewesen sei. Wie das Bundespostministerium auf Anfrage erklaerte, sei die Ausdehnung der Ueberwachungsmoeglichkeiten auf private Betreiber eine Konsequenz der Poststrukturreform. Ohne die Neufassung waere eine Situation entstanden, bei der nur die Deutsche Bundespost zur Offenlegung der Daten gegenueber Geheimdiensten verpflichtet waere. In einer von der GeoNet Mailbox Services GmbH Haunetal in Auftrag gegebenen Kurz-Analyse der neuen Bestimmungen heisst es unter anderem, dass die Verfasser des Gesetzes irrigerweise davon ausgegangen seien, dass kuenftig nur grosse, institutionalisierte Anbieter in Konkurrenz zur Bundespost treten wuerden. Dies beweise insbesondere die Tatsache, "dass das Nichtvorhalten ueberprueften Personals mit einer nicht unbetraechtlichen Geldstrafe bedroht wird". Darueber hinaus sei es kaum gelungen, eine geeignete Definition anzubieten, welche tatsaechlich alle Dienstleitungstypen abdecke. So koenne man das Gesetz auch so auslegen, dass Stand-Alone-Mailbox-Systeme nicht unter diese Vorschrift subsumiert werden koennen. Dies alles aendere jedoch nichts daran, dass die E-Mail-Branche mit diesem Gesetz zu leben habe. Im Sinne der Benutzer sei es deshalb sinnvoll, Nachrichten kuenftig verschluesselt abzuspeichern, wodurch sich auch eine Reihe datenschutzrechtlicher Probleme elegant loesen liessen. E-Mail-Press/MIK Magazin --------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [03] G10: Mik Magazin schreibt dazu ...
[Chalisti] [03] Parteien und Behoerden zum G-10
Parteien und Behoerden zum G-10 Im Zuge der Aenderung der Neustrukturierung des Post- und Fernmeldewesens wurde auch der Artikel 10 des Grundgesetzes und der 100a, 100b der Strafprozessordnung geaendert. Hier ein Auszug aus dem Bericht des Bundestagsausschusses fuer das Postund Fernmeldewesen (Bundestagsdrucksache 11/4316): "Die stuermische technologische Entwicklung mit einem immer schneller wachsenden Bedarf an innovativen Kommunikationsdiensten macht eine Reform des Post- und Fernmeldewesens und der Deutschen Bundespost erforderlich, weil die heutigen institutionellen und ordnungspolitischen Strukturen den zukuenftigen Anforderungen nicht mehr in ausreichendem Masse gerecht werden." So hat denn der Ausschuss maechtig viel gearbeitet. Die GRUENEN, die gegen eine Aenderung sind, haben sich an den Beratungen nicht beteiligt. Die SPD hat zwar "grundsaetzlich einen Regelungsbedarf anerkannt, jedoch erhebliche Bedenken gegen das vorliegende Gesetzgebungsverfahren, in dem ohne gruendliche Parlamentarische Beratung die gesetzliche zulaessigen Ueberwachungsmassnahmen auf jegliche Art des Fernmeldeverkehrs erstreckt werden sollen, geltend gemacht." (Auszug aus einem Schreiben von Arne Boernsen, Obmann der SPD). Die Regierungskoalitionsparteien meinen, dass der Satelitenfunk, das geplante europaische Mobilfunknetz D und andere Mobile Funknetze, in denen neben der Deutschen Bundespost weitere Private Anbieter zugelassen sind "sich generell zur konspirativen Kommunkation von Personen, die Straftaten nach 2 Abs.1 des G-10 planen behen oder begangen haben" eignet. (Bundestagsdrucksache 11/4316 S. 79) Herausgekommen ist u.a. folgendes: "Das Gesetz zur Beschraenkung des Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnisses wird wie folgt geaendert: Artikel 1 1 Abs. 2 Die Deutsche Bundespost hat der berechtigten Stelle auf Anordnung Auskunft ueber den Postverkehr zu erteilen und Sendungen, die ihr zur Uebermittlung auf dem Postwege anvertraut sind, auszuhaendigen. Die Deutsche Bundespost und jeder andere Betreiber von Fernmeldeanlagen, die fuer den oeffentlichen Verkehr bestimmt sind, haben der berechtigten Stelle auf Anordnung Auskunft ueber den nach Wirksamwerden der Anordnung durchgefuehrten Fernmeldeverkehr zu erteilen, Sendungen, die ihnen zur Uebermittlung auf dem Fernmeldeweg anvertraut sind, auszuhaendigen sowie
die Ueberwachung und Aufzeichnung des Fernmeldeverkehrs zu ermoeglichen. Sie haben fuer die Durchfuehrung der vorstehend genannten Anordnungen das erforderliche Personal bereituzhalten, das gemaess @3 Abs.2 Nr.1 des Gesetzes ueber die Zusammenarbeit des Bundes und der Laender in Angelegenheiten des Verfassungsschutzes ueberprueft und zum Zugang zu Verschlussachen des jeweiligen Geheimhaltungsgrades ermaechtigt ist." Bei der Abstimmung ueber die Gesetzesaenderungen gab es nur Ja-Stimmen von den Ausschussmitgliedern, die den Koalitionsparteien angehoeren, die SPDAbgeordneten enthielten sich der Stimme, die GRUENEN stimmten nicht mit. Arne Boernsen begruendete in seinem Brief das Verhalten der Genossen so: "Wir halten es auch fuer unverhaeltnismaessig und unpraktikabel, das bei der Durchfuehrung von Ueberwachungsmassnahmen eingesetzte Personal der privaten Diensteanbieter einer Sicherheitsueberpruefung zu unterziehen. Die Bundesregierung hat erklaert, dass nach ihrer Auffasssung schon heute jegliche Art des Fernmeldeverkehrs einer Ueberwachungsmassnahme zugaenglich sei; auch das Verfahren, private Diensteanbieter einer Sicherheitsueberpruefung zu unterzeihen, halte sie fuer praktikabel, dies sei zum Teil schon heute der Fall; die technischen Ueberwachungsmassnahmen seien durchfuehrbar, da sie in den Vermittlungsstellen der Deutschen Bundespost bzw den von privaten Diensteanbietern errichteten Netzknoten ansetzen wuerden." Bei einem Gespraech mit Gerhard Enoch, dem Referenten der SPD in diesem Ausschuss, kam das heraus, was man schon vermuten konnte. An Mailboxen und andere moegliche Kommunikationsformen ist bei der Aenderung des Gesetzes gar nicht gedacht worden. Laut Enoch wurde von den Regierungsparteien in der Regel das Mobile Funknetz D als Beispiel angebracht. Fallen nun Mailboxen unter unter das geaenderte Gesetz ? Um das herauszufinden, habe ich zuerst mal ganz unbedarft bei der Pressestelle des Fernmeldeamtes Oldenburg nachgefragt. Herr von Deetzen meinte, dass ALLE Telekommunikationseinrichtungen, die an das Fernmeldenetz in welcher Form auch immer angeschlossen sind, selbstverstaendlich darunter fallen. Also auch Mailboxen? So explizit wollte Herr von Deetzen nicht antworten, sondern verwies mich an die juristische Abteilung der Oberpostdirektion in Bremen. Hier wurde mir erklaert (der Name des Herrn ist mir entfallen), dass diese Frage politischer Natur sei und dass man sie in Bremen auch nicht so genau beantworten koenne. Ich moege mich doch -bitte schoen- an das Bundespostministerium in Bonn wenden. In der Pressestelle des Bundesministeriums fuer Post und Telekommunikation erklaerte mir Herr Bruchmueller, dass wenn private Anbieter - auch Mailboxbetreiber - anderen (Benutzern) ihre Dienste kommerziell anbieten, fallen sie unter das G-10. Denn, so Bruchmueller, Zugang zu einer Mailbox hat ein Benutzer nur mittels eines Passwortes. Meinen Einwand, es gaebe
durchaus auch Mailboxen, wo ein Gastaccount moeglich ist, lies er nicht gelten. Dies sei lediglich eine ganz seltene Ausnahme, meinte er. Ich hielt meine Frage immer noch nicht fuer beantwortet und wandte mich an den Innenausschuss im Bundestag. Der Fachreferent der SPD, Herr Moron, konnte mir keine Auskunft geben, fand die Frage aber hoechst interessant. Im Uebrigen waere das doch alles nicht so schlimm, schliesslich wuerde das G-10 Gremium im Jahr ueber 10 bis 15 Faelle entscheiden und das seien ja nicht so viele. Alles Weitere moege ich doch -bitte schoen- mit dem Referenten des Ausschusses fuer das Post- und Fernmeldewesen, Herrn Enoch besprechen. Ansonsten koenne er mir nur noch empfehlen, mich an den Bundesinnenminister schriftlich zu wenden, er macht mich aber darauf aufmerksam, dass eine Antwort bis zu 3-4 Monaten auf sich warten lassen koennte. Alle von mir angesprochenen Herren (!) hatten eines gemeinsam: "Mailbox? Was ist das denn? ... Ach so, Computer! ... "Also wissense junge Frau, da haben Sie ja doch keine Ahnung von, und dass wir noch viel weniger davon wissen, werden Sie schon nicht merken." Uta Wilms --------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [03] Parteien und Behoerden zum G-10
[Chalisti] [03] G10 - Nur neu aufgewaermt ?
G10 - Nur neu aufgewaermt ? So. Nachdem man jetzt mal die Meinung verschiedener Leute, Behoerden, Parteien, etc gelesen hat kommt jetzt nochmal meine persoenliche Meinung zu dem Thema. Waehrend der Materialsammlung zum Thema 'G10' sind doch einige Ungereimtheiten aufgetaucht. Auch der Vorwurf, dass man jetzt ein Thema hochkocht, welches schon vor 20 Jahres ausdiskutiert wurde kam. Warum macht man sich jetzt ploetzlich jetzt wieder Gedanken um die G10-Gesetze. Nur weil es Aenderungen gab ? Angefangen hat alles mit der Frage, ob sich Mailboxbetreiber bei Black Penny nun anmelden muessen oder nicht. Eine Antwort koennen wir jetzt immer noch nicht geben. Bis vor 4 Tagen war ich der Meinung: Sie muessen nicht. Diese Aussage kam vom FA Oldenburg nach Rueckfrage bei der OPD Bremen und dem BMPT. Wenn man auf diesem Wege anfragt, bleibt die Antwort auch immer gleich: Mailboxen - ob vernetzt oder nicht - brauchen nicht angemeldet werden. Die selbe Frage an das Pressereferrat des BMPT (Bundesministerium fuer Post und Telekommunikation) gestellt, hat zur Folge das man erfaehrt, dass natuerlich auch Mailboxen sich anmelden muessen. Was ist der Grund fuer diese Verwirrung ? Anscheinend sind sich weder das BMPT, noch die Parteien im klaren, welche Kommunikationslandschaft sich entwickelt hat. Die Regierung hat mit dem Verweiss auf den Mobilfunk die Aenderungen eingebracht. Anscheinend ist man in der Regierung - aber auch bei der SPD - der Meinung, dass jedes Netz aehnlich organisiert sein muss, wie die Post - naemlich zentralistisch. Bestaerkt durch die Tatsache, dass dies bei Netzen wie DFN oder beim schon erwaehnten Mobilfunk dieses auch gilt machte man sich nicht die Muehe mal in die Welt zu sehen. Das Pressereferat des BMPT behauptet: Eine Mailbox = System wo man Nachrichten empfangen und versenden kann. Damit faellt es unter das G10. Es gibt natuerlich auch Mailboxen, die wie eine 'Zeitung' mit Brettern organisiert sind, aber das ist selten. Solche fallen natuerlich nicht unter das G10. Tatsache ist: Mailboxen bieten in der Regel BEIDE Dienste an. Schon haeufig wurden auf Mailboxen das Presserecht angewendet. Unter diesem Gesichtspunkt wuerde eine Ueberwachung sicher unmoeglich sein. Man stelle sich eine ueberwachte Readktion vor. Auch haben Mailboxen in der BRD schon lange keinen Seltenheitswert mehr. Selbst wenn man diese Dinge ausser acht laesst: Wenn man tatsaechlich eine Person ueberwachen will - sollen dann ALLE Mailboxen, wo dieser Benutzer eingetragen ist ueberwacht werden ? Die Regierung geht davon aus, dass es eine zentrale Vermittlungsstelle gibt, wo alle Nachrichten weitergeleitet werden.
An dieser Stelle sollte dann die Ueberwachung angesetzt werden - eben wie in der Vergangenheit bei dem Abhoeren von Leitungen in den Vermittlungszentren der alten Post. In einem Mailboxnetz sind die einzelnen Knotenrechner in der Regel gleichberechtigt. Haben da die Politiker wiedermal an der Realitaet vorbeigedacht ? Wie sieht es ueberhaupt mit den Universitaeten aus. Muessen diese sich anmelden ? Eine Nachfrage an der Uni Oldenburg hat nur gebracht, dass dort keinerlei Aufforderung zu einer Anmeldung eingegangen ist. Derzeit geht man davon aus, dass die zentralen Verwaltungsstellen fuer die Netze wie z.B. DFN, GMD, etc diese Anmeldung vornehmen werden. Wenn sich diese Regel bewahrheiten sollte, dann werden wohl demnaechst auch die Vereine die fuer Zerberus und Subnet verantwortlich sind - bzw. formal nach aussen so dastehen - diese Netze anmelden muessen. Derzeit kann man nur einen Rat geben: Weiter abwarten. Wer aber seine Mailbox umbedingt anmelden will, sollte das Gesetzt auch woertlich nehmen. Nach @26 muessen die Telekommunikationseinrichtungen bei Black Penny angemeldet werden. Also: Brief per Einschreiben und Rueckmeldung an Minister Schwarz Schilling direkt. Es bleiben: Viele Fragen - Kopfschuetteln ueber die Realitaetferne in Bonn, und das weiterarbeiten an Codiermechanismen: Fuer alle Faelle. Ein Kommentar noch zum Abstimmungsverhalten der SPD und der Gruenen waehrend der Beratung zu den Gesetzesaendeungen: Von einer Partei sollte man eigentlich erwarten, dass sie - im Gegensatz zu vielem Buergern - eine Meinung haben bzw. sich eine bilden. Man sollte diese Meinung aeussern: Entweder ist man fuer oder gegen ein Gesetz. Das kann man respektieren. Keine Meinung zu haben bzw. wie in diesem Fall sich der Stimme enthalten ist keine Moeglichkeit, die einer Partei gut steht. Terra --------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [03] G10 - Nur neu aufgewaermt ?
[Chalisti] [03] Verschluesseln mit Schwerpunkt DES
Verschluesseln mit Schwerpunkt DES DES steht fuer Data Encryption Standard und stellt eine Art Daten zu verschluesseln dar. Der DES beinhaltet den DEA Data Encryption Algorithm. Das Ganze wurde 1976-1977 von IBM entwickelt, und 1977 als US-Verschluesselungsstandard genormt. Zuerst entstand in unabhaengiger Arbeit der sogenannte Lucifer-Algorithmus, der eine Schluessellaenge von 128 Bits verwendete. Danach schaltete sich die NSA National Security Agency ein. Sie fuehrte zusammen mit IBM die Tests ueber die Sicherheit von DES durch, waehrend derer die Schluessellaenge auf 56 Bit gekuerzt wurde. Berichte, was die Tests ergeben haben, sind wie die Auswahlkriterien gewisser Interna des DEA unter Verschluss. Es existieren aber inzwischen einige unabhaengige Studien, z.T. auf theoretischer Ebene. WARUM VERSCHLUESSELN ? Zuerst mal generell: Wieso wird verschluesselt ? Naja konkret um andere 'Leute' davon abzuhalten, ihre Nase in Dinge zu stecken, die sie 'meiner' Meinung nach nix angehen. Das koennten Rechnungen, Datenbanken, Finanzbuchhaltungen sein. Oder Programme, die man vor der Einsicht anderer schuetzen will, und die sich dann zur Laufzeit selbst 'decodieren' Oder irgendwelche persoenlichen elektronische Briefe. Natuerlich hat die Verschluessleung auch gewisse Nachteile. Wenn man naemlich den Schluessel vergisst, ist die Information so gut wie weggeworfen... Ein Rueckblick und Varianten zu DES Die ersten detaillierten Informationen zu 'Verschluesselng' (im Gegensatz zu den 'Geheimsprachen' von Priestern und Schamanen ist uns von den Spartanern (400 v.Chr) ueberliefert. Da wurde von Heerfuehrern, die unter einander geheime Nachrichten austauschen wollten ein schmaler Streifen Pergament um einen Stab gewickelt und dann beschriftet. Der Bote kannte diesen Trick nicht, und jemand der diese Botschaft entschluesseln wollte, wusste also nicht, wie er die Buchstaben zu sinnvollen Worten machen sollte. Ein Verfahren das bis anhin noch in verschiedenen Varianten verwendet wird, schreibt man Julius Caesar zu. Er ersetzte jeden Buchstabe des Alphabeths durch einen anderen, und legte so regelrechte Uebersetzungs-Tafeln und -'Buecher' an. Das geht so, dass zum Beispiel die Nachricht BRVTVS IST BOES zu CSWVWT KTV CPFT wird. Hier, bei dieser 'Uebersetzungstabelle' entspricht ein B einem C ein I einem K ein V einem W etc. (das koennte man zwar auch nur als eine einfache Verschiebung auffassen, aber schliesslich hab ich das ja im Kopf gemacht :-) Heute werden beim Militaer bei Sprechfunkverbindungen jeweils Buchstaben resp. Silben oder haeufige Woerter durch Zahlen oder andere Woerter ersetzt. Schwaechen sind bei diesen (einfachen) Verfahren natuerlich vorhanden: Beim
Tauschen von Buchstaben und sogar Buchstabenpaaren nach jeweils einer Tabelle bleiben die Haeufigkeiten von Buchstaben erhalten; das heisst mit etwas Geschick und Kenntniss der Sprache, in der die Botschaft geschrieben wurde, ist das Entschluesseln ohne grosse Muehe moeglich. Es gibt fuer die Crypto-Analysis inzw. grosse 'Standard'-Werke die die Haeufigkeiten von Buchstaben, Buchstabenpaaren, Silben und Phonemen in vielen Sprachen zur Verfuegung stellen. In dieser Art der Verschluesselung ist man noch viel weiter gegangen. Man kann einen Text anhand mehrer Tabellen Verschluesseln. Also ueber mehrere Stufen nacheinander (z.B. ein B wird zuerst zu einem C und in einem zweiten Durchgang zu einem F), was alleine noch nicht viel bringt (zwei Ersetz-Tabellen lassen sich ja leicht auf eine zusammenfassen), aber wenn nach jedem verschluesseltem Zeichen eines Textes fuer das naechste Zeichen ein anderer Schluessel (sprich eine andere Tabelle) genommen wird, steigt die Sicherheit enorm! Je mehr verschiedene (unabhaengige) Schluessel man nacheinander verwendet, um jeweils einen Teil (Buchstaben pro Buchstaben) des Textes zu verschluesseln, desto groesser wird die Sicherheit, da nicht mal mehr Wiederholungen von Buchstabenkombinationen auftreten koennen. (Jedes Buch zur Cryptanalysis kann dazu viel mehr erzaehlen :-) Vielleicht doch noch zwei Beispiele zu diesen Ersetztabellen: Zuerst der heisse Draht zw. Washington und Moskau: (eine Telex-Verbindung, wie viele nicht wissen) Beim Verschicken von Meldungen von einem Ort zum andern: Jeder Buchstabe der Meldung wird nach einer anderen Tabelle verschluesselt. Es werden also jedesmal soviele Tabellen verwendet, wie der Text Zeichen hat. Das ist der einzige absolut sichere Schluessel, den man bis jetzt kennt, der nicht zu 'knacken' ist. ENIGMA: (ein den Deutschen wohl bekannter Name fuer eine der gelungensten Chiffriermaschinen) Die ENIGMA besteht aus mehreren Scheiben die auf beiden Seiten kreisfoermig angeordnete Kontakte enthalten. Diese Kontakte sind im Innern keuz und quer verbunden, so dass eine Scheibe eine Substitutionstabelle darstellt. Wird nun ein Buchstabe in die ENIGMA getippt, so gelangt er an die Aussenseite der ersten Scheibe. Dieses Signal kommt nun auf der anderen Seite der Scheibe an einem anderen Ort 'heraus' und gelangt auf die gleiche Art durch zwei weitere Scheiben. Dort sind die Kontakte ueber Steckverbindungen verknuepft, und das Signal wandert auf einem anderen Weg durch die gleichen drei Scheiben zurueck. Wieder auf Vorderseite angekommen, wird es dann an einem Laempchen angezeigt, und der Chiffreur erhaelt so der zu seiner gedrueckten Taste den korrespondierenden Schluesselbuchstaben. Allerdings werden nach jedem Tastendruck die Scheiben verdreht... Es handelt sich also um eine Verschluesselung mit einer maximalen Schluessellaenge von 17576 Zeichen (26^3). "Dummerweise" hatte die ENIGMA ein paar konstruktions- und gebrauchsbedingte Schwaechen, so dass den Englaendern dann eine Entschluesselung in weniger als 42000 Jahren (wie sie von den Deutschen zur Entschluesselung eines Textes veranschlagt wurden) gelang. Heute wichtige Verschluesselungsverfahren werden normalerweise auf Computern angewendet, einfach weil die Maschinen schneller sind als Menschen. Logo. In Diskussion stehen die Verfahren DES, FEAL und RSA. DES wird weiter unten ausfuehrlich beschrieben, FEAL ist eine stark abgespeckte Version von DES, die nichts desto trotz als aehnlich Sicher betrachtet wird. Ziel einer Verschluesselung dieser Art ist einfach, als Output einen Bitstrom zu erzeugen, der von einem zufaellig erzeugten Bitstrom nicht unterschieden
werden kann. DES und FEAL scheinen das sehr gut zu erreichen. Der Unterschied von DES zu RSA ist folgender: - RSA bereibt zur Verschluesselung einen viel hoeheren Rechenaufwand! (Faktor 1000 ist noch untertrieben) - RSA benutzt oeffentliche Schluessel. Das ist ein grosser Vorteil: Man kann denjenigen die einem etwas schicken wollen einfach ein paar Schluessel zur Auswahl geben, und die Verschluesseln ihren Text damit. Das hat den grossen Vorteil gegenueber DES etc. dass der Schluessel nicht geheimgehalten werden muss. Wie RSA (Inverser Schluessel - Rivest, Shamir & Adlemann) funktioniert will ich nur ganz kurz dem Prinzip nach erklaeren. Der oeffentliche Schluessel besteht zur Hauptsache aus zwei GROSSEN (200 Stellen und mehr) Primzahlen die miteinander multipliziert werden. Will jemand einen Text entschluesseln, muss er dazu rausfinden, wie diese zwei Primzahlen lauten. Stichwort: Faktorisierung einer Zahl. Und das das rechenaufwenig ist, wird jeder leicht einsehen. Ein verschluesselter Text muss heutzutage nicht 'auf Ewig' geheim bleiben: Wenn jemand zum Entschluesseln nun mit den besten Rechnern zwei Wochen braucht, und man will nur einem guteen Kollgen die Lottozahlen von naechster Woche mitteilen, dann reicht die Sicherheit des verwendeten Algorithmus sicher... (na, zumindest in den meisten Faellen, bei den Lottozahlen wuerde wohl auch noch nach zwei Wochen ein Staatsanwalt aktiv :-) Wie funktioniert DES (DEA-Kernroutinen) Wichtig zum Verstanedniss des DEA ist nur der eigentliche Kernalgorithmus, der jeweils 64-Bit-Blocke verschluesselt. Wie diese 64-Bit-Bloecke dann weiterhin behandelt und evt. verknuepft werden, lasse ich hier ausser acht. Es wird ein 56-Bit Schluessel und 64 Bit Daten gegeben, daraus entstehen 64 Bit Schluesseltext. Der gleiche Input erzeugt in der Kernroutine immer den gleichen Output. DES verwendet einige Tabellen mit standardisiertem Namen. Sourcen fuer DES sind z.T als PD auf *nix-Systemen sowie VMS und VM/CMS sowie IBM's, Amigas und ST's vorhanden. (Beim Autor dieses Textes sind C-Sourcen fuer Unix,VMS,Atari,Amiga erhaeltlich) Ablauf des DES-Algorithmus: Der DEA teilt sich in zwei Teile. Zuerst wird nach dem folgenden Verfahren aus einem Input von 56 Bit ein DEA-interner Schluessel mit der Laenge 768 Bit generiert. Wer den DES etwas sicherer machen will, kann das ganz einfach ueber einen kleinen Trick erreichen. Er lasst dieses Expandieren des 56-BitSchluessel-Inputs einfach aus, und gibt direkt einen zufaelligen! 768-BitSchluessel vor. Das erhoeht statistisch gesehen die Sicherheit des DES um einen Faktor 2^(768-56). Aber lassen wir diese 'Details' einfach mal auf der Seite... Aus einem 56-Bit-Schluessel (Das nierderwertigste Bit jedes Schluesselbytes geht verloren (-> 8 Bytes), respektive wird mit dem obersten Bit verknuepft (SUN-Implementation)) werden 16 Unterschluessel gebildet, die je eine Laenge von 48 Bit haben. Das beginnt, indem der 64-Bit-Block des Schluessels durch die Funktion pc1
durchgeschleust wird. Dabei bleiben von den urspruenglichen 64 Bit nur 56 uebrig, die in zwei Unterschluessel C0 und D0 verteilt werden. Kleines Beispiel :-) ----------------------------------------------------------------| Bit 1 | Bit 2 | Bit 3 | Bit 4 | Bit 5 | Bit 6 | Bit 7 | Bit 8 | ----------------------------------------------------------------| V ------------------------------------------------| Bit 3 | Bit 1 | Bit 7 | | Bit 6 | Bit 2 | Bit 5 | ------------------------------------------------C0 D0 Man sieht n paar Bits gehen verloren, der Rest wird wild vertauscht und zu zwei Bloecken aufgetrennt. (56 Bit des Schluessels werden einfach nach einer Tabelle an eine andere Stelle gebracht. So wird Bit 57 des Original-Schluessels zum Bit 1 von C0, Bit 4 des Schluessels zum letzten (28-sten) Bit von D0) Mit Hilfe dieser 2 Unterschluessel werden nun die 16 Schluessel K1 bis K16 erzeugt, indem C0 und D0 jeweils um 1 oder 2 Bit nach links rotiert werden, und dann aus diesen 56 Bit mit Hilfe der Tabelle pc2 48 Bit selektiert werden. Diese Bits bilden den Schluessel Ki. Also nochmal ausfuehrlich: Wir haben Ci und Di (Am Anfang ist das C0 und D0) Jetzt machen wir einen Shift, das heisst, wir rotieren alle Bits von Ci und Di um ein oder zwei Stellen nach links. 1001010 -> 0010101 Jetzt setzen wir Ci und Di (nach dem ersten Rotieren koennen wir sie mit C1 und D1 bezeichnen, wieder zusammen. Also haben wir wieder ein Bitfeld mit 56 Bit. Daraus waehlen wir anhand der Tabelle PC2 48 Bit aus vertauschen die wild und nennen das Ergebniss Ki (Beim ersten Mal also K1) Jetzt wird wieder rotiert, und ausgewaehlt und das ganze 16 mal. Das gibt so K1 bis K16. Dabei wird beim ersten, zweiten, neunten und letzten Durchlauf Ci und Di um 1 Bit rotiert, sonst um zwei. Technisch gesehen: Nach dem Rotieren kann man Ci und Di wieder als zusammenhaengend betrachten, (Bit 1-28 Ci Bit 29-56 Di), und fuehrt darauf die Permutation pc2 aus. Das heisst Bit 14 von CiDi wird zu Bit 1 vom Unterschluessel Ki, Bit 1 von CiDi wird Bit 5 in Ki etc. Am Schluss bleiben so die 16 Schluessel Ki, mit je 48 Bit Inhalt. (Anm. d. Setzers: man muss dies nicht alles im Kopf nachvollziehen, oder..?) Diese 16 Unterschluessels bleiben auch bei einem laengeren Verschluesselungsvorgang immer gleich. (Natuerlich koennte man auch dies zum steigern der Sicherheit varieren :-) Die Verschluesselung der 64 Bit Daten laueft nun wie folgt ab: Zuerst wird wieder (DES macht das liebend gern) permutiert. Dieses Mal mit der Tabelle ip. Bit 58 des Inputs wird so zu Bit 1 des Outputs etc. Das heisst wir stecken mal unsere 64 Bit Source in die DEA-Kernroutine. Die vertauscht diese 64 Bit wild miteinander. Die entstehenden 64 Bit werden aufgeteilt: Bit 1-32 (DES kennt kein 0-tes Bit) wandern nach L0, Bit 33-64 nach R0. Also wieder ein Aufteilung in zwei Haelften, wie bei der Generierung der Schluessel auch schon, nur dass die Haelften Li und Ri heissen ... Jetzt kommen 16 Durchlaeufe, in denen eine Kernfunktion f(Ri,Ki) auf Li und Ki einwirkt. Also zuerst wandern K1 und R0 in die Funktion f.
Man merke K1 war der erste Unterschluessel, den wir vorher generiert haben, R0 ist die rechte Haelfte des soeben wild vertasuchten 64-Bit-Blocks Diese Funktion f() macht nun 'irgendwas' mit dem Ri das reingesteckt wird. Nach dem Durchlaufen der Funktion f() wird der Inhalt von Ri,Li vertauscht, und R(i+1) mit Li XOR-verknuepft. L1 ist also R0, R1 ist L0 XOR f(R0,K1). R1 ist also L0 XOR das Ergebniss der vorher ausgefuehrten Funktion f. Kompliziert? Warten Sie mal die Funktion f() ab... Nun wandern R1 und K2 in die Funktion f. Das Ergebnis wird mit L1 geXORt, und wird zu R2, waehrend R1 zu L2 wird. So geht das weiter bis alle 16 Schluessel Ki verarbeitet sind. Die letzte Operation ist also: R15 wird zu L16 und R16 ist das Ergebnis von L15 XOR f(R15,K16) Am Ende werden L16 und R16 nochmal vertauscht, das heisst R16 liefert die Bits 1-32 und L16 die Bits 33-64 des Outputs, dann wandert das durch die Funktion fp die genau das inverse der Permutation ip macht.(Also Bits wild vertasuchen:-) Das heisst Bit 40 des Inputs wird zu Bit 1 des Outputs etc. So entstehen 64 Bit, die das verschluesselte Aequivalent zu den 64 InputBits darstellen. Um 64 Bit zu entschluesseln, anstatt sie zu verschluesseln, laesst man genau die gleiche Prozedur wie oben nochmal ablaufen. Mit einem Unterschied. Die Schluessel K1 bis K16 werden nich in der aufsteigenden Reihenfolge der Funktion f() zugefuehrt, sondern in absteigender Reihenfolge, ausserdem werden die zwei Haelften der 64 Bit am Anfang vertauscht, bei der Bildung von R0 und L0, und dafuer am Ende nicht. Nun die Funktion f(Ri,Ki): Input in diese Funktion sind 32 Bit Text und 48 Bit Schluessel. Zuerst werden die 32 Bit Text zu 48 Bit aufgeblasen. Das geschieht mit der Funktion ei, die bei mir (nach einer Idee die ich Ende September in einer Anleitung zum SUN-DES gefunden habe, und die den gesamten Verschluesselungsvorgang um etwa den Faktor 8-10 schneller macht) implizt in der SP-Permutation enthalten ist. Auch die Permutationen S und P, siehe weiter unten, sind bei mir zu einem 2D-Array zusammengesetzt, in dem alle Moeglichkeiten tabellarisch behandelt werden. Zur Erklaerung beschreibe ich jetzt trotzdem, wie die Definition des Algorithmus die Funktion f() durchfuehrt, die Beschreibung meiner Methode ist im Listing eingebunden und mit dem dazugehoerigen Programmtext auch viiiiel verstaendlicher. Also. Wir fangen an mit 32 Bit Text und 48 Bit Schluessel. Diese 32 Bit Text muessen auf 48 Bit expandiert werden. Das geschieht indem verschiedene Bits doppelt gezaehlt werden; das besorgt die Funktion ei. Wir haben nach Benutzen von ei 48 Bit Text und 48 Bit Schluessel. Das Expandieren sieht vereinfacht so aus: ------------------------------------------------| Bit 1 | Bit 2 | Bit 3 | Bit 4 | Bit 5 | Bit 6 | ------------------------------------------------| V ------------------------------------------------------------------------| Bit 6 | Bit 1 | Bit 2 | Bit 2 | Bit 3 | Bit 4 | Bit 4 | Bit 5 | Bit 6 | -------------------------------------------------------------------------
Nun haben wir also einen Schluessel und einen aufgeblasenen Input: Darauf wird ein XOR ausgefuehrt. Nun werden die entstehenden 48 Bit in 8 6-Bit-Haeppchen aufgeteilt. Jedes dieser 6-Bit-Haeppchen wird in einer der 8 S-Boxen zu 4 Bit Output reduziert. (Die S-BOX S1 ist fuer die ersten 6 Bit zustaendig, die S-Box S8 fuer die letzten 6 Bit) Man stelle sich unter einer S-Box eine Tabelle mit vier Reihen und 16 Spalten vor. Jeder Tabelleneintrag besteht aus einer Vier-Bit Zahl. Um einen Tabelleneintrag anzusprechen, braucht man 6 Bit (2 Bit geben die Reihe 1-4 an, 4 Bit die Spalte 1-16) Wenn man nun am so bestimmten Ort der S-Box hineingreift, erhaelt man eine 4-Bitzahl, die man als Output der S-Box bezeichnet. Dabei geben (bei der Tabellen-Version) das erste(lo) und das letzte(hi) Bit die Reihe der S-Box an (z.b. 0xxxx0 1.Reihe 0xxxx1 2.Reihe etc) und die mitteleren vier Bits die Spalte (0-15) der S-Box. Der Wert 110100 (3. Reihe, 10. Kolonne) in der ersten S-Box wuerde also in den Wert 1001 (9) umgewandelt werden. Aus 6 Bit Input entstehen dabei 4 Bit Output! Nun werden diese entstandenen 8 Nibbles (a 4 Bit) durch die Permutation P32i auf die 32 Bit endgueltigen Output der Funktion f verteilt (Bit 1 des ersten Nibbles geht zu Bit 16 des Outputs etc), also nochmal alles wild miteinander vertauscht, und das leifert f(Ri,Ki) dann dem Aufrufenden als Output zurueck. Un das war auch schon alles. So zum Lesen, ist das Ganze natuerlich irre kompliziert, aber im Programm sieht man recht bald, was so vor sich geht... AUFWAND DES DEA Wie man anhand des Technischen Beschriebs von vorher wohl merkt, ist die Realisierung mit rein softwaremaessigen Mitteln verhaeltnissmaessig rechenaufwendig. Es lassen sich aber, duch Aufbau von ein paar trickreichen Tabellen, viele dieser Bitvertauschungen in einfache indizierte Abbildungen und Verkuepfungen (OR's) umwandeln. - Literaturverweise Data Encryption Standard Federal Information Processing Standards (FIPS) Publication 46, US Department of Commerce / National Bureau of Standards, Jan. 15,1977 Validating the Correctness of Hardware Implementations of the NBS Encryption Standard NBS Special Pubilcation 500-20, US Department of Commerce/ National Bureau of Standards, 1977 Katzan, H. The Standard Data Encryption Algortihm, Petrocelli Books Inc, New York, 1977 BYTE Publications March 1979 The DES, An Overwiew, Robert V Meushaw Horster P. Kryptologie, Bibliografisches Institut, Reihe Informatik Bd. 47 Structure in the S-Boxes of the DES (extended abstract) E.F. Brickwell/ J.H. Moore/M.R. Purtill ... weiteres theoretisches Material beim Vortragenden erhaeltlich Meine Ur-Quelle: CCC (Dank an Bernd Fix + Frank Simon) Autor Germano Caronni fuer die Chalisti 3 (Dezember 1989)
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[Chalisti] [03] Verschluesseln mit Schwerpunkt DES
[Chalisti] [03] IBM VM/SP: CMS Release 5 - Eine Einfuehrung
IBM VM/SP: CMS Release 5 - Eine Einfuehrung INHALT ====== -Terminal -Geraete -Files -Befehle (allgemein) -spezielle Befehle -Glossar (Worterklaerungen) -Literatur TERMINAL ======== Anders als beim PC oder den meisten anderen Grossrechner arbeit die IBM mit intelligenten Terminals, das bedeutet: Man ist z.B. im Editor und gibt einen Text von mehreren Zeilen ein, aendert hier mal was und dort korrigiert man einen Tippfehler. Das alles wird vom Terminal erledigt, und erst wenn man die FreigabeTaste drueckt wird der gesamte (geaenderte) Bildschirminhalt zur Verarbeitung an den Grossrechner geschickt. Dies entlastet den Rechner natuerlich von so profanen Sachen wie Cursorsteuerung o.ae. Nach der ueblichen Einlogprozedur mit Benutzerkennung und Passwort befindet man sich bei einem unfreundlichen System nur im CP und muss noch CMS laden, ein freundliches System nimmt einem dieses ab. GERAETE ======= Geraete sind Konsole, Drucker, Reader, Minidisks (MD) u.ae. Identifiziert und angesprochen werden sie ueber Nummern. Die Konsole hat z.B. (meistens) 009, Drucker 00E, Reader 00C und die MD 191. Auf Minidisks anderer Benutzer wird mit dem LINK-Befehl zugegriffen (damit sind sie erstmal irgendwie da und durch eine Nummer identifiziert) und die Files darauf mit dem ACCESS-Befehl (damit hat die MD und die Files darauf einen Filemodus). Minidisks sind durch Lese- und Schreib-Passwoerter geschuetzt.
FILES ===== Identifiziert werden Files durch Namen, Typ und Modus. Name und Typ duerfen bis zu 8 Zeichen lang sein, kaum Sonderzeichen (z.B. ".", " " nicht) enthalten, der Filemodus besteht aus einem Buchstaben und einer Zahl. Die Zahl gibt die Leseberechtigung an: 0 sind private Files die nur bei Schreibrecht gelesen werden koennen, 1 und 2 sind oeffentlich, 3 ist "Read once": Bei Schreibrecht wird das File nach einmal Lesen geloescht. Wildcards beim Lesen sind: % als Joker fuer ein beliebiges Zeichen, * fuer beliebige Zeichen. Bei der Ausgabe (Copy, Rename, ...)uebernimmt = den alten Wert Filetypen klassifizieren die Files, z.B. EXEC In den Kommandosprachen EXEC 2 oder REXX geschriebenes Programm und als (CMS-) Befehl aufrufbar. MODULE Programm in Maschinensprache oder Compilate XEDIT wie Typ EXEC, aber als XEDIT-Befehl nur im XEDIT aufrufbar. BEFEHLE (allgemein) =================== Gross/Kleinschreibung ist im Prinzip egal da alle Eingaben in Grossbuchstaben umgewandelt werden. Mit einem Trick koennen jedoch von einem Programm aus Kleinbuchstaben verwendet werden... Es gibt drei Arten von Befehlen: 1) Files a) EXECs (Kann auch ausgeschaltet werden, dann werden sie mit dem CMS Befehl EXEC gestartet) b) MODULEs 2) CMS-Befehle 3) CP-Befehle die auch in dieser Reihenfolge abgeprueft werden (allerdings gibt es noch einige Zwischenstufen, aber dies ist die grobe Struktur). Eingebaute Befehle koennen hiermit durch selbsgeschriebene Programme ueberlagert werden, wobei der urspruengliche Befehl immer noch benutzt werden kann. Eingebaute Befehle koennen abgekuerzt werden und sind der englischen Sprache entlehnt. Fuer jeden Befehl (also auch Files) kann man Synonyme anlegen und sagen, wieweit sie abgekuerzt werden duerfen. Aufgerufen werden sie mit BEFEHL Argument1 Argument2 ... (Option1 Option2 ...) SPEZIELLE BEFEHLE ================= COPY fn ft fm nfn nft nfm (optionen Kopiert ein File. Moegliche Option z.B. REPLACE zum Ueberschreiben des
Zielfiles oder APPEND zum Anhaengen an ein vorhandenes File. CP Umgeht CMS und gibt den Befehl sofort an das CP weiter ERASE fn ft fm Loescht ein File; ERASE * * fm wird abgefangen| EXEC Fuehrt ein EXEC-File aus FILELIST name typ modus Zeigt alle Files an, auf die Name, Typ und Modus zutreffen. FILEL CHALISTI AUSGABE% * zeigt z.B. alle Files mit Filenamen CHALISTI und einem Filetyp der mit AUSGABE anfaengt und noch ein Zeichen hat, z.B. AUSGABE2 . In der Filelist kann einfach mit den Files gearbeitet werden: Man geht in die Zeile, in der das Files steht, schreibt seinen Befehl in die Zeile und anstatt des Filenames setzt man einfach ein / bei dem Befehl, z.B. schreibt man in die Zeile mit CHALISTI AUSGABE2 A1 COPY / = AUSGABEN B (APP wird das File CHALISTI AUSGABE2 A1 an das File CHALISTI AUSGABEN B angehaengt. HELP Auf diesen Hilfeschrei hin wird einem ein schoenes Menue praesentiert aus dem man sich aussuchen darf, ueber welches Gebiet man Hilfe moechte. Und so geht es von Menue zu Menue. Wenn man natuerlich schon genau weiss, wozu man Hilfe braucht, kann man das auch gleich angeben. Entweder Hilfe zu einem bestimmten Befehl oder zu einem bestimmten Bereich ("TASK"), z.B. Editieren von oder Umgang mit Files. Es gibt aber auch HELP HELP. Da wird einem dann der Help-Befehl erklaert. NOTE nickname/user at node Laesst einen eine Nachricht an einen anderen Benutzer schreiben und abschicken. PEEK Anschauen eines Readerfiles PRINT fn ft fm Druckt ein File aus QUERY Damit kann man viele tausend Sachen ueber sein (CMS QUERY) oder das (CP QUERY) System abfragen. In CMS erhaelt man z.B. mit Q DISK oder Q SEARCH Informationen ueber angesprochene Platten, im CP z.B. mit Q NAMES eine Liste der aktiven Benutzer, mit Q USER userid den Status eines bestimmten Benutzers (Logged on, not logged on oder disconnected), mit Q TIME die Zeit und mit Q VIRTUAL Info ueber angeschlossene virtuelle Geraete. RDRLIST Zeigt einem die Files im Reader an, aehnlich wie FILELIST. RECEIVE Empfangen eines Readerfiles auf eine Minidisk RENAME fn ft fm nfn nft nfm Umbenennen eines Files; ein anderer Filesmodusbuchstabe (entspricht kopieren) ist nicht moeglich SENDFILE fn ft fm TO nick/user at node Verschickt ein File an andere Benutzer
SET Einstellen einiger Systemsachen, z.B. SET MSG OFF um das Empfangen von Nachrichten abzuschalten. TELL user at node Nachricht Sendet einem anderen Benutzer eine Nachricht XEDIT fn ft fm Aufruf des Bildschirmorientierten Editors. Glossar ======= - CMS (Conversational Monitor System) Laeuft unter CP und arbeitet mit der virtuellen Maschine - CP (Control Program) Laeuft unter VM und arbeitet mit der realen Maschine (Rechner) - Disconnected Nicht online am Terminal arbeitend sondern ein Programm laeuft selbstaendig ohne Terminalverbindung. - EXEC 2 "Kommandosprache" von IBM (Interpreter) zum Betriebssystem nahen Programmieren. Erweiterung von EXEC. - IBM (Immer Besser Manuell) Firma, die die Kisten und Software liefert - Logged on Benutzer ist ueber Terminal online mit dem Rechner verbunden - Minidisk Virtuelle Platte; Einem Benutzer ist ein Bereich einer grossen Festplatte zugewiesen - Reader (virtuell) virtueller "Kartenleser" der gesendete Files und Post enthaelt - REXX (Restructured eXtended eXecuter language) Nachfolger von EXEC 2, nichtkompatibel. - User Benutzer; Mensch, der am Rechner sitzt und arbeitet - Userid Benutzerkennung/identifikation - VM (Virtual Machine) Jedem Benutzer wird vorgegaukelt, er haette einen eigenen Rechner ganz fuer sich alleine, d.h. er bekommt eine "Virtuelle Maschine" - VM/370 Basis, auf die VM/SP aufbaut. 370 ist die Maschinensprache. - VM/SP (VM/System Product) Programmpaket, das CP, CMS u.a. enthaelt; Erweiterung zu VM/370 - XEDIT Schirmorientierter Editor
LITERATUR ========= Wer mehr wissen will, dem sei die "VM/SP LIBRARY ans Herz gelegt, vor allem: CMS PRIMER und die diversen GUIDEs und REFERENCEs. Erhaeltlich von IBM oder beim freundlichen RZ-Personal. (c) 89 Michael Niermann [email protected] --------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [03] IBM VM/SP: CMS Release 5 - Eine Einfuehrung
[Chalisti] [03] Die 17.5 te KIF in Oldenburg
Die 17.5 te KIF in Oldenburg oder : Am Anfang war der Heinz, und Heinz sagte, es werde KIF und alles ging schief. Wie der Untertitel schon sagt, hatten wir - die Oldenburger - einige Probleme bei der Organisation. Keine Leute, keine Schlafplaetze und keine Motivation ( oder doch ? ). Puenktlich am Mittwochmorgen hatten wir dann einige Schlafplaetze bei freundlichen Mitmenschen und einige offene Fragen : Ist Oldenburg touristisch interessant, sprich, kommen die erwarteten 180 Leute, und wenn ja wohin mit ihnen ? Nun denn, es kamen knapp 80 ( nur !!! ) und der Schlafplatzadministrator ( Joerg C. ) staunte nur. Anfangsplenum 18:00. Beginn war allerdings ( wie ueblich ) 19:00, anwesend etwas ueber 60 Personen. Anschlieszend Fete ( 5 x 30 Haake Beck in der 330 ccm Klasse ). Naechster Tag 10:00 Arbeitskreise: Fruehstueck 24 Stunden taeglich, Lukasz und Anhang nicht anwesend => kein Ost-West AK ( Zitat " Es war dunkel draussen, also haben wir weitergeschlafen " : Die Rolladen waren runter ). 20:00 Podiumsdiskussion Computer und Psyche : War wohl nix ? Dafuer Workshop ueber Technologietransfer und Kinofilm. Freitag : Wie gehabt, 24 Stunden Fruehstueck und Arbeitskreise 20:00 Podiumsdiskussion Computer und Schule : Findet sie statt oder nicht, war eine der Fragen zu dieser Veranstaltung. Aber trotz Schwierigkeiten im Angebot. (Spaeter ist dazu Bericht) Samtag : Erst Fruehstueck dann Dangast (Anm. d. Red.: Ort an Nordsee) und Rhabarberkuchen, spaeter Abschluszplenumum 18:00 (siehe oben ). Nach der Arbeitskreisergebnissbekanntgabe ( tolles Wort ) kam es zum TOP Resolutionen. Ploetzlich war niemand mehr da !! ( Denk ! ) Nach und nach trudelten satte Studierende ein und man konnte an Fete denken. Sonntag : Erst Fruehstueck , dann Abreise.
q.e.d.
Dann 16 Stunden Schlaf und wieder hinein in die Fachschafts-
arbeit. Woher kommt blosz dieser Drang, etwas tun zu muessen? Zur Podiumsdiskussion hier mal das Thesenpapier, vom Menschen "der die KIF nach Oldenburg holte": Die modernen Informationstechnologien ziehen in immer staerkeren Masze auch in die Schulen ein. Der allgemeine Kniefall vor den neuen Technologien macht auch vor ihren Tueren nicht halt. Die Kultusministerien machen Gelder locker, um den Computer in die Schulen zu bringen. Die Unternehmen der Computerindustrie sehen dies mit Freuden und setzen viel daran, ihre Produkte dort abzusetzen. Dabei wird oft und gerne "vergessen", ueber den paedagogischen Sinn bzw. Unsinn dieser Entwicklung nachzudenken. Dieses geht nicht, ohne sich ueber die Ziele der Schule klar zu werden: Was sollen unsere Schulen eigentlich? Ist eine Schule ... - eine berufsqualifizierende Einrichtung, die es den Absolventen moeglich einfach machen soll, sich in den Arbeitsprozesz einzugliedern? - Die Chance fuer jedeN einzelneN SchuelerIn, sich selbst zu verwirklichen und individuelle Faehigkeiten zu entwickeln? - oder vielleicht auch die Basis fuer die Fortentwicklung des menschlichen Zusammenlebens auf der Grundlage der Erziehung des einzelnen zu verantwortungsbewusztem Handeln und Denken? Diese Frage ist sicherlich entscheidend bei der Diskussion ueber Computer im Schulzimmer. Auf der anderen Seite ist die Frage nach Computern in der Schule auch nach den Anwendungen zu beurteilen. So sollte man grob drei Anwendungsrichtungen unterscheiden: 1) der Computer als Lehrwerkzeug (z.B. sog. tutorielle Systeme) 2) der Computer als ("interaktives") Medium 3) die Informatik als Unterrichtsgegenstand Betrachtet man diese drei Gebiete naeher, so sind folgende Schluszfolgerungen naheliegend: 1) Der Computer als Lehrwerkzeug (CUU, Computer unterstuetzter Unterricht) ist abzulehnen. Die SchuelerInnen werden in ihrem Lernen beschraenkt auf die Systematik des Computers. Der fuer die soziale Entwicklung wichtige Kontakt zum/zur LehrerIn wird stark eingeschraenkt. 2) Der Computer als Medium sollte nur sehr sparsam eingesetzt werden. Der Versuch, komplexe Vorgaenge z.B. durch Computersimulation durchschaubar zu machen, foerdert die Akzeptanz von Scheinwirklichkeiten, neuen Realitaeten; die durch die anscheinend leichte Beherrschbarkeit oft zur Flucht aus dem Alltag genutzt werden (vgl. z.B. die Veroeffentlichungen von W. VOLPERT). Die Moeglichkeiten, die der Computer fuer das individuelle Arbeiten bietet (z.B. Textverarbeitung, Tabellenkalkulation) sind in allgemeinbildenden Schulen nicht notwendig. 3) Die Wichtigkeit der Informatik als Lehrinhalt wird oft ueberschaetzt. Die heute ueblichen Programmierkurse sind abzulehnen, da sie nur kurzlebige Berufsqualifikationen schaffen, die nur wenige brauchen (denen
diese Kentnisse ohnehin in kurzer Zeit beigebracht werden koennen). Ohne Zweifel ist, dasz die Schule sich mit der Computertechnik auseinandersetzen musz. Wichtiger jedoch als blosze Vermittlung technischer Kentnisse erscheint jedoch die begleitende Betrachtung soziologischer, psychologischer und oekonomischer Erscheinungen. Dies schlieszt die Betrachtung von Gebieten der sog. Kerninformatik nicht aus, im Gegenteil, durch die Vermittlung informatikbezogener Grundkentnisse koennen SchuelerInnen lernen, sich mit der Technologie fundiert auseinanderzusetzen (z.B. ist es wichtig zu zeigen, dasz Computer keineswegs "denkende Wundermaschinen" mit dem Anspruch der Unfehlbarkeit sind). Diese Aspekte werden in der technokratisch gepraegten Diskussion zu Computern in der Schule zu wenig beachtet. Ich moechte zum Schlusz noch einmal daran erinnern, dasz die Paedagogik, die Erziehung zum kritisch handelnden und in die Umwelt gestaltend eingreifenden Menschen im Vordergrund stehen musz, und sich die Frage nach Computern im Unterricht nur so stellen darf: Wie kann der Computer meine paedagogische Arbeit unterstuetzen?; und nicht: Der Computer kann dieses und jenes, wie kann ich meine Paedagogik darauf ausrichten, dieses zu benutzen?! Paperware und Ankuendigung Das Protokoll der KIF, sowie die folgenen Anlagen sind vorhanden: - OST-WEST (bzw. BRD-DDR) (Anlage A) - Neue Rechte (Anlage B) - Erstsemestereinfuehrung (Anlage C) - Feyerabend (Anlage D) - AK GI-Jahrestagung (Anlage E) - Marks D. Sibanda (Anlage F) - AK "GO go home" (Anlage H) - Resolution zum Tod von Conny Wessmann - Resolution zur Anerkennung der DDR-Staatsbuergerschaft - Workshop-Protokoll "Osten, Westen, Dritte Welt:Technologietransfer" - Protokoll der Podiumsdiskussion "Computer und Schule" Wer die haben moechte (z.B. fuer andere Informatikfachschaften) wende sich an: [email protected] (x)or ...!unido!uniol!fsinfo.UUCP. Wo, Wann, Was, Wie die naechste KIF ? Die Kieler Fachschaft (bzw. Kay) haben vorgeschlagen, die naechste KIF ausrichten. Da es keine Alternativ-Vorschlaege gibt, wird dieser Vorschlag einstimmig angenommen. Als Termin wird die Zeit vom 9. bis 13. Mai 1990 festgelegt. Folgende AK's wurden fuer die 18. KIF angekuendigt: Verhaeltnis KIF-GI Erstsemesterarbeit Netzwerke (EARN/UUCP) Datenbank zwecks studentischer Kooperation zwischen Ost und West Neue Rechte
Selbsterfahrung Zukunftsangst Zen oder Die Kunst, Informatik zu treiben Computersucht Terrorismus, "Deutscher Herbst" Angepaszte Technologie Joerg Cassens, Achim Kruse und andere Fachschafter ... --------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [03] Die 17.5 te KIF in Oldenburg
[Chalisti] [03] ! K u r z m e l d u n g e n !
!Kurzmeldungen! ----------------------------1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1 Ziele und Verantwortung der Informatik Die Diskussion zum Thema Verantwortung der Informatiker, Aufgabe der Informatik, etc ist wieder neu entfacht. Im Band 12, Heft 12, Okt 89 der Ausgabe des Informatik-Spektrums aeussern sich gleich mehrere Personen dazu. Prof. Lenk von der Uni Karlsruhe schreibt unter dem Titel 'Koennen Informationssysteme moralisch verantwortlich sein' einen Beitrag ueber die Gefahr durch Informationssysteme im allgemeinen. Betrachtet dies aber hauptsaechlich vom philosphischen Standpunkt. Prof. Coy von der Uni Bremen schreibt einen Artikel ueber die 'Theorie der Informatik'. Allerdings spricht er nicht ueber die theoretische Informatik wie man un meinen koennte. Seiner Meinung nach ist die Informatik keine Ingenieuroder Naturwissenschaft, sondern eigentlich eine neue Form der Wissenschaft. Nur die Informatik hat in fast allen Bereichen eine DIREKTE Auswirkung auf die Gesellschaft, das soziale Umfeld, die Arbeitswissenschaft und politische Wirkung. Coy's Auffassung geht sogar so weit, dass er meint, dass diese FehlEinschaetzung der Informatik ueber sich selber die Hauptursache der Softwarekrise Anfang der 70iger Jahren war und nicht - wie bishin immer angenommen die unstrukturierte und undokumentierte Programmierung. Sollte er damit Recht behalten, dann ist durch die Einfuehrung des Software-Engineerings und Sprachen wie Pascal die Softwarekrise nur erstmal witer aufgeschoben und nicht geloesst. Eine vollkomme andere Meinung vertritt Dr. Luft von der Uni Erlangen. Er sieht die Informatik nur als Technikwissenschaft. Als letztens schreibt Dr. Witt von der Firma PCS ueber die Angemessenheit der Technik-Kritik im Bereich der Informatik. Er versucht einen Bezug zwischen Technik-Kritik z.B. bei der Einfuehrung der Eisenbahn und der heutigen Kritik zu fassen und damit die Kritiz weitgehend zu entkraeften. Auf jeden Fall fuer Interessierte aus dem Bereich Informatik, die sich auch paar warem Gedanken um ihren Beruf machen sind diese Artikel sicher eine Bereicherung. 2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2 Bonn will Computer schuetzen . Bonn(AP). Computersysteme in der oeffentlichen Verwaltung, aber auch in der Bundesrepublik sollen kuenftig besser gegen Spione, Hacker und andere Computerkriminelle geschaetzt werden.Das Bundeskabinett verabschiedete am Donnerstag
den 23.11.89 in Bonn ein Rahmenkonzept fuer die Computersicherheit.Es sieht unter anderem den Aufbau einer Zentralstelle fuer Sicherheit in der Informattionstechnik (ZSI) beim Bundesministerium und die Einstufung von Computersystemen nach Sicherheitskriterien vor. Wie der Staatssekretaer im Innenministerium, Hans Neusel, vor Journalisten erlaeuterte, zieht die Bundesregierung mit der Vorlage des Konzepts auch die Konsequenz aus dem Spionagefall von 1988, bei dem Hacker von Hannover aus in Computernetze in der ganzen Welt eindrangen und das erworbene Wissen- so die im August erhobene Anklage-dem sowetischen Geheimdienst KGB verkauften. In der oeffentlichen Verwaltung der Bundesrepublik sind nach Schaetzungen des Innenministeriums derzeit etwa 50000 Computer im Einsatz.Der Wert der in der Bundesrepublik betriebenen mittleren und grossen Computer wird auf 50 Millarden DM geschaetzt; der Wert der darauf laufenden Programme auf das Doppelte.Manipulationen an diesen Systemen, Sabotage oder Spionage koennen unuebersehbare Schaeden verursachen.Die neue Zentralstelle, deren Gruendung noch in dieser Legislaturperiode durch Gesetz geregelt werden soll, soll in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und in Kontakt mit EG und NATO geeignete Sicherheitsstandards entwickeln. SICHERHEITSZERTIFIKATE GEPLANT Fuer Geraete und Programme sollen Sicherheitszertifikate vergeben werden. Je nach Anwendungsbereich werden dann nur solche Computer zugelassen sein, die bestimmte Mindesanforderungen erfuellen. 3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3 Chaos Communication Congress 1989 Das Treffen fuer Datenreisende, Hacker und Netzwerker! Vortraege, Workshops, Hackcenter, Archiv, Chaos Cafe, Video- & Papercopiers. Was Wann Wo:
6. Chaos Communication Congress, vom 27. bis 29.Dezember 1989 im Eidelstedter Buergerhaus, Elbgaustr. 12, D-2000 Hamburg 54
Themen(u.a.): Mailboxnetze,andere Netze und oeffentliche Datenbanken Telefonnetz der DDR und Planung von Datenreisemoeglichkeiten Freedom of Information Act und Copyright Feminines Computerhandling Cyberpunk, Viren, Wuermer, Wanzen, Datenschutz Postreform Zu den Diskussionen wurden kompetente in- und auslaendische Gaeste eingeladen. Teilnahme:
CCC Mitglieder 23,- DM Private Teilnehmer 33,- DM Kommerzielle Teilnehmer 103,- DM Presse 53,- DM Die Teilnahmegebuehr gilt fuer alle Congresstage und Veranstaltungen. Nur Pressevertreter benoetigen ein Passfoto! TV-Teams moegen sich bitte anmelden. DDR-Buerger mit gueltigem Visum koennen Eintritt, Mitgliedschaft, Datenschleuder-Abos und Kaffee mit Ostmark (1:1) bezahlen!
Voranmeldung: Durch Ueberweisung auf das Konto 59 90 90 - 201 des Chaos
Computer Clubs beim Postgiroamt Hamburg (BLZ 200 100 20). Einzahlungsbeleg dient als Quittung fuer die Teilnahme (also bitte mitbringen). Vor Ort:
Ab dem 27. Dezember, 14 Uhr sind wir auf dem Congress erreichbar. Projektleitung/Zentrale Pressestelle Telefax
Kontakte/Infos:
040/570 8228 040/570 3664 040/570 6765
CCC ServiceCenter (Di+Do Nachmittags) Pressearbeit (J.Wieckmann) Organisation (S.Wernery) Telekopie Chaos-Berlin (West) (Helmut)
040 040 040 040
/4903757 Q /275186 /483752 Q /4803181 7531579
Wir suchen noch Kontakte zu Computerfans und -clubs in der DDR. Bitte meldet euch! 4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4 Chalisti - wie geht's weiter So. Die 3te Chalisti ist fertig. Wir moechten uns bei denen bedanken, die uns Artikel und Material geschickt haben. Es ist das erstemal, dass nicht alles in die Chalisti kam. Die Texte sind aber nicht verloren gegangen. Mindestens in die Chalisti 5 werden die Texte dann aufgenommen werden. Die Chalisti 4 wird die Congress-Chalisti sein. Zusammen mit der Redaktion Datenschleuder, einigen freiwillig Zwangsverpflichteten und uns werden wir auf dem Congress im Erdgeschoss in der Redaktion hocken und versuchen moeglichst viele Artikel ueber die Geschehnisse auf dem Congress zu schreiben bzw. aufzutreiben. Diesesmal wollen die Redakteure aber auch etwas vom Congress haben, deswegen waere es nett wenn Congressteilnehmer mal kurz in der Redaktion hereinschauen koennten und sich dazu melden ueber ein oder zwei Workshop's zu schreiben. Dann wollte ich nochmal darauf aufmerksam machen, dass die Adresse Chaos Computer Club, Uni Oldenburg zwar ganz nett klingt, aber nur mit sehr viel Glueck ankommt. In diesem Fall ist irgendein Brief verschwunden. Beschraenkt euch doch bitte auf die im Impressum angegebenen Kontaktmoeglichkeiten. Redaktion Chalisti --------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [03] ! K u r z m e l d u n g e n !
[Chalisti] [03] IMPRESSUM
IMPRESSUM --------"Die gesamte Menschheit bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit des globalen Dorfes zu vollenden." Herausgeber: Chaos Computer Club e.V./Redaktion Chalisti V.i.S.d.P. : F.Simon Redaktion:
Volker Eggeling, Frank Simon
Mitwirkende an dieser Ausgabe: Uta Wilms, Michael Niermann, Andy, Ikarus, Peter Lobenstein, Germano Caronni, Jochen Ries, Achim Kruse, Joerg Cassens, u.a. Redaktionen: Chalisti,
c/o Frank Simon, Kennedystr. 12, 2900 Oldenburg Tel. 0441/592607 Datenschleuder, Lachswehrallee 31, 2400 Luebeck MIK-Magazin, c/o J. Wieckmann, Barmbeker Str.22, 2000 HH 60 Tel. 040/275186
Verbreitung: Zerberus : UUCP(dnet) : UUCP(sub) : EARN/Bitnet: GeoNet : FidoNet : MagicNet : Adressen:
/Z-NETZ/CHALISTI dnet.general sub.org.ccc CHAMAS@DOLUNI1, Brett CHALISTI mbk1: brett ccc-presse ccc.ger Artikel&News
EARN/Bitnet: CHAMNT@DOLUNI1 UUCP : eggeling@uniol (eunet) chalisti@olis (subnet) Zerberus : terra@mafia GeoNet : mbk1: chaos-team FidoNet : Volker Wieners on 2:241/2.1205 Teilnehmer aus diversen anderen Netzen wie z.B. ArpaNet, DFN, etc. nutzen bitte die Bitnet Adresse ueber das entsprechende Gateway.
Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht umbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Alle Artikel und Beitraege koennen mit Quellenangabe weiterverwendet werden. Artikel aus dem MIK-Magazin bitte mit Quelle: (emp/mik) MIK Magazin, (c/o) J. Wieckmann, Barmbecker Str. 24, 2000 HH 60 angeben. Die Verbreitung der Chalisti auf anderen Netzen wird ausdruecklich erwuenscht
[Chalisti] [03] IMPRESSUM
[Chalisti] [04] Inhaltsverzeichnis
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Ausgabe 4
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Editorial Chaos Hagen auf dem Weg ins Chaos Computer und Telefon in der DDR Buergernetze und Kommunikationsziele ohne eisernen Vorhang Dummheit / Schlauheit in Netzen Das Poststrukturreformgesetz und seine Konsequenzen fuer Mailboxbetreiber Was soll der Staat duerfen ? Europaeische Wissenschaftsnetze in den 90ern Computernetze im Umweltschutz: Die Nordsee faengt in Bayern an! Sicherheit in offenen Netzen Straffreiheit bei Selbstanzeige - Sackgasse oder Chance? Capt. Crunch : Workshop Harper's Konferenz - Kurze Zusammenfassung 2.Virenforum auf dem Chaos Communications Congress 1989 Cracker, Jaeger und Sucher ! K U R Z B E R I C H T E ! IMPRESSUM
Erlaeuterungen:
DS RC CR MK NE FA
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Datenschleuder Redaktion Chalisti Congress Redaktion Mik-Magazin Uebernommen aus einem Netzwerk Freier Artikel (Autorenangabe am Anfang oder Ende des Artikels)
Die Artikelkennung (DDS1,DMK2,etc) dient zum suchen der Artikel mit Editoren und Textverarbeitungssystemen. Mit der Marke 'NEXT' kann gleich zum naechsten Artikel gesprungen werden. -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04] Inhaltsverzeichnis
[Chalisti] [04] Editorial
Editorial Das war er nun, mein erster Chaos Communication Congress. Wie war's ? Nun, im grossen und ganzen war's super, auch wenn der Congress hauptsaechlich von der Initiative einzelner lebte, die wiederum die Selbstdarstellungswut anderer einzelner kompensieren konnte. Ich will mir als nicht CCC-Mitglied nicht anmassen ueber CCC-Interna zu urteilen, aber mit meiner eigenen Meinung auch nicht hinter dem Berg halten. Ich fand es z.B. super, dass ein Vortragender, weil es Ihm so gut gefiel, den Congress fuer Ihn um einen Tag verlaengerte, mit allen Konsequenzen wie Zimmersuche, etc. . Frei nach Terra "Die Chalisti ist zwar ein Magazin des CCC's, aber nicht immer ein CCC freundliches Magazin" sprich das beruehmte "unabhaengig und ueberparteilich", will ich hier auch meine Kritik am Congress und am CCC loswerden. So z.B. die drohende Spaltung des CCC's in Steffens KKK und die Betonkopf-Fraktion. Auch der Versuch von einigen die nicht stattgefundene Verlegung des Congresses nach Ost-Berlin, so darzustellen, dass es letztendlich kein Mehrheitsentscheid war. Obwohl z.B. die vielgeruehmten "Sachzwaenge" die Verlegung erstmal verhindert haben. Diese Chalisti 4 besteht faktisch aus Congresstexten, aber das hatten wir ja in der letzten Chalisti schon angekuendigt. Die 3 vorherigen Chalisti's sind im 4 Wochen Takt erschienen, deswegen werdet ihr ja sicher nix dagegen haben, wenn wir uns diesmal 6 Wochen Zeit lassen. Die Chalisti 5 wird vermutlich am 10.2. im naechsten Jahrzehnt erscheinen. Was gibt es sonst noch ... Die Chalisti Redaktion wuenscht allen Lesern (Ja genau ... Euch meinen wir) einen guten Rutsch ins neue Jahr. Wenn Ihr nicht rutschen wollt, empfehlen WIR Euch: Schreibt einen Artikel fuer die Chalisti. Man kann damit Naechte verbraten - es ist kaum zu glauben... Fly & Terra -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04] Editorial
[Chalisti] [04] Chaos Hagen auf dem Weg ins Chaos
Chaos Hagen auf dem Weg ins Chaos 2nd Weihnachtstag 8.45 Uhr der erste Mensch - Thomas - laeuft bei mir zum Fruehstueck auf. Die Augen noch leicht geschlossen - gestern bis tief in die Nacht ueber die "Nationale Frage" diskutiert. Wie war das noch: Selbstbestimmungsrecht fuer alle Voelker - Unterschied zwischen Nation und Kulturnation (z.B. deutscher Sprachraum: Schweiz, Oesterreich, DDR, BRD, vielleicht noch die Siebernbuerger, ...) - welche Perspektive haben wir als Linke - der Kapitalismus als imperiale Struktur verleibt sich gnadenlos die Gebiete im sozialistischen Lager ein. Nun - an sich wollte ich hier keinen Artikel ueber die teutsche oder welche auch immer Nation schreiben, sondern "unsern Weg ins Chaos". Weisst du schon? Karsten ist krank! sagt Uli, Ach du schei...unser Netzspezialist faellt aus - muss das Bett hueten - wird hoffentlich bald Leichte Niedergeschlagenheit - aber da muessen
als er zur Tuer reinkommt. - kann nicht ersetzt werden wieder gesund! wir durch!
Nach einem eher ruhigen Fruehstueck machen wir uns dann - mit den Pooftueten unterm Arm - auf zum Bully des Hagener Hockey Clubs. Eben noch die noetige Hardware eingepackt (haste auch die Steckleiste fuer die Anschluesse dabei)? Ach, wir fahren noch bei Karsten vorbei, weil bei dem steht ja der Schlepptop, auf dem ich jetzt den Text schreibe. Also rueber zum Kranken - ihm kurz ins Auge geschaut und gute Besserung gewuenscht, Tanken und ab geht's und komm - ich schreib den Text jetzt direkt auf den Knien in die Kiste - aber oh weh "Bitte warten ... " und dann - hat dieser Armleuchter etwa "Schittbatterien" gekauft? Beep, Beep, ... Ausserdem stellt sich raus, dass die DIP-Schalter (und davon gibts 6 Stueck!) offensichtlich so eingestellt sind, dass statt LCD der Fremdbildschirm angesteuert wird. Nun ja, dann versuchen wir mal, die 720 Moeglichkeiten durch (ja klar, RFM - waere ja gut, aber wir haben kein Manual dabei). Ach so, 2nd Weihnachtstach heisst auch, dass die Autobahnen zu sind, vor allem die A1. Aber wir als Kinder des Ruhrpotts kennen unsere Autobahnen: A45 -> A44 -> A43 -> A1 -> ... auf nach HH! Zwischenstopp auf der Raststaette Muensterland. Voice back home - der Kranke soll schliesslich auch was zu tun haben: komm, such mal die DIP-Schalterstellungen raus. Wieder unterwegs, Netzteil aufschrauben, kommen wir an das Saftkabel ran? Nein, das kann nicht wahr sein - ein verklebtes Gehaeuse! An der uebernaechsten Autobahnraststaette 'n Taesschen Kaffee, fuer 0.20 DPF
Strom geliehen und mal angefangen, diesen Artikel einzutippen. Dann noch ein wenig auf der Autobahn und jetzt sitz ich hier endlich in der Pressestelle und hab eigentlich jetzt keine Zeit mehr zum Tippen. Ciao, Ludger [email protected] [email protected] -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04] Chaos Hagen auf dem Weg ins Chaos
[Chalisti] [04] Computer und Telefon in der DDR
Computer und Telefon in der DDR Obwohl das Thema der Podiumsdiskussion "Das Telefonnetz in der DDR" lautete, wurde erst einmal eine Bestandsaufnahme der Technik, die zur Zeit in der DDR benutzt wird, gemacht. So sind zum Beispiel in der DDR die verbreitesten Rechner der C64, Spectrum, Atari XL und Geraete auf Z-80 Basis. Ein C64 kostet dabei in der DDR etwa 7000 Mark bei einem Monatseinkommen von ca. 900 Mark. Die Heimcomputer des VEB Robotron sind teilweise nicht sinnvoll nutzbar und Drucker werden nur in den Westen exportiert. Im professionellen Bereich sind CP/M Geraete noch Standard. Die DDR-eigenen XTs sind nur zu 90% kompatibel zum Industriestandard. Weil der VEB Robotron zu lange auf 286er-Technologie gesetzt hat, wird Unix nur vereinzelt auf 386ern, die entgegen den CoCom Bestimmungen aus dem Westen importiert wurden, eingesetzt. Ein Verschicken von Disketten in die DDR ist/war wegen der Willkuer des DDR-Zolls nicht moeglich, weil nach dem Gesetz der magnetische Traeger ueberpruefbar sein muss und die Technik fuer die Ueberpruefung nicht vorhanden ist. Das Telefonnetz In der DDR hat nur ca. jeder zehnte Haushalt einen Telefonhauptanschluss. Der Muenzer um die Ecke ist immer noch ein alltaeglicher Notbehelf. Aber selbst dann hat man mit der alten Technik zu kaempfen: Die Vermittlungsanlagen und Kabel (aus den 20er und 30er-Jahren) schreien nach Erneuerung. Darueber hinaus sind viele Telefonanlagen in Firmen und Instituten in ihrer Reichweite auf das Stadtgebiet begrenzt. Fuer 80 Mitarbeiter stehen manchmal nur drei Amtsleitungen zur Verfuegung. Die Kosten fuer einen Telefonanschluss sind vergleichsweise gering: 26.- Mark kostet der Anschluss monatlich, ein in der Laenge unbegrenztes Ortsgespraech etwa -,50 Mark. Von Ost-Berlin nach West-Berlin gilt der Dreiminutentakt (pro Einheit -.85 Mark). Aber es ist nicht unueblich, dass zehn Jahre vom Tag der Antragstellung bis zum tatsaechlichen Anschluss des ersehnten Apparats verstreichen. Datenfernuebertragung Aber selbst wenn man nun einen Anschluss zur Verfuegung hat, kann man noch keine DFUe machen: Fuer Privatleute ist es praktisch unmoeglich, DFUe zu betreiben, weil es rechtlich untersagt ist und Antraege nicht bearbeitet oder abgelehnt werden. Versuche einzelner Mitglieder von Computerclubs in blockfreien Staaten eine Mailbox oder ein Netzwerk zu benutzen wurden unterbunden. Informationsaustausch Besonders jetzt ist es notwendig, einen schnellen und auch billigen
Informationsaustausch innerhalb kurzer Zeit zu realisieren, um z.B. Infos einzuholen und Diskussionsgrundlagen fuer Gespraeche am runden Tisch zu liefern. Dies ist noetig, weil bis jetzt nur die etablierten Parteien Informationen wirkungsvoll verteilen und austauschen koennen. Es stehen verschiedene Modelle zur Diskussion, um diese Isolation der Gruppierungen aufzuloesen: 1) Verbreitung von Infos auf lokaler Ebene durch Fotokopieren Ist sicherlich in jedem Fall notwendig, um Infos weiterzuverteilen. Aber das Problem des Transfers zwischen den Staedten und Staaten ist damit nicht geloest. 2) Videotext als Wandzeitung Im Fernsehen der DDR laufen z.Z. Versuche zum Installieren eines Videotextsystems. Die Videotextdaten werden zusammen mit dem Fernsehbild verschickt. Auf der Empfaengerseite wird nur ein relativ einfacher Decoder benoetigt. Dieses Modell hat aber den Nachteil, dass die Ausstrahlung zentral erfolgt. Ansonsten ist aber eine schnelle und weitreichende Informationsverbreitung gewaehrleistet. 3) Mailboxen und Telefax Zur Zeit ist eine Uebertragung von Daten ueber das veraltete Telefonnetz nicht moeglich, wie einige Versuche zeigten. Daher scheidet vorerst der Einsatz von Mailboxen, Mailboxnetzwerken und Telefaxgeraeten aus. Zwar ist bereits die Modernisierung des Telefonnetzes mit Hilfe der Deutschen Bundespost Telekom geplant, aber dies ist nicht kurzfristig realisierbar und bringt auch wieder die hierzulande schon bekannten Probleme des Datenschutzes und der Abhaengigkeit von Autoritaeten mit sich. Die Chance eines richtigen Neuanfangs wird durch die vorschnelle Einfuehrung von ISDN in der DDR unterlaufen. 4) Vernetzung ueber Packet Radio Von Wau ging der Vorschlag aus, ein Netzwerk ueber Packet Radio (DFUe per Funk ueber ein paketorientiertes, fehlerkorrigierendes Protokoll (AX.25)) zu realisieren. Man koennte einzelne Stationen mit einem sehr geringen Hardwareaufwand aufbauen (z.B. C64 + Funkgeraet + Schaltung fuer etwa 40 DM). Die Sourcen und die Dokumentation zum Netzwerk waeren einfach erhaeltlich. In der Bundesrepublik wird eine weite Ausbreitung des Packet Radio Netzes nur durch die Deutsche Bundespost Telekom verhindert, weil sie u.a. einen Gebuehrenschwund im Telekommunikationssektor fuerchtet. Da aber beim Amateurfunk nur bestimmte Infos (keine politischen Meinungen) und keine verschluesselten Texte uebertragen werden duerfen, sollte man die Uebertragung auf den Bereich des CB-Funks verlagern, der ausserdem in der DDR noch nicht genutzt wird. Dies ist besonders heikel, weil der CB-Bereich in der Regel nur fuer Sprachuebertragung vorgesehen ist. Aber da es zur Zeit keine gueltigen Gesetze in der DDR gibt, die dies regeln, koennte man die Luecke nutzen, ein System aufbauen und hinterher die Gesetze an diesen Fakten ausrichten. Dies muss aber sehr schnell geschehen, weil es in einem halben Jahr schon viel zu spaet fuer dieses Buergernetz waere. Wau haelt es fuer realistisch, innerhalb von 1/4 Jahr etwa 30 bis 50 Stationen zu installieren. Dabei sollten die Freaks und Funkamateure aus der DDR den technischen Part uebernehmen und die Buergerinitiativen diese Technik fuer ihre Zwecke benutzen. Ein Problem hierbei ist die drohende Abhaengigkeit von den "Technikgurus", die ein neues Informationsmonopol bilden koennten. 5) Ein weiterer Standpunkt wurde von Wolfgang Schroeder (M.U.T.) ver-
treten, der mehr Ideen anstatt uebermaessiger Technisierung fordert. Zum Schluss der Veranstaltung "Buergernetze" wurde beschlossen, pragmatisch die einzelnen Modelle in Arbeitsgruppen zu planen und eine "Wunschliste" fuer Technik, die in der DDR gebraucht wird, aufzustellen. Jeder sollte seine, vielleicht hier schon veraltete Technik spenden, um beim Aufbau einer neuen, unabhaengigen Informationsstruktur in der DDR zu helfen. Zuerst sollten Fotokopierer den Organisationen bereitgestellt werden und ein Kommunikationssystem aufgebaut werden, das auch ausbaubar sein sollte. Auf den Datentransfer kann jetzt und in Zukunft nicht verzichtet werden. Henne/Gec. -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04] Computer und Telefon in der DDR
[Chalisti] [04]
Buergernetze und Kommunikationsziele ohne eisernen Vorhang
Buergernetze und Kommunikationsziele ohne eisernen Vorhang Perestroika: Vom Staatspriestertum zur Glaspost Untertitel: "Von der Amtspost ueber die Buergerpost zur Chaospost" Am 27.12.89 fand unter grossem Interesse (der Theaterraum des Eidelstetter Buergerhauses war total ueberfuellt) die Podiumdiskussions ueber Moeglichkeiten und Chancen eines "Buergernetzes" in der DDR statt. Auf dem Podium waren: - Wolfgang Schroeder vom M.U.T. (Mensch-Umwelt-Technik), einer kleinen Umweltgruppe - Wau Holland, CCC - 2 Vertreter eines Ost-Berliner Computerclubs. Nachdem in einer vorhergegangenen Diskussionsrunde die technischen Resourcen des DDR-Telefonnetzes eroertert worden waren ("Computer und Telefon in der DDR"), wurde nun ueber den Bedarf und die verschieden Moeglichkeiten eines dezentralen und unabhaengigen Informationsnetzes gesprochen. Wau stellte gleich am Anfang seine Idee vor: Das alternative Buergernetz auf Basis des Packet Radio. Ausgehend von dem Datennetz der Amateurfunker, des Packet Radios, das ein x.25-network (in Deutschland DATEX-P genannt) beinhaltet, sollte es mit relativ einfachen technischen wie auch finanziellen Mitteln moeglich sein, ein DDR-weites Computernetz aufzuziehen, das vollstaendig unabhaengig von staatlichen Behoerden waere. Dieses ax.25 genannte System ist von der Amateurfunkern entwickelt worden und koennte wohl von diesen erworben werden. Die Programme sind im Sourcecode erhaeltlich und sind praktisch PD. Naeheres muesste mit den Amateurfunkern abgesprochen werden. Aber von dieser Seite waeren keine Probleme zu erwarten. Eine funktionierende Minimalkonfiguration fuer einen Knoten dieses Netzes waere zB: ein C64, ein Modem und ein Funkgeraet, wobei Wau nicht die teuren Amateurfunkgeraete meinte, sondern die relativ guenstigen CB-Funkgeraete. Mit ca 300 Knoten und 20-40 Datenkanaelen waere ein Kapazitaet verfuegbar, das dem BRD-Datex-p entsprechen wuerde. Fuer den raschen Aufbau dieses Buergernetzes fehlt allerdings die Hardware. Es seien nun alle geneigten Leser aufgerufen, ihre alten, nicht mehr gebrauchten Akkustikkoppler, Modems, 8-Bitler etc an die DDR-Computerclubs zu spenden. Die Adressen koennen beim CCC erfragt werden. - Framstag -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04]
Buergernetze und Kommunikationsziele ohne eisernen Vorhang
[Chalisti] [04] Dummheit / Schlauheit in Netzen
Dummheit / Schlauheit in Netzen Ein staendiges Problem in Mailboxen und Netzwerken sind die vielen sogenannten Dummuser und der von ihnen produzierte Datenschrott. Darum und um alle Randerscheinungen drehten sich die Diskussionen in den Veranstaltungen "Dummheit in Netzen" und "Semiprofessionelle Mailboxnutzung". Inzwischen ist es wohl so, dass etwa 90% aller Nachrichten fuer den einzelnen Benutzer uninteressant sind, je nach Interessenlage verschiedene Bereiche. Dies liesse sich durch ein geeignetes Datenbanksystem verhindern oder begrenzen. Die heutige Bretterstruktur vieler Boxen ist nur etwas wie ein klaeglicher Versuch, die Datenflut zu sortieren. In Zukunft sollte man Mailboxsysteme planen, die sich ueber eine Datenbankabfragesprache bedienen lassen, um die zu erwartenden Datenmassen ueberhaupt noch sinnvoll verarbeiten zu koennen. Die Betreffzeilen reichen schon heute kaum mehr fuer eine Vorselektion von Nachrichten aus. Eine andere Moeglichkeit waere die Einrichtung von moderierten Brettern, in die nur Infos und keine Kommentare, die meist fluessiger als fluessig und daher von vielen Leuten unerwuenscht sind, kommen. Nachrichten kann man dann nur persoenlich an einen gewaehlten Moderator schicken, der sie bei Gefallen in das schreibgeschuetze Brett weiterleitet. Praktiziert wird dies bereits bei Konferenzen in diversen Mailboxen in den USA. Es sollen aber auch noch andere frei beschreibbare, unzensierte Bretter zur Verfuegung stehen, um den Benutzern ihr Recht auf freie Meinungsbzw. Muellverbreitung zu erhalten. Dies ist schliesslich ein entscheidender Vorteil im Vergleich zu herkoemmlichen Medien. Jeder hat das Recht, etwas zu schreiben, hat aber aber auch die Freiheit, es zu lassen. Aber nicht nur die Daten muessen anders verwaltet werden. Um interessante Beitraege und kompetente User anzuziehen, muessen die Mailboxprogramme bedienbar werden. Der GeoNet-Standard ist hierbei schon ein Schritt in die richtige Richtung, weil er nach einer relativ kurzen Lernphase einen recht maechtigen Befehlssatz zur Verfuegung stellt, der auch noch dem erfahrenen User ausreicht. Nun muessen die Benutzer die Mailboxen nur noch begreifen und sinnvoll nutzen. Man muss bei den Benutzeroberflaechen einen Kompromiss zwischen Bedienbarkeit, Geschwindigkeit und Effektivitaet von einzelnen Befehlen finden: waehrend umfangreiche Menues (z.B. Btx, Fido) fuer den Anfaenger optimal sind, werden erfahrene Benutzer davon eher genervt. Das Konzept der Zukunft scheint eine Schreibtischmailbox fuer jeden Benutzer zu sein, die mit einer beliebigen Benutzeroberflaeche laeuft und verschiedene Netzwerkmailboxen (Server) anrufen (pollen) kann. Die Mailboxen wuerden erheblich entlastet und schliesslich zu reinen Servern umfunktioniert, die die Post fuer die Benutzer zum Abholen bereitstellen. Jeder Benutzer koennte dann komfortabel die ganze Welt mit seinem heimischen Computer jederzeit erreichen. Die Verbindungen werden automatisch nachts, wenn
es billiger ist, aufgebaut. Um Mailboxen attraktiver fuer Nicht-Computerfreaks zu machen muss sich auch die Einstellung einiger Sysops zu ihrer "Arbeit" aendern. Alles muss etwas professioneller werden und die Funktion in Richtung Dienstleistung gewandelt werden. Dann ist es auch moeglich, Geld fuer die Dienstleistungen (fuer Datentransfer, Hilfestellungen, Informationsdienste) zu verlangen, um das Medienprojekt zu finanzieren und ein stabiles System aufzubauen. Die Freakzeit mit den selbstgestrickten und kostenlosen Mailboxen scheint vorbei zu sein. Es faellt immer wieder auf, dass der Sysop als Autoritaetsperson angesehen wird, was auch zu einer gewissen Selbstherrlichkeit des "Gottes ueber die Bits und Prios" fuehrt. Dies kann nicht Ziel eines Kommunikationssystems sein. Die Sysops sollten ihre Position und Funktion ueberdenken. Dazu zaehlt auch eine Erhoehung der Datensicherheit: Der Sysop sollte nicht mitlesen koennen, was der User macht und die persoenlichen Nachrichten sollten verschluesselt gespeichert werden. Das Ziel all dieser Bemuehungen ist dabei, mehr Nicht-Computerfreaks ein leicht bedienbares Medium zu geben, das darueber hinaus unabhaengig von Informationsmonopolen ist. Denn bereits jetzt besteht die Gefahr, dass ein Informationskrieg entbrennt und grosse Verlage sich in Mailboxsysteme einkaufen, um nicht allein auf das vielleicht bald ueberfluessige oder weniger bedeutsame Zeitungsgeschaeft angewiesen zu sein. Der grosse amerikanische Mailboxbetreiber CompuServe hat bereits einen Vertrag mit einem schweizer Unternehmen geschlossen, um auch in Europa ein Standbein zu haben. Deutsche Verlage versuchen mit mehr oder weniger Erfolg eigene Datenbanken und Informationssysteme aufzubauen. Die E-Mail hat eine grosse Zukunft in der Bundesrepublik. Auch Hobbynetzwerker und private Mailboxbetreiber sollten ueber einen Schritt in Richtung Professionalitaet nachdenken, um eine attraktive Alternative zu den kommerziellen Anbietern zu schaffen. Henne. -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04] Dummheit / Schlauheit in Netzen
[Chalisti] [04]
Das Poststrukturreformgesetz und seine Konsequenzen fuer Mailboxbetreiber
Das Poststrukturreformgesetz und seine Konsequenzen fuer Mailboxbetreiber Fachschaft Jura der Uni Bielefeld - Datenschutzgruppe: Adolf (Addy), Baerbel, Werner "Jederman (ich bin wirklich kein Chauvi, sondern der Gesetzgeber, d.S) ist berechtigt, sogen. Telekommunikationsdienstleistungen ueber Fest- oder Waehlleitungen zu erbringen." Das steht im Poststrukurgesetz; es gilt ab dem 1. July 1989; damit werden Mailboxen zu Fernmeldeanlagen! Das Telefonnetz steht aber weiter unter dem Fernmeldemonopol der DBP (-Telecom). @25 des Poststrukturgesetzes: Bundespostministerium hat sich an den Grundsaetzen der Politik der BRD zu orientieren! September 1988 wurde festgestellt, dass das Gesetz ueber die Einschraenkung des Fernmelde- und Postgeheimnisses (G10) vergessen worden war. Sie kamen auf den Dreh: Wenn das Poststrukturgesetz geaendert wird, dann gilt auch das Fernmeldegeheimnis, also muss auch das Gesetz ueber den Eingriff in dies Gesetz (G10 genannt) mit reingenommen werden. In ihrer Sicherheitsphilosophie nur logisch: es sollen keine Nischen entstehen, in die sich "Verbrecher oder Terroristen" einnisten. Deshalb werden Kontrollmoeglichkeiten geschaffen, die moeglichst weit gehen sollen. Sie schliessen die letzte Nische, wo sie bisher nicht hin koennen! Dies ist "nur" die konsequente Ergaenzung des Sicherheitspakets bestehend aus ZAG (Zusammenarbeitsgesetz), Verfassungsschutzgesetz, Gesundheitsreformgesetz (Datenuebertragung zwischen Krankenkassen, Aertzen, ...) uvam. Auf Anordnung koennen BfV, LfV, MAD und BND Auskunft ueber durchgefuehrten Fernmeldeverkehr (z.B. auch in Mailboxen) vom Fernmeldeanlagenbetreiber (also z.B. dem SysOp einer Mailbox) verlangen. Personal muss auf Anfrage von dem Mailboxbetreiber zur Verfuegung gestellt werden. Bei Gefahr im Verzuge auch ohne richtlichen Beschluss. Es gilt natuerlich auch immer 129 StGB (Unterstuetzung einer terroristischen Vereinigung): wenn bestimmte Tatsachen den Verdacht begruenden (und das heisst nach der Erfahrung der letzten Jahre - siehe den Weckerkauf von Ingrid Strobel, ..) im Prinzip immer (das ist die Regel - die Ausnahme von der Regel) kann ohne richterlichen Beschluss von den Kraeften der Bullizei direkt gehandelt werden! Der richterliche Beschluss wird dann "nachgereicht"! Auch ein Telefonat mit dem eigenen Rechtsanwalt, der vielleicht eine einstweilige Verfuegung bewirken koennte, hat keine aufschiebende Wirkung! Es ist immer "Gefahr im Verzuge"!
Technisch: "Die Ueberwachung des Fernmeldeverkehrs ist zu ermoeglichen!" Aber: die Ueberwacher brauchen einen Beschluss vom Richter! Den koennen sie aber nachreichen! In Augenscheinnahme --- du (als Mailboxbetreiber) musst es ihnen ermoeglichen, die Festplatte duerfen sie nicht etwa mitnehmen, sondern sie duerfen "nur" ueberwachen! Diese Ueberwachung bezieht sich auf Fernmeldeanlagen (also auch Mailboxen), aber beachte: 1. Eine Fernmeldeanlage (sprich die Mailbox) endet nicht hinter dem Mond, sondern auf der Platte! 2. Die Userliste (oder die Backup-Disketten) im Schrank ist ein Blatt Papier - gehoert also nicht mehr zur Fernmeldeanlage! Alle Daten ueber die User sind rauszugeben! Aber: was ich nicht weiss, kann ich nicht weitergeben - ich hab keinen Zugriff! "Bin ich als Mailboxbetreiber verpflichtet, persoenliche Daten zu sammeln?" Nein! Die Ueberwachung muss sich nach diesem Gesetz eindeutig auf "namentlich bekannte" Personen beziehen. Kann Name ein Pseudonym sein! Ja! Wenn es eine bestimmte Person ist, die nicht in der Mailbox ist, ist der Fall an sich gegessen! Unterlaufen durch Verschluesselung ist moeglich! Wenn User die eigenen Daten mit Passwort verschluesseln, kann der SysOp die persoenlichen Mitteilungen garnicht lesen. SysOps sind nicht verpflichtet, Zusatzeinrichtungen zu beschaffen, mit denen das "Entcrypten" der Daten ermoeglicht wird! Was auf dem Bildschirm erscheint, haengt vom Programm ab, mit dem die Mailbox betrieben wird. Aber die Ueberwacher duerfen auch die Telefonleitung komplett ueberwachen (geht nach G10 eh'). Man muss aber das Mitprotokollieren ermoeglichen. Es darf niemandem zu Kenntnis gebracht werden (also insbesondere den Usern einer Mailbox nicht), was nach dem Ueberwachungsrecht gemacht wurde oder wird. Man (der Ueberwacher) sucht den User X, findet aber bei der routinemaessigen Ueberwachung den User Y bei einer "nichtgesetzlichen Taetigkeit". Dann muss der Ueberwacher dieser strafbaren Handlung nachgehen - sonst ist das Strafvereitelung im Amt! Sie haengen einem auf der Leitung und man kriegt keine Daten mehr rueber, dann kann man ihnen diese Kosten im Prinzip in Rechnung stellen! Ja! (im Prinzip wenigstens!) Also: Funktion der Mailbox darf nicht verhindert werden! Brief- Post- und Fernmelderecht und Datenschutz Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung Widerspruch stehen sich gegenueber! Was ist mehr wert?
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Art. 1 + 2 des Grundgesetzes sind hoeherwertig als die Einschraenkung des
Post- und Fernmeldegeheimnisses. Jede Mailbox muesste an sich datenschutzmaessig geschuetzt sein! --------> Wird an der UNI BI diskutiert werden. Vielleicht wissen wir in 5 Jahren mehr! Kann ich gegen ein Gesetz vorgehen? Ja! Normenkontrollverfahren eines jeden Betroffenen ist moeglich. Mailboxbetreiber sind Betroffene: also koennen sie ein solches Verfahren einstiehlen! --------> Bulle und Bildschirm! Spracherkennung ist noch schwierig, aber ASCII-Analyse leicht moeglich! In den Staaten ist soetwas schon passiert! USENET.USE --- NSA und CIA --Diskussion + Informationsaustausch ueber Zerberus soll demnaechst erfolgen. Detailtips, um Mailboxprogramme sicher machen zu koennen werden gewuenscht: - persoenliche Mitteilungen duerfen beim SysOp nicht erscheinen; - die User koennen mit einem "Write protect Modus" selbst entscheiden, ob Messages beim SysOp angezeigt werden oder nicht. Politisch: Die Bielefelder FS-Jura (Gruppe Datenschutz) meint: Gerade bei Mailboxbetreibern geht es eher technisch-argumentativ zu: technische Argumente werden benutzt, um sich vor Politik zu druecken! Es fehlen politsche Inhalte auf Mailboxen und es fehlt oft auch politisches Bewusstsein bei Mailboxbenutzern und SysOps! Wie koennen wir das ganze politsch kippen? Wir muessen uns einreihen in die grosse Gruppe der Gegner der Sicherheitsgesetzgebung - wenn wir das nicht schon lange haetten tun sollen. sicherheitspolitsche Aufruestung ---> Wirtschaft und Wirtschaftlichkeit der TeleCom ist das Korrektiv fuer alle gesetzlichen Ueberlegungen! Geht der Staat nicht ein wenig weit -- muss ich (als User oder Mailboxbetreiber) das hinnehmen? Im Prinzip ist es dasselbe wie Fernmelde- und Briefgeheimnis. Briefe werden bei der Post schon geoeffnet! - da haben sie es nicht noetig, dem Empfaenger von Briefen auf die Bude zu ruecken. Ab wieviel Teilnehmer muss ein Chatsystem als Demonstration genehmigt werden? Es kommt der Tag, wo ein Pseudonym als Vermummung gelten wird! Unser Bundeskanzler Helmut Kohl (BuKaKo) freute sich ueber die Menschen in der DDR, die hingingen und sagten: "Das Volk sind wir". Sie gingen zu dem MfS (Ministerium fuer Staatssicherheit) und sahen nach, wie durch die Sicherheit des Staates geschuetzt wurde; warum sollen wir nicht mal nach Pullach (BND) oder Koeln (Bundesamt fuer Verfassungsschutz) gehen! Ob sich dann BuKaKo - ach klar - er muss sich freuen!
Kontakt: Fachschaft Jura Uni Bielefeld: Universitaetsstrasse 25 4800 Bielefeld 1 Mo 18.00-20.00; (0521) 106 4292 Voice E-Mail: [email protected] BIONIC-Tel.Nr.: 0521-17 11 88 Ludger ChaosHa(gen) [email protected] & [email protected] -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04]
Das Poststrukturreformgesetz und seine Konsequenzen fuer Mailboxbetreiber
[Chalisti] [04] Was soll der Staat duerfen ?
Was soll der Staat duerfen ? Von den Notstandgesetzen bis zur Stasi-Abschaffung Da der angefragte SPD-Politiker Peter Paterna (PP; Postexperte der SPD, Mitglied des aus 5 Maennern bestehenden G10-Ausschusses des Deutschen Bundestages; nicht erschienen ist, wird die Podiumsdiskussion ohne ihn begonnen. Mit Peter Greger und Dr. Peter Pas nehmen zwei Kenner der Computerscene der DDR und Mitglieder des Neuen Forums (NF) an der Diskussion teil. Adolf Groeger (Nickname Addy) Fachschaft Jura; Gruppe Datenschutz; Uni Bielefeld) fuehrt moderierend ins Thema ein: Dies ist der erste Congress, auf dem Gesellschaftspolitik betrieben wird! Provokante These: "Elektronisches Medien werden benutzt,um Politik zu verdraengen!" "Terrorismus" nach der Definition der Bundesregierung ist "Bewaffneter Kampf fuer politische Ziele!" Einstieg ist das G10 (Gesetz zur Einschraenkung des Grundrechte nach Art. 10 Grundgesetz: Brief- und Fernmeldegeheimnis). Im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens koennten Aenderungen am G10 durch das Postreformgesetz gekippt werden! Antragsberechtigt sind (weil Betroffene im Sinne des Grundgesetzes) User und Mailboxbetreiber. Der BuKaKo (KandesBunzler) muesste sich freuen, wenn wir nach Koeln (Verfassungsschutz) oder Pullach (BND) kommen, wie er sich gefreut hat, als DAS VOLK das Ministerium fuer Staatssicherheit (MfS) der DDR besichtigt hat! Laut Datenschleuder (Zentralorgan des Chaos Computer Clubs), so ein Einwurf eines Mailboxbetreibers, behauptet der Bundespostminister (BPM): "Es geht bei G10 nur um privat betriebene Vermittlungseinrichtungen (nicht aber um Mailboxen)!"; das G10 sagt aber: "Alle Betreiber von Fernmeldeeinrichtungen!" BPM: "Es ist alles nicht durchschaubar." Gemessen am Gesetzestext ist das gelogen. Die Vertreter des NF: "Private Anbieter von Telekommunikationsdiensten gab es nicht in der DDR." Nicht mal mehr eine privat initiierte Zeitung (wie die DS) waere moeglich gewesen! Ausrede fuer diese Restriktionen "Dann kann auch kein rechtsradikales Gedankengut verbreitet werden!" Funktamateure aber wurden zugelassen und schaerfstens beaeugt! Ein Vergleich der Situationen in DDR und BRD zeigt: BRD: Der Staat hechelt der technischen Entwicklung hinterher! Im Prinzip determiniert die Oekonomie die gesetzlichen Regelungsbeduerfnisse! Regierung schliesst Nischen (ist eine Nische etwas Unverzichtbares oder etwas, was schleunigst geschlossen gehoert?).
Historische Dimension: der Postdienst von Thurn und Taxis (16. Jh) wurde eingefuehrt, um revolutionaere Daten abzufangen! DDR: Der Staat bestimmt, was sein darf und was nicht und legt damit die technische Entwicklung fest! Besuch des MfS hat andere Gruende und steht in einer voellig anderen historischen - naemlich revolutionaeren - Situation. Die Bedrohung war viel unmittelbarer als in der BRD; Wegen G10 waere auch in der DDR niemand zum MfS gegangen. Der anwesende Prof. Dr. Klaus Brunnstein (im folgenden KB genannt): Am Beispiel Wackersdorf laesst sich das Primat der Oekonomie zeigen; dass die Industrie selbst merkt wann es sich nicht mehr lohnt! NF: Ist kapitalistische Demokratie wirklich der Weg, um die Interessen des Volkes durchzusetzen? Aber eine andere Struktur (Sozialismus, d.S.) ist auf lange Sicht diskreditiert ("vermauert und verbaut")! Volksentscheid wird vom NF als Moeglichkeit der Einflussnahme auf Poltik angestrebt. Am Runden Tisch wird z.Zt u.a. ueber ein Mediengesetz diskutiert. Den Rundfunk oeffentlich-rechtlich zu organisieren ist ein Weg, gesellschaftliche Kontrolle auszuueben. Die die das Geld haben, werden bestimmen! Die breite Masse ist allerdings konsumorientiert! Addy: Sichern heisst einschraenken! (Das ist zwar trivial, aber muss immer mal wieder gesagt werden, der Aetzer) KB: Telefonnetz vergesellschaften! Computerisierung okkupieren! NF: Kommunikationssystem wird geschaffen - aber fuer die Wirtschaft! NF: Blauaeugige Basisdemokratie zerschlagen! Pu(blikum): Leitungen werden unkontrolliert ueberwacht! Pu: Idee des Counterparts, d.h. der "fortgeschrittenere" Partner macht nichts ohne Beteiligung des nicht so weit "Fortgeschrittenen" KB: Zurueck zur Kommunikationsthematik, d.h. wir diskutieren hier ueber Verfuegung und Distribution von Informationen! Technologiefolgenabschaetzung funktioniert nicht, Beispiele sind Volkszaehlung und ISDN Ein uneingeschraenktes Fernmeldegeheimnis nach Art. 10 GG (d.h. ohne G10) ginge nicht, dann haetten wir die Alliierten noch in den Leitungen. Noch den Bestimmungen der CoCom-Liste waere ein Datennetz nach vollem ISDN-Standard gar nicht in die DDR exportierbar. - Das kann eine Technologie-Folgeabschaetzung natuerlich nicht ersetzen. PP musste stellenweise fuer die enormen Fehlleistungen seiner Genossen vor allem auch als Regierungspartei - harte Angriffe hinnehmen, sein Eintreten fuer die Volkszaehlung mit dem Hinweis auf dringend benoetigte Daten z.B. zum Wohnraumbedarf stiess zunaechst auf schallendes Gelaechter und dann sofort auf scharfen Widerspruch: "Vor allem muessen Sie sich jetzt vorhalten lassen, mit diesem Datenschrott auch noch zu planen (KB)!
Die Themafrage "Was soll der Staat duerfen?" wurde exemplarisch am Beispiel des Umgangs des BMPT mit den im ISDN anfallenden Verbindungsdaten ("wer/wann/mit_wem/wielange") diskutiert. PP sah hier vor allem einen Zielkonflikt. Und zwar zwischen dem "Dienstleistungsangebot" in Form detaillierter und damit nachpruefbarer Abrechnungen, oder solchen Features wie selektive Anrufunterdrueckung, Identifikation des Anrufenden schon vor dem Abheben, Anrufweiterschaltung und aehnlichen Gimmicks einerseits und der dafuer ggf. hinzunehmenden Einschraenkung in Form von Ueberwachung, Speicherung. Aber die Frage, ob wir all diese Wohltaten in Form von vollautomatischen digitalen Dienstleistungen ueberhaupt wollen, ist ja gar nicht diskutiert worden. Die ISDN-Plaene hat nie ein demokratisch gewaehltes Parlament abgesegnet, das war eine reine Regierungsentscheidung. Und das Interesse des BMPT an wasserdichten abrechenbaren Daten waere durchaus auch anders zu befriedigen, vor allem ohne Datenspeicherung mit der Moeglichkeit, diffizile und aussagekraeftige Verhaltensprofile zu erstellen. Hier sei nur an so sensible Zusammenhaenge wie telefonische Beratung (Aids, Drogen, Psycho...) erinnert. Der Vorschlag, hier koenne nur noch mit Einzelfallregelungen jeweils ein Spezialriegel vorgeschoben werden, kann nicht ueberzeugen. Ein Rechtssystem, dass im Wesentlichen mit Einzelregelungen arbeitet, kann nicht mehr verstanden werden und ist damit ein Un-Rechtssystem. So muessen sich die verantwortlichen Stellen denn auch entgegenhalten lassen, mit der service-orientierte Argumentation nur Nebelkerzen zu werfen, um vom fundamentalen Misstrauen der Obrigkeit gegenueber den Menschen abzulenken. Die falschen Entscheidungen (ISDN) fuer die naechsten 20-30 Jahre sind ohnehin schon jetzt nur sehr schwer zu korrigieren, ein solch komplexes System schreibt man nicht mal eben so auf die Schnelle um. So fuehrt die Frage nach den Befugnissen des Staates schnell zur Frage nach dem Bewusstsein und der Verantwortung der Informatiker und Softwareingenieure. Hier sind die Aussichten gar nicht so finster, gerade Informatiker wissen oft eher als konventionelle Techniker, auf wessen Seite sie stehen. Das kann aber eine grundlegende politische Debatte nicht ersetzen. Ein klares, auch grundgesetzlich verankertes Prinzip der "Achtung der Privatdaten" koennte die vielen verwirrenden Einzelregelungen zum Datenschutz ersetzen und vor allem als deutliches Bekenntnis zum Recht des Individuums auf unerfasstes Denken und Leben Zeichen setzen. Uli/Ludger ChaosHa(gen) [email protected], [email protected] [email protected], [email protected] -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04] Was soll der Staat duerfen ?
[Chalisti] [04] Europaeische Wissenschaftsnetze in den 90ern
Europaeische Wissenschaftsnetze in den 90ern Die wichtigsten Wissenschaftsnetze in Europa sollen ihren BenutzerInnenn in den Universitaeten und Forschung in den 90er Jahren schnellere internationale Verbindungen zwischen den lokalen Netzen bereitstellen. Das europaeische Ziel ist gleich, doch der Weg dazu geht ueber eine Schlacht um europaeische oder amerikanische Standards, Postmonopole oder Systeme von Computerherstellern. Offenen Systemen werden dabei mehr Chancen zugewiesen als herstellergebundenen Loesungen. Zu den wichtigsten europaeischen Forschungsnetzen gehoeren das auf dem IBM-System basierende EARN (European Academic Research Network), das kooperative EUnet (European Unix Network), das Netz der HochenergiephysikerInnen HEPnet (High Energy Physics), auf DEC-Technik, sowie die in RARE (Reseaux Associes pour la Recherche Europeenne) verbundenen X.400-Netze auf dem OSI-Standard (Open Systems Interconnection). Die SkandinavierInnen im NORDUnet (Nordic Network) unterstuetzen als Loesung fuer die Zukunft parallel schon verschiedene Protokolle. Lokale Netze koennen in internationalen Netzen ueber verschiedene Protokolle verbunden werden: da ist zum einem das amerikanische Protokoll TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol), das in Deutschland in lokalen Netzen schon zu einem weithin benutzten und zunehmend beliebteren Industriestandard geworden ist. Demgegenueber steht das X.400-Protokoll der geplanten europaeischen Wissenschaftsnetze, die aus der europaeischen Foederation von RARE, hervorgegangen sind. Die auf dem internationalen Standard OSI, Open Systems Interconnection basierende X.400-Dienste sollen ermoeglichen, zukuenftig nicht nur Text, sondern auch Graphiken und Ton zu verschicken. Gegenueber den amerikanischen TCP/IP-Protokollen koennte X.400 daher bedeutende Vorteile bringen. Mit diesen Multimedia-Anwendungen koennten die europaeischen Regierungen den europaeischen Computerherstellern und Unternehmen den Vorsprung eines offenen Standards bieten. Der bedeutendste Nachteil der X.400-Dienste ist die Tatsache, dass benutzerfreundliche Anwendungen noch nicht verfuegbar sind. Andererseits werden die Netze durch die Festlegung auf die X.25-Dienste der nationalen Postgesellschaften technisch eingeschraenkt und fuer zukuenftige Netz-Projekte eventuell zu langsam. Einen Kompromiss zwischen europaeischem OSI und amerikanischem TCP/IP versuchen Netze wie EUnet, HEPnet und teilweise EARN zu gehen. Um ihren BenutzerInnen im Uebergang zu einem internationalen OSI-Netz die bestehenden Dienste ueber IP oder EARN zu ermoeglichen, sind diese Netze in der
europaeischen Initiative RIPE (Reseau IP europeen) zusammengeschlossen. Mit den Aktivitaeten, die US-Standards wie TCP/IP ausnutzen, stehen diese Netze jedoch ausserhalb europaeischer Foerderung. In juengster Zeit engagierten sich auch die X.400-Netze in RARE fuer die von WissenschaftlerInnen benoetigten IP-Anwendungen. Auch das auf X.400 basierende DFN befindet sich in der schizophrenen Lage, trotz des Benutzerinteresses an IP-Diensten mit den Geldern vom BMFT nur auf OSI-Standards festgelegt zu sein. Unter dem Druck der Universitaeten auf das DFN wurde eine Vereinbarung zwischen dem DFN und der Telecom getroffen. Diese stellt fuer die Universitaeten ein pauschaltarifiertes X.25 Netz zur Verfuegung. Dabei handelt es sich praktisch um das allzeit bekannte Datex-P Netz. Die einzigen Unterschiede bestehen in der veraenderten NUA-Adresse (45/44 050 xxxx xxxx), den Geschwindigkeiten (9,6KBps oder 64KBps), sowie der Abrechnung, die eben jetzt volumenunabhaengig geschieht. Dadurch koennen die Universitaeten laengerfristig planen und sind nicht so grossen Kostenschwankungen wie bei volumenabhaengigen Netzen unterworfen. Seit dem bekannt wurde, dass dieses WIN existieren wird, haben einzelne Rechenzentren auch schon Verhandlungen mit der GMD gefuehrt, um das EARN in Zukunft ueber das WIN laufen zu lassen und damit auch die Zukunft von EARN zu sichern. Den Betrieb des zentralen EARN-Rechners in Bonn wurde inzwischen auch zugesichert. Das WIN wird stellenweise auch als Uebertragungsmedium fuer UUCP, sowie Bundeslandnetzen (Bsp.: Niedersaechsischer Rechnerverbund NRV) genutzt werden. Anschliessend konnten noch Fragen gestellt und diskutiert werden. Nachdem verschiedene Fragen zum EuNet, speziell zur Struktur von Unido gestellt wurden, wurde durch die Frage: "Wie siehst du das Verhaeltnis Unido-Subnet" eine interessante und stellenweise auch heftige Diskussion begonnen. Verschiedene anwesende Subnet-Benutzer und andere Anwesende diskutierten ueber den Sinn bzw. Unsinn von Subnet, Unido, Kostenstrukturen, Mailboxen am EuNet, etc. Im Laufe der Diskussion wurden auch die Probleme der Moeglichkeiten von Studenten angesprochen, wie diese an den Universitaeten Netze benutzen koennen oder aber auch ueber Universitaeten sich vernetzen koennen. Nur an ganz wenigen Universitaeten koennen Studenten Netze wie EARN benutzen. Es wurde gemeinsam ueberlegt, wie man erreichen koennte, dass die Verantwortlichen in den Rechenzentren sich mehr mit den Gedanken anfreunden, Studenten auf dieses neue Medium zur Verfuegung zu stellen. Anke Goos/Terra -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04] Europaeische Wissenschaftsnetze in den 90ern
[Chalisti] [04]
Computernetze im Umweltschutz: Die Nordsee faengt in Bayern an!
Computernetze im Umweltschutz: Die Nordsee faengt in Bayern an! Wie koennen Computer und Datennetze fuer den Umweltschutz genutzt werden? Fuer die Internationale Nordsee-Schutzkonferenz (INK) im Maerz 1990 haben Umweltschutzverbaende auf dem Chaos Communication Congress einen Aktionsplan entworfen, wie die "alternativen Medien" der Computernetze zum Schutz der Nordsee eingesetzt werden koennen. Auf der Nordsee-Schutzkonferenz in Den Haag treffen sich die Anrainerstaaten wie schon 1987, um gemeinsame Konzepte abzustimmen. Den Umweltgruppen reichen die immer wiederkehrenden Absichtserklaerungen nicht aus. Sie fordern konkrete Massnahmen. Fundierte Informationen sollen auch die Nordsee-Verschmutzer im Binnenland zu umwelt-bewusstem Handeln ermutigen. Geplant ist, von einem der Begleitschiffe der Konferenz via Computernetz international Hintergrundberichte zu verbreiten. Damit soll das konventionelle Nachrichtenangebot bekannter Agenturen fachlich ergaenzt werden. Zahlreiche Hintergrund- und Korrespondentenberichte, Features und aktuelle Meldungen werden von Bord des Aktionsschiffes mit dem Namen des friesischen Freiheitskaempfers Pidder Lyng auf die internationalen Datennetze ausgeschickt. Von der Pidder Lyng werden die Nachrichten bis hin zu lokalen Mailboxen in der Bundesrepublik verteilt. Freie Journalisten, Umweltgruppen, MailboxInteressierte vor Ort koennen diese Infos aus dem lokalen Mailbox-System abrufen und auswerten. Die konkrete Planung soll verschiedene Netze in die Informationsverteilung einzubeziehen: GreenNet - Ein von Umwelt- und Friedensgruppen genutztes Netz, das zusammen mit Peacenet aus San Francisco weltweit Nachrichten, auch an Journalisten verbreitet. EARN,EUnet - als europaeische Netze, sowie weltweite Netzwerke wie Bitnet, Internet und Bionet. MBK1 - Eine Mailbox im Geonet, die als professioneller Anbieter auch ueber Tele(fa)x einen schnellen Nachrichtenaustausch gewaehrleistet. Zerberus - Auf dem Schiff wird eine Zerberus-Mailbox angeschlossen, die mehrmals taeglich die aktuellen Nachrichten mit den deutschen Zerberus-Boxen austauschen wird. Btx - Nach Moeglichkeit sollen alle Berichte und Nachrichten
kostenlos ueber Btx angeboten werden. Darueber hinaus koennen gegen Kostenbeteiligung die Berichte direkt via Fax oder Telex gesendet werden. Diese Aktion ist ein erster Versuch, die Staerke von menschlichen und technischen Netzen zu testen. Der Erfolg der Aktion haengt wesentlich davon ab, ob es gelingt, die Information aus den Netzen auf konventionelle Medien wie Presse und Funk, aber auch oeffentliche schwarze Bretter in Schulen und Universitaeten zu uebertragen. Weitere Informationen erteilt: Mensch-Umwelt-Technik e.V. (M.U.T.) c/o Wolfgang Schroeder Im Winkel 3 2000 Hamburg 20 Tel.: 040/464811 (14-18 Uhr) E-Mail: MBK1:M.U.T. [email protected] -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04]
Computernetze im Umweltschutz: Die Nordsee faengt in Bayern an!
[Chalisti] [04] Sicherheit in offenen Netzen
Sicherheit in offenen Netzen Erster Teil frei nach Dr. Pfitzmann von der Uni Karlsruhe: Mit der Einfuehrung der digitalen Netzwerke (ISDN) durch die Bundespost wird die Frage der Datensicherheit neu aufgeworfen. Mit ISDN werden mehrere analoge Systeme zu einem Digitalen zusammengefasst (Telefon, Fax, Datenuebertragung, Fernseher etc.) und damit zentralisiert. Fernseh- und Radiosendungen sollen nicht mehr verteilt werden, sondern unter der Endstufe von ISDN (Integriertes Breitband-Fernmeldenetz) auf Bedarf vermittelt werden. Eine Ueberwachung wird damit durch die technischen Gegebenheiten stark vereinfacht und auch erst moeglich. Dazu kommmt, dass eine Ausspaehung und/ oder Verfaelschung digitaler Daten kaum bemerkbar ist; daraus folgt, dass neben einem rechtlichen auch ein technischer Datenschutz unabdingbar ist. Bei der Ausspaehung von Daten muessen zwei Arten der unkontrollierbaren Informationsgewinnung beruecksichtigt werden: Zum einen der illegale Zugriff von fremden Dritten auf die Leitungen, oder der 'legale' Zugriff offizieller Organe ueber die Verteilerzentralen. Gegen das illegale Abhoeren von Leitungen kann man sich einfach schuetzen. Zum einen kann durch die in Zukunft haeufigere Verwendung von Glasfaserleitungen die Moeglichkeit des unbemerkten Anzapfens drastisch verringert werden, zum anderen ist durch die Verschluesselung aller ueber die Leitung transferierten Daten ein guter Datenschutz erreicht. Das wirksamste Verfahren waere die sog. asymetrische Verschluesselung, bei dem eine Nachricht mit dem oeffentlichen Schluessel des Empfaengers codiert wird. Der Empfaenger entschluesselt die Nachricht mit dem nur ihm bekannten dazugehoerigen zweiten Teil des Schluessels (RSA-Verfahren). Bei Verwendung anderer Verschluesselungsverfahren ist dies technisch kein Problem, bis 800 kbit/sec auf Software-Basis, mit Spezial-Chips sogar 30 Mbit/sec (Prof Beth, Uni Karlsruhe, hat nach meinen Informationen Chips mit ueber 100 Mbit/sec entwickelt - genaue Infos bitte nachfragen direkt bei Beth bzw [email protected]). Zum Zweiten: Um die uebertragene Information vor den Vermittlern geheimzuhalten, ist eine unabhaegige End-to-End-Verschluesselung zusaetzlich zur Verschluesselung der Daten durch die oeffentlichen Dienste, die diese durchfuehren um die Leitungen zu schuetzen, noetig. Um vor den offiziellen Stellen Absender, Empfaenger sowie Kommunikationsbeziehungen geheim zu halten, stehen einige Moeglichkeiten zur Verfuegung. Eine zeitliche Entkopplung von Informationsauswahl und Nutzung, ein breites Empfangen von codierten
Informationen und allgemeine Verteilung waeren Ansaetze, den Empfaenger zu schuetzen. Zum Schutz des Absender koennten sog. MIXe errichtet werden, die mehrere Leitungen zusammenfuehren, und Informationen zeitlich versetzt ueber willkuerliche Ports wieder ausgeben. Kritisch wird dies nur bei Echtzeitvorgaengen, wie zum Beispiel dem Telefonieren. Diese technischen Moeglichkeiten koennen Spionage und Ausspaehung nicht vollkommen ausschliessen, allerdings wird das notwendige Vertrauen in die Netzwerkbetreiber, in diesem Fall Post, auf ein Minimum reduziert, resp. man macht sich so von der Korrektheit der Post in einem grossen Mass unabhaengig. Vielleicht noch ein kleiner Einwurf zur Sache Verschluesselung. Haeufig taucht das Argument auf, dass die Freigabe der Information wie man wirkungsvoll Daten verschluesselt und Datentransferwege verschleiert, von subversiven und kriminellen Organisationen ausgenuetzt werden koennte, ihre Aktivitaeten zu verbergen; und darum oeffentliche Freigabe all dieser Informationen gradezu straeflich sei! Dem kann man entgegenhalten, dass solche Organisatinen von alleine genuegend Phantasie aufbringen, sich dieses Wissen auf anderen Wegen anzueignen und auszunuetzen. Dies ist also absolut kein Argument schutzlose Buerger der Moeglichkeit des freien und unkontrollierten Datenaustauschens zu berauben. Damit waere die eigenliche Informationsverteilung vortrefflich anonymisiert. Das Problem das jetzt noch offen ist, ist die zuverlaessige Indetifizierung des Absenders, bei gleichzeitiger Wahrung seiner Anonymitaet in anderen Bereichen. Zweiter Teil frei nach E. Raubold (GMD) (Dies ist keine mit der Post auf irgend eine Art verknuepfte Organisation): Zuerst wird das Problem der Identifizierung unabhanegig vom Problem der der Anonymitaet gegenueber anderer Stellen diskutiert. Zwei Beispiele um zu zeigen dass diese Identifikation unbedingt notwendig ist, und ein in Zukunft sicher steigendes Problempotential aufweist. Die Aufgabe von Bestellungen (mit z.B. Telefax) unter Vortaeuschung eine falschen Identitaet kann Firmen wenn doch nicht ruinieren, doch arg in Probleme treiben. Versicherungsagenten arbeiten haeufig fuer mehrere Gesellschaften gleichzeitig, so koennen unabsichtliche oder absichtliche Vertauschungn auftreten, womit sich Private Vorteile ergattern koennten. Der technische Aufwand, um eine absolute Sicherhiet der Verbindungen und der Software mit konventionellen Mitteln zu erreichen, ist unvertretbar hoch, verschiedenene Banken die Geldtransfers vornehmen verlangen jede fuer sich Sicheheitsstandards, die dann sogar untereinander in Konflikt komen koennen. Kompliziert wird es auch, wenn man dann solche 'vertraulichen' Daten in eigene Applikationen uebernehmen will. Ausserdem kann Sicherheit bei der Hardware in solchen Faellen auch nicht garantiert werden, da der Zugang zu dieser Hardware in den seltesten Faellen kontrolliert werden kann/will.
Um trojanische Pferde und andere Sicherheitsprobleme einfacher detektieren oder auch eliminieren zu koennen, wird eine Normung von Kommunikation (a la X.400) und Betriebssystem zwischen Rechnern verwandter und verschiedener Gesellschaften gefordert, um Luecken in Systemen leichter beseitigen zu koennen. Andere, 'radikalere' Stimmen forderten gar eine voellige Neugestaltung all dieser am Austausch kritischer Informationen beteiligten Systeme. Waehrend der erste Teil des Gespraeches ein gestoertes Verhaeltnis zwischen Kunde und 'Hersteller' also der Post aufzeigte, stellte der zweite Teil Probleme der Benutzer untereinander dar. Dies in dem Sinne das im Moment keine Identifikation von Teilnehmern an einem Netz gewaehrleistet werden kann (X25, Telefax etc), Passwoerter nicht sicher sind, da 'Verraeter' die in Umlauf bringen koennen, und mitgeschriebene Logs verfaelschbar sind. Das CCITT-Dokument X.509 hat hierzu einige gute Prinzipien zur Sache Personenidentifikation aufgezeigt. Es versucht folgende sechs Schwaechen im momentanen System (ohne Aenderung irgendwelcher Basisbedingungen (Leitungsicherheit, Verschluesselung etc)) aufzuzeigen und zu beheben. a) Identitaet eines Anderen ablauschen. b) Maskerade (so tun als ob man ein anderer waere) c) Replay (antworten auf Briefe schicken, die man selber eigentlich gar nicht haben sollte, und so eine 'Legitimitaet' zu erschwindeln) d) Daten zum eigenen Gebrauch abfangen e) Waehrend der Sendung der Daten diese Verfaelschen f) 'Repudiation' Das Verneinen des Erhalts einer Meldunge oder auch so tun als ob man eine Meldung erhalten haette, die die Gegenstelle aber nie abgeschickt hat. Ein praktischer Ansatz um diese Probleme im Spezialfall Teletext wurde von der Firma mbp in Zusammenarbeit mit dem GMD entwickelt, und erlaubt es, eine elektronische Unterschrift an ofizielle oder vertragsbildende Texte zu binden, und gleichzeitig die Unverfaelschtheit dieser Texte zu gewaehrleisten. Dies wird erreicht, indem jeder Benutzer dieses Systems einmal mit einer persoenlichen (Chip-)Karte ausgeruestet wird, auf der ein RSA-Schluessel gespeichert ist. Jedesmal, wenn dieser Benutzer nun eine Meldung absenden will, muss er in einen vor unbefugten Zugriffen gesicherten PC seine Karte einfuehren, und der Rechner ermittelt mit Hilfe dieser Karte und dem zu sendenden Text eine 'Signature' die diesem Text angefuegt wird. Die Empfangsseite kann so feststellen wer (welche Karte) die Verantwortlichkeit fuer diesen Text uebernimmt, und hat die Garantie, dass der Text waehrend der Uebertragung nicht von Dritten verfaelscht wurde. Das System wird schon vereinzelt eingesetzt, und es laufen Anstrengungen aufzuzeigen, dass solche Signaturen durchaus rechtsgueltig sind, also solche Dokumnete vertraglichen Character haben. So wird zum Beispiel dieses System zwischen Gerichten und Klagestellern bei Mahnverfahren erprobt. Natuerlich nuetzt diese Kontrollmethode nichts, wenn der Zugriff von
Unbefugten zur Maschine die die Karten erstellt, sowie den Uebertragungseinheiten nicht verhindert werden kann. Konflikte existieren zur Zeit noch, wenn man Anonymitaet + Autenthizitaet verknuepfen will. (Kreditkarte mit der ich so anonym wie mit Bargeld meinen Kaugummi kaufen will, ohne dass offizielle Stellen mich als KaugummiKaeufer eruieren koennen, aber das Geld trotzdem von meionem Konto abgezogen werden muss) Anmerkungen: Im Rahmen des DEC-Seminars "Datensicherheit in Forschungsnetzen" vom 25.11.89 in Sindelfingen lud Prof Beth vom E.I.S.S. (European Institut of Security Systems), Uni Karlsruhe, alle interessierten Studenten, egal welcher Fachrichtung und Uni, ein, sein Institut zu besuchen. Bitte vorher telefonisch anmelden. Die Tel-No. ist bei der Auskunft der Uni Karlsruhe zu erfragen. Auf der 16.5 KIF (Konferenz der Informatikfachschaften) in Wien, Dezember 1988, wurde ein Workshop zum gleichen Thema abgehalten. Dort ging man noch detailierter (Entwicklung der (zur) Informationsgesellschaft, TEMEX etc) auf dieses Thema ein. Ein Papier dazu kann beim KIF-Verteiler angefragt werden: [email protected] oder [email protected] Literaturhinweise: - Datenschutz+Datensicherung Telefon-MIXe A.Pfitzmann u.a. Uni Karlsruhe - Datenschutz garantierende offene Kommunikationsnetze Informatik-Spektrum 1988 11:118-142 - Security in Data networks Eckard Raubold GMD Darmstadt Alex/Gec/Fly/Framstag -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04] Sicherheit in offenen Netzen
[Chalisti] [04] Straffreiheit bei Selbstanzeige - Sackgasse oder Chance?
Straffreiheit bei Selbstanzeige - Sackgasse oder Chance? Auf dem Podium sitzen: - Staatsanwalt (StA) Giessler von der Staatsanwaltschaft Hamburg als Fachmann und Beteiligter - Tanja als Fachfrau und juristischer Beistand des Moderators - Juergen Wieckmann als Fachmann fuer Hackerethik (zeitweilig) - und Padeluun als Moderator Die Diskussion um die Frage, ob Selbstanzeige eine geeignete Perspektive fuer Hacker im Konflikt mit dem Strafgesetz seinkann, findet vor dem Hintergrund einer eindeutigen Rechtslage statt: Paragraph 303a des Strafgesetzbuches (StGB) stellt bestimmte Formen des Hackens unter Strafe. Ob und wie hoch bestraft wird, bestimmen die folgenden Beteiligten in dieser Reihenfolge: - der Daten-Inhaber (z.B. eine Firma), der Strafantrag stellen muss, bevor der StA in Aktion treten kann - dann der StA, der Anklage erheben muss/kann, bevor der Richter aktiv wird - der Richter, der entweder verurteilt oder nicht. Der Hacker selbst hat darauf keinen Einfluss, schon gar nicht dadurch, dass er sich selbst den Strafverfolgungsbehoerden offenbart, mit der Hoffnung, dass er wegen Geringfuegigkeit nicht oder in nur schwachem Masse verurteilt wird. Das haeufig - und hier auch wieder - angefuehrte Gegenbeispiel aus dem Bereich des Steuerrechts eigne sich, so Giessler, nicht zum Vergleich, weil es "rechtssystematisch" ganz anders einzuordnen sei. Da naemlich verzichte der Staat auf sein Recht zum bestrafen, weil es "um sein eigenes Geld", die Steuern naemlich, gehe, und nicht um Rechte Dritter, die er zu schuetzen verpflichtet ist. Das Strafgesetz garantiert generell jedem gewisse Rechte. So z.B. Eigentum, Briefgeheimnis,etc. . Zu diesen schuetzenswerten Rechtsguetern gehoert u.a. auch das Recht auf einen Geheimbereich. Deshalb kann dies nicht mit dem Steuerrecht verglichen werden, wo bei Straffreiheit durch 'Selbstanzeige' nur der Staat selber betroffen ist, welcher natuerlich auf die Wahrung seiner Rechte verzichten kann, nicht aber einfach dritten Personen dieses Recht absprechen kann, ohne diesen die Chance zur Anklageerhebung zu geben. Auf die Frage nach der tatsaechlichen Auswirkung der entsprechenden neuen
Paragraphen (202a, 302a) gibt Giessler die Zahl der ihm bekannten Verfahren mit weniger als 10 an, davon allerdings keines wegen professionellen Hackens (Firma gegen Firma). Dem Einwand, dass ja im Prinzip nur mehr oder weniger "offene" Systeme gehackt werden, begegnet er mit der Erklaerung, dass auch schon der symbolische Schutz mit einem trivialen Passwort als "besondere Sicherung" der Daten gelte. Es komme darauf an, dass die Daten als besonders geschuetzt gekennzeichnet seien. Ausserdem haenge natuerlich auch das Strafmass davon ab, wie ernsthaft die Daten geschuetzt worden waren. Giessler appelliert an die Hacker, nicht auf alle Verletzlichkeiten staendig aufmerksam machen zu wollen. Auch der Mensch selbst sei ein System, dessen Verletzlichkeit sehr leicht demonstriert werden kann, aber nicht darf. Sei es nicht auch anmassend, als "Patron der Datennetze" zu entscheiden, was an die Oeffentlichkeit gezerrt gehoere? Gegen die Forderung nach einem klaren Anspruch auf Straffreiheit bei Selbstanzeige verweist Giessler auf die Moeglichkeit der StA, bei ueberwiegendem oeffentlichen Interesse bzw. bei geringer Schuld das Verfahren einzustellen. Die Grenzen dafuer liegen allerdings da, wo der Rechtsfrieden empfindlich gestoert und der Kreis der Betroffenen groesser werde. Viel Presserummel schaffe auch viel oeffentliches Interesse. Er wirbt um Vertrauen in die Strafverfolgungsbehoerden, der Staatsanwalt sei kein Buettel irgendeines anonymen Gebildes ohne soziale Verantwortung. Damit provoziert er den entschiedenen Einwurf aus dem Publikum: "Das Vetrauen liegt deutlich im Minusbereich, auch ein netter Staatsanwalt aendert daran nichts!" Der Kritik am Umgang der Staatsanwaltschaft mit Betroffenen begegnet Giessler mit dem Eingestaendnis, dass die Qualitaet der Staatsanwaltschaft von den Menschen abhaenge, auch hier gebe es Flops und Spitzen. Spontaner Gegeneinwand: "Eine Institution muss sich auch daran messen lassen, welche Subjekte sie noch als in ihren Reihen tragbar empfindet!" An dieser Stelle richtet Steffen das Augenmerk auf die soziale Katastrophe, die auch ohne Verurteilung schon der massive Einsatz der Strafverfolgungsbehoerden fuer den Betroffenen mit sich bringt. Da sollen Leute isoliert, weichgekocht, evtl. umgedreht werden, die eigentlich keine Kriminellen sind. Gerade bei cleveren Hacks sind die Mechanismen viel haerter als bei irgendwelcher Kleinkriminalitaet, weil noch ganz andere Instanzen mit drin haengen (Durchsuchungen, BND, Verfassungsschutz, auslaendische Dienste...). Auch bedauerte Giessler, dass Durchsuchungen angewendet werden muessten, doch seien sie zur Beweissicherung nicht zu vermeiden. Er raeumt ein, dass eine solche "Heimsuchung" durch die Polizei vor allem fuer junge Leute sehr schlimm ist. Er weist aber auch darauf hin, dass ein Teil der Belastung von den Medien ausgehe, die grundsaetzlich ja nicht von der StA benachrichtigt wuerden. Er riet dem (jugendlichen) Hacker diesen Hack nicht an die grosse Glocke zu haengen, dies habe meist nur schlechte Auswirkungen fuer den Hacker selber (auch wenn dies fuer Jugendliche manchmal sehr schwer sei, Stichwort "Ich, der Supermann"). Mehr kann und wollte er mit Verweis auf laufende Verfahren (hallo Steffen) nicht sagen. Wohin aber soll dann der bedraengte Hacker sich in seiner Not wenden?
Spontane Antwort Giessler: "Nicht an die Staatsanwaltschaft - die ist dafuer nicht zustaendig!" Das Auditorium nimmt dieses Statement sehr lebhaft auf. Spaeter allerdings weist Giessler auch auf die Institution der Jugendgerichtsbarkeit hin, in der von Jugendstaatsanwaelten und Jugendrichtern bisweilen regelrechte "Sozialarbeit" geleistet werde. Der Staat schuetze immerhin nicht grundsaetzlich nur Opfer, sondern ggf. auch den "schwachen Taeter" vor der Ueberreaktion eines "staerkeren Opfers". Dazu bemerkt Giessler, dass man bei dem Begriff Opfer immer vor Auge haben muesse, das dieser als juristischer Fachbegriff nicht negativ belastet sei wie sonst in der Oeffentlichkeit. Auch werde der Begriff Datenschutz oft in einem falschen Kontext benutzt. Es gehe letztendlich nicht um Daten die geschuetzt werden sollten, sondern um den Dateninhaber, der vor dem Missbrauch seiner Daten zu schuetzen sei. Ausgehend vom Stichwort Strafantrag kommt der Vorschlag auf, mit den Betroffenen, deren Sicherheitsluecken ja zu deren Vorteil aufgedeckt werden, ein Einvernehmen zu suchen. Ohne Strafantrag keine Strafverfolgung! Diesem Vorschlag stimmten alle Anwesenden mehr oder weniger zu. Er wurde sogar soweit gesponnen, dass man sich an Firmendachverbaende richten sollte, um eine Liste derjenigen Firmen zu erstellen, die das Angebot der 'freundlichen Hacker, die die Sicherheitsloecher finden wollen' annehmen und, unter Einhaltung bestimmter 'Regeln', hacken, Straffreiheit zusichern wuerden. Einflussnahme auf den Gesetzgeber mit dem Ziel, die geltende Rechtslage zu aendern, waere eine weitere Moeglichkeit, doch sei dieser Weg sehr langwierig und eine mehr oder minder theoretische Moeglichkeit... In den drei Stunden der auf 90 Minuten angesetzten Veranstaltung gibt es deutliche Worte ueber entschiedene Standpunkte, am Schluss auch Applaus fuer alle Teilnehmer auf dem Podium. Alex/Fly -----------------------------------------------------------------------------
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Capt. Crunch : Workshop Harper's Konferenz - Kurze Zusammenfassung
Capt. Crunch : Workshop Harper's Konferenz - Kurze Zusammenfassung Am Donnerstag abend, sammelte sich eine kleine Gruppe, um den Inhalt der Harper's Konferenz zu diskutieren. Die Harper-Konferenz wurde vom Harper Magazin in New York initiiert. Sie luden bekannte Amerikanische Hacker und Ehrengaeste ein, um ander Diskussion der Hackerethic teilzunehmen. Es war geplant diese Konferenz 10 Tage dauern zu lassen, und Harpers Magazin hatte dafuer zu sorgen, dass die Teilnehmer freien und bezahlten Zugang zum WELL-(Datenbank)-System erhielten. Nach einer kleinen anfaenglichen Konfusion eroeffnete ich das Treffen, und informierte die Teilnehmer von Harpers Plaenen die Texte dieser Konferenz in einem im April zu erscheinenden Artikel zu verwenden. Harpers Mag. hatte klargestellt, dass sie das Copyright besitzen wuerden, und ich gab dies so an die anderen Diskussionsteilnehmer weiter. Ausserdem umriss ich kurz die Themen der Harpers Konferenz und beschrieb die Teilnehmer, und wer sie waren. Dann beschrieb ich kurz die unten aufgefuehrten Themen: Harpers Conference Topics 1) Einfuehrung - Eine kurze Liste der Teilnehmer und knappe Biographien. Nicht nur Hacker nahmen teil, sonder auch Regierungsvertreter und hochrangige Beamte. Sogar Clifford Stoll nahm daran teil. 2) Das Metaforum. Ein Ort, wo man ueber das Forum diskutieren kann. Dies ist der Ort, wo die Regeln des Forums diskutiert werden, Kritik und Vorschlaege angebracht werden. 3) Die Diskussion beginnt. Der wichtige Teil der Diskussion begann nun... 4) Die Ethik der Regierung. Hacken und Hacker aus der Sicht der Regierung. Alle Anwesenden stimmten darin ueberein, dass die Regierung eine schwammige Position einnimmt, und gewisse Unterorganisationen innerhalb der Regierung aeusserst unorganisiert sein koennen. 5) Von der Theorie des Hackens zur Praxis. Es fand eine Diskussion des Computersystems PROFS des weissen Hauses statt, und den beteiligten Hackern gelang es zu diesem System Zugang zu erhalten. Dies als eine Demonstration der Hackerpraxis. Im wesentlichen waren die amerikanischen Hacker sehr arrogant, und schmissen die Mitbeteiligten raus.
Dann wurde das Recht Information zu erhalten diskutiert. 6) Hacker bei denen von Hackern gehackt wird. Eine Diskussion ueber die Realitaet eben dieses Vorgangs fand statt, und es wurden einzelne Beispiele aufgefuehrt. Die Diskussion wurde danach recht hitzig und flamig (persoenlich angreifend,kritisierend) . Die Hacker gingen ins TRW und zeigten, wie einfach es ist, private Informationen von Leuten zu erhalten. Dann wurde ein Mitschnitt dieses Vorgangs ins Konferenzsystem hochgeladen. Das endete in noch mehr Flames. 7) Was gibt's sonst noch zu hacken ? Diskussion uber zukuenftige zu hackende Systeme. 8) Das Manifest. Die Verfassung und die ersten Ergaenzungen wurden diskutiert. 9) Ein ungeschriebenes Manifest. Dies war der letzte Diskussionspunkt und war dazu gedacht, Themen die bis anhin noch nicht besprochen wurden noch in die Diskussion einzubinden. 10)Metaforum II. Wie haben wir's gemacht. Ein Diskussion ueber die Konferenz, und wie sie so ablief, ein Haufen Flames zu Harpers Entschluss, die Diskussionszeit zu kuerzen, und die Beschraenktheit der Konferenz. 11) Cyborg. Eine Diskussion zum AIDS information virus und seinen Effekten auf die Computerwelt. Zusammenfassend habe ich die anderen ermutigt, die Konferenz us dem System downzuloaden und nach Belieben zu lesen, dann schlug ich vor, dass andere im Chaos Computer Club diese kommentieren sollten und eine Person zu bestimmen, die diese Kommentare und Schlussfolgerungen zusammenfassend schicken wuerde an: unido!uunet!apple!well!crunch -----------------------------------------------------------------------------
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Capt. Crunch : Workshop Harper's Konferenz - Kurze Zusammenfassung
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2.Virenforum auf dem Chaos Communications Congress 1989
2.Virenforum auf dem Chaos Communications Congress 1989 Eine Bestandsaufnahme auf der Grundlage des 1.Virenforums beim CCC 1985 Teinehmer an der Podiumsdiskussion: Klaus Brunnstein Ralf Burger Wau Holland ein sachkundiges Publikum und als Moderator Juergen Wieckmann DIE DISKUSSION BURGER: Mittlerweile haben die Virenprogrammierer erstaunliche Ideen entwickelt, es wird immer Komplexer und besser programmiert. Die Quellen sind normalerweise nicht ausfindig zu machen. Zum AIDS-Virus: Viel Know-How, versteckte Dateien, Fallen fuer Utilities, Programm-Abbruch nicht moeglich. Grosse Wirkung mit wenig Aufwand. BRUNNSTEIN: "Anomalien" (sprich Viren etc.) sind hilfreich beim Erkennen von Sicherheitsmaengeln. Bei mir wird nichts ueber Virenprogrammierung veroeffentlicht. Virenerkennung bei einem Programmcode von 170 Kbyte dauert etwa 3 bis 4 Wochen. International gibt es etwa 12 Zentren zur Virenbekaempfung. (Offensichtlich Amtlich, Unis oder Firmen,der Autor) Ich erwarte eine drastische Steigerung sowohl an Qualitaet als auch an Quantitaet. Prognose: Bald 2000 (in Worten Zweitausend) verschiedene Viren. Etwa eine Infektion pro Anwender und Jahr wird erwartet. WAU: Mittlerweile gibt es bei vielen Firmen die Ausrede << wir haben einen Virus >> statt unser Computer ist kaputt. Akute Virengefahr gibt es im Moment hauptsaechlich fuer offene Systeme wie MS-DOS, bei denen Programme und Daten nicht durch eine vernuenftige hierarchische Struktur getrennt sind. Bei MS-DOS gibt es zu viele direkte Eingriffsmoeglichkeiten. BURGER: Bereits seit 1985 gibt es bei mir die erste deutsche Virensammelstelle, Service fuer Menschen, die Viren einschicken, ist kostenlos, es dauert bei neuen Viren 2 bis 3 Tage, dann hat der Anwender eine neue Version eines Virenscanners, die auch seinen Virus erkennt. Auf die Bemerkung Burgers, sein Programm erkenne jedes Virus, entgegnete Brunnstein er, Burger, sei ein Scharlatan und wuerde unwahre Dinge erzaehlen. Die Geister scheiden sich vor allem bei dem Thema, ob man Virenprogramme in welcher verstuemmelten Form auch immer - veroeffentlichen soll oder wie ausfuehrlich die Dokumentation sein soll. Der Vorwurf gipfelt in der
Behauptung, mit Veroeffentlichung solcher Dokumentationen wuerde Burger Beihilfe zu Computersabotage nach Paragraph 303a StGB leisten. WAU: Wer keine kuenstlichen biologischen Viren mag, koennte den Wissenschaftlern digitale Viren in die Computer setzen, damit die merken, was sie eigentlich anrichten. BRUNNSTEIN: Computerviren sind keine Mittel zum politischen Kampf (Volkszaehlungsboykott, Militaer etc.) WAU: Es gibt auch nuetzliche Viren, zum Beispiel kann man damit ein Betriebssystem patchen, wenn man das System nur mit Disketten faehrt und das Update automatisch auf alle benutzten Disketten bringen will. Sollte man wirklich Unterscheidungen zwischen guten und boesen Viren machen? Das Schlimme an den Dingern ist schliesslich, dass sie sich unkontrolliert vermehren und ausbreiten. Ein Virenprogrammierer im Publikum erzaehlte, seine Firma haette ihn gezwungen, fuer eine Messeversion einer neuen Software einen Virus zu entwickeln, um unerlaubte Kopien zu verhindern. Er konnte es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, erzaehlte, er haette die Dateien versehentlich geloescht und leider kein Backup angelegt. Kurz darauf habe er auch aus anderen Gruenden gekuendigt. Brunnstein warnt vor den Gefahren, die Viren bei staendig steigender Anzahl von Steuerfunktionen im Haushalt anrichten koennen. Heute schon waere der PC nicht mehr Stand-Alone-Geraet, es gaebe Telefon, Modem, CD-Rom, demnaechst Stereoanlagen, Kuehlschraenke, Heizungssysteme etc., die daran haengen. (Ist das wirklich die Utopie, die uns vorschwebt und ist sie auch technisch realistisch?) Die Diskussion konzentrierte sich dann auf den ethischen Aspekt. Schliesslich kann man auch mit anderen Mitteln Schaden anrichten, koerperliche Gewalt gegen andere ausueben, und trotzdem tun es die meisten nicht. Wir muessen dahin kommen, die Gesellschaft so umzuformen, dass niemand mehr noetig hat, so zu reagieren. Bislang sind im militaerischen Bereich sicher schon Viren entwickelt worden, die als Kriegswaffen Verwendung finden sollen. Logistik beim Militaer ist nicht mehr ohne Computerhilfe denkbar. Dabei ist unerheblich, ob das in Ost oder West passiert, eher wohl auf beiden Seiten. Zusammenfassung von BURGER: Die Art von Viren ist egal. Zur Klassifizierung ist nur etwa 1 Std. noetig. Man muss sicherstellen, dass die Programe sich nicht veraendern koennen. Dafuer gibt es mittlerweile Hardware- und Softwareloesungen. WAU: Systeme werden immer komplexer und unueberschaubarer. Doch die Komplexitaet als Alibi fuer Hilflosigkeit ist nur eine Ausrede aus Bequemlichkeit. Es gipt auch in komplexen Systemen immer Teile, die relativ einfach sind, und an diesen Stellen kann man ansetzen. SCHLUSSWORTE: BRUNNSTEIN: Herkoemmliche Computer auf der Basis vonNeumann'scher Maschinen
Haben prinzipbedingte Schwaechen, die durch die Theorie ihres Aufbaus determiniert sind. Groessere Sicherheit ist mit diesem Konzept nicht vereinbar. Andere Maschinen haben moeglicherweise andere Schwaechen. BURGER: Wir geben an uns geschickte Viren nicht weiter, auch nicht an kompetente Personen. Die Virenzahl wird weiter zunehmen, Ausblicke fuer die Software: 1 Program fuer eine Anwendung und individuell angefertigt, dann gibt es fuer Viren keine Chancen mehr. Das Softwareengineering wird sich weiter entwickeln, aber es wird ein Wettlauf sein zwischen Virenentwicklern und Virenjaegern. (Ende offen?) WAU: Es gibt eine Art hippokratischen Eid fuer Programmierer und fuer Menschen ueberhaupt. Viren sind eine Erfindung. Ob sie auch eine Soziale erfindung sind? Immerhin haben sie die Menschen zum Nachdenken ueber ihren Umgang mit Technik gebracht. JueWi: Noch etwas zum Nachdenken - Veroeffentlichen von Viren im Sourcecode oder Dokumentationen dazu beruehrt auch eine Machtfrage. Hat dann nur eine Elite Zugang zu Informationen?(=Macht) Die Menschen stehen vor einem Dilemma: Freie Informationen fuer alle, aber darf man wirklich alles veroeffentlichen ohne Ruecksicht auf eventuelle Folgen? In aller Eile zusammengestellt mit Dank auch an das Publikum, dessen Kommentare und Meinungen ich hier mit verwendet habe von Michael(ChaosHA)
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[Chalisti] [04]
2.Virenforum auf dem Chaos Communications Congress 1989
[Chalisti] [04] Cracker, Jaeger und Sucher
Cracker, Jaeger und Sucher Software und Information - Copyright oder oeffentliches Gut "Copyright ist aberglaeubische Kulturfeindlichkeit". Mit diesem Statement begann die Diskussion zum Thema Copyright mit Prof. Frank (Uni Paderborn), Guenter Freiherr von Gravenreuth (Anwalt, bekannt aus Funk und Crackerintros), sowie Rainer Zufall (ein Cracker). Mit obigem Satz provozierte Prof. Frank. Schon nach den ersten Erklaerungen waren die wenigen Leuten im Theater wach. Um diesen Satz naeher zu erklaeren holte er aus. Software ist keine Ware. Der Name Software - also weiche Ware - ist an sich schon falsch. Deswegen benutzte er von da an auch nur noch den Begriff "Soft". Seiner Meinung nach ist Soft Information, die frei verbreitet werden sollte. Soft ist ein geistiges Produkt, wie ein Bild, ein Musikstueck, etc auch. Dieses ist damit auch ein Bestandteil der Kultur. Wenn man nun einen "Kopierer" kriminalisiert, weil dieses eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme fuer Anwaelte ist (Blick zu Gravenreuth), es aber keine Begruendung fuer die Kriminalisierung der Kopierer gibt. Aehnlich wie im Mittelalter, wo Hexen verbrannt wurden, weil es einen Aberglauben aber keine Begruendung fuer die Verbrennung gab. Aehnlich wie die Verfolgung von Hexen, findet auf die "Informationsverbreiter" eine Raubkopiererjagd statt. Soft als Kultur heisst aber auch, dass jedes Kopieren von Daten eine Sicherung von Kulturgut ist. Man stelle sich vor, was waere, wenn um Mittelalter die Moenche die Bibel nicht abgeschrieben haetten. Es ist eine reine moralische oder ethische Vorstellung, dass es "kriminell" sein muss, Programme, Informationen - egal, ob auf Diskette, Papier oder anderen Formen - zu kopieren. Es waere irgendwie falsch zu meinen, das ein Programm nur in einen Kopf entsteht. Es ist die Summe von Wissen von anderen Menschen, Nutzung fremder Software und aeusseren Anregungen. Deswegen sieht Prof. Frank ein Programm als allg. Gut an und verwenden dort den Begriff des "Informationskommunismus". Dieser Begriff hat er auf einer Tagung in San Marino zuerst verwendet, was allerdings einige Stimmen aus dem Reformlaendern des Ostblockes gestoert hat. Daher verwendet er nun den Begriff des Informationskulturismus. Die Software als Ware, als Sache mit Substanz ist ein Gespenst. Man kann sich die Dienstleistung bezahlen lassen, nicht aber das Programm an sich. Gravenreuth sieht sich deswegen dann als "Ghostbuster". Erstmal stellt er klar, dass Software-Diebstahl kein Diebstahl ist, da dafuer praktisch der Diskettendiebstahl noetig ist. Viel mehr sagt er schon nicht mehr, sondern fragt ganz einfach: "Wovon soll der Programmierer leben ?". Der Anwalt ist ja im Zweifelsfall derjenige, der dem Programmierer zu seinem "Recht" verhilft. Rainer Zufall meinte erstmal, dass Cracker von vielen Softwarefirmen ausgenutzt werden. Sie bekommen nur kleine Betraege, der Hauptgewinn geht an die Verlage. Im Endeffekt ist es in der Regel fuer die Programmier besser, Ihre
Software als Shareware zu vertreiben. Beim Crackertreffen, welches auch waehrend des Congresses stattfand, war dort so ein Fall. Ein Programmierer hat fuer die Firma Omnikron einen Assembler geschrieben. Allerdings gab es diverse Probleme mit der Zahlung, deswegen hat der Programmierer den Vertrag gekuendigt. Jetzt vertreibt er den Assembler (nun heisst er Turbo-Ass) als Shareware. Wer eine Doku und eine Registration fuer Update haben moechte, sollte 50 DM ueberweisen. Der Turbo-Ass kann weitergegeben werden. Inzwischen hat er schon fast mehr Geld bekommen, als ueber den Vertrieb. Natuerlich kann ein Programmierer nur gute bzw. sehr gute Software ueber Shareware vertreiben. Fuer schlechte Sofware wuerde kein Geld bezahlt werden. Das ist sicher auch ein Vorteil, den schlechte Software gibt es ja genug. Natuerlich darf man nicht vergessen, dass Software nur eine Form von Daten sind. In allgemeinerer Natur sind das ja auch nur Informationen, wie z.B. Sportnachrichten. Gerade wg. diesen hat ja das Bundesverfassungsgericht (das ist nicht zum Essen) eine Entscheidung gefaellt, dass jeder Buerger das Recht auf eine informelle Grundversorgung besitzt. Damit muessen die privaten Fernsehanstalten zulassen, dass die oeffentlich-schrecklichen Sender eine gewissen Minutenzahl an Filmauschnitten aus Sportbegegnungen unentgeltlich erlauben. Auf jeden Fall scheint das Urheberrecht ueberarbeitungswuerdig zu sein. Im Grunde ist dieses Recht ueber 100 Jahre alt und wurde nur immer wieder an neue Gegebenheiten (Neue Medien, etc) angepasst. Aber ein "anpassen" genuegt nicht mehr. Prof. Frank gab den Programmierern noch den Rat ihre Soft eben als "Public Domain", "Shareware", etc zu vertreiben um damit immer mehr Tatsachen dahingehend zu schaffen, dass das Urheberrecht praktisch in seiner heutigen Form sinnlos wird. Terra -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [04] Cracker, Jaeger und Sucher
[Chalisti] [04] ! K U R Z B E R I C H T E !
!KURZBERICHTE! ------------------------------------1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1 Hagbard Wer war Karl Koch ? Als Hacker, als Medienzielscheibe, als Mensch. Fuer einen Antrag auf einen Therapieplatz hat Karl einen Lebenslauf geschrieben, der vorgetragen wurde. Er schildert sein Leben als Abfolge von Katastrophen. Presseberichte: Jagd oder Berichterstattung ? Waehrend sich die Presse frueher darauf beschraenkte, ueber die Technikfaszination der Hacker zu berichten, wurden waehrend der Berichterstattung die Hacker diesmal als Kriminelle, Spione oder gar Terroristen bezeichnet. Hagbard wurde als neue Super-Story benutzt. Ihm wurde Geld versprochen oder auch nicht -, man nannte seinen richtigen Namen in Zeitschriften und vergass den Menschen. Nur wenig objektive Berichterstattung der haeufig genannten 4.Gewalt eines Landes. Karl beim VS. Auf Anraten von Freunden zum Verfassungsschutz gegangen, dort sich vielleicht alles von der Seele geredet - in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Eine Situation die neu fuer einen Menschen ist. Was kann er sagen, was nicht. Wo ist die Grenze - wo schweigt man. Man steht allein. Aber war Karl nur Opfer ? In der Diskussion wurde die Problematik der Drogen angesprochen. Es artete fast in einer Grundsatzdiskussion aus. Weiche Drogen zulassen ? War Karl immer Karl ? War Karl ein Hacker oder ein Krimineller ? Er hat gegen die Hacker-Ethik verstossen, er kann deswegen nicht als Hacker bezeichnet werden. Aber deswegen Aussperren ? War es damals richtig, dass Wau bei einem Interview im Beisein Karl's davon sprach: "Mit diesen Leuten Kommunikationsabbruch". Welche Schuld trifft die Freunde ? Der VS hat Karl gedraengt den Kontakt zu seinen Freunden abzubrechen. Dieser sei fuer ihn schaedlich. Vielleicht stimmte das. Vielleicht aber auch nicht. Echte Freunde sind ein Halt, wenn ein Mensch sich in einer ausweglosen Situation sieht. Die Geheimdienste spielen seit Jahrhunderte das Spielchen der Beeinflussung, der Munkelei und des Versteckens. Wer sich mit diesen Stellen einlaesst, kann nur verlieren.
Zurueck zur Hacker-Ethik. Ein wichtiger Punkt in der Diskussion. Prof. Brunnstein bemerkte, dass dies die erste wirkliche Bewaehrungsprobe der Hacker-Ethik war und das sich die Hacker-Ethik im Ernstfall als kein Schutz fuer die Gemeinschaft gelten kann. Dabei wird natuerlich vergessen, dass das Funktionieren der Hacker-Ethik zur Folge hat, dass die Oeffentlichkeit - also auch der CCC, das BKA oder sonstwer - von dieses "Hacks" nix mitbekommt. Die gehen ja nicht an die Oeffentlichkeit die Hacks werden zwischen "vernueftigen" Operatoren und den Hackern selbst geklaert. Terra 2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2 Feminines Computerhandling - Die etwas andere Wahrnehmung - ein Realitaetsabgleich Etwa 45 Leute, darunter auch ca. 30 Maenner, fanden sich zu diesem Workshop zusammen. Leider hatten die eingeladenen Frauen von der GI (Gesellschaft fuer Informatik) kurzfristig ihre Zusage zurueckgezogen. Ohne Einfuehrungsreferat ging es deshalb sofort ans Eingemachte: Wie kommen Frauen zum Computer, was machen sie damit, wie machen sie's, und vor allem: ist das anders als bei Maennern? In allen angesprochenen Bereichen festgestellt:
wurden z.T. erhebliche Unterschiede
Da waren z.B. Gruende fuer die Anschaffung eines Computers, der vorwiegende Einsatz, das Erlernen der Anwendungen, Zeit- und Energieaufwand fuer die Computernutzung, der Sinn fuer Spiele und vor allem fuer welche(!), Zielsetzung und Vorgehensweise beim Programmieren, Umgang mit Fachwissen und -sprache uvam. Der Erfahrungsaustausch zeigte, dass Frauen einen Computer vorwiegend aus praktisch-rationalen Gruenden, also als Arbeitsmittel anschaffen und dann wirklich auch so verwenden. Maenner greifen hierbei eher zu irrationalen Argumenten (Verwaltung der Videocassettensammlung, "ich will programmieren" u.ae.), tatsaechlich aber verbringen sie sehr viel mehr Zeit mit den spielerischen Moeglichkeiten der Maschine. Ein Exkurs dreht dann zunaechst darum, wie sich schon in der Schule unterschiedliche Herangehensweisen abzeichnen. Trotzdem scheint hier die Kluft noch laengst nicht so deutlich zu sein wie spaeter, nur etwa doppelt soviel Jungen wie Maedchen wuenschen sich einen Computer. An den Unis sieht das in den Informatik-Studiengaengen schon ganz anders aus. Es zeichnet sich ab, dass vor allem die Art der Maenner, die Beschaeftigung mit den Computern oft mit einem gewissen Feature-Fetischismus ("hoeher, schneller, weiter") zu betreiben, Frauen wenig sympatisch ist und Zugaenge da unnoetig erschwert, wo Computer-Bereiche schon von Maennern besetzt sind. Dies bezieht sich sowohl auf die Art, wie und warum Maenner miteinander und mit Kolleginnen ueber Rechner reden als auch auf die offiziellen Dokumentationen und Handbuecher. Auch der CCC und der Congress sind davon wohl
nicht auszunehmen. "Solange nicht auch voellig unfaehige Frauen in hoechsten Positionen sind, ist die Gleichberechtigung nicht erreicht." (Ilona Staller/La Cicciolina) Weitere Informationen erteilt: Rena Tangens Art d'Ameublement Marktstr.18 D-4800 Bielefeld 1 0521-6 11 93 E-mail: [email protected] MBK1:PADELUUN Rena\Uschi\Ludger\Ulli 3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3 Antifa-Workshop (Mi., 17.00) Initiator: Rowue (E-Mail: [email protected] und [email protected]) Hintergrund dieser Arbeitsgruppe bildet die bundesweit festgestellte Aversion verschiedener Antifa-Gruppierungen gegen den Umgang mit Computer(netze)n. Die versammelten 12-15(?) TeilnehmerInnen machten die unterschiedlichen Arbeitsformen der Antifa-Gruppen transparent: Politische Arbeit auf der Straae versus politische Arbeit im Netz. Beispielgebend wurde von der - inzwischen aufgeloesten - Wiesbadener Antifa berichtet, die starke Beruehrungsaengste formulierte. Auch die Antifa Braunschweig lehnt diesen Bereich der politischen Arbeit "grundsaetzlich ab" (Edel). Kontakte, so ein Mailbox-Teilnehmer,bestuenden bisher nur zu Hamburg (Rowue) und zu einer Berliner Antifa-Gruppe. Bemerkenswert erschien auch die bisherige Zurueckhaltung der verschiedenen "Asten" in der BRD. Da in vielen Boxen bereits Antifa-Infos gesammelt werden, sollten die daran beteiligten Mailboxuser Kontakt mit Antifa-Gruppen in ihrer Umgebung aufnehmen, um so Datenaustausch anzuregen. Da die Antifa-Gruppen ohne das Angebot von Inhalten das "nackte" Angebot eines Antifa-Netzes wohl nicht nutzen werden, wurde die konkrete Ausarbeitung eines Konzepts (Welche Daten sollen ausgetauscht werden?) gefordert, an der sich auch moeglichst alle Antifa-Gruppen beteiligen sollten. Ziel des Netzes soll u. a. sein, einen Gegenpol gegen faschistoide Teilnehmer und evtl. Gruppen in der E-Mail-Szene zu bilden (->Naziware...), Aktionen und Aktivitaeten von 'Faschos' im Vorfeld ihrer Planungen vorherzusehen und nach Moeglichkeit z.B. Gegenveranstaltungen zu organisieren. Allgemein koennten durch ein solches Netz Kontakte faschistoider Personen und Grupp(ierung)en untereinander aufgedeckt werden. Dazu besteht ueber Mailboxen die Moeglichkeit, Daten verschluesselt auszutauschen. Au erdem lassen sich Kommunikationsstrukturen erheblich schwerer rekonstruieren als bei Informationsaustausch ueber Telefon (voice). Dabei sollte noch ein Weg gefunden werden, um die Gefahr von Falschinformationen
zu vermindern. Es wurde von einigen TeilnehmerInnen angeregt, die verschiedenen Mailboxen anzuschreiben, um die Einrichtung eines speziellen Brettes bzw. Verteilers "Antifa" und Kontaktaufnahme mit lokalen Antifa-Gruppen anzuregen. KONTAKTE: Rowue (s. o.). Ein Pseudo-User (Verteiler fuer Mails) ANTIFA an der SMOKE.UUCP existiert bereits und soll demnaechst auch in Berlin und Dortmund eingerichtet werden, Auch LINKSYS (am Z-Netz) sammelt bereits Antifa-Daten. 89-12-27, 22.01
Ingo, Juergen
4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4 Cyberspace-Praesentation auf dem Hackerkongress Cyberspace - darunter versteht man einen kuenstlich geschaffenen Raum, der aus den Vorstellungswelten der Cybernauten entsteht. Der Ansatz des Cyberspace geht auf den Science-Fiction-Roman "Neuromancer" von William Gibson zurueck: Dort wird eine Weiterentwicklung der herkoemmlichen Mailbox-Systeme beschreiben, indem die Hacker der Zukunft ("Cyberpunks") sich ueber ein "Simstim"-Geraet eine direkte Verbindung ihrer optischen und sinnlichen Wahrnehmung mit der "Matrix" verschaffen, einem darauf aufgebauten Datennetzwerk. Die Bewegung in der Matrix geschieht ebenfalls ueber reine Gedankensteuerung, indem das Simstim-Geraet die Gehirnimpulse direkt ueber Elektroden ausliest. Mike Weber und Bernd v. den Brincken aus Koeln arbeiten an einer konkreten Realisierung dieser Vision. Dabei werden EEG-Signale (Gehirnstroeme) ueber einen Verstaerker und AD-Wandler in einen PC eingelesen und in Signale fuer einen Grafik-Rechner (Amiga) umgewandelt. Diese Grafik fuehrt nun im Sehzentrum der Versuchsperson zu einer Rueckkopplung, sodass sie lernen kann, die EEG-Stroeme bewusst zu steuern. In einer naechsten Phase des Projekts koennen mehrere Personen per Datenfernuebertragung ueber ein Mailbox-System verbunden werden. Auf dem CCC-Kongress werden neben einem Vortrag auch Workshops zu zwei Bereichen des Projekts angeboten: 1 - Aufnahme, Verstaerkung und Verarbeitung der EEG-Signale, wobei Detailfragen wie Elektrodenanschluss, Verstaerkertechnik und Auswertungs-Software behandelt werden. 2 - Um eine moeglichst weite Verbreitung bei maximaler Kompatibilitaet der Anwender sicherzustellen, muss ein Standard einerseits fuer die Uebertragung der Grafik-Daten und andererseits fuer die logische Struktur des grafischen Raumes geschaffen werden. Kontakt: ArtCor c/o Bernd v. den Brincken, Rheingasse 13, 5000 Koeln 1, Tel. 0221-241705 5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5
UNIX - WORKSHOP I + II Im ersten Workshop (:-)) wurden die Grundlagen von UNIX beschrieben, wie sie u.a. in der Chalisti 2 nachzulesen sind. Im zweiten Teil wurde tiefer in UNIX eingestiegen. Was davon an dieser Stelle von Interesse sein koennte waere eine kurze Aufzaehlung der IPC (Interprozess Kommunikation) Moeglichkeiten unter UNIX. 1.) Shared Memory: schnell, aufwendig, nur bedingt portabel (Hier greifen zwei Prozesse auf einen gemeinsamen Speicherbereich zu) 2.) Pipes: schnell, einfach, portabel, aber nur zwischen Vater und Sohn Prozess. (Temporaeres Austauschmedium mit dem Verhalten einer Datei). Praktisch handelt es sich um einen Informationskanal 3.) Named Pipes (FIFO): mittel schnell, Behandlung wie Dateien, einfach verstaendlich, halb portabel, aber jeder Prozess darf mit jedem Prozess kommunizieren, schreibzugriffe sind Atomar (Dateien werden geLockt), Nachrichtengrenzen bleiben nicht erhalten, d.h. man muss selber fuer die Trennung der einzelnen Nachrichten sorgen (ein Datenstrom). 4.) messages (auch message queues): nur im System V, langsam, puffer (von ca. 4k, impl. abhaengig), schreibzugriffe auch hier atomar, hierbei werden die Nachrichtengrenzen erhalten. 5.) sockets (engl. fuer Steckdose): nur in BSD UNIX (aber auch verschiedene Impl. fuer andere *NIXe, so z.B. XENIX), schnell, universell, TCP/IP beruht auf diesen, INTERNET benutzt diese Ansonsten sei verwiesen auf folgende Buecher zu UNIX, etc. Tanenbaum, Operating systems Prentice Hall Gulbins, Unis System V Rel. 3 Fly/Gec 6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6-6 Captain Crunch mit dem Picturephone Ich gehoere zu den Menschen, die bisher noch keine Vorfuehrung von John Draper alias Captain Crunch gesehen haben. Ich war also recht gespannt und der Titel "How Do Hackers Behave in Natural Diseases" klang sehr vielversprechend. Mit der ueblichen chaosmaessigen Verspaetung begann dann auch der Workshop. Captain Crunch gab zunaechst eine kurze Einfuehrung und liess sich dann mit den Konferenzteilnehmern in den USA verbinden. Das war eine recht interessante Prozedur, denn erst muss jeder Teilnehmer den AT&TOperator anrufen, der dann die einzelnen Anrufer zusammenschaltet. Die Konferenz selbst war ebenfalls anregend, denn ausser den Bildern gab es Berichte ueber das letzte Erdbeben in San Franzisco. Zwischendurch fand bei den Bilduebertragungen ein kurzer Countdown statt, um der Gegenstelle anzuzeigen, jetzt kommt das Bild. Dabei ging es nicht um eine technische Notwendigkeit, schuld war nur das Human Interface. Wenn der Geraeuschpegel waehrend der Bilduebertragung zu hoch ist, werden die Daten nicht empfangen. Meistens ging der Transfer ohne Schwierigkeiten zustatten, und als Lohn fuer die Ruhe gabs dann Bilder von T-Shirts (The Great Quake - I Survived), San Franzisco direkt nach dem Beben und Portraits der Konferenzteilnehmer.
Leider wurde nichts aus dem interaktiven Frage- und Antwortspiel, die Veranstaltung musste wegen Zeitueberschreitung abgebrochen werden. Sehr stoerend fand ich das Verhalten der Leute, die staendig rein- und rausrannten, obwohl vorher und auf der Tuer darauf hingewiesen wurde. Trotz Chaos ist sowas fuer den Arsch. Alles in allem fand ichs trotzdem gut, es war neu und die Amis hatten eine Menge zu erzaehlen, ohne dabei rumzustottern. Wer Telefonkonferenzen in den USA ausprobieren moechte, kann eine 976-Nummer anrufen. WARNUNG! Das CHAOSpressecenter warnt vor unueberlegten Anrufen in die USA bei Nutzung des eigenen Telefonanschlusses. (Ich hack jedem die Finger ab, der meinen nimmt). Michael(ChaosHA) EMail:[email protected] oder [email protected] -----------------------------------------------------------------------------
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[Chalisti] [04] IMPRESSUM
IMPRESSUM --------"Die gesamte Menschheit bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit des globalen Dorfes zu vollenden." Herausgeber: Chaos Computer Club e.V./Redaktion Chalisti V.i.S.d.P. : F.Simon Redaktion:
Volker Eggeling, Frank Simon
Mitwirkende an dieser Ausgabe: Anke, ChaosHagen, Chaos-Luebeck, Framstag, Gec und andere Chaos-Engel Redaktionen: Chalisti,
c/o Frank Simon, Kennedystr. 12, 2900 Oldenburg, Tel. 0441/592607 Datenschleuder, Lachswehrallee 31, 2400 Luebeck, Tel. 0451/865571 MIK-Magazin, c/o J. Wieckmann, Barmbeker Str.22, 2000 HH 60, Tel. 040/275186
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[Chalisti] [04] IMPRESSUM
[Chalisti] [05] Inhaltsverzeichnis
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Ausgabe 5
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Das Grauen oder das heutige Editorial Das (D)aDa-Gefuehl 6-ter Chaos Communication Congress 1989 Studenten auf den Netzen ? Studenten auf die Netze Was ist Intelligenz? Noch ein X auf dieser Welt Das deutsche Orange-Book Technischer Hintergrundbericht zu AT&T's Netzwerk-Verlangsamung C - Eine Sprache - Ihre Programmierer ! K u r z m e l d u n g e n ! IMPRESSUM
Erlaeuterungen:
DS RC MK NE FA
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[Chalisti] [05] Inhaltsverzeichnis
[Chalisti] [05] Das Grauen oder das heutige Editorial
Das Grauen oder das heutige Editorial Hier koennt ihr nun die erste Chalisti im neuen Jahrzehnt lesen. Diese Bemerkung dient uebrigens nicht als Pausenfueller, sondern ist nur eine Reaktion auf Diskussionen ueber das letzte Editorial im Zerberus und Subnet. Diesmal haben wir 6 Wochen bis zur neuen Ausgabe vergehen lassen, was man uns verzeihen moege. Auch die naechste Ausgabe wird 6 Wochen auf sich warten lassen. Einmal weil wir Berichte von der CeBit in der Chalisti haben wollen und ausserdem weil unser Artikelbestand langsam aber sicher aufgebraucht ist. In dieser Chalisti sind daher auch weniger, dafuer groessere Artikel vertreten. Das hoffen wir bald wieder abzustellen. Die Congressausgabe ist nicht ueberall auf Zustimmung gestossen. Schlechte redaktionelle Arbeit und Falschinformation lautete die Meinung einiger Kritiker. Nun hatte unsere Berichterstattung ueber den CCCCongress einen eher protokollarischen Charakter. Aufgabe der Redakteure war nicht jedes Diskussionsargument auf seinen Wahrheitsgehalt zu ueberpruefen. Es sollte, so gut es eben ging, eine Wiedergabe der Kongress-Debatten sein, teilweise auch mit Kommentaren und nachrichtlichen Elementen. Und wenn in einer Diskussion offensichtlicher Unsinn geredet wurde, war es nicht unsere Aufgabe dies richtigzustellen. Oft war es nichteinmal moeglich, Diskussionsbeitraege einer bestimmten Person zuzuordnen. Eine Non-Profit Redaktion wie die Chalisti muss nun mal Kompromisse schliessen. Rein finanziell sind wir nicht in der Lage, eine professionelle Nachrichtengebung zu organisieren. Dennoch tun die zwei Chalisti-Redakteure im Rahmen der Moeglichkeiten ihr Bestes. Immerhin habe wir den Vorteil uns mit Datennetzen gut auszukennen, und davon profitiert das Nachrichtenangebot. Als reines Netzwerk-Magazin hat die Chalisti nicht nur eine neue Erscheinungsform, sondern auch ein anderes Konzept, mit dem sicherlich noch zu experimentieren ist. Konventionelle Formen redaktioneller Arbeit der Redaktionsarbeit lassen sich nicht so einfach uebertragen. Bei einem interessanten Artikel in den Netzen fragen wir den Autor, ob der Beitrag von uns uebernommen werden darf. Eine Ausnahme bildet die Redaktionen Datenschleuder und das MIKMagazin, deren Beitraege wir im Rahmen eines Informationsverbundes uebernehmen. Die Artikel werden von uns in der Regel redaktionell kaum bearbeitet.
Natuerlich wuenschen wir uns auch mehr Quellensicherheit und weniger Tippfehler - aber wenn wir hinter jedem Beitrag hinterherrecherchieren muessten, waeren wir bald Pleite. Kein Telefonanruf (inzwischen sind das schon mal 100 DM/Monat) wird erstattet. Chalisti wird aus privater Tasche finanziert - und so muessen wir uns eben darauf verlassen, dass die Autoren in ihren Beitraegen gute Quellenarbeit geleistet haben. Wenn dies nicht der Fall ist, dann tut uns das leid. Dadurch entstehende Fehler koennen wir nur im begrenzten Umfang abfedern. Der Umgang mit den Netzen will eben gelernt sein. Dass die Chalisti vom Chaos Computer Club herausgegeben wird, hat sich inzwischen herumgesprochen. Es steht schliesslich im Impressum. Der CCC-Erfa-Kreis Publizistik hatte im vergangenen Jahr in Koeln dieses Projekt auf die Schiene gesetzt. In diesem Erfahrungsaustauschkreis sitzen Informatiker, Publizisten und Computerfreaks. Ziel ist unter anderem, mit den redaktionellen Moeglichkeiten internationaler Datennetze zu experimentieren. Eine wesentliche Entscheidung war, dass die Chalisti nicht das Verlautbarungsorgan des Chaos Computer Clubs ist. Die redaktionelle Unabhaengigkeit von einzelnen Interessen oder Selbstdarstellungswuenschen, nicht nur des Herausgebers, ist die Basis der Chalisti. Anders laesst sich ein Netzwerkmagazin, dass diesen Namen verdient, auch nicht produzieren. Die Chalisti ist und bleibt ein Forum fuer jeden Menschen. Und deshalb finden sich in der Chalisti auch Beitraege, die mit unserem Herausgeber kritisch und bisweilen auch unsanft umgehen. Gleichzeitig hat die Chalisti als Clubmagazin auch die Aufgabe, die in der Datenschleuder unserer Auffassung nach zu kurz kommende interne Information aufzubereiten. So gibt es bisweilen Beitraege, die fuer die Allgemeinheit nicht sehr interessant sind - aber die muessen auch sein. Ein Beispiel ist der Dada-Artikel in dieser Ausgabe. Dass sich einzelne CCC-Mitglieder in Hamburg bisweilen benehmen wie ein bayrischer Rundfunkrat zeigt uns eigentlich nur, dass wir auf der richtigen Linie sind. Da waere lediglich an einzelne CCC-Funktionaere die Frage zu richten, wie sie es denn mit der Informationsfreiheit halten, vor allem, wenn die Informationen einmal nicht ins eigene Weltbild passen. Derartige Debatten sind nicht nur medienpolitisch immer wieder erfrischend. Sie sollten redaktionelle Inhalte allerdings durchgehend bestimmen. Fuer Anregungen sind wir jedenfalls immer dankbar und eine fundierte Kritik, die die Sache liebt und konstruktiv ist, wird bei uns immer auf offene Ohren stossen. Und deshalb koennen wir abschliessend noch eine Drohung ablassen: Die naechste Chalisti erscheint Anfang April. Redaktion Chalisti -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [05] Das Grauen oder das heutige Editorial
[Chalisti] [05] Das (D)aDa-Gefuehl
Das (D)aDa-Gefuehl "An die Datenwandervoegel im globalen Dorf ! Die Speichernot ist gross. Spart RAM und Telefonkosten ! Volltextsucher werden gebeten, die Helptexte an der Leine zu fuehren. Disketten sind an den Sysop zu versteuern. Dieser Platz ist fuer die ungehinderten Daten abzugeben. Jede Konferenz ist Benutzung unbefugten Hauptspeichers (auch der Chat). Eproms sind untersagt und von der Weiterleitung ausgeschlossen. Ungeschuetzte Daten muessen in die Mailbox treten. Nicht in den Dateitransfer tippen (wenn der Cursor steht). Nicht lesen, bevor der Text haelt (wenn der Transfer faehrt). Das ist der Fehler unseres Systems." Quelle: Kluengel, Ausgabe 0 Autor : Das wuessten wir auch gern, auch wenn wir es ahnen. Dies ist vermutlich der einzige Text aus der Kluengel Nullnummer, der sich in der Chalisti verwenden laesst, ohne einen mittelschweren Aufstand zu provozieren. Die Kluengel ist vieles: eine etwas andere Zeitung, ein Lebenszeichen, ein Aufstandgrund, 23 Seiten bedrucktes Papier und - eine persoenliche Abrechnung. Kluengel, "Das Fachblatt fuer Intrigen" tauchte kuerzlich als Postsendung in dem Raeumen des Chaos Computer Club auf. Es gibt Vermutungen woher diese Publikation stammt. Im wesentlichen ist es eine CCC-interne Vergangenheitsbewaeltigung ueber Notpressereferate, Verfassungsschutz und Clubstrukturen. Als Steffen Wernery in Paris verhaftet wurde drohte der CCC auseinanderzubrechen. Konflikte, die schon immer schwelten, brachen offen aus. Welten prallten aufeinander. Auf der einen Seite die Hackerromantik, in der Frechheit, Spontanitaet und galaktische Vereinigungen ohne feste Strukturen den Ton angeben - auf der anderen Seite jene Fuehrungsfiguren, die mit dem Ruecken an der Wand versuchten, gegen eine Kriminalisierung der Szene anzukaempfen und dabei bisweilen recht autoritaere Methoden anwendeten - nach aussen und nach innen. Zwischen Geheimhaltungsnotwendigkeiten und einer Medienoeffentlichkeit mit eigenen Gesetzen, clubinternen Strukturen, Spielregeln und Traditionen entbrannte ein Machtkampf, der nicht mit Wattebaellchen auszufechten war. Inzwischen hat sich der Chaos Computer Club weitgehend erholt und er kann sich - bei aller Kritik - auf die Fahnen schreiben, eine der wenigen Organisationen zu sein, die den massiven Druck auf Strukturen und Einzelpersonen in einem positiven Sinne umgesetzt hat. Der CCC scheint aus den Vorgaengen gestaerkt herausgekommen zu sein. Der letzte Hackerkongress in Hamburg mag andeuten, wie sich der CCC in Zukunft entwickeln koennte.
Dabei muss darauf geachtet werden, dass der CCC vor lauter Professionalitaet, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Arbeit den Kontakt zur "Szene" nicht verlieren darf bzw. dieser muss zum Teil wieder geschaffen werden. Evntl. muss sogar erst die Frage behandelt werden, was diese "Szene" heute ist. Dass nun, nach fast zwei Jahren, alte Wunden wieder aufgerissen werden, passte vielen im CCC nicht. Der Schlammschlacht-Stil vergangener Zeiten sollte nicht die konstruktiven Aktivitaeten neuerer Zeit vergiften. Dabei ist es natuerlich einfach, diesen Stil als solchen zu bezeichnen. Als das Teil in Hamburg auftauchte gab es Diskussionen, ob Kluengel verteilt werden soll oder nicht. Doch derartiges verteilt sich von selbst - diese Diskussion eruebrigt sich also. Der Vorwurf, Kluengel verbreite Desinformation, ist da interessanter. Das heisst im allgemeinen Sprachgebrauch: Jemand will Aerger machen oder Luegen verbreiten. Ist das eine Art von Vergangenheitsbewaeltigung ? In der Kluengeln versucht jemand, sein Leben mit dem CCC aufzuarbeiten. Es ist schlimm genug, dass zu solchen Mitteln in einen Kommunikationsclub gegriffen werden muss. Aber man sollte nichts beschoenigen. Was in der Kluengel steht, ist stellenweise falsch - aber objektiv falsch sicher nicht. Ein Mensch sitzt im Leben oft dem falschen Glauben auf, er koenne logisch denken. Der Kluengel-Autor macht diesen Fehler ebenfalls. Mensch sieht die die Auesserungen und Handlungen eines Menschen, dazu kommen verschiedene Informationen teilweise unklarer Herkunft, und die werden dann logisch verknuepft. Und wie leicht glaubt man dann, die Vorgaenge durchschaut zu haben und handelt entsprechend der so entstandenen "Vor"-Urteile. Diese menschliche Schwaeche ist wohl niemanden neu. Jeder von uns hat schon den Fehler gemacht, etwas fuer "wahr" zu halten, weil es die Logik behauptete. Der Fehler ist eigentlich banal: Menschen sind eben nicht auf Aussagen wie wahr und falsch reduzierbar. Man kann das vielleicht mit der Schroedinger Unschaerferelation in der Quantenmechanik vergleichen (was fuer ein Vergleich). Saetze wie: "Ich kenne diesen Menschen und weiss, was er denkt" oder "Der hat das aus dem und dem Grund getan" sind die Wurzel des Uebels. Der Kluengel-Autor hat sich ein subjektives Bild gemacht. Man kann es als verkehrt bewerten - aber ob es deshalb falsch ist? Vielleicht wollte er sich dieses Bild auch machen, vielleicht auch eine "logische" Konsequenz, weil um ihn herum die Menschen mit Scheuklappen herumliefen. Vielleicht sollte man weniger auf den Autor schimpfen, sondern auch mal jene fragen, die er angreift. Wer seine Handlungen nicht erlaeutern kann, will oder darf, wer von Glasnost redet aber nicht praktiziert, der muss damit rechnen, missverstanden zu werden. Genaugenommen gibt die Kluengel keine Desinformation. Sie hat nicht zum Ziel zu verletzen, obwohl sie es streckenweise tut. Der Autor beginnt im Editorial mit den Worten: "Diese Zeitschrift ist restlos abhaengig und parteiisch, sie ist emotional und ueberzieht staendig. Sie hat keinen Geschmack, nicht einmal schlechten." Mensch sollte die Kluengel als das sehen, was sie vermutlich darstellt: Einen Spiegel.
Und jene fuer den dieser Spiegel geschrieben wurde, sollten es sich nicht zu leicht machen, indem sie von "Desinformation" reden. Frank Simon Juergen Wieckmann -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [05] Das (D)aDa-Gefuehl
[Chalisti] [05] 6-ter Chaos Communication Congress 1989
6-ter Chaos Communication Congress 1989 Offene Grenzen: Cocomed zuhauf Der sechste Jahreskongress des Hamburger Chaos-Computer-Clubs (CCC) fand vom 27. bis zum 29. Dezember in Hamburg statt. Die juengsten politischen Entwicklungen in Deutschland lassen auch die Hackerszene nicht unberuehrt; erst nach einer kontrovers gefuehrten Diskussion wurde beschlossen, den Kongress doch nicht nach Ostberlin zu verlegen. Von den rund 300 Tagungsteilnehmern kamen ueber 50 aus Ostdeutschland. Einige wenige auslaendische Gaeste waren aus Frankreich, den Niederlanden und den USA angereist. Die Liste der Kongressteilnehmer war maenner-dominiert, der zunehmende weibliche Anteil betrug etwa 15 Prozent. Die anderen bedeutenden deutschen Hackergruppen (aus Bayern und Koeln) waren nicht vertreten. Computersicherheit wird immer weniger das beherrschende Thema der Chaos Computer-Konferenzen; diese Entwicklung setzt sich beim 5. CCC-Kongress fort. Durch das zunehmende Alter der CCC-Mitglieder und Kongressorganisatoren und den zunehmend professionellen Hintergrund (ein bedeutender Teil arbeitet in der Informatik) wird der politische Einfluss der Computerisierung immer wichtiger, und dies nicht nur vor dem Hintergrund der veraenderten politischen Situation in Ost und West. Selbst die Darstellungen zum Thema Computersicherheit veraendern sich: Eingeladene Referenten mit fundiertem wissenschaftlichem Hintergrund tragen ihren Stoff auf traditionelle Weise vor, einige sogar mittels Overheadprojektor-Folien, die sie schon auf internationalen Konferenzen verwendet haben. Selbst ein Staatsanwalt (zustaendig fuer den Fall "BRD gegen S.Wernery wegen Hacken") nimmt an einer ueberraschend fair und offen gefuehrten Dikussion zum Thema Strafrecht gegen "Hacking" teil. Wichtige Themen waren: - Informationen ueber Computerisierung und NetzwerkInfrastruktur in der DDR - Zusammenarbeit mit ostdeutschen Computerfreaks - Zusammenarbeit mit Oeko-Gruppen - feminines Computerhandling - KGB-Hacker "Hagbard" - Sicherheit in offenen Netzen (zwei geladene Referenten) - Hackerethik und Harper's Hacker Conference (Capt.Crunch) - Copyright; freie Informationsuebermittlung - UNIX zur Diskussion: mehrere Arbeitsgruppen; UUCP - Virusforum II Etliche Sitzungen waren dem Zustand und der moeglichen Entwicklung von Computern und Communikation (C+C) in der DDR gewidmet. Der CCC appelliert
an die deutsche Oeffentlichkeit, ungenutzte Computerausruestung (C-64, Apple II, PC's) an Gruppen in der DDR zu spenden, da diesen nur unzulaengliche Computer und ein veraltetes Telefonnetz zur Verfuegung steht. Zur Unterstuetzung des unzureichenden Telefonnetzes soll das kuerzlich eingerichtete Packet-Radio fuer Computer-Communikation genutzt werden; Kommunikation von PC-Computern ueber Packet-Radio wurde auf der Ausstellung gezeigt. Als einen Beitrag zur Computerisierung plant der CCC einen weiteren Kongress (Kaos Kommunikation Kongress) (Anm. der Redaktion: Das Teil heisst inzwischen CoCon oder KoKon) in Ostberlin Anfang 1990 abzuhalten. (Genauer: 24/25.2, Ost-Berlin, HdjT). Vertreter der Buergerbewegung aus der DDR, besonders Mitglieder des Neuen Forums, diskutierten moegliche Entwicklungen. Viele Teilnehmer (die meisten tendieren zum linken Fluegel des Parteienspektrums) rieten den Ostdeutschen, der Westdeutschen C+C-Industrie und den Behoerden (Telecom) nicht allzu bereitwillig bei der Installation von ueberkommener Technik zu folgen; so wird ISDN in hohem Masse kritisiert, da es Datenschutzrechte nicht beruecksichtige. Im Anschluss an Diskussionen auf dem CCC-Kongress 88 zum Thema Computereinsatz fuer oekologische Buergerinitiativen wurden mehrere Projekte zur Sammlung, Bearbeitung und zum Austauschen oekologischer Daten eingerichtet (z.B. Sammeln von Daten in der Umgebung von Industrieanlagen und Kernkraftwerken). Der CCC und einige Oekogruppen planen, auf der EGNordseekonferenz im Maerz 1990 ein Informationszentrum auf einem Schiff einzurichten. Eine spezielle Sitzung befasste sich mit "femininem Computerhandling". 30 maennliche und 20 weibliche TeilnehmerInnen diskutierten ueber die Rolle und das Verhalten von Frauen in Erziehung und Beruf; vergleichbar entsprechenden Diskussionen auf nationalen und internationalen Konferenzen (z.B. von IFIP TC-9) wurden veraenderte Konstruktionsprinzipien (etwa mit verringerter Komplexitaet sowie Moeglichkeiten der Plausibilitaetskontrolle) behandelt. Nur ein kleiner Teil des Kongresses war den hackerspezifischen Themen gewidmet. Ueberraschenderweise folgte der CCC nicht seiner Tradition, die Hackererfahrung des letzten Jahres ausfuehrlich zu diskutieren. Der KGBHack, der im Maerz 1989 durch die Presse gegangen war, wurde nicht aufgearbeitet. Stattdessen war eine Sitzung dem Gedaechtnis an Karl Koch, alias 'Captain Hagbard' gewidmet, einem von Cliff Stoll's 'Wily Hackers' (CACM 1988), der, nachdem er sich den Behoerden als einer der beiden Kronzeugen offenbart hatte, Selbstmord beging. Drei seiner persoenlichen Freunde (ohne eigene Computerambitionen) und PENGO, der andere Hauptzeuge, beschrieben Hagbard's traurige Lebensgeschichte, voll von Familienproblemen und Abhaengigkeiten (Drogen, Hacken). Die Rolle der Medien wurde ebenso heftig diskutiert, wie das spezielle Verhalten des CCC (Teile des CCC hatten sich von den Crackern eindeutig distanziert). Eine volle vier Stunden dauernde Sitzung befasste sich mit der Sicherheit in offenen Datennetzen. Dr.Raubold (fuer Sicherheit zustaendig bei der Gesellschaft fuer Mathematik und Datenverarbeitung, GMD) und Dr.Pfitzmann
(Uni Karlsruhe, Fakultaet fuer Informatik) fuehrten in Verschluesselungstechniken (DES, RSA) und sichere Kommunikation in Datennetzen ein; die 20 Teilnehmer, die bis zum Ende ausharrten, waren grossenteils Informatikstudenten oder Programmierer. 'Captain Crunch' berichtete ueber die im November/Dezember 1989 via Electronic Mail durchgefuehrte Hacker-Konferenz, die von Harper's Basar Magazine gesponsort wurde; die Ergebnisse dieser Konferenz sollen Anfang 1990 in diesem Magazin veroeffentlicht werden (die Diskussion ist in einem 750-kB-Dokument in Englisch auf Anfrage erhaeltlich). Ausserdem fuehrte Captain Crunch, via AT&T-Operator, PicturePhone vor. Das Virus Forum II war eingerichtet worden, um die Entwicklungen seit dem Forum I (1985), auf dem der CCC Viren der Offentlichkeit der BRD vorgestellt hatte, aufzuzeigen. Ralph Burger (Autor eines Virusbuches, in dem er auch den Code eines MVS/370-Virus veroeffentlicht hat), Wau Holland (Gruendungsvater des CCC), Juergen Wieckmann (Herausgeber des Chaos Computer Buches) und K.Brunnstein diskutierten Trends der Virenentwicklung. Mittlerweile sind ueber 80 Viren auf INTEL 80xxx Systemen bekannt und mehr als 70 Viren sind auf unterschiedlichen 68.000 Systemen entdeckt worden, wie AMIGA, Atari oder MacIntosh. Viren scheinen sich in 'Familien' zu vermehren, die Abkoemmlinge sind immer schwieriger zu analysieren und verursachen zunehmenden Schaden. Waehrend sich die Teilnehmer in der Einschaetzung des Schadens einig waren, gab es gravierende Meinungsverschiedenheiten ueber die erforderlichen Konsequenzen. Burger argumentierte, jede/r koenne Viren programmieren; die Veroeffentlichung von Virus-code trage daher nicht zur Verbreitung von Viren bei. Dem voellig entgegengesetzt vertrat Brunnstein die Auffassung, dass viele junge Programmierer das Programmieren von Viren erst aus veroeffentlichtem Code lernen wuerden, den sie nur leicht veraenderten, um ihren eigenen Virus zu produzieren; selbst, wenn sie einen Virus nur aus Studiengruenden erzeugten, verloeren sie die Kontrolle, sobald sich der Virus ueber die Disketten ihrer Freunde ausbreite. Die Veroeffentlichung von Viren als Teil der Virenverbreitung bringe schweren Schaden fuer die Datenverarbeitung in Wirtschaft, oeffentlichen Diensten und privatem Einsatz. Die IFIP Generalversammlung hat deshalb einen Antrag beschlossen, dass jede Mitgliedsgesellschaft an ihre nationalen Gesetzgebungsinstanzen apellieren soll, Virusverbreitung und Virusveroeffentlichung als Straftat zu klassifizieren. (Der Text des IFIP Beschlusses wird vom Autor auf Nachfrage zugesandt: VIRUSBAN.DOC: 56 Zeilen, 3 kBytes). Eine weitere Kontroverse entstand, als Burger sagte: "Mein Antivirus findet jeden Virus." Leider nahm er eine Wette aus der Zuhoererschaft, seine Behauptung zu beweisen, nicht an. Ebenfalls erklaerte Burger, er brauche nur eine Stunde, um irgendeine Aussergewoehnlichkeit zu entdecken und zu beseitigen; dies steht in krassem Widerspruch zu der Aussage Brunnsteins, der von 250 Stunden ausgeht, um einen komplexen neuen Virus zu analysieren und klassifizieren sowie den passenden Antivirus herzustellen. Einige Diskussionsteilnehmer aus der Hoererschaft unterschieden zwischen schaedlicher und nuetzlicher Virusanwendung. Eine 'gute Virusanwendung' bestehe darin, Viren gegen 'unakzeptable' Massnahmen einzusetzen, wie
etwa Kernwaffen oder staatliche Massnahmen wie die Volkszaehlung. Indem er diesen Gedanken fortspann, aeusserte Wau Holland, die Existenz von Viren sei eine gute Methode, die gesellschaftlich Akzeptanz von Informationstechnologien zu pruefen. Die 'Elektronische Zeitung', die von den wichtigsten Diskussionen des CCC'89 berichtet, war deutlich professioneller organisiert als 1988. Sie wurde vom CHALISTI-Team als Ausgabe 4 produziert; die CHALISTI ist die kuerzlich (1989) gegruendete 'elektronische Zeitung' des CCC. Infolge der geringen Zahl auslaendischer Besucher sind fast alle Beitraege in Deutsch, nur zwei Beitraege sind in Englisch (Captain Crunch's Bericht von der Harper Hacker Conference, und der Beschluss der IFIP-Generalversammlung zu gesetzgeberischen Massnahmen gegen Viren). Moeglicherweise gibt es in Kuerze eine Uebersetzung der Artikel der CCC-Zeitung ins Englische (Anfang Februar?). Bei Erscheinen wird der Autor eine kurze Nachricht an das RISK Forum senden. Die deutsche Ausgabe (1794 Zeilen, 97 kBytes) sowie die englischen Dokumente (135 Zeilen, 8 kBytes) koennen beim Autor (im Einvernehmen mit dem CCC) angefordert werden. Bewertung: Der CCC und seine Anhaengerschaft sind auf dem Weg in die Professionalitaet. Auf diesem Wege koennte der CCC die Kontrolle ueber und sogar den Kontakt zu Hackergruppen im eigentlichen Sinne verlieren. Der CCC hat diesen Kontakt bei den Btx- und NASA-Hacks besessen, im KGB-Fall hatte er offensichtlich weder Kontrolle noch Informationen ueber die Cracker. Auf der anderen Seite verbreitet die Propagierung von UNIX durch den CCC die Probleme, die UUCP und UNIX inhaerent sind. Klaus Brunnstein, Universitaet Hamburg, 3. Januar 1990, [email protected] Uebersetzt aus dem Englischen: Michael Schwuchow Universitaet Oldenburg 29.Januar 1990 Geringfuegig redaktionell ueberarbeitet: Klaus Brunnstein (31.1.90) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [05] 6-ter Chaos Communication Congress 1989
[Chalisti] [05] Studenten auf den Netzen ?
Studenten auf den Netzen ? Nachdem sich die Studierenden im Wintersemester 1988/89 mit Fragen (u.a. zu Forschung und ihrem Bezug zur Gesellschaft) gemeldet hatten ist an vielen Orten das Beduerfnis erwacht, seinen studierenden KollegInnen im Fach und darueber hinaus
vielen zu Wort sich mit auszutauschen.
Und bald merkte man, wie schlecht das wirklich geht: - Jede echte Diskussion war ohne das Zusammentreffen vieler (wenn nicht aller) unmoeglich. - Niemand hatte die Uebersicht, was wirklich geschah, denn selbst die oertlichen Studi-Vertretungen waren ueberrascht und ueberfordert. - Zu Zeiten, wo selbst die Uebersicht und Kommunikation innerhalb von Fakultaeten stockte, war die ueberregionale nur noch ein Hort von Geruechten. Man stellte fest, dasz selbst die letzte verfuegbare Quelle von Information und Kommunikation, die oeffentlichen Medien (Funk, Fernsehen und Zeitungen) dem Beduerfnis nicht gewachsen war, eine Diskussion zwischen vielen am Laufen zu halten. Einige Studenten (und hier mueszte man wohl bei der maennlichen Form bleiben) fanden sich auf den "grauen" Medien, den Computernetzen. Sie versuchten, dieses Medium zu diesen Zwecken zu nutzen, wie sie dies schon immer getan haben. Hier kommt ihre Geschichte. Wie alle wissen, war Berlin und ihre Studenten wieder einmal fuehrend. Die Studenten der Berliner Universitaeten (TU und FU) streikten schon seit Ende Oktober 88. Auf den Netzen erschienen erste Anzeichen dieses Streiks gegen Ende Dezember. Dann waren auch schon die Leute der AG Impulse Westdeutschland da und erzaehlten ueber die Studenten in Berlin, brachten eine Videozeitung mit. Die alten Medien waren noch schneller. Weitere Infos kamen nun meist aus Berlin ueber die Netze, dort etablierte sich eine Netz-Redaktion. Es wurden auf Bitnet und dem UUCPNet erste Mailinglisten geschaffen, immerhin 43 Addressen waren darin aufgezaehlt, ungefaehr je zur Haelfte auf dem UUCP-Netz und EARN. Berliner Studenten haben als erste die Netze benutzt, um Informationen ueber geplante Aktionen oder Berichte ueber Ereignisse zu publizieren. So gab es Einladungen zum UNiMUT-Kongress (6.-9.1.89), Informationen ueber Hintergruende und auch Streikbeschluesse. Bald gab es auch an der Uni Hamburg eine Mailboxgruppe. Im Januar und Februar flossen reichlich Infos ueber die Netze, wer wo wann und warum streikt. Bremen, Dortmund, Ulm, Stuttgart, Berlin, Hamburg, Hildesheim, Erlangen-Nuernberg usw. waren auf den Netzen zu finden.
Kommentare der GI (== Gesellschaft fuer Informatik) ueber die Aktionen kamen ueber das Netz, Berichte ueber die Demo in Stuttgart und schluszendlich sogar etwas ueber Schuelerdemos in Ba-Wue. Man sollte in dem Zusammenhang vielleicht feststellen, dasz Rechnernetze den Kontakt zwischen Schulen und Hochschulen foerdern koennten, wenn solche Dinge an Schulen etabliert wuerden. Entsprechende Anstrengungen gibt es z.B. im englischen Sprachraum (Mail-A-Scientist, Kidsnet). Formale Regeln wurden eingefuehrt (Feb. 89). Man wollte unterscheiden zwischen Leuten auf den News-Netzen (sub, dnet, wobei diese evt. lokal in diskjunkten Mengen enthalten sind), jenen auf den Mail-Netzen (Bitnet/EARN, DFN) und in der Art der gesendeten Information. TeX war in manchen Bereichen aufgrund seiner weiten Verbreitung sehr erwuenscht. Gegen Ende des Streiks (8.3.89) wird eine zweite Kontaktliste verteilt, mit 10 Unis, davon 7 auf dem UUCP, einer im EAN/DFN und 4 im Bitnet (Manche haben mehrere Adressen). Es ist mir bis heute unklar, warum ploetzlich so viele wegfielen. Nun zeigte sich erstmals die Flexibilitaet eines privat und dezentral verwalteten News-Netzes: Die Newsgroup sub.studium wird eingerichtet. Da es dagegen weder auf EARN noch auf dnet moeglich war, eine Newsgroup zu diesem Thema einzurichten (da fehlts wohl an Basis-Demokratie...), war dies auch aufgrund des hohen Volumens notwendig geworden. Ein Nachteil: Auch auf dem Subnet war man damit etwas zu spaet aktiv geworden, nur wenig streik-relevante Informationen wurden zu diesem Zeitpunkt ausgetauscht, der Streik war zu Ende. Leider ist es mir unbekannt, inwieweit zu diesem Zeitpunkt Informationen ueber die Aktionen ueber das Zerberus-Netz ausgetauscht wurden. Spaeter fand ich die Zerberus-Gruppen /Z-NETZ/UNI mit den Themen Streik&Aktionen, Mailboxen, News, Politik, Wissenschaft. Leider ist die Grundversorgung mit Zerberus-Boxen hier in Sueddeutschland etwas mager. Im ZER habe ich nichts mehr zu diesen Themen gefunden... Auf den Netzen sind dann nur noch vereinzelt Dinge gelaufen. Tiefpunkt war wohl gegen Ende des Sommersemester. Zu erwaehnen: Ulms Buerobesetzung ! Nach(?)streikzeit ----------------Zwar sind aufgrund der allgemeinen Erschlaffung keine groszen Dinge mehr geschehen, aber unter der Oberflaeche brodelt es, werden an manchen Ecken Lehren aus den Aktionen des WS88/89 gezogen. Ueberall entdeckt man Indizien, die auf Netze und deren Verwendung in zukuenftigen studentischen Aktionen hinweisen. Auf dem EARN/BITNET gibt es Chamas, unter anderem mit Infos ueber ASten und FSRaete, ein elektronisches Brett ueber die KIF (Konferenz der Informatik-Fachschaften) (CHAMAS@DOLUNI1). Verwaltet wird dieses System von Studenten.
Das schnell expandierende Zerberus-Netz wird nun auch intensiv von Studis genutzt. Die Hochschulkontaktliste vom 06.10.1989 (zusammengestellt von [email protected]) enthaelt immerhin 17 Zerberus-MailAdressen, sowie noch 9 UUCP- und eine EARN/Bitnet-Adresse. Auch die Newsgroup sub.studium des Subnetzes ist seit Beginn des Wintersemesters aus seinem langen Schlaf erwacht, hier werden aktuelle Daten ueber Scheine/Pruefungsbedingungen und Hiwi-Loehne ausgetauscht. Wie das auf dem Zerberus-Netz aussieht, entzieht sich leider wieder einmal meinem Kenntnisstand... Einzelne Fachschaften haben es schon gewagt (schlieszlich eine nicht zu unterschaetzende Technologie !), sich EMail-Adressen zuzulegen, darunter sogar einige Informatiker (!!!). Der elektronische KIF-Verteiler enthaelt schon 24 Adressen von 15 Fachschaften (25.08.89). Wie wenig Studis man ueber die Netze erreicht, wird deutlich, wenn man sich anschaut, welchen Ruecklauf eine Umfrage des AStA der FH Luebeck bis jetzt (23.11.89) erreichte: Von 230 (sic!) angeschriebenen Studi-Represaentationen haben 15 geantwortet, davon haben schon vier ein Modem (Karlsruhe, Stuttgart, Berlin, Bonn), drei wollen sich eines anschafften und einige sind strikt dagegen. Auch der AStA FH Luebeck wird sich nichtsdestotrotz ein solches Teil anschaffen und an die Netze gehen. Er wird auf der MAFIA.ZER erreichbar sein. Ein kurzes Wort zum VDS (Verein Deutscher Studenten): Zwar wurde auf der letzten Mitgliederversammlung (Herbst 88) darueber geredet, eine Mailbox zur Verbesserung der Kommunikation einzurichten, doch leider hat sich bisher NICHTS getan. Vielleicht musz der VDS erst mit seinem Protestival auf die Nase fallen UND DIES AUCH MERKEN, bevor er kapiert, dasz Studis normalerweise mehr zu tun haben als Umherreisen zum Zwecke des Protests. Ausblick -------Auf dem European Student Meeting CHIASMUS (6.-9.9.89) in Bologna war die Idee der Kommunikation eine zentrale Fragestellung. Viele Dinge waren unbekannt aufgrund der totalen Abwesenheit von Kommunikation. Es fand ein Workshop statt, der unter anderem die Nutzung von Rechnernetzen zur Informationsuebermittlung zum Thema hatte. Leider konnte sich die Versammlung nicht dazu aufraffen, den Austausch von Informationen ueber Rechnernetze in irgendeiner Weise zu verstehen oder zu unterstuetzten. Eine Gruppe von 40 Leuten aus zwanzig Laendern Europas hat am Informationsaustausch Interesse gezeigt, darunter auch viele aus den Laendern des Warschauer Pakts. (Anm.: Nur Universitaeten der Staaten des Warschauer Pakts koennen sich elektronische Netze einrichten und leisten, der Privat-Buerger hat dort wenig Chancen.) Auf der letzten KIF (15-17.11.89) fanden sich auch einige Leute aus
diesen Laendern ein. Inwieweit Interesse an Kommunikation ueber Netze besteht, ist unklar. Der CCC und Berliner UUCP-Systeme sind stark daran interessiert, Kontakte und Rechnersysteme in der DDR zu etablieren. Dasz dazu nur Berlin in Frage kommt und dort auch nur die Hochschulen, liegt an der desolaten Struktur des DDR-Telefonnetzes (wie ueberall in den Staaten des Warschauer Pakts. Erste Zerberus-Systeme entstehen im Ungarn. Da dortige Hochschulen und Studische Strukturen stark an engen Kontakten zum "Westen" haben, ist dort am fruehesten mit Netzwerkanschluessen zu rechnen. Auch in Polen besteht ein Interesse, sind doch Rechner und Hardware vorhanden. Ein Sprecher der NZS (unabhaengige StudierendenVertretung in Polen mit ca. 40000 Mitgliedern) bekundete in Bologna starkes Interesse am Zustandekommen von Kontakten ueber Rechnernetze (Ganz im Gegensatz zu Studis aus Britannien, die meinten, dasz ein solches System erst in 20 bis 30 Jahren realisierbar waere :-). Finnische Studenten der TH in Linkoeping haben Studenten in Tallinn seit der Eroeffnung einer direkten Waehlverbindung zwischen Finnland und Tallinn ein Modem geschenkt und versuchen nun, einen Fido-Link zu etablieren ([email protected]) (15.11.89). Eine relativ stabile Mail-Verbindung existiert nach Moskau (Kontakt: [email protected]). Wer nun mehr ueber das Ganze wissen moechte oder daran teilnehmen will, der kann mich erreichen unter pi%[email protected], [email protected] oder [email protected]. C U on the bytestream !
PI
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[Chalisti] [05] Studenten auf den Netzen ?
[Chalisti] [05] Studenten auf die Netze
Studenten auf die Netze Es scheint in Deutschland ein Mehr-Dimensionales Problem zu sein, dass Studenten sich mit Datennetze beschaeftigen. Auf der einen Seite sind es die Studenten selber die keine Netze nutzen, da sie keinen Sinn darin sehen oder ihnen die Benutzung zu kompliziert und zu aufwendig ist. Auf der anderen Seite sind es aber die Universitaeten sowie die Rechenzentren der Universitaeten die es den Studenten erschweren, wenn nicht gar unmoeglich machen, sich mit Datennetzen zu beschaeftigen. In der Regel sind Studenten gar nicht ueber die Moeglichkeiten der Netzbenutzung informiert. Es gibt keine Informationen, Handbuecher, Dokumentationen oder gar Vorlesungen zu dem Thema. Studenten kommen hoechstens durch Zufall hinter die Moeglichkeit der Netzbenutzung. Selbst fuer den Fall, dass das Vorhandensein von Netzen bei Studenten bekannt ist, erscheint auch gleich das naechste Problem: Der Zugang zu den Netzen. Noch heute ist es so, dass die Netze wie Eunet, EARN, u.ae. nur einem kleinen Kreis von wiss. Mitarbeitern und Professoren vorbehalten sind. Dabei ist es doch gerade ein Teil dieser Studenten die ein paar Jahre spaeter in dieser Informationsgesellschaft Datennetze verwenden werden (muessen). Beim Antrag auf einen Netzzugang reicht aber die die Begruendung: "Erlernen des Umgangs mit Datennetzten" u.ae. nicht aus. An einigen Unis (wie z.B. Stuttgart) muss man einen Fortrankurs belegen, um Netzzugang zu bekommen. An anderen Unis muss man an seiner Diplomarbeit sitzen fuer ein solches Privileg. Nur wenige Universitaeten gehen mit dem Netzzugang freier um, wie beispielsweise Oldenburg oder Dortmund. In Dortmund hat ein Student in der Regel mind. lesenden Zugriff auf die News des Eunet. In Oldenburg bekommt man ohne Probleme und mit der Begruendung der Netzbenutzung Zugang zum EARN und zum Eunet. Besonders interessant sind die Argumente der Rechenzentren GEGEN die Netzbenutzung von Studenten. 1) Wenn man alle Studenten an die Netze lassen wuerde, waeren die Kosten nicht tragbar Es gibt viele Datennetze die ueber Standleitungen laufen und daher nicht volumenabhaengig bezahlt werden. Diesen Netzen ist es von der finanziellen Seite erstmal egal, ob ein Benutzer oder 20 darauf arbeiten. Auch die Befuerchtung, dass die Kapazitaeten schnell verbraten waeren, hat sich in der Realitaet nicht gezeigt. Schliesslich sind die Netze
stellenweise nicht mal zu einem Zehntel ausgelastet. 2) Studenten bauen mehr "Mist" auf/mit den Netzen In Oldenburg ist es beispielsweise so, dass bis jetzt nur zweimal verhaeltnismaessig hohe Kosten durch Unwissenheit entstanden sind (dort existiert Eunet Zugang seit Herbst 1989). Diese Kosten wurden jedoch durch wiss. Mitarbeiter erzeugt. Das grundsaetzliche Problem kann jedoch durch Dokumentationen oder Seminare geloest werden. 3) Studenten spielen nur auf den Netzen Es ist immer die Frage, was man von einem Netz erwartet. Uniangehoerige verwenden die Netze entweder gar nicht oder hoechstens fuer Mail. Dienstleistungen wie Dialog, Filetransfer oder News werden von diesen selten verwendet. Sich ueber das Netz Software kopieren, Diskussionen zu verfolgen (und mitzudiskutieren!!!), sowie ueber Konferenzen Leute aus anderen Staedten, Laendern oder gar Kontinenten kennenzulernen, ist eine Anwendungsmethode der Netze. Sie ist vielleicht nicht so wissenschaftlich wie die Arbeit der Uniangehoerigen, aber sicher eine weitere Informationsquelle fuer die Studenten. Die Universitaeten sollten sich ueberlegen, den Zugang an die Netze freier zugestalten. Terra -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [05] Studenten auf die Netze
[Chalisti] [05] Was ist Intelligenz?
Was ist Intelligenz? Nach dem heutigen wissenschaftlichen Stand ist die Intelligenz gleichzusetzen mit der Denkfaehigkeit. Als Denkfaehigkeit bezeichnet man die Faehigkeit, Bedeutungen, Beziehungen und Sinnzusammenhaenge zu erfassen und herzustellen, sowie eine allgemeine Anpassungsfaehigkeit an neue Aufgaben und Lebensbedingungen. Die Intelligenz kann nur mittels Stuetzfunktionen wirksam werden und fuer eine erfolgreiche Erziehung und ein erfolgreiches Lernen muessen diese Stuetzfunktionen mobilisiert werden; zu ihnen zaehlen z.B. die Aufmerksamkeit, die Konzentrationsfaehigkeit, die Phantasie, das Interesse, die Anstrengungsbereitschaft und das Selbstvertrauen. Intelligenz besteht aus sieben Elementen Die Intelligenz besteht aus sieben Elementen, welche einzeln oder im Zusammenwirken intelligentes Verhalten ermoeglichen: - die Rechenfaehigkeit (die Faehigkeit, die vier Grundrechenarten anzuwenden) - die Wortfluessigkeit (die Faehigkeit, den eigenen Wortschatz aktivieren zu koennen) - die Sprachbeherrschung (die Faehigkeit, sprachlich vermittelte Inhalte verstehen zu koennen) - das Gedaechtnis (die Faehigkeit, sich an zurueckliegende Erfahrungen erinnern und diese in aehnlichen Situationen wiedererkennen zu koennen) - das schlussfolgernde Denken (die Faehigkeit, Ursache-WirkungBeziehungen erkennen zu koennen, Probleme loesen zu koennen und neue Handlungen zu planen, indem man aus vorangegangenen Erfahrungen Lehren zieht) - die raeumliche Wahrnehmung (die Faehigkeit, Groessenund Raumbeziehungen zueinander in Beziehung setzen zu koennen) - die Wahrnehmungsgeschwindigkeit (die Faehigkeit, bestimmte Reizgegenstaende schnell identifizieren zu koennen) Wann entwickelt sich Intelligenz? Geht man von der Intelligenz eines 17jaehrigen aus, finden ca. 50% der Intelligenzentwicklung zwischen der Empfaengnis und dem Alter von vier Jahren, etwa 30% zwischen vier und acht Jahren und die restlichen 20% zwischen acht und siebzehn Jahren statt.
Diese Feststellung machte man 1962 und man bemuehte sich deshalb zu dieser Zeit im Uebermasse um die Erziehung im fruehen Kindesalter; aus dieser Feststellung zog man ausserdem den Schluss, dass die Erziehungseinfluesse in den fruehen Kindesjahren am wirksamsten sind und man bemuehte sich deshalb verstaerkt um Erziehung im Vorschulalter. Fuer alle Formen der Frueherziehung besteht aber welche die Reifungsphase darstellt.
eine
Grenze,
Reifen und Wachsen Reifen und Wachsen sind zwei unterschiedliche Vorgaenge. Da sich beide zeitlich gegeneinander verschieben koennen, kommt es oft zu Fehlschluessen bei der Beurteilung eines Kindes. Reifung bezeichnet die Ausentwicklung des Nervensystemes bis zu seiner Funktionsfaehigkeit, d.h. dass das Nervensystem gereift ist, damit der menschliche Organismus Reize aufnehmen und sachgerecht auf diese reagieren kann. In den ersten Lebensjahren koennen die notwendigen Leistungen in der Feinmotorik noch nicht erbracht werden. Das Kind konzentriert sich vielleicht vollstaendig auf eine Sache (z.B. auf das Nachziehen vorgegebener Linien), aber die Muskeln "gehorchen" ihm noch nicht. Hierfuer ist ein Training notwendig, welches aber nur sinnvoll ist, wenn die Sinnesorgane, Nerven und Muskeln vorhanden und soweit gereift sind, dass ein Training ueberhaupt moeglich ist. Die Entwicklung des Kindes wird durch Lerneinfluesse von aussen beschleunigt. Entwicklung und Lernprozesse ergaenzen und beschleunigen sich also gegenseitig. Deshalb ist eine altersmaessige Zuordnung bestimmter Leistungen schwierig, da der erzieherische Einfluss der Umwelt sehr unterschiedlich sein kann. Die Messung von Intelligenz Intelligenz wird mit Hilfe von Intelligenztests, Intelligenzquotienten (IQ) ermitteln, gemessen. Die Aufgaben der Intelligenztests werden zusammengestellt:
nach
zwei
die
einen
Merkmalen
- Es sollen die Faehigkeiten geprueft werden, welche bereits als Elemente der Intelligenz erwaehnt wurden. - Die Aufgaben sollen altersgemaess sein.
zuvor
Bevor man einen Test einsetzt, wird dieser geeicht. Dieses geschieht, indem man Hunderte von Kindern gleichen Alters die Aufgaben loesen laesst. Somit ist beispielsweise eine Aufgabe
fuer Neunjaehrige dann altersgemaess, wenn... - 10-15% der Achtjaehrigen - 65-80% der Neunjaehrigen - ueber 95% der Zehnjaehrigen diese Aufgabe loesen koennen. Beispiel-Rechnung: Heini ist zwoelf Jahre alt. Von den sechs Aufgaben fuer Zehnjaehrige loest er alle, von denen fuer Elfjaehrige ebenfalls. Bei der Aufgabenserie fuer Zwoelfjaehrige loest er fuenf von sechs, bei der fuer Dreizehnjaehrige drei von sechs, bei der fuer Vierzehnjaehrige noch eine von sechs Aufgaben und bei der fuer Fuenfzehnjaehrige keine mehr. Das Mass fuer die Intelligenz wird bezeichnet. In ihm werden Lebensalter zueinander in Beziehung gesetzt:
als und
Intelligenzquotient "Intelligenz-Alter"
Intelligenz-Alter IQ = ----------------- * 100 Lebensalter Intelligenz-Alter
=
Lebensalter
-->
normale Intelligenz
Intelligenz-Alter
>
Lebensalter
-->
Ueberdurchschnittliche Intelligenz
Intelligenz-Alter
<
Lebensalter
-->
unterdurchschnittliche Intelligenz
Die Rechnung fuer den Beispielfall sieht folgendermassen aus: Lebensalter = 144 Monate (= 12 Jahre) Basisalter (alle Aufgaben fuer Zehnjaehrige geloest) = 120 Monate Sechs Aufgaben fuer Elfjaehrige geloest = 12 Monate Fuenf Aufgaben fuer Zwoelfjaehrige geloest = 10 Monate Drei Aufgaben fuer Dreizehnjaehrige geloest = 6 Monate Eine Aufgabe fuer Vierzehnjaehrige geloest = 2 Monate ---------150 Monate ========== 150 IQ = --- * 100 = 104 144 Heini hat damit eine durchschnittliche Intelligenz. Das Intelligenzalter bezeichnet die Hoehe der geistigen Leistungsfaehigkeit, die der eines normalen Kindes von durchschnittlicher Begabung in einem bestimmten Lebensalter
entspricht. Praktische Folgen der Intelligenzmessungen Oft wird der Uebergang von der Grundschule auf die Orientierungsstufen der weiterfuehrenden Schulen von einem Intelligenztest als Hilfe zur Beurteilung der Schueler abhaengig gemacht. Die Eltern werden in ihrer Schulwahl-Entscheidung fuer ihr Kind stark beeinflusst, zumal die Schulaufsichtsbehoerden bestimmte Richtwerte nennen. Hier ein Beispiel fuer eine Richtwerttabelle: --------------------------------------------------------| IQ |Eignung fuer das|Eignung fuer die| | | Gymnasium | Realschule | ========================================================= |groesser als 135 | sicher | sicher | --------------------------------------------------------|zwischen 117 und 134 | wahrscheinlich | sicher | --------------------------------------------------------|zwischen 105 und 116 | nur bedingt | wahrscheinlich | --------------------------------------------------------|zwischen 95 und 104 | nicht | nur bedingt | --------------------------------------------------------Es muss betont werden, dass der Intelligenztest lediglich eine Aussage ueber das geistige Grundmaterial einer Person liefert, nicht ueber den Menschen selbst. So wird Berufserfolg im starken Masse von Durchsetzungsfaehigkeit, Leistungsbereitschaft etc. bestimmt. Ein faules "Genie" kann spaeter im Leben mehr Misserfolge haben als ein Durchschnittsschueler, der seine Arbeit mit System aufbaut. Anja Kroeger -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [05] Was ist Intelligenz?
[Chalisti] [05] Noch ein X auf dieser Welt
Noch ein X auf dieser Welt Was ist X.400? X.400 ist eine Sammlung von Empfehlungen der CCITT, welche zusammengefasst ein "Message handling system" (Nachrichtenverarbeitendes System) beschreiben. Es besteht in CCITT 1984 (red book) aus den Teilen: X.400 X.401 X.408 X.409 X.410 X.411 X.420 X.430
: : : : : : : :
System model service elements Basic service Elements and optional user facilities Encoded information type conversion rules Presentation transfer syntax and notation (ASN.1) Remote operations and reliable transfer server Message transfer layer Interpersonal messaging user layer Access protocol for Teletex terminals
X.400 wird auch als sogenanntes "Store and Forward" (Speichere und leite weiter) System bezeichnet (UUCP ist auch so ein Teil, Anm. der Red.). Ein X.400 System empfaengt von einem Benutzer Adressen und Daten, konvertiert diese wenn noetig in das X.400 eigene Format und leitet die Nachricht(en) an den naechsten X.400 Knoten weiter. Dieser speichert sie (Store) und leitet nach Pruefung der Adresse diese Nachricht(en) an den naechsten Knoten oder an den Benutzer weiter (Forward). Diese Nachrichten bestehen aus Kuvert (Header) und Inhalt (Body), der Inhalt aus Kopf und Datenteil. Die Adressierung ist nun so ausgelegt, dass jeder Benutzer weltweit eine eigene Adresse (wie bei der normalen Briefpost) haben kann. Das heisst, dass alle Daten in einem Nachrichtenformat (FAX, Brief, EDI) uebertragen werden. Die Nachrichtenformate sind in X.400 von 1984 noch auf IA5 (7-bit ASCII), IA2 (Telex) und T.61 (Teletex) Zeichensatz begrenzt. Adressen sind immer im IA2 Format. Nun koennen jedoch zwei oder mehr Benutzer oder Gruppen ein bestimmtes Nachrichtenformat definieren, in welchen Daten untereinander ausgetauscht werden koennen. Dies funktioniert jedoch nur zwischen diesen Benutzern und nicht mit allen X.400 Teilnehmern. Diese Dienste koennen auch in einem X.400 Knoten zentral angeboten werden (Konvertierung) und somit allen Benutzern dieses Knotens zur Verfuegung gestellt werden. In Zukunft werden alle Laender mit geeigneter Infrastruktur an dieses weltweite X.400 Netz angeschlossen sein, und es wird vielen Millionen Menschen moeglich sein damit auf elektronischem Weg miteinander zu kommunizieren. Im Moment wird dieses Netzwerk erst aufgebaut (grundsaetzlich ist X.400
natuerlich kein Netzwerk, sondern eine Empfehlung fuer den Aufbau eines Netzes. Auf X.400 basierende Netze sind z.B. DFN und SWITCH (Anm. der Red.)), daher sind erst wenige Laender, aber schon viele 1000 Benutzer erreichbar. X.400 ist die erste Serie der OSI (Open Systems Interconnection) Standards, welche von allen Standardisierungs- und Normierungsinstituten weltweit akzeptiert wurde. X.400 ist ein sehr komplexer Standard. Aus diesem Grund dauert es sehr lange, bis bestimmte Elemente, welche eigentlich jetzt schon benoetigt wuerden, in dieses Standardwerk einfliessen koennen (z.B. FAX, EDIFACT, X.500). Dies ist ausserdem der Grund dafuer, dass alle namhaften Institutionen eigene "Functional Standards", das sind Beschreibungen, welche Funktionen von X.400 wann und wie in der Praxis zu verwenden sind, herausgegeben haben. Es gibt: ISO Functional Standard - weltweit NBS (National Bureau of Standards) - US Profil CEN/CENELEC (Europaeische Postverwaltungen) - Europaeisches Profil INTAP - Japanisches Profil MAP/TOP (Manufacturing Automation Protocol, Technical and Office Protocol) gehen ueber den Standard von X.400 hinaus und beschreiben, neben der Verwendung von anderen Standards (FTAM,MMS), auch Anwendungen welche diese Standards verwenden. Das heisst also, dass trotz aller Standardisierungsbemuehungen von CCITT noch immer lokale Unterschiede in der Anwendung dieser Standards existieren, welche aber im Normalfall die Grundfunktion von X.400, naemlich der Datenuebertragung zwischen Computer, nicht beeinflussen. Wie entstand X.400? Der Bedarf fuer OSI entstand in den fruehen 70'ern, als Computerbenutzer erkannten, dass nur firmeneigene und mit allen anderen inkompatible Kommunikationsarchitekturen existierten. Die Nachteile wurden erkannt, Trends zu verteilter Computerintelligenz und verschiedenen Herstellern innerhalb eines Netzes entstanden. Als Antwort auf den steigenden Bedarf an Offenen Kommunikationsstandards von Seiten der Benutzer und auch Computerhersteller wurde von ISO (International Standards Organisation) im Maerz 1977 die OSI (Open System Interconnection) Standardisierungsaktivitaeten ins Leben gerufen. Definieren von standardisierten Prozeduren innerhalb eines gemeinsamen Rahmens um die Verbindung von unterschiedlichen Strukturen zum Zweck des Datenaustauschs und der Zusammenarbeit zu ermoeglichen. Beschleunigen der Einfuehrung von Produkten, die herstelleruebergreifende Verbindungen und Dienste ermoeglichen. Ein Grossteil der Arbeit wurde von zwei Standardisierungsinstituten
ausgefuehrt: CCITT (Comite Consultatif International Telegraphique et Telephonique) und ECMA (European Computer Manufacturers' Association). Die Funktionen, welche den Kommunikationsprozess beschreiben, wurden in 7 Schichten unterteilt. Jede Schicht beschreibt zwei Typen von Standards. Die "Service Specification" (Dienstbeschreibung) definiert die Funktionen und Dienste, welche dem darueberliegenden Standard zur Verfuegung gestellt werden, waehrend die Protokolldefinitionen die Aktionen zwischen Systemen innerhalb der gleichen Schicht beschreiben (Peer to Peer Protocol). Die Unterteilung der Schichten trennt zwischen kommunikationsorientierten Funktionen in den unteren Schichten und benutzerorientierten Funktionen in den oberen Schichten. Benutzerorientierte Standards muessen Schicht sieben erreichen. Wie ueblich bei sehr grossen Institutionen ging die Arbeit nur sehr schleppend voran, und desgleichen dauerte es auch sehr lange bis ISO diese Standards anerkannte. 1980 wurde der X.25 Standard, welcher von CCITT 1976 verabschiedet wurde und die unteren drei Schichten beschrieb, von ISO akzeptiert. Erst im Maerz 1988, dem 10. Jahrestag der Gruendung von OSI, wurde X.400 und FTAM (File Transfer Access and Management), welche von CCITT schon 1984 verabschiedet wurden, von ISO als erste Anwendungen fuer die OSI Anwendungsschicht (Schicht 7) freigegeben. Warum soll man X.400 verwenden? X.400 als solches wird man in jenen Faellen verwenden, wo es die kostenguenstigste, einfachste oder einzige Methode ist um Daten in Nachrichtenform zu uebertragen. X.400 wird ausserdem bei allen Systemen zur Verwendung kommen, welche man gemeinhin als Electronic-Mail Systeme bezeichnet (z.B. TeleBox). Anm. d. Red.: Insbesondere sollen alle Datendienste auf X.400 abgebildet werden. Beispielsweise soll man ueber X.400 nicht nur Mails in einem einheitlichen Format, sondern auch Grafiken, Vertraege, etc uebertragen koennen. Integration laesst gruessen. X.400 hat den besonderen Vorteil international standardisiert zu sein. Dies bedeutet, wie es auch schon vielerorts geschehen ist, dass Verwaltungen, Regierungsstellen und grosse Institutionen X.400 als Standardtransportprotokoll festgelegt haben. Das heisst weiterhin, dass jeder, der mit solchen Stellen zu tun hat, X.400 einsetzen koennen sollte oder sogar muss. Dasselbe gilt in gleichem Masse fuer EDIFACT (Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport) zur standardisierten Datenuebermittlung im Geschaeftsbereich, und natuerlich auch fuer den Transport solcher EDIFACT Daten ueber X.400.
Wo wird man X.400 nicht verwenden? X.400 wird dann nicht verwendet werden, wenn grosse Datenmengen mit z.B. mehr als 10 Millionen Zeichen, ueber oeffentliche X.400 Knoten zu transportieren sind. Anm. der Red.: Wobei das nur eine Frage der verwendeten Netze ist. Fuer ein hoeheres Datenaufkommen waeren "nur" Hochgeschwindigkeitsnetze mit mehrere MB oder gar GB pro Sekunde noetig, wie sie beispielsweise derzeit in den USA (1992: 3GBit/sec) aufgebaut werden. Der Grund dafuer ist einfach: Zu geringe Geschwindigkeit, zu hoher Leitungspreis und zu geringe Maschinenkapazitaet der Rechner. Dies ist nur dann machbar, wenn solche Daten zwischen Anlagen ueber Hochgeschwindigkeitsleitungen (>64 kBit/s) ausgetauscht werden. Fuer solche Zwecke wird man weiterhin sehr oft Magnetbaender benutzen, oder FTAM, welches man nur zwischen zwei Rechnern und nicht in einem Netz benutzen kann. X.400 wird auch dort nicht verwendet werden, wo die geeigneten Geraete und Kommunikationsanlagen nicht vorhanden sind. Es ist allerdings moeglich solche Interessenten, welche nicht die noetige Infrastruktur haben, ueber andere Wege und Kommunikationstechniken anzuschliessen. Wofuer wird X.400 verwendet? X.400 wird im Moment meist dazu verwendet, um Firmen- und Organisationsweit "Electronic Mail" Systeme herstelleruebergreifend, aber auch zwischen Computern gleicher Hersteller, zu verbinden. X.400 IPMS (Interpersonal messaging system) kann als Ersatz der "gelben Post" im Bereich der Elektronischen Nachrichtenuebermittlung gelten. Das heisst: Wie bei der Post gibt es in X.400 ein Brieffach (UA=Useragent), eine Uebermittlungseinheit (Postbote=Transportmedium wie X.25 oder SNA) und ein Postamt (MTA = Mail Transfer Agent). Die Postaemter wiederum unterteilen sich in: Private oder Firmeninterne Postverwaltungen (PRMD=Private Management Domain) und oeffentliche und Internationale Postverwaltungen (ADMD=Administrative Domain). In dem Verwendung findenden Standard von 1984 sind nur sehr wenig Benutzerorientierte Funktionen definiert, und daher gibt es in diesem Bereich ausser dem IPMS (s.o.) nur firmeninterne oder zwischen zwei Firmen definierte Anwendungen. Erst mit dem naechsten Standardwerk 1992 wird erwartet, dass sich dieser, fuer viele Benutzer ungenuegende Zustand, aendern wird. Fuer diese Zeit ist X.500 (weltweites Verzeichnis fuer X.400) und X-EDI (EDIFACT konformer Useragent) angekuendigt. Das wuerde bedeuten, dass man etwa 1992 (erste X.500 Applikationen) bis 1995 (X-EDI) Anwendungen, die auf Standards basieren und X.400 verwenden, wird kaufen
koennen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass man X.400 nicht jetzt schon anwenden koennte. Die meisten Beduerfnisse lassen sich mit den existierenden Funktionen befriedigen und 1990, wenn erste X.400 Programme mit den Funktionen wie in X.400/1988 beschrieben erwartet werden, lassen sich nahezu 90 % aller Anwendungen, welche diesen Bereich jemals verwenden koennen, verwirklichen. Auch jetzt schon kann man (und tut es auch) Nachrichten, Texte, Daten in Textform oder konvertiert, EDI Daten (Electronic Data Interchange), welche meist in Textform vorliegen, und auch Zeichnungen in StandardAustauschformaten, mit Anwendern in aller Welt, welche Anschluss an eine X.400 Anlage haben, oder selbst eine besitzen, austauschen. Was braucht man um X.400 anwenden zu koennen? Zuerst waere zu pruefen, ob man ueberhaupt einen Bedarf hat oder ob man statt dessen oeffentliche Electronic-Mail Dienste verwenden kann, welche ungleich guenstiger sind. Dies haengt sowohl von der Anzahl, wie auch von Art und Laenge der bearbeiteten oder in Zukunft zu bearbeitenden Daten ab. Ausserdem muss man beachten, dass Daten ueber X.400 verschickt nicht sofort beim Empfaenger ankommen, sondern unter Umstaenden erst nach Minuten oder sogar Stunden (maximal 24). Ist dies alles in Betracht gezogen worden und wenn alle anderen Uebertragungsmoeglichkeiten (Telefon, Mailbox, Telex, Teletex) aus verschiedensten Gruenden nicht in Frage kommen, kommt noch das Problem mit den Kosten. Im Moment sieht es so aus, dass welcher allerdings ausser X.400 alle Firmen mit LAN oder solche interessant. Die Preise bewegen
die kleinste X.400 Anlage ein PC ist, nichts macht. Diese Moeglichkeit ist fuer die planen, eines zu installieren, sich dabei auch auf PC-Niveau.
Im Bereich der Minicomputer ist das Angebot sehr gross, und es koennen alle Hersteller in diesem Bereich geeignetes anbieten. Die Preise sind allerdings auf Grund der geringen Verkaufszahlen im Moment noch hoch, werden aber mit der Anzahl der verkauften Pakete stark sinken. Fuer solche Firmen, welche nur mit einem oder zwei PC ausgeruestet sind, bietet es sich an, ein Electronic Mail System zu benutzen, oder in naher Zukunft sogenannte "Remote Useragents" zu verwenden. Dies sind kleine Kommunikationspakete fuer PC, auf welchen man lokal die Anwendungen hat und mittels eines speziellen X.400 Protokolls mit einem X.400 Knotenrechner Verbindung aufnehmen kann. Dies funktioniert auch mittels Telefon, im Gegensatz zu X.400, welches im Normalfall nur ueber X.25 angeboten werden wird. Die Preise dafuer werden sehr gering sein. Es gibt auch Spezialanwendungen von X.400 wie das Transferieren von FAX Daten von einem normalen FAX Geraet ueber einen speziellen X.400 Knotenrechner und weiter zu einem anderen X.400 Knotenrechner ueber eigene Hochgeschwindigkeitsleitungen. An diesem X.400 Knotenrechner werden diese FAX Daten auf normalem Weg ueber das Telefon ausgegeben. Der Vorteil bei dieser Methode ist, dass man keine Probleme und Zeitverluste wegen besetzter Telefone hat, die Daten schneller und sicherer
uebertragen werden, man eine gesammelte Rechnung von einer Stelle bekommt, nur lokale Telefonrufe mit Ortsgebuehr hat, und vieles mehr. Ausserdem koennen weiterhin normale FAX Geraete verwendet werden, denen eine "Black box" vorgeschaltet ist, welche sehr guenstig ist. Auf Grund der sehr hohen Maschinenkosten und hohen Installationskosten der Uebertragungseinrichtungen zwischen den Knotenrechnern sind die Kosten pro FAX meist nicht geringer als ueblich. Der normale X.400 Verkehr wuerde von solchen Einrichtungen mitprofitieren, da auch alle anderen Nachrichten zwischen diesen Knotenrechnern ueber die schnellen Uebertragungswege transportiert wuerden. Literatur: -CCITT X.400 Recommendations October 1984 red book -OVUM Report X.400 Markets: The Users Decide Eliane Jason-Henry, Julian Hewett, David Lewin -Elektronische Post und Datenkommunikation Plattner, Verlag Addison Wesley, Vertrieb ERB -Softlab Seminar OSI Einfuehrung, X.400, X.500 -PC Magazin 17/89, Verlag Markt & Technik -The X.400 blue book companion Carl-Uno Manros, Technology Appraisals -Sonderband Mitteilungsuebermittlungssysteme CCITT V-Serie und X-Serie -G. Schenk, Verlag R.v. Decker's Fachbuecherei Dank an: Hr. PREIER aus Telebox - Austria Quelle: Zerberus-Netz, Absender: P.Haenelt (SYSOP@RAVENNA) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [05] Noch ein X auf dieser Welt
[Chalisti] [05] Das deutsche Orange-Book
Das deutsche Orange-Book Wie schon in der Chalisti 3 kurz zu lesen war wird demnaechst eine Abteilung fuer Computersicherheit in der Bundesrepublik aufgebaut. Damit haengt sicher auch die Idee zusammen, ein Bewertungskatalog fuer Sicherheitskriterien zu entwickeln. Als Vorbild nimmt man sich da das sogenannte Orange-Book, welches vom US-Verteidigungsministerium herausgegeben wird. Allerdings moechte man man sich von diesem unterscheiden. Der Unterschied soll in folgenen Punkten liegen: - getrennte Bewertung von Funtionalitaet und Qualitaet - kein festgeschriebenes Sicherheitsmodell - offen fuer Erweiterungen und kuenftige Systeme In Deutschland wurden diese "IT-Sicherheitskriterien" (ITSK) (IT= Informationstechnik) von der Zentralstelle fuer Sicherheit in der Informationstechnik (ZSI), der Wirtschaft und der Wissenschaft erstellt. Die ITSK beschreiben erstmals eine Gruppe von Funktionen die ein Informationssystems schuetzen sollen: 1. Identifikation und Authentisierung Das sind als Beispiel Einlogprogramme sowie weitere Verfahren, um das Vortaeuschen einer falschen Identitaet zu verhindern. 2. Rechteverwaltung Es muss die Moeglichkeit geben, an Dateien Rechte zu vergeben. 3. Rechtepruefung Wer darf wie welche Datei ausfuehren. Stuetzt sich also auf den 2.Punkt ab. 4. Beweissicherung Protokollieren von Datei- oder Systemzugriffen. Diese muessen entweder personenunabhaengig erhoben werden oder aber im Rahmen der Datenschutzbestimmungen. 5. Wiederaufbereitung Betriebsmittel (z.B. Speicher) muessen so wieder aufbereitet werden, dass ein nachfolgener Benutzer dieser Betriebsmittel keine Informationen des vorherigen Benutzers erhalten kann. 6. Fehlerueberbrueckung Vorhandene Fehler im System sollen moeglichst geringe Auswirkungen auf die Sicherheit und Ausfuehrung haben. 7. Gewaehrleistung der Funktionalitaet Sicherheitsfunktionen duerfen nicht ausfallen. 8. Uebertragungssicherung Datenuebertragung auf Netzen soll geschuetzt werden. Als Modell dafuer wird das Security Addendum des ISO/OSI-
Schichtenmodells verwendet. Bei den ITSK gibt es 10 Funktionsklassen und 7 Qualitaetsstufen. Die Qualitaet bezieht sich dabei nicht auf die Qualitaet der Software im allgemeinen, sondern allein auf die angewendeten Verfahren fuer die Sicherheit, um sicherzustellen, dass die Sicherheitsfunktionen auch sicher sind. Funktionsklassen Die ersten 5 Funktionsklassen sind direkt auf das abbildbar. Die letzten 5 sind nur eine Erweiterung. sind moeglich.
Orange-Book Mischformen
F1: F2: F3: F4: F5: F6:
(=C1 im Orange Book) Benutzerbestimmbarerer Zugriff (=C2) Mechanismen der Protokollierung (=B1) Festgelegter erzwungener Zugriffsschutz (=B2) Vertrauenswuerdiger Zugriffspfad (=B3/A1) Ueberwachung sicherheitskritischer Ereignisse Grosse Sicherheit bezuegl. der Datenintegritaet (z.B. bei Datenbanken noetig). F7: Anforderungen an die Verfuegbarkeit eines Systems (z.B. bei Prozessrechnern) F8: Sicherung und Integritaet bei der DFUE durch Identifikation, Uebertragungs- und Beweissicherung F9: Geheimhaltung von Daten bei der DFUE F10:Starke Vertraulichkeit und Integritaet bei vernetzen System Qualitaetsanforderungen Die Bewertung ist hierachisch. Jede Anforderungen der Vorhergehenden erfuellen. Q0: Q1: Q2: Q3: Q4: Q5: Q6: Q7:
Q-Stufe
muss
die
Unzureichende Qualitaet (durchgefallen) geprueft durch einfache Testdurchlaeufe methodisch getestet und geprueft methodisch getestet. Teile der Sourcecodes wurden stichprobenartig analysiert. informell anhand des Sourecode analysiert semiformal analysiert; die wichtigsten Routinen wurden formal spezifiziert Der gesamte Sourcecode wurde formal analysiert und spezifiziert formal verifiziert; Die Konsistenz zwischen Sourcecode und formaler Beschreibung ist bewiesen.
Noch befindet sich dieser Einstufungsplan in Vorbereitung, allerdings bin ich der Meinung, dass mit dieser Einstufung keine weitere Sicherheit erreicht wird. Hoechstens wird der Eindruck erzeugt, dass ein solches System sicher ist. Ein Betriebssystem mit der Einstufung F5Q7 sollte beispielsweise ein wahnsinnig sicherers System sein. Es ist allerdings fraglich, ob durch eine formale Analyse (anhand des Sourcecodes) und mit Tests die
Sicherheit eines OS vorliegt. Seiteneffekte wie beispielsweise bei Unix durch das IFS-Enviroment wuerden auch bei solchen Analyseverfahren kaum entdeckt werden. Natuerlich kann man versuchen, sichere Systeme zu entwickeln, wie es z.B. bei MACH geschieht. Auch durch das konsequente Anwenden von objektorientierten Konstrukten kann ein Betriebssystem weitaus sicherer werden. Gerade letztere Konstrukte koennten die Virengefahr in Rechnersystemen drastisch verringern. Sicherheitsstufungen der Art wie es das Orange Book darstellt, helfen hoechstens, Sicherheit zu suggerieren, nicht aber, Sicherheit zu schaffen. Quellen: - DFN Nachrichten Juli 1989 - IT-Sicherheitskriterien, Bundesanzeiger, Koeln 1989 ISBN 3-8878, 192-1, DM 9,60 Terra -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [05] Das deutsche Orange-Book
[Chalisti] [05]
Technischer Hintergrundbericht zu AT&T's NetzwerkVerlangsamung
Technischer Hintergrundbericht zu AT&T's Netzwerk-Verlangsamung Am Montag, dem 15. Januar um ungefaehr 14:30 EST, hatte eines von AT&T's 4ESS Vermittlungseinrichtung in New York City ein kleines HardwareProblem, welches normale Fehlerbehebungsroutinen innerhalb der Schaltstelle aktivierte. Dieses veranlasste die Schaltstelle, kurzfristig alle neuen Anrufe zurueckzustellen, bis die Routine beendet war (4-6 Sekunden). Eine solche Zurueckstellung ist eine typische Wartungsprozedur und normalerweise fuer die Anrufer nicht wahrnehmbar. An die angeschlossenen Schaltstellen wurden automatisch Nachrichten gesandt, dass waehrend dieser Zeit keine neuen Anrufe zu der New Yorker Schaltstelle geleitet werden sollten. Die entsprechenden Schaltstellen vermerkten in ihren Programmen, dass die New Yorker Schaltstelle kurzzeitig nicht erreichbar war. Als die betroffene New Yorker Schaltstelle einige Sekunden spaeter bereit war, die Anrufbearbeitung wieder aufzunehmen, sandte es Anrufversuche (IAM - Initial Address Messages) an die angeschlossen Schaltstellen. Diese vermerkten sodann in ihren Programmen, dass New York wieder erreichbar war und somit auch neue Anrufe entgegennehmen konnte. Ein Prozessor in der 4ESS Vermittlung, der diese mit dem CCS7 Netzwerk verbindet, speichert obige Zustandsinformationen. Als dieser Prozessor (genannt Direct Link Node, DLN) in einer angeschlossenen Vermittlung den ersten Anrufversuch (IAM) von der vorher nicht-erreichbaren New Yorker Vermittlung erhielt, startete er einen Prozess um seinen ZustandsSpeicher auf den neuesten Stand zu bringen. Aufgrund eines SoftwareFehlers war dieser DLN Prozessor fuer einige Sekunden verwundbar gegenueber Unterbrechungen. In dieser verwundbaren Zeit verursachte der Empfang von zwei Anrufversuchen aus New York - innerhalb eines Intervalls von 1/100 Sekunde - die Beschaedigung einiger Daten. Der DLNProzessor wurde dann vom Netz genommen, um neu gestartet zu werden. Da der DLN Prozessor doppelt vorhanden ist uebernahm sein Partner die Arbeit. Ein zweites Paar solcher dicht aufeinanderfolgender Anrufversuche traf den Partner in der verwundbaren Zeit, veranlasste seine Abkoppelung vom Netz und damit die kurzzeitige Isolation der Vermittlung vom CCS7 Signal-Netzwerk. Der Effekt breitete sich lawinenartig ueber das Netzwerk aus, als DLN Prozessoren in anderen Vermittlungen auf aehnlich Weise ausfielen. Dieser instabile Zustand blieb aufgrund der zufaelligen Natur dieser Fehler und des konstanten Drucks durch die Belastung im Netzwerk, die immer wieder fuer die Anrufversuche sorgte, bestehen.
Der Software-Fehler wurde unabwendbar als Teil des Mitte-Dezember Software Updates in allen 4ESS Vermittlungen im AT&T Netzwerk eingefuehrt. Dieser Update sollte die Leistung des Netzwerkes erheblich verbessern, indem den Vermittlungen ermoeglicht werden sollte, ein Backup Signal Netzwerk im Falle eines Problems mit dem Haupt-CCS7-Netzwerk schneller benutzen zu koennen. Zwar wurde die Software rigoros in Labor-Umgebungen getestet bevor sie eingefuehrt wurde, aber die einmalige Kombination von Ereignissen, die zu diesem Problem gefuehrt hatten, konnten nicht vorhergesagt werden. Um dem Problem beizukommen und die Integritaet des Signal-Netzwerks wieder herzustellen, benutzten AT&T Ingenieure zuerst StandardProzeduren. Frueher waren diese mehr als ausreichend gewesen, um die Anrufverarbeitung wieder aufzunehmen. In diesem Fall waren sie nicht ausreichend. So wussten wir ziemlich frueh, dass wir ein nie gesehenes Probleme hatten. Gleichzeitig schauten wir uns die Gesetzmaessigkeiten der Fehlermeldungen an und versuchten zu verstehen, was sie uns ueber den Zustand mitteilten. Wir haben eine technische Unterstuetzungseinheit, die sich um Netzwerkprobleme kuemmert, und diese wurde unverzueglich eingeschaltet. Bell Lab Mitarbeiter in Illinois, Ohio und New Jersey stiessen einige Momente spaeter dazu. Da wir den Mechanismus, mit dem wir es zu tun hatten, nicht verstanden, mussten wir feststellen, was geschah, indem wir uns sowohl die weitergegebenen Signal-Nachrichten als auch die einzelnen Vermittlungsstellen anschauten. Wir konnten das Netzwerk stabilisieren indem wir kurzzeitig den Signalverkehr auf den Backup-Verbindungen unterbrachen. Diese half, die Belastung mit Nachrichten des betroffenen DLN Prozessor zu senken. Am Montag um 23:30 EST hatten wir die letzte Verbindung des Netzwerks bereinigt. Dienstag nahmen wir den fehlerhaften Programm-Update von den Vermittlungen und wechselten zeitweise wieder zu dem vorherigen Programm. Wir untersuchten dann das fehlerhafte Programm sehr genau, fanden die verdaechtige Software, nahmen sie mit ins Labor, und es war uns moeglich, das Problem zu reproduzieren. Seitdem haben wir den Fehler korrigiert, die Aenderung getestet und die Backup-Leitungen wieder hergestellt. Wir glauben, dass das Software Design, die Entwicklung und die von uns verwendeten Test-Prozesse auf einer soldiden, qualitativen Grundlage basieren. Alle zukuenftigen Ausgaben von Software werden weiterhin rigoros getestet werden. Wir werden die Erfahrung, die wir durch dieses Problem gewonnen haben, benutzen, um unsere Prozeduren weiter zu verbessern. Es ist wichtig zu bemerken, dass das Volumen von Anrufen am Montag nicht ungewoehnlich war; Es war sogar geringer als an einem normalen Montag, und das Netzwerk handhabte normale Belastungen an den vorhergehenden Wochentagen. Obwohl nichts in 100% der Faelle garantiert werden kann, war das, was am Montag passierte, eine Reihe von Ereignissen die nie zuvor aufgetreten war. Mit laufenden Verbesserungen an unseren Designund Lieferprozeduren werden wir weiterhin versuchen, die Wahrscheinlichkeit fuer Vorfaelle dieser Art gegen Null zu senken.
Uebersetzt von: Michael Niermann Redigiert von: Katja De Haney Quelle: comp.dcom.telecom, gepostet: Don H. Kemp ([email protected]) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [05]
Technischer Hintergrundbericht zu AT&T's NetzwerkVerlangsamung
[Chalisti] [05] C - Eine Sprache - Ihre Programmierer
C - Eine Sprache - Ihre Programmierer Irgendwann in seiner Laufbahn als Softwarepoet braucht man so etwas wie einen Umbruch aus den Kinderschuhen heraus in das Erwachsenenalter, in die Welt der Grossen. Fuer mich war dies der Umstieg von anderen Sprachen auf 'C'. Mit diesem Schritt habe ich lange gezoegert. Ich hatte bereits - aus meiner heutigen Sicht vielleicht ein Jahr zu frueh - die Endrunde im BWInf (Anm. der Red. BWInf = Bundeswettbewerb der Infortiker) erreicht, fuehlte mich von Wissen um Listen und Baeume unbelastet, und lebte gluecklich mit meiner Muttersprache BASIC, die ich fuer ernste Zwecke (der BWInf war einer) gegen PASCAL eintauschte. Zwar hatte man mir in meinem Computerclub, dem HMH, schon mehrmals nahegelegt, endlich auf eine vernuenftige Sprache umzusteigen, die da 'C' hiesse, um darin fuer meinen Club zu programmieren, aber der erste Versuch eines Programmes in 'C' war an einem boesartig jede meiner Zeilen mehrfach kommentierenden & monierenden Compiler gescheitert. Ich versuchte schrittweise, das Verhaeltnis von Fehlermeldung zu Sourcetext zu verringern, und tatsaechlich sanken bald die Fehlermeldungen vom Fuenffachen auf das Doppelte, um irgendwann gaenzlich zu verschwinden. Fiebrig erwartete ich das erste Lebenszeichen in der Sprache einer anderen Welt, doch es blieb aus. Zweifelsohne aber lief mein Programm, es wollte geradezu gar nicht mehr aufhoeren zu laufen, und haette ich nicht in Ungeduld den Stecker gezogen, so wuerde es sicher heute noch laufen. 'C' ist in diesem Sinne eine phantastische Sprache, sie produziert keine Fehlermeldungen. War ich noch aus GfA-BASIC den Sprung in den Editor zur fehlerhaften Zeile und aus PASCAL an eine Warnbox gewoehnt, so machte mir 'C' den Unterschied zwischen Fehler und Fehlermeldung deutlich. Kurzum, die Motivation war verschwunden, ich zog mich schmollend wieder zu PASCAL zurueck. Irgendwann wurde der Druck der Tatsachen dann aber doch so hart, dass ich an einen Neubeginn dachte. Um mir neben dem oben genannten Druck noch weiteren zu verschaffen, gruendete ich an meiner Schule eine C-AG, die mich als Leiter zum Studium der Sprache zwang. Bevor ich am Ende dieses und in weiteren Beitraegen zu den Hoehen und Details der Sprache komme, seien zunaechst einige Bemerkungen gemacht, die mir, dem Anfaenger, der sich doch schon so weit waehnte, als er sein erstes 2000-Zeilen-Programm schrieb, sofort an 'C' auffielen: Zum aeusseren Erscheinungsbild der Sprache ist anzumerken, dass C sich um eine moeglichst reichhaltige Ausschoepfung des Zeichensatzpotentials bemueht. Muss der ADA- oder Fortran-Programmierer sich nach den Schnelldruckern des DoD (Department of Defense) richten und mit einem minimalen Subset des ASCII-Zeichensatzes auskommen, so fordern C-Phreaks von Haus aus mehr als Grossbuchstaben und eine Handvoll Sonderzeichen.
Waehrend andere sich mit BEGIN & END die Finger wund tippen, hat der C-Phreak mit 'Klammer auf' und 'Klammer zu' die Arbeit bereits erledigt und blickt weise laechelnd zum Lispler hinueber, der auch in dieser Hinsicht aehnlich denkt, allerdings wohl nur, damit er schmutzige Dinge, wie acht Bloecke in einer Zeile zu beenden ( '))))))))'), wenigstens ueberhaupt in einer Zeile relativ unauffaellig realisieren kann. C-Phreaks widmen jeder Klammer liebevoll eine eigene Zeile; das verleiht dem Listing Uebersichtlichkeit und einen Hauch von Grosszuegigkeit, und taeuscht ueber die kryptische Kuerze der Sprache auf den ersten Blick hinweg. Gleiches gilt fuer Modulo-Bildung ('%'), Bit-Operationen ('|' & '&'), logische Verknuepfungen ('||' & '&&'), Negationen ('!'), De-/Inkrementier- und Peek-/ Poke-Befehle ('++', '--', '*' und nochmals '*') sowie fuer eine Menge anderer Befehle (z.B. if / else) und natuerlich selbstredend die Grundrechenarten. Generell kann man sagen, dass das Verhaeltnis von Sonderzeichen zu Buchstaben fuer den C-Phreak mit der wichtigste Bestandteil in seinem Bemuehen um grosses Prestige (bei den C-Phreaks, andere zaehlen fuer ihn ohnehin nicht) ist. An dies moegen die Erfinder von C gedacht haben, als sie die Unterscheidung der Gross-/Kleinschreibung fuer C postulierten. Selbst MuesliFresser (vgl. 'Maylbox 2/88') wie Wirth scheuen sich in ihren und anderer Profs Bibeln (Algorithmen & Datenstr...) nicht, sich auf einen einzigen Buchstaben je Variable zu beschraenken. Bleiben Mueslifressern jedoch nur dafuer 26 Moeglichkeiten, so hat der C-Phreak doppelten Spielraum. C-Phreaks mit mathematischem Hintergrund finden schnell heraus, dass ihr Vorteil gegenueber Mueslifressern in Abhaengigkeit zur Anzahl der Buchstaben exponentiell steigt: lassen sich drei Buchstaben beim besten Willen nicht vermeiden, so koennen C-Phreaks bereits acht Variablennamen benuetzen, wo der Mueslifresser nur einen sieht. (Wer's noch nicht kapiert hat: 'aaa', 'aaA', 'aAa', 'aAA', usw.). C-Phreaks der BWInfler-Gattung verzichten jedoch oftmals (insbes. beim BWIinf) auf die Moeglichkeiten ihrer Sprache, teils, um die an bundesdeutschen Unis zu Mueslifressern herangebildeten Studenten, die ihre Aufgaben bewerten, nicht hoffnungslos zu ueberfordern, zum anderen, weil es ihnen Spass macht, Programme in 'C' zu schreiben, die die in oben genannter Muesli-Bibel aufgefuehrten Programme an Muesli deutlich uebertreffen, indem sie auf GOTOs verzichten (return und break geben ihnen ohnehin ausreichend Spielraum dafuer) und lange Variablennamen benutzen. Der BWInf 'C'-Phreak leidet naemlich sehr darunter, dass die angeblich 'echten' Informatiker oftmals 'C' in der Sprachenwelt so sehen, wie Anglistiker Cockney gegenueber Oxford-English einschaetzen. Er fuehlt sich deshalb in diesen Dingen einem besonderen Erfolgsdruck ausgesetzt, und fuehrt, waehrend Muesli-Fresser so hart wie moeglich an den Strukturregeln PASCALs vorbei programmieren, eine freiwillige Selbstkontrolle in Form von ANSI-C und anderes ein. Eines der unterhaltsameren Spiele der 'C'-Phreaks besteht im Decodieren von CCC (C-Compakt-Code). Der 'C'-Phreak benuetzt oefters ohne boesen Willen Konstrukte wie jenes: *s+=i++==m++; Fordert man dann Muesli von ihm, so schreibt er:
IF (i=m) THEN s^:=Succ (s^); i:=Succ (i); m:=Succ (m); Der Muesli-Fresser moniert dann als erstes die Klammer um die IF-Kondition, die unser 'C'-Phreak aus Gewohnheit seinem ueblichen Bestreben nach Sourcetext-Kompaktheit entgegen leider doch gesetzt hat, muss dann allerdings den Seitenhieb einstecken, dass sein Kollege (ein etwas befremdlicher Begriff) dafuer mit jenen zwei Klammern ueber zeilenlange, hierarchische AND/OR-Komplex-Konditionen hinaus kommt. Denn die Liste der Prioritaeten in 'C' ist lang, sie reicht ueber dreizehn Stufen, und wer sie alle kennt, gehoert schon zu den Fortgeschrittenen, die man daran erkennt, dass sie ihren 'K&R', (Bibel der 'C'-Phreaks) schon fuer missionarische Zwecke verliehen haben. Zurueck zum Beispiel: Man erkennt in ihm bereits den Phreak der Gruppe 3 (10 Sonderzeichen auf 3 Buchstaben: 10/3 = 3.33...). Ein anderes Merkmal der Klassifizierung von 'C'-Phreaks (der Begriff Klassifizierung taeuscht allerdings ein gruppeninternes Konkurrenzdenken vor, das nicht auf Tatsachen beruht; 'C'-Phreaks bilden oftmals eher quasi-religioese Gemeinschaften) ist der Gastronomie verwandt. Was dem Muesli-Fresser sein umgedrehtes 'V'(Victory)-Symbol ('^', born to lose?), ist dem C-Phreak der '*'. Allerdings geniesst er ein uneingeschraenkt gutes Verhaeltnis zu diesem Symbol, waehrend Mueslifresser ihm vom Haus aus mit Misstrauen, ja Feindschaft gegenueberstehen. Das aeussert sich beispielsweise in der Verfahrenstechnik des 'Call by reference'. Der C-Phreak uebergibt der Prozedur den Zeiger auf eine Variable, indem er beim Aufruf dieser Variablen ein '&'-Symbol vorausstellt. Selbstverstaendlich meckert ANSI-C sofort, sollte er dies einmal vergessen. Er fuehrt sich so ins Bewusstsein, dass die Prozedur eine Schreibmoeglichkeit fuer diese Variable besitzt. Anders der Mueslifresser: Um den hautnahen Kontakt mit dem "Schmutz" zu umgehen, ist die Definition des Uebergabemechanismus ausschliesslich durch ein unscheinbares und nicht besonders Assoziationen mit Zeigern weckendes 'VAR' erfolgt, und zwar nur in der Definition der Prozedur. So suchen Mueslifresser bisweilen lange nach Fehlern durch ploetzlich ohne sichtbare Ursache veraenderten Variablenwerten und entdecken schliesslich erst in einer meterweit entfernten Prozedur das unscheinbare VAR als Ausloeser des Uebels. Dank der schier grenzenlosen Freiheit, die der 'C'-Phreak durch seine Sprache erhaelt, hat er sein gutes Verhaeltnis zu Zeigern aber erst nach einigen anfaenglichen Haerten (Bomben, Gurus und andere Abstuerze) erlangt. Die Vertrautheit fuehrt ihn dazu, die Liste, sonst das Schreckgespenst der Programmierer (Lispler mal ausgenommen), als natuerliches Konstrukt wie von Gott gegeben zu akzeptieren. Seine Handhabung erscheint ihm einfach, es gibt ihm ausserdem wieder mal das Gefuehl, mit dem Lispler, jenem Lieblingsverbuendeten (welche prozedurale Sprache hat schon einen objekt-orientierten Dialekt ('C++'), wer liebt ebenfalls Klammern, undeklarierte Funktionen, Return-Values, von denen niemand etwas
wissen will, und andere Grausamkeiten ?!) etwas gemeinsam in der harten Welt der modernen Informatik zu haben. Der 'C'-Phreak sucht in einer geordneten Liste vom Typ 'Tliste' mit Namen 'li' nach Element 'a' folgendermassen: Tliste *p;
/* Deklaration eines Zeigers p auf ein Listenelement */
for (p=li; p && p->valuenext);
/*Suche */
(Anmerkung fuer Unkundige: die Syntax der for-Schleife in 'C' sieht folgendermassen aus: for(Anweisung zu Schleifenbeginn; Kontinuitaetskriterium; Schleifenendbefehl)) Der Mueslifresser, fuer den Shortcut-Evaluation leider nicht Standard ist, muss geringfuegig umstaendlicher formulieren: p : ^Tliste; stop: BOOLEAN; BEGIN p:=li; REPEAT IF p<>NIL THEN IF p^.value
groessere Vielfalt und Inkompatibilitaet in den Dialekten verweisen. Der Virus wird wohl noch einige Zeit kursieren, bis er von Viren verdraengt wird, die dem Computer und seinem Programmier wenigstens einen Teil der Geschwindigkeit und des Ausdrucksvermoegens zurueckgeben, den er unter FORTRAN besass und C behaelt. Das obige Beispiel ist fuer den etwas besseren 'C'-Phreak schnell Standardformulierung, die wohlmoeglich im Praeprozessor definiert ist (den 'C' als so ziemlich einzige Programmiersprache standardmaessig hat). Dieser Programmierer gilt, seinem Zeigerverhalten gemaess, bereits als Ein-Sterne-Koch. Ich selber darf mich bereits zur naechsten Klasse zaehlen, derer der Zwei-Sterne-Koeche. Die Zeiger auf Zeigervariablen sind naemlich bereits auf der naechsten Schwierigkeitsstufe, dem Einfuegen in geordnete Listen, ausserordentlich hilfreich. Ein Beispiel: Tliste *p, **last;
/* Diesmal mit einer 'Zwei-Sterne-Variablen': last */ /* li ist der Zeiger auf das erste Listenelement */
for (last=&li, p=li; p && p->valnext) /* Position suchen */ last=&p->next; if (p->value == a) return; /* Element ist schon in der Liste */ *last=malloc (sizeof (Tliste)); /* Sonst Speicher reservieren */ *last->next=p; /* Liste nach hinten verbinden */ *last->value=a; /* und neuen Wert einfuegen */ Da ich ohnehin 'Zwei-Sterne-Konstrukte' in Turbo-PASCAL nicht zustande brachte, glaube ich, allen die PASCAL-Code-Dekompression ersparen zu koennen. Wer so einen Algorithmus schon mal in einem Lehrbuch gesehen hat, maile doch bitte; ich weiss naemlich nicht, wie verbreitet diese Methode mit dem Zeiger auf die Schreibposition fuer das neu eingefuegte Element wirklich ist. Ich stiess auf ihn, als ich fuer ein Verwaltungsprogramm beim Einfuegen in Listen einen schnellen und knappen Algorithmus suchte. Ein von mir und vielen verehrter 'C'-Phreak, David Betz, der Autor des weit verbreiteten XLisp, hat in seinem Source-Text zu XLisp viele Konstrukte des Drei-Sterne-Types verwendet, so zahlreich, das man ihm durchaus auch eine der hoechsten Auszeichnungen, die des 4-Sterne-Programmieres, zusprechen kann. Als letztes in diesem Beitrag ein kleines Gute-Nacht-Raetsel: Welche beiden der folgenden sechs Sterne bilden eine Gruppe (im mathematischen Sinne, also Gruppe von Operatoren) ?: '**s*=*m**p;' Aufloesung (in Form der Muesli-Dekompression): s^^:=s^^ * m^ * p^;
also der dritte und fuenfte. Autor: Hans Georg Zezschwitz (RedJack@mcshh) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [05] C - Eine Sprache - Ihre Programmierer
[Chalisti] [05] ! K u r z m e l d u n g e n !
!Kurzmeldungen! ----------------------------1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1 Spione oder Hacker - Der Prozess Seit dem 11. Januar 1990 wird in der Strafsache gegen drei Hacker verhandelt, die an den KGB Informationen verkauft haben. Wie das Oberlandgericht Celle mitteilt, werden zwischen dem 11.1. und dem 8.2. mehrere Zeugen, sachverstaendige Zeugen (wie sinnig: Was ist den da der Unterschied?) und Sachverstaendige an 12 Verhandlungstagen gehoert (werden). Den Angeklagten wird "gemeinschaftliche geheimdienstliche Agententaetigkeit fuer den sowjetischen Nachrichtendienst KGB" vorgeworfen. Es handelt sich um die erste Anklage der Bundesanwaltschaft wegen einer Straftat gegen die aeussere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland, die sich gegen Angehoerige der sog. "Hacker-Szene" richtet. Als Betrag werden Lieferungen erwaehnt die mit ca. 90.000 DM bezahlt worden seien. Clifford Stoll sagte am 30. Januar in Celle aus. Allerdings hat man von ihm nicht viel neues erfahren, ausser dem dem Teil der auch in seinem Buch steht. Andere Zeugen litten unter der beliebten Politikerkrankheit: Erinnerungsverlust. Der Staatsanwalt forderte fuer die Angeklagten Haftstrafen ohne Bewaehrung. Fuer Peter Carl 4 Jahre, fuer Brezinski 20 Monate und fuer Hess 2 Jahre. Die Anwaelte forderten fuer ihre Klienten Carl 1 Jahr mir Bewaehrung, fuer Brezinski 14 Monate mit Bew. und fuer Hess ebenfalls 1,5 Jahre mit Bewaehrung. Am 15.2. wurde nun das Urteil gesprochen. Peter Carl wurde zu 2 Jahren mit Bewaehrung sowie 3000 DM Geldstrafe verurteilt. Brezinski zu 1 Jahr, 2 Monaten und 5000 DM Geldstrafe und Markus Hess zu 1 Jahr 8 Monate mit Bewaehrung und 10.000 DM Geldstrafe. In der Urteilsbegruendung heisst es, dass der Schaden durch Desinteresse und fehlendem technischen Know-How der Sowjets nicht sonderlich gross gewesen sei. Quellen: Pressemitteilung 1273 I , OLG Celle MIK 2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2 LittleBit - Bislang gescheiterte "Alternativ"-Box
Die grossen Kommunikationsmedien unterteilen in Sender und Empfaenger, so dass unsere "informierte" Gesellschaft wesentlich aus Informationsempfaengern besteht. Die damit verbundene Informationsmacht und weitergehende Entpartizipierung der Buerger an oeffentlichen Entscheidungen und die Manipulationsmoeglichkeiten an privaten Einstellungen wird von Kritikern hinlaenglich bejammert - gibt es Alternativen dazu? Der Leserbrief, der Anruf beim Fernsehen, das Abbestellen des Abbos sind die relikthaften Rueckkanaele in den oeffentlichen Medien, von ihnen wird in der Regel nur sehr geringen Gebrauch gemacht - wir haben uns im Informationskonsum gemuetlich eingerichtet. Diese Behaebigkeit spiegelt sich auch im Mailboxmedium, das im Prinzip ein ideals Rueckkoppelungsmedium ist, aber mehr und mehr als Datenanbieter fungiert, indem viele seiner User es nur konsumativ nutzten. Es wird allenfalls gegruesst, es laeuft von vielleicht 20% der Teilnehmer computertechnischer Austausch, duemmliches Polithickhack (im ZERBERUS), etwas Umweltdiskussion etc. Interessanterweise haben Frauen an diesem Umtrieb ueberhaupt kein Interesse - Selbstbefriedigung maennlich-technischen Spieltriebs? Hier mit einem Troepfchen gegen den heissen Stein zu spritzen habe ich in Frankfurt vor einem Jahr LITTLEBIT, die Exotenbox fuer Kopfarbeiter ins Leben gerufen. Die Intention war (und ist), die Intellektuellen, die inzwischen mit dem PC arbeiten, und Interesse an Fachtexten und am geschriebenen Wort haben, mit der DFUe vertraut zu machen, um ihnen die elektronische Pinwand, nach Fachgebieten geordnet, attraktiv zu machen. Wenn es zunehmend schwerer wird, Kneipentermine zum theoretischen Gedankenaustausch in gemeinsamer Runde zu finden, wenn die Briefkultur verkommt, wenn man Texte produziert, auf die in der Regel niemand reagiert, dann sollte doch die Chance, Texte zur Kommentierung, oder gar zum Weiterverarbeiten vorzulegen, Nutzer finden! Diese Zielgruppe habe ich bislang nicht erreichen koennen. Trotz einer kleinen und einer groesseren Darstellung zur Box und zur alternativen Computerkommunikation im Frankfurter Pflasterstrand, die auch eine Erhoehung der Userfrenquenz zur Folge hatte, dominiert der computererfahrene Typus, mit guten Mailboxkenntnissen. Auch die schlechte Software (opusbox mit engl.Menues) ist nicht der Grund, denn das Angebot zur "voice"-Unterstuetzung und Softwareeinarbeitung wurde von niemandem angefragt. Dennoch sind die User keine reinen Technofreaks, als Box fuer Umwelt-,High-Tech-, und etwas Kulturangebote, sind nach der Eingangsabfrage die meisten sozialwissenschaftlich und technisch interessiert, d.h. "nur technisch" geben unter 10% an. Aber auch die sozio Interessierten schauen bisweilen als erstes auf dem Software-Brett nach! Die meisten USER kommen durch Hinweise aus der Mailboxscene (auf der versprenkelt Artikel von LittleBit zu finden sind). Richtig aktiv waren zwei Teilnehmer, der eine will jetzt selbst eine Box aufmachen, der andere ist leider laenger in die USA entrueckt. Der Informationsbereitstellungsdruck lastet wesentlich auf dem Sysop. Die User lesen und ziehen runter. Zu Hochzeiten (nach dem PS-Artikel) gab es durchschnittlich 5 Anrufe pro Tag, ansonsten sind es ca. 1,7 Anrufe (ohne Sysop) - und dafuer leiert die Festplatte
seit September 24h! Die Box hat ca. 80 USER, von hoechstens 20% im Monat aktiv werden, sie stellt Software 2,5 MB Information bereit - das ist die einer nicht vernetzten Kleinbox mit unerfuelltem Die Box: LittleBit 069 746889
denen aber incl. etwas nackte Wahrheit Anspruch.
Heino Apel, [email protected] 3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3 IFIP Technical and General Assembly verurteilt die Veroeffentlichung von Virus-Quellcode Die technische sowie die Generalversammlung der Internationalen Foederation fuer Informationsverarbeitung (IFIP), die internationale Vereinigung der nationalen Gesellschaften fuer Informatik, verabschiedeten auf ihrer Tagung in San Francisco am 2. bis 5.9 `89 einstimmig die folgende Resolution: "Angesichts der moeglicherweise ernsten und schwerwiegenden Konsequenzen, die die Einbringung von "Virus"-Programmen in Computersysteme hat, fordern die TA und GA der IFIP, dass: 1. alle beruflich mit Computer Befassten sich der verheerenden Moeglichkeiten von Computer-Viren bewusst werden, 2. alle mit Computerbildung Beschaeftigten ihren Schuelern und Studenten die Gefahr von Virus-Programmen nachdruecklich verdeutlichen, 3. alle Publizisten von der Veroeffentlichung von Details echter Virenprogramme absehen, 4. alle beruflich mit Computern Befassten in aller Welt nicht wissentlich Viren-Programmcodes verbreiten, ausser zum Zwecke der legitimen Forschung in kontrollierter Laborumgebung, und dass alle Entwickler von Virusdiagnose/schutzsystemen die Verbreitung von Virenprogrammcodes zu Testzwecken einstellen, 5. Regierungen, Universitaeten und Hersteller von Computersystemen mehr Mittel fuer die Forschung und Entwicklung neuer Technologien fuer den Schutz von Computersystemen bereitstellen und 6. Regierungen veranlassen, dass die Verbreitung von Viren unter Strafe gestellt wird." Die Resolution wurde formuliert vom Vorsitzenden des IFIP Technical Committee TC-11 'Computer Security', Professor William J. Caelli, von der Queensland Universitaet, Brisbane/Australien, und dem Vorsitzenden des IFIP's TC-9 'Computer and Society', Prof. Klaus Brunnstein von der Universitaet Hamburg. Die IFIP General Assembly bat den Praesidenten, Ashley Goldsworty, alle Mitgliedsorganisationen zu informieren, die Regierungen aufzufordern, die entsprechenden Massnahmen einzuleiten.
Der unmittelbare Anlass fuer diese Warnung und Veroeffentlichung, wie sie vom TC-11 veranlasst wurde, waren juengste Veroeffentlichungen (z.B. McAfee, Burger) vollstaendiger Virenprogramme mit genauen Implementationsvorschriften. Die vollstaendige Presseinformation, die (in Kurzform) die moeglichen Gefahren beschreibt, sowie weitere Informationen koennen angefordert werden vom Autor dieser Information oder von Prof. William J. Caelli, Queensland University of Technology, P.O. Box 2434, Brisbane, Qld. 4001, Australia. Klaus Brunnstein,
Hamburg, 7.9.89
Uebersetzt von Ingo und Ulrich 4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4 Dope and the Congress! Nach gut 8 Wochen hat man mir nahegelegt, meine Eindruecke vom CC-Congress 89 auf Platte zu bringen. Das ist nach so langer Zeit nicht ganz einfach. Gleich vorweg moechte ich auch klarstellen, dass es sich dabei um meinen ersten Kongress handelt und ich auch bestimmt kein Kenner der Szene bin. Bestimmt habe ich mich deshalb ueber Dinge gewundert, die andere schon gar nicht mehr zur Kenntnis nehmen. Als wir am Abend vor dem Kongressbeginn im Eidelstedter Buergerhaus eintrafen deutete alles auf absolut chaotische drei Tage hin. Es schien, als ob sich der Club zum Organisieren etwas zuwenig Zeit gelassen habe. Der Eindruck sollte sich allerdings nicht bewahrheiten. Der Vorsitzende (AdR: Nix, War Steffen) berief eine Krisenvollversammlung ein, schilderte den Ernst der Lage und notierte sich fuer jedes Problem einen Verantwortlichen. Von da ab griff eine hektische Betriebsamkeit um sich, und alles wendete sich zum Guten. Der geregelte Ablauf des Kongresses wurde in einer Gewaltaktion gesichert. Gegen Mitternacht wussten wir dann sogar, dass wir nicht auf der Strasse schlafen mussten. Die folgenden Tage wurden dann Workshops und Podiumsdiskussionen besucht. Mich hat dabei beeindruckt, wie geordnet diese Veranstaltungen meistens abliefen. Fast jeder durfte ausreden, und kaum einer erzaehlte dummes Zeug. Ich haette auch nicht gedacht, dass sich zum Diskutieren soviele aeltere Semester (Profs und Journalisten etc.) finden. Man musste auch nicht den tierischen Durchblick, was Hacken, Hardware oder Programmieren angeht, haben, um den Diskussionen gut folgen zu koennen. Sehr ueberrascht war ich als Aussenstehender ueber die Szene. Hacker hatte ich mir anders vorgestellt. Wie ein Teilnehmer treffend bemerkte, stimmt das Bild vom "kontaktscheuen pickeligen Freak" der den ganzen Tag in seinem Zimmer vor dem Rechner sitzt, nicht. Dass ich stattdessen auf in der Mehrzahl alternativ angehauchte und zuhauf dem Gras zugeneigte Szene-Menschen treffen wuerde, haette ich nun auch nicht gedacht. Ehrlich gesagt war ich ueber die politischen Ansichten einiger Leute sehr entsetzt. Bei den meisten Bekanntschaften, die ich auf dem Kongress gemacht habe, handelt es sich meiner (evtl. spiessigen) Ansicht nach um Normale. Mit diesen kritischen Gedanken moechte ich jetzt schliessen. Der Kongress war auf jeden Fall eine Reise wert. Wenn's mit der Zeit klappt fahr'
ich naechstes mal bestimmt wieder hin! Aloe 5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5-5 DoD vs Software Krise Hier sind einige Auszuege aus dem ELECTRONICS ENGINEERING TIMES vom Jan 29 1990, Seite 16: Washington - Das amerikanische Verteidigungsministerium (DOD) wird wahrscheinlich der Oeffentlichkeit in den naechsten Tagen ein ehrgeiziges Programm zur Loesung seiner zunehmenden Softwarekrise vorlegen. Als Produkt behoerdenweiter Zusammenarbeit stellt der Plan zum erstenmal einen vom Pentagon erarbeiteten breiten Konsens dar. Der Masterplan, der waehrend fuenf Jahren implementiert werden soll, wird das Problem der rapide wachsenden Groessen und der steigenden Entwicklungskosten von Verteidigungssoftware in Angriff nehmen, ein Problem, das durch die Tendenz verschiedener Abteilungen, ihre eigene Software zu bestellen, noch verschaerft wurde. Es sollen rund zwanzig Abteilungen betroffen gewesen sein, darunter die Armee, die Marine, die Luftwaffe, die Nachrichtenabteilung (Defence Communications Agency), das NSA (National Security Agency) und DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency). Der Plan besteht aus sechs verschiedenen Punkten: - Softwarebeschaffung - Regierungsrichtlinien - Koordination und Kooperation - Personal - eine gemeinsame Basis fuer Software-Technik - Umsetzung der Software-Technik in die Praxis Analytiker des Pentagons haben schon lange wachsende Probleme vorhergesagt, seitdem militaerische Systeme immer groesser und komplexer geworden sind, seitdem Projekte entwickelt werden, die Programme von vielen Millionen Zeilen Code erfordern, mensch nehme nur SDI als Beispiel ... Der Bericht eines hausinternen Unterkommittees vom Ende letzten Jahres wirft dem DoD und anderen Bundesagenturen vor, Milliarden von Dollars zu verschwenden und Leben zu riskieren mit Software, die nicht auf dem Stand der Technik ist. Auch der Nationale Forschungsrat (National Research Counsil) verurteilt den gegenwaertigen Zustand der Software und Entwicklungspraxis, wirft Forschern in Regierung und Industrie vor, nicht mit der Entwicklung von komplexer Software schrittzuhalten. Das DoD wird oeffentliche Kommentare zu seinem Plan auf einem Forum vom 3. bis zum 5. April in Falls Church, VA, sammeln. (Der Artikel gibt nicht an, wer oder welche Agentur die Quelle dieser Infor-
mationen ist. Der Artikel erwaehnt desweiteren keine Agenturen oder Projekte des DoD, die sich mit diesem Problem bereits beschaeftigt haben muessten, wie STARS, SEI, AJPO oder die Defence Science Board Studie.) - Jon Jacky, University of Washington uebersetzt ins Deutsche am 08.02.89 M.S. (Anm. des Ueb.: graessliches Englisch! Kann die ELECTRONICS ENGINEERING TIMES nicht normal reden ??!) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [05] ! K u r z m e l d u n g e n !
[Chalisti] [05] IMPRESSUM
IMPRESSUM --------"Die gesamte Menschheit bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit des globalen Dorfes zu vollenden." Herausgeber: Chaos Computer Club e.V./Redaktion Chalisti Erscheinungsdatum:
17. Februar 1990
V.i.S.d.P. : F.Simon Redaktion:
Volker Eggeling, Frank Simon
Mitwirkende an dieser Ausgabe: Anja Kroeger, Heino Apel, H.G. Zezschwitz, Juergen Wieckmann, Katja de Haney, Michael Niermann, Michael Schwuchow, Pi, Prof. Brunnstein, Ulli Horlacher Redaktionen: Chalisti,
c/o Frank Simon, Kennedystr. 12, 2900 Oldenburg, Tel. 0441/592607 Datenschleuder, Lachswehrallee 31, 2400 Luebeck, Tel. 0451/865571 MIK-Magazin, c/o J. Wieckmann, Barmbeker Str.22, 2000 HH 60, Tel. 040/275186
Verbreitung: Zerberus UUCP(dnet) UUCP(sub) EARN/CREN GeoNet FidoNet MagicNet
: : : : : : :
Adressen:
: 151133@DOLUNI1 : eggeling@uniol (eunet) terra@olis (subnet) : chalisti-redaktion@mafia : mbk1: chaos-team : Volkmar Wieners on 2:241/2.1205 : trendbox:gec : HENNE;SML
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[Chalisti] [06] Inhaltsverzeichnis
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Ausgabe 6
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Das Editorial im CeBit-Wahn Datensicherheit. Verschluesselung mit dem RSA-Code. Theoretisches. Das deutsche Orange Book DFN: DDR geWINt Netze fuer die Publizistik Noch ein "sicherers" Betriebssystem Low-Cost Unix, oder was kostet die Welt. Computertechnik fuer Umweltgruppen auf der CeBIT Die wunderbare Wandlung Am Rande bemerkt Der alte Mann und das -MEHR ?Der Internet Relay Chat ! K u r z m e l d u n g e n ! IMPRESSUM
Erlaeuterungen:
DS RC MK NE FA
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[Chalisti] [06] Das Editorial im CeBit-Wahn
Das Editorial im CeBit-Wahn Dies ist sie nun, unsere CeBit-Ausgabe. Nach Zwei durchmachten Naechten (Frank war sogar Vier Tage da..!) meldete ich mich mich am Mittwoch abend wieder zurueck nach good Old Oldenburg.i Um hier gleich an dieser Ausgabe weiter zu arbeiten..:-)). Mir hat die Messe einiges an Erkenntnis gebracht, so z.B. jene, dass man als Presse-Mensch doch erheblich anders (besser) behandelt wird, als alle anderen Besucher. Es war kein Problem sich mit dem Pressechef Deutschland von Commodore zu unterhalten und mit iihm Kaffee zu trinken, was ich mir vorher nicht haette traeumen lassen.x. Aber von diesem und weiteren Gespraechen mehr in den entsprechenden Artikeln. Auch hoerte ich auf der Messe wieder das Geruecht von dem Nachfolger fuer MS-Dose. Es sind da ja allgemein Unix und OS/2 im Gespraech. Als kleinen Vorgeschmack zum Artikel ueber LOW-COST-Unix kann ich dazu nur sagen, das WENN Unix dieses Rennen gewinnen sollte, dann nur durch solche Implementierungen wie sie Apple auf seinen 68030-Rechnern mit A/UX 2.0 vorstellte. Aus dem Bereich 'Geruechtekueche" der Messe kann man auch noch folgende kleine Meldung bezeichen : "Wordperfect 5.1 kann deutsche Kommasetzung (korrigieren)". Dies war natuerlich (natuerlich deshalb, wenn man die derzeitige Implementierung des spell-checker's kennt) nur eine Finte. Aber nun steht ja die Chalisti 6 ins Haus. Uns faellt auf der CeBit auch auf, dass die - doch recht junge - Chalisti ziemlich bekannt war. Sogar bei Firmen und Presseleuten. Auch an der - manchmal ziemlich nervigen Post von Firmen und Softwarehaeusern kann man dies gut ablesen. Fuer die Chalisti hatte die CeBit auch noch andere Folgen. Ein Beispiel dafuer sicher, dass die Redaktion Chalisti am Projekt des Deutschen Forschungsnetzes (DFN) fuer Wissenschaftsjournalisten teilnimmt. Auf diese Weise erschliessen wir (nach vereinzelten sci.* Texten aus dem UseNet) nun eine weitere Informationsquelle im Wissenschaftsgebiet und hoffen schon in der naechsten Ausgabe die ersten Informationen aus Forschung und Universitaet verarbeiten zu koennen. Jetzt kommt natuerlich wieder das leidige Thema Artikel. Wie immer wussten wir nicht mal zur Zeit als dieses Editorial getippert wurde, ob wir genug Beitraege haben werden. Ein mittelschweres Wunder bescherte uns heute noch Beitraege von Pi und Waldi, so dass wir frohen Mutes eine vollstaendige Chalisti und leere Archive haben. In dieser Ausgabe waren unter anderem die Texte vom KoKon '90 in Ost-Berlin geplant. Aber leider haben technische Probleme, chaotische Zustaende, zensuraehnliche Diskussionen und die Arbeit die auf Einzelnen im CCC liegt dies erfolgreich verhindert. Wir hoffen das diese Texte uns zur naechsten Ausgabe Mitte Mai, sowie auch neue Beitraege von Euch hier eintreffen und auch die Chalisti 7 - irgendwie -
erscheinen wird. Als Randinformationen: Diese Ausgabe beinhaltet KEINEN Aprilscherz und ueberhaupt ist bald Ostern und wir wuenschen euch frohes Eiersuchen. Volker Eggeling Frank Simon -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [06] Das Editorial im CeBit-Wahn
[Chalisti] [06]
Datensicherheit. Verschluesselung mit dem RSA-Code. Theoretisches.
Datensicherheit. Verschluesselung mit dem RSA-Code. Theoretisches. Das "public key"- System von R. L. Riverest, A. Shamir, L. M. Adleman (1978) (RSA- Code). (Anm. der Redaktion): Nachdem wir schon einen Beitrag zum Thema DES hatten, wollen wir Euch diesmal noch mal mit Mathematik aergern. Bei den Publik Key Verfahren handelt es sich um Verschluesselungsprogramme, wo es zwei Schluessel gibt: Einen zum Verschluesseln und einen zum Entschluesseln. Der zum verschluesseln kann allgemein bekannt sein. Er ist zum Entschluesseln nutzlos. Diese Verfahren haben den Vorteil, dass ein Nachteil von anderen Cryptoverfahren (z.B. DES) wegfaellt. Dort muss naemlich der Schluessel ausgetaucht werden, damit die Gegenstelle den Text wieder entschluesseln kann. Fuer die meisten "praktischen" Anwendungen (z.B> in der Wirtschaft) sind die Public Key Verfahren besser einsetzbar (Gute Informationen zu dem Thema kann mensch von der GMD, Berlinghoven zum Projekt TeleTrust erhalten). (Ende der Anmerkung) Die Benutzer eines oeffentlichen Kommunikativsystems wollen verschluesselte Botschaften austauschen. Es wird ein Alphabet mit N Zeichen benutzt. Die Zeichen werden durchnumeriert. Seinen b(0), b(1), ... b(N-1) die Buchstaben in diesem Alphabet. Diese Reihenfolge wird beibehalten. Man waehlt natuerliche Zahlen k und l mit k < l, fuer die N^k (N hoch k) und N^l (N hoch l) ca. 200 Dezimalstellen haben. Das Alphabet, die Reihenfolge der Zeichen, die Zahl N, und die Zahlen k und l werden veroeffentlicht. (1) Erzeugung des Codes Es sei A ein Benutzer dieses Systems. A waehlt zwei verschiedene Primzahlen p(A) und q(A) mit jeweils etwa 100 Dezimalstellen, die folgende Bedingung erfuellen : Es ist N^k < p(A) * q(A) < N^l Dann berechnet A die Zahlen
m(A) = phi(A) und waehlt eine Zahl e(A) zwischen 1 gemeinsamen Teiler hat. Anschlie end gilt:
p(A) * q(A) und = (p(A) -1) * (q(A) - 1) und phi(A)-1, die mit phi(A)-1 keinen berechnet A die Zahl d(A) fuer die
Es gibt eine natuerliche Zahl k mit :
d(A) * e(A) = 1 + phi(A) * k
(Mathematisch: d(A) * e(A) ist kongruent zu 1 modulo phi(A))
(Fuer die Berechnung von d(A) gibt es schnelle Algorithmen. Eingabe dieser Algorithmen ist e(A) und phi(A). Die Geheimhaltung von phi(A) ist also dringend erforderlich, um die Sicherheit des Codes zu garantieren.) Die Zahlen m(A) und e(A) werden veroeffentlicht, die Zahlen p(A), q(A), d(A) und phi(A) muessen geheimgehalten werden. p(A), q(A) und phi(A) werden nicht mehr benoetigt. (2) Verschluesselung und Entschluesselung Der Benutzer B moechte an A eine verschluesselte Nachricht schicken. B teilt den Klartext in Bloecke aus k Zeichen und ersetzt jedes Zeichen durch sein "numerisches" quivalent (also jeweils b(i) durch i). So entstehen k-tupel aus Zahlen in {0, 1, ..., N-1}. Es sei (y(1), ..., y(k)) ein solches k-tupel. B berechnet X := y(1) * N^(k-1) + y(2) * N^(k-2) + ... + y(k-1) * N + y(k)
und
X1 := (X ^ e(A)) MOD m(a) Es gilt 0 < X < N^k-1 < N^l-1. B berechnet die z(1), ..., z(l) mit X1 = z(1) * N^(l-1) + z(2) * N^(l-2) + ... + z(l-1) * N + z(l). Das l-tupel (z(1), ..., z(l)) wird ueber das oeffentliche Kommunikationssystem an A geschickt. A berechnet daraus wieder X1 = z(1) * N^(l-1) + ... + z(l), und dann X2 := (X1 ^ d(A)) mod m(A). Es gilt: X2 = X. Aus X berechnet A die Zahlen y(1), ..., y(k) mit X := y(1) * N^(k-1) + y(2) * N^(k-2) + ... + y(k-1) * N + y(k) und hat damit (y(1), ..., y(k)) zurueckgewonnen, und kann die Originalnachricht daraus zusammensetzen. Anmerkung: Die Gesamtnachricht setzt sich aus den Kodierungen aller k-tupel der Originalnachricht zusammen. Die Nachricht verlaengert sich beim kodieren also um das l/k-fache. Zum Kodieren ist die Kenntnis der Zahlen m(A), e(A), k, l, und N sowie die Kodierung der Zeichen im Alphabet notwendig. m(A) und e(A) haben jeweils ca. 200 Stellen und sind somit nur schweer zu merken, oder ueberall fuer jeweils alle Benutzer zu speichern. (3) Identifizierung von Nachrichten Jeder Teilnehmer erhaelt eine Signatur (g(1), ..., g(k)) aus Zeichen des Alphabets zugewiesen, die ihn eindeutig identifiziert (z. B. der Username), und die veroeffentlicht ist. B moechte mit seiner Botschaft an A einen Beweis dafuer mitschicken, da die Botschaft von ihm kommt. B berechnet mit seiner eigenen Signatur:
s := g(1) * N^(k-1) + g(2) * N^(k-2) + ... + g(k-1) * N + g(k) und s1 := (s ^ d(B)) mod m(B) und ermittelt daraus die h(1),.. h(l) mit s1 = h(1) * N^(l-1) + h(2) * N^(l-2) + ... + h(l-1) * N + h(l) und schickt (h(1),..., h(l)) mit seiner Botschaft an A. A dechiffriert, wie in (2) beschrieben die eingegangenen l-tupel. Alle ergeben sinnvollen Klartext au er h(1),..., h(l). Hiermit berechnet er wieder s1 := h(1) * N^(l-1) + h(2) * N^(l-2) + ... + h(l-1) * N + h(l) und s := (s1 ^ e(B)) mod m(B) A schreibt s als: s = g(1) * N^(k-1) + g(2) * N^(k-2) + ... + g(k-1) * N + g(k) und hat damit (g(1), ..., g(k)) berechnet und vergleicht mit der veroeffentlichten Signatur im Telefonbuch. Anmerkung: Dieses Verfahren klappt nur dann, wenn man die Position der h(1), ..., h(l) in der verschluesselten Datei nicht im Vorraus ermitteln kann, und wenn B seine Identitaet bereits anderswo in der verschluesselten Datei andeutet. So bietet die hier beschriebene Methode eine Moeglichkeit, das Dokument zu "unterschreiben", so dass nicht jeder diese Unterschrift unter ein mit falschem Absender versehenen Brief schreiben kann. Wenn die Zahlen h(1), ..., h(l) jedoch einem dritten bekannt werden, so ist das Verfahren hinfaellig. Ausserdem muss B seine Identitaet anderswo im Dokument angeben, weil sonst der Empfaenger alle Moeglichkeiten fuer verschiedene Absender durchgehen muss. (4) Sicherheit Die Sicherheit des Systems beruht darauf, dass es (noch) keinen schnellen Algorithmus zur Faktorisierung grosser natuerlicher Zahlen gibt. Um eine an A gerichtete Nachricht zu entschluesseln benoetigt man d(A) und um d(A) zu berechnen benaetigt man die Faktorisierung von m(A) = p(A= * q(A). (5) Primzahlen Zur Herstellung von p(A) und q(A) und e(A) hat men einen Generator von Zufallszahlen zu verwenden (und einen schnellen Primzahltest) (6) Zum modernsten Stand - G. Brassard, Modern cryptology, 1988 - E. Kranakis, Primality and cryptography - N. Knoblitz, A course in number theory and cryptogrphy Quelle:
Vorlesung ueber Lineare Algebra, Paderborn. Aus dem Zerberus. Anfragen bitte an ZENTRALE@BIONIC, da ich dem Namen des Autors verschlammt habe.
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[Chalisti] [06]
Datensicherheit. Verschluesselung mit dem RSA-Code. Theoretisches.
[Chalisti] [06] Das deutsche Orange Book
Das deutsche Orange Book In der Chalisti 5 hat Terra in groben Abrissen aufgezeigt, worum es in einem deutschen Orange Book geht. Dazu moechte ich hier einige Anmerkungen machen, da mir Terras Meinung lange nicht hart genug ausfaellt. Dazu noch einmal eine kurze Einfuehrung. Im Pentagon wurde ab 1978 an Kriterien gearbeitet, um die Vertrauenswuerdigkeit von EDV Systemen untersuchen und beurteilen zu koennen. Als Ergebnis dieser Untersuchengen erschien die Schrift mit der Kennzeichnung DoD 5200.28-STD / CSC-STD-001-83, dtd 15. August 1983, die wegen ihres orangefarbenen Umschlages fortan als Orange Book bezeichnet wurde. Da diese Schrift sich allerdings nur mit den Betriebssystemen der Rechner an sich, nicht jedoch mit der Sicherheit von EDV-Netzwerken befasste, wurde dann im Jahre 1987 die Trusted Network Initiative (TNI) entworfen, die nun auch Kriterien zur Untersucheung der Sicherheit von Netzwerken enthielt. Wie so oft in der Geschichte von Richtlinien und Politik versuchten auch hier die Deutschen wieder einen eigenen Weg zu gehen, indem sie ein deutsches Orange Book entwarfen (siehe hierzu Chalisti 5 und DFN Nachrichten Juli 1989 und IT Sicherheitskriterien, Bundesanzeiger, Koeln 1989). Ich moechte hier nicht auf diese Schriften weiter eingehen, dazu moege mich der interessierte Leser direkt anschreiben oder sich die entsprechenden Quellen besorgen. Mir geht es hier nur darum, die Schwachstellen derartiger Werke aufzuzeigen. Zunaechst einmal, was bieten diese Werke? Sowohl die deutsche wie auch die amerikanische Ausgabe des Orange Books bzw. des TNI versuchen Entwicklern und Testern Kriterien an die Hand zu geben, an Hand derer entschieden werden kann, wie sicher ein System einzuschaetzen ist. Dieser Schritt ist in meinem Augen sehr zu begruessen, ein Schatten faellt jedoch ueber die Geschichte, Deutsches und Amerikanisches Orange Book sind nur zum Teil deckungsgleich, so das Hersteller im Zweifelsfall alle notwendigen Sicherheitspruefungen zweimal absolvieren muessen. Doch dies ist nur ein kleiner Schoenheitsfehler am Rande. Warum bin ich so kritisch eingestellt? Wie schon Terra in der Chalisti 5 ausgefuehrt hat, waegen diese Kriterien und die Einordnung von Betriebssystemen in unterschiedliche Klassen den Endverbraucher in einer
truegerischen Sicherheit. Zunaechst einmal halte ich es mit den derzeitigen Methoden fuer schlicht nicht durchfuehrbar, eine formale Analyse aller Sicherheitselemente eines Betriebssystemes durchzufuehren, da diese sehr aufwendig und zeitraubend ist und fuer jede neue Release eines BS neu durchgefuehrt werden muss. Damit sind wir beim zweiten Manko. Die Ueberpruefung erfolgt fuer ein definiertes System, fuer jede Verbesserung des Systemes muss eine Neubewertung durchgefuehrt werden. Wir, als Informatiker, wissen, wie schnell BSe veralten. Da aber ein Pruefung, je nach Einordnung, zwischen 2 und 6 Monaten dauert, wuerden Verbesserungen stark behindert werden. Einen Lichtblick gibt es jedoch: in der Regel ist die Bewertung kostenlos, und bei einer guten Beurteilung sicher eine gute Werbung. Jedem duerfte klar sein, welche Aussage ich hiermit implizieren moechte. Aber alle bis hierher angesprochenen Punkte sind nur kleine Schaeden in der Makulatur, verglichen mit dem wirklichen Schwachpunkt dieser Kriterien. Es werden hier explizit nur Systeme und Rechnernetze bewertet, und hier liegt der grosse Haken. Auf der CeBIT 1989 sprach ich mit diversen Fachleuten ueber dieses Thema. Einhellige Meinung, wie auch in der letzten Zeit haeufig festzustellen, der Faktor Mensch wird zu stark vernachlaessigt. Nirgendwo steht ein Hinweis, das der Faktor Mensch D E N Fehler im System darstellt. Warum diese harte Beurteilung? Viele Firmen arbeiten mit Hilfe von Telefonmodems. Eine Rechneranlage gegen Eindringlinge via Modem zu schuetzen, ist denkbar einfach. Wir bauen lediglich einen Vorrechner (z.B. einen PC fuer ein paar Mark fuffzig) ein, der nach einem Passwort und der Telefonnummer des Anrufers fragt, und dann zurueckruft. Schon ist der Anrufer in der Regel sehr leicht zu identifizieren. Doch muss die entsprechende Firma zurueckrufen, und das verursacht Kosten, darum wird haeufig von solchen Methoden abgesehen, obwohl die Hardware vorhanden ist. Viele BSe bieten schon heute die Moeglichkeit, die Benutzung von Resourcen und Daten zu Protokollieren. Doch muessen diese Protokolle auch ausgewertet werden, doch dafuer fehlen in der Regel entsprechend ausgebildetes Personal, denn dieses kostet Geld. Also wird lieber auf eine Protokollierung verzichtet. Allen Computernutzern sollte auch bekannt sein, das herkoemmliche Bildschirme strahlen, also die Daten mit speziellen Verstaerkern abgehoert und wieder sichtbar gemacht werden koennen. Hier schuetzen nur spezielle Bildschirme oder abgeschirmte Raeume, doch auch dies verursacht zusaetzliche Kosten. Damit waeren wir bei dem Raeumen. Und dann war da noch der Kollege, der sprach:"Kannst Du mich mal eben in den Raum lassen,
habe meine Karte vergessen ..." und schon war er in einem Raum, von dem Zugriffe auf geschuetzte Daten moeglich sind. Denn Zugriffe auf geschuetzte Daten kann man so einrichten. dass diese nur von bestimmten Terminals in besonders gschuetzten Raeumen moeglich sind. Natuerlich muessen erst einmal solche Raeume vorhanden sein, doch auch diese kosten leider viel Geld, nicht zu vergessen sind dabei auch Tuersicherungsanlagen, die nicht nur Geld fuer die Hardware sondern auch Geld fuer die Verwaltung erfordern. Und dann sind da noch die Passworter, alle x Wochen zu aendern. Doch was nehme ich da?? Frauennamen oder Hobbybezeichnungen sind da gang und gebe. So wie der Operator auf einem Grossrechner der Namen von grossen Schachspielern als Passwoerter gebrauchte, bis er eine Liste seiner Passwoerter der letzten 6 Monate erhielt. Oder die Leute, die sich ihr Passwort unter die Tastatur kleben, wie ein mir bekannter BTX Anwender. Somit koenne wir feststellen, nicht jeder Anwender der ein vermeintlich so sicheres System hat, hat wirklich ein sicheres System, da aus oekonomischen Ueberlegungen Teile des Sicherheitssystemes ausser Kraft gesetzt werden, oder nicht richtig eingesetzt werden, teils aus mangelnder Schulung des Personals, teils aus Ueberlastung oder Unaufmerksamkeit. Somit komme ich zu dem Resuemee, dass die Kriterien des Orange Book sicher dem Endanwender bei der Auswahl des BS helfen koennen, es sollte allerdings auch hinterfragt werden, wie es mit dem zusaetzlichem Aufwand an Hardware und Personal aussieht, das gebraucht wird, um die Anlage mit der optimalen Sicheheit zu betreiben. Damit duerfte das Orange Book sicher ein guter Anfang sein, aber der Weissheit letzter Schluss ist es mit Sicherheit noch nicht. Autor: Waldi ([email protected], [email protected]) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [06] Das deutsche Orange Book
[Chalisti] [06] DFN: DDR geWINt
DFN: DDR geWINt Das Deutsche Forschungsnetz war auch dieses Jahr auf der CeBit kleinen Stand vertreten. Allerdings sollte mensch sich von dem Stand nicht beeindrucken lassen. Dort gab es viel zu erfahren. wie WiN, DDR, Wissenschaftsjournalisten und Kooperation wurden
mit einem kleinen Themen aufgegriffen.
Das DFN hat - auch auf Druck der Universitaeten - mit der Deutschen Bundespest ein pauschaltarifiertes Datex-P Netz ausgehandelt. Die Universitaeten muessen in ihren Finanzplanungen mittelfristig planen koennen und brauchen daher ein Netz, wo die Kosten NICHT von von der Benutzungszeit oder den Datenmenge abhaengig sind. Daher wurde das Wissenschaftliche Hochschulnetz (WiN) aufgebaut. Dabei handelt es sich um ein Netz, welches technisch auf X.25 (also Datex-P) basiert, physikalisch aber vom Datex-P getrennt ist. Allerdings bestehen schon jetzt Dienstuebergaenge zwischen Datex-P und WiN, bei deren Benutzung aber wieder volumenabhaengige Gebuehren anfallen. Die Kosten fuer einen WiN Anschluss liegen fuer eine 9600 Bps Verbindung bei 1500 DM/Monat, fuer einen 64 KBitps Anschluss bei 5000 DM. Die Universitaeten koennen das WiN fuer die meisten logischen Netze wie UUCP, EARN, InterNet, X.400, etc benutzen und als solches wird es auch schon vielerorts eingesetzt. Wie Frau Roesler-Lass vom DFN berichtete haben sich die meisten Universitaet positiv ueber das X.25-Wissenschaftnetz geaeussert. Wenn mensch bedenkt, dass erst im Herbst 1989 mit den Installationsarbeiten begonnnen wurde, erstaunt es das schon in diesen Tagen das WiN voll eingesetzt werden kann und das schon jetzt 90 Rechner am Netz teilnehmen koennen. Probleme mit der benutzten Software, sowie mit der Post koennen in der Regel schnell geloesst werden. Ende April soll das WiN dann abgenommen werden und auf seine weitgehende Fehlerfreiheit fuer 30 Tage getestet werden. Mittelfristig wird das WiN wohl die derzeit gebraeuchlichen Datex-P Verbindungen und Standleitungen abloesen. Es bleibt natuerlich zu hoffen, dass durch die vereinfachte und pauschalisierte Kostenstruktur der Netzzugang an den Universitaeten auch fuer Studenten und Interessierte lockerer gehandhabt werden. DFN engagiert sich inzwischen auch in der DDR. Allerdings stellte sich wieder heraus, dass die Projekte zur Vernetzung innerhalb der DDR relativ unkoordiniert ab. Die Vertreterin der zentrale Projektleitung auf dem DFN-Stand war weder ueber die Entwicklungen zwischen UniWare und der EAG in der DDR zur Schaffung eines Netzes, noch ueber die Aktivitaeten der GMD/GI/EUnet und erst garnicht ueber das DDRnet Projekt des Chaos Computer Club informiert. Es wurde allerdings die Notwendigkeit der Koordinierung besprochen und es bleibt zu hoffen das in dieser Richtung etwas geschehen wird. Der DFN-Verein hat einen drei Stufen Plan zur Vernetzung der Universitaeten in der DDR ausgearbeitet: In der ersten Stufe sollen 3 Standleitungen zwischen der DFN-Zentrale in
West-Berlin und der Humbold Universtaet in Ost-Berlin geschaltet werden. Diese Standleitungen sind auch beantragt. Auf diesen Leitungen sollen verschiedene X.400 Anwendungen getestet werden und soll auch die X.25 und die X.400 Dienste der DDR naeher bringen. In kleinen Masse baut DFN damit ein dem Datex-P vergleichbares Netz auf, allerdings sind dies noch langfristige Hoffnungen wie mensch uns mitteilte. In der zweiten Stufe sollen Rechner in West-Berlin stehen. Durch Standleitungen sollen die Benutzer in Ost-Berlin an der Humbold-Universitaet und an der Charity an diese Rechner arbeiten koennen. Gleichzeitig sollen auch andere Universitaeten der DDR an dieses Netz angeschlossen werden. Dieses "komplizierte" Verfahren hat seinen Grund in der immer noch bestehenden Cocom-Bestimmungen. Allerdings soll es im Juni ein Treffen der Cocom-Mitglieder geben um diese Bestimmungen zu lockern. Der DFN-Verein hofft dann die 3.Stufe in Angriff nehmen zu koennen und die Rechner der DFN-Zentrale nach Ost-Berlin zu transportieren und damit das Netz endgueltig der DDR-Wissenschaft uebergeben zu koennen. DFN setzt diesmal auch wieder ein Zeichen der Kooperation. Am 23. Maerz wurde auf der CeBit ein Kooperationsvertrag zwischen dem Geschaeftsfuehrer der Apple Computer GmbH und der DFN-Verein geschlossen. Laut der Presseinformation ist der Grundgedanke dieses Vertrages die Foerdung der OSIgestuetzten Datenkommunikation in der europaeischen Wissenschaft. Auch im Bereich des X.25-Wissenschaftsnetzes wird die Institutionen zusammenarbeiten. Im Rahmen des Vertrages soll Software bereitgestellt werden, die auf MacIntosh Rechnern den Zugriff ueber WiN auf Datenbanken, Filetransfer und Bildschirmtext zugegriffen werden koennen. Apple entwickelt gerade X.25 und X.400 Karten fuer die Macinstosh Systeme die eine Uebertragungsrate bis zu 64Kbitps erreichen koennen. Universitaeten werden in Zukunft beim Kauf von Macintosh Systemen standardmaessig die noetigen Karten und Software fuer Anschluesse an das WiN mitgeliefert bekommen. Der DFN-Verein rechnen fuer 1994 mit 100.000 Personal Computern die an das WiN angeschlossen sein werden. Also auch im Bereich Kommunikation beginnt der Hang zur "Persoenlichen Kommunikation". Terra -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [06] DFN: DDR geWINt
[Chalisti] [06] Netze fuer die Publizistik
Netze fuer die Publizistik Fuer die Publizistik sind Nachrichtennetze auf E-Mail-Ebene eine der interessantesten Anwendungen. Freien Journalisten bieten sie im Prinzip eine Infrastruktur, die aus Kostengruenden bislang nur grossen Nachrichtenagenturen vorbehalten war. Allerdings haben die technischen Moeglichkeiten alleine keinen Gebrauchswert. Die Entscheidung fuer oder gegen ein Mailboxnetz haengt entscheidend von den im Netz angebotenen Gebrauchsinformationen ab. Ein Beispiel fuer die sinnvolle Verknuepfung von Technik und Gebrauchsinformation ist das seit September 1988 mit Unterstuetzung des Forschungsministeriums initiierte Netz fuer Wissenschaftsjournalisten des Deutschen Forschungsnetz (DFN), an dem federfuehrend auch die Deutsche Universitaetszeitung (DUZ) in Bonn beteiligt ist. Ziel des Projektes ist, den Informationsaustausch zwischen Wissenschaftsjournalisten einerseits und Wissenschaftlern, Pressestellen der Hochschulen, ausseruniversitaeren Forschungseinrichtungen und der Industrie zu verbessern. Im wesentlichen bieten diese Institutionen Pressemitteilungen an. Die Informationen werden allerdings nicht in einem oeffentlichen Brett bereitgestellt, sondern den Teilnehmern direkt in das persoenliche Mailbox-Fach gesendet. Beteiligt sind eine Reihe nahmhafter Verlage, Redaktionen und Publizisten. Zu den Informationsanbietern gehoeren die meisten deutschen Grossforschungseinrichtungen sowie bekannte Industrieunternehmen. Von Seiten der Industrie beteiligen sich unter anderem die Firmen Siemems, Nixdorf, Philips und IBM. Darueber hinaus Forschungsinstitutionen wie das Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY) in Hamburg, die Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt fuer Luft- und Raumfahrt (DFVLR) in Koeln-Porz, das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, die Gesellschaft fuer Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig-Stueckheim, die Gesellschaft fuer Mathematik und Datenverarbeitung (GMD) in St. Augustin, das GKSS-Forschungszentrum in Geesthhacht, die Gesellschaft fuer Strahlen- und Umweltforschung (GSF) in Neuherberg bei Muenchen, die Gesellschaft fuer Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt, die Kernforschungsanlage in Juelich und das Kernforschungszentrum in Karlsruhe. Das Deutche Studentenwerk, die Bundesministerien fuer Bildung und Wissenschaft, sowie Forschung und Technologie nehmen ebenfalls teil. Die Redaktion Chalisti und MIK-Magazin beteiligen sich inzwischen ebenfalls an diesem Projekt.
Erklaertes Ziel ist zunaechst ein bundesweiter Informationspool, bzw. Kommunikationspunkt fuer die wissenschaftliche Publizistik. Die Projekterfahrung sollen dann in ein europaeisches oder gar internationalen Netz von miteinander kommunizierenden Wissenschaftsredaktionen und Informationsanbieter einflieaen. Dem Wunsch einiger Journalisten entsprechend, wurden Vertraege mit groaen Datenbankanbietern abgeschlossen. STN International (FIZ Karlsruhe) und GENIOS (Handelsblatt-Datenbank) koennen zu Pauschalbetraegen genutzt werden. Die Mailbox des Projektes ist auf dem Komex-System der GMD installiert und setzt auf X.400 auf. Schon in der Konzeptionsphase zeigte sich, dass es viele Journalisten gibt, die Interesse an dem Netz hatten, zum Teil aber nur ueber eine unzureichende EDV-Ausstattung verfuegten und wenig Erfahrung mit Datenfernuebertragung mitbrachten. Trotzdem wies die Nutzergruppe nach kurzer Zeit eine beachtliche Zahl an Teilnehmern auf. Das Projekt ist erstmal bis Ende 1991 verlaengert worden und wir inzwischen von der EuroComm betreut. Juergen Wieckmann -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [06] Netze fuer die Publizistik
[Chalisti] [06] Noch ein "sicherers" Betriebssystem
Noch ein "sicherers" Betriebssystem Betriebssysteme gibt es ja eine Menge. In letzter Zeit machen aber immer wieder Erweiterungen zu bestehenden Implementationen von Unix von sich reden. Mach und Chorus sind vielleicht einigen bekannt. Die Ursache fuer diese Erweiterungen auf Kernel-Ebene liegen hauptsaechlich in den Wunsch von Rechnerbetreibern und wildgewordenen Informatikern ein Betriebsystem zu haben, welches verteilt arbeiten kann. Das heisst ein Rechner besteht aus mehreren Prozessoren bzw. in einem Rechnernetz sind verschiedene Rechner angeschlossen. Das Betriebssystem wird nun in funktionalle Komponenten aufgeteilt und auf die Rechner bzw. Prozessoren verteilt. Weitere Wuensche sind Datenschutz und Datensicherheit (insbesondere vor Viren), die sich in den verwendeten Konzepten von verteilten Betriebssystemen leicht realisieren lassen sollen. Auf der diesjaehrigen CeBit war auf dem Stand der Gesellschaft fuer Mathematik und Datenverarbeitung paar Leute der Entwicklungsgruppe der GMD, die einen eigenen Betriebssystemkern geschrieben haben. Das entwickelte Betriebssystem hat den Namen Birlix bekommen. Birlix soll helfen die Ziele -
Fehlertoleranz Datensicherheit Verteilung Datenschutz
zu erreichen. Dies geschieht durch eine konsequente Nutzung von abstrakten Datentypen. In Birlix werden Datenobjekte (z.B. eine Datei) und der dazugehoerige abtrakte Datentyp unterschieden. In diesem abstrakten Datentyp sind die Eigenschaften und Funktionen des Datenobjektes beschrieben. Bei Unix ist es ja so, dass eine Datei bsw. Rechte bekommt. Darf gelesen werden und ausgefuehrt, etc. Allerdings sind diese Eigenschaften im Datenobjekt enthalten. In Birlix und aehnlichen Systemen wird dies aber GETRENNT verwaltet. Mehrere Datenobjekte gehoeren dann zu einem abtrakten Datentyp. Dieser dient als Grundlage fuer Birlix zur Entscheidung, wo und wie welches Programm entgueltig zur Ausfuehrung kommt, um eine Gleichbelastung in einem verteilten System zu gewaehrleisten. Bei Birlix gibt es derzeit 15 abtrakte Datentypen wie z.B. File, Directory, Socket, etc. Wie gehoeren zu diesen Datentypen die konkreten Inkarnationen wie Dateien, Directories, etc. In Birlix kann jeder Benutzer - in begrenzten Massen - auch eigene abtrakte Datentypen anmelden. Birlix ist jetzt dazu da die abstrakten Datentypen zu verwalten und die Identifikation von Typen und deren Kommunikation zu unterstuetzen. In Birlix gibt es dann noch den Begriff der Instanz. Diese stellen die kleinste
Einheit fuer die Identifikation und Kommunikation dar. Alle Anwenderprogramme unter Birlix stellen eine Menge von Instanzen von abstrakten Datentypen dar (mind. an dieser Stelle schienen die Informatiker die Oberhand gewonnen zu haben) die zwischen den Rechnern im Netzwerk verteilt sind. Da also Programme sich innnerhalb einer Netzwerkes auf verschiedene Rechner verteilen (das Debuggen muss da irre viel Spass machen), muessen die einzelnen Teile des Programmes (eben die Instanzen) auch miteinander kommunizieren. Dies geschieht mit sogenannten remote procedure calls. Allerdings bekommt ein Benutzer von aussen davon nix mit. Nach aussen stellt sich das System als einziges grosses System dar, welches die Resourcen, unabhaengig von der Verteilung, verwaltet. Das fuer mich interessante waren die Mechanismen die das Betriebssytem vor Viren sicher machen soll. Bei Birlix soll der Schutz daran liegen, dass der Absender einer Nachricht (hier ist das im Objektorientierten Sinne gemeint: Also z.B. die Nachricht "schreibe ein file") eindeutig und sicher festzustellen ist. Das soll die Vortaeuschung FALSCHER Identitaet auf kernelebene verhindern bzw. diesen mindestens entdecken. Gleichzeitig wuerde das also auch bedeuten, dass es den setuserid-Mechanismus von Unix nicht mehr gibt. Jedes Datenobjekt (z.B. Datei) hat eine Zugriffssteuerliste verpasst bekommen, in der klar definiert wird, welches Subjekt (also Programm oder/und Benutzer) daraus zugreifen darf. Gleichzeitig wird aber auch gewaehrleistet das es jedes Objekt zu ALLER Zeit nur einmal gibt. Praktisch kann mensch heute bei Unix erreichen, dass er vorhandenes Programm loescht, dieses neuschreibt und alle Randbedingung (Modification Time, INode) wieder so herstellt, wie vorher. Es ist praktisch nicht mehr feststellbar, ob sich die Datei geaendert hat. Es sei den, mensch hat selbst Programme die ueber alle Dateien Checksummen erstellen, allerdings wuerde dies auf der Anwendungsebene und nicht auf Kernelebene geschehen. Bei Birlix wuerde a) sicher sein, das bsw. nicht mehr die selbe Inode vergeben wird und b) wuerde das Datenobjekt und der dazugehoerife abstrakte Datentyp nicht mehr konnsistent sein. Also ist entweder das gezielte aendern von Dateien nur sehr schwer moeglich oder aber es ist auf jeden Fall feststellbar. Allerdings gibt es bei Birlix derzeit noch keine Software fuer den Administrator eines Systems, die Aenderungen meldet. Das Birlix ist aber ja auch noch in der Forschung. Dieser Artikel wurde von einer Mitarbeiterin der Uni Oldenburg, die sich im Bereich verteilte Betriebssysteme beschaeftigt kurz durchgelesen. In der anschliessenden Diskussion kam die Aussage "Auf solchen Betriebssystemen sind keine erfolgreichen Virenangriffe moeglich" auf. Dies muss mit Vorsicht zu geniessen sein. Das Betriebssystem erschwert natuerlich Virenangriffe. Aber es gibt natuerlich auch weiterhin die Moeglichkeit das solche von Erfolg gekroent sind. In diesem Fall ist sichergestellt, dass ein solcher Angriff ENTDECKT werden kann. Allerdings meldet ein solches Betriebssystem nur, DAS es zu einer Veraenderung gekommen ist, die nicht umbedingt mit rechten Dingen zugegangen sein muss. Allerdings ist damit nicht gesagt, dass es ein Virus war. Es kann auch "natuerliche" Ursachen gehabt haben. Bsw. wird ein Rechner von mehreren Administratoren verwalten. Einer spielt eine neue Version eines Programmes ein. Der andere bekommt ein potentiellen Virusangriff angezeigt. In diesem Fall war es aber keiner.
Es sind alle Virenangriffe ENTDECKBAR, aber nicht alle VERHINDERBAR. Das diese entdeckt werden, haengt aber wieder letztendlich vom Menschen ab. Viele Betriebssysteme wie VMS oder aber auch schon Unix mit C2 Klassifizierung (nach Orange Book) sind sicher ... solange der Mensch tatsaechlich alle Sicherheitsmechanismen in Kraft setzt und regelmaessig kontrolliert. Auf jeden Fall scheint das Gebiet der verteilten Systeme nicht uninteressant zu sein, allerdings ist es auch ein guter Sport fuer Theoretiker bzw. Leute die an abstraktes Denken gewohnt sind. Der Herr auf dem GMD Stand hat 3 Versuche gebraucht bis er mir halbwegs klargemacht hatte, warum den diese Mechanismen ziemlich sicher sind, aber doch nicht den Benutzer in seinen Funktionen stoeren. Was mensch auch noch loben sollte, ist das MAterial was die GMD Interessierten zur Verfuegung stellte. Eine Mappe mit gut 30 Seiten fotokopierte Abhandlungen, Erlaeuterungen, Birlix-Manual-Pages und Beschreibung der abtrakten Datentypen in Modula-2. Im Vergleich zu dem Hochglanzwerbematerial mit NULL Info gefiel mit das Teil richtig gut. Abschliessend moechte ich sagen, dass ich nur eine Vorlesung ueber Betriebssysteme gehoert habe und mich mit Objektorientiertheit und verteilte Systeme nur am Rande beschaeftigt habe. Wenn jemand also ganz konkrete und kompetente Infos will, sollte er sich an die GMD, Postfach 1240, 5205 St. Augustin 1 wenden. Dort kann mensch auch Anfragen wg. einer Lizenz fuer Birlix richten. Im Bereich Forschungs und Lehre soll eine BirlixLizens ca. 500 DM kosten. Terra Quelle: Einfuehrung in Birlix On the Implementation of Abstract Data Types in Birlix Informatik Spektrum 13, 1990, S. 38-39 Ein Mensch auf dem GMD-Stand (Name verlegt) -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [06] Noch ein "sicherers" Betriebssystem
[Chalisti] [06] Low-Cost Unix, oder was kostet die Welt.
Low-Cost Unix, oder was kostet die Welt. Anlaesslich der CeBit hatten wir uns vorgenommen einen Bericht ueber Low-Cost Unix'e zu schreiben, deren Preise sich auch Privatpersonen noch (bei genuegend Verruecktheit) leisten koennen. Aber vielleicht sollte sich hieraus auch etwas ueber das als MS-DOS Nachfolger gehandelte Unix ergeben. Um es vorweg zu nehmen, ein richtiges Unix System fuer unter 15.000 DM zu bekoemmen wird auf legalem Wege ohne Ausnutzung von (sehr selten gewaehrten Studenten/Universitaeten/oder sonst welchen Rabatten) nahezu ein Ding der Unmoeglichkeit sein. Aber mit dieser Praemisse sind wir bzw. bin ich an den Start gegangen um die Messe abzusuchen. Gefunden und betrachtet hab ich dabei allerdings nur ein paar sich lohnende Alternativen. Erstens die Anschaffung eines 386-AT's mit SCO- bzw. Interactive-Unix. Zweitens einen Apple Mac SE/30 mit Apple A/UX 2.0. Drittens (als vergleich nach oben) eine Decstation 2100 und eine SUN Sparcstation. Auch den Unix-Knecht ARCORN R-140, koennte man in betracht ziehen, obwohl ich diesen nicht auf der Messe gefunden habe. Ueber den Atari TT/X, der leider ja immernoch nicht lieferbar ist, kann man nur Vermutungen anstellen und Uesserungen von ATARI glauben schenken. Die Anlage von ATARI basiert auf dem (haeufig zitierten) TT von Atari mit 68030/16 Mhz und 68881. Der TT/X soll mit 6 MB Ram ausgestatet werden, sowie wahlweise mit einer 80, 120 oder 170 SCSI Festplatte. Dazu gehoert - ebenfalls wahlweise - ein VGA Farbmonitor oder ein 19'' Monochrom Monitor. Bei dem 19'' steht zwar Atari drauf ist aber Viking drin. An Hardware gehoert weiter ein VME-Bus, ein SCSI-Bus, ein LAN-Interface (u.a. fuer AtariNet) und ein Joystickport (vermutlich fuer Nethack). Bei dem Unix handelt es sich um ein System 5 V3.1. Allerdings sind noch BSD-Erweiterung dabei. Beispielsweise sind TCP/IP, sockets, NFS, etc. Ausserdem unterstuetzt TT/ATX wahlweise Sys5 Filesystem und BSD Fast Filesystem. Zusaetlich ist X-Windows in der Version 11R4 dabei, sowie eine Motifaehnliche Applikation namens Wish. Mit dieser Oberflaeche SOLL mensch benutzerfreundlicher arbeiten koennen. Weiter ist noch X/Open XPG2. An Programmiersprachen sind der GNU C-Compiler, GNU Debugger, GNU C++ und der GNU Assembler dabei. Die geschwindigkeit des TT/ATX wurde mit 4200 Drystones angegeben. Das ist natuerlich enttaeuschend. Allerdings war spaeter von jemand der
Ahnung (und nicht bei Atari arbeitet) hat erklaert, warum der TT viel schneller ist. Der TT ist kompatibel zum alten ST. Daher sind 2 MB Ram im selben Speicherbereich wie auch beim ST. Die zusaetlichen 4 MB Ram beim TT/X sind Fast Ram und liegen ausserhalb des 16 MB Bereichs des ST. Fuer Unix wird dieser Speicherbereich genutzt, was zu einer Geschwindigkeit von 10.000-16.000 Drystones fuehren wird. Entwicklermaschinen sollen ab Mai 1990 ausgeliefert werden. Im Verkauf auf der Rechner ab Herbst 1990 sein. Auf die Frage, wie sicher dieser Aussage ist, meinte der zustaendige Atarianer nur "So sicher, wie ich auf diesen Stuhl sitze". Allerdings war bezeichnend, dass er anschliessend sich umsah und feststelle, dass er tatsaechlich noch auf den Stuhl sass. Wie fast alles war kaum ein Preis zu bekommen. Die einzige Aussagen von Atari war, dass er mit 80 MB Platte unter 10.000 DM liegen wird. Die 386-AT's unter einem der PC-Unixe zu betreiben ist vom Preis her gesehen sicherlich die interessanteste Variante. Einen entsprechenden 386-PC (Mindestanforderungen sind hierbei ein 20 Mhz getackteter 386, mit 4 MB Hauptspeicher, 80 MB (< 28ms) Festplatte) zu kaufen wuerde einen Aufwand von mindestens (hierbei ist wirklich die unterste Grenze gemeint) ca. DM 5000.- bedeuten. Hierbei ist aber noch keine VGA-Karte oder sonstiger Schnickschnack enthalten (der das Leben unter Unix natuerlich erheblich verschoenern wuerde). Dazu kaeme mindestens noch das entsprechende PC-Unix. Hierbei sind derzeit nur SCO-XENIX (welches gegenueber obiger Behauptung auch mit 2MB Hauptspeicher zufrieden ist, aber halt kein "echtes" Unix ist), SCO-UNIX und Interactive-IX/386. Fuer SCO-UNIX bezahlt man derzeit in kompletter Ausstattung ca. DM 4800.-- in der Multiuserversion. Hierbei sind das Betriebssystem und ein Entwicklersystem mit c-Compiler, etc. enthalten. SCO-Unix ist eine Mischung zwischen System V Rel.3 und einigen neuen Features des System 5 Rel.4, welches allerdings auch von AT&T erst fuer Ende diesen Jahres angekuendigt ist. SCO will moeglichst Anfang des naechsten Jahres dsie Release 4 auch im Programm haben. Interactive's 386/ix kostet in einer aehnlichen Ausstattung in etwa das gleiche naehmlich ca DM 5800.-. Hierbei sei dazubemerkt, das bei Interactive nicht daran gedacht wird in naechster Zeit die X-Window Version X11 Rel.4 zu unterstuetzen. Man setzt hier noch auf den derzeitigen defacto Standard X11 Rel.3. Auch Interactiv will versuchen Anfang des naechsten Jahres eine Unix Rel.4 kompatibles System herauszubringen. Als schon weitaus teurere Variante bietet sich das neue Apple A/UX in der Version 2.0 an. Hier hatte ich am Apple Stand wirklich den Eindruck, es koennte sich um das Unix handeln, welches die MS-Dose Rechner abloesen, und den Kampf mit OS/2 um die viel geruehmte Nachfolger Position gewinnen koennte. Apple's A/Ux 2.0 kommt einem zu beginn im Kleide, des vom Mac User her bekannten MultiFinders entgegen. Zuerst merkt man kaum, dass man sich ueberhaupt auf einem Unix-Rechner befindet. Tatsaechlich laeuft der Finder als ein Unix-Task direkt auf dem
Unix-Kernel. Dabei handelt es sich hierbei nicht direkt um eine Emulation, sondern es werden die Finder Operationen direkt auf den Unix-Kern abgebildet, so dass kaum Geschwindigkeits einbussen hinzunehmen sind. Und nu sind wir auch schon bei einem der wichtigsten Seiten des Apple Unixes. Alles richtig bzw. ordentlich (nach den offiziellen AppleRichtlinien) geschriebenen Programme koennen unter Apple a/UX 2.0 behandelt werden, als ob der Rechner ohne Unix laufen wuerde. Das heisst, sie koennen gestartet werden oder direkt zwischen einer Unix Festplattenpartition und einer Mac-Partition bzw. Mac-Diskette hin und hergeschoben werden. Somit ist das unter Unix doch etwas komfortlose benutzen des Diskettenlaufwerks fuer den A/UX User nicht mehr vorhanden. Natuerlich beherscht a/ux auch die unter Unix ueblichen Diskettenformate. Da der Multifinder in der Lage ist mehrere Programme gleichzeitig ablaufen zu lassen, kann man nun sogar simultan mehrere Mac-, Unix- und mit einem entsprechenden Zusatz (MacX) auch X-WindowApplikationen anwenden. Ein weiterer Vorteil von dem Apple Unix ist die komfortable Moeglichkeit, des vom Mac her bekannten ein- bzw. ausschaltens. Dies unterstuetzt die fuer den Anspruch als MS-DOS Nachfolger noetige Benutzerfreundlichkleit. Auch die vom Mac her bekannte "Copy und Paste"-Funktion ist uneingeschraenkt zwischen der Unix-Welt und dem Mac-Applikation nutzbar. Ausser dem oben erwaehnten Programm MacX, welches einen sehr schnellen X-Window-Server, darstellt, und in der Lage ist X-Window-Applikationen in einem Mac-Window ablaufen zu lassen, ist natuerlich auch ein "richtiges" X-Window vorhanden. Ein letztes Zeichen, das dieses Unix von anderen Unix Implementationen abhebt, ist, der neue Unix-Befehl, cmdo . Hierrauf erscheint eine Mac-typische Eingabe Maske, die es ermoeglicht per Mouse-Klick die entsprechenden Optionen anzusprechen. Dabei erhaelt man leicht auch ueberblick ueber die selten benutzen und deshalb auch nur eingeweihten bekannten Kommando-Optionen. Auch IO-Redirection kann hier in Mac bekannte Mannier angegeben werden. In einem Feld der Eingabe Maske wird simultan zum Klick der Mouse die Unix Zeile mit dem entsprechenden Kommando aufgebaut. Dieses Kommando ermoeglich aeusserst komfortabel mit den Unix-Befehlen umzugehen, und ermoeglicht eigentlich erst richtig mit der Maechtigkeit eines Unix-Systems richtig zu arbeiten. Ausserdem enthaellt A/UX 2.0 eine Auto-Recover Moeglichkeit. Hierrunter ist das Automatische anlegen einer Kopie des Root-Sector's des Unix-File-Systems zu verstehen, welches den Benutzer immer in die Lage versetzt sein Filesystem wieder zu benutzen, auch nach einem System-Crash. Nun genug der Lobesworte, nun auch noch die Nachteile die ich entdecken konnte. Erstens ist hirzu die Verwendung von Terminals anzufuehren. Dort hat man natuerlich keine Mac-Oberflaeche, sondern nur ein normales Unix-ASCII Terminal (es sei denn, man ist in der Lage sich X-WindowTerminals zu leisten) aber das ist im Vergleich zu anderen Unix Implementationen eigentlich kein Nachteil, da diese auch nur ueber eine
solche verfuegen. Auch dies unterstreicht die Zielgruppe von Apple, naehmlich Universitaeten (und damit auch den Markt der Studenten) und die derzeitigen MS-DOS-Benutzer, die auf "ein Betriebssystem der Zukunft" umsteigen wollen. Das letzte grosse Plus von A/UX 2.0 duerfte der Preis sein. Der derzeit noch in den Katalogen und Preislisten stehende Preis von DM 2060.(auf Tape-Streamer) bzw. DM 2520.- (auf Diskette) wird sich bis zur Auslieferung in diesem Sommer auf ca. DM 1800.- reduzieren. Darin enthalten ist (bis auf MacX, dies ist noch nicht ganz klar) alles oben aufgezaehlte, inclusive NFS, Yellow-Pages und den BSD Network Services. Das dies ein politischer Preis von Apple ist an dem sie nicht grossartig verdienen werden, wird wohl keiner bestreiten. Der einzige entscheidende Nachteil von Apple's Unix duerfte der Preis fuer die Hardware sein, die noetig ist um mit dem System arbeiten zu koennen. Das absolute Minimum stellt der Mac SE/30 mit ca. 4MB Hauptspeicher und einer 80 Mb Festplatte dar. Dabei ist aber solche Unzulaenglichkeit, wie der Mac-typische "Kuckloch"-Monitor zu beachten. Die Moeglichkeit zur erweiterung mit einem Grossbildschirm besteht zwar, geht dann aber schon wieder sehr ins Geld. Fuer solch eine konfiguration ist alleine an Hardware-Kosten schon mit ca. 13.000 DM zu rechnen. Allerdiungs muss man die SCSI-Festplatte, die man bei Apple teuer bezahlt ja nicht dort kaufen. Es gibt ja auch noch andere Hersteller. Eine weitere interessante Moeglichkeit bietet Apple zur Ausslieferung des A/UX 2.0 an. Es ist ein CD-ROM-Laufwerk mit einer kompletten Unix-ausstattung fuer unter DM 3000.-. Dieses bietet die Moeglichkeit immer ein bootbares Filesystem zu haben, und ausserdem die Ausslagerung einiger unwichtiger Teile des Systems, wie z.B. den Manual-Pages. Einige eingefleischte Unix-Wizards hoere ich jetzt schon sagen : "das ist doch kein richtiges Unix", kann ich nur sagen, dass dieses Unix meiner Ansicht nach das Zeug hat "richtige" Unixe den Rang bei den bisherigen Personal-Computer-Usern abzulaufen. Ich meine damit, dass es wahrscheinlich nicht die anderen Unix-Systeme vom professionellen Markt der Multiusersysteme verdraengen wird, sondern stattdessen eher der Nachfolger von MS-DOS wird, sofern die Preise fuer die Hardware noch um einiges fallen. Fuer die oben weiter aufgefuehrten SUN und DEC Rechner gilt zuersteinmal folgendes: Alle sind weit ausserhalb der Preisgrenze von 10.000 DM anzusiedeln. Alleine die preiswerteste Sun, die derzeit noch ausgeliefert wird ist nicht, wie ich noch zur Messezeit dachte, eine 3/60 bzw. 3/50 fuer alles in allem DM 15.000.-, sondern eine SparcStation 1 fuer komplett derzeit ca. DM 35.000.- (dieser Preis wird sich aber demnaechst auf ca. DM 27.000.- reduzieren. Die Produktion der 3/60 und 3/50 wird wohl bzw. ist schon eingestellt. Schade eigentlich, ich mochte die Maschinen. Die Preiswerteste DEC-Unix (Ultrix) ist die DECstation 2100 fuer etwas weniger als DM 20.000.-. Sie ist die kleine Schwester von der DECstation3100 und soll auch nur ca 75% der Leistung ihrer grossen Schwester erbringen. Am naechsten unserer Preisgrenze kommt sicherlich der Arcorn R-140.
Dies ist eine RISC-Workstation die zwar relativ komplet ausgestated geliefert wird, aber durch ihre Leistung doch nicht so furchtbar ueberzeugen kann. Sie liefert einen Drystonewert von 3330. Trotz der Unzulaenglichkeiten des Drystonetests, um Rechnerleistungen zu vergleichen, sagt dies etwas ueber die Maschine aus, wenn man sich vor Augen fuehrt, dass ein 386-PC gut auch das doppelte bis dreifache (mit 33Mhz soger nochmehr) an "Trockensteinen" schaffen kann. Die Arcorn R-140 kostet komplett mit BSD-Unix 4.3, X-Windows (V11 Rel.3), NFS 3.2, den Yellow Pages,usw. ca DM 16.000.-. Nachzutragen waehre vielleicht noch die Drystonewerte der anderen Maschinen (Soweit sie erhaeltlich waren, zur naechsten CeBit nehme ich ein Drystone-Programm zum testen mit :-)) ). Da waere noch die kleinste SparcStation 1 , sie liefert ca. 23.000 Trockensteine. Fuer die DECstation 2100 konnte ich leider keinen Wert bekommen, aber fuer die groessere 3100 soll der Drystonetest Werte von ca. 27.000 liefern. Dies wuerde fuer die kleine (mit ja angeblich 75% der Leistung) 2100 etwa einen Wert von ca. 20.000 bedeuten. Fuer die uebrigen Rechner hab ich leider keine Werte bekommen, da Apple A/UX 2.0 erst in einer Beta-Version auf der Messe zu sehen war und, wie mir die Softwareentwickler unter euch auf jeden Fall glauben werden, gerade bei der letzten Entwicklerarbeit die Geschwindigkeit immer besondere Beachtung finden wird. Bei entsprechenden Informationen werden wir aber diesen Wert nachtragen. So, dass war's. Und die Moral von der Geschicht, Unix gibt's so "preiswert" nicht. Fly. -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [06] Low-Cost Unix, oder was kostet die Welt.
[Chalisti] [06] Computertechnik fuer Umweltgruppen auf der CeBIT
Computertechnik fuer Umweltgruppen auf der CeBIT Die Umweltbewegung entdeckt die Computertechnik. Erstmalig zeigen Buergerinitiativen und Umweltgruppen auf der diesjaehrigen Computermesse CeBIT in Hannover, wie Telekommunikation im Umweltschutz genutzt werden kann. Besonders beliebt sind sogenannte Mailboxnetze, sagt Wolfgang Schroeder, Vorstandsmitglied des Vereins Mensch Umwelt Technik (M.U.T.) aus Hamburg. M.U.T. unterstuetzt im Umweltschutz aktive Gruppen, die mit Computertechnik arbeiten wollen. Die Technik soll jedoch Mittel zum Zweck bleiben, betont Schroeder. Man moechte die Vernetzung zwar foerdern, doch der "interdisziplinaere Erfahrungsaustausch" zwischen Personen sei die Grundlage fuer ein funktionierendes Netz - ueber zunehmend als zu eng empfundene Verbandsgrenzen hinaus. Der Computereinsatz kostet in der Anfangsphase viel Zeit, meint Schroeder. Ohne Hilfestellung und Beratung sind Umweltgruppen oft ueberfordert - auch deshalb, weil die Moeglichkeiten der Technik leicht ueberschaetzt werden. Bei allem Technikeinsatz darf es zudem nicht passieren, daa die Alltagsprobleme den Umweltschutz als eigentliche Aufgabe in den Hintergrund draengen. M.U.T. setzt sich dafuer ein, daa pragmatische Hilfestellungen organisiert werden und "Hilfe zur Selbsthilfe" moeeglich wird. Was sich in den letzten Jahren bei Umweltgruppen in Sachen Computertechnik getan hat, kann sich sehen lassen. So stellt der Bund fuer Umwelt und Naturschutz ein Mailboxnetz vor, das vor allem fuer die Informationsbeschaffung und den Nachrichtenaustausch genutzt wird. Das Mailboxnetz soll aber nicht nur die Kommunikation innerhalb des Verbandes verbessern. Das System ist oeffentlich und soll als demokratisches Informationsmedium genutzt werden. Im redaktionellen Teil werden unter anderem bundesweit Kurzmeldungen aus den verschiedenen Bereichen des Naturschutzes angeboten, auch Informationen aus dem Europaparlament, Nachrichten zur Wirtschaftspolitik und eine Wochenbibliographie werden angeboten. Vorgesehen ist unter anderem eine dezentrale Bibliotheksverwaltung. Wenige Meter neben dem Messestand des BUND zeigt Global Challenge Network (GCN) aus Muenchen das Projekt "Messnetz". Im Rahmen einer Pilotphase werden derzeit Methoden zur Untersuchung von Trinkwasser und kleinen Flieagewaessern und Radioaktivitaetsmessungen getestet. Ein wissenschaftlicher Beirat hat inzwischen einfache Messmethoden standardisiert, die auch von Laien angewendbar sind. Ziel des bereits im Januar 1987 gegruendeten GCN ist, Bruecken zwischen Wissenschaft, Buergerinitiativen, Umweltschutzverbaenden, staatlichen Stellen und der Industrie zu schaffen. Mehr als 50 Initiativen in der Bundesrepublik haben inzwischen Meastationen aufgebaut und senden die Untersuchungsergebnisse via Mailbox zum GCN-Netzknoten in Muenchen. Doch es geht auch darum, Buergerinitiativen und anderen engagierten Gruppen ein
gemeinsames Kommunikationsnetz zur Verfuegung zu stellen sowie den Zugang zu kritischer Sachkompetenz zu erleichtern. Daa sich immer mehr Umweltgruppen und private Computeranwender fuer die Computervernetzung interessieren, liegt unter anderem an einer Netzwerksoftware, die sich unabhaengig von den kommerziellen Bedingungen der EDV-Branche entwickelt hat, das Zerberus-Netz. Computerfreaks und professionelle Programmierer haben gemeinsam ueber mehrere Jahre dieses Netzwerk fuer Jedermann entwickelt. Es kann auf jedem handelsueblichen PC auch von Laien betrieben werden, wobei jede dieser Stationen einen vollwertigen Netzknoten darstellt. Mittlerweile gibt es ueber hundert solcher Knoten in der Bundesrepublik. Auch in der DDR gibt es immer mehr Zerberus-Knoten, Oesterreich und die Schweiz sind schon seit laengerem dabei. Eine der gefragtesten Anlaufstellen fuer sogenannte NGOs (Non Governmental Organisations) ist Udo Schacht-Wiegand aus Hannover. Er beschaeftigt sich bereits seit mehreren Jahren mit Computernetzen. Sein technisches Know How ist stark gefragt. Mit Gleichgesinnten hat er den Verein Oekoline aufgebaut, der sich unter anderem die Aufgabe gestellt hat, Wissen ueber Netze und Datenbanken zu vermitteln und im Rahmen der Moeglichkeiten technische Hilfestellungen zu leisten. Schacht-Wiegand vertritt fuer die Bundesrepublik auch das internationale Umweltnetz Greennet. Greennet gehoert zu den wichtigsten Informationsquellen im Umweltschutz. Rund 1000 internationale Umweltorganisationen mit rund 5000 Teilnehmern tauschen ueber dieses Netz weltweit aktuelle Informationen aus. Schacht-Wiegand: "Wir wollen noch in diesem Jahr einen deutschen Greennet-Knoten aufbauen". Dass aber auch das Medium fast zum Nulltarif zum Versenden von Nachrichten 'dienen kann, also im Gegensatz zu Zeitung, Rundfunk, Fernsehen alle AnwenderInnen vom Wohnzimmer aus Texte lesen und empfangen koennen, war auf der CeBIT '90 zu sehen. Ausgehend von Halle 22 breitete sich im kleinen ein Abbild des in Europa inzwischen mit 130 Mailboxen vernetzten Zerberus-Netzes aus. Zwoelf Mailboxen auf der CeBIT demonstrierten Aktualitaet. Brisante Themen aus Technikentwicklung, Medien, Umweltschutz und zum politischen Tagesgeschehen erreichten ueber Bildschirm, Modem und Drucker Tausende von Menschen. Eindruecke und Erfahrungen zum CeBIT-Geschehen wurden live kommentiert - nicht nur Fachjournalisten, sondern auch von CeBIT-BesucherInnen. Alle Mailboxen waren mit dem COMPOST- und LINKSYS-Verbund im Zerberus-Netz vernetzt. Diese Mailboxen haben sich die politische, soziale und oekologische Vernetzung vorgenommen. Ausgehend von den Koordinatoren der LINKSYS- und COMPOST- Mailboxen wird die Erfahrung dieser CeBIT der MesseAG und den Ausstellern vermittelt. Ins Auge gefasst sind mindestens eine Computermailbox pro CeBIT-Halle im kommenden Jahr. In einem CeBIT-Netz kann dann eine tagesaktuelle elektronische CeBIT-Zeitung erscheinen. NachwuchsjournalistInnen, Schueler- und Jugendzeitungsredakteure und alle interessierten BesucherInnen geben an den Terminals ihre Beitraege ein. Ein Journalistenteam wird die verdichteten Nachrichten als Tagesdienst ins Pressezentrum uebermitteln.
So wird Vernetzung von unten greifbar. Denn das Einklinken ins Netz ueber Telefon wird von jedem Heim- und Personalcomputer, jedem Stand und jedem Ort moeglich und erschwinglich sein. Quelle: MIK-Magazin Informationen von Umweltgruppen -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [06] Computertechnik fuer Umweltgruppen auf der CeBIT
[Chalisti] [06] Die wunderbare Wandlung
Die wunderbare Wandlung Da geht mensch nix ahnend ueber die Cebit und landet dabei bei der Firma CombiTec in Halle 20. Dort faellt mir zwischen CAD-Programmen das Bild von einer Vorabversion von Tempus-Word in die Augen. Nix ahnend sehe ich mir das Treiben um die Demoversion an, bis mir ein Widerspruch auffaellt: Vom Bildschirm her arbeitet mensch eindeutig mit einem Atari ST. Dies laesst sich aber nicht mit der Aufschrift am Computer uebereinbringen. Dort steht naemlich Commodore Amiga dran. Die Loesung des Problem heisst Medusa: der erste ST-Emulator fuer den Amiga. Vor 6 Wochen hatten ein paar Programmierer von CombiTec angefangen sich an einen ST-Emulator zu versuchen. Derzeit liegt die Version 0.3 vor, und innerhalb von 3-5 Wochen soll die Endversion ausgeliefert werden koennen. Schon in der derzeitigen Version ist die Emulation beeindruckend. Der QIndex behauptet, dass der Emulator in den Bereichen CPU-Geschwindigkeit, Bios Text, Bios Scroll, Gem Draw in der Regel zwischen 95 und 98% der Geschwindigkeit eines ST's liegt. DMA-Read betraegt 3450% und Gemdos I/O 1970%. Programme wie Signum 2, Calamus, GFA-Basic, Psion Chess, etc, TOS1.0 und TOS 1.4 laufen einwandfrei. Auch die Festplatte und Atari Diskettenformat wird unterstuetzt. Allerdings sind - wie beim ST - wohl zwei Monitore notwendig. Zwar kann mensch auf einen monochromen, sowie auf einen Farbbildschirm alle drei Aufloesungen benutzen, allerdings fehlt bei Monochrom logischerweise die Farbe, und wenn mensch auf Farbe im Monomodus arbeitet, sieht mensch das beruehmte Amiga-Flackern (nur viel staerker). Natuerlich hat der Emulator auch Nachteile. Der Bidlschirmaufbau scheint manchmal ziemlich unvollstaendig und langsam. Viele Spiele laufen nicht. Besonders wenn sie direkt auf die Diskette (z.B. Kopierschutz) oder auf die ST-Hardware zugreifen. Deswegen laufen auch alle Dritt-Emulatoren wie Aladin oder PC-Ditto nicht. Der Emulator besteht aus Soft- und Hardware und kostet im Handel 598 DM. Fuer Amiganer die die gute Anwendungssoftware des ST's verwenden wollen, ist der Emulator eine echte Alternative. Fuer die Spielkids ist das aber eher Geldverschwendung. Ein Mitarbeiter von Atari meinte uebrigens zum ST-Emulator: "Endlich eine vernueftige Anwendung fuer den Amiga" Terra
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[Chalisti] [06] Die wunderbare Wandlung
[Chalisti] [06] Am Rande bemerkt
Am Rande bemerkt Wie immer gab es auch in diesem Jahr einiges am Rande der CeBit zu sehen. Vielleicht koennten auch andere ueber "kleine" Leckerbissen von der Messe erzaehlen. Auf der Suche nach der viel zitierten neuen Unix Version von System 5 Release 4, blieb uns ein Erfolg versagt. AT&T teilte uns auf Anfrage mit, dass Release 4.0 fruehestens Ende des Jahres. Vermutlich eher Anfang 1991 erscheinen wird. Es wurden aber auf einer Pressekonferenz einiges zu Rel 4.0 erzaehlt. (Wir waren nicht dabei: Koennte dazu jemand mal was schreiben ?). Ein anderes Geruecht war das die neue Version von WordPerfect 5.1 neben einem Woerterbuch und einer Rechtschreibkorrektur auch eine Kommakorrektur beherrschen soll. Dieses Geruecht hat sich so hartnaeckig gehalten, dass die Leute auf dem WordPerfect Stand bei Anfragen zu dem Thema kurz vor Tobsuchtsanfaellen standen. Bei dem Stand von DSM-Computersysteme fiel uns eine i860 Karte auf. Bei dem i860/64Bit-Prozessor handelt es sich um eine neue Entwicklung von Intel im RISC-Bereich. Die Karte bietet fuer unter 10.000 DM ca. 4 MB Speicher und bis zu 120 Mips. Noch mehr kann erreicht werden, wenn mensch diese Karte paralell schaltet. Mit bis zu 256 Karten ist dies moeglich. Als Drystone Wert wurden 89.500 pro Sekunde angegeben. Das i860-Entwicklungssystem ist fuer Unix V R3.2 und OS/2 erhaeltlich und enthaelt, die Programmiersprache C und Fortran. Mehrere Mathematik- und Vektorlibaries, einen Fortran-Vektorizer, Assembler, Linker und Simulator sind ebenfalls integriert. Allerdings wird dieses nicht zusammen mit der Karte ausgeliefert. Bei Schneider wurde ein sehr guenstiges Fax-Geraet vorgestellt. der SPF 101 soll 999 DM kosten und wird ab Ende April erhaeltlich sein. Interessant ist ein Satz in der Produktinfo: "Mit einer Uebertragungsdauer von nur ca. 25 Sekunden ist das SPF 101 gut geruestet fuer die Direktkommunikation von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz". Selbst langsame Geraete muss mensch nur gut verkaufen koennen. Richtiges Science Fiction Feeling kam auf dem Panasonic Stand auf. Wer kennt nicht die Stories wo sich der Held mit den kleinen gruenen Menschchen mit Hilfe eines Translators unterhaelt. Besonders gern denkt mensch an diese Stories in Englisch- oder Franzoesischpruefungen. Panasonic stellte nun ein
Forschungsprojekt vor, welches von der Panasonic Tocher Matsushita und der Carnegie Mellon University entwickelt wurde. An einem Ende spricht mensch auf japanisch rein und auf der anderen Seite erscheint auf den Bildschirm die Uebersetzung, sowie ueber einen relativ schlechten Sprach-Synthesizer wird der Text in englischer Sprache wiedergegeben. Die Uebersetzung erfolgt relativ schnell (ca. 3 Sekunden fuer einen Satz). Allerdings ist die benoetigte Anlage noch ziemlich gross (Workstation mit Peripherie). Ausserdem darf mensch nicht vergessen, das Japanisch eine relativ einfache und insbesonders phonetisch eindeutige Sprache ist. Allerdings wird daran gearbeitet die Geraete zu verkleinern, damit sie auf Reisen mitgenommen werden koennen. Derzeit kann der Translator nur auf bestimmte Situationen reagieren (z.B: Sprachschatz der in einem Reisebuero notwendig ist). Dafuer aber muss der Rechner nicht erst die Stimme des Sprechers erlernen. Er reagiert allgemein auf jede Stimme, wobei dies vermutlich auch mit der japanischen Sprache zusammenhaengt. Bei Atari gab es auch einiges zu sehen. Der neue TT/ATX, der TT mit Unix wird im Unix Artikel naeher erwaehnt. Sonst waren z.B. von X/Software ein X-Window System da, welches dem Atari ST zu einem intelligenten X-Window-Terminal macht. Das Paket soll weniger kosten als ein Terminal. Das Paket besteht aus Hard- und Software (X-Windows, TCP/IP und ein zu TOS kompatibles Multitasking-System). Dann hat Atari neue Rechner namens ABC vorgestellt. dabei handelt es sich um Rechner mit einem 386SX Prozessor und 40 MB Festplatte. Fuer Atari Rechner der ST, TT und PC Linie gibt es jetzt auch (endlich) ein LAN. Preis konnte - wie bei fast allen Atariprodukten - nicht genannt werden. Auch andere Leistungsdaten waren nicht rauszufinden. Atari's PR Politik laesst auf jeden Fall einiges zu wuenschen uebrig. Die Firma Best kuendigte ein neues 9600 Bps Modem mit V.32 Norm an. Dieses soll vermutlich um die 1200 DM kosten und ist damit billiger als alle anderen V.32-Modems. Allerdings sollte mensch nicht vergessen, dass schon derzeit das Best 2400 MNP von der Qualitaet sehr zu wuenschen uebrig laesst (z.B. effektive Bps Rate von 3700). Laut CeBit-Geruechtekueche soll die neue Version 5.1 von WordPerfect neben einer Rechtschreibkorrektur auch eine Kommakorrektur besitzen. Die Standmitarbeiter reagierten freundlich, aber leicht genervt wg. staendiger Anfragen. Das Geruecht erwiess sich auch als solches. Ansonsten bietet das Programm eine komfortable Einbindung von Formeln, die auch berechnet und aehnlich wie Grafik in den Text eingebaut werden koennen. Ein weiteres interessantes Feature (Bug?) des DOS-Directories, welches bekanntlich nur 8 Buchstaben zur Vergabe von Dateiname zulaesst, ist die Vergabe zusaetzlicher Stichworte zur Datei. Nach langen suchen fand mensch uebrigens endlich einen NeXT
Computer auf der Messe. Die Firma A-Dope stellte ihren Display Postscript Interpreter vor. Damit wird der gesamte Bildschirm mit Hilfe von Postscript-Kommandos dargestellt. Viele Informationen zum NeXT waren nicht zu erhalten. Der NeXT wird in England ans Business verkauft. Preis liegt zwischen 20.000 und 25.000 DM. Dabei sind allerdings eine groessere Palette an Software, wie bsw. Textverarbeitung, Grafikprogramme und E-Mail Software. Letztere hat mensch sich natuerlich intensiver angesehen. Die grosse Funktionalitaet von E-Mail wird dort relativ gut grafisch dargestellt. Allerdings scheint auch NeXT keine Loesung fuer integrierte Kommunikationssoftware auf grafischer Basis zu sein. Ein nettes Feature (sicher kein Bug) ist die Moeglichkeit eine Mail nicht nur mit Textinhalten, sondern auch mit Sprache zu verschicken. Digitalisierung und Mikrophon sind direkt beim NeXT dabei. Sprachdigitalisierung ist direkt vom E-Mail Programm aus aufrufbar. Es gab auch einige Treffen auf der CeBit. Beispielsweise trafen sich am Montag am Heise-Stand Unix Benutzer aus Hannover um einen Unix-Stammtisch zu initiieren. Dieser soll sich in Zukunft jeden Dienstag um 20 Uhr in der "Wiener Sophie", Koenigstr. 12 treffen. Ob daraus die geplante GUUG-Ortsgruppe wird, muss sich noch zeigen. Zum Abschluss bleibt noch zu sagen: Die CeBit 1991 findet vom 13. Maerz bis 20. Maerz statt. Terra -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [06] Am Rande bemerkt
[Chalisti] [06] Der alte Mann und das -MEHR ?-
Der alte Mann und das -MEHR ?Seit etwa sechs Jahren gibt es nun Mailboxen auch in diesem unseren Lande. Zwischenzeitlich sind Millionen von immer besseren und immer leistungsfaehigeren Computern verkauft werden, das Modem verdraengt allmaehlich den Akustikkoppler, alles wird schneller, groesser. Nur besser wird es nicht. Sieht man genau hin, hat sich in der Mailboxlandschaft seit 1984 nicht sehr viel bewegt. Gewiss, seit geraumer Zeit gibt es vernetzte Systeme, man kann heute durchaus eine Nachricht innerhalb von fuenf, sechs Tagen von einer Hamburger Box in die andere senden, wenn man einen Umweg ueber Wuppertal und andere Staedte fuer vertretbar haelt. Gewiss, es gibt Systeme, die halten -zig Megabyte an Daten fuer ihre Benutzer abrufbereit, hunderte von Programmen zum Herunterziehen, sowie all die netten kleinen Texte, die besagen: Ich war auch hier. Gewiss, es gibt inzwischen auch Systeme mit inhaltlichen Schwerpunkten, meist im Bereich linker und/oder alternativer und/oder umweltpolitischer Themen, deren groesste Freude es ist, darueber zu debattieren, innerhalb welchen Netzwerkes man sich angemessen verbreiten kann. Und das soll es dann schon gewesen sein ? Hier tut offenbar eine kritische Bestandsaufnahme not (Sie , lieber Leser, sind selbstverstaendlich in den folgenden Zeile nicht gemeint, egal ob Sie nun User sind oder Sysop, Point, Terminal oder Node, Einzelperson oder Gruppe. Es sind immer nur die Anderen, die gemeint sind. Aber das sehen Sie ja ohnehin genauso). Beginnen wir auf der untersten Ebene, bei den Benutzern. Benutzer sind grundsaetzlich dumm, viele dazu noch dreist. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Gruenden zur Mailbox, weil sie in einer selbsternannten Fachzeitschrift darueber gelesen haben, weil Hans-Bernhardt um die Ecke das auch geil findet, weil sie keinen Bock mehr auf noch zehn weitere Ballerspiele haben, weil der Computer sonst verstaubt, weil sie mal gehoert haben, dass Hacker sowas auch machen und und und... All diese User treffen dann bei ihren ersten Gehversuchen auf die zweite Gruppe, die Boxbetreiber oder Sysops. Sysops unterscheiden sich von den Usern dadurch, dass sie grundsaetzlich dreist sind, viele dazu noch dumm. Die meisten Sysops sind nicht in der Lage, ihr Mailboxprogramm selbst zu schreiben, geschweige denn, zu verstehen, wie es funktioniert. Sie kommen zur Mailbox, weil sie sich ueber die anderen Boxen geaergert haben, weil sie sich ueber die anderen User geaergert haben, und so weiter... Die Sysops treffen bei ihren Versuchen, eine eigene Mailbox zu eroeffnen, auf eine weitere Gruppe, die Mailboxautoren. Mailboxautoren sind grundsaetzlich dummdreist, viele dazu noch geldgierig. Sie kommen zum Programmieren, weil sie sich ueber die anderen Mailboxprogramme geaergert haben, weil sie sich ueber andere Sysops geaergert haben, etc. etc etc. ... Mailboxautoren treffen frueher oder spaeter auf Netzwerker. Netzwerker sind dummdreist und geldgierig, viel dazu noch groessenwahnsinnig. Sie kommen zum Netzwerk, weil sie sich ueber die bestehenden Netze geaergert haben, weil sie sich ueber lange Laufzeiten geaergert haben, weil sie sich ueber irrsinnige Routwege geaergert haben ...
Fairerweise sei dazu gesagt, dass die Grenzen zwischen den Gruppen mittlerweile fliessend geworden sind. Im Zerberus-Netz gibt es beispielsweise User, die mehr dreist als dumm sind, das sind die Terminals. Und es gibt ueberall in den Netzen Sysops, die mehr dumm sind als dreist, ja sogar etliche, die nur dumm sind. Eine hochinteressante Erscheinung in den vom Zeitgeist heimgesuchten Boxen ist das inzwischen -Dank entsprechender Beispiele innerhalb gewisser Clubsin Mode gekommene Ausgrenzspiel. Da streiten die User untereinander darueber, wer von ihnen nicht ins System passt, die Sysops streiten darueber, welche Bretter nicht in die Boxen passen und ueber die User, die Netzwerke streiten darueber, welche Boxen nicht in die Netzwerke passen, welche Netze nicht angeschlossen werden sollen und ueber Bretter und ueber User. Kaum haben die Netze begonnen, sich zu formen, werden sie durch dieses ewige Ausgrenzerei mit Laufmaschen versehen, was angesichts der wirren Strukturen toedlich sein muss. Woran liegt's ? Ein Grund, so merkwuerdig das auch angesichts der Gigabytes an Daten auf den Netzen scheint, ist mangelnde Information. Wobei deutlich darauf hingewiesen sei, dass falsche Information genauso mangelhaft ist, wie fehlende, ja, schlimmer als diese. Da werden von allen Seiten Erwartungen geweckt, die dann nicht oder nur unvollstaendig erfuellt werden. Jedes Jahr im Fruehjahr, also vor der entscheidenden Messe in Hannover, finden sich in den Fachzeitschriften sogenannte Schwerpunktbeitraege zum Thema Datenfernuebertragung, die von den Nicht-Usern gierig verschlungen werden, von den Usern mit einem Stirnrunzeln bedacht werden, von den Sysops mit einem Laecheln und von den Netzwerkern mit einem Kopfschuetteln. Natuerlich sollen diese Artikel, dafuer sind Fachzeitschriften ja da, in erster Linie den Kreis potentieller Kaeufer vergroessern. Dagegen ist nichts einzuwenden, Geschaeft ist Geschaeft. Nur darf man sich dann nicht wundern, geschweige denn aufregen, wenn die frischgebackenen User in Scharen ueber die Mailboxen herfallen und dort Bloedsinn verzapfen, weil sie noch nicht mit dem Medium umgehen koennen, oder weil sie veraergert sind, wenn ihre Erwartungen nicht erfuellt wurden. Diese Leute dann aus dem Kreis der User auszugrenzen, ist sicherlich der bequemste Weg. Unbequemer, aber sinnvoller, ist es, die User anhand einleuchtender Beispiele vorsichtig zu fuehren und ihnen eine Chance zum Begreifen zu geben. Begreifen kann man Computer und was damit zusammenhaengt aber nun einmal am Besten, wenn man das woertlich nimmt und begreift, Fehler zu machen, auch wenn dann Datenmuell entsteht, sinnlose Texte ueber die Netze schwirren oder Texte am falschen Ort landen. Ganz ohne diesen Muell geht es nicht, ja es muss sogar darauf geachtet werden, dass der Muell nicht ganz verschwindet, denn dann bliebe nur eine sterile Wueste der Seriositaet. Eine Mailbox, die in ihrem Kern gesund ist, verkraftet so etwas sehr gut. Womit wir bei den Mailboxen waeren. Das ist eine Medaille mit mindestens zwei Kehrseiten. Die meisten Sysops kommen zu ihrem Mailboxprogramm, wie Kuhscheisse aufs Dach: Keiner weiss so recht, wie und warum. Irgendwann wird der Entschluss gefasst, eine Mailbox zu eroeffnen und da man selber nicht programmieren kann, oder nicht weiss, wie man eine Mailbox programmiert, sucht man nach einem fertigen Programm. Damit ist man dann auf Gedeih und Verderb an die vorgelieferten Strukturen gebunden. Und diese sind erschreckend unklar. Da gibt es mindestens drei verschiedene Systeme, Aehnlich wie bei den Videorecordern, das eine arbeitet mit Zahlen, das andere mit Mnemonics, das dritte mit Klartextbefehlen. Eigentlich sollte man annehmen, dass dieses am einfachsten bedienbar waere, aber interessanterweise tun sich die User damit zumindest Anfangs am schwersten. Warum das so ist,
kann man ahnen, wenn man sieht, dass diese Gruppe Boxen sich frueher GeoNet-Kompatibel nannte, nach dem Beispiel der kommerziellen GeoNet-Systeme, bei denen das Befehlssystem abgeguckt war. Mittlerweile ist nur noch von Geo-Aehnlichkeit die Rede. Das liegt daran, dass jeder Mailboxautor seinen eigenen Dialekt hinzufuegt, aber dazu kommen wir spaeter. Der User kann sich also selbst innerhalb eines Typs von Mailboxprogramm nicht darauf verlassen, mit gleichen Eingaben gleiche Ergebnisse zu erzielen. Diese babylonische Verwirrung steigert sich spaeter auf der Netzebene noch dadurch, dass jedes Netz seine eigene Art der Empfaengeradressierung hat. Das geht dann bis zu einem Punkt, an dem klartextgesteuerten Boxen auf einmal Zahlenadresse a la BTX aufgezwungen werden. Und der User, der da verstaendlicherweise nicht mehr durchsteigt, wird als Dummuser abgekanzelt. Die Netze entstehen in den Wirrkoepfen. Fuer den Sysop ist es mit dem Kauf/der Beschaffung des Programms allerdings nicht getan. Auch wenn sich in letzter Zeit immer mehr die gegenteilige Ansicht durchsetzt: Eine Mailbox zu betreiben ist arbeitsintensiv. Man kann sie nicht einfach vorsichhinbrabbeln lassen, sondern muss sich um das System kuemmern. Bretter und User wollen betreut werden, wer das versaeumt, darf sich ueber ein Zuviel an Muell nicht beklagen. Aber es ist natuerlich einfacher, auf die User zu schimpfen, als etwas zu aendern. Auf diese Weise entstehen dann die Boxen, die von den anderen Systemen belaechelt und/oder beschimpft werden. Womit wir bei den Netzen waeren (keine Angst, die Mailboxautoren wurden nur aufgeschoben, nicht aufgehoben). Da gibt es Fido-, Magic-, Maus-, PC-, Zerberus-, BTX- und sonstige Netze. Nicht nur das jedes dieser Netze eine eigene Struktur fuer die Uebertragung der Nachrichten hat, nein, jedes Netz muss auch noch eine eigene Form der Adressierung haben. Um von einem Netz ins andere zu kommen, muessen muehsam die Formate gewandelt werden, Routen ausgerechnet und optimiert werden. Bei jedem Netzuebergang das gleiche Spiel und innerhalb der jeweiligen Netze wieder das Gleiche. Dazu kommen Animositaeten zwischen den einzelnen Netzen, sogar zwischen den einzelnen Boxen eines Netzes. Die einen sind zu links, die anderen zu rechts, die einen zu serioes, die anderen zu unserioes, wieder andere zu zu. Und jeder haelt seinen Weg fuer den richtigen und versucht, die anderen in diesem Sinne zu beeinflussen, wo das nicht klappt, wird halt gemeckert und geschimpft. Nur geaendert wird nichts. (Anm. der Redaktion: Geschichtlich gab es zwei Ansaetze der Vernetzung. Die Vernetzung von Mailboxen (Bsp: Zerberus oder MagicNet) und die schon bestehenden Netze wie UUCP die einfach fuer den Normalbenutzer attraktiv durch guenstige Unix-Anlagen und UUCP-Derivate fuer PC, ST und Amiga. Die letzteren verwenden innternational gueltige Adressierungsformen wie z.B. in der Domain- oder ISO-Domainn-Schreibweise, die Mailboxen verwenden das was in gerade in die Finger viel. Praktischerweis sollte die Mailboxnetze mit ihren insgesamt vielleicht 200 Maschinen sich an die Adressierung der "grossen" Netze mit ueber 100.000 Rechner anpassen. Verweiss auf BSMTP, RFC822, RFC987, etc). Dabei gibt es durchaus Leute, die zumindest an den technischen Gegebenheiten etwas aendern koennten (Jetzt kommen wir zu den Mailboxautoren). Doch daran scheint niemand ein Interesse zu haben. Wer ein neues Mailboxprogramm schreibt, oder ein vorhandenes neufasst, tut das auf eigene Faust, ohne sich um die vorhandenen Strukturen zu kuemmern. Nach mir die Bitflut. Wenn das Produkt halbwegs fertig ist, also die Absturzhaeufigkeit auf drei Ereignisse
pro Woche gesunken ist, wird das Produkt in Umlauf gebracht, koste es was es wolle. Die Sysops werden sich schon damit zusammenraufen, dass sie viel zu viel Zeit mit den technischen Problemen verbringen muessen, statt sich um die Betreuung der User und der Inhalte zu kuemmern, ist unwichtig. Noch schlimmer wird es bei den netzwerkfaehigen Programmen. Wenn das Programm noch neu ist und nur zwei oder drei andere Systeme am Entwicklungssystem des Autors haengen, ist die Welt noch in Ordnung. Sobald weitere Systeme dazukommen, faengt das Netz an, wild zu wuchern, niemand kuemmert sich darum. So entstehen dann solche kleinen Katastrophen wie im Z-Netz, in dem Nachrichten zwischen zwei Hamburger Boxen ueber Wuppertal und Moers geroutet werden, koste es, was es wolle. Es ist zwar eigentlich nicht der Stil dieser Zeitschrift (Der Kluengel, Anm. der Redaktion), Kritik auch konstruktiv zu fassen, trotzdem sei der Versuch gemacht, einige Vorschlaege zu machen, wie es denn besser zu machen waere. Dabei wird allerdings Unmoegliches von allen Betroffenen verlangt, was wiederum den Herausgeber zu einem befriedigten Grinsen veranlasst. Die Situtation koennte nachhaltig verbessert werden, wenn es mehr Leute gaebe, die Ahnung davon haben, wie ein Mailboxprogramm wirklich arbeitet. Krass gesagt, wer nicht selber programmieren kann, duerfte nicht Sysop werden. Zu diesem Thema hat ein bekannter notorischer Notpressereferent einmal behauptet, man muesse schliesslich auch nicht die Zusammensetzung der diversen Lackschichten eines Autos kennen, um es fahren zu koennen. Recht hat er, nur muss man halt erst mal das Autofahren selbst lernen, und ohne einige Grundkenntnisse der technischen Funktionen geht das nunmal nicht. Diese Forderung bedingt eine weitere: Die Unsitte, Mailboxprogramme nur als ausfuehrbares Programm auszuliefern, muss verschwinden. Der Quelltext gehoert dazu, schon aus dem einfach ersichtlichen Grund, dass es jedem Sysop moeglich sein sollte, alle Systemausgaben nach seinem Geschmack zu aendern, ohne muehsam mit dem Debugger im Programm herumzupatchen. Patchen ist immer eine Notloesung, die leicht ins Auge geht. An dieser Stelle wird gewoehnlich Gemurmel und Protest von Seiten der Programmierer laut, da ist von geistigem Eigentum die Rede, von Sicherheitsbedenken, von Marktverschmutzung. Unsinn. Die Forderungen lauten: Ein Mailboxprogramm, das so schlampig programmiert ist, dass man nicht einmal oeffentlich ueber vorhandene Fehler reden kann, ohne zu riskieren, dass kreative User reihenweise Boxen stillegen, darf nicht verbreitet werden (Zerberus zum Beispiel). DIe Autoren sollten sich auch entscheiden, was sie wollen: Entweder, sie schreiben ein allgemein zugaengliches Programm, um die offene Kommunikation zu foerdern, oder sie schreiben es, um damit reich zu werden (was noch keiner geschafft hat). Beides geht nicht, ausserdem sind die meisten Programme derart schlecht geschrieben, dass man sie ohnehin nicht guten Gewissens verkaufen koennte. Die naechste Forderung ist, dass man ein Mailboxprogramm nicht einfach weitergibt und den neuen Sysop damit alleine laesst und waere das Handbuch auch noch so gut. Sicher, am besten lernt man aus eigenen Fehlern, aber es ist nun wirklich unnaetig, dass jeder aufs Neue ueber den Fehler in Zeile 4711 stolpert. Betreuung der Neulinge ist also angesagt, wobei sich das natuerlich nicht nur auf die technische Seite beschraenken darf, auch die Kunst der Userbetreuung will gelernt sein. Dann ist es allerhoechste Zeit (es waere schon vor Jahren faellig gewesen), dass sich alle Mailboxautoren mal zusammensetzen und miteinander arbeiten, statt gegeneinander. Was derzeit fehlt, ist ein einheitliches Verfahren, Nachrichten auszutauschen. Es reicht halt nicht aus, mit dem X.400-Sticker von der CeBit rumzulaufen und darauf zu warten, dass etwas passiert. Dabei
koennen die Ziele durchaus niedriger gesteckt werden, als es die Postverwaltungen bei X.400 tun. (Anm. der Redaktion: Ob X.400 wirklich die Loesung des Problems ist, ist zweifelhaft, da der technische Aufwand gewaltig ist. "Gaengige" Verfahren sollten aber einfach auch mal in betracht gezogen werden und nicht mit dem Argument: "Wir machen alles, nur nicht nach vorhandenen Strukturen" abgetan werden) Es muessen ja im Wesentlichen nur zwei Dinge 'genormt' werden: Erstens eine Festlegung, welches Format die Netznachrichten und die jeweiligen Header haben muessen, zweitens muss ein Packverfahren entwickelt. angepasst oder uebernommen werden, das fuer alle Systeme (und alle Rechnertypen) identisch ist. Wobei man Wert auf Einfachheit legen sollte. Die Angaben Absender,Empfaenger, Absendebox, Empfaengerbox, Absendenetz, Empfaengernetz, Betreff, eventuell eine globale NachrichtenID, mehr ist fuer einen Header nicht noetig. Routwege, Weiterleitungsvermerke und der ganze restliche Bloedsinn, auf den ausser den Sysops eh niemand Wert legt, koennen genausogut weggelassen, oder in den Nachrichtentext gepackt werden. Das Packverfahren sollte ohne Muehe in allen gaengigen Programmiersprachen umgesetzt werden koennen, das benutzte Uebertragungsprotokoll sollte variabel sein, um sich besser an die Gegebenheiten verschiedener Netze anpassen zu koennen. Was die einzelnen Netze und spaeter die einzelnen Boxen dann mit diesen Daten anfangen, ist Sache des Netzes und der Boxen. Spaetestens dann, wenn so ein globales Nachrichtenformat realisiert ist, besser schon frueher, muessen sich dann alle Sysops zusammensetzen und eine Grundstruktur fuer das Netz errichten. Es reicht nicht aus, zu sagen, ich haenge meine Box an den Server XY, der ist fuer mich am billigsten, es ist auch zu pruefen, ob der Server YZ nicht geeigneter ist, weil dann die Netzstruktur klarer wird und andere Kosten sparen. Bislang arbeiten die Netze ja eher auf der Basis, dass die meisten Systeme ihre eigenen Kosten zu Lasten der Systeme optimieren, die -aus was fuer Gruenden auch immer- nicht so sehr auf die Mark sehen. Sicher wird man da Kompromisse eingehen muessen, aber zumindest sollte es sich vermeiden lassen, dass lokale System ueber den Fernbereich gehen muessen, um einander zu erreichen. Wobei - vorausgesetzt, das globale Datenformat ist vorhanden - es ja auch durchaus denkbar ist, dass eine Nachricht von Z-Netz nach Z-Netz ueber Fido laeuft, weil das fuer diesen speziellen Fall guenstiger ist. Das setzt natuerlich voraus, dass sich die Struktur der Netze grundlegend aendert, denn das Routen der Nachrichten kann nur noch von den Servern erledigt werden und als Gateways kommen auch nur noch Server in Frage. Alle anderen Systeme liefern stur und unbeteiligt ihre globalen Daten ab und pollen ihren eigenen Kram. Damit waere auch die finanzielle Seite wesentlich einfach durchschau- und regulierbarer. Nun nuetzt die ganze Technik, egal, wie sie funktioniert, ueberhaupt nichts, wenn es inhaltlich daneben geht. Das faengt bei den leidigen Diskussionen an, die innerhalb der Netze immer dann entstehen, wenn ein Brett eingerichtet oder aufgehoben werden soll. Die einen sind dafuer, dieses Brett zu errichten, andere wollen stattdessen noch zehn Unterbretter dazu, wieder andere halten das Brett sowieso fuer unnoetig. Und schon beginnen Diskussionen und Abstimmungen, die viel Zeit und Energie kosten, obwohl sie unnoetig sind. Mailboxen sind, auch wenn viele Sysops das anders sehen, in erster Linie fuer die User da. Also muessen die auch entscheiden, was sie lesen wollen. Das bedeutet: Es gibt keine ueberfluessigen Bretter, solange mindestens ein User sich dafuer interessiert. Das Konzept, dieses Problem in den Griff zu kriegen, koennte so aussehen, dass innerhalb des Netzes alle Bretter Unterbretter haben, deren Namen wie ueblich vereinbart werden. Systeme, deren User lieber alles in einem Brett haben wollen, pollen die Unterbretter und packen alles in ein
Brett, Systeme, die das Brett gar nicht haben wollen, pollen es halt nicht. Das bedeutet, nicht der Server muss wissen, was die Boxen kriegen, sondern die Boxen fordern beim Pollen des Servers die entsprechenden Bretter ab. So entsteht lediglich fuer den Server die Verpflichtung, alle Bretter und Unterbretter zu fuehren, alle anderen Systeme sind frei in der Auswahl. Natuerlich wirft das neue Probleme beim Senden von Texten auf, die aber loesbar sind. Beispielsweise fuer eine Box, die vern nftigerweise nur ein Schwerpunktbrett Computer hat (das bei anderen Boxen und beim Server als Verzeichnis mit Unterbrettern gefuehrt wird): Der User gibt SENDEN COMPUTER ein und die Box fragt nach dem Bereich: ST C64 MSDOS ? und kriegt so die Information, fuer welches Unterbrett das Ganze gedacht ist. Womit wir bei den Inhalten angelangt waeren. Zu Beginn der Mailboxentwicklung waren die Hauptthemen computerspezifisch. In juengerer Zeit finden allerdings auch andere Themen dankenswerterweise ihre Berechtigung. Es wird also Zeit, dass sich die Betreiber Gedanken darueber machen, wo ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen. Das liegt, wie schon gesagt, in erster Linie am Userinteresse. Hier gilt es, anhand einleuchtender Beispiele zu zeigen, dass Mailboxen eben nicht nur eine Quelle fuer Software und CB-Rauschen sind, sondern dass mehr passiert, und noch mehr passieren kann, wenn man nur will. So gibt es mittlerweile etliche Gruppen, die ihre Texte auch auf die Netze blasen, die Gruenen und Greenpeace seien als Beispiele genannt. Wenn man sich allerdings ansieht, was da alles kommt und wie es aufbereitet ist, fragt man sich, ob das so Sinn hat. Fast alle Texte dieser Gruppen sind lang (genau wie dieser Striemel hier, obwohl nicht von solchen Gruppen verfasst), so lang, dass meist die Konzentration fehlt, sie aufmerksam zu lesen. Gut, das ist ohnehin eine Eigenart dieser Gruppen, die in ihrem missionarischen Eifer fast immer zuviel des Guten tun. Verstaerkt wird dieser negative Effekt aber noch durch die medientypischen Eigenschaften der Box, die ueberlange Texte eigentlich nicht vertraegt. Die oft geuebte Methode, die Texte erst auszudrucken, und dann zu lesen, hilft auch nicht weiter, denn dann koennte man sich ja gleich die Pressemitteilungen schicken lassen. Ausserdem wird diese Methode angesichts der Informationsmengen in den Netzen schnell laestig, Texte, die man am Bildschirm innerhalb einer halben Stunde liest, brauchen nunmal noch laenger auf dem Drucker. Hier muss sich also noch viel tun, es muss fuer das Medium Mailbox eine geeignete Methode gefunden werden, Informationen artgerecht aufzubereiten. Das wird sich aber erst allmaehlich entwickeln koennen und haengt wesentlich von der Bereitschaft aller Beteiligten ab, etwas (gemeinsam) zu tun. Quelle: Kluengel Ausgabe 0, Autor: Wie immer: Eine gute Frage -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [06] Der alte Mann und das -MEHR ?-
[Chalisti] [06] Der Internet Relay Chat
Der Internet Relay Chat Das Internet ist das weltgroeszte Computernetz. Man findet darauf ca. 120000 Rechner, die zum groeszten Teil ueber Standleitungen miteinander verbunden sind. Speziell fuer dieses Netz wurde eine Software geschrieben, die ein verteiltes Chatsystem realisiert, den Internet Relay Chat. (Anm. der Redaktion: die Relays wie z.B. RELAY@DEARN auf dem EARN/Bitnet funktionieren praktisch genauso) Wie verwendet man IRC ? ----------------------Der IRC besteht aus zwei Teilen, dem Benutzerinterface irc und dem Steuerprogramm im Hintergrund, ircd. Der User ruft das Programm irc auf. Dies ist eine terminalorientierte Benutzeroberflaeche, die ungefaehr so aussieht wie der emacs, d.h. mit einer Kommandozeile als unterste Zeile im Fenster und einer Statuszeile direkt darueber. In der Kommandozeile koennen Kommandos eingegeben werden, die mit einem definierten Zeichen beginnen (default "/") oder es kann auch nur einfach Text eingegeben werden. Dieser Text wird in dem Fall ausgesendet. Der irc verwendet wie die meisten Chat-Systeme Kanaele, d.h. man redet zu jeder Zeit nur mit den Usern auf einem Kanal, nicht mit allen, die den IRC gerade nutzen. Man wechselt mit dem Befehl /chan auf einen Kanal. Kanalnummern von -2^32-1 bis +2^32 sind moeglich, es gibt aber Unterschiede in der Funktion der Kanaele. - Auf Kanal 0 ist jeder Teilnehmer nach Start des Programms. Er kann dort aber nur private Gespraeche mit anderen Teilnehmern fuehren, nicht aber in den Kanal 0 reinschreiben. - Kanaele 1-9 sind oeffentliche Kanaele, die Anzahl der User auf diesen ist unbeschraenkt. - Kanaele 10-999 sind auch oeffentlich, aber es koennen sich maximal 10 Leute auf diese Kanaelen einschalten. - Kanaele 1000-2^32 sind privat (secret), d.h. die Teilnehmer auf diesen Kanaelen koennen (wie bei denen auf den von 1-999) durch den Befehl /who angezeigt werden, doch die Nummer des Kanals, auf dem sich der Teilnehmer befindet, wird nicht angezeigt. - Alle Teilnehmer auf negativen Kanaelen werden nicht angezeigt (hidden). Wenn allerdings der /who-Befehl angewandt wird, wenn man sich in einem privaten Kanal aufhaelt, dann sieht man natuerlich alle Teilnehmer auf diesem Kanal. Damit kanns eigentlich schon losgehen. Denn wo was abgeht, sieht man ja
an der Anzahl der Leute in den verschiedenen Kanaelen durch den /whoBefehl. Wenn man es allerdings uebersichtlicher haben moechte, gibt es den /list-Befehl, der die derzeitigen Kanaele anzeigt. Dabei erscheint dann auch das Thema (Topic) der Kanaele. Die Themen koennen von jedem, der sich auf dem Kanal aufhaelt, gesetzt werden. Fuer das Training on the Job empfiehlt sich das /help-Kommando. Es erscheint eine Liste von moeglichen Kommandos. Deren Funktion bekommt man meist schon durch Probieren raus. Wem das nicht hilft, der verwende /help . Wie kommt man an IRC ran ? -------------------------Das ist meist ein nicht zu unterschaetzendes Problem. Vorhanden sein sollte ein Rechner, der die TCP/IP-Protokolle berherrscht (kann fast jeder Unix-Rechner). Des weiteren sollte der mit dem weltweiten Internet verbunden sein (Internet verbindet ca. 120.000 Rechnern weltweit). Solche Moeglichkeiten findet man an den Universitaeten Baden-WuerttemBergs und anderer Bundeslaender wie Bayern und NRW. Dann sollte man sich den Programmcode des IRC von einem der ano-ftp-server wie der sun1.ruf.uni-freiburg.de (132.230.1.1) oder fauni45.informatik.uni-erlangen.de (131.188.1.45) abholen und auf seinem Rechner auspacken. Jetzt ist man immerhin soweit, sich die OrginalDokumentation zum IRC durchlesen zu koennen, meist recht sinnvoll... In den meisten Faelle wird man darauf verzichten, einen IRC-Server den weltweit ca. 100 Servern hinzuzufuegen sondern wird sich umschauen, wo man sich denn mit einem Client dranhaengen kann. Denn fuer die Einrichtung eines Servers benoetigt man root-Privilegien und die sind, wenn auch einfach zu bekommen, meist nur schwer zu erhalten. Nur in den seltenen Faellen, dasz der Verwalter eines Rechners diesen Service unterstuetzt oder man selber der Verwalter des Systems ist und weit und breit kein anderer Server zur Verfuegung steht, lohnt sich der administrative Aufwand. Einen IRC-Client allerdings kann man auch ohne jedes Privileg verwenden und erstellen, WENN, ja wenn ein freundlicher Server bereit ist, Verbindungsanfragen positiv zu bescheiden. In der BRDigung empfiehlt sich dazu noc.belwue.de (129.143.2.1) oder jener des Leipniz-Rechenzentrums Munich. Die Uni Erlangen ermoeglicht meines Wissens ebenfalls den Zugang an den IRC, wobei ich deren Adresse grad leider nicht weisz. Was geht auf dem IRC ab und was kann abgehen ? ---------------------------------------------Der IRC wurde von einem Finnen programmiert, so dasz man sich nicht wundern sollte, dasz auf dem IRC folglich die ueberwiegende Mehrzahl Finnen sind. Dies haengt natuerlich auch mit dem Netzzugang zum amerikanischen Internet zusammen (die Finnen haben 64 KBit) und mit, was Wunder bei einem weltweiten System, dem Stand der Sonne.
Mittags sind kaum Amerikaner auf dem IRC zu finden, die liegen da naemlich in den Federn. Und dafuer ists frueh morgens ganz schoen geschaeftig auf dem IRC, denn dann ists in USA spaet abends und viele kucken noch mal schnell rein. Die Japaner sind dann mitten im Tagesgeschaeft. Bisher habe ich auf dem IRC folgende Laender gefunden: USA, Finnland, Norwegen, Schweden, BRD, Daenemark, GB, Japan, Australien, Niederlande, Kanada Bald sollen erste IRC-Systeme in Frankreich erscheinen. Die Anzahl der Nutzer schwankt von einem bis 80. Der Fall mit einem User tritt auf, wenn Dein Server den Kontakt zu den anderen verloren hat. Achtzig Leute auf dem IRC ist dann schon recht viel. Meist ist die Anzahl der Server deutlich groeszer als die Anzahl der User... Allerdings ist das ganze System zeitweise recht instabil. So kann es vorkommen, dasz man gerade mal zu dritt ist und alle paar Sekunden tauchen weitere 30 user auf und wieder ab, weil die Verbindung so instabil ist. Man sucht sich dann den Kanal raus, dessen Topic am vielversprechendsten klingt oder in dem am meisten Leute drin sind. Nach einer Weile kennt man die Leute schon und weisz, wo etwas interessantes abgehen koennte. Der IRC ist halt wie jede Szene, ob tchh, qsd, qom oder eben IRC. Wenn einen die Leute kennen, gibts immer was zu quatschen, andererseits fuehlt man sich ausgeschlossen, wenn man nicht so schnell kapiert, wie der Hase laeuft. Viele Teilnehmer lassen auf ihrem Workstation-Fenster-Feuerwerk den IRC einfach so mitlaufen, man kann sie ja mit einem ctrl-g (Bell) kurz aufwecken... Also braucht man sich nicht wundern, dasz ab und an zwar zwanzig Leute anwesend sind, aber auf keinem Kanal was passiert. Im Groszen und Ganzen wird der IRC wohl mittelfristig den Bitnet Relay Chat abloesen. Leider wird der IRC zwar von vielen Leuten frequentiert, doch eine ernsthafte Anwendung existiert natuerlich noch nicht. Wie auch, wenn die meisten Server nur durch undurchsichtige Arrangements mit den Systembetreibern zustande kamen und die Rechenzentrumsleiter die Axt zuecken wurden, wenn sie dies Treiben mitbekommen wuerden. Was mir als Anwendung fuer diese Art von "Netzfunk" vorschwebt, waeren z.B. Kanaele mit speziellem Publikum oder Programm: - Auf einem festen Kanal im negativen Kanal findet man z.B. alle Benutzerberater der diversen Rechenzentren. Benoetigt jemand einen Tip, so ruft er IRC auf, wechselt auf diesen Kanal und kann losfragen. - Auf einem anderen Kanal koennte eine bestimmte Sprache verwendet werden, so dasz man praktisch dort englisch, schwedisch oder auch deutsch lernen koennte. - Ein Kanal kann speziell zu Anfragen bezueglich Software-Archiven dienen. - Fuer interne Systeme kann man das IRC so verwenden, dasz alle Daten ueber andere TCP/IP-Services gehen (Default: 6667). - Da der IRC in Source-Code vorliegt, kann man z.B. moderierte Kanaele
oder verschluesselte Kanaele einbauen. - Aktienhandel (Wahrscheinlich unmoeglich, da auf IRC nicht HAL draufsteht). - Nachrichtenfunk Wie funktioniert IRC ? ---------------------Das Funktionsprinzip des IRC wird im File Comms der IRC V2.2 PL1 Distribution erklaert. Ich fasse das hier mal eben zusammen. (Zeichnung aus dem File NETWORKING). Auf allen Server-Rechnern laeuft im Hintergrund das Programm ircd, welches mittels der Konfigurationsdatei so aufgesetzt wurde, dasz jeder ircd mit bestimmten anderen Servern Kontakt haelt, wobei einige auch als Sicherungslinks verwendet werden, falls einer der Links ausfaellt. Diese Daemons und ihre Rechner bilden im Internet einen aufgespannten Baum mit moeglichst kurzen Laufzeiten. Denn da das IRC die Resourcen des Internet verwendet, wird es vom deren Verwaltern wohl untersagt, wenn es zuviele Resourcen braucht: FINLAND \ JVNCNET-BU----MIT \ \ \
SURANET / ODU /
\ / NWU | | / | / \ | / \ | / \ | / \|/ BARRNET--AMES-----------OSU---RPI-NYSERNET-------BELWUE ORST/ \-CANADA Die ircd verweigern den Kontakt zu anderen Servern, die sie nicht kennen. Genauso verweigert ein Server den Kontakt zu Clients, wenn der nicht bestimmte Einschraenkungen bezueglich des Hostname etc. einhaelt. So kann ein Server allen Clients in einer bestimmten Subdomain offen sein, andere aber ausschlieszen. Die ircd unterhalten sich ueber TCP-Verbindungen mit Hilfe von gewissen Code-Woertern, aehnlich wie z.B. SMTP oder NNTP. Sie erlauben es auch Usern, sich mittels eines Nickname/PasswortPaares zu identifizieren und gewisse Verwaltungsaufgaben zu uebernehmen, z.B. Starten des Servers, Stoppen oder Entfernen von Teilnehmern, die sich unbotmaeszig verhalten. Die ircd tauschen laufend Informationen aus ueber neue Messages der User aneinander und ueber neue Kanaele, Topics und Server.
[email protected] -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [06] Der Internet Relay Chat
[Chalisti] [06] ! K u r z m e l d u n g e n !
!Kurzmeldungen! ----------------------------1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1 Computer Virus Handbook Soebenn habe ich mir das 'Computer Virus Handbook' von Harold Highland, (in englischer Sprache) herausgegeben von Elsevier Advanced Technology, Mayfield House, 256 Banbury Road, Oxford OX2 7DH, United Kingdom besorgt. Es umfasst etwa 370 Seiten bei einer Groesse von (8 1/2 x 11) ca DIN A4 [??] in Hardcover-bindung; ISBN 0-946395-46-2. Es glaenzt mit einem Vorwort von Bill Caelli, Direktor des Information Security Research Centers an der Queensland University of Technology, Brisbane, Queensland, Australien, und zehn weiteren Kapiteln: 1. Basisdefinitionen und andere Grundlagen 2. Die Anwendung der Epidemiologie auf Computerviren (von William H. Murray) 3. Eine Geschichte der Computerviren Einfuehrung Die Beruehmten Drei (Brain, Lehigh, Israeli) Ein weiteres Trio (Alameda, Ping Pong, Marijuana) Drei besondere Viren (Macro, Vienna, Batch) Andere bekannte und dokumentierte Viren (Datacrime, Icelandic, Autumn Leaves, Fu Manchu, Traceback und weitere) 4. Berichte von Virusjaegern U. [Uni ?] of Delaware und der Pakistani Computer Virus (von Anne E. Webster) Lehigh Virus (von Ken van Wyk) Israel PC Virus (von Yisrael Radai) 5. Bewertungsprotokoll und Untersuchungsmethoden [Evaluation Protocol and Test Methodology] Virentestzentren, Auswertungsplaetze, Antiviruserzeugnisse [Virus Test Centers, Evaluation Sites, Anti-virus products] ... 6. Bericht eines Anti-Virus Produkt Testes (von Jon David) 7. Produktbewertungen (enthaelt Berichte ueber Antidote, Data Physician, Disk Defender, Disk Watcher, Dr. Panda Utilities, Flu Shot +, Immunize, Mace Vaccine, Ntivirus, Softsafe, Vaccinate, Vaccine (Certus), Vaccine (Sophos Ltd.), Vaccine (Worldwide Software), VirAlarm 2000 PC, Virus-Free, Virusafe, Vir-X, V*Screen, XFICheck)
(Die Adressen der Hersteller befinden sich im Anhang des Buches) 8. Viren - Konsequenzen fuer das Management (von Harry B. de Maio) 9. Handlungsweisen zur Reduzierung der Gefahr durch Computerviren 10. Konzeptionelle Grundlagen der Computerviren beinhaltet fuenf wiederaufgelegte Dokumentationen ( ? papers) von Computers & Security Ein Teil des Materials ist bereits in Computers & Security ( der von Elsevier herausgegebenen Zeitschrift ) erschienen, aber ein guter Schwung ist neu. Speziell interessant sind die Testergebnisse der Antivirus= produktionen. Quelle:
Uebersetzung:
comp.virus (UUCP) Lance J. Hoffman The George Washington University Michael Schwuchow <michel@aragorn>
2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2 Japaner zeigen neues Expertensystem in den USA Tokio (gmd/mik) - Das japanische Handelsministerium hat sich bereit erklaert, den Prototypen eines japanischen Expertensystems in den USA vorzustellen und gemeinsam mit den Amerikanern Technologien im Anwendungsbereich zu entwickeln. Waehrend des zweiten japanisch-amerikanischen Symposiums ueber "Kuenstliche Intelligenz", das vom 11. bis 13. Oktober 1989 in Illinois/USA stattfinden wird, wollen die Japaner diesen Computer amerikanischen Forschern vorfuehren. Die amerikanische Seite hat bereits vorgeschlagen, beide Laender sollten den Computer im Rahmen der genetischen Forschung einsetzen. Das sogenannte "Multi PSI System" ist eine PrototypEntwicklung in Japan, die als nationales Projekt angelegt wurde. Die Entwicklungskosten der letzen sieben Jahre belaufen sich nach japanischen Angaben auf rund 400 Millionen Mark. Das System verbindet 64 sogenannte "PSI"-Maschinen, von denen jede eine Arbeitsgeschwindigkeit von 145.000 Inferenz-Operationen pro Sekunde aufweist (inference = Schlussfolgerung). Kernpunkt ist dabei eine neuartige Form der Datenverarbeitung, bei der nicht auf verknuepfbare Datensaetze zurueckgegriffen wird, wie etwa bei einer Datenbank. Expertensysteme basieren auf Wissensaussagen, die zu zu komplexen Ketten verknuepft und durch ein formales Schlussfolgerungssystem gesteuert werden. Letztlich basiert dieses Schlussfolgerungsystem auf schlichten Wenn-Dann-Formeln, die auch mit Wahrscheinlichkeitsaussagen verbunden werden koennen. Ziel dieser Entwicklungen ist, auch unerfahrenen Personen die Moeglichkeit zu geben, Expertenwissen anzuwenden. Das Verfahren hat den Nachteil, dass nur einfache Wenn-DannBeziehungen eingegeben werden koennen. Hat eine Wissensaussage nicht diesen einfachen Wenn-Dann-Charakter, kann keine
maschinell sichere Schlussfolgerungskette abgewickelt werden. Dieses Manko will man durch Systemschnelligkeit ausgleichen, so dass die Maschine mehrere moegliche Schlussfolgerungsketten durchlaufen und vergleichen kann. Dieses kann ein menschlicher Experte nicht leisten. Seine Entscheidungen basieren deshalb meist auf Berufserfahrung und Intuition. Bei 64 angeschlossenen PSI-Maschinen mit jeweils 145.000 Schlussfolgerungsoperationen pro Sekunde kann der japanische Prototyp rein rechnerisch rund 9,2 Millionen Schlussfolgerungen pro Sekunde ablaufen lassen. Die Japaner habe bereits eine Verbesserung des Prototypen bis 1990 angekuendigt. Die Maschine soll dann um den Faktor zehn schneller sein. Gleichzeitig bereitet das japanische Handelsministerium ein Nachfolgeprojekt vor, das die Entwicklung sogenannter Neurocomputern zum Ziel hat. Grundlage dafuer sind Erkenntnisse der biologischen Nachrichtenverarbeitung, die technisch nachgebildet werden soll. Quelle: emp: E-Mail-Press/MIK-Magazin 3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3 Dokumentation ueber Karl Die Freunde von Karl Koch haben eine Dokumentation ueber das Leben und den Tod von Karl Koch erstellt. Diese ist fuer den Preis von 5 DM bzw. 5 Stueck fuer 20 DM bei Freke Over, Boettcherstr.4, 3000 Hannover 21 erhaeltlich. Der Inhalt besteht aus Pressemeldungen, den Grabreden, Texte von Karl selber (z.B. sein Lebenslauf), Daten zum Prozess, sowie Meinungen und Kommentare div. Menschen die Karl kannten. -----------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [06] ! K u r z m e l d u n g e n !
[Chalisti] [06] IMPRESSUM
IMPRESSUM --------"Die gesamte Menschheit bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit des globalen Dorfes zu vollenden." Herausgeber: Chaos Computer Club e.V./Redaktion Chalisti Erscheinungsdatum:
6. April 1990
V.i.S.d.P. : F.Simon Redaktion:
Volker Eggeling, Frank Simon
Mitwirkende an dieser Ausgabe: Juergen Wieckmann, Michael Schwuchow, Marcus Humburg Pi, Dirk Rode, u.a. Redaktionen: Chalisti,
c/o Frank Simon, Strackerjanstr. 29 2900 Oldenburg, Tel. 0441/73854 Datenschleuder, Lachswehrallee 31, 2400 Luebeck, Tel. 0451/865571 MIK-Magazin, c/o J. Wieckmann, Barmbeker Str.22, 2000 HH 60, Tel. 040/275186
Verbreitung: Zerberus UUCP(dnet) UUCP(sub) EARN/CREN GeoNet FidoNet MagicNet
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Adressen:
: 151133@DOLUNI1 : eggeling@uniol (eunet) terra@olis (subnet) : chalisti-redaktion@mafia : mbk1: chaos-team : Volkmar Wieners on 2:241/2.1205 : trendbox:gec : HENNE;SML
EARN/CREN UUCP Zerberus GeoNet FidoNet MagicNet AmNET II
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[Chalisti] [06] IMPRESSUM
[Chalisti] [07] Inhaltsverzeichnis
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Ausgabe 7 - (22. Mai 1990)
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... und sie lebt doch, wenn auch spaet ! Die Chip Generation Geldautomaten und Magnetkartenverschlueselungstechniken Mein niedliches Protokoll MNP DDR-Koalitionsvereinbarung zum Thema Bildung und Wissenschaft Vernetzung in der DDR UNIX an der TUK/IF Kommunikationsnetze - Ein neues Medium und die Folgen Neues aus den USA Neues aus Japan Die Freiheit der Wissenschaft kann nicht grenzenlos sein ! K u r z m e l d u n g e n ! IMPRESSUM
Erlaeuterungen:
DS RC MK WJ NE FA
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Datenschleuder Redaktion Chalisti Mik-Magazin DFN-Projekt Wissenschaftsjournalisten Uebernommen aus einem Netzwerk Freier Artikel (Autorenangabe am Anfang oder Ende des Artikels)
Die Artikelkennung (GDS1,GMK2,etc) dient zum suchen der Artikel mit Editoren und Textverarbeitungssystemen. Mit der Marke 'NEXT' kann gleich zum naechsten Artikel gesprungen werden. ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07] Inhaltsverzeichnis
[Chalisti] [07] ... und sie lebt doch, wenn auch spaet !
... und sie lebt doch, wenn auch spaet ! Da ist sie nun, die 7. Ausgabe der Chalisti. Ehrlich gesagt, als Frank mich ansprach, ob ich bei so einem Projekt wie der Chalisti mitmachen wuerde, haette ich nicht gedacht, dass einen solchen, selbst mit Bescheidenheit gesagt, guten Anklang finden wird. Und dies, trotz Schwierigkeiten, die ich am Anfang ueberhaupt nicht gesehen hatte. Ich dachte, dass Hauptproblem wuerde sein ueberhaupt potentielle Leser (also Euch *grins*) zu finden. Auch hatte ich erheblich mehr technischen bzw. organisatorischen Probleme erwartet. Aber widererwarten waren dies die kleinsten Uebel (wenn ueberhaupt..), die es zu bewaeltigen galt. Die Chalisti wird auf mehr als 7 Netzen verteilt, ist sogar in dem Komerziellen Geo-Net erhaeltlich, wie die Leser fuer jeden Abruf auch noch etwas zahlen muessen. Wenn man dann sieht, dass immerhin die Haelfte der dortigen Leserschaft/User/Benutzer die Chalisti haben wollen und man andererseits sieht, wie unprofessionell wir fuer die Chalisti letztendlich doch arbeiten, beschleicht einen schon ein komisches Gefuehl. Aber stolz bin ich trotz oder gerade deswegen auch ein bischen auf uns. Obwohl ich auch in so mancher Hinsicht ziemlich unzufrieden bin. Da sind z.B. die einen, die sich bereiterklaeren, etwas fuer die Chalisti zu schreiben, uebersetzen, u.ae. (ja, ja, all die zwangsverpflichteten Freiwilligen, was Frank :-)), bei denen ich mich wirklich unheimlich bedanken muss, ohne Euch wuerde ich jetzt hier nicht sitzen und ein Editorial schreiben muessen (mach ich aber gerne..). Andererseits gibt es auch diejenigen, die nur Texte von Kongressen zusammenstellen und zu mailen brauchen. Wie kuerzlich bei den Texten vom KoKon '90 geschehen. Da wird alle paar Wochen versprochen, ja ich schicke sie euch sofort und man verlaesst sich darauf. Dann passiert erstmal nix. Nachdem vierten Mal wird man dann langsam aber sicher etwas genervt und die Aktualitaet geht dabei auch etwas floeten. Wenn alle so handeln wuerden, saessen wir mit unserer Chalisti ganz schoen auf dem Trockenen. Aber, Gott sei dank (was kann denn der dafuer,..:-)) ist ein Grossteil der Leute zuverlaessiger, bzw. sagen gleich bescheid, "ich schaffe dass nicht, rechnet nicht damit", dass ist dann ja ok. Achja, bevor ich es vergesse, hier natuerlich wieder der obligatorische Aufruf an unsere potentiellen Autoren, meldet euch, schreibt was. Ihr seid in internationaler Gesellschaft, wir haben dieses Mal u.a. Artikel aus Kanada und auch welche aus dem (noch) 2.Teil (oder ist es der erste ?) Deutschlands. Die naechste Chalisti erscheint in 6-8 Wochen, da auch wir mit einem Sommerloch rechnen muessen. Tschuess und viel Spass, bis zur Chalisti 8, Fly. ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07] ... und sie lebt doch, wenn auch spaet !
[Chalisti] [07] Die Chip Generation
Die Chip Generation Was ist Chip-Generation ? Chip-Generation ist ein nichtkommerzielles Jugendmagazin und hat einen Club, mit derzeit 64 Mitglieder. Die Mitglieder brauchen keinen Mitgliedsbeitrag zahlen. CGC ist ein nichteingetragener Verein. Das Koelner Jugendmagazin hatte schon vor einem Jahr zusammen mit Jusos in der SPD den internationalen Computer Club (ICC) gegruendet. Dieser Club hatte zuletzt 76 Mitglieder, davon nur 10 JUSOS und zwei Italiener. Wir stellten den Vorsitzenden vom 4-koepfigen geschaeftfuehrenden Vorstand des ICC. Da die Jusos den Club eingetragen hatten, um oeffentliche Gelder zu bekommen sowie einen arbeitslosen Juso eine ABM-Stelle zu vermitteln, sind alle auslaendischen Mitglieder aus dem ICC zurueckgetreten. Uns blieb ca. 3.500 DM Ausgaben und die ganze Arbeit, die wie in die Organisation dieses Vereins steckten. Dann wurde der CHIP-GENERATION-CLUB gegruendet. Diesmal wurde aber mit JUSOS und aehnlichen politischen Organisationen sehr vorsichtig umgegangen. Unser gestoertes Verhaeltnis zu den alternativen sowie linken Deutschen ist dadurch bekraeftigt, als die ZERBERUS-LEUTE weigerten uns sog. Sozial-Key zu geben. Das haette bedeutet, das ChipGeneration den normalen Preis von 350 DM haette zahlen muessen. Was sind die Gruende fuer den CGC ? Die jungen Deutsch-Tuerken waren sich in der Gruendungsversammlung am 17. September 1988 darueber einig, dass sie weder in der Tuerkei noch in Deutschland als Menschen aus der Strasse akzeptiert werden (Siehe hierzu das Interview mit dem Mann aus der Strasse CHIP-GENERATION 1/89) Auch diese Menschen, die die meochte gerne Intellektueller zum Teil auch als "Otto-Normal-Verbraucher" bezeichnen, hatten etwas besonderes an sich, was wir nicht haben. Der Grund dieser unterschiedlicher Behandlung sollte nach einer Mindermeinung in unserer Leserschaft (z.B.:aus Berlin oder so..) darin liegen, dass wir eben kein gutes Deutsch sprechen und schreiben koennen, als die sie sich als Deutsche angeben. Diese Mindermeinung hat sich dann aber als falsch erwiesen. Denn es war ja jedem einleuchtend, dass auch ein sog. Gastarbeiter sich in Deutsch besser verstaendigen kann, als ein Aussiedler, dessen Grossonkel mutterlicherseits Deutsch gewesen ist. Auch die unsere aeusserliche Merkmale (gemeint ist hiermit nicht das Muttermal am rechten Kinn, sondern schwarze Koepfe, schwarze Augen)
koennen fuer die Nichtanerkennung als Menschen aus den normalen Klassen den Grund darstellen, da auch die Deutschen aus Bayern so aussehen, wie wir, obwohl auch diese nicht gerne "Teds" sein wollen (AntituerkenTest, Frage Nr.6). Da die Kinder von Arbeitsmigranten weder normale Tuerken aus Vorderasien noch Deutsche im Mittel-europa sind, nannten sie sich als "Die Generation von Chips", die CHIP-GENERATION. Zu dem haben die Chips keine Nationalitaet, damit sie sagen koennten: "Du dreckiger Auslaender oder oder Alamanci" (vgl. hierzu auch RAN Ausgabe Nr.11/89 oder ZDF-Sendung ueber die CHIP-GENERATION in der Sendung "Nachbarn in Europa" Anfang Maerz 1990). Diese Benennung von Migrantenkinder als Chip-Generation soll aber nicht vorbehaltslos gelten. In jener Zeit, wo die "kuenstliche Intelligenz" soweit fortentwickelt ist und die Chips anfangen wuerden, uns wegen unserer Nationalitaet als Deutsch-Tuerke zu bevormunden, sollte eine Umbenennung stattfinden. Bis dahin heissen wir Chip-Generaltion. Der am 25.10.1989 gegruendete Chip-Generatlion-Club ist der Club von Chip-Generation, der sich fuer den Ensatz von Informationstechnologie unter den schwachen Bevoelkerungsgruppen und gegen die nationalistische Beeinflussung von CHIPS einsetzt. Mitglied beim Chip-Generation-Club werden oder schreiben bei ChipGeneration kann jeder, der sich wegen seiner Nationalitaet nicht als besonderes einschaetzt und sich von jeglicher Arbeit in einer Partei distanziert. Am 9. April 1990 uebernahm der Landesministerpraesident von NRW Johannes Rau die Schirmherrschaft vom Chip-Generation-Club. In einen Brief lobte er das Engagement des CGC`s, Menschen unterschiedlicher Herkunft einandern naeher zu bringen. Ministerpraesident Rau hielt es ebenfalls fuer wichtig, vor den Gefahren der Kriegscomputerspiele aufmerksam zu machen. Was macht Chip-Generation ? In verschiedenen Brettern im GeoNet, MausNet und FidoNet werden regelmaessig Nachrichten zu Themen der Chip-Generation verbreitet. Informationen ueber aktuelle technische Neuerungen, aber auch Auslaendergesetze und gesellschagtspolitische Probleme sind dort abrufbar. Chip-Generation engagiert sich aber auch in der praktischen Politk. Beispielsweise hat die Jugendliste der CG im Bezirk Kalk bei den Wahlen zum Auslaenderbeirat der Stadt Koeln 17 % der Stimmen errungen. CG hat aber auch Vorschlaege zur Aenderung des Auslaendergesetzes gemacht und diese an die zustaendige Kommision des Bundestages geleitet, wo dieser demnaechst verhandelt werden sollen.
Chip-Generation-Club ist zugleich SYSOP von MAUSNET in Koeln und wird demnaechst das erste tuerk. Mailbox in Istanbul gruenden. Die Mailbox wird auf einen 386er laufen und ans MausNet und ans FidoNet angeschlossen sein. Weiterhin veranstaltet CGC Seminare fuer die Aufklaerung ueber rassistische, voelkerverhetzende Computerspiele. Kontaktadresse: Chip-Generation, Robertstr. 5-7, D-5000 Koeln 91 Tel.: 0221/ 87 60 70 ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07] Die Chip Generation
[Chalisti] [07]
Geldautomaten und Magnetkartenverschlueselungstechniken
Geldautomaten und Magnetkartenverschlueselungstechniken Den folgenden Artikel habe ich als Information fuer diejenigen, die sich fuer die aktuelle Technik der Codierung der Magnetkarten fuer Geldautomaten interessieren, geschrieben. Wenn Sie weitergehendes Interesse an diesem Thema haben, wenden Sie sich ruhig an mich, denn ich bin gerne bereit, noch weitere Artikel ueber Chiffrier-/Verschluesselungstechniken, persoenliche Identitaetsnummern (PID) etc. zu verfassen. Magnet(streifen)karten ---------------------Magnet(streifen)karten sind heutzutage zu einem Gebrauchsgegenstand geworden. Zunehmend werden diese Karten auch als Identifikationsnachweis in Geldautomaten (automated teller machines, ATM) verwendet. Internationale Standardisierungsorganisationen haben sowohl die Groesse der Karte und des Magnetstreifens als auch die Masze der Tracks und die Datenformate festgelegt. Das folgende Bild zeigt die genormten Masse der Karte und des Magnetstreifens selber: /-------------------------------------------\ | | |-------------------------------------------| | Magnetstreifen | |-------------------------------------------| | | | | | |--------------------| | | | gepraegte | | | | Information | | | ---------------------| \-------------------------------------------/
----/ \ | | | | 54.00 mm | | | \ / -----
Dicke: 0.076 mm (Anm.d.Ueb.: staun!)
|<------------------85.7 mm---------------->| min 8.48mm /max 8.97mm ----------------------min 8.46 mm /max 8.97 mm | min 11.76mm /max 12.27 ---------------------------------------| --------------------| | | min 12.01mm max 5.66 mm | | | --------------------------------------------| | | | max 12.52mm | | | | | ----------------------------------|------|-----|-----|-----|--------
neahere parallele Kante
/|\ /|\ /|\ /|\ /|\ /|\ | | | | | | _________________________________|______|___ | | | |min 15.32mm / ...............\|/... | | | | |-----------\ MagnetTrack 1 | | | | |max 15.82mm / Streifen ........................\|/... | | | | \ Bereich | | | | / ............................\|/... | | | \ Track 2 | | | / ...................................\|/... | | \ | | / .........................................\|/ | \ Track 3 | / ................................................\|/ -----------------------------------------------------------(Anm.d.Uebersetzers: mich wundert, dass Track eins und zwei so dicht beeinanderliegen duerfen, Track zwei und drei jedoch nicht.) Normalerweise wird die Magnet(streifen)karte zusammen mit einem Art Passwort verwendet, der persoenlichen Identifikationsnummer (PIN). Wenn ein Benutzer seine PIN-Nummer nicht sichert, ist sein Konto moeglicherweise fuer einen Angriff offen. So ist beispielsweise auf vielen Karten der Name des Benutzers eingepraegt oder aufgeschrieben. Eine fremde Person kann so mit Leichtigkeit die Identitaet einer gestohlenen Karte bestimmen. Die Person ruft dann den Benutzer an und gibt vor, seine Bank zu sein. Sie bittet um die PIN-Nummer, "UM IHRE KARTE WIEDER IN UNSER SYSTEM EINFUEGEN ZU KOENNEN"! Der ahnungslose Benutzer gibt daraufhin seine PIN-Nummer durch und der Dieb kann damit das Geld vom Konto abheben. Magnetstreifenverschluesselung und Schutztechniken -------------------------------------------------Mit dieser Form des ungeschuetzten Magnetstreifen ist es sehr einfach, den Streifen auf eine gefaelschte Karte zu kopieren. Deswegen benutzen die Banken Verschluesselungs- und Schutztechniken, um Nachahmungen zu erschweren. - "Wasserzeichen"-Band ("WATERMARK TAPE") Dieses Emidata/Malco System erzeugt eine permanente, nicht loeschbare magnetische Struktur auf dem Band. Diese Aufzeichnung wird waehrend der Herstellung des Bandes erzeugt, indem es wechselnden magnetischen Feldern ausgesetzt wird, solange die magnetischen Teilchen in ihrer Suspension in einer harzartigen Fluessigkeit noch beweglich sind. Die Teilchen der meisten Baender (gamma ferric oxide - Eisen-(III)-oxid) haben die Form langer duenner Nadeln. Um "Wasserzeichen"-felder zu erzeugen, richtet man sie zuerst mit Hilfe eines gleichmaessigen Magnetfeldes im Winkel von 45 Grad zur Laengsachse des Bandes aus. Ein bestimmter Rhythmus an Stromimpulsen wird dann einem speziellen Schreibkopf zugefuehrt, waehrend das Band unter ihm vorbeilaeuft. Bei Stromfluss aendert sich die Ausrichtung der Partikel in die andere 45 Grad Richtung. Das Band durchlaeuft daraufhin den Trockner und die Ausrichtung der Partikel ist bleibend fixiert. Dieser Prozess wird "WASSERZEICHEN" ("WATERMARK") genannt. _________________________________________
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<----- normale Struktur der magnetischen Teilchen
<--------"WATERMARK"
- Das Lesen des "Wasserzeichens" Um die besondere Struktur des "Wasserzeichens" auf einem Band lesen zu koennen, benoetigt man eine spezielle Leseeinrichtung. In dieser Leseeinrichtung wird das Band zuerst einem konstanten Magnetfeld ausgesetzt und dann von einem um 45 Grad gedrehten Lesekopf gelesen. Weil das Band schon vor dem Lesen einem Magnetfeld ausgesetzt wird, ist diese Operation auf Spur 0 beschraenkt, die auf vielen Karten gar nicht existiert. Auf den Spuren 1 bis 3 erfolgt das Schreiben und Lesen mit normal orientierten Koepfen. Dies wird durch die zugrundeliegende Anordnung der magnetischen Teilchen nicht beeinflusst. Es ist aber moeglich, von Spur 0 eine unveraenderbare Serie von Einsen und Nullen zu lesen. Diese Serie kann daher als Nachweis der Gueltigkeit des Magnetstreifens und damit der ganzen Karte genutzt werden. Es ist nicht moeglich, diese zugrundeliegende Anordnung der magnetischen Teilchen auf einem normalen Band erfolgreich nachzuahmen. Denn jeder Versuch auf einem normalen Band, durch Imitation der 45 Grad Struktur die "Wasserzeichen"-Leseeinrichtung auszutricksen, wird durch das gleichmaessige Magnetfeld, dem Spur 0 (eine leere Spur) noch vor dem Lesen ausgesetzt ist, zunichte gemacht. --------------------------------------------| \\\\\\ \\\\\ Track | \\\\\\ \\\\\ <---"Wasserzeichen" | \\\\\\ \\\\\ ausrichtung | | ||\\|\| || ||\|\\| Track | | ||\\|\| || || |\\|\ |\ \\\\\\ \\\\\ |\\ | |\\\|\|| || ||\\|\\| <--codierte Track |\\\ | |\\\|\|| || || \|\\| bits |\\\\ \\\\\\ \\\\\ |\\\\\ ||| | \\|\|\| || | ||\|\|\ Track |\\\\\\ ||| | \|\|\| || | || |\|\\ ---------------------------------------------
0 (leere Spur)
1
2
3
Jedoch, mit diesem Wissen und der entsprechenden Ausruestung koennen die
auf diese Weise gesicherten Karten gelesen werden; und auch wenn es schwierig sein mag, die Originalkarte zu veraendern, so koennen doch die Bits auf eine entsprechend mit "Wasserzeichen" praeparierte Karte uebertragen werden. Die Sicherheit diese Systems ist voellig von der Schwierigkeit, die "Wasserzeichen" zu reproduzieren und nachzuahmen, abhaengig. Auch wenn diese Nachahmung sehr muehsam erscheint, man sollte stets bedenken: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ich hoffe, Sie haben meinen Artikel genossen und wenn Sie an mehr Informationen und Details interessiert sind, nehmen Sie bitte Kontakt zu mir, ICE-V, auf. Ich bin bereit, weitere Artikel ueber die PIN-Nummer, das internationale S.W.I.F.T money exchange Netzwerk, Codiersysteme und andere interessante Techniken zu verfassen. Bis zum naechsten Mal, HAVE PHUN! Autor: Greg (E-Mail Adresse bei uns zu bekommen) Uebersetzung: Michael Schwuchow 20.04.90 ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07]
Geldautomaten und Magnetkartenverschlueselungstechniken
[Chalisti] [07] Mein niedliches Protokoll MNP
Mein niedliches Protokoll MNP Lange Jahre jagte alles immer moderneren Modems hinterher. Es galt der Grundsatz: Schneller, billiger, postunzugelassener. Alles sah auf immer bessere Hardware und bessere Leitungen. Keiner kam lange Zeit auf die Idee, die Loesung mancher Probleme in der Software - genauer - in der Firmware der Modems zu suchen. In den letzten Jahren hat sich das geaendert. MNP, Multi-Carrier, PEP, LAP-M, V.32, V.42bis, etc sind die neuen Schlagworte in der Modemtechnik. Aber was heisst das wirklich ? Wie funktioniert das und wo liegen die Vor- aber auch die Nachteile. Mit froher Hoffnung will ich versuchen ein wenig Klarheit in diese Welt zu bekommen. Wie alles begann ... 1981 hat der damals 17 jaehrige Schueler James M. Dow den Basiscode fuer MNP in seiner Freizeit entwickelt. Heute leitet er die Firma Microcom. Die Ueberlegung war einfach: Die Leitungen sind schlecht. Daher werden bei der Uebertragung haeufig Hilfsmittel wie X-Modem, Kermit, etc verwendet. Ausserdem waren die Geschwindigkeiten gering. Also ein weiterer Grund fuer den Einsatz von Packprogrammen wie Arc, Lzh, Compress, etc. Aber z.B. die Protokolle brauchten einige Zeit und senkten den Durchsatz doch gewaltig. Auf der anderen Seite konnte mensch diese Hilfsmittel nur einsetzen, wenn es darum ging festgelegte Daten zu uebertragen. Im Dialogbetrieb waren diese Hilfsmittel praktisch nicht verwendbar. Also mensch verlasse die Softwareebene und packe genau diese Features in die Uebertragungsebene und damit ins Modem. Das ganze strukturierte mensch noch ein wenig und das ganze Ergebnis wird Microcom Network Protocol - kurz MNP - genannt. MNP setzt auf die 1. und 2. Schicht des ISO/OSI-Modems auf. Das sind die physikalische und Datenuebertragungsebene. Microcom hat eine gute Lizenzvergabe betrieben. Dadurch benutzen derzeit auch Tymnet und Telenet das MNP-Verfahren. Das Ergebnis ist das sich MNP zum quasi Standard gemausert hat. Wenn es irgendwo ein Quasi-Standard gibt, dann kann mensch schon fast sicher sein, dass die Standardkommissionen ein anderen Standard bestimmen werden. In diesem Fall hat die CCITT den Standard V.32 auserkoren, der vielleicht von Modems wie Trailblazer, etc bekannt ist. Allerdings geht die CCITT nicht so rigoros vor. Im neuen Standard V.42 sind die MNP-Klassen 1-4 enthalten. Allerdings wird hauptsaechlich das LAP-M unterstuetzt. Dieses
Verfahren wird von Datex-P und ISDN in aehnlicher Form ebenfalls verwendet. Modems nach V.42 sollen LAP-M und MNP beherrschen. Untereinander soll aber die Verbindung auf LAP-M verstaendigen. Die CCITT-Norm erarbeitet gerade eine Erweiterung namens V.42bis. Diese soll dann auch Kompressionsverfahren verwenden koennen. Allerdings nicht nach den MNP-Klassen5-7, sondern nach dem ZivLempel-Verfahren. Eine Verbindung zweier Modems, die MNP beherrschen laeuft folgendermassen ab: Das rufende Modem sendet einen Link Request. Dieser LR ist ein Block indem die Parametermoeglichkeiten des rufenden Modems stehen. In diesem Block sind enthalten: L - Laenge eines Datenblocks T - Typ des Blocks P - festtehende Paramter (Seriennummer) SC- Sercive Class 1: halbduplex, asynchron, byteorientiert 2: vollduplex, asynchron, byteorientiert 3: vollduplex, sychron, bitorientiert CA- Anzahl der sendbaren Datenbloecke ohne dass ein ACK noetig ist. DS- Groesse der Zeichen in einem Block TO- Uebertragungsoptimierung des Protokoll-Overhead Das antwortende Modem vergleicht die Parametermoeglichkeiten mit den eigenen und handelt die groesste MNP-Klasse aus. Dieses wird in einem Link Response zurueckgesendet. Falls das antwortende Modem kein Link Request bekommt, bzw. das rufende Modem kein Link Response empfaengt, ist eins der beiden Modems kein MNP-Modem und es wird eine normale Verbindung aufgebaut. Was heisst MNP-Klassen ? MNP wird in verschiedenen Klassen unterteilt. Jede Klasse muss die Anforderungen der vorherigen ebenfalls beherrschen. Das bedeutet, dass ein Modem mit MNP-5-Faehigkeit, ebenfalls MNP1-4 beherrscht. Die bisher bekannten MNP-Klassen sind: MNP1 - Diese Klasse verwendet ein byteorientiertes asychrones Halbduplex-Verfahren. In dieser Klasse wird "nur" ein Fehlerkorrekturverfahren angewandt. Der effektive Durchsatz betraegt 70%. Modems die nur MNP1 koennen, sind aber selten. Bei diesem Verfahren werden fuer jedes Byte 10 Bits uebertragen. MNP2 - Das Verfahren ist dem MNP1-Verfahren aehnlich, nur statt halbduplex laeuft das Verfahren vollduplex ab. Der effektive Durchsatz betraeg 84%. MNP3 - Diese Klasse verwendetet ein bitorientiertes VollduplexVerfahren. Bei diesem sychronen Verfahren ist ein Byte nur noch 8 Bit gross. Allerdings laeuft die Verbindung zwischen Rechner und Modem weiterhin asychron ab, so dass bei der Berechnung der effektiven bps-Rate weiter ein Byte mit 10 Bit berechnet werden muss. Der Durchsatz dieser Klasse betraegt 108%.
MNP4 - Bei diesem Verfahren passt sich das Protokoll der Leitungsqualitaet an. Falls die Leitung fehlerfrei ist, wird die Paketlaenge vergroessert. Wenn nicht, wird sie verkleinert. Die normale Paketgroesse betraegt 256 Bits. Der Durchsatz dieses Verfahrens betraegt 120%. MNP5 - In dieer Klasse wird ein explizites Kompressionsverfahren verwendet, um die effektive Bps-Rate zu erhoehen. Je nach Datenart (Text, Binaries, etc) werden die Daten natuerlich verschieden gut gepackt. Der effektive Durchsatz steigt bei MNP5 auf 200%. Natuerlich gilt dies nicht fuer schon gepackte Dateien (mit ARC oder LZH). Diese koennen verstaendlicherweise selten noch besser gepackt werden. MNP6 - Bei MNP6 wird die erste Verbindung mit einer langsameren Modulationsart (V.22bis) begonnen. Im Laufe des Betriebes wird sich auf bessere Arten (z.B. V.32) geeinigt. MNP7 - Class 7 fuehrt ein neues Komprimierungsverfahren Der damit erreichbare Durchsatz betraegt 300%. Also ein Bps-Modem kann mit diesem Verfahren ca. 7200 BPs erreichen.
ein. 2400
MNP8 - Aus unverstaendlchen Gruenden gibt es diese Klasse nicht. MNP9 - In dieser Klasse wird das Eigenschaften des V.32 kombiniert. betraegt auch hier 300%.
Kompressionsverfahren mit Der effektive Durchsatz
MNP10 - Ueber dieser Verfahren ist nicht viel bekannt, nur das es angeblich einen Durchsatz von 500% erreichen soll. Allerdings wuerde dies ja bedeuten, dass es einen Packalgorithmus gibt, der Daten durchscnnittlich auf 1/5 zusammenpackt. Ist jemandem ein solcher schon einmal untergekommen ? Was bringt MNP ? MNP-Modems werden meistens dort eingesetzt, wo sie nichts bringen: naemlich im Netzwerkbetrieb. Das Problem, welches im Netzwerkbetrieb auftritt ist relativ einfach. In diesem Betrieb geschieht der Datenaustausch ueber Protokoll wie Z-Modem oder UUCP. Die Modems koennen die Daten nur in eine Richtung senden. Bei Protokollen wie Kermit und UUCP wechseln sich aber sendender Block und ACK ab. Jede Traegerumschaltung braucht aber seine Zeit (zwischen 0.25 und 1,5 Sekunden). Dadurch sinkt die eff. BpsLeistung gewaltig. Das ist uebrigens auch der Grund dafuer, dass Modems wie Trailblazer eingebaute Protokolle wie UUCP, X- und ZProtokoll haben. Die Verbindung Rechner-Modem laeuft dann zb. auf UUCP-Basis ab. Die Verbindung zwischen den Modems laeuft dann auf reiner MNP-Basis ab. Bei Modems wie Best 2400 MNP oder dem Longshine bringt es dem Benutzer etwas, wenn er im Dialog nicht durch Uebertragungsfehler und geringen Bps-Raten gestoert werden will, wenn er in Mailboxen gearbeitet. Ein anderes Problem sind die sogennanten "Software-Loesungen" die
z.B. in neuen Terminal-Programmen eingearbeitet sind. Diese koennen niemals die Hardwareloesungen erreichen. Solche Loesungen erreichen max. ca. 3000 Bps im Durchsatz. Allerdings wird durch Tricks angegeben, dass sie 4800 Bps erreichen. Bis heute ist keine Software aufgetaucht, die wirklich so hohe Werte auf reiner Softwarebasis erreicht. Bei der Berechnung von effektiven BpsRaten sollte mensch uebrigens immer dran denken, dass mensch auf der Basis von 10Bits/Byte rechnet. Ausserdem sollte jede Art der Bufferung von Terminalprogrammen, RS232 Schnittstellen, etc abgezogen werden, da diese ebenfalls die Berechnung verfaelschen koennen. Die Preise von 2400/MNP5 Modems sinken rapide. Inzwischen sind sie fuer unter 400 DM zu bekommen. Noch vor einem halben Jahr bekam mensch fuer solche Preise gerade normale 2400 Bps Modems. Also spricht einiges fuer den Normalbenutzer, sich solche 2400 MNP5 Modems zu kaufen. Rechnerbetreiber im Netz sollten lieber auf V.32 Modems sparen. Quelle: c't, Heft 11 1988 Product Infos Microcom, Mike Focke Chip Heft 11, Nov 1989 Terra ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07] Mein niedliches Protokoll MNP
[Chalisti] [07]
DDR-Koalitionsvereinbarung zum Thema Bildung und Wissenschaft
DDR-Koalitionsvereinbarung zum Thema Bildung und Wissenschaft Wie geht es mit den Universitaeten und der Forschung in der DDR weiter. Mal sehen, was die Politik plant ... Wissenschaftspolitik: Zunaechst wird die Ausarbeitung eines Hochschulrahmengesetztes, das die besondere Situation in der DDR und die dadurch notwendige Angleichung beruecksichtigt, empfohlen. Dadurch sollen Hochschulautonomie, Hochschuldemokratie und die Freiheit der Wissenschaft eingeleitet und gewaehrleistet werden. Bis zur Verwaltungsreform (Laenderregierungen) gilt nur das Hochschulrahmengesetz, danach wird es durch Hochschulgesetze der Laender ergaenzt. Es ist ein rechtsstaatliches Verfahren zu finden, das einen personellen Neuanfang in Lehre und Forschung sowie den Prozess der Demokratisierung ermoeglicht. Zugang zu den Hochschulen und den Universitaeten: Ein freier Zugang zu den akademischen Lehrstaetten ist zu gewaehren. Fuer einige Fachrichtungen ist ein Numerus Clausus aus Kapazitaetsgruenden unvermeidbar. ueber die Eignungs-und Aufnahmepruefungen entscheiden die Hochschulen und Universitaeten. Der freie Zugang zu den Hochschulen und Universitaeten bedarf einer materiellen Absicherung durch eine Stipendienregelung, die leistungsbezogen und sozial differenziert sein soll. Eine Angleichung der Stipendien an die Lebenshaltungskosten sollte gesichert werden. Ein ausbildungsfoerderndes Darlehen ist zu ermoeglichen. Finanzierung der Forschung: Die Freiheit der Forschung an Hochschulen, Universitaeten und der Akademien verlangt, dass die Grundlagenforschung aus dem Staatshaushalt finanziert wird. Fuer projektgebundene Forschungsvorhaben koennen Mittel aus dem Staatshaushalt zur Finanzierung beantragt werden. Die Entscheidung ueber die Finanzierung beruht auf Gutachten eines Expertengremiums. Auftragsgebundene Forschung wird durch die Auftraggeber finanziert. Strukturfragen: Ministerium fuer Wissenschaft und Bildung Zuordnung: - Allgemeinbildung - Berufsbildung
- Fachschulbildung - Hochschulbildung einschliesslich Forschung Ministerium fuer Forschung und Technologie Zuordnung: - Forschungsstrategie - Forschungsfoerderung Bildungspolitische Uebereinkunft: Grundsaetzliches: Der Staat hat dafuer Sorge zu tragen, dass die Eltern die Moeglichkeit haben, ihre Kinder auf eine oeffentliche Schule zu schicken. Privatschulen, konfessionelle Schulen und Schulen in freier Traegerschaft sind bezueglich der Zuteilung staatlicher Mittel und der Anerkennung der Abschluesse gleichberechtigt. Bei allen Zulassungen einschliesslich Hochschulen sind Jungen und Maedchen voellig gleichberechtigt zu behandeln. An der zehnjaehrigen Schulpflicht ist grundsaetzlich festzuhalten. Jedes Kind soll bei entsprechender Begabung eine weiterfuehrende Schule bzw. Ausbildungsstufe besuchen koennen. Die Aufnahmekriterien sollen ausschliesslich leistungsorientiert sein. Die Zulassung zu den Schulen darf nicht von den finanziellen Moeglichkeiten der Eltern abhaengig sein. Behinderte Kinder sollen weitgehend in das normale Schulsystem integriert werden. Wo dies auf Grund des Grades der Behinderung nicht moeglich ist, sollen sie in Spezialschulen besonders gefoerdert werden. Es sind Rechtsvorschriften zu schaffen, die die Schul-und Hochschulverfassung, die Berufs-und Weiterbildung sowie die Lehrerausbildung regeln. Lehrinhalte: Die bisherige Stoffuelle soll zugunsten kreativen Lernens verringert werden. Die Schueler sollen lernen, Kritikfaehigkeit und Kreativitaet zu entwickeln. Wir gehen aus von der Gleichwertigkeit der verschiedenen Faecher. Das verlangt eine Ausgewogenheit von musisch-aesthetischer, ethischer, oekologischer usw. Bildung einerseits und naturwissenschaftlich-polytechnischer Bildung andererseits. Dabei legen wir besonderen Wert auf - Durchsetzung des Prinzips der weltanschaulichen Bekenntnisneutralitaet der oeffentlichen Schule - Vermittlung von Kenntnissen ueber Weltreligionen, philosophische Anschauungen und ueber Grundprinzipien, Institutionen und Praxis von Demokratie Strukturen: Die Pluralitaet der Schule soll sich ausdruecken in dem Nebeneinander der integrierten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, gegliederter Schule und Schulen freier Traegerschaften. Berufsausbildung mit Abitur und Volkshochschulbildung sollen erhalten bleiben. Die Etablierung eines bestimmten Schultyps wird von der Entscheidung der Buerger, insbesondere der Eltern, bestimmt. Die wechselseitige Durchlaessigkeit der Schultypen ist zu
sichern. Niedrige Klassefrequenzen sind zu erhalten bzw. anzustreben. Entsprechend dem Bedarf - bei gleichzeitiger Aufwertung von Eltern und Familienerziehung - sollen Ganztagsschulen, Schulspeisung, Horte, Kindergaerten, Krippen, Feriengestaltung und Freizeiteinrichtungen fuer Schueler erhalten und ausgebaut werden. Staatliche konfessionelle und private Einrichtungen der Kinder-und Schuelerbetreuung existieren gleichberechtigt. Freie Berufswahl ist ein Grundrecht. Staat und Wirtschaft tragen gemeinsam Verantwortung fuer die berufliche Bildung. Naeheres muss durch ein Rahmengesetz fuer berufliche Bildung geregelt werden. Das Bildungswesen muss neue Formen und Programme fuer berufliche Umschulung und Weiterbildung entwickeln und anbieten. Demokratisierung: Es ist eine demokratische Schulverfassung einzurichten (mit Festlegung der Rechte der Lehrer, Eltern und Schueler). Die seit Oktober 1989 eingestellten Lehrer und Erzieher, die hauptamtliche Mitarbeiter des MfS gewesen sind, sollen auf ihre fachliche Qualifikation ueberprueft und gegebenenfalls aus dem Schuldienst wieder entlassen werden. Dafuer erforderliche gesetzliche Regelungen sind dringlichst zu erlassen. (...) Mitteilung aus dem Verteiler Wissenschaftsjournalisten (Pressebuero Eurokom) ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07]
DDR-Koalitionsvereinbarung zum Thema Bildung und Wissenschaft
[Chalisti] [07] Vernetzung in der DDR
Vernetzung in der DDR Es ist ruhig geworden nach der anfaenglichen Euphorie um die DDR. Auch die verschiedenen Organisationen, die helfen wollten die DDR zu vernetzen, treten leiser. Mensch hatte sich viel vorgenommen und vermutlich sich an manchen Stellen auch uebernommen. Welche Initiativen gibt es ? 1. DFN Das Deutsche Forschungsnetz hat vor der CeBit drei Standleitungen von West-Berlin nach Ost-Berlin beantragt. Diese sind inzwischen geschaltet worden und es finden die ersten Tests mit X.400 Datenuebertragung statt. Weiterhin hat das DFN die verschiedenen Forschungsinstitute in der DDR angeschrieben und Vorschlaege fuer eine weitere Vernetzung in der DDR gemacht. Das DFN scheint zu planen von Ost-Berlin fuenf Leitungen zu anderen Staedten zu schalten. Andere Staedte sollen sich dann an diese 5 "Unterverteiler" anschliessen. Diese Planung scheint aber auch nicht ueberall auf Gegenliebe zu stossen. Die TH Leipzig und die TU Chemnitz haben sich deswegen schon zu Wort gemeldet. 2. GUUG/EuNet Anfang Mai wurde in Leipzig die GUUG-East gegruendet, dessen Vorsitzender Dr. Koch, seines Zeichens RZ-Leiter der TH Leipzig, geworden ist. Die GUUG-West hat Hilfe fuer die Verwaltung und Vernetzung zugesichert. Demnaechst soll eine Cadmus und ein Trailblazer nach Leipzig gehen, aber noch ist der Termin unklar. Das EuNet scheint zu planen nicht-kommerzielle Einrichtungen in der DDR fuer eine Uebergangszeit kostenlos den Anschluss ans EuNet und UseNet zu ermoeglichen. Die Domain .dd gibt es ha formal schon laenger, aber koennte dann auch zu ihren "Ehren" kommen. Die Frage ist nur, wer schneller ist: Die Einheit oder die Vernetzung ? 3. GMD/GI/EuNet Die GMD versucht Kontakte zwischen westdeutschen und ostdeutschen Forschungseinrichtungen zu ermoeglichen, aber auch Hard- und Software zu beschaffen oder zu vermitteln. Wie der Stand bei denen genau ist, ist mit ein wenig unklar. 4. UniWare/EAG/GKI Die Firma GKI GmbH (Gesellschafts fuer Kommunikation- und Informationstechnologie) ist inzwischen in Ost-Berlin gegruendet worden. Von der anfaenglichen Planung ein UUCP-Netz in der DDR auf kommerzieller Basis aufzubauen, scheint langsam aber sicher vom Tisch zu sein. Die EAG will sich mit der Problematik am 22.Mai auf einer Tagung ihrer Mitglieder beschaeftigen, wobei dort auch schon Mitglieder der GUUG-East da sein werden.
5. Zerberus Es gibt inzwischen mehrere Zerberus-Rechner in Ost-Berlin, wie z.B. die LIGA.ZER von der Gruenen Liga. Diese Systeme werden hauptasechlich im Umweltbereich intensiv genutzt. 6. Chaos Computer Club (DDRnet) Wieder erwarten gibt es dieses Projekt immer noch, auch wenn wir inzwischen eingesehen haben, dass die Sache eine Nummer zu gross fuer uns war. Trotzdem koennen wir voller Stolz feststellen, dass wir relativ weit gekommen sind. Dr. Neuhaus hat 20 Modems gespendet, wobei diese in Ost-Berlin noch gelagert werden. Eins davon befindet sich im Rahmen von DDRnet an der TH Leipzig und wartet darauf seine erste Verbindung mit der Uni Oldenburg aufzubauen. Leider gibt es einfache technische Hindernisse, wie z.B.: Wie bekommt mensch einen der drei vorhandenen Rechner, das Modem und eins der drei Telefone mit Auslandswahlmoeglichkeit an einen Punkt, wobei dieser Punkt in der Naehe von Temrinalraeumen sein sollte. Aber die Hoffnung bleibt, dass ueber diese Verbindungen die ersten Erfahrungen mit den Neuhausmodems und UUCP gemacht werden kann. Auch stehen immer noch 17 Rechner (286,386,PS/2) auf Abruf bereit, FALLS wir von ddem Bundesfinanzministerium eine Ausnahmegenehmigung zur erweiterten Absetzungsmoeglichkeit bekommen. Genau DA ist der Haken. Beim BFM fuehlt sich keiner zustaendig und wenn jemand halbwegs was sagen will, dann wird auf die bestehende Rechtslage verwiesen. Das ganze ist so aergerlich, weil eigentlich alle Punkte abgeklaert sind und wir auch Leute haben die bereit waeren mit in die DDR zu gehen und beim Aufbau zu helfen. Innerhalb von 2 Wochen koennte das DDRnet weitgehend installiert sein, WENN das BFM wollte. Vor 2 Wochen wurde nun eine elektronische Konferenz zwischen dem DFN, der GMD, dem EuNet, der GUUG, dem CCC, der GKI, der TU Berlin, der TU Chemnitz und der TH Leipzig initiiert. Wobei eben die TH Leipzig nix empfaengt. Zwischen der TU Chemnitz (Karl-Marx-Stadt) und der TU Berlin wurde mit Hilfe eines 1200Bps-Modems und SLIP eine Verbindung geschaffen. Seitdem ist die Adresse [email protected] also kein Aprilscherz (eindeutig Par. 23). Auf Berliner Seite wurde die Verbindung von Thomas Habernoll erst moeglich. Umso schockierter waren wir hier, als uns heute die Mitteilung erreichte, dass er beim Sport vorige Woche einen Herzinfakrt erlitt und an den Folgen gestorben ist. Thomas war einer der aktivsten Netzwerker die ich persoenlich kannte und arbeite auch ausserhalb seines Jobs an besserer Vernetzung, wie die 9NOV89-Liste, die TU-K Verbindung und auch die geplante E-Konferenz zur DDR-Vernetzung an der TU Berlin zeigte. Quelle: E-Konferenz ddr-l und diverse Mails der beteiligten Institutionen Artikel aus EARNTECH Terra ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07] Vernetzung in der DDR
[Chalisti] [07] UNIX an der TUK/IF
UNIX an der TUK/IF Versuch einer Selbstdarstellung TU Karl-Marx-Stadt Sektion Informatik Guenther Fischer und Matthias Clausz Getting started 1982 - unsere Sektion hatte keine eigenen Studenten (Eine Sektion ohne Studenten ist wie ein vertrocknender Baum) - waren wir wohl mehr eine Dienstleistungseinrichtung (im Bereich der Ausbildung und rechentechnischen Versorgung) fuer die gesamte Hochschule. Unsere rechentechnische Basis bestand aus 2 ESER I-Anlagen (alias IBM 360). Wir hatten entgueltig den Sprung vom DOS zum OS geschafft und mit etwas Druck die Nutzung von TSO durchgesetzt - unser damaliger Wahlspruch lautete "TSO macht alle froh". Wir waren auch gerade dabei, uns von der Assembler-Programmierung zu loesen. Der Zufall Eines Tages schwirrte uns dann ein Magnetband ins Haus, das fuer den IBM-Alias zunaechst unverstaendliches Wirrwar enthielt. Nach Analyse des Hex-Dump war es nicht mehr so schwer, den ASCII-Code und die 512-Byte-Blockung zu erkennen. Auch wenn man noch nicht weisz, dasz es sich um das tar-Format handelt, ist man schnell in der Lage, ein Druckprogramm zu schreiben. Was dann dort entschluesselt auf Papier zum Vorschein kam (Unser Drucker hat nur Groszbuchstaben und eingeschraenkte Sonderzeichen a la IBM-Urzeit), war noch kryptisch genug. Die Kommentare und README's luefteten dann das Geheimnis. Das ganze sollte eine Programmiersprache (C) sein und der Name UNIX tauchte gelegentlich auf. Literaturrecherchen brachten dann bald Licht ins Dunkel. Es fand sich sogar ein bis dahin in der Sektion unbeachtetes Buch von Kernigan&Ritchie "The C Programming Language". Die Idee, ein Betriebssystem in einer hoeheren Programmiersprache zu schreiben und das gleiche Betriebssystem auf verschiedenen Rechnern zu betreiben, begeisterte uns sofort. Umfangreiche Literaturrecherchen, eine Arbeitsuebersetzung des C-Buches und eine Implementation des C-Praeprozessors cpp fuer unser System-Pascal (unser erster Versuch als Alternative zu Assembler) machten uns schnell in der UNIX-Szene der DDR bekannt (Unter Blinden sind die Einaeugigen Koenige). So lernten wir auch die anderen UNIX-Einzelkaempfer kennen: die Brueder Froehlich (ZKI und LfA Berlin), die Kollegen vom ZfT KEAW Berlin und der TH Ilmeneau sowie eine kleine Truppe bei Robotron Dresden. Wie strickt man einen C-Compiler
Durch den cpp (umgeschrieben in eine andere C-aehnliche Sprache) ermutigt, machten wir uns an die Portierung des C-Compilers selbst. Da uns keine C-Umgebung auf irgend einem Rechner zur Verfuegung stand, waehlten wir nochmals den gleichen Weg: Abschreiben des C-Quelltextes mit Uebersetzung (im Kopf) in eine andere Sprache. Nach endlicher Zeit (etwa 3 Monate) entstand ein C-Compiler, der PDP/11-Assemblercode erzeugte. Die folgende Etappe war fuer uns als Compiler-Laien etwas komplizierter. Wir muszten den Codegenerator ueberzeugen, unseren IBM 360-Assemblercode auszuschwitzen, und gut sollte der erzeugte Code auch noch sein. Bis zum ersten Hello world auf dem Bildschirm ging es nach ersten Gehversuchen recht schnell. Nach etwa 4 Monaten gelang es, den C-Compiler mit sich selbst zu uebersetzen. Natuerlich war es erstmal wieder nur PDP/11-Code, der raus kam, aber von da an konnten wir in C denken. Die fuer die Codegenerierung notwendigen Aenderungen muszten nachgezogen werden. UNIX zum ersten ... Besonders die Beziehung zum LfA haben wir dann weit ausgebaut, da die dortigen Arbeiten an PSU unseren Moeglichkeiten am besten entsprachen. PSU war als Subsystem unter OS geplant. PSU ist eine Art UNIX mit eingeschraenkten Moeglichkeiten - insbesondere das Mehrprozeszkonzept wurde nur sequentiell simuliert. Das erste DDR-UNIX war also ein Stapelsystem, und es war in Assembler implementiert. Als TSO-Haie wollten wir natuerlich die Dialogmoeglichkeiten nicht missen und haben dann die optimale Anpassung der PSU ans TSO mit Rat und Tat unterstuetzt. Nach Einfuehrung der PSU stellten wir unseren Compiler sofort in diese Umgebung - die erste Version lief noch unter OS. Auch im Compilerumfeld arbeiteten wir dann eng mit dem LfA zusammen. Die Masse der UNIX-Werkzeuge konnte mit unserem Compiler in die PSU eingebracht werden. Dazu gehoerten natuerlich auch ein paar Spiele. So erfreute sich wump ("Hunt the wumpus") groszer Beliebtheit - im Zeitalter der Grafik kennt das wohl heute keiner mehr. Auch andere Uni's und Hochschulen haben sich an Portierungen beteiligt und uns damit natuerlich viele Compilerfehler nachgewiesen. Ein groszes Kuckucksei hatten wir uns (oder besser das LfA) dadurch ins Nest gelegt, dasz die PSU im EBCDIC-Code (der IBM-typische 8-Bit-Code) dachte. Einige Portierungen (z.B. nroff) erforderten dadurch wahre Kunststuecke. Unsere Linie begann Fruechte zu tragen: - die Studenten und Mitarbeiter konnten im Stapel und im Dialog mit den gleichen Werkzeugen arbeiten, - OS und TSO waren nicht mehr sichtbar, - wir konnten schon, was die Umgebung selbst betraf, fuer die Zukunft ausbilden. UNIX zum zweiten ... Parallel zu unseren PSU-Aktivitaeten betrieben wir stundenweise ein UNIX Version 7 auf einem Fremdrechner (alias PDP/11-20), um ein paar "echte" UNIX-Erfahrungen zu machen. Spaeter betrieben wir 2 solcher Rechner an unserer Sektion, die dann relativ reibungslos in Ausbildung und Forschung eingebunden werden konnten.
UNIX zum dritten ... Eine neue Situation ergab sich, als unsere 2 360-iger durch 370-iger ausgetauscht wurden. Unser Ziel war jetzt, ein richtiges UNIX auf den Rechner zu bekommen. Eigene Entwicklungsarbeiten, viel Enthusiasmus und ein paar glueckliche Zufaelle versetzten uns in die Lage, innerhalb weniger Monate ein UNIX-System einzufuehren, das wir vollstaendig mit Quellen in der Hand hatten, das all unsere peripheren Geraete unterstuetzte, das auch "standalone" (also ohne VM) lauffaehig war, und fuer das eine vollstaendige deutschsprachige Dokumentation vorlag. In dieser Phase wurden wir aktiv von der TH Leipzig und der FSU Jena unterstuetzt. Die damit verbundene Bereitstellung von etwa 30 UNIX-Terminals brachte uns ein gutes Stueck in Ausbildung und Forschung voran. Allerdings ist unser sogenannter Groszrechner mit 0.5 MIPS oft ueberfordert und man musz manchmal etwas Geduld aufbringen. Auf dieser Basis wurden eine Vielzahl von Entwicklungen realisiert: - ein Jobverwaltungssystem mit dem Ziel, in der Nacht eine Jobabarbeitung zu realisieren - die Dialogmoeglichkeiten reichten bei weiten noch nicht aus, um alle Praktikumsanforderungen zu erfuellen, - verschiedene Sprachsysteme: Pascal, Modula 2, Lisp, Prolog, C, C++ (teils Portierungen, teils Neuentwicklungen), - eine Vielzahl technologischer Hilfsmittel. Inzwischen waren die 8-Bit'er da Diese Systeme, mit einem CP/M-Alias betrieben, sollen nur erwaehnt werden, weil sie als Ausbildungsbasis mit Turbo-Pascal, Datenbank- und Textverarbeitung bis heute als stabile Arbeitstiere genutzt werden. 8 + 8 = 16 == P8000 Eine deutliche Entkrampfung unserer Rechnermisere brachte der Einsatz mehrerer P8000-Systeme (etwa 15 Terminals). Diese Rechner auf Basis Z8000 werden mit dem UNIX-Betriebssytem WEGA betrieben. UNIX == UNIX ? prima : weniger prima Spaetestens hier war klar: Auf allen moeglichen Rechner UNIX (die 8-Bit'er ausgenommen) zu betreiben, ist sehr vorteilhaft, aber die UNIXe koennen auch sehr verschieden sein. VMX (unser 370-iger System) entspricht etwa Version 7 und WEGA soll System-III-kompatibel sein. Als leidenschaftliche Sammler von UNIX-Literatur verfolgten wir natuerlich alle Aktivitaeten von /usr/group ueber SVID und X/OPEN bis POSIX interessiert. DDR-UUG (EAG) "GUUG und EAG: Warum machen wir hier nicht die Einheit von unten?" Alle DDR-UNIX-Entwickler hatten sich unter anderem schon fruehzeitig eine einheitliche Dokumentation fuer die verschiedenen Systeme auf die Fahnen geschrieben. Vor 2 Jahren begannen wir eine solche Dokumentation fuer Systemrufe und Bibliotheksfunktionen zu erstellen, die an X/OPEN bzw. SVID angelehnt war, also in etwa System V Release 2 entsprach. Spaeter kam auch die Kommandobeschreibung (man1) hinzu. In den konkreten Systemen sollte, wenn moeglich, eine solche standardisierte Schnittstelle
realisiert werden. Da, wo das schwer moeglich war, wollten wir wenigstens die Abweichung vom Standard in der Dokumentation ausweisen. Fuer 2 Systeme (VMX und MUTOS 1835) haben wir das recht weit getrieben. Auch wurde unsere Dokumentation ueber die EAG anderen bereitgestellt und diente fuer weitere Systeme als Vorbild. Der Flop Bei MUTOS 1835 handelt es sich uebrigens um eine UNIX-Entwicklung, die wir fuer einen AT-kompatiblen von Robotron gemacht haben (als Auftragsentwicklung). Da der Rechner bis heute nicht produziert wird, musz man das ganze wohl als Flop betrachten. UNIX bei uns heute ... Auch die Beschaeftigung mit X und ET++ auf AT/286 ist wohl nur als Voruebung fuer bessere (hardware-) Zeiten zu betrachten. Schon seit ueber einem Jahr sollten die Entwicklungen dann in Richtung 386 gehen. Bis heute ist es uns leider nicht gelungen, wenigstens einen solchen Rechner aufzutreiben. Inzwischen ist bei uns noch ein K1840 (VAX/11-780-Alias) installiert worden, der mit dem dort ueblichen UNIX-Betriebssystem MUTOS 1800 (BSD laeszt grueszen) betrieben wird. Zur Zeit laufen noch Arbeiten, unser VMX auf den Stand System V Release 3 zu heben. Die Bedeutung dieser Arbeiten liegen aber wohl mehr in der Projektarbeit von Studenten. .. und morgen? Mit groszem Interesse betrachten wir das GNU-Projekt, die laufenden Arbeiten an X/OPEN und von OSF, besonders jetzt, wo AIX durch Mach ersetzt werden soll. OSF soll ja auch an Partnern im universitaeren Bereich interessiert sein!? Da sind wir auch schon bei unserem Problem: Wie geht es in Zukunft im Bereich der Forschung bei uns weiter? Bisher saszen wir hinter einer 2-fachen Mauer - die eine selbst errichtet und nun endlich zerschlagen, die zweite vom Westen (z.B. COCOM) - auch diese broeckelt. Das Hinterherlaufen der letzten Jahre war aus der Not geboren - unser Handwerk haben wir dabei gelernt. Jetzt brauchen wir eine Absicherung unserer zukuenftigen Forschungsarbeiten, die uns Freizuegigkeit bei der Beschaffung von Hard- und Software, die Teilnahme an internationalen Veranstaltungen, den Netzzugang und Literatur ermoeglicht. Ob das nun durch Beteiligung an Forschungsthemen anderer Einrichtungen, durch Industrieforschung oder wie auch immer geschieht, ist uns fast egal wir wollen nur soweit wie moeglich unsere Zukunft mitgestalten und nicht auf das warten, was da mal von "oben" kommt. Den letzten Satz kann man auch politisch sehen. Autor: Guenther Fischer ([email protected]) ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07] UNIX an der TUK/IF
[Chalisti] [07] Kommunikationsnetze - Ein neues Medium und die Folgen
Kommunikationsnetze - Ein neues Medium und die Folgen Es war mal eine Zeit, da gab es kein Fernsehen, kein Radio, nur wenige Zeitungen, usw. Da der Mensch aber von Natur aus neugierig ist und patou auch immer ALLES wissen will, gab es mehr Zeitungen - mit verschiedenen Niveau und Stil. Dann kam Radio und Fernsehen. Damals gab es Diskussionen um das neue Medium. Viele hatten Angst, dass die Menschen "verdummen" und nur noch vor diesen "Teufelskisten" sitzen. Nun: Heute wissen wir, dass der Mensch weitgehend lernte mit diesem Medium umzugehen. Die Wirkung dieses Mediums war enorm. Es ist nunmal ein Unterschied, ob mensch in der Zeitung von Kriegen, Hungerkatastrophen und Verbrechen liest, oder die Folgen oder die Taten selber im Fernsehen sieht. Aber TV und Radio waren ja nicht die letzten "neuen" Medien, die eingefuehrt wurden. Ende der 70iger kam ein Medium mit Namen Video auf. Viele Leute begannen es als neues Medium zu feiern. Eben als neues Ausdrucksmittel. Videolaeden entstanden, Videokameras konnten geliehen werden und ein neuer Kunstzweig, aber auch Kommunikationszweig entstand. Viel ist von diesen Laenden nicht uebriggeblieben. Vielleicht noch die Bahnhofs-Fernsegprogramme und die Videoclips. Ein Medium kann also auch scheitern. Nun ist seit paar Jahren ein neues Medium im Gespraech. Die DFUE. In der Anfangszeit waren die Mailboxen noch ein Treffpunkt, aber durch die stetige Vernetzung wurde es langsam, aber sicher zu einem richtigen Medium. Aber dieses Medium wird nicht genutzt. Viele gehen an ein Kommunikationsnetz (nur so nebenbei: Datennetze gibt es nicht) ran, wie an einer Zeitung. Sie suchen sich die fuer sich interessanten Rubriken (Konferenzen, Gruppen, Bretter) aus und lesen dort die Nachrichten. Wenn sie gerade nix besseres zu tun haben, beantworten oder kommentieren sie das was sie dort lesen. Aber weitgehend wird das Medium doch im althergebrachten Anbieter/Recipient Verhaeltnis genutzt. Das gilt nicht nur fuer die Benutzer, sondern auch fuer Parteien und gesellschaftliche Gruppen. Umweltgruppen, Parteien, Journalisten Fachschaften neigen dazu ihre Mitteilungen zu veroeffentlichen, als wenn sie die Nachrichten ueber Fax oder Presseverteiler unter die Menschheit bringen. Sie melden sich aber kaum zu - eigentlich sie betreffenen themen - zu Wort. Information, nicht aber die Diskussion (und damit der Meinungsbildungsprozess) steht im Vordergrund. Allerdings darf nicht uebersehen werden, dass die Netze ein junges Medium ist mit allen Kinderkrankheiten. Die Frage ist nun: Was sind den die Auswirkungen und "Krankheiten" dieses Mediums. Eine Diplomarbeit kann helfen diese Frage wenigstens teilweise zu beantworten. Ein BWL-Student der Uni Oldenburg hat sich als Thema seiner Diplomarbeit das Thema "Auswirkungen elektronischer Mitteilungssysteme auf die Kommunikation
in Organisationen" gewaehlt. Zwar werden in dieser Arbeit die WL-spezifischen Folgen beschrieben, aber es faellt nicht schwer diese Effekte allgemein auf den Netzen zu beobachten. Die Basis sind diverse Untersuchungen in England, Skandinavien und den USA. In der Arbeit werden die verschiedenen Netzformen und Kommunikationssysteme beschrieben. Bei einem Netzmagazin gehe ich jetzt mal blind davon aus, dass dazu nix mehr gesagt werden muss. Zur besseren Beurteilung wird nun festgestellt, dass jede Kommunikation einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt hat. Die Inhaltsaspekt ist die Darstellungsform der Daten, der Beziehungsaspekt gibt an, wie die Daten zu interpretieren sind. Die Inhalsaspekte sind stark von dem "Kommunikationskanal" abhaengig. Solche sind z.B. face-to-face, Telefon, Briefe, Telex, E-Mail. Es ist klar, dass in der Reihenfolge face-to-face, Telefon,Briefe,E-Mail immer weniger persoenliche Nebeninformationen einfliessen. Alle Kommunikationskanaele sind mehr oder weniger gleich geeignet Inhalte zu uebermitteln. Bei den Beziehungsaspekten sind sie aber vollkommen verschiedenen geeignet. Nun gibt es Untersuchungen wie Menschen sich bei verschiedenen Kommunikationstaetigkeiten, denken welcher Kanal am geeignetesten ist. Dazu eine kleine Gegenueberstellung: Einfacher Informationsaustausch leicht komplexe Aufgaben mit feed-Back Komplexer Informationsaustausch Vertraulicher Infoaustausch
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Telefon, E-Mail Face-to-face, Telefon Face-to-face Face-to-face, Brief
Also steht E-Mail nicht gross in Kurs. Insbesondere braucht der Mensch den direkte Reaktion des Gegenuebers um, Missverstaendnisse zu vermeiden. Grundsaetzlich bietet E-Mail aber verschiedene Vorteile, wie z.B. die asynchrone Datenuebermitteilung (Empfaenger muss nicht anwesend sein) oder den Text, der weniger Missverstaendnisse aufkommen lassen KANN. Bestimmte Effekte sind bei E-Mail beobachtet worden. Die elektronische Mitteilungssysteme sind noch neu. Die Benutzer haben noch keine oder nur wenige Verhaltsnormen entwickelt. Dieses Fehler der Normen fuehrt zu erheblichen Problemen bei der Nutzung dieser Systeme. Dies sind aber mit ziemlicher Sicherheit Kinderkrankheiten. Aehnlich wie beim Telefon werden sich allgemeine Normen einfinden. Beim Telefon ist es z.B. ueblich zu bestimmten Zeiten nur bei wichtigen Dingen anzurufen und z.B. auf Geschaeftsgespraeche verzichtet (Nachts, Feiertage). Drei Effekte beim E-Mail stark ausgepraegt: 1. Relativ stark enthemmtes Kommunikationsverhalten Die Nutzern neigen dazu weniger auf soziale Normen zu achten. Es wurde beobachtet, dass die "Teilnehmer des Systems eine zunehmende Bereitschaft haben ueber schlechte und negative Mitteilungen zu kommunizieren". Auch extreme oder weniger soziale Meinungen, das Fluchen, Beschimpfungen, feindliche Kommentare (Flames) kommen haeufiger vor, als bei persoenlichen Gespraechen. Die weniger stark ausgepraegten sozialen Normen haben Vor- und Nachteile.
Es koennen leichter neue Ideen entwickelt und mitgeteilt werden, die Geselligkeit und die organisatorische Anhaenglichkeit wird erhoeht. Andererseits kommen sehr viel redundante - unnuetze - Informationen auf. Dieser Effekt ist unabhaengig von der Erfahrenheit der Benutzer oder Randbedinungen wie Realname oder nicht. Dies wird auf den Netzen einige vielleicht erstaunen, scheint aber tatsaechlich so zu sein. 2. Selbstbezogenheit Die Aufmerksamkeit wird bei E-Mail eher auf sich selbst, als auf die Mitteilung oder den Empfaenger gerichtet. Die Reaktion des Empfaengers ist weit aus weniger wichtig (was eben auch wieder leichter zu "Flames" fuehrt), als sonst. Gleichzeitig hat die Selbstbezogenheit auch den Vorteil, dass die Teilnehmer selbstbewusster reagieren, als bei Telefon oder face-to-face. Auch Normgen wie Begruessung, Verabschiedung, etc finden weniger Beachtung. 3. Statusausgleich "Die Mitteilungen, die ueber elektronische Mitteilungssysteme uebermittelt werdenm haben gleiches Aussehen". Es gibt keine oder nur wenige Randinformationen ueber die Wichtigkeit, hierarchische Rangordnung, etc vorhanden. Es faellt auch auf, dass Nutzer die E-Mail eher fuer Nachrichten an ihre Vorgesetzten, als zu ihren Untergeordneten nutzen. Dies hat sein Grund in dem psychologischen Effekt, dass die Untergeordneten nicht an ihre Statusunterschiede erinnert werden WOLLEN. Der positive Effekt ist, dass Minderheiten, Schuechterne, etc eher ihre Meinung vertreten und daher eine groessere Meinungsvielfalt aufkommt, die dann in den Meinungsbildungsprozess einfliessen koennen. Da diese Medien aber relativ schnell sind, konnt es schnell zu einer Ueberlastung der Teilnehmer. Dabei steigt eben ueberschnell die Anzahl der "junk mail", als der unnuetzen Nachrichten. Dazu kommen die Probleme die Nachrichten verwalten zu koennen. Wie stark sind die Effekte den zu gewichten ? In einer schwedischen Studie wurden sogar zahlen ermittelt. Danach enthielten 65% der Mitteilungen bei E-Mail neue Informationen. 43% der Benutzer erhielten bzw. sendeten nachrichten an Menschen mit denen sie vorher nie zu tun hatten. 14% der Benutzer berichteten, dass sie zwar keine neue Nachrichten verschickt haben, aber neue Nachrichten erhalten hat. Zwei Amerikaner (Kerr, Hiltz) meinten auf Grund dieser Effekte: "In einem offenen, demokratischen Systen, bei dem die Geheimheit der Mitteilungen geschuetzt ust, wird die Zunahme der informellen Kommunikation erst moeglich." Darauf folgern aber auch mehr "Gefuehle" bei der Kommunikation. 30% der Mitteilungen haben mehr Gefuehle (in der Arbeit sozielemotionale Inhalte genannt) beinhaltet. Das ist aber auch ein Vorteil, weil dadurch indirekt dem Wunsch der Menschen nach Geselligkeit auch waehrend der Arbeit entsprochen wird. Soll uns dies was sagen ? Einige Effekte sind uns nicht neu. Wir kennen diese tagtaeglich von den
Netzen. Mir persoenlich war aber auch einiges neu: Das die viel gepriesene Unwichtigkeit von Geschlecht, Staatsangehoerigkeit, Hautfarbe, Religion sich auch bei wissen um den Status oder den Realnamen fortsetzt. Einige Diskussion fuer, aber auch gegen Realnamepflicht wird damit doch ziemlich unwichtig, da keine Effekte zu erwarten sind. Es bleibt aber zu wuenschen, dass Teilnehmer sich die Chance nicht nehmen lassen, ihren richtigen Namen zu verwenden. Chance deswegen, weil sie leichte ihre Meinung darlegen koennen und auf diese Weise - zusammen mit der Tatsache das sie von sich aus, mit ihren Namen fuer ihre Meinung einstehen - ein staerkeres Selbstvertrauen aufbauen koennen. Die haeufig gebrachten Argumente gegen Realnamepflicht sind also weitgehend so nicht zu halten. Gleichzeitig bietet die Verwendung des Realnames nicht zu uebersehene Vorteile. Auch der Hang zur Ich-Bezogenheit oder zum Flamen liegt als in der Natur des Mediums und nicht in der Person. Vielleicht sollten sich einige paar Gedanken zu ihrem Verhalten gegenueber anderen machen. Vielleicht ist das Gegenueber doch nicht so ein Novum ... kein Asozialer oder Anarchist. Vielleicht doch eher ein User wie du und ich ? Als Entschuldigung fuer Flamer sollte dies aber nicht verstanden werden. Quelle: Diplomarbeit von Murat Melekenoglu, 1990, Uni Oldenburg Terra ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07] Kommunikationsnetze - Ein neues Medium und die Folgen
[Chalisti] [07] Neues aus den USA
Neues aus den USA - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Keine Vereinigung von OSF und Unix International Die seit Herbst 1989 laufenden Gespraeche mit dem Ziel der Vereinigung der beiden Gruppen sind in der letzten Woche abgebrochen worden. Obgleich das gesetzte Ziel verfehlt wurde, konnten dennoch einige Fortschritte erreicht werden: Beide Seiten bekannten sich zu X/Open und legten sich auf die Standards POSIX 1003.1, XPG3, ANSI XJ11 C und X-Window 11 fest. Die Gruende, die schliesslich zum Abbruch der Gespraeche gefuehrt haben, waren die gleichen, die zur Gruendung der beiden Organisationen fuehrten: AT&T war nicht bereit, die Kontrolle ueber System V aufzugeben, waehrend die OSF-Mitglieder gleiche Rechte fuer alle verlangten. Bei AT&T steht der Verkauf von Anteilen an der Unix Software Operation (USO) immer noch an. Die Kontrolle soll aber absehbarer Zeit noch weiter bei AT&T bleiben. Die USO betreibt alle UNIX-Entwicklungsaktivitaeten von AT&T. Quelle: Projekt Wissenschaftsjournalisten FITNUS 14, GMD-Aussenstelle Berkeley - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - IBM manipuliert einzelnes Atom Wissenschaftlern des IBM Alameden Research Center, San Jose ist es gelungen, einzelne Xenonatome beliebig anzuordnen. Wenn dieser Prozess zu einem routinemaessigen Verfahren beschleunigt werden kann, koennte das zu Speichersystemen fuehren, in denen Informationen bis zu einer-million-mal dichter gespeichert werden koenen als bisher. Weitere Anwendungen koennten bei ultrakleinen elektronischen Schaltkreisen und Geraeten liegen. Voraussetzung fuer die Arbeit war das Scanning-Tunneling-Mikroskop, fuer dessen Entwicklung 1986 der Nobelpreis in Physik vergeben wurde. Ein Bericht dazu ist im britischen Journal Nature erschienen. Der Verfasser ist Erhard Schweizer vom Fritz Haber Institut, Berlin. Quelle: Projekt Wissenschaftsjournalisten FITNUS 14, GMD-Aussenstelle Berkeley - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Intel stellt Plaene fuer neue Chip-Generationen vor
Intels Plaene fuer die neunziger Jahre sehen fuer 1992 eine i586 CPU mit 2 Millionen Transistoren vor. 1996 soll der i686 mit 4-5 Millionen Transistoren folgen. Gegen Ende des Jahrzehnts soll der i787 erscheinen. Der im 250 MHz Takt laufende Chip soll 6 Prozessoren umfassen. Vier tightly coupled Parallel Integer Prozessoren sollen 700 MIPS leisten. Dazu kommen Vektorprozessoren, die auch 3D-Graphik unterstuetzen sollen. Auf dem i787 Chip sind ferner 2 MB Cache-Memory und ein DVI (Digital Viedeo Interface) vorgesehen. Alle geplanten Chips sollen zum 386/486 kompatibel sein. Schnittstellen zum Benuzter werden derzeit als ein wesentlicher Engpass bei der Ausdehnung des Anwendungsspektrums neuer Technologien betrachtet. Deshalb legt Intel bei der Entwicklung von neuen Prozessoren verstaerkt Wert auf eine Unterstuetzung von Audio/Video Schnittstellen und auf Moeglichkeiten zur Ein- und Ausgabe von Sprache. Quelle: Projekt Wissenschaftsjournalisten FITNUS 13, GMD-Aussenstelle Berkeley - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Integration von 80386 CPI in Chipset Unter dem Projektnamen Genesis Version des 80386, der zusammen Chip untergebracht werden soll. und eine einfache Schnittstelle
entwickelt Intel eine hochintegrierte mit anderen Funktionseinheiten auf einem Es sollen ein AT-Bus, eine EGA-Karte fuer ein Plattenlaufwerk enthalten sein.
Die Faehigkeit, in einen inaktiven Zustand mit einem minimalen Stromverbrauch zu gehen, macht den Chip ideal fuer Laptops. Durch die Moeglichkeit, einen Teil des RAM auszuschalten, kann ebenfalls Strom eingespart werden. Es wird damit gerechnet, dass der Chip Anfang 1991 fertiggestellt sein wird. Quelle: Projekt Wissenschaftsjournalisten FITNUS 13, GMD-Aussenstelle Berkeley - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Neue Workstationns von DEC DEC hat eine Familie neuer Workstations unter dem Namen DEC-Station 5000 Model 200 Series vorgestellt. Die Rechner sind um den MIPS R3000 RISC gebaut. Es sollen 24 MIPS erreicht werden. Eine aussergewoehnliche Performance im Bereich von 3D graphischen Anwendungen wird durch den Intel i860 Graphics Accelerator erreicht, der allerdings nur in den Geraeten der Preisklasse ab ca. $30K enthalten ist. Die ersten Geraete, ohne den i860, sollen schon Mitte April auf den Markt kommen. Die Preise hierfuer liegen zwischen $15K und $21,5K. Mit der neuen Serie erscheint die Version 4.0 von Ultrix, das C2 Security-Level enthalten soll. Die DEC-Station 2100/3100 Modelle werden im Preis um 40% reduziert. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Quelle: Projekt Wissenschaftsjournalisten FITNUS 13, GMD-Aussenstelle Berkeley 386 ist ein eingetragenes Warenzeichen der Firma Intel ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07] Neues aus den USA
[Chalisti] [07] Neues aus Japan
Neues aus Japan - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - NTT-AUFSPLITTUNG ERST 1995 ZU ENTSCHEIDEN Die regierende liberaldemokratische Partei (LDP) hat offiziell entschieden, die Entscheidung ueber eine Aufsplittung von NTT bis zum Steuerjahr 1995 aufzuschieben (vgl. zuletzt JANEWS 3/12-4). Diese aufschiebende Entscheidung wird damit begruendet, dass der moegliche Weg, den NTT nach der Aufsplittung nehmen wuerde, noch nicht geklaert ist und dass die Aktienbesitzer von NTT die Aufsplittung nicht akzeptieren wuerden. Die LDP schlaegt daher vor, dass NTT eine Abteilung fuer Ferngespraeche sowie Abteilungen fuer Ortsgespraeche einrichtet, Einkuenfte nach Abteilungen aufdeckt, einen fairen Wettbewerb aufrechterhaelt und die Dienste soweit wie moeglich rationalisiert. Mit diesen Massnahmen hofft man, in 5 Jahren eine Entscheidung mit besser absehbaren Konsequenzen faellen zu koennen. Damit sind die vom Telekom-Beratungsgremium des MPT unterbreiteten Vorschlaege annulliert und die eigentliche Entscheidung zunaechst aufgeschoben worden. Quelle: GMD, Janews Nr.14 , 10.4.90 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Japanische Beteiligung an US-Projekt zur 6.Computergeneration? Die Universitaet von Suedkalifornien (USC) hat NTT, NEC und MITSUBISHI ELECTRIC angeboten, sich an ihrem Projekt zur Entwicklung der 6. Computergeneration zu beteiligen. Man will einen Neuro-Computer entwickeln. Das dafuer zustaendige Neuro Engineering Center der USC weist mehr als 200 Forscher auf und arbeitet bereits mit 6 amerikanischen Firmen sowie NISSAN MOTOR und RICOH zusammen. Quelle: GMD, Janews Nr.14 , 10.4.90 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - MITI und MPT kooperieren bei der Foerderung von OSI und ISDN Bei der Foerderung von OSI (open system interconnection) und ISDN (integrated services digital network) wollen das MITI und das Ministerium fuer Post und Telekommunikation (MPT) zusammenarbeiten. MPT's "OSI/ISDN Promotion Council", welches Massnahmen zur Foerderung von OSI und ISDN seit Ende 1988 untersucht, hat dazu einen Bericht veroeffentlicht. Dieser empfiehlt die Kooperation zwischen MPT's Telecommunications Technology Committee und den mit dem MITI verbundenen ISO (International Organization for Standardization) und
IEC (International Electrotechnical Commission). MITI's Computer Mutual Operation Environment Development Committee hat seinerseits einen Zwischenbericht vorgelegt. Darin werden die fruehzeitige Errichtung von standardisierten Genemigungsverfahren und Testsystemen durch eine unabhaengige Organisation und eines OSI object registration Systems vorgeschlagen. Der Bericht weist darauf hin, dass die Unterstuetzung fuer Hardware-Hersteller und fuer Lieferanten von Software zur Systemintegration verstaerkt werden soll. Basierend auf den Vorschlaegen dieses Berichts soll das Information Subcommittee des zum MITI gehoerenden Industrial Standard Survey Committee im Juli das OSI object registration system diskutieren. Das Ministerium hofft, auch mit europaeischen Laendern und den USA ueber standardisierte Genemigungsverfahren und Testsysteme ins Gespraech zu kommen. Quelle: GMD, Janews Nr.14 , 10.4.90 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Human Interface Laboratorium von NTT entwickelt System zur Erkennung menschlicher Bewegungen Das human interface Laboratorium von NTT hat ein System entwickelt, welches Techniken der Bildverarbeitung benutzt, um die Bewegungen eines menschlichen Kopfes und der Lippen in Realzeit zu erkennen. Das System besteht aus zwei Modulen. Einem "head reader", welcher die Absichten eines Benutzers durch Beobachten seiner Kopfbewegungen erkennt und einem "lip reader", welcher die vom Benutzer gesprochen Worte durch Analyse der Lippenbewegungen erkennt. In Experimenten konnte der "head reader" 1 Bild pro 0.1 Sekunden verarbeiten. Der "lip reader" erkannte Lippenbewegungen alle 1/30 Sekunden. Quelle: GMD, Janews Nr.14 , 10.4.90 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - FUJITSU will im Juni 32-Bit MPU anbieten FUJITSU will seinen neusten Prozessor "G Micro/300", einen 32-Bit TRON Prozessor, im Juni anbieten. Dieser Prozessor, hergestellt in einem 1 Mikrometer Verfahren, besitzt 900 000 Transistoren auf einer Flaeche von 16x16 mm und schafft 20 MIPS (million instructions per second). Die Firma Fujitsu, welche das auf einem VAX-Minicomputer laufende Entwicklungssystem fuer TRON herstellt, hat gerade auch damit begonnen aehnliche Systeme fuer eine SUN Workstation und den FUJITSU "FMR" PC zu verkaufen. Das Entwicklungssytem besteht aus einem ICE (in circuit emulator) und Software-Programmen. Darunter C Compiler, Assembler, Linker, Debugger und ROM Monitor. FUJITSU hat auch das "ITRON/F32" entwickelt, welches ein Betriebsystem fuer Mess- und Kontrollinstrumente ist und im Juli auf den Markt kommen wird. Quelle: GMD / Janews Nr. 17, Tokyo, den 7.5.90 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - HITACHI will Unix Mainframe im November anbieten
HITACHI will im November einen Mainframe Computer anbieten. Dieser wird mit OSF/1, einem von der OSF (Open Software Foundation) entwickelten UNIX Betriebssystem laufen. HITACHI ist genauso wie IBM Mitglied der OSF. HITACHI hat bereits "Snapshot", eine Testversion von OSF/1, ausgeliefert. Der HITACHI Mainframe wird der erste sein, der mit der neuen UNIX Version laeuft. Quelle: GMD / Janews Nr. 17, Tokyo, den 7.5.90 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - RICOH entwickelt Neuro-Lsi RICOH hat einen Neuro-Chip entwickelt, welcher Lernfunktionen enthaelt und Lernoperationen durchfuehren kann ohne dabei extra Software zu benoetigen. Der Chip besteht aus 6000 Transistoren und kann in einer Sekunde 9 Milliarden Verknuepfungen zwischen den Neuronen herstellen. Damit ist er mehr als zehnmal schneller als konventionelle Neuo-ICs und 4-5 mal so schnell wie ein konventioneller Supercomputer. RICOH plant, die ersten Exemplare innerhalb eines Jahres auszuliefern. Quelle: GMD / Janews Nr. 17, Tokyo, den 7.5.90 ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07] Neues aus Japan
[Chalisti] [07] Die Freiheit der Wissenschaft kann nicht grenzenlos sein
Die Freiheit der Wissenschaft kann nicht grenzenlos sein Ein kleiner Bericht ueber die Bremer Unitage. Ziel der "Bremer Universitaets-Gespraeche" ist es, aktuelle Probleme aus Wissenschaft, Forschung und Lehre aufzugreifen, zu diskutieren und nach Loesungsmoeglichkeiten zu suchen. Ins Leben gerufen wurde diese Reihe vom Initiativkreis "Bremer und ihre Universitaet", der sie seit 1988 mit Foerderung der WolfgangRitter-Stiftung und mit Unterstuetzung aus der Universitaet Bremen einmal im Jahr organisiert. Schirmherr dieser Veranstaltung war der Bundesminister fuer Forschung und Technologie, Dr. Heinz Riesenhuber. Im Zentrum der Veranstaltung standen zunaechst drei Hauptvortraege von Prof. Dr. Heinz Georg Wagner aus dem Max-Planck-Institut fuer Stroemungsforschung Goettingen und gleichzeitig Vizepraesident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, von Hartmut Mehdorn, Mitglied der Geschaeftsfuehrung der Messerschmidt-Boelkow-Blohm GmbH Hamburg, und von Dr. Beatrix Tappeser, Oeko-Institut Freiburg. "Forschung heute - Forschung morgen", "Die Rolle der Wirtschaft" und "Die Freiheit der Forschung kann nicht grenzenlos sein" lauteten die Ueberschriften. Zwei Diskussionsrunden "Was ist zu erwarten?" und "Was ist zu tun?" schlossen sich an. Ueber das Ergebnis berichtete das Handelsblatt, Duesseldorf, am 11./12.11.89: Wissenschaft und Forschung verfuegen heute mehr als frueher ueber Moeglichkeiten, in das System Natur einzugreifen und es zu stoeren. "Die Freiheit der Wissenschaft kann darum nicht mehr grenzenlos sein, muss sich ethischen und oekologischen Grenzsetzungen unterordnen." Dieses Fazit zog Prof. Juergen Timm, Rektor der Universitaet Bremen, zum Abschluss des 2.Bremer Universitaets-Gespraechs. Strittig, ergaenzte Prof. Heinz-Georg Wagner, Vizepraesident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, sei zwischen den Teilnehmern des eintaegigen Gedankenaustausches weniger die prinzipielle Notwendigkeit von Grenzen fuer die Wissenschaft gewesen als vielmehr die Frage, wo diese Grenzen zu ziehen seien. Ein waehrend der Tagung besonders kontrovers diskutiertes Beispiel fuer diese Problematik sei die Gen-Technik. Den in der Hansestadt versammelten Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern ging es um die "Forschung an der Schwelle zum 3.Jahrtausend - Wissenschaft zwischen oekologie und oekonomie". Dabei sei deutlich geworden, so Timm, dass sich inzwischen alle ihrer oekologischen Verantwortung bewusst seien. Weitgehend habe
Einigkeit darueber bestanden, dass Wissenschaft auch auf einen Konsens mit der Gesellschaft reflektieren muesse. Beispielsweise habe Dr. Beatrix Tappeser vom Freiburger oekoInstitut fuer angewandte oekologie eine freiwillige Selbstbindung fuer nicht ausreichend erklaert. Zur Einhaltung gesellschaftlich geforderter Tabus muessten Forschung und Wissenschaft auch durch gesetzliche Regelungen angehalten werden, hatte Frau Tappeser betont. Mit ihren "Die Freiheit der Forschung kann nicht grenzenlos sein" ueberschriebenen Ausfuehrungen sorgte die Geologin in besonderem Masse fuer Zuendstoff. Als ein entscheidendes Problem bei der Frage, wo die Grenzen von Wissenschaft und Forschung zu ziehen sind, stellte Tappeser die Frage der Risikodefinition heraus. So akzeptiere sie traditionelle Betrachtungsrisiken nur dann als solche, wenn sie entschieden unmittelbar - moeglichst noch experimentell - von einer Ursache ableitbar seien. Als entscheidend fuer die Frage, wie weit Wissenschaft und Forschung gehen duerfen, nannte sie u.a. die Kriterien Notwendigkeit und Nutzen, zeitliche und raeumliche Begrenzung sowie Reversibilitaet und gesellschaftliche Akzeptanz. Auch Prof. Wagner betonte, dass die Nutzung wissenschaftlicher Forschung im Konsens mit der oeffentlichkeit erfolgen und moeglichst reversibel sein muesse. Voraussetzung hierfuer sei aber nicht nur die Entwicklung eines Bewusstseins der Wissenschaftler fuer ihre ethische und oekologische Verantwortung. Vielmehr erfordere ein solches Konsens-Modell auch die Bereitschaft der Gesellschaft zum Kompromiss und zur Sachkenntnis. Gerade hierbei sei es in der Bundesrepublik weit schlechter bestellt als in anderen Industrienationen. Die Kenntnis-Defizite sind nach Ansicht Wagners eine entscheidende Ursache auch fuer das in der Bevoelkerung weit verbreitete Misstrauen gegenueber Forschungsergebnissen. Mangelnde Kenntnis naturwissenschaftlicher Zusammenhaenge be-und verhindere jedoch den auch in Bremen geforderten Konsens mit der oeffentlichkeit. Zugleich appellierte Wagner an die Wissenschaft, sich darauf zu beschraenken, zuverlaessiges Wissen zu sammeln, aufzuarbeiten und weiterzugeben. "Mehr kann sie nicht", und daran sollten Wissenschaftler und Forscher sich halten, meinte er. Wenn Vermutungen und Erwartungen als Wissenschaft ausgegeben wuerden, so sei das "Scharlatanerie". Zugleich betonte er die Notwendigkeit von Forschung. Viele der heutigen technischen Moeglichkeiten beruhten auf weit zurueckliegenden Forschungsergebnissen, sagte er. Zwar liessen sich Forschungsergebnisse nicht bestellen und organisieren wie beispielsweise ein Haus, doch duerfe das moegliche Fehlen kurzfristiger Anwendungs-Perspektiven nicht darueber hinwegtaeuschen, dass gerade Grundlagenforschung Weichen fuer die Zukunft stelle. Das Verhaeltnis der Wirtschaft zur Wissenschaft beleuchtete insbesondere Hartmut Mehdorn, Geschaeftfuehrungs-Mitglied der Messerschmitt-Boelkow-Blohm GmbH. Der Forschung, meinte er, falle im zukuenftig verstaerkt internationalen Wettbewerb eine besonders wichtige Rolle zu. Notwendig sei, die Interessen der Wirtschaft mit den oekologischen Notwendigkeiten besser in
Einklang zu bringen. Einerseits muesse die Wirtschaft schneller und konsequenter auf umweltverbessernde Forschungsergebnisse reagieren, andererseits muessten umweltverbessernde Massnahmen und Produktionstechniken staerker als bisher in den marktwirtschaftlichen Prozess eingebunden werden. "Insgesamt", so Mehdorn, "muessen Oekologie und Oekonomie in weitgehenden Einklang gebracht werden, wenn dirigistische Marktmassnahmen vermieden werden sollen." Insgesamt ergab das zweite Bremer Universitaets-Gespraech durch das umfassende Herkunftsspektrum der Teilnehmer eine breite Vielfalt der Auffassungen, und ein Tag erwies sich als zu kurz fuer die auch nur annaehernd erschoepfende Diskussion eines solchen Themas. Menschen und Gruppierungen, die sonst selten das gemeinsame Gespraech suchen, nutzten die Gelegenheit zum Meinungsaustausch. Und einen Tag lang war, wie erhofft, der Blick frei fuer die laengerfristigen, die eigentlich wichtigen Fragen der Zukunft, abseits von der taeglichen Routine. Mitteilung aus Projekt Wissenschaftsjournalisten (Pressebuero Eurokom) ------------------------------------------------------------------------------
[Chalisti] [07] Die Freiheit der Wissenschaft kann nicht grenzenlos sein
[Chalisti] [07] ! K u r z m e l d u n g e n !
!Kurzmeldungen! ----------------------------1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1-1 SNAFU ... ueber alles ! Nachdem Berlin durch gewissen tagespolitische Ereignisse mehr denn je ins grelle Licht der Oeffentlichkeit gezerrt wurde, wird ein tragisches Versaeumnis deutlich, welches ziemlich laut nach Behebung schreit. Zwar sind durchaus faehige Menschen in Berlin vorhanden, nur leider so diffus, dass seit viel zu langer Zeit keine einigermassen organisierte Arbeit unter dem CCC-Berlin-Label stattgefunden hat. Das soll nun mit vereinten Kraeften geaendert werden, was alle angeht koennen nur alle aendern. Themen wie: - Ist der technische Fortschritt zu gross fuer die menschliche Vernuft ? - Hacker und Macht, Politik, Staat, gesellschaft. Die Konsequenzen der Verantwortung. - Ein voll technisiertes 21. Jahrhundert zum Preis des Cyperpunkgesellschaft ? ...sind nur ein kleiner Ausschnitt aus der Flut der Zivilisationskonflikte, von denen letzlich jeder betroffe ist. In den Punkten Aufklaerung, PR-Arbeit und Kommunikation, sowie in individuel einzubringenden Projekten (technischer oder/und inhatlicher Art) laecheln uns also noch haufenweise Aufgaben an, die in Form eines lockeren (aber hoffentlich gleichzeitig produktiven) Erfa-Kreises angegangen werden koennten. Zu diesem Zweck sind mehr oder weniger regelmaessige Treffen nuetzlich, welche ab dem 1.Juni vorlaeufig jeden Freitag um 19 Uhr stattfinden werden. Veranstaltungsort:
Restaurant "Ujak Stefan" Kaiserin Augusta Str., Ecke Tempelhofer Damm U-Line 6, Kais. Aug. Str, Ausgang in Richtung Wenkebachkrankenhaus
Zur endgueltigen Terminierung jeder moeglicherweise aufkommenden Orientierung koennt Ihr mich auch anrufen: Rund um die Uhr, 752 05 83 Der neue Regionale oder auch Sachliche Erfakreis des Chaos Computer Club in Berlin, wird weitgehend autonom arbeiten. Das garantieren schon die manigfachen chaotischen Probleme in Hamburg. Unterstuetzung und auch in Sachthemen koordinierte Arbeit soll es geben, aber schon die Organisationsform und die Themen des CCC-Berlin, werden einzig und allein von diesem selbst bestimmt. Keiner wird "vereinahmt". Jeder Reg. Erfakreis kann sich ein eigenes Profil erarbeiten - wenn sie es wollen -. Positive Beispiele wie den CCC Luebeck gibt es ja.
Hoffentlich druecken sich die Dynamischen Diskordier und Computer-Freaks nicht vor der aus dem Wissen resultierenden Berufung, Der Grundtext ist von Caroline. Paar Anmerkungen sind von mir. Auf jeden Fall wuensche ich dem neuen CCC-Berlin alles gute und Hoffe auf gute Zusammenarbeit. Terra 2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2 Inbetriebnahme des Vektorrechners an der Universitaet Hannover Cassens: "Rechnergigant" mit 5 Mrd. Rechenoperationen pro Sekunde Hannover. "Mit dem Vektorrechner Siemens VP 200 EX erhaelt das Regionale Rechenzentrum an der Universitaet Hannover einen 'Rechnergiganten' im Endausbau mit 5 Mrd. Rechenoperationen pro Sekunde. Dieser Hochleistungsrechner ist nicht nur ein hervorragendes Instrument fuer die Spitzenforschung an der Universitaet Hannover, sondern wird ueber leistungsfaehige Rechnernetze auchz den anderen Hochschulen im niedersaechsischen Rechnerverbund zur Verfuegung stehen. Die Vernetzung ist eine der wichtigsten Aufgaben in den naechsten Jahren in der Datenverarbeitung. In der Zentralrechnerausstattung steht Niedersachsen mit Baden-Wuertemberg an der Spitze aller Bundeslaender." Dies erklaerte heute in Hannover der Niedersaechsische Minister fuer Wissenschaft und Kunst Dr. Johann-Toenjes Cassens anlaesslich der Inbetriebnahme des mit einem Kostenaufwand von 35 Mio. Mark beschafften Vektorrechners. Die Ausstattung der Hochschulen mit Rechenkapazitaeten sei eine richtungsweisende Investition fuer Wissenschaft und Lehre, wobei bei diesem Grossrechner der Aspekt der Spitzenforschung ueberwiege, betonte der Minister. Die Ausstattung der Hochschulen mit Datenverarbeitungskapazitaeten erfolge in Niedersachsen in einem vierstufigen Verfahren, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat befuerworte: -
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Ausstattung mit Personalcomputern/Workstations, Einsatz von Bereichsrechnern, Universalrechner/Zentralrechner und Hoechstleistungsrechner.
Cassens: "Die Hochschulen muessen sich in Zukunft dem internationalen Konkurrenzdruck stellen koennen. Mit der Beschaffung dieses Vektorrechners erhaelt die Universitaet Hannover - auch im internationalen Vergleich eine herausragende Wettbewerbsposition." 3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3-3 Wunderliches DFN Alle Tage wieder - erstaunen ueber das Deutsche Forschungsnetz. Wie wir in der letzten Chalisti mitteilten, hat das DFN zur CeBit '90 in einer grossen Pressekonferenz bekanntgeben, dass das wissenschaftliches Hochschulnetz (WiN) offiziell seinen Betrieb aufgenommen hatte.
Auf der CeBit hatten wir darueber das DFN intensiver befragt. Den uns war auf Grund von Diskussionen in den elektronische Konferenz zur WiNAdministration bekannt, dass das WiN noch nicht abgenommen sei. Es war mit der Post eine bestimmte Fehlerrate und Ausfallzeiten ausgemacht. Beides lag aber oberhalb der ausgemachten Grenzen und daher sollten die einzelnen Teilnehmer noch nicht die Gebuehren zahlen. Wie uns das DFN auf Anfrage mitteilte, seien diese Probleme aber geloesst und nur noch ein WiN-Knoten in Nordrhein-Westfalen haette Probleme. Nun erreichte uns paar Wochen nach der CeBit eine Nachricht aus der elektronischen Konferenz ueber WiN-Administration. In dieser wurde ein Vorbereitungstreffen des DFN-Vereins am 9.5.1990 angekuendigt. Der Anlass waere die Betriebsbereitschaft des WiN zum 30.4.1990. Dabei wurde aufgefordert die Checkliste, die dazu dient die Betriebsbereitschaft endgueltig festzulegen, bis zum 30.4. an eine Frau Ott zurueckzusenden. Diese Nachricht stand in Widerspruch zu den vom DFN-Verein gemachten Mitteilungen und Presseverlautbarungen zur CeBit `90. Wir stellten daher eine Anfrage via X.400 an den DFN-Verein, wie wir dies zu interpretieren haetten. Die Anfrage wurde auch bestaetigt, allerdings wurden wir gebeten die Nachricht nochmal an Frau Ott zu senden, da die Nachricht beim DFN-Verein ausversehen geloescht worden waere. Auf die Anfrage erfolgte sonst keine Reaktion mehr. Wir finden das Verhalten des DFN-Vereins - gelinde gesagt - ein wenig komisch. Wie kann das DFN 6 Wochen bevor tatsaechlich festgestellt wird, ob ein Netz betriebsbereit ist, dieses vor der versammelten Presse in einer Extra einberaumte Pressekonferenz ueber die Betriebsbereitschaft unterrichten. Es gibt kaum Redaktionen, die eine Verifikationsmoeglichkeit wie die Chalisti in diesem speziellen Fall haben. Die anderen sind auf die Erklaerungen vom DFN weitgehend angewiesen. Dies erinnert an die Methode, dass Ergebnisse da sind, wenn mensch sie bekannt gibt und nicht wennn sie tatsaechhlich vorhanden sind. Quelle: WIN-L auf EARN/Bitnet Presseerklaerung des DFN-Vereins Terra 4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4-4 Papierbrueckenwettbewerb Kaum zu glauben aber wahr: 140 kg Traglast hielt die nur 150 g "schwere" Papierbruecke beim Papierbrueckenwettbewerb im vergangenen Jahr aus. Ob dieses Traumergebnis, ein Rekord der strahlenden Sieger von 1989, Claudia Dierichs und Oliver Behnen, Bauingenieurstudenten im 2. Semester, ueberboten werden kann, das wird sich am Mittwoch, dem 23.05.1990 ab 14 Uhr im Gebaeude IAN, zeigen, wenn die Teilnehmer ihre Konstruktionen vorstellen. Der diesjaehrige, inzwischen "4. Internationale Bochumer Papierbruecken Wettbewerb", den Prof. Dr.-Ing. Winfried Kraetzig (Institut fuer Statik und Dynamik der Ruhr-Universitaet Bochum) und sein Mitarbeiter Dipl.-Ing. Hubert Metz organisieren, wird
- anders als in den vergangenen Jahren - in zwei Gruppen ausgetragen. Dabei winken den ersten drei Siegern der beiden Gruppen Geldpreise zwischen DM 200,- und DM 25,-. Rekordverdaechtige Bruecken aus beiden Gruppen erhalten zusaetzliche Sonderpreise. Die Veranstalter erwarten, dass beim Wettbewerb entsprechende "Volksfeststimmung" aufkommt und mindestens ebenso viel Aufsehen erregt wird, wie im vergangenen Jahr. Fuer die typischen "Baustellengetraenke" werden sie jedenfalls sorgen. Zeichenkarton und Papierleim (UHU, Ponal, Pritt o.ae) sind die einzig erlaubten Konstruktionsmaterialien, mit denen die Teilnehmer ein Brueckentragwerk konstruieren sollen. Die Stuetzweiten: l = 400 mm + ueberstand, b = 100 mm, h = beliebig. Allerdings duerfen die Papierbruecken 150 g Trockengewicht nicht ueberschreiten. Diese Bedingungen werden streng kontrolliert. Im vergangenen Jahr z.B. haben die spaeteren Sieger, als sich herausstellte, dass ihre Bruecke 151,1 g wog, kurzerhand im Trockenofen ihrer Bruecke Feuchtigkeit und damit die 1,5 g uebergewicht entzogen. In einem weiteren Schritt wird anschliessend jede Bruecke auf einem normalen Pruefstand mit einem Druckzylinder getestet und unter Belastung auf ihre "Bruchlast" ausgewertet. Teilnehmen darf in der Gruppe 1: jede(r) Studierende und Mitarbeiter(in) einer Fakultaet oder eines Fachbereichs fuer Bauingenieurwesen, in der Gruppe 2: jede(r) im internationalen Papierbrueckenbau kompetente Schueler(in), Studierende und Buerger(in). Vielleicht interessiert sich demnaechst auch das Guiness-Buch der Rekorde fuer diesen Wettbewerb. Weitere Informationen: Dipl.